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Die musikalische DNA von Pink Floyd

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Wer jemals das Radio angedreht hat, kennt Pink Floyd. Manche mögen vielleicht nur „diesen ‚we don’t need no education‘-Song“ kennen, andere wiederum schwören auf die Syd Barrett-Phase der Band und wieder andere lieben ihre Floyds zu allen Schaffensphasen. Aber niemand kommt um diese Band herum, die so mühelos zwischen wildester Psychedelik und eingängigen Rockballaden hin und her spazieren konnte.

Ihren Pop-Appeal hatte die Band den meisten ihrer Kollegen voraus und tatsächlich mussten sie sich dafür noch weniger verbiegen als beispielsweise Genesis oder andere Prog-Rock-Bands, die ebenfalls mit dem Mainstream flirteten. Was bei Pink Floyd zum Hit avancierte, sollte nicht immer unbedingt einer sein. Obwohl die Band nach dem Ausstieg von Barrett die monumentale Jam-Sessions gegen nicht minder beeindruckende Bühnenshows eintauschten: Im Kern des Ganzen stand stets der „Anything Goes“-Gedanke, der sie zu einer der führenden britischen Rockbands überhaupt machte.

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Hört euch hier Pink Floyds musikalische DNA als Playlist an und lest weiter:


Entgrenzung, Krieg und Chaos waren zentrale Themen im Schaffen der Band, aber auch Verlust und Tod. Nachdem sich Barrett auf seiner letzten Floyd-Nummer mit den Worten „I’m most obliged to you for making it clear that I’m not here“ 1968 empfahl, verstarb er 2006 als verkanntes Genie. Zwei Jahre später erlag Richard Wright seinem Lungenkrebs. Sie leben in der Musik ihrer Band weiter, ob nun in Songs wie Shine On You Crazy Diamond oder dem letzten Album der Gruppe, The Endless River, auf dem finale Aufnahmen Wrights zu hören sind.

So gerne sich die Floydsche Fanbase auch über ihre Lieblingsband zerstreitet, so wenig waren sie einander zeitweise grün. Doch die Musik schweißte sie zusammen. Werfen wir also einen Blick auf die musikalische DNA von Pink Floyd, um herauszufinden, was die besondere Magie dieser Band ausmacht.


1. The Searchers – Needles and Pins

Kaum zu glauben, aber die zukünftigen Visionäre begannen auch mal ganz klein. Roger Waters und Nick Mason lernten sich während ihrer Studienzeit kennen und schlossen sich mit Keith und Sheilagh Noble sowie Clive Metcalfe zusammen, bevor Richard Wright dazu stieß. Sigma 6 lautete der Name des Sextetts, die damals vor allem Songs von populären Skiffle-Bands wie den Searchers spielten. Deren größte Hits waren selbst von anderen geliehen, wie etwa Needles and Pins, einem Remake von der Komposition Jack Nitzsches und Sonny Bonos, die durch Jackie DeShannon weltberühmt gemacht wurde.

Mit dem, was Pink Floyd nur wenige Jahre später auf ihrem Debütalbum The Piper At The Gates Of Dawn präsentierten, hatte das allerdings noch recht wenig zu tun. Endgültig zusammen fand die Band erst nach einer Vielzahl von Besatzungswechsel und Namensänderungen im Jahr 1965. Syd Barrett hatte sich nach seinem Einstieg als jüngstes Mitglied zum Leadsänger hochgearbeitet und übernahm von nun auch die erste Gitarre. Seine Vision war es, welche die ersten Jahre der Band entscheidend prägte. Der Skiffle-Sound war passé, von hier an standen ausgedehnte Jam-Sessions und unkonventionelle Klänge auf dem Programm!


2. Pink Anderson – I Got a Woman Cross Town

„Oh by the way, which one’s Pink!?”, spöttelte die Band auf Wish You Were im Song Have A Cigar. Auf dem Album rechneten sie einerseits mit den gierigen Schwätzern der Musikindustrie ab, wie sie auch dem ehemaligen Mastermind Barrett einen der schönsten Abgesänge aller Zeiten darboten. Barrett wurde 1968 aus der Band geschmissen und durch David Gilmour ersetzt, der die Band von da an mit seinen charakteristischen Soli bereicherte.

Echte Fans wissen natürlich, wer mit Pink und auch mit Floyd gemeint war: Pink Anderson und Floyd Council waren zwei Blues-Musiker, deren Platten auch in Barretts Schrank standen. Als die sich damals noch Tea Set nennende Band herausfand, dass bereits eine andere Gruppe mit demselben Namen existierte, improvisierten sie. Das konnten sie schließlich am besten: improvisieren. Es ist durchaus kein Zufall, dass ausgerechnet zwei Blues-Musiker Pate standen…


3. Chuck Berry – Beautiful Delilah

Denn der Blues ist die Wurzel aller Rockmusik und tief in die musikalische DNA von Pink Floyd eingeschrieben. „Jeder Gitarrist in Großbritannien kann mindestens drei Chuck Berry-Nummern spielen“, sagte Nick Mason Anfang 2017 nach dem Tod der großen Rhythm’n’Blues-Legende in einem TV-Special. „Seine Musik hat uns alle im Laufe der letzten fünfzig Jahre beeinflusst!“ Berry war die Speerspitze des frühen Rock’n’Rolls und damit einer derjenigen, die den Blues-Sound auf ein neues Level hoben.

Syd Barrett soll Berry geradezu religiös verehrt haben und auch David Gilmour hatte schon dessen Song Beautiful Delilah als Coverversion mit seiner damaligen Band Jokers Wild eingespielt, als von seinem Einstieg bei Pink Floyd noch gar keine Rede war. So wie Berry aber die Konventionen dann am meisten ehrte, wenn er sie brach, wandten sich auch Pink Floyd schnell vom Rhythm’n’Blues ab. Sie waren für Größeres bestimmt – oder zumindest sollten sie nachziehen und für Rockmusik im Gesamten eine neue Ära einläuten. Mit einigen Pauken, seltener Trompeten und viiiiiiieeeeeeellll Effektgeräten.


4. Jimi Hendrix – Are You Experienced?

So wie es Fans gibt, für die Pink Floyd nur in der Urbesetzung um Syd Barrett herum existiert, so lehnen manche das Frühwerk der Band komplett ab und vertiefen sich lieber in das Schaffen der Band nach dem schicksalshaften April 1968. Es ist nicht unbedingt notwendig, Position zu beziehen, um zu erkennen, dass sich mit dem Weggang Barretts bei der noch relativ jungen Band einiges änderte. Zwar blieb die Band ihrer psychedelischen Magie auch mit Alben wie More und Ummagumma und Atom Heart Mother treu, legte aber selbst neben ihren wildesten Experimenten eine noch fokussiertere Seite an den Tag.

Gilmours Gitarrenspiel mag ein Faktor gewesen sein, warum die Band Anfang der siebziger Jahre eine seichte Kehrtwende machten. „Meine Finger erzeugen einen sehr speziellen Sound“, versuchte er es einmal etwas unbeholfen zu erklären. „Sie sind nicht sehr schnell, aber ich denke, dass sie Wiedererkennungswert haben.“ Richtig gedacht! Einer seiner Gitarrenidole war nicht umsonst Jimi Hendrix, der die musikalische Leidenschaft und den künstlerischen Ausdruck über alles stellte. Kennengelernt hatten die beiden sich schon, als Gilmour noch bei Jokers Wild spielte und in Paris lebte. Der Brite zeigte dem amerikanischen Kollegen die französische Hauptstadt. Da wären wir gerne dabei gewesen!


5. Cream – Spoonful (Live)

Neben Hendrix’ unvergleichbarem Spiel und seiner unvergleichlich destruktiven Performance war es auch Eric Claptons Sound, der auf Gilmour einen starken Einfluss ausübte. Mit seiner Supergroup Cream hatte Clapton vorgemacht, was Pink Floyd später in viel größerem Rahmen perfektionieren sollten: Die Band war unfassbar laut, scherte sich nicht um die Maximallänge eines Rocksounds und entführte ihr Publikum regelmäßig in eine andere Welt. Blues Rock made in Britain – noch so ein missing link zwischen den musikalischen Wurzeln und einer aufregenden Gegenwart!

Nicht nur Gilmour, sondern auch Barrett und Nick Mason waren Fans der Landsmänner. Für den Schlagzeuger Mason kam ein Konzert des Trios einer religiösen Offenbarung gleich. „In dieser Nacht wurde mir klar, dass es mir ernst war“, erinnerte er sich überschwänglich. Ganz besonders hatte es ihm der übermenschliche Drummer Ginger Baker angetan. „Ich habe die Energie geliebt. Unnötig, sich ein Beatles-Jackett und Hemden mit Kragen überzuziehen, unnötig, einen Sänger zu haben, der gut ausschaute. Der Drummer versteckte sich nicht im Hintergrund auf so einer furchtbaren Plattform… Er war ganz vorne dabei!“ Gleichberechtigung unter allen Beteiligten – das war es auch, was Pink Floyd ausmachte. Zumindest für eine ganze Weile…


6. Miles Davis – All Blues

Von Mason und Rick Wright ist oftmals kaum die Rede, wenn über Pink Floyd diskutiert wird. Waters und Gilmour oder auch Barrett werden überwiegend als die Musiker angesehen, welche die Band zu dem gemacht haben, was sie war. Das allerdings ist ein Fehler. Nicht nur Masons ausdrucksvolles Schlagzeugspiel, auch Wrights Arbeit an Keyboards bildeten überhaupt erst das Fundament des typischen Pink Floyd-Sounds. Wright brachte seinen Jazz-Hintergrund in die Band ein und injizierte dem Ganzen damit eine ganz besondere Note.

„Jazz ist meine Inspiration“, sagte der 2008 verstorbene Musiker in einer Dokumentation. Nirgends wurde das offensichtlicher als auf dem Song Breathe von Dark Side Of The Moon. Bei den Aufnahmen wurde Wright zum Quasi-Bandleader und steuerte einige der ikonischsten Parts überhaupt bei. Der markante Akkordwechsel, der auf den Gesangspart überleitet, basiert auf einem einzigen Akkord von Miles Davis’ Überalbum Kind Of Blue, das Wright neben Davis’ Porgy and Bess-Interpretation als seine liebste Platte des Prince of Darkness nannte. Ein einziger Akkord, der doch so viel bewirken kann – das sagt nicht nur viel über Miles Davis, sondern auch Wrights verkanntes Genie aus!


7. Bob Dylan – Sad-Eyed Lady Of The Lowlands

Dass Pink Floyd zwischen all dem psychedelischen Rock und den kuriosen Studioexperimenten selbst Folk-Balladen glänzend meistern konnten, mag zuerst verwundern. Doch Songs wie Wish You Were Here oder die kurzen Pigs On The Wing-Stücke von der Animals-LP kamen keinesfalls aus dem Nichts. Vielmehr wurde in ihnen die Leidenschaft der Band für die Musik Bob Dylans hörbar. Unabhängig voneinander nannten Barrett, Gilmour und Waters den näselnden US-Amerikaner als ihr Idol. Insbesondere Waters aber scheint sich von ihm einiges abgeschaut zu haben.

Zugegebenermaßen: Für den großen Kollegen hatte Waters zuletzt keine warmen Worte über. „Verfickt noch eins, was ist nur mit der verkehrt!?“, schäumte er 2017 in einem Interview. „Warum hast du das gemacht?“ Gemeint war ein Album mit Frank Sinatra-Coverstücken, das Zimbo wenige Monate zuvor veröffentlicht hatte. 2012 klang das noch ganz anders. Gegenüber dem Radio-Moderator Howard Stern schwärmte Waters von Dylans Sad-Eyed Lady Of The Lowlands. „Er hat mein Leben verändert! Als ich ihn hörte, dachte ich mir: ‚Wenn Bob das kann, dann ich erst recht!‘“ Gemeint war die Überlänge von satten elf Minuten und 19 Sekunden. Pink Floyd schafften mehr – viel mehr! Trotzdem kein Grund, angesichts eines harmlosen Coveralbums auszuteilen. Oder?


8. Delia Derbyshire – Dr. Who (Opening Theme)

Es war aber nicht allein die Länge von Pink Floyd-Songs, die sie so besonders machten. Von Anfang an machte sich die Gruppe technologische Neuerungen zunutze, um ihre Klangpalette ebenso zu erweitern wie das Bewusstsein ihres Publikums. In den Abbey Road Studios waren sie dafür am besten aufgehoben und hatten mit Alan Parsons auch den idealen Komplizen gefunden. Mit ihm nahmen sie Dark Side Of The Moon auf, eines ihrer vermutlich engagiertesten Studioprojekte.

Zwei Jahre zuvor indes hatten die Floyds mit Meddle ein nicht minder ambitioniertes Album vorgelegt. Ganze 23 Minuten und 32 Sekunden lang ist die B-Seite, der Song Echoes. Genug Zeit, um eine Vielzahl von Stimmungen zu durchlaufen und dabei wie nebenbei eine Innovation nach der anderen zu präsentieren. Kürzer hält es da der Opener One Of These Days. Neben Masons Einsatz als, na ja, Leadsänger (ein Satz reicht bei einer fast komplett instrumentalen Nummer wohl für diesen Titel!?) fällt der Song vor allem wegen seines offensichtlichen Zitats des Dr. Who-Titelsongs auf. Die geniale Produktion von Delia Derbyshire war bei ihrer Erstveröffentlichung im Jahr 1963 ihrer Zeit so weit voraus, dass sie selbst heute kaum noch die ihr zustehende Würdigung erhalten hat.


9. The Beatles – A Day In The Life

Neben Derbyshire und anderen Mitgliedern des legendären BBC Radiophonic Workshops waren es im Großbritannien der sechziger Jahre vor allem die Beatles, die als Band die Grenzen der Pop- und Rock-Musik ausgelotet haben. Mit Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band hatten die Fab Four den Grundstein für die Psychedelic-Bewegung gelegt, der auch Pink Floyd (nicht immer zu Recht) zugeordnet wurden. Was sie auf einem Song wie A Day In The Life anstellten, nahmen sich Pink Floyd für ihre kühnsten Kompositionen zum Vorbild. Klassisches Songwriting traf auf musique concrète, wilde Stilwechsel und verstörende Klangcollagen.

„Als sie Sgt. Pepper’s aufnahmen, waren im selben Studio und spielten unsere erste Platte ein“, erinnerte sich Waters in einem Interview. „Als ich es mir zum ersten Mal anhörte, saß ich nur mit offenem Mund da und dachte: ‚Wow, das ist so lückenlos und vollendet.‘ Es war aber auch mehr als nur das: Es waren so viele Ideen und Erzählstränge darin versammelt. Mehr als jede andere Platte erteilte diese meiner Generation die Erlaubnis, loszulegen und zu tun, was auch immer wir tun wollten.“ Ein kreativer Befreiungsschlag für ein ganzes Zeitalter also. Kein Wunder, dass das an Pink Floyd nicht spurlos vorbei ging.


10. Kraftwerk – Autobahn

Ohne, dass wir Pink Floyd zwangsläufig auf ein Treppchen mit den Liverpooler Pilzköpfen stellen würden, aber auch ihre Musik hat weite Kreise gezogen. David Bowie, The Edge von U2, Queen, Radiohead, Tool und ein ganzer Haufen Prog- und Psychedelic Rock-Bands sowie die halbe Metal-Community haben sich auf die Band berufen. Sie selbst wurden schon früh in ihrer Karriere nicht nur von britischen Kollegen genau beobachtet. Auch die deutsche Krautrock-Szene hörte mit.

Wer kann schon von sich behaupten, Kraftwerk beeinflusst zu haben? Genau, die wenigsten. Pink Floyd aber schon – vermutlich zumindest. Die beiden Masterminds hinter der Band, Ralf Hütter und der mittlerweile ausgeschiedene Florian Schneider-Esleben, sind legendär interviewscheu und haben sich nur selten zu ihren Inspirationsquellen zu Wort gemeldet. Solange es nicht um Autobahnen oder Radsport ging, heißt das. Das ehemalige Mitglied Karl Bartos allerdings betont mittlerweile, dass Stücke wie Echoes und On The Run ein „wichtiger Einfluss“ gewesen sein. Vermutlich wegen der innovativen Studioexperimente und vielleicht auch der schieren Länge wegen. Die Originalversion von Autobahn schließlich ist mit beinahe 23 Minuten fast so lang wie Echoes!


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Motown: Die 15 wichtigsten Songs aus der legendären Hitfabrik

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Motown

Gespeist aus einem gewaltigen Backkatalog, der Jahrzehnte umspannt, haben die größten Hits aus dem Hause Motown nicht nur eine Ära definiert: Sie sind dermaßen zeitlos, dass sie längst als Inbegriff des „Classic Pop“ gelten müssen. Dass Berry Gordy es geschafft hat, sein unabhängiges Soul-Label aus Detroit zu einer der bekanntesten Musikadressen der Welt zu machen, ist an sich schon bemerkenswert. Dass die bei Motown veröffentlichten Titel auch nach so langer Zeit zu den bekanntesten und mitreißendsten Aufnahmen der Musikgeschichte zählen, unterstreicht, was für ein einzigartiges Gespür Mr. Gordy hatte. Die 15 Titel, die nun folgen, sind dabei nur die Spitze des Eisbergs.

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15. I Want You (Marvin Gaye)

Das Verlangen überwältigt Marvin Gaye im Verlauf des Titelsongs seines I Want You-Longplayers aus dem Jahr 1976. Produziert von Leon Ware, der außerdem Co-Autor ist, kann sich dieser Song mitunter sogar fast schon zu intim anfühlen, sollte man gerade nicht in Stimmung sein – doch wer bitte ist schon nicht in Stimmung, wenn Mr. Gaye loslegt?

14. Heaven Must Have Sent You (The Elgins)

Die vom Hitmaker-Trio Holland-Dozier-Holland komponierte und produzierte Single sollte für The Elgins der einzige wirklich große Hit bleiben – dabei hätten ihre Ausnahmestimmen deutlich mehr Erfolge verdient. Doch 1966 ein Top-50-Titel in den Staaten, mussten sie auch noch fünf Jahre warten, bis ihr Hit in England die Top-3 knackte. Trotzdem: Auch musikalisch ganz klar ein Geschenk des Himmels!

13. Just My Imagination (Running Away With Me) (The Temptations)

Eine verträumte – genauer: tagträumerische – Ballade, die zugleich als Abschiedsgeschenk von Eddie Kendricks an The Temptations fungierte. Was als Geschichte von einem verblendeten Schwärmer beginnt, verwandelt Kendricks in einen Traum aller Fans. Außerdem war’s ein Abschiedsgruß an den Kollegen Paul Williams, der 1971 aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste.

12. Reach Out I’ll Be There (Four Tops)

Der Monsterhit der Four Tops aus dem Jahr 1966. Levi Stubbs aktiviert jeden Muskel, spannt jede Sehne, belastet seine Stimmbänder aufs Äußerste, um allen Zuhörenden klarzumachen, dass er bereit wäre, sie zu fangen, sollten sie denn einmal fallen. Was für ein Typ. Was für ein Track.

11. My Guy (Mary Wells)

Die etwas wehklagend wirkende Sirene zu Beginn markiert den Auftakt zu jenem Song aus dem Jahr 1964, der damals wie eine Bombe einschlug. Von Smokey Robinson komponiert, war der Song für Mary Wells hinterher auch der größte Motown-Hit – denn wenig später verabschiedete sie sich nach vielen Jahren vom Label. Auch heute klingt der Song immer noch so klar und lebendig wie vor gut 50 Jahren.

10. My Girl (The Temptations)

Die Antwort auf My Guy (Mary Wells) schrieb Smokey mit My Girl: Der nächste große Wurf, der gerade durch das reduzierte Gitarrenspiel von Robert White so unwiderstehlich wird, weil das Motiv so grandios mit David Ruffins Gesang harmoniert. Zärtlich und dabei doch lebhaft, darf dieser Titel als inoffizielle Hymne und Erkennungsmelodie der Temptations gelten.

9. Sir Duke (Stevie Wonder)

Mit seiner Verneigung vor jenen Swing-Jazz-Ikonen, die ihn als Kind inspiriert hatten, lieferte Stevie Wonder im Jahr 1976 einen dermaßen ausgelassenen Titel ab, dass man fast meinen könnte, „Sir“ Duke Ellington persönlich habe ihn eingespielt – nur klang die Single dafür dann doch einen Tick zu funky! Ein großer, fröhlicher, überschwänglicher Platz-1-Kandidat im Jahr 1977.

8. Stop! In The Name Of Love (The Supremes)

Schluss mit den Spielchen, Junge! Denn The Supremes wissen ganz genau, was du da treibst – und der dazugehörige Song funktioniert als Bitte um Besserung und als unüberhörbarer Warnschuss zugleich. Allein wie die charmanten Damen das Wörtchen „charms“ benutzen! Also wenn diese Message nicht bei ihm ankommt, dann kann er nur ein seelenloses Wesen sein. Oder taub.

7. The Tracks Of My Tears (The Miracles)

Noch so ein miracle von Smokey: Dieses vertonte Geständnis war 1965 ein Top-10-Hit in den USA – hätte aber noch deutlich höher in den Charts klettern müssen. Das Problem: Die Dinge sind nicht immer so, wie es scheint. Ein Thema, das er auch mit Tears Of A Clown umkreisen sollte. Sein Leid ist der Stoff für ein Lied, das man nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

6. I Want You Back (Jackson 5)

Die Jungs aus Gary, Indiana drehten mal so richtig auf für ihre erste Tamla-Veröffentlichung: Wie eine Kreuzung aus ganz, ganz jungen Sly And The Family Stone mit den Temptations im Teenager-Alter wirkte das. Veröffentlicht 1969, ganz oben in den Charts im Jahr drauf: Es war die Geburtsstunde eine Legende.

5. What Becomes Of The Brokenhearted (Jimmy Ruffin)

Auch der Bruder des Temptations-Sängers ergriff seine Chance bzw. das Mikrofon: Hier präsentiert er eine eher düstere Geschichte aus dem Land der Verlassenen und Einsamen. Von Anfang an beliebter bei den Briten und Britinnen als in den USA, schaffte es die Single doch immerhin auf Platz 7 der US-Charts. Kein Wunder bei so viel Soul.

4. I Heard It Through The Grapevine (Marvin Gaye)

Marvin Gaye war nicht der erste, der I Heard It Through The Grapevine aufgenommen hat. Auch nicht der erste, der damit die Charts eroberte, denn das hatten vor ihm schon Gladys Knight And The Pips übernommen. Trotzdem ist seine Version, gedrosselt und eindringlich, diejenige, die zum Klassiker werden sollte. Die Single war riesengroß im Jahr 1968. Und sie ist es heute noch.

3. Papa Was A Rollin’ Stone (The Temptations)

Auch diesen Song hatten Undisputed Truth schon im Jahr zuvor eingespielt, aber erst The Temptations machten ihn 1973 zum Mega-Hit. Man sagt, die Bandmitglieder hätten sich zunächst nicht wirklich wohl damit gefühlt, dermaßen abfällig über ihre Papas zu reden – schließlich waren die Väter allesamt ganz anständige Leute. Pure Fiktion also, und fantastisch eingängig verpackt.

2. Someday We’ll Be Together (Diana Ross And The Supremes)

Mit dieser Version des Johnny And Jackey-Duetts aus dem Jahr 1961 verabschiedete sich Diana Ross von den Supremes: Passend dazu klingt der Song denn auch nach Resignation und Hoffnungsschimmer zugleich. Das Arrangement ist dem Original überraschend ähnlich; verantwortlich dafür war Johnny Bristol persönlich, der Johnny also von Johnny And Jackey. Ironisch daran ist vor allem, dass die Supremes genau genommen gar nicht mitsingen. Denn man hört nur Diana Ross, deren Stimme von Mr. Bristol immer höher und höher getrieben wird.

1. Ain’t No Mountain High Enough (Marvin Gaye & Tammi Terrell)

Die Bergspitze des Sixties-Pop, einer der größten Soul-Tracks aller Zeiten, und für viele Menschen auch ganz klar: der Höhepunkt der Motown-Ära. Der von Ashford & Simpson komponierte Song vereint Gospel-Wurzeln mit himmlischem Soul – in einem Arrangement, das sich aus seichten Tälern bis in luftige Höhen erhebt. Marvin und Tammi klangen nie besser als hier, weder zusammen noch als Solokünstler. So leidenschaftlich. So ambitioniert.

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Motown Records: Vom Party- zum Protest-Sound einer ganzen Generation

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18 Vinyl-Singles: Box der frühen Rolling-Stones-Singles kommt!

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Rolling Stones

Die Stones wärmen sich für ihren 60. Geburtstag auf. Als Teil der Feierlichkeiten erscheint am 10. Juni 2022 eine schon jetzt legendäre Box mit insgesamt 18 Vinyl-Singles als 7-Inch – die Singles Box Volume One: 1963 – 1966. Vorbestellungen sind ab sofort möglich. Und sollten zügig getätigt werden.

von Björn Springorum

Wenn das mal kein Schmuckstück ist: Am 10. Juni 2022 erscheint die Singles Box Volume One: 1963 – 1966 von den Rolling Stones. Das ist allein aufgrund des Umfangs ein Grund zum Jubeln für alle Fans der Band: Insgesamt 18 Singles und EPs, jede für sich auf 7-Inch-Vinyl gepresst und gemeinsam in einer maßgeschneiderten Box verpackt, rollen die turbulente und feurige Frühphase der Stones auf. Die Limitierung dürfte dafür sorgen, dass das Ding zackig vergriffen ist, wer vorbestellen möchte, sollte das also besser rasch und hier tun:

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Die Singles Box Volume One: 1963 – 1966 bietet liebevolle, vor allem aber authentische Reproduktionen von den originalen Erstauflagen, wie sie die Labels London und Decca in der ersten Hälfte der Sechziger veröffentlicht haben – authentisch bis zur Verpackung und den Sleeves. Und das alles in dieser Form zum ersten Mal auf Vinyl!

Rare B-Seiten

Die Box macht aber nicht nur optisch jede Menge her, sie bietet auch viel: Mit The Rolling Stones E.P, Five By Five und Got Live If You Want It! finden sich gleich drei EPs in der Kollektion, die man jetzt auch nicht unbedingt auf Vinyl hinterhergeworfen bekommt. Dazu gibt es natürlich jede Menge Non-Album-Tracks, die auch nicht viele in ihrer Plattensammlung haben dürften: Come On, I Want To Be Loved von 1963 oder I Wanna Be Your Man und Stoned von 1964 beispielsweise.

Das ist nicht alles: Sad Day ist eine seltene B-Seite, die mit 19th Nervous Breakdown kam, die Hits (I Can’t Get No) Satisfaction und Get Off Of My Cloud begeistern mit alternativen B-Sides. Kurz gesagt: Die frühen Jahre der Stones wurden noch nie zu kohärent und voller Entdeckungen in einer edlen Box zusammengebracht. Dafür sorgt auch ein 32-seitiges Buch voller Liner-Notes von Rolling-Stones-Autorität Nigel Williamson. Seltene Fotos inklusive.

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Zeitsprung: Am 10.9.1963 überlassen die Beatles den Rolling Stones einen Song.

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„Money For Nothing“: Erste Best-Of der Dire Straits kommt als Doppel-Vinyl!

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Dire Straits
Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Gut zehn Jahre nach ihrer Bandgründung veröffentlichen Dire Straits ihre erste Werkschau Money For Nothing. Am 17. Juni 2022 erscheint die Klassikerparade neu gemastert auf schmucker Doppel-Vinyl. Die Vorbestellungen laufen bereits.

Hier könnt ihr die größten Hits der Dire Straits hören:

Im Oktober 1988 ziehen Dire Straits erstmals Bilanz. Und da gibt es einiges zu tun: Ihre erste Best-Of-Veröffentlichung Money For Nothing vereint Songs ihrer ersten fünf Studioplatten Dire Straits (1978), Communiqué (1979), Making Movies (1980), Love Over Gold (1982) und natürlich Brothers In Arms (1985). Ironie des Schicksals: Viel soll danach nicht mehr kommen: Nach On Every Street 1991 ist dann sehr bald Schluss.

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Keine 15 Jahre gab es die Dire Straits. Und dennoch: Ihr leidenschaftlicher, bluesiger Roots Rock eroberte von Großbritannien aus schnell die Welt, ihre evokativen Texte schufen ein ähnliches Narrativ wie Heartland-Boss Bruce Springsteen, Frontmann, Komponist und Produzent Mark Knopfler war genau der Richtige für den Job als elegante Galionsfigur.

Der Sound der Achtziger

Knopfler, einer der erfolgreichsten Musiker, die das Vereinigte Königreich je produzieren sollte, definierte den Sound der späten Siebziger und frühen Achtziger und legte mit zeitlosen Songs wie Sultans Of Swing, Romeo And Juliet, Money For Nothing oder Walk Of Life das Fundament für zahllose weitere Künstler*innen. Ehrensache, dass sich alle erwähnten Songs auch auf dieser Neuauflage finden. Die kommt auf 180 Gramm schwerem Vinyl, mit einem nagelneuen Master von Bob Ludwig und enthält mit Telegraph Road (Live Remix) einen Song, den es bisher nur auf CD gab, sowie eine bislang unveröffentlichte Live-Version von Portobello Belle.

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Zeitsprung: Am 12.8.1949 kommt Mark Knopfler (Dire Straits) zur Welt.

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