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Popkultur

Zeitsprung: Am 8.9.2009 spielt Matt Sorum bei Motörhead – und Lemmy macht klare Ansagen.

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Motörhead mit Matt Sorum
Foto: Gary Miller/FilmMagic/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 8.9.2009.

von Christof Leim

Im September 2009 spielt Matt Sorum von Guns N’ Roses und The Cult für eine Weile bei Motörhead. Der Boss Lemmy Kilmister macht dazu natürlich wie immer klare Ansagen und findet doof, was den festen Schlagzeuger Mikkey Dee kurzzeitig von seinem Job abhält.

Hier gibt’s die besten Motörhead-Songs:

Für ein paar Dates auf der Tour zu Motörizer (2008) brauchen Motörhead eine Aushilfe am Schlagzeug, denn Mikkey Dee muss aus einem absurden Grund aussetzen. Die Wahl fällt auf Matt Sorum, der dank seiner Zeit bei The Cult, Velvet Revolver und vor allem Guns N’ Roses durchaus große Bühnen kennt. Bei Motörhead laufen die Dinge aber ein bisschen anders. „Lemmy hat mir eine SMS geschrieben“, erinnert sich Sorum in der Radiosendung Trunk Nation. „Ich konnte seine Stimme förmlich hören.“ Die Konversation lief ab wie folgt:

Matt: „Warum ich?“
Lemmy: „Weil Dave Grohl keine Zeit hat.“
Matt: „Wann proben wir?“
Lemmy: „Wir proben nicht. Hier ist die Wacken-DVD, schaff’ dir das Set drauf.“

Klare Ansagen also, wie immer. Den Drummer stört es nicht: „Lemmy sagt einem die Wahrheit. Das liebte ich an ihm. Wir haben uns dann im 9:30 Club in Washington, D.C. getroffen, zusammen einen Soundcheck gemacht und abends gespielt. Es war großartig.“

Sogar Veteranen müssen trainieren

Natürlich zockt selbst ein Profi wie Sorum nicht mal eben ein Motör-Set runter. „Ich war schon etwas nervös, aber bereit für die Herausforderung“, schreibt er auf seiner Homepage. „Mikkey Dee ist ein fantastischer Schlagzeuger und ein Meister der Doublebass. Damit habe ich zwar Erfahrung, aber sowas gehörte nie als Hauptsache zu meinem Stil. Also noch eine Herausforderung. Motörhead-Songs sind aggressiv, man braucht Kraft, technische Fähigkeiten und vor allem Durchhaltevermögen. Ich musste also in Topform sein. Wenn man ein bisschen älter ist, reicht es nicht mehr wie früher, sich zwei Schnäpschen und zwei Bier reinzuhauen und dann einfach loszulegen. Also habe ich dafür gesorgt, dass ich ausgeruht, gesund und komplett bereit bin. Ende der Durchsage. Ich wollte keine Motörhead-Fans enttäuschen. Meine Hausaufgaben habe ich jedenfalls gemacht.“

Geschichtsstunde mit Lemmy

Matt Sorum trommelt schließlich 13 Shows und nennt das später „eine der tollsten Erfahrungen“ und „vermutlich eine der großartigsten Touren“ seines Lebens. „Ich hatte so viel Spaß mit diesen Jungs!“ Vor allem mit Lemmy in Bus zu reisen, begeistert den damals 49-Jährigen. „Er hat so viele großartige Geschichten und weiß alles über jeden Krieg. Wenn wir irgendwo im mittleren Westen oder Süden an einem alten Schlachtfeld vorbeigefahren sind, hat er immer erklärt, was da einst passiert ist. Ein echter Historienkenner!“

Ab in den Dschungel

Es bleibt die Frage, warum Mikkey Dee eigentlich nicht mitspielen konnte. Der Grund heißt Kändisdjungeln und ist die schwedische Version eines dümmlichen TV-Formats, bei dem Prominente in einen Urwald verfrachtet werden. Lemmy amüsiert sich damals zu Recht darüber: „Das darf ich nicht verpassen! Er muss in den Dschungel nach Malaysia, kann aber Käfer nicht ausstehen. Ich glaube, die Leute müssen sogar mit dem Fallschirm landen, und Mikkey mag auch keine Höhen…“

Natürlich zieht ein Rock’n’Roller eigentlich nicht Trash-Fernsehen den Konzerten seiner Band vor. Lemmy klärt: „Er hatte dieses Ding schon gebucht, die Tour kam erst später. Er hatte es nur keinem gesagt. Ansonsten hätte ich selbstredend darauf bestanden, dass er die Gigs spielt. Aber wenn man etwas zugesagt hat…“ Grundsätzlich und erwartungsgemäß hält Lemmy nichts von solcher Art der Unterhaltung: „Das ist der schlimmste Scheiß, den es jemals im TV gegeben hat.“ Erneut klare Worte.

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