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Popkultur

Die musikalische DNA von Joe Cocker

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Guns N'Roses

Als Joe Cocker am 22. Dezember 2014 von uns ging, verließ uns damit die vielleicht markanteste Stimme der Rock-Geschichte. Mehr noch fehlt seitdem jemand, der Rock und Soul zur perfekten Synthese führt, wie er es vorgemacht hatte. Es fehlen ebenso diese krampfigen Armbewegungen, dieses schlängelnde Einswerden des Körpers mit der Musik, das John Belushi so meisterhaft nachahmen konnte. Es fehlt jemand, der die rohe Gewalt der wildesten Gefühle durch ein Mikro presst, als ginge es um sein Leben – und das seines Publikums.

Joe Cocker ist unersetzlich, keine Frage. Und vielleicht sollten wir gar nicht erst darüber nachdenken, wer ihm nachfolgen könnte. Sondern uns lieber darauf konzentrieren, wo er seine Spuren hinterlassen hat. Wir werden sehen, dass sein Einfluss weiter reicht als angenommen. Was ihn selbst inspirierte? Das schien immer mehr als offensichtlich, denn viele von Cockers großen Hits wurden ursprünglich von anderen geschrieben. Aber genau das machte ihn aus: Cocker war ein Schüler, der seine Meister reihenweise übertrumpfte. Welchen Song er auch anfasste, er gehörte danach plötzlich ihm und fast schien, als wäre das nie anders gewesen. Was ihn jedoch ebenso auszeichnete, war sein Respekt vor den eigenen Idolen, deren Material er auf ein neues Level hob. Seine eigene musikalische DNA ist nicht weniger als eine Liebesbekundung an diejenigen, die mit ihrer Musik sein Leben bereichert haben wie er unseres.


Hör dir hier Joe Cockers musikalische DNA als Playlist an und lies weiter:


1. The Beatles – I’ll Cry Instead

Fangen wir statt mit Joe Cockers musikalischer Früherziehung mit dem Offensichtlichen an: Ja, es gab da dieses Beatles-Cover und ja, er hat es gerade 25jährig auf dem berühmtesten Festival der Welt in einer Version gesungen, die noch in 50 Jahren genauso für Gänsehaut sorgen wird wie sie es heute tut. With A Little Help From My Friends ist jedoch bei weitem nicht er einzige Beatles-Song, dem sich Cocker im Laufe seiner Karriere annahm. Fünf Jahre vor seinem ikonischen Woodstock-Auftritt debütierte er mit seiner Interpretation von I’ll Cry Instead auf dem legendären Label Decca und fuhr einen eher bescheidenen Erfolg ein. Was ein Unterschied doch fünf Jahre machen können! Wer von Cocker nur die größten Hits kennt, der wird ihn allerdings auf dem I’ll Cry Instead kaum erkennen: Der Song ist sehr nah am Original gehalten, nur ein leichtes Kratzen in Cockers Stimme verrät ihn. Auf seiner Version von With A Little Help From My Friends jedoch hatte ein einzigartiger Sänger sich selbst gefunden und beeindruckte damit auch Paul McCartney, der komplett überwältigt war, als ihm Cocker und Produzent Denny Cordell ihre Version der Ringo Starr-Komposition vorspielten. „Er hat diesen Song total in eine Soul-Hymne verwandelt und ich bin ihm auf immer dafür dankbar“, so McCartney. Dagegen verblasst I’ll Cry Again wohl. Wichtig aber war diese Aufnahme noch in ganz anderer Hinsicht.


2. Led Zeppelin – Communication Breakdown

Bedeutend war I’ll Cry Again nämlich nicht nur, weil sich Cocker dafür zum ersten Mal im Studio versuchte. Auch die beiden Sessionmusiker an den Gitarren sollten keinen unerheblichen Einfluss auf die Musikgeschichte haben. Beim Namen von Big Jim Sullivan wird vielleicht nicht bei allen sofort der Groschen fallen, doch handelte es sich um den vielleicht gefragtesten Gitarristen der sechziger Jahre. Mehr Ruhm noch sollte der andere Gitarrist werden, den damals alle als „Little Jim“ kannten. Sein bürgerlich, vollständiger Name: James Patrick Page, auch Jimmy genannt. Nachdem Page 1966 bei den Yardbirds einstieg und bevor er drei Jahre später als Kopf einer Band namens Led Zeppelin deren erste LP veröffentlichte, half er seinem Kumpel ein weiteres Mal im Studio aus. Bei welchem Song, fragt ihr euch? Kann doch nur einer sein! Richtig, auch Jimmy Page ist auf der Studioversion – nicht jedoch der wesentlich bekannteren Live-Interpretation aus Woodstock – an der Gitarre zu hören und spielte auch auf vier anderen Songs des ebenfalls With A Little Help From My Friends betitelten Debütalbum Cockers mit. Kaum zu glauben, dass Page nur ein Jahr nach dem soulgetränkten Beatles-Cover seine neue Band mit Songs wie Communication Breakdown der Weltöffentlichkeit vorstellte! Aber so ist Page eben: wandelbar durch und durch.


3. Lonnie Donegan – The Battle Of New Orleans

Eine Verwandlung erfuhr auch ein Musiker, der zu Cockers frühen Idolen zählte. Tony Donegan gehörte einer älteren Generation als Cocker an, der in seiner Kindheit die Geburtsstunde der Pop-Musik und die Blütezeiten von Buddy Holly und anderen zu Kindheits- und Teenagerzeiten erlebte. Donegan war ein Fan von klassischem Blues und Jazz, dem melancholischen Sound des Mississippi-Deltas. Nachdem ihm 1952 die Ehre zukam, als Support für seinen eigenen Helden Lonnie Johnson zu spielen, benannte er sich um und machte als Lonnie Donegan den Weg für den sogenannten Skiffle-Sound frei. Skiffle bezog seine Inspiration vor allem aus den Musiktraditionen der USA, brachte Folk und Country mit dem aufkommenden Rhythm and Blues beziehungsweise Rock’n‘Roll zusammen. Songs wie The Battle Of New Orleans klangen in der Version des „King Of Skiffle“ zwar eigensinnig und deutlich von der britischen Music Hall-Tradition geprägt, aber auch überraschend authentisch. So authentisch, dass ihm sogar Charterfolge in den USA vergönnt waren. Donegan war solange der kommerziell erfolgreichste britische Musiker seiner Zeit, bis ihm vier Rotznasen aus Liverpool den Rang abliefen. Aber das ist eine andere Geschichte. Dass Cocker, der Donegan bei einer Gedenkfeier anderthalb Jahre nach dessen Tod im November 2002 Tribut zollte, von dieser Mischung fasziniert war, verwundert kaum. Donegan brachte endlich zwei Welten zusammen, für die Cocker leidenschaftlich fieberte.


4. Elvis Presley – One Night

Bevor Joe Cocker selbst den Soul in den britischen Rock übertragen sollte und somit ähnlich Verdienstvolles leistete wie Donegan vor ihm, fing auch er klein an. Noch ehe er mit seiner Debüt-Single floppte und in der Folge eine Auszeit von der Musik nahm, trat er als Teenager der Band Cavaliers bei. Wie Donegan legte er sich ein Bühnenpseudonym zu und entschied sich für Vance Arnold. Arnold in Anlehnung auf den Country-Sänger Eddy Arnold und Vance… Tja, nun ja. So gut seine Stimme gewesen sein mag, mit dem Gehör schien es damals zumindest noch gehapert haben: Eigentlich hatte sich Cocker nach der von Elvis Presley im Film Jailhouse Rock verkörperten Figur benennen wollen. Doch die hieß nicht Vance – sondern Vince! Wir schieben das einfach mal auf den Unterschied zwischen amerikanischem und britischem Englisch. Jedenfalls: Natürlich hinterließ der King of Rock nicht nur von der Leinwand aus einen bleibenden Eindruck auf den jüngeren Sänger, der ihm mit Cover-Versionen seinen Respekt bekundete. Dass seine Wahl ausgerechnet auf One Night fiel, ist nur einleuchtend. Hören wir einfach mal auf den ersten Stimmeinsatz Presleys: Der kratzige, konturierte Quasi-Schrei des Kings wartete doch geradezu darauf, dass sich Cocker an ihm messen würde! Was meint ihr: Wem ist’s besser gelungen?


5. The Box Tops – The Letter

Die USA wurden im Laufe seiner Karriere ein ständiger Fixpunkt für Cocker. Von dort bezog er viel Inspiration und dort wollte er es auch selber schaffen, nachdem die sogenannte „British Invasion“ durch Bands wie die Beatles und die Rolling Stones schon lange abgeflaut war. Seine erste Tour im Jahr 1969 wurde zwar dank seines denkwürdigen Woodstock-Auftritts durch den größtmöglichen Erfolg gekrönt, in den Charts aber machte sich das erst später bemerkbar. Es war die Mad Dogs & Englishmen-Tour, welche ihm seinen ersten Top Ten-Erfolg verschaffte. Vorab veröffentlichte er die Proberaumaufnahme seiner Version von The Box Tops’ The Letter, das er auch auf der Bühne während der 48 Konzerte zum Besten gab und auf dem Mad Dogs & Englishmen-Live-Album verewigte. Ein zweifelhafter Abschluss einer der schwierigsten Phasen, die der damals noch junge Sänger durchleben musste. Cockers zweite Tour in den Staaten verlangte ihm einiges ab und schlug sich stark auf seine Gesundheit sowie seine Psyche nieder. Cocker verfiel zunehmend dem Alkohol und war von Depressionen ebenso geplagt wie ihm die ständigen Zerwürfnisse mit Bandleader Leon Russell zusetzten. Da erscheint es rückblickend geradezu zynisch, dass sein erster Erfolg in den Hitparaden der USA das Cover eines One-Hit-Wonders war! Denn von den Box Tops war nach ihrem Nummer-Eins-Erfolg im Jahr 1967 kaum mehr etwas zu hören. Zum Glück erging es Cocker da besser.


6. Ray Charles – I’ve Got A Woman

Der Blue-Eyed Soul der Box Tops kam für den britischen Sänger wohl wie gerufen. Wie zuvor Donegan stellte die kurzlebige Band eine Art Vermittlungsinstanz zwischen den Wurzeln eines Genres und seiner Interpretation durch Künstler aus einem anderen Kulturkreis dar. Denn als der Soul aus dem Geiste von Ray Charles’ zeitlosem Klassiker I’ve Got A Woman geboren wurde, herrschten in den USA noch eine strikte Trennung zwischen weißen und schwarzen KünstlerInne sowie ihren jeweiligen Fans. Was aus heutiger Sicht bizarr klingt, verhinderte damals maßgeblich die Verbreitung von verschiedenen Musikstilen über die rassistisch gezogenen Grenzen im Publikum. In Großbritannien aber hielten sie es nicht so streng und Welterfolge wie The Letter trugen ebenso dazu bei, dass der Soul-Sound auf die eine oder andere Art den großen Teich überquerte. Cocker aber spürte ihm wesentlich früher bis auf die Wurzeln nach und fand in Ray Charles schon 1959 den Sänger, an welchem er sich zeitlebens messen musste. Der Einfluss von Charles auf Cocker ist unmöglich zu leugnen und nur schwierig in seinem vollen Umfang zu bemessen. Wer Cocker sagt, muss auch Charles sagen. Der Rockhistoriker Glenn Gass ließ sich sogar dazu hinreißen, Cocker als „Ray Charles auf Acid“ zu bezeichnen. Acid oder nicht: Spätestens mit seiner Version von Unchain My Heart eiferte der britische Schüler seinem amerikanischen Meister erfolgreich nach.


7. The Beach Boys – Forever (A Capella Mix)

Im August 1983 durfte Cocker sogar mit Charles für einen Song die Bühne teilen. Kurz zuvor hatte Cocker noch zwei Grammys für sein Duett mit Jennifer Warnes auf Up Where We Belong vom Soundtrack zum Film Ein Offizier und Gentleman eingeheimst. Nun zeigte er sich wirklich ganz oben und dort, wo er hingehörte: Anlässlich zu dessen 40. Bühnenjubiläum performte er Seite an Seite mit Charles You Are So Beautiful, seinen großen Hit aus dem Jahr 1975. Aber Moment: sein großer Hit? Das stimmt nicht ganz, denn wie so viele von Cockers Signature-Tunes stammte auch You Are So Beautiful aus der Feder anderer. Zuerst aufgenommen hatte das Stück Billy Preston, der die gemeinsam mit Bruce Fisher geschriebene Nummer ein Jahr vor Cocker auf der LP The Kids & Me veröffentlichte. Cockers Produzent Jim Price erst nahm das Tempo aus dem Song und machte daraus die Gänsehautballade, die wir heute kennen. Neben Preston und Fisher war ein weiterer Musiker an der Entstehung des Originals beteiligt. Auf einer Party schrieben Preston und der Beach Boy Dennis Wilson die Grundlagen der Komposition, für die Wilson offiziell niemals einen Credit bekommen soll. Immerhin aber sang er den Song bei Beach Boys-Auftritten ohne Instrumentalbegleitung, wie es etwa auf dem Live-Album The Beach Boys: An American Band dokumentiert ist. Sein außergewöhnliches Talent für Vocal-Arrangements hatte er schon zuvor mit Songs wie Forever bewiesen. Im A Capella-Mix des Stücks zeigt sich sein Spürsinn für feine Dynamiken, die auch You Are So Beautiful prägen.


8. Muddy Waters – I’ve Got My Mojo Working (Live)

Obwohl Cocker im Alter von 15 Jahren seinen „Gott“ – so sagte er selbst – in Ray Charles gefunden hatte, blieb er genauso den Musikern treu, die sich in seinem Freundeskreis größerer Beliebtheit erfreuten. „Ich habe bisher 23 Alben gemacht, vielleicht schaffe ich insgesamt 30. Darunter sollte ein Blues-Album sein“, sagte er zwei Jahre vor seinem Tod. „Aber noch hat keine Plattenfirma die Kröte geschluckt. Sie wollen Joe, den Pop-Sänger.“ Dass es dazu nicht kam, ist zwar tragisch. Vielleicht aber können wir es verkraften. Denn aus jeder Phrase von Cockers Stimme triefte der Blues. Neben Rhythm and Blues-Genies wie Chuck Berry, Little Richard und Jerry Lee Lewis fand er schon früh auch zu Künstlern wie John Lee Hooker, Lightnin’ Hopkins, Howlin’ Wolf oder Muddy Waters. Ein Muddy Waters-Song war es auch, der Cocker auf den Hamburger Pianisten Joja Wendt brachte. Der verdiente sich in der Szenekneipe Sperl ein paar Kröten dazu und spielte eines denkwürdigen Abends einige Blues-Klassiker, während der Star gemütlich sein Bier schlürfte. Von Wendts Interpretation von I’ve Got My Mojo Working war Cocker so begeistert, dass er den Musiker sofort einen Platz im Vorprogramm seines Hamburg-Gigs am folgenden Tag verschaffte. Echte Blues-Kenner halten eben zusammen.


9. Nina Simone – Don’t Let Me Be Misunderstood

Obwohl Cocker, ob nun im Soul oder im Blues, gerne an die Wurzeln ging, war er doch zugleich ein experimentierfreudiger Musiker. Sein Album Sheffield Steel verblüffte selbst eingefleischte Fans mit Reggae-Rhythmen. Als Ausgangsmaterial dienten Klassiker von Cocker-Helden wie dem von ihm oft gecoverten Bob Dylan, dem mit einer ähnlich unverwechselbaren Stimme ausgestatteten Stimme Randy Newman oder Soul-Giganten wie Marvin Gaye und Bill Withers. 1996 wiederholte Cocker das Experiment mit einer Komposition, die sich schon seit With A Little Help From My Friends in seinem Repertoire befand. Darauf hatte er damals den Nina Simone-Klassiker Don’t Let Me Be Misunderstood als sanfte Rock-Nummer interpretiert. 27 Jahre später ließ er in der Neuaufnahme die Riddims hüpfen. Ein ebenso überraschender wie folgerichtiger Ansatz, den Cocker indes schon mindestens ein anderer Künstler vorgemacht hatte. Eric Burdon, der erst mit The Animals und später mit dem Funk-Projekt War bekannt wurde, spielte neben der psychedelisch angehauchten Animals-Version hin und wieder Don’t Let Me Be Misunderstood als Reggae-Nummer nach. Und letztlich war genau das schon in den perfekt eingesetzten Offbeats des Simone-Originals schon vorher angelegt. Typisch Cocker: Eine Tradition voranzutreiben bedeutete bei ihm immer auch, dem Ursprung des Originals nachzuforschen.


10. 2Pac feat. Dr. Dre – California Love

Damit stellte Cocker auch immer eine Ausnahme im Musikgeschäft dar. Denn dass ein weißer Künstler sich bei traditionell schwarzen Musikgenres bedient, wird nicht immer gern gesehen. Wieso? Nun, von der strikten Segregation in den USA war vorhin schon die Rede. Einigen Künstlern – darunter auch die ebenfalls in dieser Liste vertretenen Led Zeppelin und sogar Elvis Presley – wurde vorgeworfen, die durch die Musikindustrie strukturell benachteiligte Musik schwarzer KünstlerInnen auszubeuten und ihnen nicht, wie Cocker es so freimütig tat, die notwendige Anerkennung zukommen zu lassen. Mit dem Aufkommen der Sampling-Technik wendete sich das Blatt allerdings. Hip Hop-Artists rissen kurze Bruchteile von Songs aus ihrem Kontext und fügten sie in ihre eigene Musik ein. Ein Cocker-Song erfreute sich dabei besonders großer Beliebtheit. Woman On Woman von seinem selbstbetitelten Album ist ein Funk-Stück, auf welchem Cocker die Grenzen seines Falsettgesangs austestete. Nicht aber seine Stimme, sondern das markante Piano-Riff des Songs wurde zum Dauerbrenner der Hip Hop-Szene. Zu hören war es bei den Ultramagnetic MCs, EPMD und sogar dem Turntable-Genie Madlib, der die kurze Passage in extrem verfremdeter Version als Grundlage für einen Track seines Rapper-Alias Quasimoto verwendete. Viele werden aber bei den bouncenden Akkorden zuerst an 2Pac und Dr. Dre denken, die aus dem Sample das Fundament ihres Megaerfolgs California Love strickten. So kam es dazu, dass Cocker im Jahr 1995 einem jungen Rapper indirekt zum internationalen Durchbruch verhalf. Ist das nicht eigentlich eine schöne Versöhnungsgeste?


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Popkultur

„Screaming Life“: Als Soundgarden mit ihrer ersten EP den Turbomodus einlegten

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Soundgarden
Foto: Alison S. Braun/CORBIS/Corbis via Getty Images

1987 brodelt der Grunge-Kessel in Seattle bereits gewaltig. Nirvana finden gerade zusammen, genau wie Alice In Chains. Doch eine Gruppe ist ihren Mitstreitern schon einen Schritt voraus. Am 1. Oktober 1987 bringen Soundgarden ihre erste EP Screaming Life raus. Vom Mainstream halten sie sich aber lieber noch ein bisschen fern.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch die beiden Soundgarden-EPs Screaming Life und Fopp anhören:

Genau genommen beginnt die Geschichte von Soundgarden bereits 1984. Zu jener Zeit bewegen sich Bassist Hiro Yamamoto und der trommelnde Sänger Chris Cornell unter dem Namen Shemps durch die Musikszene von Seattle. Als Yamamoto aussteigt, kommt Kim Thayil an Bord. Mit ihrem alten Bassisten bleibt die Gruppe trotzdem in Kontakt, was sich später auszahlen soll. Als die Geschichte von Shemps endet, treffen sich Yamamoto und Cornell nämlich wieder zum Jammen. Thayil stößt auch dazu und mit diesem Line-up gründen die drei Musiker eine Band, deren Namen wir alle kennen: Soundgarden.

Die ersten Schritte

Den Bandnamen entleiht das Trio einer Klangskulptur namens A Sound Garden, die auf dem Campus der National Oceanic And Atmospheric Administration in Seattle zu finden ist. Damit sich Cornell voll auf den Gesang konzentrieren kann, holen die Musiker Schlagzeuger Scott Sundquist an Bord. Ab da touren Soundgarden umher und erspielen sich in ihrer Umgebung einen Ruf als hervorragende Live-Band. 1986 nehmen sie für den Sampler Deep Six drei Songs auf: Heretic, Tears To Forget und All Your Lies. Stück Nummer zwei soll für die Gruppe später noch einmal eine Rolle spielen.

Auf der Zusammenstellung befinden sich Soundgarden in bester Gesellschaft. So sind auch Malfunkshun und Melvins auf dem Sampler zu finden. Weil es mit Soundgarden langsam bergauf geht, übernimmt Cornells zukünftige Frau Susan Silver das Management der Gruppe. Sundquist wird der Zeitaufwand zu groß und er möchte wieder mehr bei seiner Familie sein, weshalb er 1986 aussteigt. Auf seinen Hocker setzen Soundgarden den Trommler, der das klassische Line-up der Band vervollständigen soll: Matt Cameron. Wenig später startet die Truppe erst so richtig durch.

Screaming Life: Der Weg zur ersten Soundgarden-EP

Als Soundgarden wieder einmal live spielen, steht auch Radio-DJ Jonathan Poneman im Publikum. Er fasst einen Entschluss: Nicht nur, dass er der Band ihre erste Veröffentlichung sponsern möchte. Nein, er steckt gleich 20.000 US-Dollar in das Label Sub Pop. Betrieben wird die Plattenschmiede von Bruce Pavitt, einem Kumpel von Soundgarden. 1987 erscheint die erste Single Hunted Down; auf der B-Seite gibt es das Stück Nothing To Say zu hören. Außerdem erscheinen beide Nummern auf einer weiteren Compilation.

Der Radiosender KCMU, bei dem Poneman als DJ arbeitet, veröffentlicht zu jener Zeit einen Sampler namens Bands That Will Make Money und verschickt ihn an zahlreiche Plattenfirmen. Die wiederum zeigen brennendes Interesse an Soundgarden. Auf Gegenseitigkeit beruht das nicht: Obwohl die Band jede Menge Angebote bekommt, bleibt sie zunächst ihrem Label Sup Pop treu — und genau dort erscheint am 1. Oktober 1987 Screaming Life, die erste EP der Band. Darauf enthalten: das vorhin bereits erwähnte Stück Tears To Forget, die beiden Songs von der ersten Single sowie drei neue Stücke.

Ein Prediger vom Flohmarkt-Tonband

Eine nette Anekdote verbirgt sich hinter dem letzten Song Hand Of God: Kurz bevor die Aufnahmen für die EP beginnen, findet Produzent Jack Endino auf einem Flohmarkt einige Tonbänder. Darauf zu hören ist ein christlicher Prediger der frühen Fünfziger Jahre. Als Frontmann Chris Cornell das mitbekommt, hat er den Geistesblitz, den Mitschnitt in den Song Hand Of God einzubauen. Wie der Prediger auf der Tonaufnahme heißt, finden Soundgarden und Endino allerdings nicht mehr heraus, weil die Etiketten zu unleserlich sind.

Spätestens nach der Veröffentlichung ihrer ersten EP Screaming Life öffnen sich für Soundgarden alle Türen. Die Labels stehen Schlange, die Fans sowieso. „Jeder hat die EP geliebt“, verrät Frontmann Cornell 1989 in einem Interview. Doch obwohl sie alle Möglichkeiten der Welt haben, unterschreiben Soundgarden einen Plattenvertrag mit dem relativ kleinen Label SST Records. Dort veröffentlichen sie am 31. Oktober 1988 ihr erstes Album Ultramega OK. Das verläuft nicht unbedingt reibungslos, doch das ist wie so oft eine andere Geschichte.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 1.10.1984 erweisen sich die Ramones als „Too Tough To Die“.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 1.10.1984.


von Peter Hesse und Christof Leim

Nach sieben Alben haben die Ramones sich ein bisschen verirrt, deshalb wollen sie mit Too Tough To Die zurück zum Sound der Anfangstage. Der Titel kommt dabei nicht von ungefähr, denn im Vorjahr wäre Johnny beinahe totgeschlagen worden. Am 1. Oktober 1984 erscheint die Platte.

Hier könnt ihr das Album anhören:

Keine Frage, die ersten Alben der Ramones sind legendär, stilprägend und großartig. Aber mit dem Beginn der Achtziger liegen die Nachfolger wie Blei in den Regalen. End Of The Century (1980) und Pleasant Dreams (1981) können weder künstlerisch noch  kommerziell überzeugen. Dabei hatte die Plattenfirma Sire wegen stagnierender Verkaufszahlen, mangelnder Präsenz im Radio und ausbleibender Chartsnotierungen sogar große Namen als Produzenten engagiert, etwa Motown-Legende Phil Spector. Doch damit schoß sich die Band ins eigene Bein: Die Ramones klangen nicht mehr wie sie klingen sollen. Zu glatt, zu poppig, zu verschnörkelt (zumindest, wenn Ramones-Maßstäbe anlegt). Nach Subterranean Jungle (1983) überwirft sich die Gang noch mit ihrem Drummer Marky, weil dessen Sauferei aus dem Ruder läuft. So kann es nicht weiter gehen. Gabba, Gabba, „Hey, was sollen wir jetzt machen?“

Einfacher ist besser

Mit Too Tough To Die wollen die New Yorker sich wieder stärker an ihren Vorbildern orientieren, also an The Who, den Kinks, den Beach Boys, Stooges, MC5 und dem amerikanischen Rock’n’Roll der Fünfziger. Das heißt: Einfache Harmonien und Strukturen sowie das völlige Fehlen von Soli, Intros oder Übergängen. Außerdem darf es darf ruhig wieder schneller und härter klingt. Zum Glück übernimmt das ausgeschiedene Gründungsmitglied Tommy Ramone erneut die Produktion, die er anpackt wie auf dem Debüt von 1976. Im Songwriting orientieren sich die Musiker ebenfalls an ihren Wurzeln.

 

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Die Aufnahmen für die neue Platte gehen trotzdem nicht leicht von der Hand, weil das Quartett in Wirklichkeit wie eine Freakshow agiert. Joey Ramone ist nach wie vor ein hippiehafter und unpünktlicher Träumer mit Zwangsstörungen. (Wenn er etwa in einem Hotel vor einem Aufzug steht, kann er den Etagenknopf nicht drücken – und wartet so lange, bis jemand kommt und das für ihn übernimmt.) Zwar fungiert Dee Dee in Sachen Songwriting weiter als das Kreativgenie, doch um seine Geister zu wecken, liegen nicht selten eimerweise Drogen auf dem Tisch. Und der neue Drummer Richie Ramone ist zwar am Schlagzeug eine saubere Taktmaschine, wird aber im Bandgefüge nicht gleichwertig behandelt. Stattdessen gibt man ihm stets zu verstehen, nur ein kleiner Angestellter im Ramones-Universum zu sein. Über allem schwebt Gitarrist Johnny Ramone, der mit militärischer Strenge, erzkonservativem Weltbild und vielen Kontrollmechanismen dafür sorgt, dass die Band nicht aus dem Ruder läuft. Einfach passiert bei diesem Quartett gar nichts, und so soll die neue Platte entstehen.

Fast verhängnisvolle Schlägerei

Leider steckt auch hinter dem Albumtitel Too Tough To Die eine wahre, leider unschöne Geschichte: In den frühen Morgenstunden des 15. August 1983, gerät Johnny in eine gewalttätige Auseinandersetzung vor seiner Wohnung im New Yorker East Village mit einem anderen Musiker, der mit Johnnys Freundin unterwegs ist. Anscheinend herrscht Uneinigkeit, wie offen die Beziehung zwischen der Dame und dem Gitarristen sein soll. Nach Zeitungsberichten startet Ramone (der eigentlich John Cummings heißt) deshalb einen Kampf – und erleidet einen lebensgefährlichen Schädelbruch. Es folgen eine Notoperation und eine mehrmonatige Pause.

Das Album erscheint schließlich am 1. Oktober 1984 mit einem markanten Cover, das die Silhouetten der Musiker in blauem Nebel zeigt. Wie der Fotograf George DuBose später berichtet, war das so gar nicht geplant: Schlussendlich erwies sich eine Fehlfunktion seiner Kamera als Glücksfall.

Ziel nicht erreicht

Zu den bekanntesten Liedern der Scheibe gehören Mama’s Boy, Too Tough To Die und Wart Hog, mit Durango 95 gibt es das einzige Ramones-Instrumental, und bei zwei Nummern singt Dee Dee. Amüsant fällt auch das Intro von Danger Zone aus, denn dabei fragt einer der Rocker: „Welchen Song spielen denn?“ 

Insgesamt klingt die Scheibe wieder roher und ursprünglicher. Doch trotz dieser Bemühungen wird sie nicht der große Wurf. Da helfen die schöne Melodie und der knackige Refrain der von Eurythmics-Kopf Dave Stewart produzierten Singleauskopplung Howling at the Moon (Sha-La-La) auch nicht. (Die Keyboards dazu spielt übrigens Benmont Tench von Tom Petty & The Heartbreakers.) Viele Kritiker und Fans vermissen in den Texten vor allem den typisch augenzwinkernden Ramones-Humor, der auf ihren frühen Alben so wichtig und witzig war. Die politisch und gesellschaftskritisch gefärbten Zeilen wie in Danger Zone oder Planet Earth wirken zu unbeholfen, bemüht und wenig glaubhaft. Es soll noch ein paar Jahre dauern, bis die Perlen dieses Albums, zum Beispiel I’m Not Afraid of Life oder Durango 95, für die Ewigkeitslisten entdeckt werden.

Zeitsprung: Am 6.8.1996 spielen die Ramones ihre letzte Show

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Popkultur

Zeitsprung: Am 30.9.1984 starten Kiss ihre problematische „Animalize“-Tour.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 30.9.1984."

von Christof Leim

Mit ihrem neuen Album Animalize können Kiss 1984 endlich wieder die Massen begeistern, nachhaltige Ruhe kommt allerdings weiterhin nicht ins Boot. Am 30. September 1984 startet die Welttour, doch der neue Gitarrist Mark St. John hat geschwollene Finger…

Hier könnt ihr Animalize anhören:

Mit Heaven’s On Fire landen Kiss 1984 einen mittelgroßen Hit. Endlich mal wieder. Die Single vom zwölften Kiss-Album Animalize erfreut sich großzügiger Einsätze im Rockradio und verschafft der Band nach vergleichsweise mageren Jahren wieder eine Platinauszeichnung. (Mehr zu dieser Phase der „Kisstory“ könnt ihr hier und hier nachlesen.) Jetzt steht die obligatorische Welttour an.

Auf der Platte hatte Mark St. John gespielt, der zweite neue Leadgitarrist in drei Jahren. Unproblematisch lief das nicht, weil St. John sich eines vor allem auf Geschwindigkeit und Virtuosität basierenden Stils befleißigt, der nicht so ganz zum basischen Hard Rock der Band passt. (Das zumindest erzählt Frontmann Paul Stanley in seiner Autobiografie Face The Music. Man darf aber annehmen, dass Kiss schon wussten, wenn sie da engagieren. In den Achtzigern ging es eben inspiriert von „König Edward“ Van Halen oft um instrumentale Pyrotechnik.) Aber immerhin: Kiss sind offiziell wieder vollzählig, die Platte läuft, und der ohne Zweifel musikalisch kompetente Mark Norton (wie St. John eigentlich heißt) spielt im Videoclip zu Heaven’s On Fire mit. Dann könnte es ja eigentlich ohne Drama und personelle Verwirrung vorwärts gehen, oder? Nicht ganz.

Tragische Probleme mit den Fingern

Als die Tour am 30. September 1984 im britischen Brighton startet, muss St. John/Norton aussetzen, denn er leidet mittlerweile unter reaktiver Arthritis (auch: Reiter-Krankheit), die seine Arme und vor allem Finger anschwellen lässt. Aus der personellen Konstanz wird also nichts. Für ihn übernimmt erstmal der New Yorker Bruce Kulick, der vorher unter anderem mit der Bat Out Of Hell-Tour von Meat Loaf unterwegs gewesen war. Die Kiss-Chefs kennen ihn über seinen Bruder Bob Kulick, der bereits 1973 mal vorgespielt und später heimlich im Studio ausgeholfen hatte. Bruce übernimmt sogar ebenfalls und auch inkognito ein paar Soloparts auf Animalize. Dabei erhält er schon den kryptischen Hinweis, sich erstmal nicht die Haare abzuschneiden…


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Der europäische Teil der Animalize World Tour dauert bis 5. November 1984 und beinhaltet auch sechs Shows in Deutschland (München, Offenbach, Nürnberg, Hannover, Düsseldorf, Ludwigshafen). Weil Kiss in den vergangenen Jahren kleinere Brötchen gebacken hatten und keiner mit dem Erfolg des Albums gerechnet hat, werden für die Termine die Bühnenaufbauten der Unmasked-Tour von 1980 (das war die mit Iron Maiden) einfach umdekoriert: Leopardenflecken und Tigerstreifen auf die Verstärker, fertig ist die visuelle Umsetzung des Animalize-Covers. Als Vorgruppe in Europa rockt übrigens eine Nachwuchsband aus New Jersey namens Bon Jovi mit, die sich nach eigenen Aussagen sehr genau anschaut, was die Veteranen so machen. Bei der ersten Show am 30. September stehen gleich fünf neue Songs auf der Kiss-Setlist, danach werden Burn Bitch Burn und Get All You Can Take nie mehr live gespielt. Ab 15. November geht es weiter für fünfeinhalb Monate quer durch Nordamerika, diesmal mit einem neuen und üppigeren Bühnenset. Als Supports fungieren Queensrÿche, W.A.S.P., Krokus und Dokken. 

Werbeanzeige für die US-Tour 1984: Dass hier noch das Line-up von 1983 abgebildet ist, zeigt die allgemeine Verwirrung zur Mannschaftsaufstellung von Kiss damals.

Kurzes Gastspiel, trauriges Ende

Eigentlich hat Mark St. John mit dem Job als Kiss-Leadgitarrist ja das große Los gezogen. Doch der unglückliche Flitzefinger spielt schlussendlich nur zweieinhalb Konzerte mit: Am 27. November steht er in Baltimore, Maryland für ein paar Songs auf Bühne, an den folgenden beiden Tagen für das ganze Set, danach muss Kulick wieder übernehmen. Weil es St. John gesundheitlich nicht besser geht, wird Bruce Kulick am 8. Dezember 1984 offiziell als neuer Sologitarrist verkündet. Seinem kurzzeitigen Vorgänger ergeht es in den Folgejahren nicht gut: Musikalische Projekte unter anderem mit Ex-Kiss-Trommler Peter Criss zünden nicht, Geschichten über Drogenprobleme machen die Runde, 2006 kommt St. John/Norton sogar zeitweilig ins Gefängnis, wo er in einer gewalttätigen Auseinandersetzung schwer verletzt wird. Wenige Monate später, am 5. April 2007, stirbt er mit 51 Jahren, auch an den Folgen der Attacke. Traurig.

Endlich mal Ruhe im Personalbüro: Ab Ende 1984 gehört Bruce Kulick (2.v.r.) offiziell zu Kiss und bleibt auch für zwölf Jahre.

Für Kiss geht die Show weiter, die Tour erweist sich als die erfolgreichste seit Jahren. Am 8. Dezember schneiden sie das Konzert in Detroit (Rock City) mit und veröffentlichen es als Animalize Live Uncensored. In dem Video regieren die Achtziger mit schreiend bunten Klamotten, anzüglichem Ansagen, Soloeinlagen aller Mitglieder und einem ziemlich flotten, quasi metallischen Tempo bei allen Songs.

Generell geht es jetzt aufwärts: Mit dem Lineup Paul Stanley, Gene Simmons, Eric Carr und Bruce Kulick kommt für ein paar Jahr endlich mal Stabilität ins Bandgefüge, und auch das nächste Album Asylum (1985) bekommt ein schickes Platinmäntelchen. Aber einfach bleiben die Achtziger für unsere Helden nicht. Mehr dazu erzählen wir ein andermal.

Warum Kiss das Make-up wieder anlegen mussten

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