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Popkultur

5 “Yesterday”-Cover, die Paul McCartney lieben muss

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Dass das Songwriter-Duo Lennon-McCartney den ein oder anderen Hit geschrieben hat, ist jetzt nicht unbedingt ein streng behütetes Geheimnis. Bemerkenswert bleibt jedoch das eine Song-Phänomen schlechthin: Yesterday. Mehr als sechs Millionen Radio-Einsätze allein in den USA und weit über 3000 Cover-Versionen machen das Stück zum bekanntesten Popsong aller Zeiten. Nicht schlecht für einen Song, der ursprünglich „Scrambled Eggs“ heißen sollte. Paul McCartney ist heute noch baff über die Tatsache, dass das Lied, das eines schönen Morgens ganz einfach in seinem Kopf spielte, Kollegen wie Marvin Gaye, Frank Sinatra und sogar den King of Rock’n’Roll himself zu Cover-Versionen inspirierte.

von Timo Diers

Hört euch hier einen Vorgeschmack der besten “Yesterday”-Cover an:

Für die ganze Playlist klickt auf „Listen“.

Da können wir gar nicht anders, als mal ganz genau hinzusehen: Wer kann McCartney das Wasser reichen? Und welche Cover muss der gute Paul ebenso abfeiern wie wir? Mutig haben wir die Tiefen (und Untiefen) des Internets durchforstet und sie für euch gefunden: Die 5 Yesterday Cover, die Paul McCartney lieben muss!


1. Marvin Gaye

Numero uno auf unserer Liste macht den Aufschlag gleich mit einer emotionalen Steilvorlage. Die zart besaiteten unter euch legen am besten schon mal die Taschentücher bereit. Motown Star Marvin Gaye fokussiert sich auf die Stimme mehr als auf die Melodie, verlangsamt den Song und macht Platz für dieses seichte Soul-Feeling hinter den Zeilen. Man kann sich bildhaft vorstellen, wie Gaye zwischen den Versen langsam, bereuend den Kopf schüttelt und sich fragt, warum heute nicht mehr so ist wie Yesterday.

Absolut glaubwürdig. Dabei wurde dem in der Originalfassung eher einfach produzierten Song gleich die volle Motown Behandlung verpasst – mit Streichern, Xylophon und allem Drum und Dran. Nicht einfach, dabei die Balance zu halten und das Original nicht völlig zu überrollen. Hier ist es absolut gelungen, nicht zuletzt dank Gayes solider Selbstsicherheit und unglaublicher Stimme, die nötig waren, eine solche Nummer durchzuziehen.

Definitiv ein Cover, auf das sich auch die krassesten Beatles Puristen einigen können!


2. Elvis Presley

„Ohne Elvis gäbe es keine Beatles“ sind die berühmten Worte John Lennons über den King of Rock’n’Roll. Und die Hochachtung beruhte zweifellos auf Gegenseitigkeit, denn auch Elvis nahm sich des berühmten Songs an. Eine neue Interpretation? Nicht so wirklich. Bei Elvis reicht es, wenn er den Song ganz einfach singt – ohne sich über irgendwelche neuen Arrangements den Kopf zerbrechen zu müssen. Mit einer kleinen Ausnahme: Anstatt wie Paul McCartney im Mittelteil „I said something wrong, now I long for yesterday…“ zu singen, heißt es bei Elvis „I must’ve said something wrong“, als sei er nicht sicher, tatsächliche etwas Falsches gesagt zu haben. „Großartig!“ meinte McCartney einst dazu, und kommentiert trocken: „Mit Sicherheit ging es Elvis so. Er gibt nie etwas zu!“

Für alle, die es ganz genau nehmen: Es gibt Versionen von Elvis, in denen er sowohl „I said something wrong“ und „I must’ve said something wrong“ singt – in dieser singt er letzteres.


3. Roberto Menescal & Andy Summers

Ganz nach dem Motto „Schuld war nur der Bossa Nova“ haben für diese lateinamerikanisch beschwingte Cover Version des Beatles Klassikers der brasilianische Komponisten-König Roberto Menescal, Ex-Police Gitarrist Andy Summers und Claudio Duarte die Köpfe zusammengesteckt. Mit knapp einem Jahr seit Release dieser doch sehr zum langsam lasziven Tanz einladenden Variante, handelt es sich hier um das jüngste Cover auf unserer Liste. Das soll aber nichts heißen, vereinen die Interpreten doch das Beste aus mehreren Jahrzehnten Songwriting-Erfahrung – sowohl im westlich geprägten, sowie im südamerikanischen Raum. Das Ergebnis dieser absolut stilvollen Session von Roberto und Andy ist eine authentische, verführerisch relaxte Version des Songs, zu der man sogleich an der Copacabana seine Cocktails schlürfen möchte. Cheers!


4. La Lupe

Nummer vier auf unserer Liste macht einen Abstecher in etwas exotischere Gewässer, wobei die Talente der kubanischen Sängerin La Lupe weit über Bolero, Salsa und Latin Soul hinausgehen.

Da ist eine tiefe, bewegende Traurigkeit in La Lupes Version von Yesterday… Als sei sie die Lady Macbeth mit Sonnenbrille und Seidenturban. Yesterday ist die schiere Hymne dieser kubanischen Queen of Latin Soul, der auch ihre Fans Ernest Hemingway und Marlon Brando nicht hätten widerstehen können. Die Verschmelzung von britischem Popkultur und karibischer Historie machen aus diesem Cover eine willkommene Abwechslung!


5. Boyz II Men

Ob ihr diese Band nun als Duo oder als Trio bevorzugt ist an dieser Stelle völlig egal, denn das Boyz II Men Cover von Yesterday als a capella Variante spielt auf einem dermaßen hohen Smoothness Level, dass wir (und Paul McCartney mit Sicherheit auch) mal eben alles andere um uns herum vergessen. Mit dem Charme aus den Tiefen der 90er lässt uns dieses Cover mit wunderschönen und kreativen Harmonien dahinschmelzen wie es sonst nur die Beach Boys geschafft hätten. Chapeau, definitiv eine Perle unter den Yesterday-Covern!


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