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Popkultur

Let’s swing it: Wieso an Weihnachten alle Swing hören

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Swing-Musik blubbert wie ein guter Champagner und flirtet wie ein geschickter Dandy. Swing lässt uns automatisch in einen leichten Schritt verfallen und gibt uns das Gefühl, irgendwie mondäner und eleganter zu sein, als wir es tatsächlich sind. Swing nimmt sich nie allzu ernst und stimmt versöhnlich.

Kein Wunder also, dass sich unter vielen Weihnachtsbäumen CDs oder Schallplatten von Swinglegenden wie Duke Ellington, Billie Holiday oder Benny Goodman wiederfinden und dass man sie an den Festtagen auflegt, um erhitzte Familiengemüter friedlich zu stimmen. Was die Gans oder das vegetarische Gulasch nicht schaffen, muss Frank Sinatra richten.

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Hört hier die besten Swing- und Jazzsongs fürs Weihnachtsfest:

Swing entstand in den 1920er und 1930er Jahren in den USA aus dem Jazz heraus, der Musik der Afro-Amerikaner. Wie der Jazz legt Swing großen Wert auf Improvisation, ist jedoch noch rhythmuslastiger und tanzbarer. Gemeinsam mit dem Swing erschienen auch die sogenannten Big Bands auf den Tribünen, die aus 17 oder mehr Musiker*innen bestanden und Instrumente doppelt oder dreifach besetzt hatten. Der charakteristische Klang des Swing wird durch den Offbeat hauptsächlich des Schlagzeugers und seiner Snaredrum sowie durch große Improvisationsfreudigkeit erzeugt. Besonders wichtig sind die Bläser, also Posaunen, Trompeten, Querflöten, Klarinetten und Saxofone.

Leichte Unterhaltung für die Massen

Swing erlebte in den 1940er Jahren seinen Höhepunkt mit den berühmten Big Bands von Benny Goodman und Duke Ellington. Musik- und Tanzkultur kamen durch den Zweiten Weltkrieg jedoch weithin zum Erliegen – die meisten Musiker wurden eingezogen und mussten gegen Deutschland und seine Verbündeten kämpfen. Erst in den 1950er und 1960er Jahren erlebte der Swing ein Revival. Die Menschen sehnten sich nach kurzweiliger Unterhaltung, weshalb diese zweite Welle des Swings auch als easy listening bezeichnet wurde. Anders als zuvor waren die wahren Stars der Show nun Sänger*innen wie Frank Sinatra, Nat King Cole, Judy Garland oder Dean Martin.

Während Jazz auch unter klassischen Kompinisten wie Igor Stravinsky Ansehen genoss, lehnten viele Anhänger*innen der ernsten Musik Swing als „dance craze“ und als leichte Unterhaltung ab und warfen den vielen weißen Musiker*innen vor, die Musik von ihren afroamerikanischen Kolleg*innen geklaut und kommerzialisiert zu haben.

Swing-Revivals und ewige Klassiker

Seit der Swing-Ära gab es viele kleine und größere Comebacks dieser Musikrichtung. Das letzte ist nicht allzu lang her. Überall konnte man noch vor wenigen Jahren das Tanzbein swingen, als die hippe Hafermilch-Cortado-Elite die Musik- und vor allem Tanzrichtung für sich entdeckt hatte. Zahllose Mottoparties feierten die Goldenen Zwanziger und mit ihnen den Swing, der doch so richtig erst in den 1930er Jahren groß wurde. Man konnte es den hippen Großstädter*innen nicht übel nehmen, zu Goodmans Big Band oder Elektroswing-Fusionen wie von Parov Stelar zu wippen und zu hüpfen.

Die meisten Swing-Größen sind auch für ihre Weihnachtshits bekannt, besonders Sinatra, der mehrere Christmas-Alben aufgenommen hat. Die Musikrichtung ist nun mal die leichtfüßige Alternative zum Bach’schen Weihnachtsoratorium und klingt so, dass niemand all zu genervt sein kann.

Swing ist witzig, sexy und macht fröhlich. Wer selbst ein paar Pirouetten drehen will, zum Beispiel, um die Gans demnächst schneller zu verdauen, der oder die führe sich das Video im Text zu Gemüte. Doch wie immer sehen die akrobatischen Künste der Tanzpaare einfacher aus als sie es sind, Nachahmung in direkter Nähe des Weihnachtsbaums ist nicht zu empfehlen.

10 wirklich gute Weihnachtssongs, die nicht nerven

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