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Popkultur

Zeitsprung: Am 18.7.1993 ziehen Rage Against The Machine blank

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 18.7.1993.

von Christof Leim


Manchmal geht Protest auch nach hinten los: Im Sommer 1993 reisen Rage Against The Machine mit der Lollapalooza-Tour durch die USA. Damals gibt es noch die „Parental Advisory“-Aufkleber auf Platten, die 1985 vom PMRC eingeführt wurden wegen schlimmer Wörter in Rock- und Rap-Songs, so wie „Pippikackearsch“ und „Fuck“. Tatsächlich wollte der Verein Lieder über Sex, Satan und Suchtmittel nicht explizit verbieten, was oft übersehen wird, aber doch von empfindlichen Kinderohren fernhalten. (Die Hintergründe könnt ihr in unserem Zeitsprung vom 13. Mai nachlesen. Viele Künstler halten das durchaus verständlich trotzdem für eine Form von Zensur.


Um dagegen zu protestieren, stellen sich Rage Against The Machine am 18. Juli 1993 in Philadelphia splitterfasernackt auf die Bühne, mit zugeklebten Mündern und den Buchstaben PMRC auf der Brust. Als Hingucker funktioniert das natürlich hervorragend. Die Fans applaudieren, werden aber nach zehn Minuten doch ungeduldig. Irgendwann geht der Meute auf, dass die Band tatsächlich nicht vorhat, auch nur eine einzige Note zu spielen. Also fliegen irgendwann Flaschen, und die Polizei holt die Musiker von der Bühne. Das Konzert: vorbei.


Rage Against The Machine haben mit dieser Aktion ihre berechtigte Meinung kundgetan und ein medienwirksames Zeichen gesetzt. Allerdings haben sie damit ebenso den Fans das Konzert vorenthalten, auf das sie gewartet haben. Das ist natürlich… idiotisch. Man sollte schon wissen, wer der Feind ist.


Ob die Band die Aktion als ein Höhepunkt ihrer Geschichte begreift, wissen wir nicht. Loudwire zählen die Sache aber zu Recht zu ihren „10 Unforgettable Rage Against the Machine Moments“.


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