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Popkultur

Zeitsprung: Am 20.2.1985 erscheint „Don’t You (Forget About Me)“

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Simple Minds Don't You Forget About Me Cover

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 20.2.1985.

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

„I said la, la la la la“ verbindet fast jeder mit dem Charakter Bender, der am Ende von The Breakfast Club rebellisch die Faust in die Luft reckt. Der passende Song Don’t You (Forget About Me) erscheint am 20. Februar 1985 und beschert den Simple Minds einen andauernden Welthit. Schauen wir zum Jahrestag der Veröffentlichung auf ihre widerwillige Entstehung.

Hört euch hier den gesamten Soundtrack von The Breakfast Club an:

Wenn man hört, dass die Simple Minds eigentlich aus dem frühen Punk Großbritanniens stammen, kann man sich ruhig verwundert am Kinn kratzen. Denn die schottische Band weckt eigentlich Assoziationen mit den größten Gruppen der Achtziger und lässt sich eher im New Wave und Synth Pop der Dekade verorten. Zudem nennt Sänger Jim Kerr The Doors, Kraftwerk und Kate Bush als Einflüsse. Ob es dieser eklektische Mix ist, der der Gruppe erstmals die Aufmerksamkeit von Jugendfilm-Gott John Hughes beschert, für seinen neuen Film The Breakfast Club sucht?

Die Rückseite der Single zeigt die Besetzung des Films

Vom Punk zum Blockbuster-Soundtrack

„John war ein großer Fan. Er baute alle Sounds, die damals aus Großbritannien kamen, in seine Filme ein. Er war ein wirklicher Musikliebhaber, und sein Soundtrack-Produzent Keith Forsey teilte den Enthusiasmus“, erinnert sich Sänger Jim Kerr auch heute noch. Alle Begeisterung seitens Forsey hilft jedoch nicht, als der nämlich der Band eines Abends backstage auflauert, nur leider unangemeldet. Die Plattenfirma der Gruppe hatte leider versäumt, ihre Schützlinge über den Termin zu informieren, und so lassen die Simple Minds den eifrigen Besucher auflaufen.

Zumal Forsey der Kapelle, die konsequent ihre eigenen Songs spielt, sogar fremdes Material vorschlagen will, nämlich eben jenes Stück Don’t You (Forget About Me),  Dabei hatte Forsey das Lied speziell für seine Lieblinge geschrieben und dafür Kumpel Steve Schiff ins Boot geholt, der eigentlich bei Nina Hagen spielt. Nach der Ablehnung durch die Simple Minds wandert die Nummer aber erstmal über die Tische von Bryan Ferry und Billy Idol – ohne Erfolg. Irgendwie möchte keiner zum Soundtrack dieses merkwürdigen Frühstücksfilms beisteuern, obwohl Forsey mit What A Feeling aus Flashdance schon eine ziemlich gute Referenz vorweisen kann.

Widerwilliger Welthit

Erst als sich Kerrs damalige Frau, Pretenders-Sängerin Chrissie Hynde, einschaltet, lenken die Simple Minds ein. Innerhalb von drei Stunden spulen sie in einem Londoner Studio die Aufnahmen runter, überzeugt, dass nach etlichen Versuchen auch dieses Stück nicht den US-Durchbruch einläuten könne. Weil niemandem ein besserer Text für eine bestimmte Stelle einfällt, improvisiert Kerr noch ein paar Mal „la la la“.. Dann hakt man das Ding Band-intern ab.

Dass die Nummer später auf Platz eins der amerikanischen Billboard-Charts landet, zahllose Coverversionen inspiriert und zu den ikonischen Momenten der Popkultur zählt, müssen wir keinem erzählen. Obwohl die Simple Minds den Song nicht auf ihrem nächsten Album Once Upon A Time inkludieren, setzen sie damit den US-Erfolg fort; die Hitsingle spielen sie unter anderem bei Live Aid.

Und auch Forsey kommt auf seine Kosten: Der Musiker, der in den Siebzigern unter anderem in Udo Lindenbergs Panikorchester Schlagzeug spielte, bringt seine Demoversion von Don’t You Forget About Me im Vorspann des Filmes unter.

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