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Popkultur

Von Versace bis Bowie: Die nennenswertesten Queen-Kollaborationen

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Foto: Michael Putland/Getty Images

Gerade in der ersten Hälfte ihrer beinahe 50 Jahre zählenden Karriere zeigen sich Queen äußerst wählerisch, wenn es um musikalische Partner geht. Die ausgesuchten Kollaborationen, die die Band im Laufe der Zeit durchführt, hauen uns dafür umso mehr vom Hocker. Schauen wir uns die spektakulärsten Exemplare an.

von Victoria Schaffrath

Hört hier in Queens vergessene Tracks aus Queen Forever rein:

Als Verantwortliche für das erfolgreichste britische Album aller Zeiten und einen der wichtigsten Live-Auftritte überhaupt können Queen sich schon länger aussuchen, mit wem sie zusammenarbeiten wollen. Zu Ehren des 2018 veröffentlichten Freddie Mercury-Biopics Bohemian Rhapsody gibt es sogar ein ganzes Feuerwerk an Kollaborationen: Neu-Interpretationen durch Nachwuchskünstler wie Shawn Mendes und Troye Sivan bis hin zu Kollektionen mit Wrangler und Bademoden-Hersteller Vilebrequin halten für jeden Fan etwas bereit.


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Davor geht es etwas ausgewählter zu, wodurch die wenigen Kooperationen zu absoluten Glanzpunkten geraten:

1. David Bowie

Wenige Songs definieren die frühen Achtzigerjahre besser als Under Pressure von Queen und David Bowie. Die Leser des Rolling Stone wählen ihn gar auf Platz zwei der besten musikalischen Gruppenarbeiten. Die Entstehungsgeschichte hat mehr Versionen als David Bowie Alter Egos, zuletzt erzählt Brian May sie 2016 anlässlich des Ablebens des „thin white duke“.

Queen und Bowie, zu dem Zeitpunkt bereits vage bekannt, treffen sich in Montreux zum Musikmachen. Aus der Session kristallisiert sich schnell eine Melodie, als John Deacon als Antwort auf ein Riff von Brian May die berühmte Bassspur vorschlägt. Als er diese nach einem feucht-fröhlichen Mittagessen beinahe vergisst, muss Bowie nachhelfen. Auf Geheiß des Rotschopfs nutzt das Gespann dann eine experimentelle Methode, um weitere Elemente des Songs zusammenzutragen, hier entstehen die „De Dah Day“s von Mercury. Das Ergebnis soll für Queen die zweite, für Bowie die dritte Nummer-eins-Single in UK und ein weltweiter Erfolg werden, der unzählige Coverversionen inspiriert.

2. Montserrat Caballé

Zugegeben, ursprünglich erscheint Barcelona 1987 im Rahmen von Mercurys gleichnamigen Album mit der Katalanin Caballé. Die Stadt Barcelona hatte die Sängerin beauftragt, für die 1992 anstehenden Olympischen Spiele einen Song zu produzieren, für den sie sich die Unterstützung des Briten sichert. Die Zusammenarbeit läuft so gut, dass das Duo sie gleich auf einen ganzen Langspieler ausweitet. Die Präsentation des Songs bei der Eröffnungsfeier der Spiele erlebt Mercury leider nicht mehr, er erliegt im Jahr zuvor seiner AIDS-Erkrankung.

Als eines der anspruchsvollsten und erfolgreichsten Crossover-Projekte geht die orchestrale Single in die Musikgeschichte ein; spätestens als Queen sie 1999 auf dem Album Greatest Hits III neu veröffentlichen, gehört sie auch fest in den Katalog der Jahrhundertband.

3. Michael Jackson

Bevor alle Queen-Fans stirnrunzelnd vor ihre Plattensammlung treten: Nein, es gab zu Lebzeiten der übergroßen Stimmwunder Jackson und Mercury keine gemeinsame Single. An Versuchen mangelt es zwar nicht; der „King of Pop“ und Mercury hatten sich Anfang der Achtziger angefreundet und entschieden, gemeinsam Musik zu machen. Die Fertigstellung eines solchen Duetts scheitert letztlich an den Eigenheiten der beiden Exzentriker. Jackson sieht sich nicht in der Lage, ohne sein zahmes Lama im Studio aufzunehmen, Mercury lässt sich daraufhin von Manager Jim „Miami“ Beach rausboxen: „Miami, Liebling, du musst mich hier rausholen. Ich stehe mit einem Lama im Studio.“

Jackson ist’s recht, der findet nämlich nicht gerade Gefallen an den Koks-Resten, die Mercury auf seinem Wohnzimmertisch hinterlässt. So kommt die Öffentlichkeit zunächst nicht in den Genuss der drei Songs There Must Be More To Life Than This, State Of Shock und Victory. Letzterer bleibt bis heute unveröffentlicht, State Of Shock nehmen die Jacksons später mit Mick Jagger auf. There Must Be More erscheint immerhin als Mercury-Solo auf dessen Debütalbum Mr. Bad Guy. 2014 erhalten May und Roger Taylor dann die Rechte für den Jackson-/Mercury-Mix, sodass sie ihn auf dem Album Queen Forever veröffentlichen.

Etwas Gutes bewirkt die Zusammenarbeit jedoch schon zu Beginn der Achtziger: Ohne die Ermutigung von „Jacko“ wäre Another One Bites The Dust nie als Single erschienen.

4. Versace & Béjart

Freddie Mercury sagte einst, Queen habe „mehr mit Liza Minelli gemein als mit Led Zeppelin“. Wir stimmen zu: Ihre opulenten Balladen, theatralische Rock-Nummern und nicht zuletzt ihr Sinn für Bühnenauftritte machen aus der Band ein inspirierendes Gesamtkunstwerk, das durch die Geschichte ihres Sängers auch eine dramatische Seite bekommt. Der legendäre Choreograf Maurice Béjart macht aus dieser Mischung ein Ballett, das das Leben Mercurys und seines ebenfalls an AIDS verstorbenen Tänzers Jorge Donn feiern soll. Fehlt nur noch Gianni Versace, der die beeindruckenden Kostüme beisteuert und den Sinnesrausch perfekt macht.

Ballet For Life feiert 1997 in Paris Premiere und erscheint dieses Jahr als DVD, Blu-Ray, Digitalversion und Deluxe-Boxset inklusive Fotobuch. Zu Wort kommen neben Mercury, Béjart und Versace auch Tanz-Ikonen wie Arlene Phillips und Gil Roman.


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5. The Freddie Mercury Tribute Concert & Party At The Palace

Nach dem tragischen Tod Freddie Mercurys stellen die drei hinterbliebenen Königinnen ein Benefiz-Konzert auf die Beine, das sich gewaschen hat. Am 20. April 1992 treten May, Deacon und Taylor im Wembley-Stadium gemeinsam mit den größten Künstlern ihrer Zeit auf: Metallica, U2, Guns N’ Roses, Roger Daltrey, Zucchero, Robert Plant, George Michael, David Bowie und mehr lassen es sich nicht nehmen, Mercury Tribut zu zollen und nebenher eine stattliche Spendensumme für AIDS-Einrichtungen zu sammeln. Besonders im Gedächtnis bleiben die emotionalen Ansprachen der Gäste und die Bohemian Rhapsody-Version mit Elton John und Axl Rose.

Auch 2002 versammelt sich auf einer Bühne in Großbritannien alles, was Rang und Namen hat, dieses Mal jedoch aus freudigerem Anlass: Die Queen feiert fünfzigjähriges Thronjubiläum und Queen macht mit. Für eine Version von Radio Ga Ga überlässt Roger Taylor das Schlagzeug Phil Collins und macht es sich kurzzeitig am Mikrofon bequem, bevor er dieses für We Will Rock You an Brian May weiterreicht. Bohemian Rhapsody bestreiten sie mit den Darstellern des Queen-Musicals We Will Rock You und versammeln sich schließlich mit Sir Paul McCartney, Joe Cocker, Ozzy Osbourne und anderen teilnehmenden Künstlern für All You Need Is Love und Hey Jude von den Beatles. Den absoluten Gänsehaut-Moment liefert May jedoch, als er auf dem Dach des Buckingham Palace das Konzert mit God Save The Queen eröffnet.

6. Adam Lambert

Nachdem Queen 1997 bei der Uraufführung von Ballet For Live mit Elton John am Mikrofon auf der Bühne stehen, zieht John Deacon einen persönlichen Schlussstrich unter die Bandgeschichte und setzt sich zur Ruhe. Der Gastsänger hingegen stachelt May und Taylor immer wieder an: „Ihr Jungs müsst wieder spielen. Das ist ja, als hätte man einen Ferrari in der Garage und würde nur auf einen Fahrer warten.“ Über die Jahre entwickelt sich die Idee, Mercury nicht etwa zu ersetzen, das Lineup der Band aber durch unterschiedliche Sänger zu ergänzen. So gehen May und Taylor 2005 erstmals als „Queen +“ auf Tour und teilen sich bis 2009 regelmäßig mit Paul Rodgers die Bühne.

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Im selben Jahr treffen sie auf Adam Labert. Der junge Amerikaner kommt aus dem Musical-Bereich und tritt gerade bei American Idol an. Bereits beim Casting singt er Bohemian Rhapsody, ein Traum wird wahr, als er im Finale mit May und Taylor We Are The Champions einem Millionenpublikum präsentiert. Den Briten gefällt, was sie hören: 2011 macht man einen Deckel drauf, seitdem sind Queen + Adam Lambert unterwegs und bei Publikum und Kritikern so beliebt, dass sie 2019 gar die Academy Awards eröffnen.

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