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Popkultur

Zeitsprung: Am 13.4.1979 brillieren Thin Lizzy mit „Black Rose: A Rock Legend“

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 13.4.1979.

von Christof Leim

Es ist das letzte klassische Thin Lizzy-Album, und das einzige mit Gary Moore: Black Rose erscheint am 13. April 1979 und bietet brillante Doppelgitarren, herrliche Songs und hochgeschmackvolle Rockmusik. Muss man gehört haben. Ehrlich. Das hier ist die Geschichte der Platte.

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Hört hier in Black Rose rein:


Es war ein langer Weg nach oben für die irische Band um Phil Lynott. Doch als sich Mitte der Siebziger endlich der Erfolg einstellt mit Alben wie Jailbreak (1976) und Live & Dangerous (1978), kommen auch die Probleme: Streitereien, zu viel Arbeit, zu viele Drogen. So spielt Gitarrist Brian Robertson zu Zeiten von Bad Reputation (1977) für eine Weile nur als Gastmusiker mit, im Sommer 1978 ist er endgültig raus, weil seine Sauferei und die Streitereien mit Chef Lynott überhand nehmen. Den freien Posten besetzen Thin Lizzy mit einem alten Freund: Meistergitarrist Gary Moore. Der hatte bereits mehrfach ausgeholfen und sich unter anderem 1974 an den Sessions zu Nightlife beteiligt (das Solo in Still In Love With You – herrlich!). Auch bei der legendären 1977er-US-Tour mit Queen sprang er kurzzeitig ein. Jetzt gehört er zum ersten Mal lange genug zur Band, um auch ein Album einzuspielen.

Lynott und Moore kennen sich seit Teenagertagen, als Musiker verstehen sie sich großartig. Zusammen schreiben die beiden drei der neun Songs des kommenden Albums. Auch mit Gitarrist Scott Gorham bildet der „Neue“ ein großartiges Team. Hart arbeiten sie an den zweistimmigen Melodien, die längst zum Markenzeichen von Thin Lizzy geworden sind – und das hört man. Moores feurigere Flitzefingerei verbindet sich dabei bestens mit dem zurückhaltenden, stilvollen Spiel von Gorham. Was die beiden an ihren zwölf Saiten produzieren, sorgt bei Freunden kompetenter Rockgitarre heute noch für seliges Grinsen. Bei den Backingvocals tönt Moore ebenfalls deutlich durch.

Thin Lizzy auf dem Tourprogramm von 1979 – von links: Brian Downey, Gary Moore, Phil Lynott (sitzend) und Scott Gorham

Wirklich rund läuft die Entstehung des Albums jedoch nicht. So beschäftigen sich die Musiker während dieser Zeit mit allerhand Nebenbaustellen: Lynott startet eine Punkband namens The Greedy Bastards mit Leuten von den Sex Pistols und schiebt ein erstes Album unter eigenem Namen an (Solo In Soho erscheint 1980), während Moore erst im September 1978 das Album Back On The Streets herausgebracht hat. Bei diesen Projekten überschneidet sich die Mannschaftsaufstellung öfter mal, so dass nicht immer klar ist, für welche Veröffentlichung wer gerade komponiert oder aufnimmt und wo ein Song schließlich landen wird.

Vor allem aber liegen die von Dezember 1978 bis Februar 1979 hauptsächlich in Paris stattfindenden Aufnahmen in der wildesten Drogenzeit von Gorham und Lynott, die dem Heroin anheim gefallen sind. Keine gute Idee. Die beiden lassen es durchgehend krachen, was die Sessions unter der Aufsicht von Tony Visconti (zuletzt beim sagenhaften Konzertmitschnitt Live And Dangerous am Start) nicht gerade beschleunigt. Schlagzeuger Brian Downey gefällt das gar nicht, aber er beißt die Zähne zusammen und zieht durch; Gary Moore hat mit Drogen ebenfalls nichts am Hut.

Nichtsdestotrotz zimmern die vier ein hervorragendes Album auf Band, das fest im klassischen Rock der Siebziger verhaftet ist und sich dabei als erstaunlich eingängig und griffig erweist. Wie gewohnt stammen alle Tracks mindestens zum Teil von Lynott, an zweien schreibt Gorham mit, Downey bei einem, und der alte Kumpel und spätere Lizzy-Gitarrist Midge Ure von Ultravox an einem weiteren. 



Los geht es in Do Anything You Want To Do mit einem markanten Trommelrhythmus und infektiösen Doppelgitarren. Im Text haut uns Lynott die Alliterationen nur so um die Ohren und zieht ganze Verse konsequent, aber sinnhaft auf einem Reim durch: „investigate“, „insinuate“, „intimidate“, „complicate“, „hesitate“. Muss man auch erstmal können. Am Ende gibt er sogar noch eine kurze Elvis-Einlage. Do Anything You Want To Do erhält einen Videoclip und wird als zweite Single veröffentlicht. Toughest Street In Town bietet dann klassischen Lizzy-Hard Rock mit Straßenkampf-Pathos und einem Mitsingchorus, in S & M wird es sogar funky. 

Mit Waiting For An Alibi schließlich setzen sich Thin Lizzy ein kleines Denkmal: Gorham und Moore spielen hier vielleicht die tollsten Harmoniegitarren-Melodien der Bandgeschichte mit einem gülden strahlenden Sahnevibrato, Lynott erzählt dazu eine dramatische Geschichte von Valentino, dem Zocker, bevor der Refrain sich hartnäckig im Kleinhirn festsetzt. Klassiker! Folgerichtig erscheint Waiting For An Alibi sechs Wochen vor dem Album als erste Single.



Aus dem Rahmen fällt Sarah, eine wunderschöne kleine Ballade, die Bassist und Sänger Lynott für seine neugeborene Tochter singt. Es handelt sich um eine andere Nummer als das Sarah der zweiten Lizzy-Platte Shades Of A Blue Orphanage von 1972; hier geht’s nämlich um Phils Großmutter. Moore erzählt später, die Nummer sei auf einer Akustikgitarre mit Hilfe eines Drumcomputers entstanden und vermutlich für Phils Soloalbum gedacht gewesen. Deshalb spielen auch nur die beiden auf der in der London entstandenen Aufnahme, unterstützt vom alten Tourkumpel Huey Lewis und Drummer Mark Nauseef (der im Sommer zuvor den kranken Brian Downey bei einer Australien-Tour ersetzt hatte). Wir dürfen annehmen, dass die Nummer deshalb auf Black Rose landet, weil den Herrschaften schlicht ein Song fehlt. Sarah erscheint ebenfalls als Single.



In Got To Give It Up singt der Chef dann erschreckend deutlich über (seinen) Drogenkonsum, was der Nummer retrospektiv eine düstere Note gibt. (Hätte er sich nur selbst an den Vorsatz aus dem Titel gehalten: Lynott stirbt am 4. Januar 1986 mit nur 36 Jahren.) Der nächste Song der Platte, Get Out Of Here, wirkt da schon fröhlicher, ein flotter, mitreißender Rocker in bester Lizzy-Manier. Mit dem schönen With Love folgt ein erneuter Schlenker in Popgefilde, der bestens auf Lynotts späteres Solowerk gepasst hätte. Den Bass spielt hier Jimmy Bain von Rainbow, Huey Lewis die Mundharmonika.



Das zweite Song-Denkmal errichtet das Quartett mit dem abschließenden Róisín Dubh (Black Rose): A Rock Legend, das tief in die irischen und keltischen Wurzeln von Thin Lizzy eintaucht. Hierfür arrangieren Lynott und Moore die Traditionals Shenandoah, Danny Boy und The Mason’s Apron sowie das Stück Will You Go Lassie Go von Francis McPeake in einen eigenen Rocksong hinein, und der Chef erzählt Heldengeschichten und Sagen von der grünen Insel. Ikonisch.

Auf der 2011 erschienen Deluxeversion des Werkes finden sich weitere Schätzchen, darunter eine B-Seite namens Just The Two Of Us, das unveröffentlichte Rockula (Rock Your Love) und die von Phil und Gary gesungene langsame Bluesversion von Don’t Believe A Word im Originalarrangement, wie wir sie später auf dem Konzertmitschnitt Life (1983) hören. Eine eigene Version hatte Moore bereits auf Back On The Streets veröffentlicht.

Black Rose: A Rock Legend erscheint am 13. April 1979 mit einem Artwork von Dauerkollaborateur Jim Fitzpatrick, der unter anderem bereits Jailbreak und Johnny The Fox (1976) gestaltet hatte. Es heißt, die Rosen-Tätowierung auf dem rechten Arm von Axl Rose sei von diesem Cover inspiriert. Die Kundschaft zeigt sich begeistert: Mit ihrem neuen Album erreichen Thin Lizzy Platz zwei in Großbritannien und damit ihre höchste Platzierung, in den USA immerhin Rang 81. Auch alle Singles verkaufen sich hervorragend.

Selbstredend begeben sich die vier Rocker umgehend auf die Straße, doch bereits im Sommer kracht es wieder im Gebälk: Am 4. Juli 1979 verlässt Gary Moore die Band abrupt und ohne Ankündigung während der laufenden US-Tour mit Journey, weil ihm insbesondere die Drogeneskapaden auf den Geist gehen. Ein paar Abende spielen Thin Lizzy als Trio, bevor Midge Ure einfliegt und die Konzertreise rettet. Ruhe kehrt im Line-up damit jedoch nicht ein: Auf Chinatown (1980) spielt bereits Snowy White, auf dem finalen Album Thunder And Lightning (1983) John Sykes.

Bei Black Rose handelt es sich um die letzte klassische Thin Lizzy-Platte; in den folgenden Jahren verliert die Band trotz prinzipiell guter Scheiben an stilistischem Fokus und kompositorischer Treffsicherheit. Das Album mag, wie Scott Gorham es ausdrückt, den„Beginn des Untergangs“ einer großartigen Band markieren, doch ohne Frage bleibt Black Rose ein Meisterwerk.

Aus dem Artwork von “Black Rose”: Dieses Line-up spielte nur einmal ein ganzes Album ein


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Zeitsprung: Am 16.4.1984 erscheint „Slide It In“ von Whitesnake — zum zweiten Mal.

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Zeitsprung: Am 25.5.1982 spielen Metallica in einer Schule.

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Metallica High School

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 25.5.1982."

von Christof Leim

Am Anfang einer Weltkarriere muss man die Gigs nehmen, die man kriegen kann. Alle Dorfmetaller, Rockstar-Azubis und hoffnungsvollen Nachwuchs-Headbanger unter uns kennen das. Den Thrash-Giganten Metallica ging das 1982 nicht anders…

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Hört hier das Metallica-Debüt Kill ‘Em All:


Eigentlich läuft es bei Metallica ziemlich schnell: Im Oktober 1981 geht’s los, Lars Ulrich und James Hetfield treffen sich. Am 14. März 1982 spielen sie schon ihre erste Show in einem Laden namens Radio City in Anaheim; da sind bereits 200 Leute am Start. Knapp zwei Wochen später dürfen sie als komplett unbekannte Krachkapelle sogar zwei Konzerte für die NWoBHM-Legenden Saxon im legendären Whisky-A-Go-Go in Hollywood eröffnen.



Doch noch müssen die Stadien, Arenen und Enormodomes noch ein bisschen warten: Ihr fünftes Konzert passiert in der Cafeteria(!) der Back Bay High School im kalifornischen Costa Mesa, der Schule von Trommler Lars Ulrich. Man darf sich fragen, wie unsere Helden auf die Idee gekommen, denn gut läuft das nicht: Zum einen geschieht der Auftritt tagsüber, um 11:15 Uhr während der Mittagspause der Schüler. Zum anderen rocken Ulrich, Frontmann James Hetfield, Leadgitarrist Dave Mustaine und Bassist Ron McGovney in der Kulisse eines Schultheaterstücks, das im Inneren eines Hauses spielt: “Ich stand bei der Eingangstür”, twittert McGovney später, “James und Lars im Wohnzimmer, und Dave in der Küche!”



Lars notiert damals in seinem Metallica-Tagebuch, dass von anfänglich 200 Zuschauern nur 40 übrig bleiben. “Den Tag kann man komplett vergessen”, urteilt er weiter. “Scheiße gespielt, scheiße angekommen, scheiße geklungen. Wirklich fürchterlich.”




Das klingt alles nicht gut, zumal „Schulcafeteria“ mehr nach Diktat, Pausenbrot und Doppelstunde Mathe klingt als nach Sex, Drogen und Rock’n’Roll. Aber immerhin stehen schon fünf zukünftige Metalliklassiker auf der Setlist: Hit The Lights, Jump In The Fire, Metal Militia, The Mechanix (das zukünftige The Four Horsemen) und als Livepremiere Motorbreath. (Bei der ersten Show hatte es erst zwei eigene Stücke gegeben; die Jungs waren damals also echt schnell.)

Poster für das Schulkonzert, ausgestellt im Metalli-Museum während der Europatour 2017 – Pic: Christof Leim

Daneben spielen unsere junge Helden ausgesuchte NWoBHM-Cover, die 1982 in Kalifornien nur eingeweihte Headbanger kennen: Blitzkrieg von Blitzkrieg, Killing Time von Sweet Savage, Let It Loose von Savage und zwei Nummern von Lars’ Lieblingen Diamond Head: The Prince und Am I Evil?. (Nachlesen könnt ihr die Setlist hochoffiziell auf der Metallica-Homepage.)

Eine besondere Bedeutung kommt diesem Gig jedoch wegen eines anderen Details zu: Ihre ersten Gigs hatten Metallica mit nur einem Gitarristen (Mustaine) bestritten, während Hetfield lediglich gesungen hat. Bei vierten Gig am am 23. April in Costa Mesa übernimmt einmalig ein Herr namens Brad Parker die zweite Gitarre, doch das funktioniert so gar nicht. Auf der Back Bay High School an diesem 25. Mai 1982 spielt Hetfield dann zum ersten Mal auf der Bühne ebenfalls Gitarre – und einer der erfolgreichsten Metal-Frontmänner ist in seinem Element angekommen.

Danach geht es weiter Schlag auf Schlag: Ron McGovney wird durch Cliff Burton ersetzt, die Band zieht nach San Francisco, nimmt eine Reihe an Demos auf, die den weltweiten Tapetrading-Untergrund aufmischen, darunter das so genannte Megaforce Demo, das ihnen den Plattenvertrag beschert. Ein gutes Jahr nach dem Auftritt in der Schule erscheint schon Kill ‘Em All

Zeitsprung: Am 8.12.2013 spielen Metallica in der Antarktis.

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Popkultur

Zum Start der Open-Air-Saison: Die 10 ikonischsten Festivalauftritte aller Zeiten

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FREDDIE MERCURY
Titelfoto: Steve Rapport/Getty Images

David Bowie um fünf Uhr morgens, Kurt Cobain im Rollstuhl, Bob Dylan elektrisch: Diese zehn Festivalgigs haben Musikgeschichte geschrieben. Und stimmen ein auf die erste Freiluftsaison seit 2019.

von Björn Springorum

1. Bob Dylan – Newport Folk Festival, 1965

„Judas!“ Viel mehr muss man zu Dylans berüchtigtem Auftritt beim Newport Folk Festival 1965 nicht sagen. Er wagt es doch tatsächlich, eine elektrische Gitarre zu spielen. Skandal, Zeter und Mordio! Unnötig zu erwähnen, dass sein Auftritt brillant und seine Attitüde schon damals bewundernswert renitent ist.

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2. Jimi Hendrix – Monterey, 1967

Alles beginnt 1967 in Monterey. Es ist eines der ersten Rock-Festivals überhaupt (schlanke zwei Jahre vor Woodstock), es ist das erste große Konzert der Jimi Hendrix Experience in den USA und es ist das Epizentrum des Summer of Love. Am 18. Juni 1967 will das 24-jährige Wunderkind Hendrix, diese Mischung aus Feuerpriester, Sexgott und Jahrtausendkünstler, beweisen, ws in ihm steckt – und zündet während des Gigs einfach mal seine Gitarre an . Seine Anbetung der Flammen sieht nicht nur verdammt eindrucksvoll aus, sie hat auch einen PR-Zweck: Clever übertrumpft er damit The Who, die anschließend spielen und zum Finale natürlich wieder ihre Gitarre zerdeppern.

3. The Who – Woodstock, 1969

Müßig eigentlich, eine einzelne Performance aus diesem schlammigen, lysergischen, chaotischen Fieberwahn herauszulösen. Weil man aber so gut wie immer Hendrix und seinen verzerrten Abgesang auf die Nationalhymne heranzieht, entscheiden wir uns heute mal für The Who, die am Morgen des 17. August 1969 um halb sechs auf die Bühne gehen. Egal, Zeit und Raum waren da längst abgeschafft. Die wilde, sehr körperliche, laute und aggressive Show von The Who resultiert aus der schlechten Stimmung der Band. Die bekommt Aktivist Abbie Hoffman zu spüren, der sich erst Pete Townshends Mikro schnappt und dann von Townsheds Gitarre von der Bühne geprügelt wird. Randnotiz: Für ein Festival des Friedens gab es für die Nummer unpassend viel Applaus. Als The Who von der Bühne gehen, lassen sie eine zerstörte Gitarre und dröhnendes Bass-Feedback zurück. The Who – immer schon wilder und gefährlicher als alle anderen.

4. Led Zeppelin – Bath, 1970

Am Sonntag, den 28. Juni 1970, machen Led Zeppelin der Rock’n’Roll-Welt klar, dass es keine Grenzen für sie gibt. In nur zwölf Monaten wurden sie von einer moderat bekannten Rockband zu Göttern. 150.000 Menschen kamen in die englische Küstenstadt, überwiegend wegen Led Zep. Die nutzen ihre Headliner-Position für ein langes Set, mit dem sie ihrer Heimat ihren Superstar-Status mal gehörig unter die Nase reiben wollen. Und das mit Gusto, Bravado und Grandezza tun.

5. David Bowie – Glastonbury, 1971

Manchmal lohnt es sich, sehr lang wach zu bleiben. Oder sehr früh aufzustehen. Bei David Bowies Glastonbury-Stunt 1971 waren das gerade mal 12.000 Menschen. Die aber kommen am 23. Juni 1971 um fünf Uhr morgens in den Genuss eines einzigartigen Akustik-Sets, bei dem Bowie nach dem Erfolg von Space Oddity seine Wandlungsfähigkeit mal so richtig aufblitzen lässt und Songs wie Oh! You Pretty Things in Unplugged-Versionen spielt.

6. Queen – Live Aid, 1985

Man kann darüber streiten, ob U2s improvisierter Auftritt oder Queens straffes, ökonomisches Medley der eigentliche Höhepunkt des megalomanischen Benefiz-Spektakels Live Aid ist. Fakt ist: Queens 20 Minuten haben die größere Signalwirkung. Die Band hat sich wieder zusammengerauft, Mercurys Stimme überstrahlt alles und Bohemian Rhapsody ist einer dieser Musikmomente für die Ewigkeit.

7. Nirvana – Reading, 1992

1992 werden Nirvana von der Wirklichkeit eingeholt. Der Grunge-Traum wird zum Albtraum, eine aus Rebellion und Antithese gestartete Bewegung wird vom Mainstream ausgeschlachtet – Boulevardpresse inklusive, die Kurt Cobain 1992 als abgehalfterten Junkie darstellen. Cobain reagiert mit gewohnt zynischem Gespür für eine Situation und lässt sich in einem Rollstuhl auf die Bühne schieben. Die Show danach geht in die Annalen ein – anarchisch, kraftvoll, versengend.

8. Manic Street Preachers – Reading, 1994

1994 treten die Manic Street Preachers ohne ihren Gitarristen Richey Edwards auf. Der befindet sich nach einem Selbstmordversuch damals im Krankenhaus, die Band zieht eine der größten Shows ihrer Karriere als Trio durch und legt sich mächtig ins Zeug. Es ist nur der Anfang der Tragödie rund um Edwards: Am 1. Februar 1995, einen Tag vor ihrer USA-Tournee, verschwindet er spurlos. Mehrfach wollen ihn Menschen gesehen haben – auf Goa, Fuerteventura. Doch er taucht nie wieder auf und wird 2008 offiziell für tot erklärt. Wenige Monate zuvor stehen die Manic Street Preachers wieder in Reading auf der Bühne – und widmen ihm ihr Set.

9. Oasis – Glastonbury, 1994

Ihr Triumph von 1994 zeigt, wie schön es gewesen wäre, wenn Oasis ihre Egos im Griff gehabt hätten. Ihre bis dato größte Show ist das Ereignis, das sie zu überlebensgroßen Rockstars macht – mit allen Konsequenzen. Es ist aber auch die Show, die zeigt, wie es dazu kommen konnte: Die Band ist nicht gut, sondern genial, alles passt, hier wird spürbar Geschichte geschrieben.

10. Amy Winehouse – Glastonbury, 2004

Im verregneten Sommer 2004 ist Amy Winehouse noch einen Quantensprung von dem zerstörerischen Ruhm entfernt, der sich ab Back To Black aus der Spur bringen und letztendlich vernichten wird Ein halbes Jahr zuvor war ihr Debüt Frank erschienen, ein vielbeachtetes Werk zwischen Soul, Pop und Jazz, das bei ihrem Glastonbury-Debüt 2004 schon viele Freunde hatte. Die standen im Matsch und sahen eine junge, fröhliche, zufriedene Amy Winehouse, die sang als gäbe es nichts natürlicheres auf der Welt. Das tat sie drei Jahre später auch noch. Nur die Fröhlichkeit, die war dann schon verschwunden.

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Zeitsprung: Am 18.8.1969 beendet Jimi Hendrix das legendäre Woodstock Festival.

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Der Boss kommt: Bruce Springsteen spielt drei Deutschlandkonzerte!

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Bruce Springsteen
Foto: Jamie Squire/Getty Images

2023 wird ein guter Sommer: Bruce Springsteen & The E Street Band kommen nächstes Jahr im Juni und Juli für drei Open-Air-Shows nach Deutschland. Freuen können sich Düsseldorf, Hamburg und München.

von Björn Springorum

Es sind die ersten Live-Dates von Bruce Springsteen und seiner E Street Band seit Abschluss der „The River“-Tour von 2016, mit der er in München und Berlin Halt machte: Für den Sommer 2023 haben der Boss und seine Kollegen jetzt eine endlich mal wieder eine ordentliche Europatour angekündigt. Und zu feiern gibt es viel: Seit ihrer letzte Reise durch die Alte Welt sind mit Western Stars und Letter To You bereits zwei neue, ganz hervorragende Springsteen-Platten erschienen.

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„Ich kann es kaum erwarten, die Bühne mit der legendären E Street Band zu teilen“

Hier die genauen Daten für Deutschland:

21.06.2023 Düsseldorf, Merkur Spiel Arena

15.07.2023 Hamburg, Volksparkstadion

23.07.2023 München, Olympiastadion

Im deutschsprachigen Ausland kommen zudem Zürich (13. Juni) und wien (18. Juli) in den Genuss einer Audienz beim Boss. Der Vorverkauf für alle Shows startet am 3. Juni 2022, um zehn Uhr morgens. Springsteen selbst kommentiert diese frohe Kunde wie folgt: „Nach sechs Jahren freue ich mich, endlich wieder unseren großartigen und loyalen Fans zu begegnen. Ich kann es kaum erwarten, die Bühne mit der legendären E Street Band zu teilen. Wir sehen euch da draußen im nächsten Sommer und darüber hinaus!“

Die aktuell E-Street-Band-Besetzung liest sich derzeit wie folgt: Roy Bittan (Piano, Synthesizer) Nils Lofgren (Gitarre), Patti Scialfa (Gitarre, Gesang), Garry Tallent (Bass), Stevie Van Zandt (Gítarre, Gesang), Max Weinberg (Drums), Soozie Tyrell (Violine, Gitarre, Gesang), Jake Clemons (Saxophon) und Charlie Giordano (Keyboards).

Allgemeiner Vorverkaufsstart:

Fr., 03.06.2022, 10:00 Uhr

www.livenation.de/artist-bruce-springsteen-and-the-e-street-band-1975

www.ticketmaster.de

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Zeitsprung: Am 3.5.1984 erscheint „Dancing In The Dark“ von Bruce Springsteen.

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