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Popkultur

Die musikalische DNA von Joe Cocker

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Guns N'Roses

Als Joe Cocker am 22. Dezember 2014 von uns ging, verließ uns damit die vielleicht markanteste Stimme der Rock-Geschichte. Mehr noch fehlt seitdem jemand, der Rock und Soul zur perfekten Synthese führt, wie er es vorgemacht hatte. Es fehlen ebenso diese krampfigen Armbewegungen, dieses schlängelnde Einswerden des Körpers mit der Musik, das John Belushi so meisterhaft nachahmen konnte. Es fehlt jemand, der die rohe Gewalt der wildesten Gefühle durch ein Mikro presst, als ginge es um sein Leben – und das seines Publikums.

Joe Cocker ist unersetzlich, keine Frage. Und vielleicht sollten wir gar nicht erst darüber nachdenken, wer ihm nachfolgen könnte. Sondern uns lieber darauf konzentrieren, wo er seine Spuren hinterlassen hat. Wir werden sehen, dass sein Einfluss weiter reicht als angenommen. Was ihn selbst inspirierte? Das schien immer mehr als offensichtlich, denn viele von Cockers großen Hits wurden ursprünglich von anderen geschrieben. Aber genau das machte ihn aus: Cocker war ein Schüler, der seine Meister reihenweise übertrumpfte. Welchen Song er auch anfasste, er gehörte danach plötzlich ihm und fast schien, als wäre das nie anders gewesen. Was ihn jedoch ebenso auszeichnete, war sein Respekt vor den eigenen Idolen, deren Material er auf ein neues Level hob. Seine eigene musikalische DNA ist nicht weniger als eine Liebesbekundung an diejenigen, die mit ihrer Musik sein Leben bereichert haben wie er unseres.


Hör dir hier Joe Cockers musikalische DNA als Playlist an und lies weiter:


1. The Beatles – I’ll Cry Instead

Fangen wir statt mit Joe Cockers musikalischer Früherziehung mit dem Offensichtlichen an: Ja, es gab da dieses Beatles-Cover und ja, er hat es gerade 25jährig auf dem berühmtesten Festival der Welt in einer Version gesungen, die noch in 50 Jahren genauso für Gänsehaut sorgen wird wie sie es heute tut. With A Little Help From My Friends ist jedoch bei weitem nicht er einzige Beatles-Song, dem sich Cocker im Laufe seiner Karriere annahm. Fünf Jahre vor seinem ikonischen Woodstock-Auftritt debütierte er mit seiner Interpretation von I’ll Cry Instead auf dem legendären Label Decca und fuhr einen eher bescheidenen Erfolg ein. Was ein Unterschied doch fünf Jahre machen können! Wer von Cocker nur die größten Hits kennt, der wird ihn allerdings auf dem I’ll Cry Instead kaum erkennen: Der Song ist sehr nah am Original gehalten, nur ein leichtes Kratzen in Cockers Stimme verrät ihn. Auf seiner Version von With A Little Help From My Friends jedoch hatte ein einzigartiger Sänger sich selbst gefunden und beeindruckte damit auch Paul McCartney, der komplett überwältigt war, als ihm Cocker und Produzent Denny Cordell ihre Version der Ringo Starr-Komposition vorspielten. „Er hat diesen Song total in eine Soul-Hymne verwandelt und ich bin ihm auf immer dafür dankbar“, so McCartney. Dagegen verblasst I’ll Cry Again wohl. Wichtig aber war diese Aufnahme noch in ganz anderer Hinsicht.


2. Led Zeppelin – Communication Breakdown

Bedeutend war I’ll Cry Again nämlich nicht nur, weil sich Cocker dafür zum ersten Mal im Studio versuchte. Auch die beiden Sessionmusiker an den Gitarren sollten keinen unerheblichen Einfluss auf die Musikgeschichte haben. Beim Namen von Big Jim Sullivan wird vielleicht nicht bei allen sofort der Groschen fallen, doch handelte es sich um den vielleicht gefragtesten Gitarristen der sechziger Jahre. Mehr Ruhm noch sollte der andere Gitarrist werden, den damals alle als „Little Jim“ kannten. Sein bürgerlich, vollständiger Name: James Patrick Page, auch Jimmy genannt. Nachdem Page 1966 bei den Yardbirds einstieg und bevor er drei Jahre später als Kopf einer Band namens Led Zeppelin deren erste LP veröffentlichte, half er seinem Kumpel ein weiteres Mal im Studio aus. Bei welchem Song, fragt ihr euch? Kann doch nur einer sein! Richtig, auch Jimmy Page ist auf der Studioversion – nicht jedoch der wesentlich bekannteren Live-Interpretation aus Woodstock – an der Gitarre zu hören und spielte auch auf vier anderen Songs des ebenfalls With A Little Help From My Friends betitelten Debütalbum Cockers mit. Kaum zu glauben, dass Page nur ein Jahr nach dem soulgetränkten Beatles-Cover seine neue Band mit Songs wie Communication Breakdown der Weltöffentlichkeit vorstellte! Aber so ist Page eben: wandelbar durch und durch.


3. Lonnie Donegan – The Battle Of New Orleans

Eine Verwandlung erfuhr auch ein Musiker, der zu Cockers frühen Idolen zählte. Tony Donegan gehörte einer älteren Generation als Cocker an, der in seiner Kindheit die Geburtsstunde der Pop-Musik und die Blütezeiten von Buddy Holly und anderen zu Kindheits- und Teenagerzeiten erlebte. Donegan war ein Fan von klassischem Blues und Jazz, dem melancholischen Sound des Mississippi-Deltas. Nachdem ihm 1952 die Ehre zukam, als Support für seinen eigenen Helden Lonnie Johnson zu spielen, benannte er sich um und machte als Lonnie Donegan den Weg für den sogenannten Skiffle-Sound frei. Skiffle bezog seine Inspiration vor allem aus den Musiktraditionen der USA, brachte Folk und Country mit dem aufkommenden Rhythm and Blues beziehungsweise Rock’n‘Roll zusammen. Songs wie The Battle Of New Orleans klangen in der Version des „King Of Skiffle“ zwar eigensinnig und deutlich von der britischen Music Hall-Tradition geprägt, aber auch überraschend authentisch. So authentisch, dass ihm sogar Charterfolge in den USA vergönnt waren. Donegan war solange der kommerziell erfolgreichste britische Musiker seiner Zeit, bis ihm vier Rotznasen aus Liverpool den Rang abliefen. Aber das ist eine andere Geschichte. Dass Cocker, der Donegan bei einer Gedenkfeier anderthalb Jahre nach dessen Tod im November 2002 Tribut zollte, von dieser Mischung fasziniert war, verwundert kaum. Donegan brachte endlich zwei Welten zusammen, für die Cocker leidenschaftlich fieberte.


4. Elvis Presley – One Night

Bevor Joe Cocker selbst den Soul in den britischen Rock übertragen sollte und somit ähnlich Verdienstvolles leistete wie Donegan vor ihm, fing auch er klein an. Noch ehe er mit seiner Debüt-Single floppte und in der Folge eine Auszeit von der Musik nahm, trat er als Teenager der Band Cavaliers bei. Wie Donegan legte er sich ein Bühnenpseudonym zu und entschied sich für Vance Arnold. Arnold in Anlehnung auf den Country-Sänger Eddy Arnold und Vance… Tja, nun ja. So gut seine Stimme gewesen sein mag, mit dem Gehör schien es damals zumindest noch gehapert haben: Eigentlich hatte sich Cocker nach der von Elvis Presley im Film Jailhouse Rock verkörperten Figur benennen wollen. Doch die hieß nicht Vance – sondern Vince! Wir schieben das einfach mal auf den Unterschied zwischen amerikanischem und britischem Englisch. Jedenfalls: Natürlich hinterließ der King of Rock nicht nur von der Leinwand aus einen bleibenden Eindruck auf den jüngeren Sänger, der ihm mit Cover-Versionen seinen Respekt bekundete. Dass seine Wahl ausgerechnet auf One Night fiel, ist nur einleuchtend. Hören wir einfach mal auf den ersten Stimmeinsatz Presleys: Der kratzige, konturierte Quasi-Schrei des Kings wartete doch geradezu darauf, dass sich Cocker an ihm messen würde! Was meint ihr: Wem ist’s besser gelungen?


5. The Box Tops – The Letter

Die USA wurden im Laufe seiner Karriere ein ständiger Fixpunkt für Cocker. Von dort bezog er viel Inspiration und dort wollte er es auch selber schaffen, nachdem die sogenannte „British Invasion“ durch Bands wie die Beatles und die Rolling Stones schon lange abgeflaut war. Seine erste Tour im Jahr 1969 wurde zwar dank seines denkwürdigen Woodstock-Auftritts durch den größtmöglichen Erfolg gekrönt, in den Charts aber machte sich das erst später bemerkbar. Es war die Mad Dogs & Englishmen-Tour, welche ihm seinen ersten Top Ten-Erfolg verschaffte. Vorab veröffentlichte er die Proberaumaufnahme seiner Version von The Box Tops’ The Letter, das er auch auf der Bühne während der 48 Konzerte zum Besten gab und auf dem Mad Dogs & Englishmen-Live-Album verewigte. Ein zweifelhafter Abschluss einer der schwierigsten Phasen, die der damals noch junge Sänger durchleben musste. Cockers zweite Tour in den Staaten verlangte ihm einiges ab und schlug sich stark auf seine Gesundheit sowie seine Psyche nieder. Cocker verfiel zunehmend dem Alkohol und war von Depressionen ebenso geplagt wie ihm die ständigen Zerwürfnisse mit Bandleader Leon Russell zusetzten. Da erscheint es rückblickend geradezu zynisch, dass sein erster Erfolg in den Hitparaden der USA das Cover eines One-Hit-Wonders war! Denn von den Box Tops war nach ihrem Nummer-Eins-Erfolg im Jahr 1967 kaum mehr etwas zu hören. Zum Glück erging es Cocker da besser.


6. Ray Charles – I’ve Got A Woman

Der Blue-Eyed Soul der Box Tops kam für den britischen Sänger wohl wie gerufen. Wie zuvor Donegan stellte die kurzlebige Band eine Art Vermittlungsinstanz zwischen den Wurzeln eines Genres und seiner Interpretation durch Künstler aus einem anderen Kulturkreis dar. Denn als der Soul aus dem Geiste von Ray Charles’ zeitlosem Klassiker I’ve Got A Woman geboren wurde, herrschten in den USA noch eine strikte Trennung zwischen weißen und schwarzen KünstlerInne sowie ihren jeweiligen Fans. Was aus heutiger Sicht bizarr klingt, verhinderte damals maßgeblich die Verbreitung von verschiedenen Musikstilen über die rassistisch gezogenen Grenzen im Publikum. In Großbritannien aber hielten sie es nicht so streng und Welterfolge wie The Letter trugen ebenso dazu bei, dass der Soul-Sound auf die eine oder andere Art den großen Teich überquerte. Cocker aber spürte ihm wesentlich früher bis auf die Wurzeln nach und fand in Ray Charles schon 1959 den Sänger, an welchem er sich zeitlebens messen musste. Der Einfluss von Charles auf Cocker ist unmöglich zu leugnen und nur schwierig in seinem vollen Umfang zu bemessen. Wer Cocker sagt, muss auch Charles sagen. Der Rockhistoriker Glenn Gass ließ sich sogar dazu hinreißen, Cocker als „Ray Charles auf Acid“ zu bezeichnen. Acid oder nicht: Spätestens mit seiner Version von Unchain My Heart eiferte der britische Schüler seinem amerikanischen Meister erfolgreich nach.


7. The Beach Boys – Forever (A Capella Mix)

Im August 1983 durfte Cocker sogar mit Charles für einen Song die Bühne teilen. Kurz zuvor hatte Cocker noch zwei Grammys für sein Duett mit Jennifer Warnes auf Up Where We Belong vom Soundtrack zum Film Ein Offizier und Gentleman eingeheimst. Nun zeigte er sich wirklich ganz oben und dort, wo er hingehörte: Anlässlich zu dessen 40. Bühnenjubiläum performte er Seite an Seite mit Charles You Are So Beautiful, seinen großen Hit aus dem Jahr 1975. Aber Moment: sein großer Hit? Das stimmt nicht ganz, denn wie so viele von Cockers Signature-Tunes stammte auch You Are So Beautiful aus der Feder anderer. Zuerst aufgenommen hatte das Stück Billy Preston, der die gemeinsam mit Bruce Fisher geschriebene Nummer ein Jahr vor Cocker auf der LP The Kids & Me veröffentlichte. Cockers Produzent Jim Price erst nahm das Tempo aus dem Song und machte daraus die Gänsehautballade, die wir heute kennen. Neben Preston und Fisher war ein weiterer Musiker an der Entstehung des Originals beteiligt. Auf einer Party schrieben Preston und der Beach Boy Dennis Wilson die Grundlagen der Komposition, für die Wilson offiziell niemals einen Credit bekommen soll. Immerhin aber sang er den Song bei Beach Boys-Auftritten ohne Instrumentalbegleitung, wie es etwa auf dem Live-Album The Beach Boys: An American Band dokumentiert ist. Sein außergewöhnliches Talent für Vocal-Arrangements hatte er schon zuvor mit Songs wie Forever bewiesen. Im A Capella-Mix des Stücks zeigt sich sein Spürsinn für feine Dynamiken, die auch You Are So Beautiful prägen.


8. Muddy Waters – I’ve Got My Mojo Working (Live)

Obwohl Cocker im Alter von 15 Jahren seinen „Gott“ – so sagte er selbst – in Ray Charles gefunden hatte, blieb er genauso den Musikern treu, die sich in seinem Freundeskreis größerer Beliebtheit erfreuten. „Ich habe bisher 23 Alben gemacht, vielleicht schaffe ich insgesamt 30. Darunter sollte ein Blues-Album sein“, sagte er zwei Jahre vor seinem Tod. „Aber noch hat keine Plattenfirma die Kröte geschluckt. Sie wollen Joe, den Pop-Sänger.“ Dass es dazu nicht kam, ist zwar tragisch. Vielleicht aber können wir es verkraften. Denn aus jeder Phrase von Cockers Stimme triefte der Blues. Neben Rhythm and Blues-Genies wie Chuck Berry, Little Richard und Jerry Lee Lewis fand er schon früh auch zu Künstlern wie John Lee Hooker, Lightnin’ Hopkins, Howlin’ Wolf oder Muddy Waters. Ein Muddy Waters-Song war es auch, der Cocker auf den Hamburger Pianisten Joja Wendt brachte. Der verdiente sich in der Szenekneipe Sperl ein paar Kröten dazu und spielte eines denkwürdigen Abends einige Blues-Klassiker, während der Star gemütlich sein Bier schlürfte. Von Wendts Interpretation von I’ve Got My Mojo Working war Cocker so begeistert, dass er den Musiker sofort einen Platz im Vorprogramm seines Hamburg-Gigs am folgenden Tag verschaffte. Echte Blues-Kenner halten eben zusammen.


9. Nina Simone – Don’t Let Me Be Misunderstood

Obwohl Cocker, ob nun im Soul oder im Blues, gerne an die Wurzeln ging, war er doch zugleich ein experimentierfreudiger Musiker. Sein Album Sheffield Steel verblüffte selbst eingefleischte Fans mit Reggae-Rhythmen. Als Ausgangsmaterial dienten Klassiker von Cocker-Helden wie dem von ihm oft gecoverten Bob Dylan, dem mit einer ähnlich unverwechselbaren Stimme ausgestatteten Stimme Randy Newman oder Soul-Giganten wie Marvin Gaye und Bill Withers. 1996 wiederholte Cocker das Experiment mit einer Komposition, die sich schon seit With A Little Help From My Friends in seinem Repertoire befand. Darauf hatte er damals den Nina Simone-Klassiker Don’t Let Me Be Misunderstood als sanfte Rock-Nummer interpretiert. 27 Jahre später ließ er in der Neuaufnahme die Riddims hüpfen. Ein ebenso überraschender wie folgerichtiger Ansatz, den Cocker indes schon mindestens ein anderer Künstler vorgemacht hatte. Eric Burdon, der erst mit The Animals und später mit dem Funk-Projekt War bekannt wurde, spielte neben der psychedelisch angehauchten Animals-Version hin und wieder Don’t Let Me Be Misunderstood als Reggae-Nummer nach. Und letztlich war genau das schon in den perfekt eingesetzten Offbeats des Simone-Originals schon vorher angelegt. Typisch Cocker: Eine Tradition voranzutreiben bedeutete bei ihm immer auch, dem Ursprung des Originals nachzuforschen.


10. 2Pac feat. Dr. Dre – California Love

Damit stellte Cocker auch immer eine Ausnahme im Musikgeschäft dar. Denn dass ein weißer Künstler sich bei traditionell schwarzen Musikgenres bedient, wird nicht immer gern gesehen. Wieso? Nun, von der strikten Segregation in den USA war vorhin schon die Rede. Einigen Künstlern – darunter auch die ebenfalls in dieser Liste vertretenen Led Zeppelin und sogar Elvis Presley – wurde vorgeworfen, die durch die Musikindustrie strukturell benachteiligte Musik schwarzer KünstlerInnen auszubeuten und ihnen nicht, wie Cocker es so freimütig tat, die notwendige Anerkennung zukommen zu lassen. Mit dem Aufkommen der Sampling-Technik wendete sich das Blatt allerdings. Hip Hop-Artists rissen kurze Bruchteile von Songs aus ihrem Kontext und fügten sie in ihre eigene Musik ein. Ein Cocker-Song erfreute sich dabei besonders großer Beliebtheit. Woman On Woman von seinem selbstbetitelten Album ist ein Funk-Stück, auf welchem Cocker die Grenzen seines Falsettgesangs austestete. Nicht aber seine Stimme, sondern das markante Piano-Riff des Songs wurde zum Dauerbrenner der Hip Hop-Szene. Zu hören war es bei den Ultramagnetic MCs, EPMD und sogar dem Turntable-Genie Madlib, der die kurze Passage in extrem verfremdeter Version als Grundlage für einen Track seines Rapper-Alias Quasimoto verwendete. Viele werden aber bei den bouncenden Akkorden zuerst an 2Pac und Dr. Dre denken, die aus dem Sample das Fundament ihres Megaerfolgs California Love strickten. So kam es dazu, dass Cocker im Jahr 1995 einem jungen Rapper indirekt zum internationalen Durchbruch verhalf. Ist das nicht eigentlich eine schöne Versöhnungsgeste?


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Zeitsprung: Am 25.6.1945 kommt Sängerin und Songschreiberin Carly Simon zur Welt.

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Hat gut lachen: Carly Simon 1971 - Foto: Jack Mitchell/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 25.6.1945.

von Frank Thießies und Christof Leim

Am 25. Juni 1945 kommt Sängerin und Songschreiberin Carly Simon zur Welt. Die Künstlerin sammelt Männerherzen und Grammys gleichermaßen und legt mit You’re So Vain einen der großen Hits der Siebziger hin. Um die Identität des eitlen Protagonisten im Songtext macht sie lange Zeit ein Geheimnis. Wir blicken zurück auf ein – zumindest teilgelöstes – Popkultur-Rätsel und erweisen Simon zugleich die Geburtstagsehre.

Hier könnt ihr euch die größten Hits von Carly Simon anhören:

Carly Elisabeth Simon wird am 25. Juni 1945 in New York City geboren als Tochter des renommierten Verlagsgründers Richard L. Simon (von Simon & Schuster). Ihre ersten musikalischen Babyschritte unternimmt die Sängerin Mitte der Sechziger in Verbund mit ihrer Schwester Lucy. Doch abgesehen von dem auf einem Kindergedicht basierenden Minihit Winkin’, Blinkin’ And Nod ist es mit der Karriere Simon Sisters nicht weit her. 

Blitzstart

Doch schon im Jahre 1970 stellt die Vertragsunterzeichnung bei The-Doors-Entdecker Jac Holzman und dessen Plattenfirma Elektra die Weichen für eine erfolgreiche Sololaufbahn. Ihr schlicht Carly Simon betiteltes Debütalbum aus dem Jahre 1971 birgt bereits den Hit That’s The Way I’ve Always Heard It Should Be und bringt Simon sogar schon einen ersten Grammy in der Kategorie „Beste neue Künstlerin“ ein. Kein schlechter Start, sondern der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die mit dem Nachfolgealbum Anticipation noch im gleich Jahr fortgeschrieben wird. 

Dabei ist es Simons 1972 veröffentlichtes drittes Album, welches ironischerweise No Secrets betitelt ist, das zu ihrem großen internationalen Durchbruch wird. Es enthält mit You’re So Vain ihren künftigen Erkennungssong, der in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland Platz eins erreicht. Das Lied besticht schon musikalisch durch Prominenz: So stammt das markante Bass-Intro von Beatles-Intimus und Grafiker Klaus Voormann, während niemand Geringeres als Mick Jagger – inkognito – zum Background-Gesang beiträgt. 

Fegefeuer der Eitelkeiten

Noch delikater und spannender gestaltet sich allerdings die inhaltliche Ebene des Stücks, in dem Simon die Eitelkeiten eines männlichen Liebhabers besingt. Die Spekulationen um dessen wahre Identität schlagen hohe Wellen, die jahrzehntelang nicht abebben wollen und – naheliegend – unter anderem Mick Jagger als den Mann hinter dem unbestimmten „you“ wähnen. Auch durch die Presse geistern die Namen illustrer Kandidaten, etwa David Bowie, David Cassidy oder Cat Stevens, mit dem Simon einst tatsächlich ein Techtelmechtel hatte. Dass ihr aktueller Ehemann zur Entstehungszeit des Stückes, der Singer-Songwriter James Taylor, definitiv nicht der Gegenstand des Textes ist, bleibt der einzige Hinweis, den sich Simon lange Zeit entlocken lässt. 

Das popkulturelle Rätselraten erreicht 2003 schließlich seinen Höhepunkt, als Simon sich im Rahmen einer Wohltätigkeits-Auktion bereit erklärt, dem Höchstbietenden den Namen des Besungenen preiszugeben. NBC-Sports-Präsident Dick Ebersol blättert 50.000 Dollar dafür hin und muss versprechen, sein neugewonnenes Wissen nicht mit der Öffentlichkeit zu teilen. So darf er höchstens den Hinweis geben, dass der Buchstabe „E“ im Namen jenes ominösen Mister X vorkommt. 

Suche nach Mr. X

2007 beansprucht dann Schauspieler Warren Beatty (Bonnie und Clyde, Dick Tracy) in einem Interview die Ehre des Gesuchten für sich. Es soll acht weitere Jahre dauern, bis Carly Simon schließlich im Rahmen des Pressetrommelwirbels für ihre Memoiren bestätigt, dass Warren Beatty tatsächlich in You’re So Vain adressiert werde  – allerdings nur als Protagonist von Strophe zwei. Der Rest des Textes würde sich auf zwei weitere (prominente?) und bis heute namenlose männliche Pfaue beziehen. 

Ist das unter anderem von den verlotterten Sleaze-Rockern Faster Pussycat 1990 gecoverte You’re So Vain als Songmysterium sicherlich Simons größte Errungenschaft für die Pop-Lexika dieser Welt (und zugleich ihr wohl bekanntester Hit), darf man die anderen Verdienste und musikalischen Glanztaten der Singer-Songwriterin jedoch keineswegs unterschlagen. So tritt Simon 1977 als Interpretin von Nobody Does It Better in Erscheinung, dem Song zum James-Bond-Film Der Spion, der mich liebte. Außerdem  reüssiert sie 1989 mit ihrer Soundtrack-Arbeit zum Film Die Waffen der Frauen. Für das daraus stammende Lied Let The River Run heimst die alte Geheimniskrämerin sogar als erste Solokünstlerin und Songautorin überhaupt einen Oscar, Golden Globe und Grammy zugleich ein. 

Im Laufe ihrer Karriere veröffentlicht Carly Simon sage und schreibe 24 Studioalben, wird für 14 Grammys nominiert und gewinnt zwei. Das Musikportal Allmusic nennt sie „eine der wichtigsten Singer-Songwriterinnen der Siebziger“. Sie schreibt Musik für Filme und TV-Sendungen und spielt auch in einigen mit. Simon war zweimal verheiratet und hat zwei Kinder, Sally und Ben, die ebenfalls künstlerisch tätig sind. Wir sagen: Herzlichen Glückwunsch!

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Popkultur

Ein Schulabbruch, jede Menge Exzesse und 55 Jahre Rockgeschichte: 5 Dinge, die ihr über Mick Fleetwood noch nicht wusstet

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Mick Fleetwood
Foto: Brian Killian/Getty Images

„"Seit nunmehr 55 Jahren steht der Name Fleetwood Mac für eines der wichtigsten Kapitel der Rockgeschichte: den British Blues Boom. Als Gründer, Namensgeber und Schlagzeuger der Band hat Mick Fleetwood einen wichtigen Anteil daran. Diese fünf Dinge über ihn wusstet ihr vielleicht noch nicht.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch Tusk von Fleetwood Mac anhören:

1. Er brach mit der Unterstützung seiner Eltern die Schule ab, um Musiker zu werden.

Wenn der Nachwuchs die Schule abbrechen möchte, um eine Laufbahn als Rockstar einzuschlagen, sorgt das in der Regel für einen mächtig schiefen Haussegen. Nicht so bei den Fleetwoods: Papa John spielt nämlich selbst Schlagzeug und kann den sehnlichsten Wunsch seines Sohnemanns nur allzu gut nachvollziehen. Sein erstes Drumset bekommt der kleine Mick mit 13. Als er im Alter von 15 Jahren den Wunsch äußert, von der Schule abzugehen, um in London als Schlagzeuger durchstarten zu können, lassen seine Eltern ihn ziehen. Tatsächlich findet Fleetwood in der britischen Hauptstadt schnell Anschluss.

2. Blues-Legende John Mayall feuerte Fleetwood wegen seines ausschweifenden Alkoholkonsums.

Nach seinen ersten Jahren in London steigt Fleetwood in eine Band namens The Peter Bs ein, in der auch ein gewisser Peter Green mitspielt. Green verlässt die Gruppe allerdings und steigt stattdessen bei John Mayall’s Bluesbreakers ein. Fleetwood folgt ihm, sodass die Zwei ab April 1967 mit einer der legendärsten Bluesgruppen Londons auftreten. Ebenfalls an Bord: John McVie, der später gemeinsam mit Fleetwood über 50 Jahre Fleetwood-Mac-Geschichte schreiben soll. Leider nehmen Fleetwood und McVie ihr Dasein als Musiker zu jener Zeit noch nicht so ernst wie als ihren Ruf als Trinker. Mehrfach erscheinen die beiden mit ordentlich Promille zu Konzerten der Bluesbreakers, weshalb Bandleader John Mayall die zwei Musiker nach nur wenigen Wochen wieder vor die Tür setzt. Peter Green verlässt Mayalls Truppe anschließend freiwillig und gründet mit Fleetwood schon einmal die Band, die McVie später nicht nur namentlich vervollständigen soll: Fleetwood Mac. Zu Kostverächtern werden die Musiker durch den Rauswurf allerdings nicht. Besonders legendär: die Kokaingeschichten während der Siebziger. „Es besteht kein Zweifel daran, dass wir gut mit dem Marschpulver ausgerüstet waren“, erzählt Fleetwood in einem Interview mit Classic Rock. „Inzwischen ist das ein abgedroschenes Märchen, das immer weiter und weiter zu einer Kriegsgeschichte vergrößert wird. Ich möchte nicht verharmlosen, dass wir diesen Lebensstil gelebt haben. Aber wir sind nicht über den Boden gekrochen und uns kam auch kein grüner Schaum aus dem Mund. Wir haben gearbeitet.“

3. Im Juni 1970 heiratete er Jenny Boyd — die Schwester von Pattie Boyd, die mit George Harrison und Eric Clapton verheiratet war.

Was die Klatsch- und Tratsch-Seite betrifft, sind Fleetwood Mac nicht nur für ihre internen Liebschaften bekannt, sondern auch dafür dass Mick Fleetwood für einige Jahre mit Jenny Boyd liiert war. Falls euch dieser Nachname bekannt vorkommt, habt ihr völlig recht: Es handelt sich bei Jenny um die Schwester von Pattie Boyd, die zuerst George Harrison und dann Eric Clapton heiratet. Mick und Jenny lernen sich Ende der Sechziger kennen, 1970 geben sie sich ebenfalls das Ja-Wort. Ein paar Jahre später findet Mick heraus, dass Jenny eine Affäre mit Fleetwood-Mac-Gitarrist Bob Weston hat. Weston muss gehen; Mick und Jenny lassen sich scheiden, finden 1976 allerdings noch einmal zusammen. Das Paar heiratet sogar noch einmal, um ihren gemeinsamen Kindern den Umzug in die USA zu erleichtern. Ab November 1977 lässt sich Mick auf eine Affäre mit Fleetwood-Mac-Sängerin Stevie Nicks ein, 1978 reichen er und Jenny Boyd zum zweiten Mal die Scheidung ein. Diesmal bleibt es dabei.

4. Sein Lieblingsalbum von Fleetwood Mac ist Tusk (1979).

Nach dem Mega-Erfolg des elften Fleetwood-Mac-Albums Rumours (1977) kann Tusk (1979) in kommerzieller Hinsicht nur verlieren. Trotzdem handelt es sich bei der Platte um Mick Fleetwoods Favoriten aus der Diskografie der Blues-Briten. Das liegt vor allem daran, dass sich die Musiker während der Produktion der Platte nach Herzenslust austoben können, ohne dass dabei kreative Grenzen im Weg stehen. McVie findet an dieser Freiheit weniger Gefallen, es kommt zu Streitigkeiten innerhalb der Band. Doch wie so oft hält Ruhepol Mick Fleetwood seine Schäfchen beisammen und kann die Situation wieder entspannen.

5. Er ist das einzige Gründungsmitglied von Fleetwood Mac und inzwischen seit 55 Jahren dabei.

55 Jahre Rockgeschichte. Das muss man erstmal schaffen und sich vor Augen führen, was mit so einer jahrzehntelangen Karriere einhergeht: 55 Jahre Musikgeschäft. 55 Jahre auf Tour. 55 Jahre voller Streitigkeiten und Versöhnung, denn wer schon einmal selbst in einer Band gespielt hat, weiß: Harmonisch läuft es in einem kreativen Gefüge nur selten ab. Mick Fleetwood kann diesen Widrigkeiten bis heute standhalten und schreibt die Geschichte des Rock weiter. Das gehört einfach honoriert.

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Popkultur

Ringkämpfe, USA-Reisen und Konflikte mit der Stasi: 5 Dinge, die ihr über Richard Kruspe noch nicht wusstet

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Richard Kruspe
Titelfoto: Universal Music

Er war maßgeblich an der Gründung von Rammstein beteiligt, beschäftigt sich seit 2004 zusätzlich mit seinem Nebenprojekt Emigrate und hat schonmal die Stasi ausgetrickst: Richard Kruspe. Diese fünf Dinge über einen der bekanntesten deutschen Gitarristen wusstet ihr vielleicht noch nicht.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch Zeit von Rammstein anhören:

1. Als Jugendlicher in der DDR war Kruspe ein erfolgreicher Ringer — was seine Karriere als Musiker nicht unbedingt erleichterte.

Seine Kindheit und Jugend verbringt Richard Kruspe in der DDR, wo er am 24. Juni 1967 zur Welt kommt. „Bis zu meinem siebten Lebensjahr habe ich in einem kleinen Dorf namens Weisen gelebt“, berichtet er im Interview mit dem Magazin Rock Hard. „Das war eine schöne Kindheit mit viel Natur, Hunden und Katzen sowie einer großen Familie mit zwei Geschwistern.“ Doch als Kruspe älter wird, ist Schluss mit der Harmonie. „Durch die Scheidung meiner Eltern kam ein großer Bruch. Mein Vater war von heute auf morgen weg, und wir zogen zu meinem neuen Stiefvater nach Schwerin, mit dem ich überhaupt nicht klarkam.“ Nicht nur einmal läuft Kruspe von zuhause weg und übernachtet auf Parkbänken. Trost sucht er zum einen im Gitarrenspiel. Zum anderen entpuppt er sich in seiner Jugend als begnadeter Ringer und steigt mehrfach für den BSG Lok Wittenberge auf die Matte. Kruspes Karriere als Musiker steht die sportliche Laufbahn allerdings im Weg, wie er im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung erzählt: „Im Osten zählte eher der Sport, das war der große Exportschlager. Aber wer weiß: Vielleicht wäre ich ein klassischer Musiker geworden, hätte ich Musikunterricht nehmen dürfen.“ Dass sein Leben anschließend ein bisschen anders verläuft, wissen wir heute.

2. Als Kruspe für die Stasi arbeiten sollte, trickste er das Ministerium aus.

Dass Kunst in der DDR nicht den höchsten Stellenwert genießt, erfährt Kruspe auch an anderer Stelle am eigenen Leib. „Ich habe neben meinem Beruf Musik gemacht und Schmuck hergestellt, um mein Leben zu finanzieren“, erinnert er sich im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Beides durfte man nicht im Osten. Die haben das über einen Spitzel herausgefunden und mich erpresst, weil ich dafür weder Steuern zahlte noch eine Facharbeiterausbildung hatte. Die Stasi stellte mich vor die Wahl: entweder IM — also inoffizieller Mitarbeiter — werden oder in den Knast gehen. Ich hatte eine Woche Bedenkzeit.“ Doch dann kommt Kruspe eine Idee und er trickst die Stasi aus: „Natürlich sollte ich absolutes Stillschweigen bewahren. Genau das habe ich aber nicht getan, sondern stattdessen diese Geschichte in meinem ganzen Bekanntenkreis verbreitet. Mit dem Hintergedanken, dass die merken sollten: Der quatscht zu viel und ist unbrauchbar. Nach einer Woche haben die mich tatsächlich in Ruhe gelassen.“

3. Seinen alten Freund Till Lindemann traf er nur deshalb wieder, weil Kruspe nach dem Mauerfall wieder nach Ostdeutschland zog.

Als Kruspe älter wird, beginnt er zunehmend damit, das Leben in der DDR zu hinterfragen. „Die Sache mit der DDR ist, dass es bis zum zwölften Lebensjahr großartig war, dort aufzuwachsen“, erzählt er in einem Interview mit dem britischen Metal Hammer. „Es wurde die Illusion aufrecht erhalten, dass man in einer sehr gesunden Wirtschaft lebt, die funktioniert, solange man keine Fragen stellt — und man stellt keine Fragen, bevor man zwölf ist.“ Ende 1989 beschließt Kruspe, dass er die DDR verlassen möchte und flieht über die Tschechoslowakei, Ungarn und Österreich nach Westberlin. Besser fühlt er sich dadurch nicht, wie er 2011 in einem Interview mit dem Rolling Stone berichtet: „In Westberlin war ich einsam und immer unterwegs. Überwiegend auf Konzerten, ich habe Nirvana im Loft gesehen und so. Eines Abends lernte ich auf einer Party, auf die ich gar nicht eingeladen war, eine Frau kennen und durch sie den Ex-Trommler der Fehlfarben. Mit dem habe ich dann endlich wieder ein bisschen Musik gemacht. Auf Dauer war auch die Wohnsituation mit drei Leuten in einem Zimmer sehr belastend, und im Osten gab es billigen Wohnraum ohne Ende. Also bin ich wieder zurück.“ Zum Glück, muss man heute sagen. Denn durch seine Rückkehr kommt Kruspe wieder mit seinem alten Freund Till Lindemann in Kontakt und steigt in dessen Band First Arsch ein.

4. Die Grundidee für Rammstein kam ihm in den USA.

Anfang der Neunziger reist Kruspe mit Lindemann und dem späteren Rammstein-Bassisten Oliver Riedel in den Südwesten der USA. Die Drei tauchen in die dortige Musikszene ein und Kruspe stellt etwas fest: „Mir wurde klar, dass die Musik, die ich bis dahin gemacht habe, nichts mit mir zu tun hatte. So bin ich nach Deutschland zurückgekehrt, und mir kam die Idee, ein Projekt zu schaffen, das mit deutscher Musik zu tun hat. Ich wollte versuchen, Maschinen und Gitarren zusammenzubringen, harte Gitarren.“ Am 1. Januar 1994 entsteht aus diesem Wunsch ganz offiziell die Band, die heute zu den erfolgreichsten deutschen Gruppen überhaupt gehört: Rammstein.

5. Das Nebenprojekt Emigrate gründete er als musikalischen Kontrast zu Rammstein.

Über die Errungenschaften von Rammstein müssen wir an dieser Stelle nicht reden. Doch großer Erfolg bringt manchmal auch eine große Last mit sich. „Sechs Leute auf dem Boot und jeder spielt Kapitän“, sagt Kruspe im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung über seine Hauptband. „Das ist echt hart.“ Genau deshalb gründet der Gitarrist im Jahr 2004 ein Nebenprojekt. „Emigrate hat mir geholfen, mich bei Rammstein ein wenig zurückzunehmen. Sonst hätte ich weiter versucht, die Band mit meinen Ideen zuzuschütten.“ Im Gespräch mit laut.de verrät er: „Ich wollte nicht mehr nur der Typ sein, der sich allabendlich umgeben von Feuer und Raketen in eine primär visuelle Welt beamt. Ich bin ja in erster Linie Musiker. Also suchte ich nach einem Projekt, in dem es ausschließlich um die Musik geht. Mit Emigrate habe ich genau diesen Gegenpol gefunden.“

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Interview mit Emigrate: „Ich hatte das Gefühl, mit der Musik aufhören zu müssen“

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