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Popkultur

Zeitsprung: Am 26.4.1974 erscheint „Sweet Fanny Adams“ von The Sweet.

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Sweet Fanny Adams

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 26.4.1974.

von Christof Leim und Timon Menge

The Sweet kennt man vor allem für den radiotauglichen Glam Rock aus den Federn des Songschreiberduos Mike Chapman und Nicky Chinn. Dass die Gruppe auch härter kann, stellt sie am 26. April 1974 mit ihrem zweiten Album Sweet Fanny Adams unter Beweis.


Hört hier in Sweet Fanny Adams rein:

Klickt auf „Listen“ für das gesamte Album.

1974 haben The Sweet ihren kommerziellen Zenit bereits hinter sich. Zwar konnte das Debüt Funny Funny How Sweet Co-Co Can Be (1971) noch nicht so recht begeistern, doch ab 1972 legen die Briten eine Chartstürmer-Single nach der anderen vor: Little Willy, Wig-Wam Bam, Block Buster!, Hell Raiser, The Ballroom Blitz und Teenage Rampage werden zu Hits. Nach dem großen Erfolg entstehen allerdings Probleme: Die Musiker stören sich an ihrem „Bubblegum“-Image und trennen sich von Mike Chapman und Nicky Chinn, dem Songschreiberduo, das beinahe alle großen Hits für The Sweet geschrieben hat (und sogar für Suzi Quatro, Mud sowie Smokie komponiert). Statt weiterhin Popsongs von der Stange zu veröffentlichen, möchten sich The Sweet mit Sweet Fanny Adams ihrer härteren Seite widmen, die schon vorher nur in Form einiger B-Seiten zu hören ist.



Gleich zu Beginn der Platte stellen die Briten mit Set Me Free klar, dass sie nicht nur Glitzerkostüme und Popsongs können: Trommler Mick Tucker zerlegt beinahe sein Schlagzeug, Bassist Steve Priest liefert das erdige Fundament, Andy Scott schießt mit messerscharfen Riffs um sich, und Sänger Brian Conolly beweist, dass seine Stimme deutlich mehr hergibt als leicht verdauliche Melodien für die Hitparaden. Wer sich für die Ursprünge der New Wave Of British Heavy Metal interessiert, findet hier einen Teil der Wurzel. Bei Heartbreak Today schimmert mehr als deutlich der Glam der Briten durch. Die Theatralik, die The Sweet hier an den Tag legen, wird man später unter anderem bei Freddie Mercury und Queen wiederfinden. Songs wie Rebel Rouser, die Single Peppermint Twist sowie der Quasi-Titeltrack Sweet F.A. wissen ebenfalls zu überzeugen.



Zwar verirren sich mit No You Don’t und AC-DC auch noch einmal zwei Stücke von Chapman und Chinn auf die Platte, allerdings zu den Bedingungen der Musiker. So klingt vor allem ersterer härter als alles, was die Songschreiber vorher je zu Papier gebracht haben; beide Nummern fügen sich wunderbar in das restliche Album ein und runden das Gesamtpaket zu einer vielschichtigen Visitenkarte ab, die bis heute für das steht, was The Sweet eigentlich waren: eine kreative und facettenreiche (Hard-)Rock-Band. So schreibt auch Gitarrist Andy Scott 2004 in den Liner-Notes einer Neuauflage: „Sweet Fanny Adams gilt unter den Fans als unser erstes richtiges Album. Wenn man sich unser Gesamtwerk heute anschaut, wird man feststellen, dass die Band damals auf ihrem kreativen Höhepunkt war — voller Energie, Humor und sozialkritischer Äußerungen.“

The Sweet von links nach rechts: Mick Tucker (Schlagzeug), Steve Priest (Bass), Brian Conolly (Gesang) und Andy Scott (Gitarre).


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