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Die musikalische DNA von Black Sabbath

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Regen fällt, ein monotoner Glockenschlag ist zu hören. Es donnert und kracht. Das Grollen wird lauter. Und plötzlich, ja, plötzlich bricht die Hölle los. Wuchtige Drums, ein dumpfer Bass und ein zittriges Gitarrenriff kündigen die Ankunft des Bösen an. Eine gellende Stimme erhebt sich aus dem Lärm, sie ist von langen Nächten, Zecherei und zu vielen Zigaretten gezeichnet. Gequält presst sie ein paar mächtige Silben heraus: „What is this that stands before me / Figure in black which points at me / Turn around quick and start to run / Find out I’m the chosen one / Oh noooooo!“ Und dann, nur wenig später, nimmt der arme Strolch dahinter die Beine in die Hand. „Satan’s coming ‘round the bend!“


Hört euch hier die musikalische DNA von Black Sabbath in einer Playlist an und lest weiter:


Es fällt schwer, die erste Erfahrung mit Black Sabbath, dem ersten Stück auf dem Debütalbum einer jungen Band selben Namens zu schreiben, welches an einem schicksalhaften Freitag, dem 13. in die Welt entlassen wurde. Sicher aber ist eins: Nach diesem Song war alles anders. Black Sabbath schenkten der Welt eine neue Art von Musik, so hart und böse wie nichts zuvor. Metal war geboren, Flower Power war vorbei, die Siebziger konnten kommen! Noch heute behaupten nicht wenige, dass so gut wie jedes bekannte Metal-Subgenre auf einen Black Sabbath-Song zurückzuführen ist. Dass Black Sabbath in rund einem halben Jahrhundert (!) dermaßen viele stilistische Trends setzen konnten, liegt wohl nur zum Teil am ständigen personellen Wechsel innerhalb der Band. Von Anfang an war es vor allem ihr großzügiger Umgang mit musikalischen Traditionen, der die Band zu einer der größten, wenn nicht sogar der größten Metal-Gruppe aller Zeiten machte. Selbst in ihren verworrensten und schwierigsten Zeiten gingen Black Sabbath immer noch einen Schritt weiter – oder stimmten zumindest die Gitarren einen Ton tiefer – als alle anderen vor ihnen. Ihre musikalische DNA versammelt deshalb so ziemlich alles, was Metal groß gemacht hat. Sie zeigt aber auch eine Band, die nach ihren Anfangserfolgen ins Straucheln gekommen ist.


1. The Kinks – You Really Got Me

Was eigentlich kam vor Heavy Metal? Klar, Jimi Hendrix, The Doors, Led Zeppelin, Deep Purple oder Vanilla Fudge. Aber davor? Der Musikjournalist Malcom Dome nennt in der BBC-Dokumentation Heavy Metal Britannia einen ganz bestimmten Song als ausschlaggebend für die britische Metal-Szene: You Really Got Me von The Kinks. Härter wurden Gitarren davor nicht angeschlagen! Das aber war noch nicht alles, wie Sabbath-Schlagzeuger Bill Ward im selben Film betont. Die sechziger Jahre bedeuteten auch einen sozialpolitischen Umschwung, der sich in neuen Sounds niederschlug. Plötzlich sprossen in Großbritannien Bands aus dem Boden, die mit den frigiden Moralvorstellungen der Nachkriegsjahre aufräumten.

Spätestens als Gitarristen wie Hendrix im UK bekannt wurden, öffneten sich neue Möglichkeiten für aufstrebende britische Bands. Die Grenzen kamen erstmals in Sicht und konnten überwunden werden. Vorbei die Zeiten von Flower Power, Folk-Klängen und der Hippie-Kultur, die in der grauen Industrieregion Birmingham – es heißt schließlich nicht ohne Grund Heavy Metal! – mit dem Alltagsleben kaum etwas zu tun hatten. Die Musik der Kinks sollte sich später noch auf Punk und Britpop auswirken, vor allem machte sie gemeinsam mit etwa Led Zeppelin oder The Who klar, dass die britische Jugend von nun an selbst die Dinge in die Hand nehmen konnten. Das „DÄ-DÄDÄ-DÄ-DÄH!“-Gitarrenriff der Kinks übertrafen Black Sabbath selbstverständlich mit noch viel härteren und böseren Klängen.


2. Cream – Sunshine Of Your Love

Bevor Black Sabbath aber debütierten, nannten sie sich Earth und davor The Polka Tulk Blues Band. Nachdem Tony Iommi und Bill Ward die Auflösung ihrer Band Mythology erleben mussten, fanden sie im Bassisten Geezer Butler und dem Nachwuchssänger Ozzy Osbourne sowie dem Gitarristen Jimmy Phillips und dem Saxofonisten Alan Clarke vier Weggefährten, mit denen sie heftigen Blues im Stil der John Mayall’s Bluesbreakers oder der Supergroup Cream machen wollten. Je heftiger es aber wurde, desto weiter entfernten sie sich von ihrem Kerngeschäft. Phillips und Clarke flogen raus, nach einem Namenswechsel stand mit Black Sabbath der neue Name, den sie sich von einem Horror-Streifen mit Boris Karloff liehen.

Cream, das legendär laute Trio bestehend aus Ginger Baker, Eric Clapton und Jack Bruce, gaben Black Sabbath eine gehörige Portion Inspiration für ihren Metal-Sound mit. Songs wie Sunshine Of Your Love auf dem Album Disraeli Gears schlugen eine deutlich härtere und psychedelischere Richtung an, als sie die meisten ihrer Zeitgenossen verfolgten. Ein Sound, der sich ganz eindeutig auf Black Sabbaths Debütalbum niederschlug, welches das Magazin Rolling Stone damals als „wie Cream, nur schlechter“ beschrieb. Die Geschichte ließ die vier jungen Briten als Sieger hervorgehen, wie auch der Rolling Stone neidlos gestehen musste. 2010 bekamen Black Sabbath einen soliden 85. Platz auf der 100 Greatest Artists-Liste des Magazins zugestanden. Cream übrigens landeten dennoch auf dem 67. Platz. Es sei ihnen als Pionieren absolut vergönnt!


3. Django Reinhardt – Minor Swing

Black Sabbaths Sound der ersten Stunden war auch deswegen besonders, weil sie darin direkt ihre Alltagserfahrungen als Kinder der Arbeiterklasse in ihrer kargen Heimatstadt Aston in Birmingham einfließen lassen. Dass Ozzy Osbourne auch mal beim Schlachter ausgeholfen hat, erklärt ja wohl einiges, oder? Wie schon gesagt kommt der Name Heavy Metal nicht von ungefähr: Die Stahlindustrie war einer der Hauptarbeitgeber in der Region und Tony Iommi selbst arbeitete in einer Fabrik, wo ein Unfall fast seine Karriere als Musiker auf einen Schlag beendete. Zwei Finger verlor der passionierte Akkordeonspieler (!) an seinem letzten Tag auf der Maloche, bevor er mit seiner damaligen Band auf eine Europatour aufbrechen wollte. Iommi war erschüttert. Sollte es das etwa schon gewesen sein?

Es kam anders. Am Krankenbett erzählte ihm der Werksleiter der Fabrik die Geschichte des kongenialen belgischen Jazz-Gitarristen Django Reinhardt, der ebenfalls zwei Finger verloren hatte, bevor er weltberühmt wurde. Der „Dreifingrige Blitz“ wusste sich zu helfen und inspirierte damit Iommi, der sich mit Seifeklumpen auf den Fingerstumpfen und Banjo-Saiten auf der Gitarre das Spielen neu beibrachte. Der Rest ist Geschichte. Und obwohl Iommi vor allem für seine fetten Riffs, seinen tiefergestimmten Sound und seine ohrenbetäubende Lautstärke bekannt war, so schlich sich das jazzige Gespür Reinhardts immer wieder auch in seinen Stil ein. Die gesamte Band war am Anfang ihrer Karriere wesentlich aufgeschlossener, als es sich vermuten lässt. Bill Ward zitierte immer wieder Big Band-Größen wie Gene Krupa und Buddy Rich als Einfluss. Wer hätte es geahnt?


4. Jethro Tull – My Sunday Feeling

Fast aber wäre es nie dazu gekommen, dass Iommi als Gitarrist von Black Sabbath den neuen Sound erschuf, den wir heute als Metal kennen. Im Dezember 1968 verließ er abrupt die Band, die sich damals noch Earth nannte. Jethro Tull hatten ihm einen Platz an der Gitarre angeboten. Es sollte jedoch nur ein kurzes Techtelmechtel bleiben: Kaum zwei Monate später stand Iommi wieder bei seiner alten Band auf der Matte, entschiedener denn je. „Es war einfach nicht das Richtige, deshalb bin ich gegangen“, erinnerte er sich an den Ausstieg aus Jethro Tull. „Ich dachte zuerst, dass Tull großartig wären, aber einen Anführer wie Ian Anderson zu haben, war nicht mein Ding. Von Jethro Tull kam ich mit einer neuen Attitüde zurück. Sie hatten mir beigebracht dass du dich ins Zeug schmeißen musst, wenn du vorankommen willst.“

Eine Lektion mit weitreichenden Konsequenzen, denn tatsächlich ist Iommi das einzige Bandmitglied, welches die gesamte Karriere Black Sabbaths über nicht die Band verließ. Selbst mit Anderson versteht sich Iommi heute noch gut und die beiden können über die Episode herzlich lachen. Iommis einziger öffentlicher Auftritt mit Jethro Tull nämlich wurde für die TV-Sendung Rolling Stones Rock and Roll Circus aufgezeichnet, zu der die Band Playback spielte während Anderson live sang und Querflöte spielte. „Tony kam mit einem Hut ins Studio, den er sich ins Gesicht zog, damit ihn niemand erkennt“, lachte Anderson. „Er war ziemlich beschämt, weil seine Gitarre nicht mal eingestöpselt war.“ Das sollte ihm nach seiner Rückkehr so nicht mehr passieren! Stattdessen hauchte er der jungen Band, die sich kurz darauf in Black Sabbath umbenannte, neues Leben ein.


5. Crow – Evil Woman

Im Januar 1970 war es soweit: Black Sabbath veröffentlichten ihre allererste Platte. Ein treffendes Datum, eröffneten sie damit doch ein neues Jahrzehnt, das sich von der Flower-Power-Generation endgültig emanzipieren wollte. Wie groß der Unterschied zwischen dem Sound der sechziger und dem der siebziger Jahre sein sollte, zeigt sich genau an dieser ersten Black Sabbath-Single. Evil Woman von Crow, das die vier aus Aston darauf coverten, klang im Original keinesfalls so böse wie sein Titel es versprach. Vielmehr war darauf ein fett orchestrierter Blues-Rock-Sound zu hören.

Black Sabbaths Version des Stücks hingegen, die ebenfalls auf dem im Februar nachfolgenden Debütalbum der Band zu hören war, war ungleich harscher, kälter und härter. Neben Iommis trockenen Riffs und dem sturen Zusammenspiel von Butler und Ward war es vor allem Osbournes Stimme, die dem Song eine ganz andere Dimension verleihte. Plötzlich klang Evil Woman wirklich abgründig, verstörend, beklemmend – böse eben! Obwohl diese allererste Veröffentlichung vor dem LP-Erstling keine großen Wellen schlug, markierte sie doch eindeutig den Anfang von etwas Neuem, Großem. Black Sabbath hoben selbst den schwersten Blues Rock noch auf ein neues Level!


6. Led Zeppelin – Communication Breakdown

All das hieß aber selbstverständlich nicht, dass Black Sabbath in den siebziger Jahren ohne Konkurrenz gewesen wären. Legendär geworden ist der freundschaftlich ausgetragene Wettstreit zwischen Sabbath und Led Zeppelin. Geezer Butler verriet dem Magazin Classic Rock sogar, dass es der Sabbath-Hit Paranoid fast nicht auf ihr zweites Album geschafft hätte. Warum? Weil er und Osbourne befürchteten, der Song würde zu sehr nach Communication Breakdown klingen. „Wir haben Zeppelin damals geliebt und saßen oft im Kreis, haben eine Tüte geraucht und ihr erstes Album gehört“, erinnerte er sich. „Als Tony dann mit dem Riff von Paranoid ankam, fiel es mir und Ozzy sofort auf. ‚Das können wir nicht machen‘, sagten wir.“ Die Geschichte endete anders, wie wir wissen.

Die Gemeinsamkeiten beider Bands hörten da jedoch noch nicht auf. Als Led Zeppelin sich im Jahr 2016 vor Gericht gegen den Vorwurf behaupten mussten, Stairway To Heaven von einer Komposition der Band Spirit abgekupfert zu haben, gab es Rückendeckung von Ozzy: „Diese Gruppe ist fantastisch“, sagte er gegenüber dem Rolling Stone. „Warum sollten sie irgendjemanden beklauen? Was für eine Zeitverschwendung!“ Dabei war das nicht das erste Mal, dass sich Led Zep mit Plagiatsvorwürfen herumschlagen mussten… Sei’s drum! Die Freundschaft beider Bands hätte uns sogar fast eine Kollaboration geschenkt. Denn während der Aufnahmen zum Album Sabotage schaute die Band im Studio vorbei und John Bonham setzte sich für eine gemeinsame Jam-Session hinters Schlagzeug. Schade, dass wir deren Resultat wohl nie hören werden!


7. Rainbow – Man On The Silver Mountain

Wenn wir von den Einflüssen anderer Bands auf Black Sabbath sprechen, dann können wir es einerseits nicht bei ihrer Frühphase belassen und müssen andererseits auch einige ungeliebte Gäste abdecken. Bereits Mitte der siebziger Jahre hinterließ der exzessive Lifestyle seine Spuren im Gefüge der Band, gegen Ende des Jahrzehnts begann sie bröckeln. Als Osbourne 1979 aus der Band geschmissen wurde, kam eine Ära an ihr Ende. Während Bandmanager Don Arden noch zu schlichten versuchte, hatte seine Tochter Sharon – die den geschassten Ozzy später heiraten sollte – schon einen Ersatz parat. Ronnie James Dio war als Sänger der Band Elf bekannt geworden, bevor ihn Ritchie Blackmore von Deep Purple für ein neues Projekt engagiert: Rainbow. 1979 jedoch gingen der Songwriter und der Sänger nach drei Alben getrennte Wege, das Timing schien also perfekt.

Die gemeinsame Zusammenarbeit mit Black Sabbath verlief indes nicht immer glimpflich, so gut sie auch anfing. Nachdem sich Iommi und Dio in der Bar The Rainbow (!) in West Hollywood kennen lernten, schrieben sie schon kurz darauf bei einer Jam-Session ihren ersten gemeinsamen Sabbath-Song, Children of the Sea. Nur drei Jahre später trennten sich die Wege der beiden jedoch unter heftigem Streit. Iommi beschuldigte Dio unter anderem, heimlich des Nachts während der Aufnahmen zum Album Live Evil den Mix verändert zu haben, damit seine Stimme im Vordergrund steht. Auweia! Dennoch hinterließ Dio seine Spuren in der Band, die vorher an den chaotischen Ozzy gewöhnt war.

Übrigens blieb es nicht bei dieser einen personellen Überschneidung: Auch der ehemalige Rainbow-Bassist Bob Daisley, der seinerseits ebenfalls in Osbournes Band gespielt hatte, wurde für das Album The Eternal Idol ins Boot geholt. Auch er blieb nicht lange und war schon nicht mehr Teil der Band, als diese mit der Platte einen kommerziellen Flop einfuhren. Der vormalige Rainbow-Drummer Cozy Powell hingegen hielt es schon länger in der Band aus – von 1989 bis 1996 saß er bei vier Alben hinter der Schießbude.


8. Deep Purple – Smoke On The Water

Mit Rainbow hatte Iommi fast ein gesamte Band durch Black Sabbath laufen lassen, die Resultate waren… Na, sagen wir, gemischt. Der eigentliche Skandal kam kurz nach dem Ausstieg von Dio. Derweil dieser nämlich von Fans lauwarm aufgenommen wurde, konnten sie mit seinem Nachfolger so gar nichts anfangen. Ian Gillan war Teil der Band, die Ritchie Blackmore 1975 in Richtung Rainbow verließ, Deep Purple. Ursprünglich hatte Sabbath-Manager Arden die drei verbliebenen Originalmitglieder mit ihm zusammengebracht, um eine neue Supergroup zu formen. Doch die Plattenfirma wollte es anders. Im April 1983 verkündete sie stolz und entgegen der Einwände der Mitglieder, dass Black Sabbath einen neuen Sänger hätten.

„Als Ian Gillan übernahm, war das das Ende für mich“, gab Geezer Butler desillusioniert zu Protokoll. Das Album und die darauf folgende Tour wurden zu einem absoluten Desaster. Die vier Musiker wollten nie als Black Sabbath auf der Bühne stehen, mussten es nun aber. Schwer tat sich vor allem Gillan damit, denn er konnte sich die Texte der alten Sabbath-Stücke einfach nicht merken und während der Auftritte im Trockeneisnebel den Teleprompter kaum entziffern. Textsicher zeigte er sich immerhin während der Zugaben, denn dann gaben Black Sabbath regelmäßig den großen Deep Purple-Hit Smoke On The Water zum Besten. Wäre doch alles so einfach gewesen! Gillan verließ die Supergroup rasch für die neu formierten Deep Purple und Butler machte solo weiter. Gillans Stippvisite hätte beinahe die Band zerstört. Ohne, dass er es darauf angelegt hätte.


9. Body Count – Body Count

Denn nicht nur Butler verließ die Band, auch Drummer Bill Ward stieg erneut aus. Nicht das erste Mal, dass der Trommler sich verabschiedete – und nicht das letzte Mal. Die achtziger und neunziger Jahre waren für Black Sabbath gelinde gesagt bewegt. Tony Martin und Glenn Hughes übernahmen für folgende Alben den Gesang, doch Black Sabbaths Erfolge fielen bescheiden aus. Eine Frischzellenkur war Mitte der neunziger Jahre mehr als überfällig und so suchte die Band die Hilfe eines ungewöhnlichen Partners. Forbidden brachte das Line-Up aus der Zeit Tyr-Ära erneut zusammen und holte Ernie C als Produzenten ins Boot. Mit seiner Band Body Count hatte der Gitarrist maßgeblich den aufblühenden Crossover-Sound mitgeprägt. Doch wie sollte das klingen – Rap Sabbath!?

Rückblickend ist niemand der Beteiligten mit dem Ergebnis zufrieden. Tony Martin schob das vor allem auf die Produktionsumstände, Iommi auf den Produzenten. „Ich musste ihm alles überlassen“, klagte er. Dass nicht immer alle Beteiligten bei den Aufnahmen anwesend waren, half wohl ebenso wenig. Dabei war der Versuch allein ehrbar und vielleicht hätte Forbidden wirklich frisch, neu und umwerfend klingen können. Wären die Umstände nur andere gewesen. So half selbst das Feature The Illusion Of Power mit Body Count-Sänger Ice-T nicht darüber hinweg, dass Black Sabbath einen ihrer größten Misserfolge überhaupt einstecken mussten.


10. Earth – Teeth Of Lions Rule The Divine

Die Geschichte Black Sabbaths wäre damit noch lange nicht auserzählt und auch die Fülle von Musik, die in ihren Songs im Laufe der letzten 50 Jahre widerhallte, lässt sich unmöglich abdecken. Eine noch größere Sisyphosaufgabe würde es indes bedeuten, ihren Einfluss auszuloten. Welche Metal-Band hat nicht auf die eine oder andere Art Black Sabbath ihre Existenz zu verdanken? Kaum eine Gruppe hat das Sabbath-Projekt der Anfangstage jedoch dermaßen logisch zur Vollendung geführt wie diejenige Band, die sich ihren ursprünglichen Namen lieh: Earth.

Der Gitarrist Dylan Carlson gründete Earth im Jahr 1989 gemeinsam mit Slim Moon und Greg Babior. Im Jahr 1993 veröffentlichte er zusammen mit den neu dazu gestoßenen Mitgliedern Dave Harwell und Joe Burns das Album Earth 2 (nein, ein Earth 1 gab es nie!), welches heute als Meilenstein des Drone/Doom Metals gilt. Fette Riffs, die über 75 breit gewalzt werden, der pure böse Lärm – und keine Vocals. Auf Earth 2 hallte wider, was sich in den ersten Riffs von Black Sabbath angekündigt hatte. Eine Neuinterpretation des Sabbath-Sounds, wie sie damals noch unmöglich schien. Aber hatten Sabbath nicht selbst gezeigt, dass es lediglich eine ganz besondere Band braucht, um das Unmögliche möglich zu machen?


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Dio & Gary Moore: Legendäre Alben erscheinen als spezielle japanische SHM-CD-Versionen

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Dio
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Dio: Holy Diver und mehr als Reissue

Ronnie James Dio gilt zu Recht als einer der größten Metal-Frontmänner aller Zeiten. Der 2010 verstorbene Sänger mit der großen Stimme hinterließ ein umfassendes Werk mit diversen Projekten und Bands. Zu seinen erfolgreichsten Solo-Alben zählen Holy Diver, The Last in Line und Sacred Heart — und genau die kommen demnächst in ganz besonderer Form auf den Markt.

Alle drei Alben erscheinen am 5.5.2023 als japanische Wiederveröffentlichung in Form einer speziellen 2-SHM-CD-Edition. Die CDs kommen mit nachgebildeten Original-LP-Hüllen mit Original-Finish und Original-Artwork sowie dem charakteristischen japanischen Obi-Strip daher. Bei den Versionen handelt es sich um neu abgemischte und gemasterte Versionen der 2012-Editionen. Dazu gibt es bei jedem Album eine Bonus-Disc mit speziellen Bonustracks.


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Gary Moore: Eine ganze Reihe von speziellen Veröffentlichungen

Freund*innen des legendären Blues-Gitarristen Gary Moore kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Von ihm erscheinen eine ganze Reihe von Alben in eben jenem SHM-CD-Format. Moore-Fans dürfen sich auf folgende Longplayer in besonderer Edition freuen: Corridors Of Power, Rockin’ Every Night – Live In Japan, Victims Of The Future, We Want Moore!, Run For Cover, Wild Frontier, After The War, Still Got The Blues und After Hour. Auch die Moore-Veröffentlichungen enthalten Bonustracks, Obi-Strip sowie Original-Artworks. Hier wurden die 2002-Versionen für das Remaster herangezogen. Bonustracks gibt es natürlich auch en masse!


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Was ist eine SHM-CD?

Bei einer SHM-CD handelt es sich um ein spezielles CD-Format, das 2006 von Universal Music Japan und JVC erfunden wurde. SHM-CD steht für Super High Material Compact Disc. Dabei wurde der gewohnte Polycarbonat-Träger durch ein neuartiges Material ersetzt. Dies erleichtert einerseits die Produktion, aber auch das jitterfreie Auslesen.

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Boygenius: Indie-Supergroup um Phoebe Bridgers mit drei Singles und neuem Album zurück

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Lloyd Bishop/NBCU Photo Bank/NBCUniversal via Getty Images via Getty Images

Boygenius melden sich zurück. Die US-amerikanische Indie-Supergroup um Phoebe Bridgers, Julien Baker und Lucy Dacus erfreut ihre Fans mit guten Nachrichten.

 von Markus Brandstetter

Fünf Jahre nach der Veröffentlichung ihrer selbstbetitelten EP erscheinen am 31. März 2024 nicht nur drei Singles, $20, Emily I’m Sorry und True Blue — sondern auch das erste Full-Length-Album der Band, schlicht the record betitelt.

Hört die drei Singles hier:

$20

Emily I’m Sorry

True Blue

Die Tracklist von the record:

1. Without You Without Them
2. $20
3. Emily I’m Sorry
4. True Blue
5. Cool About It
6. Not Strong Enough
7. Revolution 0
8. Leonard Cohen’
9. Satanist
10. We’re In Love
11. Anti-Curse
12. Letter To An Old Poet


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boygenius - the record
boygenius
the record
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Boygenius fanden sich im Laufe der letzten Jahre immer wieder zusammen — unter anderem auf Phoebe Bridgers Song Graceland Too auf dem Album Punisher, auf dem Stück Roses/Lotus/Violet/Iris von Paramore-Frontfrau Hailey Williams sowie auf Julien Bakers Album Little Oblivions. Boygenius werden beim US-amerikanischen Coachella-Festival im April 2023 auftreten, weitere Shows sind indes nicht bekannt.

Phoebe Bridgers auf Tour mit Taylor Swift

Phoebe Bridgers ist derweil auch solo schwer beschäftigt. Für sie stehen im Januar und Februar Sows in Australien, Neuseeland, Singapur und Japan an — ehe es im Mai auf US-Tour als Support für Taylor Swift und deren Eras-Tour geht. Auf den Nachfolger von Bridgers großartigem Album Punisher (das Songperlen wie Kyoto oder I Know The End beeinhaltet) müssen ihre Fans indes noch warten. Viele rechnen damit, dass Bridgers noch 2023 mit einem neuen Soloalbum nachlegen wird.

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