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Popkultur

Zeitsprung: Am 29.5.1949 kommt Francis Rossi von Status Quo zur Welt.

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Rossi

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 29.5.1949.

von Timon Menge und Christof Leim

Schwarze Weste, blaue Jeans, weiße Turnschuhe, der markante Ohrring und einer der legendärsten Zöpfe der Musikgeschichte: Francis Rossi von Status Quo zählt nicht nur optisch zu den stilsicheren Größen des Rockolymp. Am 29. Mai feiert er Geburtstag. Werfen wir einen Blick auf sein wildes Leben und darauf, was man mit drei Akkorden alles erreichen kann.


Hört euch hier die besten Status-Quo-Songs an:


Die exzessive Reise dieses Rockstars beginnt am 29. Mai 1949 im Londoner Stadtbezirk Forest Hill. Unter der Fürsorge seiner Eltern, seiner Großmutter und zahlreicher Tanten und Onkels wächst Francis Dominic Nicholas Michael Rossi streng katholisch auf. Als er im Fernsehen die Everly Brothers sieht, beschließt er, seinen Lebensunterhalt ebenfalls als Musiker zu bestreiten – und wünscht sich zu Weihnachten seine erste Gitarre.

In der High School lernt Rossi den Bassisten Alan Lancaster kennen; gemeinsam mit Schlagzeuger Alan Key und Keyboarder Jess Jaworski gründen die beiden The Scorpions. Später übernimmt John Coghlan die Trommelstöcke und die Gruppe benennt sich in The Spectres um. 1965 spielt die Band in einer Ferienanlage, wo Rossi einen Mann kennenlernt, der ihn viele Jahre begleiten wird: Rick Parfitt.

Francis Rossi, Rick Parfitt und Alan Lancaster 1978 (v.l.) – Pic: Dhphoto/Wiki Commons

Nach einem kurzen Umweg über den Namen Traffic Jam verpassen sich die Musiker schließlich die Bezeichnung, die wir alle kennen: The Status Quo bzw. später einfach Status Quo. Von 1968 bis 1983 veröffentlichen sie jedes Jahr ein Album, die restlichen 16 Platten erscheinen in etwas gelösteren zeitlichen Abständen. Der Inhalt: Drei-Akkorde-Rock in Perfektion. 2007 bringen Rossi und Co. sogar ein Werk mit dem selbstironischen Titel In Search Of The Fourth Cord auf den Markt. Insgesamt verkaufen Status Quo mehr als 120 Millionen Platten, mit Abstand die meisten davon in Großbritannien.

Ein aktuelles Soloalbum aus dem Hause Rossi, gemeinsam mit Sängerin Hannah Rickard: „We Talk Too Much“

Über die Studioalben hinaus widmen sich Rossi und Status Quo immer wieder auch anderen Projekten, ob der Beteiligung an der Band-Aid-Single Do They Know It’s Christmas?, der Eröffnung der legendären Live-Aid-Show oder der Abenteuerkomödie Bula Quo! (2013). Auch solo verfolgt Rossi andere Ideen. So veröffentlicht er zum Beispiel die zwei Platten King Of The Doghouse (1996), One Step At A Time (2010) sowie neuerdings sogar einen Country-Ausflug namens We Talk Too Much (2019) mit Sängerin Hannah Rickard.

Status Quo Mitte der Achtziger: Andy Bown (Keyboard), Pete Kircher (Schlagzeug), Francis Rossi (Gesang, Gitarre), Alan Lancaster (Bass), Rick Parfitt (Gesang, Gitarre)

In der Vergangenheit immer wieder ein Problem: Rossis massiver Alkohol- und Drogenkonsum. Heute bleibt er zum Glück sauber, doch vor allem während der Achtziger geben er und Quo-Gitarrist Rick Parfitt Vollgas. Laut eigenen Angaben hat Rossi allein in jenem Jahrzehnt 1,7 Millionen Britische Pfund für Kokain ausgegeben. Körperlich bezahlt er die Sucht mit seiner Nasenscheidewand; die gibt es nämlich nicht mehr. Kollege Parfitt erleidet zu Lebzeiten insgesamt vier Herzinfarkte, am 24. Dezember 2016 erliegt er einer schweren Infektion in Folge einer Schulterverletzung.



Noch immer zählen Rossi und seine Hauptband Status Quo mit Hits wie Rockin’ All Over The World (1977) und In The Army Now (1986) zu den festen Größen der Rockgeschichte. Ein Ende ist auch nach über 50 Jahren nicht in Sicht, obwohl sogar er selbst die Gruppe als „uncoolste Band der Welt“ bezeichnet hat, zumindest in Bezug auf 1974. „Quatsch“, sagen wir und gratulieren herzlich zum Geburtstag. Hoffen wir, dass uns der Brite und sein Humor noch lange erhalten bleiben!

 

Immer noch Spaß bei der Arbeit: Francis Rossi 2018 – Pic: Jesper Sandström/Wiki Commons

Titelfoto: Fin Costello/Redferns/Getty Images

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