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Zeitsprung: Am 9.9.1975 gehen Paul McCartney & Wings auf ihre erste Welttournee.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 9.9.1975.

von Christof Leim und Timon Menge

Selbst einem Ex-Beatle fliegt nicht alles zu: Paul McCartney & Wings leiden zunächst unter Startschwierigkeiten. Am 9. September 1975 hebt die Band jedoch ab und geht erstmals auf Welttournee – fast zehn Jahre nach McCartneys letzter Show mit den Beatles.


Hört hier in den Konzertmitschnitt Wings Over America rein:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Paul McCartney & Wings, zunächst schlicht Wings, sind das erfolgreichste Projekt eines Ex-Beatles. Zu Beginn der Bandgeschichte sieht es allerdings erstmal nicht danach aus, denn das Debüt Wild Life kassiert 1971 schlechte Kritiken und erreicht nur Platz zehn der US-Charts. „Nur“ Platz zehn? Sowas ist natürlich relativ zu verstehen, denn wir haben es hier mit einem ehemaligen Mitglied der größten Band aller Zeiten zu tun. Für Kaliber wie McCartney wirkt ein zehnter Platz so befriedigend wie kalter Kaffee aus einer Rolling Stones-Tasse.

Die Wings, zu denen auch McCartneys Ehefrau Linda als Keyboarderin gehört, bleiben zu Beginn ihrer Laufbahn zunächst in der Komfortzone und spielen einige Shows in britischen Universitäten. Wenig später tourt die Band durch Europa, dann wieder durch Großbritannien. Der große Sprung in die USA und den Rest der Welt bleibt aus, und McCartneys geschäftliches Umfeld wird ob der ausbleibenden Erfolge nervös.



Als Reaktion darauf erscheint das Album Red Rose Speedway 1973 nicht mehr einfach unter dem Namen Wings. Die Plattenfirma erhofft sich durch die Nennung des berühmten Bassisten bessere Verkaufszahlen und tauft die Band in Paul McCartney & Wings um. Die Initiatoren der Umbenennung sollen Recht behalten: Schon mit ihrem zweiten Album erreicht die Gruppe den ersten Platz der US-Charts. So einfach kann’s gehen. Anschließend stellen sich weitere Erfolge ein: Im Juni 1973 steuern Paul McCartney & Wings den Titelsong zum James Bond-Film Live And Let Die bei und erhalten dafür sogar eine Oscar-Nominierung. Im Dezember 1973 erscheint Band On The Run, die bis dahin erfolgreichste Veröffentlichung. Venus And Mars (1975) läutet im Anschluss die goldene Phase von Paul McCartney & Wings ein, denn das vierte Album markiert den Startschuss für die erste „richtige“ Weltreise.



Die Wings Over America World Tour beginnt am 9. September 1975 und umfasst 65 Konzerte in den größten Hallen Nordamerikas, Europas und Australiens. Bis 21. Oktober 1976 spielen die Wings dabei vor etwa einer Million Fans. Die meisten Shows werden professionell mitgeschnitten, woraus das Dreifach-Livealbum Wings Over America entsteht. Die Abende in Seattle, New York und Los Angeles werden sogar gefilmt und 1980 unter dem Namen Rockshow veröffentlicht. Nur der Abstecher nach Japan fällt ins Wasser, weil den dortigen Behörden eine Verhaftung McCartneys wegen Marihuana-Besitzes in Schweden 1972 missfällt.

Paul McCartney mit Gitarrist Jimmy McCulloch

Die Setlist besteht zu großen Teilen aus Material von den letzten drei Wings-Alben, bietet aber zur Überraschung vieler Fans und entgegen anderslautender Aussagen des Chefs sogar Beatles-Nummern, darunter Yesterday, Lady Madonna und The Long And Winding Road. Zur Mannschaftsaufstellung gehören neben Paul & Linda noch die Gitarristen Denny Laine und Jimmy McCulloch sowie der Drummer Joe English, dazu eine vierköpfige Bläsersektion. Damit die Wings nicht als reine McCartney-Veranstaltung begriffen werden, übernehmen die Kollegen für etliche Songs sogar die Lead-Vocals.

Haben Grund für gute Laune: Paul McCartney & Wings 1975

Die gesamte Produktion füllt fünf fette Trucks, eine kleine Operation ist das Ganze also nicht. Um ihrer jungen Familie während der 31 Termine in den USA etwas Reisestress zu ersparen, mieten die McCartneys Häuser in New York City, Dallas, Chicago und Los Angeles. Von dort reisen sie dann mit einem Charterflugzeug zu den einzelnen Shows. Man kann es nachvollziehen: Die kleine Stella ist zu diesem Zeitpunkt gerade mal vier Jahre alt, Mary sechs, Heather zwölf. Bei einer der Shows in L.A. erscheint sogar Ringo Starr auf der Bühne und überreicht einen Blumenstrauß.

Noch während der Tour bringt die Truppe im März 1976 das Album Wings At The Speed Of Sound auf den Markt, das ebenso wie Venus And Mars und das Livealbum Wings Over America Platz eins der US-Charts erreicht. Man könnte sagen: Jetzt läuft’s.



Header Credit: Jim Summaria

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