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Popkultur

Die musikalische DNA von Freddie Mercury

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„Wieder und wieder sagte er: ‚Schreibt mir mehr. Schreibt mir Kram. Ich will es nur einsingen und wenn ich nicht mehr bin, könnt ihr es zu Ende bringen.‘ Er hatte wirklich keine Angst“, sagte Brian May über den Sänger seiner Band Queen. Die Geschichte ist bekannt: Freddie Mercury nahm mit Mother Love im Mai 1991 einen letzten Song nur über den Beat einer Drummachine auf, bevor ihn die Kräfte verließen. „Ich bring‘s beim nächsten Mal zu Ende“, soll er gesagt habe. Sechs Monate später aber verstarb er an den Folgen seiner AIDS-Erkrankung und die letzte Strophe wurde nie von ihm, sondern von May aufgenommen.


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Die Anekdote beschreibt sehr gut, was Farrokh Bulsara, wie Mercury bürgerlich hieß, ausmachte. Die Musik ging ihm über alles, für sie verlangte er sich schier unmenschliche Anstrengungen ab –und schaffte dabei Übermenschliches. Nicht ohne Grund nannte ihn ein Roger Daltrey von The Who „den besten Rock’n’Roll-Virtuosen aller Zeiten“. Nicht ohne Grund machte sich 2016 sogar ein Team von Wissenschaftler*innen daran, das Geheimnis von Mercurys Stimme zu ergründen: Warum gefällt sie uns so sehr, was macht ihr Magie aus? Dabei hätte jeder Fan von Queen und Mercurys Musik als Solo-Künstler sofort die richtige Antwort parat: Es ist die unbändige Leidenschaft, die seine Stimme und seine Bühnenpräsenz so besonders machten.

Legendär war ebenso die künstlerische Neugier des Songwriters. „Ich hasse es, dieselbe Sache immer und immer und immer wieder zu machen”, erklärte er einst. „Ich will lieber wissen, was aktuell in Sachen Musik, Film und Theater so los ist, und das alles in meiner Kunst einbauen.“ Gesagt, getan: Kaum ein anderer Musiker, kaum eine andere Band können eine dermaßen vielschichtige Diskografie aufweisen wie Mercury und seine Band. Doch was genau war es, was ihn zu stilistischen Richtungswechseln und neuer Kunst inspirierte? Das erfahren wir mit Blick auf die musikalische DNA von Freddie Mercury.


1. Little Richard – Tutti Frutti

„Er konnte noch den Fans ganz am Ende der Arena das Gefühl geben, dass sie ganz nah bei ihm waren“, sagte May an anderer Stelle über den Kollegen. Und richtig, Mercurys Bühnenpräsenz ist bis heute der Stoff von Legenden. Nicht selten versuchen andere, ihm die flamboyanten Posen nachzumachen. Doch Charisma lässt sich nicht erlernen oder antrainieren! Obwohl es durchaus hilft, die eigenen Idole genau zu studieren. Schon mit zwölf Jahren gründete der kleine Farrokh seine erste Band, damals noch im Internat in der Nähe von Mumbai. Neben Songs von Cliff Richard fanden sich auch die Hits von Little Richard im Repertoire der Rotzlöffel, die unter dem Namen The Hectics firmierten.

Mit seinem genauen Gehör und seiner Leidenschaft für westliche Pop-Musik fiel Farrokh schon damals auf. Sein Gebaren auf der Bühne aber? Das war damals erst noch in der Reife, obwohl er am Klavier stehend schon eine gute Figur gemacht haben soll. Little Richard aber wird es vor allem gewesen, der dem aufstrebenden Teenager beigebracht hat, dass gutes Songwriting allein nur die halbe Miete ist. Der Tutti Frutti-Sänger hat ihm wohl aber auch ein paar musikalische Kniffe beigebracht, denn Songs wie Crazzy Little Thing Called Love – angeblich von Mercury innerhalb weniger Minuten in der Badewanne geschrieben – beziehen sich eindeutig auf den Sound, für den Little Richard als Musiker erst den Grundstein gelegt hat.


2. The Ronettes – I Can Hear Music

Noch bevor Mercury den Namen Freddie Mercury annahm und mit Queen die Welt im Sturm eroberte, musste auch er sich hocharbeiten. 1972 nahm er unter dem Pseudonym Larry Lurex seine erste Single unter erschwerten Bedingungen auf: In den Londoner Trident Studios wurden ihm die Tore nur zwischen drei und sieben Uhr morgens geöffnet. „Dark Time“ nannte sich das damals. Der Tontechniker Robin Geoffrey Cable nutzte diese Zeit, um seine Fertigkeiten zu perfektionieren und wollte Phil Spectors berühmten „Wall of Sound“-Stil emulieren. Da ihm die Stimme Mercurys gefiel, lud er ihn für ein Cover von I Can Hear Music, einem der größten von Spector produzierten Ronettes-Hits, ein.

Der fackelte nicht lange und lud einen gewissen Brian May sowie den Drummer Roger Taylor zu sich ins Studio. Neben einer Version von Carole Kings und Gerry Goffins Goin’ Back bannten sie auch I Can Hear Music aufs Band. Ihre Version orientierte sich eher an dem bekannten Beach Boys-Cover der Komposition, zeigte aber schon Mercurys erstaunliche Fähigkeiten. Es sollte aber eine einmalige Gelegenheit sein – kurz darauf debütierte Mercury schließlich mit seiner Hauptband! Der Name Larry Lurex übrigens war ein böser Scherz in Richtung Gary Glitter und dem Glam-Rock-Trend. Gut kam die Single nicht an, die in der Woche darauf veröffentlichte Queen-LP aber zum Glück schon mehr. Für die zweite LP übrigens rekrutierten sie erneut Cable, der dem Track Funny How Love Is den „Wall of Sound“-Stil verpasste.


3. Aretha Franklin – (You Make Me Feel Like) a Natural Woman

Die Haltung also stimmte, um den Sound kümmerten sich die richtigen Leute. Fehlte noch? Genau. Der Gesang. Wer genau ganz oben auf Mercurys Liste stand, das ist bekannt: Aus seiner glühenden Verehrung für Aretha Franklin machte er niemals einen Hehl. „Ich wünschte, ich könnte so singen“, sagte er in einem Fernsehinterview. „So wunderschön, so mühelos. Sie singt wie ein Traum, als müsse sie gar nicht nachdenken.“ Worte, mit denen heutzutage vermutlich nicht wenige seinen Beitrag zur Musik charakterisieren würden. Was er beim Live Aid-Konzert im Juli 1983 während des Songs Radio Gaga von sich gab, von dem wird schließlich heute noch als „The Note Heard Round the World“ gesprochen!

Für Stücke wie Somebody To Love lieh sich Mercury die Gospel-Einflüsse Franklins, wie er sie auf Alben wie Amazing Grace besonders schätzte. Sein Lieblingsstück aber? „Ich denke, Natural Woman. Sie hat so viele Singles und Stücke, die ich mag, aber Natural Woman…“, schwärmte er. „Alles von ihr ist allerdings großartig. Ich bin nur sauer, dass George Michael mit ihr ein Duett eingesungen hat – das hätte ich besser gekonnt!“ Das meinte er natürlich mit einem Lacher und einem fetten Augenzwinkern. Ein bisschen gemeinsame Studiozeit mit der Lady Soul hätte ihm aber gefallen – und sei es nur, um ihr Organ auf Somebody To Love zu hören… So allerdings reichte es nur zu einem Ständchen für den traurigsten Anlass überhaupt: Take My Hand, Precious Lord und You’ve Got a Friend wurden auf seiner Beerdigung gespielt.


4. Jackson 5 – I Want You Back

Zu einem anderen Duett hat es allerdings gereicht, und das sogar mit dem größten Pop-Star seiner Zeit. Wer, bitteschön? Na klar, Michael Jackson. 1983 enterte der gemeinsam mit Mercury das Studio, um drei Songs aufzunehmen, einer davon bestimmt für Mr. Bad Guy, dem Solo-Debüt Mercurys. Es sollte aber mehr als drei Jahrzehnte dauern, bis die Fans das Stück hören konnten, dazwischen lagen zähe Verhandlungen vor Gericht. There Must Be More To Life Than This allerdings kam dann doch nicht der musikalischen Offenbarung gleich, die sich viele von der ungleichen Paarung erhofft hatten. Kein Wunder, dass die beiden sich gegen die Veröffentlichung entschieden hatten.

Noch bevor Jackson zum größten Star der achtziger Jahre aufstieg und sogar noch vor Mercurys ersten Erfolgen mit Queen war er der Stimme aus der Motor City verfallen. Seine Mitbewohner konnten ein Lied davon singen! Er spielte I Want You Back in Dauerschleife. Dabei war es doch eine waschechte Rock-WG… Aber so war Mercury: Offen für andere Musikstile und neugierig auf das, was es da draußen noch zu entdecken gab. Dass er sich eines Tages mit dem Lead-Sänger der Band anfreunden würde und schließlich mit ihm (und, so will es die Legende, seinem Lama!) im Studio einschließen würde, konnte damals ja noch niemand ahnen. Nur geglückt ist es nicht. Angeblich sogar waren die beiden nach der Episode ziemlich genervt voneinander…


5. Chic – Good Times

Dabei hatte es doch alles so toll angefangen und die beiden Sänger waren wie wild um die Häuser gezogen, bevor sich Jackson in seine „Festung“, wie Mercury es nannte, zurückzog. Die gemeinsamen Clubnächte werden aber wohl unvergessen geblieben sein. Stellt euch das mal vor, Mercury und Jackson auf dem Dancefloor! Mercurys Affinität für die Disco-Szene war bestens dokumentiert. Ausgerechnet in München fand er während der Aufnahmen des Queen-Albums Hot Space seinen Sweet Spot – und nebenbei, so heißt es, auch seine große Liebe. Musikalische Inspiration aber war ebenso drin.

München war die Hauptstadt des Euro Disco-Sounds, wie ihn vor allem der Produzent Giorgio Moroder prägte, seines Zeichens unter anderem für den Donna Summer-Hit I Feel Love verantwortlich. Aber auch aus der US-amerikanischen Disco-Szene kam die Inspiration für Queen, vor allem Mercury. Dass ein Song wie Chics Good Times sich auf den Sound von Stücken wie Another One Bites The Dust auswirkte, hat wohl aber nicht nur musikalische Gründe. Die Disco-Community war ein sicherer Hafen für Menschen, die ihrer Sexualität oder sexuellen Identität wegen von der Mehrheitsgesellschaft an den Rand gedrängt wurden. Der Dancefloor war für viele von ihnen der einzige Ort, wo sie furchtlos mit anderen sie selbst sein konnten. Der homosexuelle Mercury wird sich sicherlich auch mit diesem Aspekt der Disco-Kultur identifiziert haben.


6. David Bowie – Space Oddity

Während seiner Karriere, ja bis zu seinem Tod sah sich Mercury der Diskriminierung ausgesetzt. Die Presse schlachtete alle Gerüchte über seine Homosexualität genüsslich aus, Frieden gab es für ihn keinen. Währenddessen nahm es ihm die queere Community übel, dass er sich lange Zeit nicht offen zu ihr bekannte. Das glorreiche Leben der Stars, es hat eben seine Schattenseiten. Das gilt insbesondere für diejenigen, die nicht dem gesellschaftlichen Ideal entsprechen. Es sei denn natürlich, es handelt sich um David Bowie. Wie kein anderer konnte der Brite Grenzen überschreiten und wurde genau dafür gefeiert. Vielleicht manchmal zu Unrecht: Noch heute steht nicht mit Sicherheit fest, ob Bowies Bisexualität mehr als nur ein flotter Marketing-Gag war…

Sei‘s drum, Mercury schaute zu dem älteren Pop-Giganten auf. Wortwörtlich tat er das 1969 auf dem Kensington Market in London, als er Bowie kurz nach dessen Durchbruch mit Space Oddity ein neues Paar Stiefel anpasste! So zumindest will es die Legende. Als aus dem Schuster schon längst ein Millionär geworden war, fanden die beiden erneut zueinander und nahmen mit Under Pressure das wohl denkwürdigste Duett der Rock-Geschichte auf. Die Bewunderung beruhte nämlich auf Gegenseitigkeiten: „Von allen theatralischen Rock-Performern hat es Freddie weiter voran getrieben als der Rest… Er hat sie alle von der Klippe geschmissen“, sagte Bowie über den Kollegen. „Und natürlich habe ich immer viel Bewunderung für einen Typen in Strumpfhosen über!“ Ein Typ in Strumpfhosen übrigens, der Bowie an einem Tag im Jahr 1969 seine Stiefel angeblich sogar umsonst überließ…


7. The Beatles – A Day In The Life

Im Geben war Mercury besonders gut, wie auch seine Freund*innen stets zu berichten wussten. Doch hin und wieder nahm er auch. Noch vor dem schicksalsträchtigen Treffen mit Bowie ging ihm immer wieder eine Zeile durch den Kopf, zu der ihm partout keine Melodie einfallen wollte und die heute zu den bekanntesten der Rock-Geschichte gehört: „Mama, just killed a man…“. Den Knoten lösen konnte er dank vier Pilzköpfen, die mit A Day In The Life den perfekten Backing-Track dafür geschrieben hatten. Glaubt ihr nicht? Versucht mal, den Anfang von Bohemian Rhapsody über das Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band-Stück zu singen! Klappt, oder? Nur der Rest natürlich klingt ganz anders…

Es war nicht das erste Mal, dass Queen in die Fußstapfen der Fab Four traten: Schon ihr Debüt hatten sie im ehemaligen Studio der Beatles aufgenommen. Die Beatles gab es damals schon nicht mehr, immerhin aber lebten sie noch alle. Besonders John Lennon stach als Solo-Künstler und Persönlichkeit hervor – er war Mercurys Favorit. „Ich würde mich nie auch nur überhaupt mit ihm vergleichen, denn er war einfach der Beste“, sagte er brüsk in einem Fernsehinterview auf die Frage hin, wie er sich in Relation zu Lennon sehe. „John Lennon war einzigartig, ein Unikat. Ich bewundere ihn sehr.“ Wer nicht?


8. Elton John – Your Song

Insbesondere mit Lennons Engagement als Friedensaktivist wollte sich Mercury keinesfalls messen. Dabei hatte er selbst doch einigen politischen Einfluss! Oder zumindest in Großbritannien Kontakte nach ganz oben. Denn er konnte Lady Di als enge Vertraute zählen und schmuggelte sie sogar der Legende nach undercover in einen von Londons berüchtigsten Schwulenclub! Die nur wenige Jahre nach Mercury tragisch verstorbene Prinzessin war auch mit Elton John gut befreundet, der wiederum bestens mit Mercury konnte. Ein tolles Trio! Doch das Schicksal riss sie auseinander. Dass sich Lady Di und Elton John für die Bekämpfung der AIDS-Epidemie und gegen die Stigmatisierung der Erkrankten einsetzen, lag vor allem daran, dass sie den Krankheitsverlauf aus nächster Nähe mit ansehen mussten.

Mercury und den Kollegen verband eine langjährige Freundschaft, die nicht selten feucht-fröhlich verlief. „Er konnte mich unter den Tisch feiern – und das soll schon was heißen!“, erinnerte sich John an die wilden Partynächte der beiden. Nicht etwa, dass die beiden nur im Club miteinander auskamen. Selbst über den Tod hielt die Freundschaft: Einen Monat, nachdem Elton John als einer der wenigen Gäste auf Mercurys Beerdigung anwesend war, wurde ihm ein Gemälde angeliefert. Auf einem Kärtchen stand „Liebe Sharon, ich dachte, das sollte dir gefallen. Alles Liebe, Melina. Frohe Weihnachten.“ Ein Geschenk von Mercury, das er Monate vorher organisiert hatte. Sharon und Melina, so John, seien die Drag-Namen der beiden für einander gewesen.


9. God Save The Queen

Bis kurz vor seinem Tod war die Diagnose Mercurys nicht öffentlich bekannt, viel wurde jedoch wurde darüber spekuliert. Elton John selbst sagte, er habe die schlimme Botschaft bereits 1987 erfahren, ein Jahr nach dem letzten öffentlichen Auftritt von Mercury mit seiner Band. Am 9. August 1986 spielte Mercury im Knebworth Park in England das letzte Queen-Konzert seines Lebens – vor 160 000 Menschen! Das theatralische Ende des Konzerts scheint rückwirkend ein schlechtes Omen zu sein: Während God Save the Queen, die britischen Nationalhymne lief, verabschiedete er sich mit einer Krone in der Hand von seinem Publikum: „We love you!“ So ging er, der König…

Dass sich Mercury der britischen Krone dermaßen verpflichtet sah, verwundert zuerst. Denn schließlich wurde er selbst nicht dort, sondern nur im britischen Kolonialgebiet geboren, in Sansibar, heute Teil des Unionstaats Tansania, das erst 1963 seine Unabhängigkeit erklären konnte. Seine Kindheit hingegen verbrachte Farrokh in Indien, wo der britische Kolonialismus im Namen der Krone ebenfalls seine Spuren hinterlassen hatte. Dennoch zog es ihn auf die Insel, dennoch konnte er sich dort am besten arrangieren und starb 1991 in Kensington, fünf Jahre nachdem er noch mit Queen der Queen einen letzten Tribut gezollt hatte.


10. Sex Pistols – God Save The Queen

Manche werden bei dem Titel God Save The Queen vermutlich nicht an die britische Hymne, sondern eine ganz bestimmte Band denken: Die Sex Pistols brachten mit der Veröffentlichung ihrer gleichnamigen Single Punk in den Mainstream und brachen damit eine musikalische Revolution los. Wer war schuld? Natürlich Freddie Mercurys Zahnarzt! Wie bitte? Genau, richtig gelesen. Die Story läuft wie folgt: Am 1. Dezember 1976 müssen Queen ihren Auftritt bei Bill Grundys Today-Show absagen, weil Mercury seinen ersten Termin seit angeblich 15 (!) Jahren wahrnimmt. Die Dentalpflege kann nicht warten!

Queens damaliges Label EMI macht aus der Not eine Tugend und schickt stattdessen ein neues Signing zu Grundy: die Sex Pistols. Das Interview wurde legendär: Alle Beteiligten – ja, anscheinend auch Grundy – haben ordentlich einen im Tee und lassen kein Fettnäpfchen aus. Sogar eine Hakenkreuz-Binde ist zu sehen und das Wort „fucker“ zu hören. Für die damalige Zeit ist das kurze Gespräch ein echter Skandal, den die Yellow Press begierig aufgreift. Die Band wird national bekannt und bald schon interessieren sie sich auch außerhalb der Insel für die Pistols. Die Punk-Revolution, wir haben sie also – zumindest teilweise – Mercurys zwickendem Gebiss zu verdanken… Na sowas auch!


Hör hier in die musikalische DNA von Freddie rein:

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Popkultur

Bowie, Banken und Urin: 5 Dinge, die ihr über Placebo-Dandy Brian Molko noch nicht wusstet

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Brian Molko
Foto: Ricardo Rubio/Europa Press via Getty Images

Die Geschichte der Rockmusik wäre ohne Placebo und vor allem ihren androgynen Frontmann Brian Molko anders verlaufen. Zum 50. Geburtstag des ewig jungen Peter Pan des Rock’n’Roll haben wir mal ein paar Dinge zusammengetragen, die ihr vielleicht noch nicht wusstet. Aber Achtung: Eins ist ziemlich eklig.

von Björn Springorum

Ach, Brian Molko. Was war da los, als er in den Neunzigern mit Placebo die Alternative-Rock-Welt im Sturm erobert und mit Eyeliner, aufwühlenden Texten über Mental Health, Obsession, Sucht und Femininität einen dringend benötigten Gegenpol zum ewigen Schwanzvergleich der Alphamännchen liefert. Brian Molko, dieser zierliche, verletzlich wirkende Künstler mit den traurigen Augen, wird zur Ikone, zur Galionsfigur einer ganzen Generation. Zu seinem 50. Geburtstag blicken wir auf die unbekannte Seite des Sängers und seine teilweise gewöhnungsbedürftigen Marotten.

1. Brian, der Banker

Wenn es nach Brian Molkos Vater gegangen wäre, einem jüdischen Amerikaner mit französischen und italienischen Wurzeln, wäre der junge Brian ein Banker geworden. Molkos Reaktion ist Rebellion und Aufbegehren, er legt sich sein androgynes Image zu, trägt Nagellack und Lippenstift. Seine Schule verlässt er bald darauf, weil er gemobbt wird, und findet erst in seinem Schauspielstudium in London Erfüllung. Indirekt ist es also Molkos Vater zu verdanken, dass es Placebo überhaupt gibt. Thanks, Dad!

2. Mittelfinger für Homophobie

Brian Molko ist bisexuell. Zu Beginn seines meteoritenhaften Aufstiegs zum Idol und Sexsymbol spielt er gern mit Geschlechterklischees, um gegen Homophobie in der Musik vorzugehen. „Ich wollte, dass homophobe Typen zu unseren Konzerten kommen und denken: ‚Wow, mir gefällt die Sängerin. Ist die heiß!‘ Später würden sie dann herausfinden, dass der Sänger Brian heißt, was dann vielleicht dazu führt, dass man sich ein paar Fragen stellt.“

3. Dreckige Stiefel

Der Song, der Brian Molkos Leben ganz offiziell ändert, ist Dirty Boots vom wegweisenden Sonic-Youth-Album Goo. „Mein Kumpel Nick und ich waren 16, er kam zu mir, wir rauchten einen Joint, löschten das Licht und legten Goo auf“, erinnert sich Molko mal. „Damals spielte ich seit drei Jahren Gitarre, aber alles, was ich glaubte, mit einer elektrischen Gitarre tun zu können, löste sich an diesem Tag in Luft auf. Ein ganzes Universum neuer Möglichkeiten lag vor mir. Bis heute sind Sonic Youth wahrscheinlich mein größter Einfluss. Sie sind die größte Rock’n’Roll-Band aller Zeiten.“

4. Rat vom Starman

Die Freundschaft zwischen Brian Molko und David Bowie gehörte zu den besonders heilsamen Momenten in diesem ganzen irrsinnigen Rock’n’Roll-Karneval. Erst gehen Placebo auf Einladung von Bowie mit ihm auf Tour, später nehmen sie gemeinsam Without You I’m Nothing auf. Das wichtigste Detail dieser Beziehung liegt jedoch im Einfluss, den Bowie auf den damals sehr unsicheren, eskalativen, berauschten Molko hat: „David machte mich zu einem besseren Menschen. Mir wurde das aber erst nach seinem Tod klar. Damals war ich bei Weitem zu

5. Angepisst

Vor vielen Jahren gaben Placebo regelmäßig Meet And Greets für Wettbewerbsgewinner*innen. Bei einem kommt es zu einer unschönen Szene, Molko wird sehr unangenehm belästigt. Seither pinkelte er vor einem dieser Treffen stets auf seinen Zeigefinger. „Sie liefen alle mit ein klein wenig Molko-DNA davon“, sagte er mal. Ist aber lange her, wie er versichert.

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10 Songs, die jeder Placebo-Fan kennen muss

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Popkultur

Tarja im Interview über 15 Jahre „My Winter Storm“: „Ich spürte, dass ein neues Kapitel in meinem Leben begann“

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Tarja
Foto: Frank Hoensch /Getty Images

15 Jahre ist es her, dass Tarja Soile Susanna Turunen Cabuli — besser bekannt nur unter ihrem Vornamen Tarja — ihr Soloalbum My Winter Storm veröffentlichte. Der Longplayer war zwar genaugenommen nicht ihr Solo-Debüt (das war nämlich das finnischsprachige Weihnachtsalbum Henkäys ikuisuudesta, das noch während ihrer Zeit bei Nightwish erschien) – aber ohne Zweifel ein riesengroßer Befreiungsschlag und Meilenstein in ihrem Leben. Zwei Jahre trennten sich Nightwish von Tarja — jene Band, die sie mitgegründet und mit ihrer Stimme so maßgeblich geprägt hatte. Ein schwerer Schlag und ein großer Wendepunkt für die finnische Musikerin.. Umso erfreulicher war es natürlich, dass My Winter Storm bei Fans voll ins Schwarze traf. Das Album wurde zum Riesenerfolg — und zum Fundament für eine immer noch erfolgreiche Solokarriere. Im uDiscover-Interview spricht Tarja darüber, wie alles begann — und wie es sich anfühlt, in Buchform auf ihre Karriere zurückzublicken.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch My Winter Storm anhören:

Dein Soloalbum My Winter Storm wird dieses Jahr 15 Jahre alt. Kannst du ein wenig über deine Einstellung zu dieser Zeit erzählen – und woran du dich am meisten an diese Zeit erinnerst?

Der Beginn meiner Solokarriere war für mich persönlich eine super spannende Zeit. Ich wollte schon an meiner eigenen Musik arbeiten, als ich noch in der Band war, aber als es dann wirklich losging, fühlte sich alles wie ein Traum an. Jede Person, die mit mir arbeitete, war neu für mich, und ich musste erst einmal Vertrauen zu ihr fassen. Das war schwer, zumal ich nach dem, was mit mir und der Band passiert war, leider jegliches Vertrauen in die Menschheit verloren hatte. Ich war nicht stark genug, um einigen Leuten gegenüberzutreten und ihnen zu sagen, dass mir die Dinge nicht gefielen, wie sie liefen, aber ich habe es irgendwie geschafft, meine Stimme zu finden. Auch das Songschreiben war neu für mich, und ich war mir nicht sicher, ob ich es in mir hatte oder nicht. Erst nach einigen Jahren und mehr Erfahrung begann ich mich beim Songschreiben wohl zu fühlen und hatte keine Angst mehr davor. Für mich klingt mein Debüt-Rockalbum ziemlich unschuldig und erinnert mich daran, wie nervös ich damals war, aber es hat mich beflügelt, meine Karriere zu starten und auf eine bessere Zukunft zu hoffen.

Hattest du von Anfang an eine feste Vorstellung, wohin du mit deiner Solokarriere gehen wolltest?

Auf jeden Fall. Ich hatte ein kristallklares Bild davon, was ich erreichen wollte, aber ich war mir nicht so sicher, wie ich es erreichen sollte. Um meine Ziele zu erreichen, brauchte ich Menschen, die mir helfen, und ich musste mein Selbstvertrauen finden, um sie zu führen. Das war nicht leicht, aber ich bin immer meinem Herzen gefolgt, und nie hat mir jemand gesagt, was ich mit meiner Kunst tun sollte.

My Winter Storm war ein riesiger Erfolg. Es wurde in verschiedenen Ländern mit Gold oder Platin ausgezeichnet — auch in Deutschland. Ich kann mir vorstellen, dass ein solcher kommerzieller Erfolg eine große Erleichterung nach der ganzen Band-Situation gewesen sein muss?

Natürlich war es das, aber was mich noch glücklicher machte, war die Tatsache, dass ich endlich frei war, mich selbst auszudrücken. Ich spürte, dass ein neues Kapitel in meinem Leben begann, und ich war froh, diese Seite aufzuschlagen und weiterzumachen. Es war die Zeit, in der ich produktiv, kreativ und frei sein konnte.

In Deutschland bist du vor allem in der Metal- und Rockszene bekannt, in Finnland reicht deine Popularität weit darüber hinaus. Ist das für dich ein spürbarer Unterschied, was den Kontakt zu den Fans in beiden Ländern angeht und wie du wahrgenommen wirst?

Ja, das ist ein großer Unterschied. In Finnland bin ich eine Berühmtheit, eine öffentliche Person, wenn man so will. Mein Privatleben ist Gegenstand des Medieninteresses, und manchmal war es für mich ziemlich schwierig, damit umzugehen. Das ist auch einer der Gründe, warum ich nicht mehr in meinem Heimatland lebe. Als Künstlerin stehe ich gerne im Mittelpunkt, aber als Einzelperson bin ich nicht bereit, diese Last zu tragen. Seit Beginn meiner Karriere war mir klar, dass ich diese beiden Dinge in meinem Leben getrennt halten möchte. Mein Privatleben gehört mir. Das brauche ich, um mit einem gesunden Herzen Musik machen zu können.

Finnland scheint ein sehr gutes Umfeld für Musiker zu sein, da viele großartige Bands und Künstler von dort kommen, nicht nur im Rock und Metal, sondern auch im Jazz – in gewisser Weise vergleichbar mit Island. Siehst du das auch so – und wenn ja: warum denkst du, dass das so ist?

Du hast die Landschaft erwähnt. Sie ist ein inspirierender und wichtiger Einfluss für die Künstler in meinem Land, und das war schon immer so. Finnland ist ein ziemlich großes Land mit viel Natur und natürlichen Ressourcen, aber nicht zu vielen Menschen und überfüllten Orten. Unsere Natur ist sehr wichtig für uns. Wir wissen sie zu schätzen und sind stolz auf das, was wir haben. Es ist ziemlich schwierig, die dunklen und kalten Winter zu überstehen, und wenn im Frühling die Sonne am Himmel erscheint, ist jeder ein bisschen überwältigt von der Energie, die von ihr ausgeht. Jede Jahreszeit ist sehr unterschiedlich und dennoch inspirierend.

Letztes Jahr hast du dein Buch Singing In My Blood veröffentlicht, das du im ersten Jahr des Lockdowns geschrieben und zusammengestellt hast. Wie hat sich dieser Rückblick auf deine bisherige Karriere angefühlt, vor allem in einer sehr seltsamen Zeit wie dieser, in der alles still stand?

Die Arbeit an dem Buchprojekt war für mich teilweise wie eine Therapie. Es hat mir bewusst gemacht, wie reich mein Leben war und wie viel ich als Mensch schon erlebt habe. Es hat mich Dankbarkeit spüren lassen. Gerade wenn die Welt stillzustehen schien, musste ich mich auf das Buch konzentrieren, um das Gefühl zu haben, dass ich noch lebe. Es war wundervoll, Hunderte von Fotos durchzugehen, Menschen zu interviewen, die im Laufe der Jahre mit mir gearbeitet haben, und die Erinnerungen wieder aufleben zu lassen, die ich vergessen hatte. Ich habe die Arbeit an dem Buch wirklich genossen.

Was hättest du zu Beginn deiner Karriere gerne gewusst, was du heute weißt?

Ich hätte einige Änderungen an meinen Lebensumständen auf Tournee vorgenommen, um Stresssituationen zu vermeiden und mich zu schonen.

Du veröffentlichst gerade deine erste Best-of-Platte veröffentlicht. Im Grunde habe ich dazu die gleiche Frage wie bei dem Buch: Was war das für ein Gefühl, an einem solchen Rückblick zu arbeiten?

Der emotionalste Teil war für mich die Erkenntnis, dass es mir gelungen ist, eine lange Karriere aufzubauen, in der ich mich frei fühle, meine Kunst zu schaffen, ohne dass jemand die Fäden zieht und mir sagt, was ich tun soll. Die Jahre sind ziemlich schnell vergangen und ich habe es geschafft, an mehreren erfüllenden Veröffentlichungen und Projekten zu arbeiten. Es hat lange gedauert, an dieser Veröffentlichung zu arbeiten. Es ist ein Album, das mir genauso wichtig ist wie jedes andere von mir und ich war froh, es zusammenzustellen; ein Paket aus drei Alben und einer Live-Show. Ich bin meinen Fans einfach super dankbar für ihre Unterstützung und Liebe. Ohne sie würde ich meinen Traum nicht leben.

Es gibt einen neuen Song auf dem Album namens Eye Of The Storm. Kannst du ein wenig über diesen Song erzählen?

Der Song ist schon vor langer Zeit entstanden. Ich erinnere mich, dass ich damals auf der Suche nach meinem Platz in der Welt war. Ich hatte sowohl in Finnland als auch in Argentinien ein Haus und sogar ein Sommerhaus in Antigua in der Karibik, wohin ich zwischen meinen Tourneen fuhr, um mich zu erholen. Wir waren damals als Familie ständig auf Reisen. Ich war gerade erst Mutter geworden und war mir nicht sicher, wo ich hingehöre und was mein Herz will, also schrieb ich ein Lied darüber. Künstlerisch war ich zu der Zeit bereit, die Welt zu erobern und wollte alle neuen Informationen aufsaugen und alles über Musik lernen, aber persönlich fühlte ich einen Aufruhr in mir. Der Song ist von zwei sehr wichtigen Ländern in meinem Leben inspiriert, Argentinien und Finnland. Man kann auch einen Einfluss von Astor Piazzola und Jean Sibelius darin hören.   Nach vielen Jahren und vielen Entscheidungen hatte ich das Gefühl, dass ich bereit war, diesen Song zu veröffentlichen, weil ich endlich Frieden in mir selbst gefunden habe und mich großartig fühle. Diese Best-Of-Veröffentlichung fühlte sich wie der perfekte Ort dafür an.

Du hast kürzlich in einem Interview erwähnt, dass du während der Pandemie sehr produktiv warst. Auf welche neuen Projekte können wir uns freuen – und wird es ein neues Album geben?

Ich arbeite derzeit an drei Albumveröffentlichungen gleichzeitig! Ihr könnt in den nächsten Monaten Single- und Albumveröffentlichungen von meinem elektronischen Projekt Outlanders erwarten. Außerdem schreibe ich Songs für die kommende Rock-Veröffentlichung, die ihr 2024 erwarten könnt. Was das dritte Album angeht… das ist noch ein Geheimnis. Im nächsten Jahr gibt es eine Menge Tourneen: die letzten In the Raw-Touren im Februar und März in Europa und Best of-Konzerte im Rest des Jahres. Am Ende des Jahres gibt es natürlich noch eine Weihnachtskonzerttournee …und vieles mehr. Ich hoffe, wir sehen uns irgendwo unterwegs!

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Popkultur

10 Songs, die jeder Fan von Otis Redding kennen sollte

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Foto: Sulfiati Magnuson/Michael Ochs Archives/Getty Images

Man nennt ihn den „King Of Soul“. Obwohl Otis Redding nur 26 Jahre alt wurde, hat der Sänger und Songschreiber aus Georgia der Welt zahlreiche Hits hinterlassen. Wir haben die zehn besten ausgesucht. Manche davon hat er selbst geschrieben, andere nicht — und ein Song wurde vor allem durch Aretha Franklin weltberühmt.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch unsere Empfehlungen von Otis Redding anhören:

Zur Welt kommt Otis Redding am 9. September 1941 in Macon, Georgia. Den Ort kennt ihr bereits? Klar, denn auch Little Richard und die Allman Brothers Band kommen aus dem „Herzen Georgias“, wie die Stadt aufgrund ihrer zentralen Lage genannt wird. Mit 15 bricht Redding die Schule ab und arbeitet mit Little Richards Band The Upsetters. Seine erste Single als Profi veröffentlicht er 1962, danach nimmt seine Karriere mächtig Fahrt auf. Fünf Jahre später endet sie auf tragische Weise schon wieder, denn am 10. Dezember 1967 kommt Redding im Alter von nur 26 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Schauen wir uns mal an, was er zu Lebzeiten für Hits aufgenommen hat und welche Songs uns posthum noch begeistert haben.

1. Stand By Me (1964)

Diese legendäre Nummer stammt aus dem Jahr 1961 und wurde von Ben E. King und einem Herrn namens Elmo Glick komponiert. Was nicht alle wissen: Hinter dem Pseudonym Elmo Glick verbirgt sich das Songschreiberduo Jerry Leiber und Mike Stoller, das Stücke wie Houng Dog, Jailhouse Rock und King Creole für niemand geringeren als Elvis Presley geschrieben hat. Redding verleiht dem jazzigen Stand By Me in seiner Interpretation etwas mehr Funk, was nicht zwingend besser klingt, aber auf jeden Fall nach seiner Handschrift.

2. Respect (1965)

Bei Respect verhält es sich ein wenig anders: Diesen Song hat Redding zwar selbst geschrieben, doch zum Hit wurde das Stück erst durch Aretha Franklin. R-E-S-P-E-C-T: Selten wurde eine Aneinanderreihung von Buchstaben so eindrucksvoll vorgetragen. Das sieht Komponist Redding genauso, denn gleich nachdem er Franklins Version zum ersten Mal gehört hat, soll er gesagt haben: „Nun, ich glaube, der Song gehört jetzt ihr.“ Damit sollte er Recht behalten, doch die Grundlage für den Mega-Erfolg der „First Lady Of Soul“ liefert sein Song.

3. I Can’t Turn You Loose (1965)

Bei I Can’t Turn You Loose handelt es sich um einen klassischen Fall einer B-Seite, die erfolgreicher ist als ihre A-Seite, denn eigentlich erscheint die Nummer 1965 als Rückseite der Single Just One More Day. Einen zweiten Frühling beschert dem Song der Filmklassiker Blues Brothers mit Dan Aykroyd und John Belushi, die ihre Shows standesgemäß mit I Can’t Turn You Loose eröffnen. Besonders empfehlenswert: die Version von der Live-Platte Otis Redding In Person At The Whiskey A Go Go.

4. My Girl (1965)

Diesen Song verbinden Soul-Fans vor allem The Temptations, denn 1964 landet die Motown-Band mit My Girl ihren ersten Nummer-eins-Hit in den USA. Geschrieben haben das Stück Smokey Robinson und Ronald White; als Inspiration nennt Robinson seine Frau Claudette Rogers Robinson von der Band The Miracles. Als Otis Redding das Stück 1965 in seiner Version veröffentlicht, stürmt er damit zwar nur in Großbritannien die Charts, bereichert die Welt des Soul aber um eine starke Interpretation des Temptations-Klassikers.

5. Cigarettes And Coffee (1966)

Cigarettes And Coffee, der unter anderem aus der Feder von Impressions-Sänger Jerry Butler stammt, veröffentlicht Redding 1966 auf seinem vierten Album The Soul Album. In dem Stück geht es um eine ganz einfache, aber deshalb nicht weniger schöne Sache: mit der Freundin lange aufzubleiben. Bei diesem Song handelt es sich ohne Zweifel um eine der schönsten Soul-Balladen aller Zeiten.

6. Fa-Fa-Fa-Fa-Fa (Sad Song) (1966)

Zugegeben, beim Aussprechen dieses Songtitels mag man sich ein wenig dumm vorkommen, doch für Otis Redding markiert die Nummer einen seiner größten Hits. Besonders großen Spaß macht das Frage-Antwort-Spiel, das sich Redding mit den Bläser*innen liefert.

7. Try A Little Tenderness (1967)

Try A Little Tenderness taucht gleich auf mehreren „Die besten Songs aller Zeiten“-Listen auf und zwar aus gutem Grund: Von der Bläsersektion am Anfang über Reddings bärenstarke Stimme bis hin zur einfühlsamen Produktion von Jim Stewart, Isaac Hayes und Booker T. & The M.G.’s: In dieser Nummer bringt Redding viele seiner Stärken unter einen Hut und zaubert eine Soul-Ballade der Extraklasse.

8. (Sittin’ On) The Dock Of The Bay (1968)

Bei (Sittin’ On) The Dock Of The Bay handelt es sich um die erste posthume Single, die je die Spitze der US-Charts erreicht hat. Der Song erscheint am 8. Januar 1968, also knapp einen Monat nach Reddings Tod durch einen Flugzeugabsturz, und trifft aufgrund seiner emotionalen Aufladung direkt ins Herz Amerikas. Den Text zum Lied beginnt Redding, als er Zeit auf seinem Hausboot in Kalifornien verbringt. Den Mix übernimmt Co-Autor, Produzent und Stax-Legende Steve Cropper, der den Song um das charakteristische Möwengeschrei und die Meeresgeräusche erweitert, wie Redding es sich vor seinem Tod noch gewünscht hatte.

9. Hard To Handle (1968)

Hard To Handle zählt, genau wie Respect, zu den Songs, die Redding an jemand anderen verloren hat. Zwar gelingen mit dem Song auch kleine Erfolge als er 1968 nach Reddings Tod erscheint, doch zum Mega-Hit wird das Stück erst 1990 durch die Black Crowes, denen mit Hard To Handle der Durchbruch gelingt.

10. Love Man (1969)

Auch Love Man erscheint posthum und dient als Titeltrack für das gleichnamige Album von 1969. Dieser tanzbare Soul-Klassiker markiert das Ende unserer Auflistung, aber nicht das Ende des Vermächtnisses von Otis Redding. Seine Songs haben bereits 50 Jahre überdauert und werden uns sicher auch weitere 50 Jahre erhalten bleiben. Gut so, denn man nennt Redding nicht umsonst „King Of Soul“. Rest in peace, King!

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