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Popkultur

Rolling Stones und Led Zeppelin: Beste Freunde seit 1965!

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Die Stones im Jahr 1965. Foto: Michael Ward/Getty Images

Die lange verschollene Nummer Scarlet ist nicht die erste Kooperation zwischen den Rolling Stones und Led Zeppelin. Ihre Partnerschaft reicht sogar weiter zurück als Led Zeppelin selbst – und beginnt im folgenreichen Jahr 1965.

von Björn Springorum

Unter Musiker*innen gibt es viel weniger Rivalität als das gemeinhin kolportiert wird. Viel eher sind es die beinharten Fans dieser oder jener Tanzkapelle, die die Anhänger der anderen verunglimpfen – und die Band gleich mit. Es ist deswegen auch nicht wirklich überraschend, dass sich die Rolling Stones und die Beatles beispielsweise blendend verstanden, miteinander rumhingen, Songs tauschten. Gut, Gegenbeispiele wie Oasis und Blur gibt es natürlich immer. Aber darum soll es hier nicht gehen. Diesmal zumindest nicht.


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Die härteste Band der Welt

Dafür widmen wir uns heute mal einer ganz besonderen, auf den ersten Blick aber auch nicht unbedingt offensichtlichen Freundschaft zweier Bands. Zweier absoluter Giganten, um genau zu sein, immerhin sprechen wir hier von den Mitgliedern der Rolling Stones und Led Zeppelin.

Wir schreiben das Jahr 1965. Es ist die infame Zeit der ersten Deutschlandtournee der Rolling Stones. Der NDR berichtet am Hamburger Flughafen von der Ankunft der „härtesten Band der Welt“, in Berlin zerlegen die Fans die Waldbühne nach einem legendären, gerade mal 20-minütigen Auftritt. Kurz: Mit ihrem ersten gewaltigen Hit (I Can‘t Get No) Satisfaction sind die Londoner zu einer der größten und berüchtigtsten Rock-Bands der Welt aufgestiegen.

Jimmy Page, der besessene Studio-Musiker

Davon kann Jimmy Page 1965 nur träumen. Mit Anfang 20 arbeitet er als Session-Musiker und Produzent für das von Stones-Manager Andrew Loog Oldham gegründete Label Immediate Records, nimmt wie besessen Songs auf. Es läuft finanziell so gut, dass er zunächst sogar ausschlägt, bei den Yardbirds einzusteigen. In dieser Zeit kommt es zur ersten Kollaboration zwischen Page und den Stones. Für deren Single Heart Of Stone (von The Rolling Stones, Now!) spielt er eine Demoversion ein, die es letztlich aber nicht auf das Album schafft und erst viel später veröffentlicht wird.

Das inoffizielle Soloalbum von Brian Jones

Es ist der Beginn, so sagt man doch, einer wunderbaren Freundschaft. 1967, also noch vor der Gründung von Led Zeppelin, arbeitet deren spätere Allzweckwaffe John Paul Jones mit den Rolling Stones zusammen. Und das auf besonders unvergessliche Weise: Er ist für das unverkennbare Streicherarrangement von She‘s A Rainbow verantwortlich! Und als Brian Jones im selben Jahr die Musik für den Volker-Schlöndorff-Film Mord und Totschlag schreibt, steuert Jimmy Page (mittlerweile doch bei den Yardbirds eingestiegen) seine Gitarre bei. Für viele gilt dieser Soundtrack heute als inoffizielles Brian-Jones-Soloalbum.

Der Pianist Ian Stewart wird 1963 von Oldham aus der offiziellen Besetzung der Stones geworfen, weil er dessen Meinung nach nicht zum Image der Band passt. Ein brillanter Klavierspieler war er aber dennoch, wie man 1971 auf Rock And Roll von Led Zeppelins IV hören kann. 1975 darf er sogar noch mal ran: Im wunderbaren Boogie With Stu von der Physical Graffiti. Page ist bis heute ein großer Fan des 1985 verstorbenen Stewart.

Keith mag Led Zeppelin nicht mal besonders

Bis in die Achtziger hinein laufen sich die Mitglieder immer wieder über den Weg. Led Zeppelin gibt es da schon gar nicht mehr, die Stones zeitweise auch nicht mehr so richtig. Dafür spielt Page 1983 mal mit Bill Wyman und Charlie Watts bei einem Charity-Konzert und produziert 1985 ein Album von Wymans kurzlebiger Band Willie And The Poor Boys. Und für One Hit (To The Body), einer Single des kontroversen Albums Dirty Work, spendiert Page dann mal wieder ein Solo, obwohl er damals denkt, dass es die Band gar nicht mehr gibt. Kein Wunder: Schlechter steht es nie wieder um die Beziehung zwischen Mick Jagger und Keith Richards.

Apropos Keith: Der äußerte irgendwann mal, dass er die Typen zwar mag, aber nie der größte Fan von Led Zeppelin war. Jimmy Page sah es gelassen, bis heute sind die beiden befreundet. Für beide dürfte es also eine wunderbare Dosis Nostalgie bedeuten, wenn sie sich jetzt mal wieder ihren gemeinsamen Jam Scarlet anzuhören und dabei eine Magnumflasche Champagner zu köpfen. Wie in guten alten Zeiten eben.

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