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Popkultur

Von Versace bis Bowie: Die nennenswertesten Queen-Kollaborationen

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Foto: Michael Putland/Getty Images

Gerade in der ersten Hälfte ihrer beinahe 50 Jahre zählenden Karriere zeigen sich Queen äußerst wählerisch, wenn es um musikalische Partner geht. Die ausgesuchten Kollaborationen, die die Band im Laufe der Zeit durchführt, hauen uns dafür umso mehr vom Hocker. Schauen wir uns die spektakulärsten Exemplare an.

von Victoria Schaffrath

Hört hier in Queens vergessene Tracks aus Queen Forever rein:

Als Verantwortliche für das erfolgreichste britische Album aller Zeiten und einen der wichtigsten Live-Auftritte überhaupt können Queen sich schon länger aussuchen, mit wem sie zusammenarbeiten wollen. Zu Ehren des 2018 veröffentlichten Freddie Mercury-Biopics Bohemian Rhapsody gibt es sogar ein ganzes Feuerwerk an Kollaborationen: Neu-Interpretationen durch Nachwuchskünstler wie Shawn Mendes und Troye Sivan bis hin zu Kollektionen mit Wrangler und Bademoden-Hersteller Vilebrequin halten für jeden Fan etwas bereit.

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Davor geht es etwas ausgewählter zu, wodurch die wenigen Kooperationen zu absoluten Glanzpunkten geraten:

1. David Bowie

Wenige Songs definieren die frühen Achtzigerjahre besser als Under Pressure von Queen und David Bowie. Die Leser des Rolling Stone wählen ihn gar auf Platz zwei der besten musikalischen Gruppenarbeiten. Die Entstehungsgeschichte hat mehr Versionen als David Bowie Alter Egos, zuletzt erzählt Brian May sie 2016 anlässlich des Ablebens des „thin white duke“.

Queen und Bowie, zu dem Zeitpunkt bereits vage bekannt, treffen sich in Montreux zum Musikmachen. Aus der Session kristallisiert sich schnell eine Melodie, als John Deacon als Antwort auf ein Riff von Brian May die berühmte Bassspur vorschlägt. Als er diese nach einem feucht-fröhlichen Mittagessen beinahe vergisst, muss Bowie nachhelfen. Auf Geheiß des Rotschopfs nutzt das Gespann dann eine experimentelle Methode, um weitere Elemente des Songs zusammenzutragen, hier entstehen die „De Dah Day“s von Mercury. Das Ergebnis soll für Queen die zweite, für Bowie die dritte Nummer-eins-Single in UK und ein weltweiter Erfolg werden, der unzählige Coverversionen inspiriert.

2. Montserrat Caballé

Zugegeben, ursprünglich erscheint Barcelona 1987 im Rahmen von Mercurys gleichnamigen Album mit der Katalanin Caballé. Die Stadt Barcelona hatte die Sängerin beauftragt, für die 1992 anstehenden Olympischen Spiele einen Song zu produzieren, für den sie sich die Unterstützung des Briten sichert. Die Zusammenarbeit läuft so gut, dass das Duo sie gleich auf einen ganzen Langspieler ausweitet. Die Präsentation des Songs bei der Eröffnungsfeier der Spiele erlebt Mercury leider nicht mehr, er erliegt im Jahr zuvor seiner AIDS-Erkrankung.

Als eines der anspruchsvollsten und erfolgreichsten Crossover-Projekte geht die orchestrale Single in die Musikgeschichte ein; spätestens als Queen sie 1999 auf dem Album Greatest Hits III neu veröffentlichen, gehört sie auch fest in den Katalog der Jahrhundertband.

3. Michael Jackson

Bevor alle Queen-Fans stirnrunzelnd vor ihre Plattensammlung treten: Nein, es gab zu Lebzeiten der übergroßen Stimmwunder Jackson und Mercury keine gemeinsame Single. An Versuchen mangelt es zwar nicht; der „King of Pop“ und Mercury hatten sich Anfang der Achtziger angefreundet und entschieden, gemeinsam Musik zu machen. Die Fertigstellung eines solchen Duetts scheitert letztlich an den Eigenheiten der beiden Exzentriker. Jackson sieht sich nicht in der Lage, ohne sein zahmes Lama im Studio aufzunehmen, Mercury lässt sich daraufhin von Manager Jim „Miami“ Beach rausboxen: „Miami, Liebling, du musst mich hier rausholen. Ich stehe mit einem Lama im Studio.“

Jackson ist’s recht, der findet nämlich nicht gerade Gefallen an den Koks-Resten, die Mercury auf seinem Wohnzimmertisch hinterlässt. So kommt die Öffentlichkeit zunächst nicht in den Genuss der drei Songs There Must Be More To Life Than This, State Of Shock und Victory. Letzterer bleibt bis heute unveröffentlicht, State Of Shock nehmen die Jacksons später mit Mick Jagger auf. There Must Be More erscheint immerhin als Mercury-Solo auf dessen Debütalbum Mr. Bad Guy. 2014 erhalten May und Roger Taylor dann die Rechte für den Jackson-/Mercury-Mix, sodass sie ihn auf dem Album Queen Forever veröffentlichen.

Etwas Gutes bewirkt die Zusammenarbeit jedoch schon zu Beginn der Achtziger: Ohne die Ermutigung von „Jacko“ wäre Another One Bites The Dust nie als Single erschienen.

4. Versace & Béjart

Freddie Mercury sagte einst, Queen habe „mehr mit Liza Minelli gemein als mit Led Zeppelin“. Wir stimmen zu: Ihre opulenten Balladen, theatralische Rock-Nummern und nicht zuletzt ihr Sinn für Bühnenauftritte machen aus der Band ein inspirierendes Gesamtkunstwerk, das durch die Geschichte ihres Sängers auch eine dramatische Seite bekommt. Der legendäre Choreograf Maurice Béjart macht aus dieser Mischung ein Ballett, das das Leben Mercurys und seines ebenfalls an AIDS verstorbenen Tänzers Jorge Donn feiern soll. Fehlt nur noch Gianni Versace, der die beeindruckenden Kostüme beisteuert und den Sinnesrausch perfekt macht.

Ballet For Life feiert 1997 in Paris Premiere und erscheint dieses Jahr als DVD, Blu-Ray, Digitalversion und Deluxe-Boxset inklusive Fotobuch. Zu Wort kommen neben Mercury, Béjart und Versace auch Tanz-Ikonen wie Arlene Phillips und Gil Roman.


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5. The Freddie Mercury Tribute Concert & Party At The Palace

Nach dem tragischen Tod Freddie Mercurys stellen die drei hinterbliebenen Königinnen ein Benefiz-Konzert auf die Beine, das sich gewaschen hat. Am 20. April 1992 treten May, Deacon und Taylor im Wembley-Stadium gemeinsam mit den größten Künstlern ihrer Zeit auf: Metallica, U2, Guns N’ Roses, Roger Daltrey, Zucchero, Robert Plant, George Michael, David Bowie und mehr lassen es sich nicht nehmen, Mercury Tribut zu zollen und nebenher eine stattliche Spendensumme für AIDS-Einrichtungen zu sammeln. Besonders im Gedächtnis bleiben die emotionalen Ansprachen der Gäste und die Bohemian Rhapsody-Version mit Elton John und Axl Rose.

Auch 2002 versammelt sich auf einer Bühne in Großbritannien alles, was Rang und Namen hat, dieses Mal jedoch aus freudigerem Anlass: Die Queen feiert fünfzigjähriges Thronjubiläum und Queen macht mit. Für eine Version von Radio Ga Ga überlässt Roger Taylor das Schlagzeug Phil Collins und macht es sich kurzzeitig am Mikrofon bequem, bevor er dieses für We Will Rock You an Brian May weiterreicht. Bohemian Rhapsody bestreiten sie mit den Darstellern des Queen-Musicals We Will Rock You und versammeln sich schließlich mit Sir Paul McCartney, Joe Cocker, Ozzy Osbourne und anderen teilnehmenden Künstlern für All You Need Is Love und Hey Jude von den Beatles. Den absoluten Gänsehaut-Moment liefert May jedoch, als er auf dem Dach des Buckingham Palace das Konzert mit God Save The Queen eröffnet.

6. Adam Lambert

Nachdem Queen 1997 bei der Uraufführung von Ballet For Live mit Elton John am Mikrofon auf der Bühne stehen, zieht John Deacon einen persönlichen Schlussstrich unter die Bandgeschichte und setzt sich zur Ruhe. Der Gastsänger hingegen stachelt May und Taylor immer wieder an: „Ihr Jungs müsst wieder spielen. Das ist ja, als hätte man einen Ferrari in der Garage und würde nur auf einen Fahrer warten.“ Über die Jahre entwickelt sich die Idee, Mercury nicht etwa zu ersetzen, das Lineup der Band aber durch unterschiedliche Sänger zu ergänzen. So gehen May und Taylor 2005 erstmals als „Queen +“ auf Tour und teilen sich bis 2009 regelmäßig mit Paul Rodgers die Bühne.

Freddie Mercury: Neues Greatest-Hits-Album „Never Boring“ zelebriert die Solokarriere des Queen-Frontmanns

Im selben Jahr treffen sie auf Adam Labert. Der junge Amerikaner kommt aus dem Musical-Bereich und tritt gerade bei American Idol an. Bereits beim Casting singt er Bohemian Rhapsody, ein Traum wird wahr, als er im Finale mit May und Taylor We Are The Champions einem Millionenpublikum präsentiert. Den Briten gefällt, was sie hören: 2011 macht man einen Deckel drauf, seitdem sind Queen + Adam Lambert unterwegs und bei Publikum und Kritikern so beliebt, dass sie 2019 gar die Academy Awards eröffnen.

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Popkultur

Der „Star Wars“-Soundtrack von John Williams: Die vielleicht beste Filmmusik aller Zeiten

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John Williams
Foto: Janet Knott/The Boston Globe via Getty Images

Pew, pew! Bei dieser Lautmalerei haben Star-Wars-Fans sofort den Weltraum-Cowboy Han Solo vor Augen, wie er mit einem Blaster fiese Sturmtruppler erledigt. Die Krieg-der-Sterne-Reihe lebt aber nicht nur von ihren großartigen Sound-Effekten. Auch die legendäre Filmmusik von John Williams verhalf der Sci-Fi-Seifenoper zu weltweiter Berühmtheit. Was viele nicht wissen: Um den Komponisten für sein Filmprojekt zu gewinnen, rief Regisseur George Lucas sogar seinen Erzrivalen Steven Spielberg an.

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von Timon Menge

Hier könnt ihr euch den Soundtrack von Star Wars IV: Eine neue Hoffnung anhören:

„Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis …“ Wenn diese Worte in Blau auf der Kinoleinwand erscheinen, wissen wir: Gleich geht es los. In nur wenigen Sekunden wird die vielleicht berühmteste Fanfare der Welt ertönen. Das Star-Wars-Logo wird das gesamte Bild einnehmen und anschließend immer kleiner und kleiner werden. Ein kurzer Lauftext wird uns erklären, wie die Voraussetzungen für die folgende Geschichte lauten. Und wir dürfen uns auf mindestens 120 Minuten voller Weltraumschlachten, Fantasiewesen und Kindheitserinnerungen freuen. Mit seinem Star-Wars-Universum hat Regisseur George Lucas eine Hollywood-Welt erschaffen, die bereits die fünfte Generation in Folge begeistert. Seinen Anfang nahm der galaktische Erfolg am 25. Mai 1977. Doch beginnen wir noch ein wenig weiter vorne.

Der StarWars-Soundtrack: Klassik-Pomp statt Jazz-Minimalismus

Sein Filmdebüt gibt Star-Wars-Erfinder George Lucas im Jahr 1971 mit der Science-Fiction-Dystopie THX 1138. Schon als er den Streifen fertigstellt, denkt er über eine weniger ernstgemeinte Weltraumgeschichte im Stil des Comic-Helden Flash Gordon nach. Gedacht, getan: Nach seiner zweiten Produktion American Graffiti (1973) widmet sich Lucas dem neuen Projekt mit dem Titel „Star Wars“. Schon im März 1976 hat er den ersten Teil der Weltraum-Saga im Kasten. Was noch fehlt, ist die passende Musik dazu. Zeitgenössische Komponisten wie Henry Mancini orientieren sich für Lucas’ Geschmack zu sehr am Jazz, er wünscht sich den Pomp der klassischen Musik. Steven-Spielberg-Komponist John Williams scheint genau der Richtige für den Job zu sein — also bittet Lucas seinen Erzrivalen Spielberg um ein wenig Schützenhilfe bei der Kontaktaufnahme.

Kurze Zeit später schaut Williams in Lucas’ kleinem Büro in Hollywood vorbei und bespricht mit dem jungen Filmemacher, was zu tun ist. Williams schaut sich den ersten Star-Wars-Film allein in einem Vorführraum an und geht anschließend mit Lucas jede Szene einzeln durch. Lucas wünscht sich die Grundstimmung des austro-amerikanischen Komponisten Erich Wolfgang Korngold und den Bombast von Gustav Holsts Die Planeten. Damit widersetzt er sich dem allgemeinen Trend, denn gegen Ende der Siebziger gibt es in Science-Fiction-Filmen vor allem minimalistische Elektro-Sounds zu hören. Etwa 90 Minuten Filmmusik schreibt Williams für den gut zweistündigen Streifen. Wenige Monate später nimmt er den Soundtrack mit dem London Symphony Orchestra auf — und hat dabei eine Menge Spaß.

Steven Spielberg fürchtet, dass er zu kurz kommt

„So etwas wie der Star-Wars-Soundtrack macht Musikern große Freude“, erzählt Williams später in einem Interview. „Da hat man die Gelegenheit zu Fanfaren und Tuschen. Das ist mir sehr willkommen. Wir konnten das London Symphony Orchestra dafür gewinnen. Sie ließen all die ernste Musik hinter sich und kamen in die Denham Studios. Sie holten die Blasinstrumente raus und wir hatten eine Menge Spaß mit Trommelwirbeln und Tuschen.“ George Lucas, der für die Aufnahmen mit dem London Symphony Orchestra extra nach Europa reist, schwärmt ebenfalls: „Die Musik war einer der Teile des Films, die noch viel besser geworden sind, als ich es erwartet habe.“ Voller Begeisterung ruft Lucas seinen Konkurrenten Steven Spielberg an und spielt ihm per Telefon eine halbe Stunde des Soundtracks vor. Als Spielberg die Star-Wars-Musik hört, bekommt er Muffensausen.

John Williams und Star Wars: eine Erfolgsgeschichte mit Bestand

Der Hintergrund von Spielbergs Bedenken: Gleich nach Lucas möchte auch er selbst wieder mit Williams zusammenarbeiten, und zwar für seinen nächsten Film Unheimliche Begegnung der dritten Art. Doch nun fürchtet er, dass der Komponist sein ganzes Pulver verschossen hat. Unrecht hat er damit nicht. Ob die Titelmusik, die rührenden Klänge zu Obi-Wan Kenobis Tod, die jazzigen (und brüllend komischen) Sounds der Cantina Band oder das große Finale am Ende des ersten Star-Wars-Films: Williams findet stets den richtigen Ton, um die Weltraum-Saga standesgemäß zu untermalen. So sehr, dass er heute gar nicht mehr aus der Star-Wars-Welt wegzudenken ist und auch die Musik für die Episoden 5, 6, 1, 2, 3, 7, 8 und 9 beisteuert. Dabei entstehen viele weitere legendäre Werke, von denen eins besonders herausragt: der Imperiale Marsch.

Ob der Einzug Darth Vaders, der lustige Auftritt zuhause im Bademantel oder der Anruf der unliebsamen Schwiegermutter: Noch heute erfreut sich der Imperiale Marsch aus dem zweiten Star-Wars-Film größter Beliebtheit. Auch die Ewok-Partymusik am Ende des dritten Films, die Liebeshymne Across The Stars aus Episode 2 oder Rey’s Theme aus Episode 7 haben ihren festen Platz in den Geschichtsbüchern der Filmmusik. Gelegentlich gibt Williams in der Musik sogar Hinweise auf den weiteren Verlauf der Handlung, zum Beispiel wenn er in Anakin’s Theme aus Episode 1 auch den Imperialen Marsch zitiert und damit auf Anakin Skywalkers anstehende Verwandlung vom lieben kleinen Jungen zum dunklen Lord Darth Vader anspielt. Solche Momente zeigen, wie eng die Star-Wars-Filme mit Williams’ Musik verbunden sind.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 26.5.1975 kommt die ehemalige Fugees-Sängerin Lauryn Hill zur Welt.

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Lauryn Hill
Foto: Sony BMG/Promo

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 26.5.1974.

von Sina Buchwitz und Christof Leim

Einmal Weltstar und zurück: Kaum eine Frau prägt den Hip-Hop in den Neunzigern so wie Lauryn Hill. Zunächst mit den Fugees, später als Solokünstlerin lässt sie die Grenzen zwischen Hip-Hop, R&B und Soul verschwimmen und wird zur Schlüsselfigur im Neo-Soul. Zwanzig Jahre später kennt man sie aber auch für Starallüren und Steuerhinterziehung. 

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Hört euch hier das Erfolgsalbum The Score von Fugees an:

Am 26. Mai 1975 erblickt Lauryn Noelle Hill in New Jersey das Licht der Welt. Die Musikalität wird ihr in die Wiege gelegt: Ihre Mutter spielt Klavier, der Vater singt in Nachtclubs und auf Hochzeiten. Ständig tönt Musik durchs Haus, allen voran Stevie Wonder, Aretha Franklin und Gladys Knight. Zu Schulzeiten wagt Hill vor einem Basketballspiel den ersten Schritt auf die Bühne und singt die US-Nationalhymne. Ihre Version von The Star-Spangled Banner kommt so gut an, dass eine Aufnahme davon auch bei darauffolgenden Spielen zum Einsatz kommt. 

Ready Or Not: Die Fugees sind geboren

Anfang der Neunziger trifft Lauryn Hill in der High School erst auf Prakazrel „Pras“ Michel, dann auf Wyclef Jean. Gemeinsam gründen sie mit Fugees eine Band, die die Musikwelt gehörig auf den Kopf stellt: Hills soulige Stimme vervollständigt Wyclef Jeans Raps mühelos, während Pras mit lyrischem Genie für die richtigen Lines sorgt. Ihr frischer Sound verleiht dem bis dahin meist düsteren Hip-Hop geschmeidige R&B- und Soul-Akzente und begeistert Fans unterschiedlicher Musikgenres gleichermaßen. 

1993 unterschreibt das Trio einen Plattenvertrag bei Columbia Records. Obwohl das erste gemeinsame Album kein kommerzieller Erfolg wird, bekommen sie eine zweite Chance: 135.000 Dollar investiert die Gruppe in das Booga Basement; ein Studio, das sie eigens im Keller von Wyclef Jeans Onkel aufbauen. Jean beschreibt die Stimmung als entspannt: „Es gab keinen Druck. Wir haben einfach Musik gemacht, und dann wurde etwas Erstaunliches daraus.“

Vom Studiokeller in den Hip-Hop-Olymp

Tatsächlich wird The Score zum Riesenerfolg. Neben politischen Texten und einzigartigen Beats beeindruckt auch der Aufbau des Albums: Wie der Soundtrack eines Musicals erzählen die Songs eine Geschichte. Vor allem die Singles Fu-Gee-La, Killing Me Softly und Ready Or Not verhelfen den Dreien zum Welterfolg. Das Nummer-eins-Album verkauft sich über 18 Millionen Mal, erhält zahlreiche Auszeichnungen und gilt bis heute als eines der erfolgreichsten Hip-Hop-Alben aller Zeiten.

Doch auf dem Höhepunkt ihrer gemeinsamen Karriere beschließt das Trio, getrennte Wege zu gehen. Als Grund für den Split nennt Wyclef Jean später die turbulente Beziehung zu Lauryn Hill, die für ihn weit mehr als nur Bandkollegin gewesen sein soll. Die Trennung tut Hills Karriere keinen Abbruch: Nur ein Jahr nach der Geburt ihres ersten Kindes veröffentlicht sie im August 1998 das Soloalbum The Miseducation Of Lauryn Hill und manifestiert sich damit endgültig als anerkannte Neo-Soul-Größe. Auf dem Album verarbeitet sie das Erlebte: Während I Used To Love Him von Hills Beziehung zu Wyclef Jean handelt, spricht sie in To Zion über die Liebe zu ihrem Sohn und die Entscheidung, das Kind zu behalten, nachdem ihr zur Abtreibung geraten wurde, um ihre Karriere nicht zu gefährden. Der Erfolg gibt ihr Recht – The Miseducation Of Lauryn Hill schießt auf Platz eins der US-Charts. 1999 gewinnt Lauryn Hill als erste weibliche Künstlerin fünf Grammys, darunter auch Auszeichnungen in den Kategorien „Album des Jahres“ und „Beste neue Künstlerin“.

Der tiefe Fall

Trotz dieses kometenhaften Karrierebeginns folgt schnell die Ernüchterung. Vier Musiker, die an der Entstehung von Hills Album beteiligt waren, behaupten, für ihre Arbeit nicht angemessen entlohnt worden zu sein und ziehen vor Gericht. Eine Reunion der Fugees scheitert ebenfalls, nach Abbruch einer gemeinsamen Tour im Jahr 2007 sagt Pras: „Eher treffen sich Osama Bin Laden und Bush auf einen Kaffee, bevor ich noch einmal mit Lauryn Hill arbeite.“ 2013 wird die Künstlerin wegen Steuerhinterziehung zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Während Hill früher für ihr Talent bekannt war, macht die mittlerweile fünffache Mutter heute vor allem durch divenhaftes Verhalten von sich reden. Konzertbesucher der vergangenen Jahre berichten von brüchigen Vocals, verkürzten Konzerten und stundenlangen Verspätungen. In der Szene bleibt ihr Werk dennoch unangetastet: Künstlerinnen und Künstler wie Cardi B, Nicki Minaj und Drake nennen Hill als Inspiration und samplen ihre Songs bis heute.

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Zeitsprung: Am 11.12.1964 wird Soulsänger Sam Cooke erschossen.

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Zeitsprung: Am 25.5.1982 spielen Metallica in einer Schule.

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Metallica High School

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 25.5.1982."

von Christof Leim

Am Anfang einer Weltkarriere muss man die Gigs nehmen, die man kriegen kann. Alle Dorfmetaller, Rockstar-Azubis und hoffnungsvollen Nachwuchs-Headbanger unter uns kennen das. Den Thrash-Giganten Metallica ging das 1982 nicht anders…

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Hört hier das Metallica-Debüt Kill ‘Em All:

Eigentlich läuft es bei Metallica ziemlich schnell: Im Oktober 1981 geht’s los, Lars Ulrich und James Hetfield treffen sich. Am 14. März 1982 spielen sie schon ihre erste Show in einem Laden namens Radio City in Anaheim; da sind bereits 200 Leute am Start. Knapp zwei Wochen später dürfen sie als komplett unbekannte Krachkapelle sogar zwei Konzerte für die NWoBHM-Legenden Saxon im legendären Whisky-A-Go-Go in Hollywood eröffnen.

Doch noch müssen die Stadien, Arenen und Enormodomes noch ein bisschen warten: Ihr fünftes Konzert passiert in der Cafeteria(!) der Back Bay High School im kalifornischen Costa Mesa, der Schule von Trommler Lars Ulrich. Man darf sich fragen, wie unsere Helden auf die Idee gekommen, denn gut läuft das nicht: Zum einen geschieht der Auftritt tagsüber, um 11:15 Uhr während der Mittagspause der Schüler. Zum anderen rocken Ulrich, Frontmann James Hetfield, Leadgitarrist Dave Mustaine und Bassist Ron McGovney in der Kulisse eines Schultheaterstücks, das im Inneren eines Hauses spielt: “Ich stand bei der Eingangstür”, twittert McGovney später, “James und Lars im Wohnzimmer, und Dave in der Küche!”

Lars notiert damals in seinem Metallica-Tagebuch, dass von anfänglich 200 Zuschauern nur 40 übrig bleiben. “Den Tag kann man komplett vergessen”, urteilt er weiter. “Scheiße gespielt, scheiße angekommen, scheiße geklungen. Wirklich fürchterlich.”

Das klingt alles nicht gut, zumal „Schulcafeteria“ mehr nach Diktat, Pausenbrot und Doppelstunde Mathe klingt als nach Sex, Drogen und Rock’n’Roll. Aber immerhin stehen schon fünf zukünftige Metalliklassiker auf der Setlist: Hit The Lights, Jump In The Fire, Metal Militia, The Mechanix (das zukünftige The Four Horsemen) und als Livepremiere Motorbreath. (Bei der ersten Show hatte es erst zwei eigene Stücke gegeben; die Jungs waren damals also echt schnell.)

Historische Premiere

Daneben spielen unsere junge Helden ausgesuchte NWoBHM-Cover, die 1982 in Kalifornien nur eingeweihte Headbanger kennen: Blitzkrieg von Blitzkrieg, Killing Time von Sweet Savage, Let It Loose von Savage und zwei Nummern von Lars’ Lieblingen Diamond Head: The Prince und Am I Evil?. (Nachlesen könnt ihr die Setlist hochoffiziell auf der Metallica-Homepage.)

Eine besondere Bedeutung kommt diesem Gig jedoch wegen eines anderen Details zu: Ihre ersten Gigs hatten Metallica mit nur einem Gitarristen (Mustaine) bestritten, während Hetfield lediglich gesungen hat. Bei vierten Gig am am 23. April in Costa Mesa übernimmt einmalig ein Herr namens Brad Parker die zweite Gitarre, doch das funktioniert so gar nicht. Auf der Back Bay High School an diesem 25. Mai 1982 spielt Hetfield dann zum ersten Mal auf der Bühne ebenfalls Gitarre – und einer der erfolgreichsten Metal-Frontmänner ist in seinem Element angekommen.

Danach geht es weiter Schlag auf Schlag: Ron McGovney wird durch Cliff Burton ersetzt, die Band zieht nach San Francisco, nimmt eine Reihe an Demos auf, die den weltweiten Tapetrading-Untergrund aufmischen, darunter das so genannte Megaforce Demo, das ihnen den Plattenvertrag beschert. Ein gutes Jahr nach dem Auftritt in der Schule erscheint schon Kill ‘Em All

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Zeitsprung: Am 8.12.2013 spielen Metallica in der Antarktis.

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