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Popkultur

10 Songs, die jeder Fan von Falco kennen sollte

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Falco
Foto: Calle Hesslefors/ullstein bild via Getty Images

Holpriger Start, riesige Hits, früher Tod: Falcos Leben war kurz, aber heftig. Wir haben die zehn besten Songs des einzigen Mannes ausgesucht, der mit einem deutschsprachigen Song den ersten Platz der US-Singlecharts erreichte.

von Timon Menge

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Falco - Out Of The Dark
Falco
Out Of The Dark
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1. Der Komissar (1982)

Mit Der Kommissar landet Falco lange vor dem Debütalbum der Beastie Boys als erster Weißer einen Rap-Hit. Eigentlich hatte Songschreiber Robert Ponger das Stück für den österreichischen Musiker Reinhold Bilgeri gedacht, doch der lehnte den Song ab. Die Begründung: zu „weich“. Stattdessen schnappt sich Falco die Nummer, schreibt einen passenden Text und erobert weltweit die Hitparaden. Sogar in den hart umkämpften USA gelingt dem exzentrischen Österreicher der Einstieg in die Top 100. Das hatten bisher nur die Elektropioniere Kraftwerk geschafft. Später gelingt ihm in den Vereinigten Staaten noch viel mehr, doch dazu kommen wir gleich.

2. Junge Roemer (1984)

An den kommerziellen Erfolg seiner ersten Platte kann Falco mit seinem zweiten Album Junge Roemer nicht anknüpfen, doch ihm gelingen weiterhin passable Platzierungen in den Hitparaden. So erreicht er mit der Scheibe nicht nur die Pole Position der österreichischen Albumcharts; auch die Veröffentlichung des Titeltracks als erste Single erweist sich als Erfolgsentscheidung und beschert dem jungen Österreicher eine Top-Ten-Platzierung in der Heimat. Rückblickend soll Falco gesagt haben, dass er die guten Texte auf Junge Roemer lieber als Buch veröffentlicht hätte. Etwa zwei Jahre später dürfte ihm all das herzlich egal gewesen sein.

3. Rock Me Amadeus (1985)

Mit dieser Single rockt Falco Mitte der Achtziger nicht nur den Amadeus, sondern auch die Musikwelt. Nach dem weniger erfolgreichen Album Junge Roemer hatte der Österreicher ein paar Personalwechsel vorgenommen, sich von seinem Songschreiber-Kollegen Robert Ponger verabschiedet und stattdessen das niederländische Kompositionsduo Rob und Ferdie Bolland engagiert. Das ändert viel, denn Falcos drittes Album Falco 3 löst einen Erdrutsch aus. Das liegt nicht zuletzt an der Single Rock Me Amadeus, die in Europa gleich mehrere Spitzenpositionen in den Charts erreicht. In den Vereinigten Staaten dauert es zwar etwas länger, doch am 29. März 1986 klettert der Song auch jenseits des großen Teichs auf den ersten Platz der Single-Hitparade — obwohl er deutschsprachig ist. Das hat Falco bis heute niemand nachgemacht.

4. Jeanny (1985)

Mit dieser Hit-Single löste Falco eine üppige Kontroverse aus, an der sich bis heute die Geister scheiden. Handelt der Song nun von einem Vergewaltiger? Geht es um Stalking oder um eine Entführung? Welche Perspektive nimmt der Erzähler Falco in der Geschichte ein? All diese Fragen lösten Mitte der Achtziger jede Menge Empörung aus und sorgten für zahlreiche Boykotte. Auch Thomas Gottschalk wütete damals gegen den österreichischen Künstler. So bezeichnete er Falco in einer Zeitung als „Wiener Würstchen“ und schrieb: „Falcos Fieselton und die Latrinenansichten des Videos sind einfach zuviel verlangt.“ Falcos Antwort in der Sendung Heut’ abend: „Ich kann doch einem ehemaligen Lehrer nicht übelnehmen, wenn er ein Wiener Würstchen nicht von einer Bockwurst unterscheiden kann.“

5. Vienna Calling (1985)

So international Falco unterwegs war, so verbandelt war er mit seiner Heimatstadt Wien. In Vienna Calling beschäftigt sich der Österreicher mit der sich verändernden Rolle der Großstadt, die während der Achtziger den Wandel von der Lokalmetropole zur Weltstadt vollzog. „Wohin sind deine Frau’n?“, beschwert sich Falco im Text. Der Alarm sei „rot“ und „Wien in Not“. Erneut landete der Musiker einen großen Hit: Platz 18 in den USA, Platz zehn in Großbritannien und Platz vier in Deutschland sprechen für sich.

6. Coming Home (Jeanny Part 2, ein Jahr danach) (1986)

Wie es mit Fortsetzungen oft der Fall ist, konnte Falco mit Coming Home (Jeanny Part 2, ein Jahr danach) nicht an den Erfolg der ursprünglichen Single Jeanny anknüpfen. Nichtsdestotrotz veränderte er mit dem Nachschub die Sichtweise auf den Vorgänger. So gab er bereits im Vorfeld ein Bravo-Interview und verriet darin: „Jeanny lebt, das geht aus dem Text und dem Video eindeutig hervor. Teil II von Jeanny wird im Herbst beweisen, dass der Mann das eigentliche Opfer ist. Nicht umsonst landet er zum Schluss, von Jeanny völlig fertig gemacht, in der Klapsmühle, aber mehr wird nicht verraten.“ Ob er diese Wendung von Anfang an im Hinterkopf hatte oder ob es sich um eine Reaktion auf die Kritik von außen handelte, wusste wohl nur Falco selbst. Zumindest erläuterte er bereits zur Veröffentlichung von Jeanny: „Jeanny ist ein Liebeslied. So ist es konzipiert und durchgeführt. Der auf der Platte Falco 3 befindliche Teil endet bewusst an einem Punkt, der beim Zuhörer Spekulationen auslöst und eine Fortsetzung offenlässt.“

7. The Sound Of Musik (1986)

1986 befindet sich Falco auf der Spitze des Pop-Olymps. Verständlich, dass sein Umfeld schnell an den Erfolg anknüpfen möchte und mit The Sound Of Musik zeitig eine Single nachschiebt. Inhaltlich beschäftigt sich Falco darin unter anderem mit der Wahl Kurt Waldheims zum österreichischen Präsidenten und der Waldheim-Affäre. Waldheims Beteiligung an Kriegsverbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus war nämlich alles andere als unumstritten. Im Fokus des Songs steht aber vor allem die Musik, wie Falco in einem Interview berichtet: „Als ich nach meinem Erfolg mit Der Kommissar […] zum ersten Mal nach Amerika kam, fragte man mich, wie es den Kängurus gehe, weil viele Austria mit Australia verwechselten. […] Als ich wieder hinkam, trat dieses Problem nicht mehr auf. Aber die Amerikaner wollten dafür wissen, wie es dem Professor Freud gehe. Naja, und bei meinem letzten Besuch war die Standardfrage, ob ich auch Dr. Waldheim gewählt hätte. Mir geht das Gequatsche der Politiker einfach total auf die Nerven. Deswegen meine Absage an die Wichtigtuerei diverser ‘Mr. Presidents’ und meine Verbeugung vor der Musik. Das einzige, das wirklich über die Grenzen weg verbindet.“

8. Wiener Blut (1988)

Wer sich ein wenig mit klassischer Musik auskennt, hat vielleicht schon einmal von der Operette Wiener Blut aus der Feder von Johann Strauß (Sohn) gehört. Falcos Interpretation des Titels wurde eigentlich schon für das Album Falco 3 geschrieben, sollte zu jener Zeit allerdings noch Medizin heißen. Der internationale Erfolg der Single bleibt wohl auch deshalb aus, weil Falco die Nummer komplett im Wiener Dialekt singt. So reicht es in Österreich zwar für Platz vier und in Deutschland für Platz neun, doch über den deutschsprachigen Raum hinaus gelingt mit Wiener Blut kein allzu großer Erfolg. Schade eigentlich, denn es handelt sich um einen der besten Songs von Falco.

9. Out Of The Dark (1998)

Als am 27. Februar 1998 das achte Falco-Album Out Of The Dark (Into The Light) erscheint, ist der österreichische Künstler bereits seit drei Wochen tot. Ein Autounfall hatte ihn mit gerade einmal 40 Jahren das Leben gekostet. Dennoch (oder gerade deshalb) fährt sein posthumes Comeback-Album noch einmal große Erfolge ein: Platz eins in den österreichischen Albumcharts, Platz drei in Deutschland. Zwei Singles in den deutschen Top 5. Mehr als zweieinhalb Millionen Mal soll Out Of The Dark (Into The Light) über die Ladentheke gegangen sein. Schade, dass Falco das nach seinem tragischen Tod nicht mehr mitbekommen hat.

10. Egoist (1998)

Egoist markiert die vorletzte Single, an der Falco selbst mitgearbeitet hat und den letzten Top-5-Erfolg des verstorbenen Künstlers. „Die ganze Welt dreht sich um mich / Denn ich bin nur ein Egoist“, singt der Österreicher in dem Hit-Song. „Der Mensch, der mir am nächsten ist / Bin ich, ich bin ein Egoist“. Sogar in Tschechien erreicht Falco damit posthum den dritten Platz der Single-Charts. Außerdem sollte es sich ursprünglich um den Titelsong von seinem achtem Album handeln, denn eigentlich sollte Out Of The Dark (Into The Light) den Titel Egoisten tragen.

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Vor 40 Jahren feiert Falco erste Erfolge – in einer Punk-Band!

Popkultur

Zeitsprung: Am 9.2.1980 tritt Bon Scott von AC/DC zum letzten Mal öffentlich auf

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 9.2.1980.

von Christof Leim

Am 9. Februar 1980 tritt Bon Scott, Sänger der mächtigen AC/DC, zum letzten Mal öffentlich auf. Danach will sich die Band an den Nachfolger zu „Highway To Hell“ begeben. Doch daraus wird nichts…

Hier könnt ihr euch Highway To Hell anhören:

Im Februar 1980 stehen alle Zeichen auf Sturm für AC/DC. Mit Highway To Hell, erschienen im Juli 1979, haben sie zum ersten Mal den amerikanischen Markt geknackt und sich als eine der Top-Bands für besten Rock’n’Roll etabliert. Im Januar hatten sie noch acht Gigs in Frankreich gespielt und am 27.1. eine ausgefallene Show in Southampton nachgeholt. Jetzt sollen die Arbeiten am Nachfolger losgehen. Das Interesse an Highway To Hell nimmt indes nicht ab, weswegen die Band am 7. Februar in der legendären britischen Fernsehsendung Top Of The Pops auftritt und zu Playback die dritte Single Touch Too Much „aufführt“. Abends besucht Bon Scott noch eine Show von UFO im Londoner Hammersmith Odeon.



Kurz darauf fliegt das Quintett zum ersten Mal nach Spanien und spielt am 9. Februar in Madrid drei Songs in der TV-Show Aplauso. Das Publikum sieht so gar nicht nach Rock’n’Roll aus, aber das stört unsere Helden kein Stück: Selbst zu Playback geht Angus ab wie nichts Gutes. Auf dem Programm stehen Beating Around The BushGirls Got Rhythm und Highway To Hell.


Das letzte Album mit Bon Scott: Highway To Hell. Links das internationale Cover, rechts die australische Version.


Es sollte Bon Scotts letzter öffentlicher Auftritt sein, denn zehn Tage später, am 19. Februar 1980, stirbt der Sänger mit nur 33 Jahren. Als offizielle Todesursache wird „akute Alkoholvergiftung“ genannt. Aber das ist eine andere Geschichte, die ihr ausführlich hier findet.


Bon Scott. 1946-1980. Rest in peace.


Zum Andenken an den legendären Rock’n’Roller haben wir hier für euch das Video zu Beating Around The Bush aus der spanischen TV-Show. Dort stand Bon Scott zum letzten Mal auf einer Bühne:



Und weil es so schön ist, hier noch Touch Too Much von Top Of The Pops zwei Tage vorher. Warum die Regie Teile des Songs rausgeschnitten hat, ist uns schleierhaft, aber wir prangern es an.



Header Pic Credit: Elfast

Zeitsprung: Am 19.2.1980 stirbt der große Bon Scott von AC/DC.

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Popkultur

Interview mit In Flames: „Sobald man ein paar Alben veröffentlicht hat, ist plötzlich alles voller Regeln“

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In Flames

Mit Foregone liefern In Flames das Album, auf das alle seit Reroute To Remain gewartet haben: Ein großes Melodic-Death-Metal-Album, das mehr als nur ein bisschen auf die legendären Neunziger schielt. Warum das nichts mit Nostalgie zu tun hat, wie die Schweden Fortschritt dosieren und was er gern an seinem 50. Geburtstag machen würde, verrät uns Sänger und Kappenträger Anders Fridén im Interview.

von Björn Springorum

Ihr habt schon vor Veröffentlichung des neuen Albums eine lange Europatournee gespielt. Was man so gehört hat, kam die ja wahnsinnig gut an. Wie war es, wieder unterwegs zu sein?

Ich weiß nicht, was, aber wir scheinen gerade irgendwas richtig zu machen. (lacht) Der Band geht es sehr gut und wir alle haben es genossen, endlich mal wieder eine richtige Tour zu spielen. Es war viel zu lang her.

Die Stimmung in In Flames ist derzeit also bestens?

Unsere Band verteilt sich ja mittlerweile auf Schweden und die USA, also waren wir wegen der Pandemie ewig nicht zusammen im selben Raum. Das war nicht einfach, hat unserer Beziehung aber gut getan. Wir konnten alle mal einen Schritt zurücktreten und in aller Ruhe betrachten, was wir uns da eigentlich aufgebaut haben. Als Band machst du ja nie Pause, du machst einfach immer so weiter, bis du ein wenig aus den Augen verlierst, was für ein gewaltiges Privileg das alles ist. Alle sind jetzt wieder so dermaßen hungrig auf die Band, alle ziehen an einem Strang. Außerdem sind alle in absoluter Topform. So eine hohe Qualität hatten wir bei In Flames noch nie.

Wie hast du die Pandemie überstanden?

Habe ich das? (lacht) Ja, wahrscheinlich schon. Es ging. Ich fühlte mich merkwürdig ruhig, als alles losging. Erstmals in meinem Leben gab es da ein Ereignis, das alle auf der Welt im gleichen Maße betraf. Ich fühlte mich allen anderen Menschen verbunden, so etwas hatte ich noch nie erlebt. Das änderte sich dann auch bei mir irgendwann in Richtung Frustration, aber zumindest die erste Phase war durchaus inspirierend.

„Ich weiß, dass wir die Hoffnung nie verlieren sollten“

Deine Texte waren ja immer sehr introspektiv und persönlich. Hat die Pandemie sie universaler gemacht?

Die Texte sind persönlich wie immer, richtig. Aber wenn ich so darüber nachdenke, dann sind sie tatsächlich mehr nach außen gerichtet. Ich beobachte mein Umfeld mehr.

Foregone sprüht nicht gerade vor Optimismus und Zuversicht. Wo findest du noch Hoffnung?

In meinem ersten Kaffee am Morgen? (grinst) Ansonsten ist es schwierig, das gebe ich zu. Ich sollte wahrscheinlich einfach aufhören, die Nachrichten zu lesen. Sicher, Hoffnung gibt es irgendwie immer, aber manchmal scheint es alles immer nur noch schlimmer zu werden. Es ist nicht einfach und sagt sich so leicht, aber ich weiß, dass wir die Hoffnung nie verlieren sollten. Für unser eigenes Seelenheil.

Foregone wurde aus Frustration und Angst geboren“

Auf der letzten Tour habt ihr die Songs der neuen Platte direkt mit sehr alten Songs gepaart. Zufall?

Ich finde, dass die neuen Songs sehr gut zu den eher älteren Sachen aus unserem Kanon passen. Irgendwas an ihnen transportiert diese Stimmung der Neunziger.

Hat das mit Nostalgie zu tun?

Ich weiß schon, dass einige der neuen Songs nach unseren ganz frühen Alben klingen, aber wir sehen das anders. Ich bin kein nostalgischer Mensch, ich schaue eigentlich nie zurück. Diese Elemente waren immer da und kommen jetzt einfach wieder ein wenig mehr zum Vorschein, denke ich. Foregone wurde aus Frustration und Angst geboren, diese beiden abgefuckten letzten Jahre sind in dieses Album geflossen.

„Man hört einem Song an, dass es ein In-Flames-Song ist“

Dann war es also keine bewusste Wurzelkunde?

Nein. Mit In Flames haben wir im Grunde nur ein Ziel: Wir wollen besser werden. Bessere Songwriter, bessere Musiker, bessere Menschen. Es ist ja nun mal so: Wir schreiben Songs, mit denen wir für immer leben müssen. Also haben wir keine andere Wahl als alles zu geben. Wer uns nicht mehr mag, kann einfach aufhören, uns zu hören, aber ich muss hinter diesen Songs stehen und sie Nacht für Nacht spielen.

Es kommt also nicht vor, dass ihr im Proberaum mal sagt: „Cooles Riff, klingt aber zu sehr nach Cloud Connected“?

Wir haben unseren Sound, von dem können und wollen wir uns auch gar nicht lösen. Manchmal klingt ein Riff also nach The Jester Race, manchmal nach Reroute To Remain. Man könnte natürlich auch sagen: Manchmal klingen In Flames nach In Flames (lacht). Wir versuchen, uns nicht zu wiederholen, aber auch unsere Gitarren haben nur diese Anzahl an Noten…

Und wie dosiert ihr dann Fortschritt?

Gute Frage. Es ist uns wichtig, uns immer weiterzuentwickeln. Aber wir wollen nie so weit gehen, dass man uns nicht mehr erkennt. Ich denke, das haben wir geschafft. Sicher gab es Änderungen und eine Menge Evolution, aber man darf nicht vergessen, dass wir mittlerweile sehr viele Jahre, sehr viele Tourneen und sehr viele Biere hinter uns haben. Doch unser Sound ist sofort erkennbar. Man hört einem Song an, dass es ein In-Flames-Song ist. Das liegt sicherlich an meiner Stimme, aber auch an der Art und Weise, wie wir Songs schreiben. Das können nur wir so.

„Jede neue Band ist voller Naivität und Aufbruchstimmung“

Wie ist Foregone entstanden?

Wir schreiben weder, wenn wir auf Tour sind, noch alleine für uns. Björn [Gelotte] und ich müssen im selben Raum sein, sonst gibt es keine Magie. Wir zehren voneinander, beflügeln uns gegenseitig. Was sich nie ändern wird: Wir schreiben Alben, keine Singles. Da werden wir für immer alte Schule bleiben.

Du wirst im März 50. Was macht das Älterwerden mit dir?

Es bringt mehr Ruhe. Privat wie musikalisch. Jede neue Band ist voller Naivität und Aufbruchstimmung. Und das ist ja auch das Schöne daran. Deswegen fand ich mein Zuhause in der Heavy-Metal-Szene: Es gab keine Regeln. Doch sobald man dann ein paar Alben veröffentlicht hat, ist plötzlich alles voller Regeln. Fremde sagen dir, was du tun darfst und was nicht und du wirst plötzlich unsicher und weißt nicht mehr, wo du stehst. Das ändert sich mit dem Älterwerden zum Glück wieder. Du wirst dein eigener Kompass und hörst auf deine innere Stimme. Ich mache das seit 1989, da bleibt schon bisschen was hängen.

Was darf man als Band nie verlieren?

Die Leidenschaft. Ich will auf die Bühne geben und das Gefühl haben, dass es auf der ganzen Welt nichts Besseres gibt. Wenn das mal nicht mehr da ist, höre ich auf. Warum sollte ich das sonst auf mich nehmen? Ich war 2022 fast pausenlos auf der ganzen Welt unterwegs…

Was wünschst du dir zum 50. Geburtstag?

Ein Urlaub auf einer einsamen Insel mit meiner Familie, weit weg von euch allen. (lacht)

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Zeitsprung: Am 3.9.2002 wagen In Flames etwas mit „Reroute To Remain“.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 8.2.2013 verliert Axl Rose den Prozess gegen „Guitar Hero III“.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 8.2.2013.

von Christof Leim

2010 verklagte W. Axl Rose die Firma Activision, die das Computerspiel Guitar Hero III auf den Markt gebracht hatte, in dem auch Guns N’ Roses vorkommen. Der Sänger störte sich vor allem daran, dass beim Song Welcome To The Jungle Gitarrist Slash als spielbare Figur auftaucht. Nicht nur das: Sein alter Kollege ziert sogar die Verpackung. Mit seiner Beschwerde kommt Axl allerdings nicht durch…

Hört euch hier die Klassiker von Guns N’ Roses an und lest weiter:

Den Deal damals hatte Axl als Herrscher über das Guns-N’-Roses-Imperium abgesegnet. Dabei vereinbarte er mit der Firma, dass auf keinen Fall sein (damals) ungeliebter Ex-Kollege Slash zu sehen sein darf. Dass zudem einige Songs von dessen neuer Combo Velvet Revolver in der Bonussektion gespielt werden können, störte den Rotschopf ebenso. Nach Meinung von Axl habe die Firma ihn trotz entsprechender Versprechen damit schlicht hintergangen und sei vertragsbrüchig. Als Schadenersatzsumme warf seine anwaltliche Vertretung eine praktische runde Summe in den Ring: 20 Millionen Dollar.

Tauchen beide in Guitar Hero III auf: W. Axl Rose und Slash. Das geht gegen die Abmachung, fand Axl. Credit Foto rechts: Stefan Brending / via Wikimedia Commons.

Die Klage wird abgewiesen

Doch daraus wird nichts: Am 8. Februar 2013, wird die Klage mit Schwung abgewiesen. Hauptgrund: Das Spiel war schon 2007 erschienen, aber Team Axl hat sich drei Jahre Zeit mit der Klageerhebung gelassen – zu lange. Und das, obwohl der Agent des Künstlers schon viel früher eine Beschwerdemail an Activision geschrieben hatte. Rose hatte aber einen guten Grund zu warten, denn die Firma hatte ihm ein eigenes Spiel angeboten. Da wartet man doch gerne. Über die juristischen Details streiten sich in der Folge diverse Anwaltskanzleien.

Ganz schön viel Theater um Daddelei und Rockbands, könnte man meinen. Allerdings geht es um viel Geld und, vielleicht wichtiger, Außenwirkung. Immerhin ist Axl Rose damals mit einer ganz neuen Gunners-Besetzung unterwegs. Glücklicherweise hat sich das aber erledigt: Heute sind er und Slash wieder Freunde und touren höchst erfolgreich um die Welt. Ist auch besser so.

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Zeitsprung: Am 21.7.1985 spielen Guns N’ Roses auf einer Universitätsparty.

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