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Popkultur

Die musikalische DNA von Joss Stone

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Warum wollen eigentlich so viele Teenies Popstars werden? Klar, auf den ersten Blick klingt das super: Ruhm, Bewunderung, Kohle. Aber fragt mal Joss Stone, wie einfach es wirklich ist, im zartesten Alter den Zenit zu erklimmen. Gerade 16 Jahre alt war die Britin, als ihr Debütalbum The Soul Sessions erschien und leicht fiel es ihr offenkundig nicht, mit ihrer Bekanntheit umzugehen. Dass sie die Schule für ihre Karriere sausen ließ – na gut, sie hat’s offenkundig überlebt. Aber der ständige Klatsch und Tratsch, die Paparazzi und der ihr entgegen schlagende Neid wünschen wir nun wirklich niemandem auf den Hals. Erst recht keinen pubertären Kids!


Hört euch hier die musikalische DNA von Joss Stone in einer Playlist an und lest weiter:


Stone hat sich allerdings auch ein paar polarisierende Auftritte geleistet. Beispiel gefällig? Im Jahr ließ sie 2007 bei den BRIT Awards geschmacklose Kommentare gegenüber Russell Brand fallen. Keineswegs grundlos allerdings. Der hatte vorher nämlich ein paar gehässige Kommentare über Robbie Williams‘ angekündigten Reha-Aufenthalt vom Band gelassen. Die Art und Weise ist diskutabel, die Anekdote beweist aber, dass Stone die Dinge nicht einfach so auf sich sitzen lassen will. Auch, als sie nach derselben Moderation für ihre amerikanischen Akzent bekrittelt wurde, feuerte sie just zurück: „Ich gebe einen Scheiß drauf, wenn die Leute ein Problem damit haben“, sagte sie. Immerhin arbeite sie doch in den USA, seitdem sie 14 Jahre alt war, so Stone weiter. Klingt einleuchtend, oder?


Joss-Stone


Das ist aber nur ein Grund, warum die in der Grafschaft Devon geborene Sängerin mittlerweile eher nach New York als nach London klingt. Ihre ausgeprägte Leidenschaft für US-amerikanische Soul-Musik ist schließlich bestens dokumentiert. Werfen wir also einen Blick auf die musikalische DNA und schauen wir uns an, was sie neben dem Akzent noch so alles von ihren Idolen übernommen hat!


1. Aretha Franklin – (You Make Me Feel Like) A Natural Woman

À propos New York: Dorthin verschlug es Joss Stone Anfang 2002 für ein Vorsingen. Eingeladen hatte sie der Gründer und CEO vom Label S-Curve, Steve Greenberg. Die 14-jährige konnte ihn mit ihrer Interpretation von drei Evergreens für sich überzeugen: Otis Reddings (Sittin’ On) The Dock Of The Bay, Gladys Knight & The Pips’ Midnight Train To George und (You Make Me Feel Like) A Natural Woman von der unsterblichen Aretha Franklin. Deren Greatest Hits hatte sie erst wenige Jahre vorher im Fernsehen entdeckt. „Ich sah diesen Werbespot mit kurzen Clips von ihren Songs“, erinnerte sie sich. „Ich hatte keine Ahnung, wer das ist – ich war 10 oder so. Ich dachte, ‚Oh yeah, das sieht echt gut aus‘, schrieb es auf und fragte meine Mutter: ‚Krieg ich die zu Weihnachten?‘“ Es sollte ihre erste CD überhaupt werden und Franklin hat seitdem das Repertoire ihres weltberühmten Fans nie verlassen. Denn mit der Soul Queen kam die Musik in ihr Leben, auf der sie ihre eigene Karriere aufbauen sollte. „Ich konnte mit Soul so viel mehr anfangen als mit allem zuvor“, gestand sie in einem Interview. „Du musst tolle Vocals haben, um den Soul zu singen.“ Und kaum jemand hatte bessere Vocals als Aretha Franklin!


2. Jackie Wilson – Reet Petite

Aber Moment, wie hatten eigentlich die beiden Londoner Produzenten von der Schülerin aus Devon gehört? Alles begann an Stones alter Schule mit dem erschlagenden Titel Uffculme Comprehensive School, wo die kleine Joss ihren ersten Auftritt feierte während dem sie Jackie Wilsons Rock-Klassiker Reet Petite sang. Dem sollten schon bald weitere: Im Alter von 13 Jahren sang sie bei der BBC-Show Star For A Night vor und gewann den Wettbewerb mit fliegenden Fahnen. Von da aus ging es weiter zur Show Steps To The Stars und schließlich zu einem Benefizkonzert, wo sie von Andy Dean und Ben Wolfe entdeckt wurde. Was die bei Stones Auftritt dort wohl dachten, das hatte Jackie Wilson schon 1957 in seinem Hit gesungen: „Well, she’s so fine, fine, fine, she’s so fine, f-fine / She’s so fi-yi-yi-yi-yi-ne, she’s so fine, fine, fine / She’s really sweet, the finest girl you ever wanna meet”. Was taten die beiden darauf? Sie riefen Steve Greenberg ein und erzählten aufgeregt, dass sie „die beste Sängerin gehört hatten, die dieses Land jemals hervorgebracht hat“. Ob wir also jemals von Joss Stone erfahren hätten, wenn ihre Schule nicht eines schönen Tagen zu einem Fifties-Themenabend geladen hätte? Vielleicht nicht.


3. Donna Summer – On The Radio

Der erste Song, mit dem Stone übrigens im Fernsehen zu hören war, hieß ironischer Weise On The Radio. Den großen Donna Summer-Klassiker wählte sie für ihren Siegesauftritt bei Star For A Night aus. Damit betonte sie von Anfang an, dass ihr eigener Stil nicht nur von der Gospel-inspirierten Seite der Soul-Musik, sondern auch deren tanzbarem Gegenpart inspiriert wurde. Denn natürlich war die 1979 veröffentlichte Single der der 2012 verstorbenen Disco-Legende wie so viele ihrer Stücke auch im Club gut aufgehoben. Stone selbst übrigens stand nur wenige Jahre nach ihrem allerersten Fernsehauftritte mit Summer auf derselben Bühne, um 2005 gemeinsam mit ihr in New York bei Save The Music: A Concert To Benefit The VH1 Save The Music Foundation gemeinsam die Nummer eines berühmten Kollegen zu aingwn. Zu diesem Zeitpunkt war sie schon weltberühmt und ihre Musik lief nicht nur On The Radio auf und ab.


4. Otis Redding – Try A Little Tenderness

Ihr fragt euch, wessen Song die große Diva und die britische Soul-Liebhaberin wohl gemeinsam gesungen haben werden? Natürlich einen Soul-Klassiker aus dem Stax-Universum! Try A Little Tenderness ist allerdings schon viel älter als die Version, welche Otis Redding im Jahr 1966 bekannt gemacht hat. Zuerst aufgenommen wurde das Stück schon ganze 34 Jahre zuvor vom britischen Ray Noble Orchestra, am Mikro stand damals noch Val Rosing. Ein schöner transatlantischer Austausch, der sich mit dem Duett von Summer und Stone weiter führte. Nachdem die Britin bereits Steve Greenberg beim ersten Treffen der beiden ein anderes Stück von Redding – (Sittin’ On) The Dock Of The Bay –gesungen hatte, blieb es natürlich nicht dabei. In den Linernotes von Introducing Joss Stone, laut der Künstlerin übrigens ihr eigentliches Debütalbum, findet sich der Name des musikalischen Tausendsassas ebenso wieder. Eine im Grunde doppelte Anspielung auf gleich zwei Idole, denn der Song Headturner zollt ebenso Aretha Franklin wie Redding seinen Tribut. Redding nämlich hatte Respect geschrieben, Franklins Signature-Tune, auf den Stone mit ihrer modernen Empowerment-Hymne anspielte.


5. The White Stripes – Fell In Love With A Girl

Stone verdreht aber nicht nur gerne Köpfe, sie stellt auch gerne die Dinge auf den Kopf. Ihr Debütalbum The Soul Sessions wartete mit einer überraschenden Single auf: Denn was haben The White Stripes außer ihrem Herkunftsort, der Motor City Detroit, eigentlich mit Soul am Hut? Mehr, als manche denken würden, wie Stones Coverversion bewies. Aus Fell In Love With A Girl wurde bei ihr allerdings – so viel Gerechtigkeit muss schließlich sein – Fell In Love With A Boy und aus einem rohen Garage Rock-Song mit unter zwei Minuten Spielzeit ein funkiges Soul-Stück, das ohne Umwege direkt in die Hüfte ging. Ob das aber dem Duo mit dem Faible für Rot-Weiß-Gestreiftes gefiel? Und ob! In einem Interview mit dem Q Magazin verriet Stone sogar, dass Jack White ihr Cover mehr als nur gefallen hatte. „Er sagte mir, dass er es lieben würde und dass er live lieber meine Version spielen würde als seine eigene! Wenn das mal keine Zustimmung bedeutet! Supertyp, dieser Jack White!“ Wir schließen uns da absolut an.


6. Band Aid – Do They Know It’s Christmas?

Joss Stone weiß aber nicht nur andere Musiker von ihrem Können zu überzeugen, sie hat sich auch schon früh mit ihrer Musik sozial engagiert. Wen wundert’s, schließlich wurde sie bei einem Benefizkonzert entdeckt! Nachdem Stone im April 2004 noch bei Divas Live 2004 gemeinsam mit Ashanti, Cyndi Lauper, Gladys Knight, Jessica Simpson und Patti LaBelle Geld für die Save The Music Foundation sammelte, ging sie Mitte November desselben Jahres mit Band Aid 20 ins Studio. Mit dabei waren unter anderem Chris Martin von Coldplay, Bono von U2 sowie natürlich Midge Ure und Bob Geldorf, die Initiatoren des Projekts. Diesmal sollte mit einer Neuaufnahme von Do They Know It’s Christmas Geld für die Darfur-Region im Sudan eingetrieben werden. Stone, die noch nicht auf der Welt war, als Band Aid das erste Mal zusammenkam und die zum Zeitpunkt der Aufnahmen erst 17 Jahre alt war, soll sich dem TV-Produzenten Malcolm Gerrie zufolge angeblich darauf gefreut haben, „Bob Gandalf“ zu treffen. Die Häme, welche der Teenagerin darauf hin entgegen schlug, hat sie allerdings nicht von ihrem Weg abgehalten. Nach Band Aid 20 kollaborierte sie etwa mit Bryan Adams für die Hear The World-Initiative, trat bei den Live Earth-Konzerten auf und nahm mit Annie Lennox den Song Sing auf, der am Welt-AIDS-Tag veröffentlicht wurde und auf die Krankheit aufmerksam machen sollte. Wer Bob Geldorf ist, weiß sie heute ganz sicher und steht ihm obendrein in Sachen Engagement in nichts nach.


7. Janis Joplin – Cry Baby

Nein, Joss Stone hat sich von allen Sticheleien nicht unterkriegen lassen. Wenn sie eins nicht ist, dann ein Cry Baby. Was wiederum ebenso nicht heißen sollte, dass Stone nicht gekonnt auf der Klaviatur der ganz großen Gefühle spielen kann. 2005 betrat sie während der Grammy-Verleihung die Bühne, um Janis Joplins Song Cry Baby zu performen, bevor Melissa Etheridge eine berührende Interpretation von deren Hit Piece Of My Heart zum Besten gab. Ein Medley, das in die Geschichte des prestigeträchtigen Musikpreises eingehen sollte. Für Stone war es ein ganz besonderer Moment, denn die Musik der 1970 an einer Überdosis verstorbenen Joplin begleitet sie schon ihr Leben lang. „Als Kind habe ich Janis Joplin gehört, weil ich so sehr von ihrem Akzent beeindruckt war“, erinnerte sie sich in einem Interview. „Ich gab ordentlich Druck auf die Stimme und brachte mir so ohne es zu merken bei, in dieser souligen Art zu singen.“ Wie das klingt, bewies Stone ohne Zweifel nicht allein an diesem Abend.


8. Coldplay – Yellow

Eher zweifelhaft ist dagegen die Auszeichnung, die Joss Stone im selben Jahr erhalten sollte: Die Organisation peta2 kürte sie zu sexiesten lebenden Vegetarierin. O… kay? Naja, immerhin war sie mit diesem Titel nicht in der allerschlechtesten Gesellschaft. Der – laut peta2 zumindest – betörendste Mann, der lieber auf den Frühstücksspeck verzichtete, war in jenem Jahr nämlich Chris Martin von der Band Coldplay. Mit dem hatte sie schon 2004 bei Band Aid 20 zu tun gehabt. Erst 2016 sammelten die beiden erneut zusammen Geld bei einem von Prince Harry organisierten Benefizkonzert. Zwei Kinder, auf welche eine bestimmte englische Grafschaft Devon mit Recht stolz sein kann – wie Stone nämlich wuchs Martin in Devon auf. Ob sie nebenbei noch Rezepte für fleischfreie Rezepte ausgetauscht haben, ist zwar nicht überliefert. Fest aber steht, dass Stone in ihrer musikalischen Bildung wohl kaum um Coldplay herum gekommen sein wird. Umso schöner eigentlich, in Martin einen politisch ähnlich engagierten Kollegen gefunden zu haben. Der auch noch sexy ist. Sagen jedenfalls die von peta2.


9. Berrington Levy – Here I Come

Vom Stadion-Pop Coldplays über den Rock-Sound von Janis Joplin oder den White Stripes hin zum Soul in allen seinen Facetten ging es bisher. Haben wir noch etwas vergessen? Na klar, den Reggae natürlich! Als Joss Stone 2012 ankündigte, an einem Reggae-Album zu arbeiten, blieb vielen die Spucke weg. Würde das gut gehen? Die kritischen Stimmen verstummten aber sobald Stone nachrückte, mit wem sie ins Studio gehen würde: Damian Marley nämlich, der – wie es der Nachname bereits verrät – in Sachen Reggae einiges an Fachkenntnis mit brachte. Tatsächlich war es überhaupt der Sohn des großen Bob Marleys, der Stone zu dem Versuch überredete. Als Water For Your Soul im Sommer 2015 endlich erschien, überraschte Stone damit allerdings nicht nur mit frischen Riddims, sondern auch deutlichen Hip Hop-Einschlägen und – dank Produzent A. R. Rahman – dezenten Anklängen an indische Musik oder sogar keltische Töne. Eine stilistische Wundertüte! Reggae bildete aber dennoch das Fundament des Sounds von Water For Your Soul, was sich allein schon an der Wahl der Samples leicht nachvollziehen lässt. Der Song Harry’s Symphony etwa zitiert den Berrington Levy-Klassiker Here I Come. Experiment geglückt, würden wir behaupten!


10. Jeff Beck – I Put A Spell On You (feat. Joss Stone)

Ihre gesamte Karriere über hat Joss Stone immer wieder alten Klassikern einen neuen Anstrich verpasst und somit das Interesse von vielen ihrer eigenen Idole auf sich gelenkt. Auch der ehemalige Yardbirds-Gitarrist Jeff Beck wurde auf die junge Sängerin aufmerksam und holte sie im November 2007 auf die Bühne, um gemeinsam mit ihm im Duett People Get Ready von den Impressions zu singen. Damit noch nicht genug sollte sie ihn etwas später für die Aufnahmen seiner LP Emotion And Commotion im Studio besuchen. Neben dem Song There’s No Other Me aus der Feder von Jason Rebello war es vor allem die gemeinsame Neuinterpretation des Rock-Klassikers I Put A Spell On You, die für Begeisterung sorgte. Beck und Stone wurden sogar für den Grammy nominiert! Der über 40 Jahre ältere Gitarrist scheint die Sängerin mehr als zu schätzen: Auch diese überaus erfolgreiche Kollaboration sollte nicht die letzte bleiben, folgte doch 2014 mit einer modernisierten Interpretation des Eric Bogle-Klassikers No Man’s Land (Green Fields of France) schon das nächste gemeinsame Stück. Bogle selbst allerdings war mit der Aufnahme, die einige Zeilen ausließ und dem Stück einen deutlichen Rock-Flavour verpasste, so gar nicht einverstanden. Stone polarisiert eben. Kein Wunder also, dass sie selbst einen Jeff Beck inspiriert!


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Brennende Betten, brennender Tommy und ein verhedderter Fallschirm: 5 Anekdoten, die nur aus dem Leben von Tommy Lee stammen können

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Tommy Lee
Foto: Emma McIntyre/Getty Images for SiriusXM

Nur fünf Anekdoten aus dem Leben von Tommy Lee? Es gäbe wahrscheinlich mindestens 5.000 zu erzählen. Diese finden wir besonders unterhaltsam, tragisch oder schockierend.

Hier könnt ihr euch Andro von Tommy Lee anhören:

1. Als er auf der Girls, Girls, Girls-Tour einen Drogendealer hinter sich herfahren ließ.

Über die Drogeneskapaden von Mötley Crüe wurde schon so viel geschrieben, dass es nahezu unmöglich ist, noch eine neue Geschichte aufzustöbern. Wir haben uns deshalb für eine der unterhaltsamsten entschieden. „Die Girls, Girls, Girls-Tour von 1987 gehört zu den geilsten Erlebnissen meines Lebens“, erzählt Schlagzeuger Tommy Lee im Interview mit dem britischen Guardian. „Zumindest glaube ich das, denn ich erinnere mich an nichts, außer an jede Menge verschwommenen Wahnsinn. Wir hatten einen mächtig großen Jet, endlos viel Kohle und konnten machen, was immer wir wollten.“

Spätestens seit der Mötley-Crüe-Bandbiografie The Dirt wissen wir alle: Egal, welche Ausschweifungen man sich so ausmalt … Tommy Lee und Co. setzen immer noch einen drauf. „Eine Zeit lang hatten wir sogar unseren eigenen Drogendealer, der in einem Luxus-Oldtimer hinter unserem Tourbus hergefahren ist“, berichtet Lee weiter. „Auf seinem Kennzeichen stand: DEALER. Wann immer wir aus dem Bus ausgestiegen sind, ist er mit seiner diamantbesetzten Rolex, seinen Goldketten und ein paar Bitches in jedem Arm aufgetaucht und hat der Band und der Crew ganze Bündel voller Koks zugeworfen. Er war der pimphafteste Dealer aller Zeiten und hatte immer seinen Partyhut auf.“ Doch die Plattenfirma von Mötley Crüe bekommt kalte Füße. Schließlich könnte die Polizei bei einem auffällig gekleideten Drogendealer in einem Luxusauto mit dem Kennzeichen „DEALER“ stutzig werden. Die Band muss sich von ihrem hauseigenen Rauschmittelhändler verabschieden. In Versorgungsnot geraten die Musiker während der Tour aber wohl trotzdem nicht.

2. Als er mit einer Leuchtfackel in einem Hotelzimmer herumspielte und das Bett in Brand steckte.

In den Siebzigern und Achtzigern gehört das Zerstören von Hotelzimmern für viele Rockstars schlicht und ergreifend dazu. Das gilt (natürlich) auch für Mötley Crüe. Als die Band 1986 durch die Schweiz tourt, nimmt sie ihren Auftrag durchaus ernst. Nicht nur, dass Schlagzeuger Tommy Lee und Frontmann Vince Neil in ihrem Hotelzimmer ein paar Leuchtfackeln anzünden. Nein, das Duo Infernale steckt damit auch gleich das Bett in Brand. Als wäre das nicht genug, zerstört die Band im gleichen Hotel auch noch die Glasfenster der Aufzüge.

3. Als sich sein Fallschirm beinahe nicht geöffnet hätte.

Sein Leben hat Tommy Lee im Lauf der Jahrzehnte immer wieder aufs Spiel gesetzt. Doch mit einem Vorkommnis hat er wohl selbst nicht gerechnet. So verrät er im Interview mit dem britischen Classic Rock Magazine die gefährlichste Situation, in der er sich je befand: „Das ist etwas, was du nicht hören willst, wenn du gerade einen Fallschirmsprung machst“, steigt er in die Erzählung ein. „Ich mache gerade einen Tandemsprung, bin an einen Lehrer geschnallt, er ist mit dem Fallschirm auf meinem Rücken und höre: ‚Oh, fuck!‘ Ich schaue nach oben und der Fallschirm hat sich verheddert. Er zerrt daran und kämpft mit den Seilen und ich denke: ‚Das war’s, ich bin am Arsch, es ist vorbei.‘ Aber dann hatte ich eine spirituelle Erfahrung und dachte: ‚Ich kann nichts tun. Ich werde den freien Fall einfach genießen, bis ich auf dem Boden aufschlage.’ Als ich gerade losgelassen hatte, ging der Fallschirm auf einmal auf. Nicht cool.“

4. Als er sich in Wyoming an der Pyrotechnik verbrannte.

Am 12. Oktober 2005 spielen Mötley Crüe im Casper Events Center (heute: Ford Wyoming Center) — und dabei geht einiges schief. Laut Ultimate Classic Rock habe sich Tommy Lee an jenem Abend an einem Seil zwischen verschiedenen Drumsets hin und her geschwungen, wobei er in einen Funkenregen geraten sei. Dabei habe er „oberflächliche Verbrennungen and seinen Armen und im Gesicht erlitten“ und versucht, die Show noch zu Ende zu bringen. Doch man habe auf Nummer sicher gehen wollen, wie Mötley-Crüe-Frontmann Vince Neil im Interview mit People verrät: „Er sah nicht gut aus, als die Sanitäter ihn hinter der Bühne behandelt haben, also haben wir uns dazu entschieden, ihn ins Krankenhaus zu schicken.“ Zum Glück sehen die Verbrennungen schlimmer aus als sie sind: Schon zwei Tage später sitzt Lee in Bismarck (North Dakota) wieder am Schlagzeug.

5. Als er ein Dickpic in den sozialen Medien postete.

Als hätte nicht sowieso schon ein ungleich großer Teil der Weltbevölkerung Tommy Lees Penis gesehen, musste der Schlagzeuger am 11. August 2022 noch einen draufsetzen — und postete in den Social Media ein Foto von seinem Gemächt. „Vor einigen Wochen hatten wir eine etwa zweiwöchige Tourpause“, erklärt der Trommler das Dickpic später im Rahmen eines Konzerts. „Und ich habe mich abgeschossen, Alter. Mich volllaufen lassen. Ich war so voll, dass ich mich ausgezogen und Bilder von meinem Schwanz gepostet habe. Dabei bin ich eigentlich ein Mann der Brüste. Ich sehe gerne Brüste. Aber ich dachte: Das ist die Nacht der gleichen Möglichkeiten. Ich wollte in dieser Nacht jedermanns Ding sehen. Komm schon, hol deinen Schwengel raus!“ Ah ja … Bei Facebook und Instagram wurde das Foto schon längst wieder gelöscht. Bei Twitter kann man sich Lees gesamte Herrlichkeit noch immer anschauen. Haben wir gehört.

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Popkultur

5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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Für alle Insider*innen, jahrzehntelangen Fans, Neugierigen und Einsteiger*innen: Hier nehmen wir uns mal ein paar Minuten Zeit und präsentieren euch fünf Geschichten, Anekdoten oder Fun Facts zu einem Genre, einer Band oder einem/r Künstler*in. Einfach, weil das Leben witzigere, unglaublichere und interessantere Geschichten schreibt, als jede*r Autor*in jemals könnte.

In dieser Woche dreht sich alles um den 3. Oktober 1990, jenen Tag, an dem aus West und Ost wieder ein gemeinsames Deutschland wurde. Knapp ein Jahr zuvor, am 9. November 1989, war die innerdeutsche Mauer gefallen. Ein Ereignis, das auch in der Musik stattfand. Wir liefern fünf Wahrheiten über den Sound der deutschen Einheit.

1. Pink Floyd und die wahrgewordene Utopie

Noch im Juli meinte Roger Waters von Pink Floyd, dass es nur einen einzigen Anlass geben würde, aus dem er das bandeigene Riesenspektakel The Wall noch einmal inszenieren würde – und zwar den Fall der Berliner Mauer. Waters sah dieses Ereignis in so weiter Ferne, dass er sogar in Erwägung zog, dafür seinen Ex-Bandkollegen David Gilmour mit auf die Bühne zu holen. Knapp vier Monate später fiel die Mauer tatsächlich und im Juli 1990 wurde Waters Gedankenspiel Realität: The Wall wurde am Potsdamer Platz noch einmal aufgeführt – zwar ohne David Gilmour, aber dafür mit vielen Auftritten anderer Stars.

2. Der Boss in Ostberlin

Auftritte von westlichen Künstler*innen in der DDR waren rar gesät. 1988 etwa trat Bruce Springsteen in Ostberlin auf. Weil der SED-Zentralrat das Konzert als gute Möglichkeit der massenpolitischen Arbeit der FDJ ansah, wurde Bruce Springsteen eine Auftrittsgenehmigung für die DDR erteilt. Rund 200.000 Bewunder*innen des Bosses kamen zur Radrennbahn Weißensee, wo Springsteen seinem Wunsch Ausdruck verlieh, dass eines Tages alle Barrieren abgerissen werden sollen. Der Satz wurde aus der Übertragung des Konzertes geschnitten – änderte aber nichts daran, dass sein Wunsch gut anderthalb Jahre später Wirklichkeit wurde.

3. Das David-Hasselhoff-Gate

Auch gut 30 Jahre nach dem Mauerfall hält sich das Gerücht wacker, David Haselhoff sei mitverantwortlich für dieses geschichtliche Großereignis, da er wenige Wochen nach der Maueröffnung dort seinen Hit Looking for Freedom sang und sich Menschen aus West- und Ostdeutschland dazu in den Armen lagen. Aber: weit gefehlt. „Ich hatte nie etwas damit zu tun und habe das auch nie gesagt. Niemals“, äußerte sich der Baywatch-Star unlängst gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

4. Das Eigenleben von Freiheit

Wer an Musik und Mauerfall denkt, hat sicherlich auch Freiheit von Marius Müller-Westernhagen im Sinn. Aber: Nicht nur, dass MMW den Song schon drei Jahre vor dem Mauerfall schrieb, nein, er hatte den Fall der Mauer nicht Mal im Sinn. Die Live-Version von Freiheit entwickelte vor dem Hintergrund des Mauerfalls allerdings ein Eigenleben und wurde zur Hymne des Herbstes. „Freiheit zeigt, dass künstlerische Produkte ein Eigenleben annehmen können. Wenn es in diesem Fall dazu gedient hat, dass der Song Menschen Kraft und Hoffnung gegeben hat, ist das ein glücklicher Umstand, der mich natürlich sehr freut“, sagte Marius Müller-Westernhagen gegenüber der TZ.

5. Wind Of Change ist ein rechtlich geschützter Begriff

Klar, Wind Of Change gilt unangefochten als die Hyme der Wende schlechthin. „Mein Gedanke war: Die ganze Welt in einem Boot und alle sprechen eine Sprache – Musik. Im September entstand Wind Of Change in Deutschland und im November fiel die Berliner Mauer. Der Song drückte ein Gefühl der Hoffnung aus, dass wir alle in der Zukunft in einer friedlicheren Welt leben können“, erklärte Klaus Meine mal gegenüber dem Fernsehsender VOX. Der Song machte die Scorpions binnen kürzester Zeit zu Weltstars. Nur logisch, dass Klaus Meine und Rudolf Schenker seitdem Inhaber der Wortmarke Wind Of Change sind.

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10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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Popkultur

10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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Foto: Sean Gallup/Getty Images

Am 3. Oktober 1990 war es offiziell: West- und Ost-Deutschland gehören wieder zusammen, die Berliner Mauer fiel schon ein Jahr vorher, der Eiserne Vorhang begann sich nach und nach zu lüften. Wir schauen zurück auf dieses historische Ereignis mit Songs, die damals und in der folgenden Zeit zum Soundtrack des wiedervereinigten Deutschlands wurden.

1. Scorpions – Wind Of Change

Los geht’s mit offensichtlichsten Song: Die sogenannte „Hymne der Wende“ ist auf jeden Fall der kitschigste, aber auch emotionalste und bekannteste Klassiker, den Mauerfall und Wiedervereinigung im Nachhinein hervorgebracht haben. Ein Jahr nach der Maueröffnung und kurz nach dem Zusammenschluss von BRD und DDR war Wind Of Change mit seinem Plädoyer für das Ende der Ost-West-Trennung die perfekte musikalische Untermalung für das, was gerade vor sich ging. So schreibt man Geschichte mit.

2. Westernhagen – Freiheit

Auch wenn dieser Song schon ein paar Jahre vorher veröffentlicht wurde, ist er ganz fest mit der deutschen Einheit verknüpft. Natürlich wegen des programmatischen Titels. Aber auch weil Westernhagen einer der vielen Künstler*innen war, die beim „Konzert für Berlin“ in der Deutschlandhalle auftraten, ein paar Tage nach dem Fall der Mauer. Dass Freiheit in diesem Setting eine extrem emotionale Rolle zukam, versteht sich von selbst.

3. Udo Lindenberg – Horizont

Allerallerspätestens mit dem Musical Hinterm Horizont ist Udo Lindenberg zu einer Galionsfigur für das geteilte Berlin und die Menschen geworden, die trotz aller gemauerten Widerstände zusammen sein wollten. Horizont ist die Liebesballade, die im Zentrum des Musicals steht. Und obwohl Sonderzug nach Pankow die politisch stärkere Hymne ist, berührt einen Horizont doch ein wenig mehr.

4. Die Prinzen – Millionär

Mauer weg, Invasion der Ossis. Für viele Westdeutsche (und natürlich auch ehemalige DDR-Bürger*innen) war die Wiedervereinigung eine mindestens zweischneidige Sache. Auch musikalisch war das Land jetzt vereint, und Die Prinzen wurden zu den ersten neuen gesamtdeutschen Popstars. Millionär war ihr erster putziger Hit.

5. WestBam / Dr. Motte – Sunshine

Techno und House gelten als inoffizieller Soundtrack der Wende – zumindest in Berlin. Mauerfall und Wiedervereinigung fielen eher zufällig mit dem Aufkommen der neuen Jugendkultur zusammen, aber es hätte nicht besser passen können: Auf großen Raves, in neuen Clubs und Events wie der Loveparade feierte Berlin seine neue Zusammengehörigkeit, mit einer Musik, die sich nicht um Ost oder West schert. Dr. Motte und Westbam waren zwei der damaligen Protagonisten, die regelmäßig neue Hymnen für die „ravende Gesellschaft“ produzierte.

6. Tocotronic – Aber hier leben, nein danke

Das neue Deutschland, genau so wie die zwei alten, war für viele nicht unbedingt etwas, mit dem man sich identifizieren konnte oder wollte. Egal, welche politische Meinung man hier hat – besonders die Deutschland-Kritiker*innen aus dem linken Spektrum haben ihre Vorbehalte immer in tolle Musik verpackt. So wie Tocotronic hier. Zwar ist der Titel ziemlich eindeutig, der Text allerdings sehr kryptisch und der Song unglaublich gut.

7. Slime – Deutschland

Andere waren da schon deutlicher: Dieser deutsche Punk-Klassiker stammt zwar aus den 80ern, ist aber bis heute ein Dauerbrenner. Vor allem wenn es darum geht, unserem Land auch mal die Meinung zu geigen. Das muss es schließlich aushalten.

8. Rocko Schamoni – Mauern

Und auch hier muss man ein bisschen ironische Skills mitbringen: Denn unser liebster Hamburger Lebenskünstler Rocko Schamoni empfiehlt bei zu viel sozialen Spannungen, einfach eine Mauer zu bauen. Kennt man ja. Aber ist natürlich auch nicht ganz so ernst gemeint. Die Satire-Partei Die Partei tut allerdings sehr überzeugend so, als würde sie ihre radikalen Forderungen ernst meinen – zum Beispiel, tatsächlich wieder eine Mauer in Deutschland zu errichten. Natürlich wurde Schamonis Song zur ihrer Wahlkampf-Hymne.

9. Pink Floyd – Another Brick In The Wall, Pt. 2

Auch dieser Rock-Klassiker handelt von einer Mauer, aber nur im übertragenen Sinne von der Berliner. Seit Pink Floyd 1988 aber ein Konzert direkt an der Mauer gespielt haben, ist der Song wie der gleich folgende untrennbar mit der Wiedervereinigung verknüpft.

10. David Hasselhoff – Looking For Freedom

Ein bisschen Spaß muss sein, ne? Denn in Expertenkreisen weiß man, dass es vor allem The Hoff war, die die Mauer zu Fall brachte. Looking For Freedom muss man heute schon mit sehr viel Augenzwinkern hören, doch damals war es ein Mega-Hit. Und wenn man sich die Begeisterung bei Hasselhoffs Mauer-Auftritt im Jahr 1989 ansieht, dann kann man schon verstehen, wieso The Hoff so von seiner historischen Leistung überzeugt ist.

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5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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