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Popkultur

Zeitsprung: Am 11.1.1985 startet Rock in Rio, eines der größten Festivals aller Zeiten

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 11.1.1985.

von Christof Leim

Was da am 11. Januar 1985 in Rio de Janeiro losgeht, sprengt einige Superlative in der Musikgeschichte: Das erste Rock In Rio-Festival läuft über zehn Tage und zieht 1,38 Millionen Besucher an. Die Zahlen der Fernsehübertragung sind noch atemberaubender…

Hört euch hier einen Auszug aus dem Rock in Rio-Programm an und lest weiter:

Konzert mit politischer Message

Die Megaveranstaltung ist das Werk des brasilianischen Unternehmers Roberto Medina, der damit auch eine politische Aussage trifft: Zum ersten Mal seit 20 Jahren finden in diesem Januar 1985 in Brasilien nach Dekaden einer Militärdiktaur demokratische Wahlen statt. Für viele junge Menschen des Landes dreht sich Rock in Rio nicht nur um tolle Musik und eine große Sause, hier klingt für für viele tatsächlich der Sound der Freiheit. Für die Shows wird eigens die „City of Rock“ gebaut, ein riesiges Veranstaltungsareal mit 250,000 m² Fläche, einer 80 Meter breiten Bühne und moderner Licht- und Soundanalage.


Quelle: www.rockinrio.com

Viele Stars

Auf dem Programm stehen neben inländischen Größen wie Rita Lee und Gilberto Gil viele internationale Stars aus der ersten Liga: Queen, AC/DC, Rod Stewart, Ozzy Osbourne, die Scorpions, James Taylor und Whitesnake (als Ersatz für Def Leppard, deren Drummer Rick Allen gerade seinen Arm verloren hat). Sogar die Nina Hagen Band ist dabei.

Pro Abend sehen um die 350.000 Fans zu. Zum Vergleich: Rock am Ring hat 87.000 Gäste, das Wacken Open Air 75.000. Die Headliner spielen dabei alle zweimal. Die beiden Queen-Shows werden live in über 60 Länder übertragen und jeweils von fast 200 Millionen (!) Menschen angeguckt. Solche Massen sind selbst für Legenden und Berufsrockstars eine ziemliche Ansage. Man muss sich nur mal zu Gemüte führen, wie das Publikum bei Love Of My Life von Queen mitsingt. Gänsehautalarm!

So metal

Iron Maiden befinden damals gerade auf der massiv erfolgreichen und gefühlt endlosen World Slavery Tour, die sie für eine Show unterbrechen. Während der Nummer Revelations haut sich Sänger Bruce Dickinson versehentlich eine Gitarre an den Kopf und blutet für die nächsten Songs recht heftig aus einer Wunde an der Augenbraue – vor laufenden Kameras. Das ist natürlich sehr Metal! In der offiziellen Doku The History Of Iron Maiden gibt es einen schönen Bericht darüber.

McDonald’s kommen nach Rock in Rio sogar ins Guinness-Buch der Rekorde: An einem der Veranstaltungstage verkaufen sie ganze 58.000 Burger. Außerdem gehen in diesen anderthalb Wochen 500.000 Pizzastücke über die Tresen, runtergespült mit 1,6 Millionen Litern an Getränken in 4 Millionen Plastikbechern. Wir sagen ja: Das Ding war groß!

Im Laufe der Jahre findet Rock in Rio mehr oder minder regelmäßig statt, zum Teil verwirrenderweise unter gleichem Namen in Lissabon, Madrid und Las Vegas. Damit gehört die Sause zu größten Festivalreihen der Welt.

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