Zeitsprung: Am 22.3.1984 drehen Queen das Video zu „I Want To Break Free“.

March 21, 2019
in Category: Popkultur



Zeitsprung: Am 22.3.1984 drehen Queen das Video zu „I Want To Break Free“.

Zeitsprung: Am 22.3.1984 drehen Queen das Video zu „I Want To Break Free“.

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 22.3.1984.

von Christof Leim und Andrea Hömke

Wer kennt die Szene nicht: Freddie Mercury schiebt, als Frau gekleidet und mit Schnauzer im Gesicht, einen Staubsauger durch ein typisch britisches Wohnzimmer. Beim Videodreh zu I Want To Break Free am 22. März 1984 ahnt die Band nicht, dass sie mit ihrem parodistischen Musikfilmchen nicht nur für Lacher, sondern auch für einen „Skandal“ sorgen wird, der keiner ist, aber Folgen für ihre weitere Karriere haben wird.


Hört hier in The Works rein:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Für das Video zu I Want To Break Free heuern Queen Regisseur David Mallet an, mit dem sie schon den Clip zu Radio Ga Ga gedreht hatten. Band und Team treffen sich am 22. März 1984 in den Limehouse Studios in London, wissen aber laut Mallet anfangs überhaupt nicht, wie sie den Song aus der Feder von Bassist John Deacon filmisch umsetzen können. Die rettende Idee kommt von Schlagzeuger Roger Taylor: „Ich weiß, was wir machen. Die Stones haben es auch schon getan: Wir schmeißen uns in Frauenfummel.“

Ihm sei in der Sekunde alles klar gewesen, erinnert sich David Mallet: „Ich sah alles vor mir. Dieses kleine Haus aus den Fünfzigern, Brian May als Hausfrau, John als grummelige Großmutter, Roger als ungezogenes Schulmädchen und so weiter. Allerdings habe ich mich gefragt, welche Rolle Freddie Mercury spielen könnte. Die Antwort: eine Schlampe aus Liverpool.“



So wird I Want To Break Free dann auch umgesetzt. Die Rollen der Bandmitglieder werden an Charaktere aus der TV-Serie Coronation Street angepasst, die seit den Sechzigern in Großbritannien läuft (und hierzulande als Vorlage für die Lindenstraße diente). Auf der Fanseite El Blog De Queen findet sich ein direkter Vergleich zwischen Original und Parodie:

Roger Taylor erinnert sich an den Dreh: „Wir hatten vorher so viele tiefgründige und epische Videos gedreht, dass wir einfach mal etwas Spaß haben wollten. Die Leute sollten sehen, dass wir uns nicht zu ernst nehmen und immer noch über uns lachen können. Ich denke, das ist uns auch gelungen.“

In der Tat amüsieren sich die Fans in den meisten Ländern. Nicht zuletzt dank des Videos schafft es der Song, der als zweite Single von The Works (1984) ausgekoppelt wird, weltweit in die Charts – in Belgien, Finnland, den Niederlanden und Österreich sogar an die Spitze, zu Hause in Großbritannien auf Platz drei, hierzulande auf Platz vier.

Doch auf der anderen Seite des Atlantik läuft das alles ganz anders: In den prüden USA sorgt das lustige Video tatsächlich für einen Skandal. Brian May erinnert sich: „Weltweit haben die Fans über die Umsetzung gelacht und verstanden, dass wir uns damit einen Scherz erlaubt haben. Aber als wir auf Promotour im Mittleren Westen Amerikas unterwegs waren, bekamen die Menschen aschfahle Gesichter und weigerten sich, den Song zu spielen. Oft hieß es: ‘Das können wir nicht machen, das sieht homosexuell aus.’ Meine Antwort: ‘Ja, und?’“

Solcherlei Engstirnigkeit bleibt jedoch nicht ohne Folgen; May zeigt sich bis heute überzeugt davon, dass das Video die Beziehungen zu amerikanischen Radiosendern und womöglich auch zum Publikum nachhaltig gestört hat. So verbannt MTV den Song aus seinem Programm, und der kleine Schwestersender VH-1 traut sich erst 1991, den Clip zu senden.

Das ärgert Roger Taylor noch heute: „In dieser Zeit gab es auf MTV immer nur Whitesnake und noch mehr Whitesnake. Und wieder Whitesnake. Dem Sender waren Männer in Frauenkleidung wohl nicht rockig genug. Leider hatte das Auswirkungen auf den Erfolg von Queen in Amerika, denn auch viele der folgenden Singles wurden nicht gespielt. Mit I Want To Break Free hatten wir den Markt dort verloren.“ In Europa und vielen Teilen vom Rest der Welt erweist sich der Song samt dazugehöriger filmischer Umsetzung dagegen als riesengroßer Erfolg. Warum genau, könnt ihr hier noch einmal sehen:


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