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Popkultur

Solokarrieren: Fluch und Segen des Alleingangs

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Susan Wood/Getty Images

Es gibt kaum große Künstler*innen, die dem Reiz eines Soloalbums widerstehen können. Das ist nicht immer eine gute Idee und häufig schlecht für die Band, die sie groß gemacht hat. Finanziell hingegen lohnt es sich immer. Aber worin besteht er eigentlich, dieser Drang zum Alleingang? Wir haben mal versucht, das zu ergründen.

von Björn Springorum

Gleich zu Beginn mal ein Faktum, das für eine Solokarriere spricht: Einige der größten Künstler*innen aller Zeiten erlebten den Zenit ihres Schaffens ohne die Bands, die sie berühmt gemacht hatten. Phil Collins, Michael Jackson, Diana Ross, George Michael, Eric Clapton, Iggy Pop, Rod Stewart, Lou Reed, Neil Young, Billy Idol… wir könnten uns hier eine ganze Weile einzig und allein damit aufhalten, Namen wie diese zu nennen, um das Argument weiter zu unterstreichen. Wir könnten uns aber auch einfach mal fragen, woher er kommt, dieser Drang zur Solokarriere. Egoismus? Gar Narzissmus? Geldgier? Frustration? Am Ende vielleicht aber auch Selbstverwirklichung?

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Fangen wir also mal da an, wo alles anfängt. Bei einer Band. Da raufen sich ein paar Heranwachsende zusammen, kaufen gebrauchte Instrumente, nehmen vielleicht ein bisschen Unterricht und fangen an, zu spielen. Jeder träumt insgeheim davon, der nächste Jimi Hendrix zu werden, die nächste Janis Joplin. Vielleicht auch nur der nächste Ed Sheeran. Bei den meisten wird daraus natürlich nichts. Aber darum geht es gar nicht: Die Band ist ein wichtiges soziales Gefüge. Man bildet eine Gemeinschaft, eine Art Geheimloge fast, mit der elterlichen Garage als Hauptquartier. Man verbringt viel Zeit miteinander, kämpft für etwas, tritt geschlossen auf, genießt es, zusammen Musik zu machen. All das geht nur in einer Band. Und gerade das setzen viele Künstler aufs Spiel, die sich gegen ihre Band und für eine Solokarriere entscheiden. Der ursprüngliche Grund, überhaupt erst mit der Musik angefangen zu haben, wird urplötzlich zweitrangig.

Buddy Holly hat es vorgemacht

Seltsam, oder? Und dennoch so alt wie der Rock‘n‘Roll selbst. Schon Buddy Holly entschied sich dazu, sein Ding als Solitär durchzuziehen. Gut, seine Band The Crickets koexistierte parallel und spielte zudem auf seinen Solo-Aufnahmen; das Fundament für die Rock‘n‘Roll-Initiierung schlechthin, die Solokarriere, wurde jedoch schon in den Fünfzigern gelegt. Und ob die Alleingänge nun de facto erfolgreicher oder weniger erfolgreich, besser oder eher zum Weglaufen waren: Schaut man sich die Rock- und Popwelt des 20. Jahrhunderts mal ganz genau an, so findet man erschreckend wenige Weltstars, die es nicht zumindest mal solo versucht hätten.

Vielleicht ist der Reiz aber auch verständlich. Man hat es geschafft, ja. Aber selbst der Leadsänger ist ja nur so berühmt, weil er Teil einer Band ist. Eines Kollektivs. Und da heißt es eben: Kohle teilen, Ruhm teilen, Relevanz teilen. Der Gedanke kommt da wahrscheinlich ganz von selbst, erst unmerklich, dann immer pochender: Kannst du es auch allein schaffen? All der Ruhm, all die Kohle, alles für dich allein?

Klar, man kann es auch gleich übertreiben. Wie die Beatles, die noch im Jahr ihrer Trennung jeder mit mindestens einem Soloalbum um die Ecke bogen. Dann wiederum gilt für die Liverpooler eh ein ganz eigenes Gesetzbuch. Die Gretchenfrage wird aber immer diese bleiben: Wieso muss man eine Band wie die Beatles überhaupt erst auflösen, wenn danach eh jeder weiter Musik macht? Yoko Ono ist Schuld, werden jetzt die einen wieder schreien. Aber die Antwort ist komplizierter als das. Viel komplizierter. Und das nicht nur bei den Beatles.

Geben und nehmen

Denn so schön die Idealvorstellung einer Band auch ist, so zermürbend kann ihr Alltag aussehen. Auch oder sogar besonders bei den sehr erfolgreichen. Ständig unterwegs, belagert von Paparazzi. Erwartungshaltungen von außen, Druck von innen, vor allem aber bandinterne Kompromisse. Natürlich war das damals nicht schlimm, wenn man stolz wie Oskar einen Song in den Proberaum schleppte und die anderen alles andere als begeistert davon waren. Aber heute, viele Jahre und Millionen verkaufter Platten später? Was bilden die sich eigentlich ein? Wie können sie es wagen, einen Song von mir zu kritisieren. Und außerdem: Der Drummer nervt mich schon länger, der Basser hat schon länger nichts mehr beigetragen, die neue Freundin des Keyboarders ist schwierig und die Gitarristin kommt immer zu spät zur Probe. Vielleicht hat man, wie Sting, auch einfach keinen Bock mehr auf Reggae. Fuck it, I‘m going solo!

Passiert. Manchmal sind findige Manager Schuld, die ihre Schützlinge gezielt gegeneinander ausspielen und eine Solokarriere des Sängers lancieren wollen. Manchmal befindet sich eine Band in einer kreativen Sackgasse und schränkt den Genius manches Künstlers ein. Manchmal hat man sich einfach auseinandergelebt und will nichts mehr voneinander wissen. Alles verständlich, fragt mal die Gallagher-Brüder. Bei der schieren Masse an Solokünstlern ist da höchstens fraglich, weshalb ausgerechnet Axl Rose noch kein Soloalbum veröffentlicht hat. Aber vielleicht vergessen wir diesen Gedanken auch gleich wieder. Aber nein, Axl, wir haben nichts gesagt!

Denn: Es klappt nicht immer mit der güldenen Karriere als Solostar. Gene Simmons zum Beispiel versuchte es mehrfach, kam aber nicht weit. Selbst ein Mick Jagger produzierte solo nur Flops – gemessen am Erfolg seiner Stones, versteht sich. Herrje, Dee Dee Ramone versuchte sich sogar mal an einem Rap-Album. Ganz miese Idee.

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Man kann also festhalten: So ein Egotrip kann Fluch oder Segen sein. Fluch, weil wir dadurch viele hochverehrte Bands verloren haben. Segen, weil wir im Gegenzug jede Menge wundervolle Musik geschenkt bekommen haben. Lennons Imagine sei da nur mal exemplarisch genannt, durchaus so etwas wie eines der schönsten Lieder aller Zeiten. Und wo wir gerade bei den Beatles sind: George Harrison verkündete damals, 400 Songs herumliegen zu haben. Verwunderlich eigentlich, dass All Things Must Pass „nur“ aus drei LPs besteht.


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 Wie eine alte Ehe

Viele Musiker vergleichen eine alteingesessene Band ja gern mal mit einer Ehe. Da kommt es auch mal vor, dass sich Differenzen über die Jahre langsam aufbauen und aus einer Mücke plötzlich ein Elefant wird. Bei Bands, die viele Jahrzehnte zusammenspielen, kommt natürlich auch noch die eigene Entwicklung dazu. Wie viele Kindergartenfreunde hat man denn so durchschnittlich in seinem Leben? Eben. So gesehen ist es fast schon ein Wunder, dass es Bands gibt, die 20, 30, 40 oder gar 50 Jahre bestehen, noch dazu in gleicher oder ähnlicher Besetzung.

Klar, es kommt durchaus vor, dass manche Künstler einfach nur deswegen solo gehen, weil sie Bock haben. Weil ihre Band gerade Pause macht oder weil es eben einfach gerade passt. Freddie Mercury machte nach zwei Soloplatten weiter mit Queen Musik. Mick Jagger und Keith Richards tun abseits der Stones munter, was sie wollen. Gut, auf die Oasis-Reunion werden wir wahrscheinlich ewig warten müssen, aber dann wiederum hat es ja sogar mit Guns N‘Roses geklappt – je nach Sichtweise, versteht sich. Ob man nun also Fan davon ist oder nicht: Die Solokarriere ist untrennbar mit der Musik verbunden. Und wird auch weiterhin dafür sorgen, dass wir wunderbare Bands verlieren und wunderbare Musik dazugewinnen. Es ist eben der älteste und normalste Kompromiss der Musikwelt.

Popkultur

Im Auftrag des Herrn: Als Bob Dylan vor Papst Johannes Paul II. auftrat

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Bob Dylan
Foto: POOL/AFP/Getty Images

Gläubig war Bob Dylan irgendwie schon immer — mal in der einen, mal in der anderen Religion. Doch darum geht es nicht, als er am 27. September 1997 vor Papst Johannes Paul II. auftritt

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch Echoes, Silence, Patience & Grace von den Foo Fighters anhören:

Mit seinem Gig vor Papst Johannes Paul II. löst Bob Dylan im September 1997 einen ganz schönen Trubel aus. „Darf der das?“, lautet die allgegenwärtige Frage. „Nein“, finden zahlreiche Mitglieder der katholischen Kirche. Kardinal Joseph Ratzinger (später: Papst Benedikt XVI.) möchte den Auftritt sogar verhindern. Doch Dylan bahnt sich seinen Weg zum Häuptling und gibt in Anwesenheit von mehr als 300.000 jungen Katholiken Songs wie Knockin’ On Heaven’s Door, A Hard Rain’s A-Gonna Fall und Forever Young zum Besten. Der Papst hält anschließend ein flammendes Plädoyer für die katholische Kirche — und zitiert darin auch Dylans Songtexte.

„Du sagst, dass ‚blowin‘ in the wind’ die Antwort ist, mein Freund“, proklamiert das Kirchenoberhaupt in Dylans Richtung. „So ist es. Es ist aber nicht der Wind, der Dinge davonträgt, sondern der Atem und das Leben des Heiligen Geistes. Die Stimme die ruft und sagt: ‚Komm!‘. Du fragst, wie viele Wege ein Mann gehen muss, bevor er zum Mann wird. Ich antworte: Es gibt für einen Mann nur einen Weg und das ist der Weg von Jesus Christus, der gesagt hat: ‚Ich bin der Weg und das Leben.‘“ Ob der Papst Dylans Fragen damit beantworten konnte, wissen wir auch nicht. Was wir allerdings wissen, ist, dass Dylans Auftritt beinahe nicht stattgefunden hätte.

Johannes’ Nachfolger Benedikt XVI. hat Einwände

„Es gab Gründe, skeptisch zu sein und das war ich“, schreibt Papst Benedikt XVI. in seinem Buch Johannes Paul II: Mein geliebter Vorgänger. 1997 heißt Benedikt noch Joseph Ratzinger und ist Kardinal. „In gewisser Weise bin ich auch heute [2007] noch skeptisch.“ So äußert der Rockmusikhasser in dem Buch seine Zweifel darüber, ob es richtig gewesen sei, den „sogenannten Propheten“ Dylan auf die Bühne zu lassen. 1997 möchte Kardinal Ratzinger das Konzert sogar aktiv verhindern und spricht sich gegen Dylans Auftritt aus. Zum Glück hat er damals noch nicht allzu viel zu sagen — und zum Glück sieht der amtierende Papst das Ganze ein wenig anders.

Dylan selbst erklärt in einem Newsweek-Interview, wie es um seine Religiosität bestellt ist: „Die Sache mit mir und der Religion ist die … Das ist die reine Wahrheit: Ich finde die Religiosität und Philosophie in der Musik. Ich finde sie nirgendwo anders.“ Immer wieder war es zu Verwirrung um Dylans Glauben gekommen, der zwar jüdisch aufwuchs, Ende der Siebziger aber unter großem Tamtam zum Christentum konvertierte. Später wendete er sich wieder davon ab. „Ich halte mich nicht an Rabbiner, Prediger, Evangelisten und all sowas“, versichert er. „Ich habe mehr durch die Lieder gelernt, als durch irgendeine Einrichtung. Die Lieder sind mein Lexikon und ich glaube ihnen.“

Dylan beim Papst: „Das war eine der besten Shows, die ich je gespielt habe.“

Warum Dylan 1997 dennoch seine Chance ergreift und vor dem Papst auftritt, können wir nur erahnen. Die mediale Aufmerksamkeit wird sicher dazu beigetragen haben, denn nur wenige Tage später erscheint sein 30. Album Time Out Of My Mind. Doch auch der Spaß kommt nicht zu kurz: „Das war eine der besten Shows, die ich je gespielt habe“, verrät er später in einem Interview mit dem Irish Sunday Mirror. Außerdem erklärt er: „Es gab Zeiten in meinem Leben, da konnte ich nur auf der Bühne glücklich sein.“ Touren falle ihm nicht schwer. „Viele Leute halten das Touren nicht aus, aber für mich ist das wie Atmen.“ Hoffentlich kommt er dabei nicht dem Atem des Heiligen Geistes in die Quere.

Aufnahmefehler und schlechte Verkaufszahlen: Die holprige Geschichte von Bob Dylans Debütalbum

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Popkultur

Pinke Stromgitarren für den Weltfrieden: Barbie And The Rockers

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Barbie And The Rockers

„"Blonde Haare, ein pinkes Traumhaus und ein noch pinkeres Cabrio: Seit mehr als sechs Jahrzehnten gehört Barbie zu den beliebtesten Spielzeugfiguren der Welt. Der erste Film mit der populären Puppe erschien am 27. September 1987 auf Videokassette. Der Name des Streifens: Barbie And The Rockers: Out Of This World. Ja, wirklich.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einen Ausschnitt aus Barbie And The Rockers anschauen:

Ihr habt richtig gelesen: Mitte der Achtziger gründet Barbie ihre eigene Band. Der Hintergrund: Spielzeughersteller Mattel möchte dem Konkurrenzprodukt Jem And The Holograms aus dem Hause Hasbro etwas entgegensetzen und schickt Barbie in die Welt der Krachmusik. „Barbie And The Rockers“ heißt die neue Reihe; in Europa erscheint sie unter dem Namen „Barbie And The Rock Stars“. E-Gitarren, ein Drumkit, sogar eine Bühne: Kinder, die mit der blonden Puppe Rock’n’Roll spielen möchten, haben ab 1985 die freie Wahl. Und nicht nur das: Die lautstarke Spielzeugreihe läutet auch Barbies Filmdebüt ein. Am 27. September 1987 erscheint die allererste Fernsehsendung der Puppe auf Videokassette.

Zugegeben, die Handlung von Barbie And The Rockers: Out Of This World klingt ein wenig albern. In dem Film wird Barbie aufgrund ihrer weltweiten Berühmtheit zur Botschafterin für den Weltfrieden ernannt. Als die Gruppe ihre Welttournee beendet hat, sagt Barbie, sie habe etwas ganz Besonderes geplant, das „nicht von dieser Welt“ sei. Selbst ihre Band weiß noch nicht, worum es geht. Eines Tages bekommt Barbie eine Einladung von der Weltfriedensorganisation. Zu ihren Ehren soll ein Ball veranstaltet werden. Sie bittet Ken darum, sie zu begleiten, und geht mit ihren Freundinnen shoppen. Auf dem Ball verkündet Barbie dann die große Neuigkeit: Sie möchte mit ihrer Band ein Konzert im Weltall geben.

Barbie And The Rockers: Soundtrack von den Beatles und Lovin’ Spoonful

Anfangs sind ihre Bandmitglieder wenig begeistert von der Idee, stimmen aber schließlich zu. Später fliegt die Rockgruppe mit einem pinken Space Shuttle zum „Interstar Amphitheater“, wo sie von einem Herrn namens Dr. Leonard begrüßt wird. Ein kleines Publikum wartet auch schon auf die Rockerinnen. Der anschließende Auftritt von Barbie und Co. wird weltweit im Fernsehen übertragen und die Band stellt sogar einen neuen Song vor, den sie extra für die Show geschrieben hat. Zum Schluss der Show erklärt Barbie, dass dies der erste Tag des Weltfriedens sei, und dass es nicht der letzte sein wird, wenn alle das genug wollen. Leichte Kost, also. Für den Soundtrack des Streifens covert Barbie unter anderem die Beatles und Lovin’ Spoonful.

Heute gibt es unzählige Barbie-Filme; ein weiterer soll nächstes Jahr anlaufen. Falls wir euch mit unserem Artikel angefixt haben, müssen wir euch allerdings enttäuschen: Barbie And The Rockers: Out Of This World ist ausschließlich auf gebrauchten Videokassetten und einigen wenigen DVDs erhältlich. Einer Neuauflage scheinen vor allem die Coversongs im Weg zu stehen, die für eine erneute Veröffentlichung noch einmal lizensiert werden müssten. Vielleicht klappt das ja eines Tages. Es wäre sogar ein Box-Set möglich. Mit Barbie And The Sensations: Rockin’ Back To Earth gibt es nämlich noch eine Fortsetzung von Barbies Rockstar-Abenteuern. Im Sequel kehrt die Puppe mit ihrer Band auf die Erde zurück — und steckt auf einmal im Jahr 1959 fest. Doch das ist eine andere Geschichte.

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Popkultur

Die 10 größten Meat-Loaf-Hymnen

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Meat Loaf
Foto: Sony Music Archive via Getty Images/Terry Lott

Er war ein gewaltiger Rockstar im Wortsinn: Die Musikwelt trauert um den großen Meat Loaf. Wir erinnern uns an den legendären Koloss des Hard Rock und blicken auf seine unvergesslichsten Songs zurück.

 von Björn Springorum

Auch wenn er natürlich viel mehr gemacht hat: Am ehesten bringt man Meat Loaf mit seiner Bat-Out-Of-Hell-Trilogie in Verbindung. Mehr als 65 Millionen Mal haben sich diese drei Alben verkauft, das erste und erfolgreichste geht bis heute rund 200.000 Mal jährlich über den Ladentisch. Kein Wunder: Das Meisterwerk von 1977 ist ein stellarer Moment des theatralischen Hard Rock, eine Art Broadway-Musical mit harten Gitarren.

Seine Stimme und das kompositorische Genie seines langjährigen Partners Jim Steinman nehmen eine Ausnahmestellung im Kanon des Rock‘n‘Roll ein. Hier kommen zehn seiner mächtigsten, emotionalsten, größten Songs.

1. I’d Lie For You (And That’s the Truth) (1995)

Meat Loaf hat sich nicht immer auf die Kompositionen von Jim Steinman verlassen. Schon zwei Jahre nach dem Erfolg von Bat Out of Hell II: Back Into Hell kommt Meat Loaf mit Welcome To The Neighborhood um die Ecke, einem Album, das auch ohne Steinman so klingt, als hätte er es geschrieben. Der erfolgreichste Song daraus wurde von Diane Warren komponiert, die zur damaligen Zeit eine unaufhaltsame Hitmaschine war. Die Power-Ballade wird dann auch zu seinem letzten großen Hit.

2. Rock And Roll Dreams Come Through (1993)

So ziemlich jeder Song auf der Fortsetzung von Bat Out Of Hell zeigt, dass weder Meat Loaf noch Jim Steinman die Pause von 16 Jahren geschadet hat. Ursprünglich für Steinmans 1981er Soloalbum aufgenommen, wird es durch Meat Loaf zu einem weiteren großen Epos aus Herzschmerz und einem Refrain, der so heute einfach nicht mehr gemacht wird. Ganz großes Kitschkino.

3. You Took The Words Right Out Of My Mouth (On A Hot Summer Night) (1977)

Als erster Beitrag seines legendären Gamechangers Bat Out Of Hell steht hier You Took The Words Right Out Of My Mouth, ein wahrgewordener Hard-Rock-Traum mit gotischem Video, grandioser Hook und allem, was den Rock‘n‘Roll der Siebziger so größenwahnsinnig machte. Besser wird‘s auch auf der größten Bühne nicht.

4. Two Out Of Three Ain’t Bad (1977)

Eigentlich könnte hier ja einfach das gesamte Bat Out Of Hell stehen, fertig. Es gibt einfach keinen Filler auf diesem Album. Auch Two Out Of Three Ain’t Bad ist ein echter Killer: Eine große, große Ballade, die Meat Loaf auf einem absoluten Höhepunkt zeigt und zugleich eins der besten Beispiele für Steinmans kompositorisches Genie ist. So was nennt man dann wohl perfekte Chemie.

5. Bat Out Of Hell (1977)

Allen Ernstes, wer sein Debüt mit einem Paukenschlag wie diesem eröffnen kann, der hat schon alles geschafft, ehe er überhaupt so richtig angefangen hat. Fast zehn Minuten nimmt sich der ausladende Opener Zeit und zieht auf dieser Langstrecke gleich mal alle Register: die Ouvertüre zu diesem unfassbaren Musiktheater, ein Start mit Feuerwerk, Kanonen und massiver Produktion. Übrigens: Als musikalische Gäste mischen hier Todd Rundgren sowie Roy Bittan und Max Weinberg von der E Street Band mit. Es heißt schon was, wenn man sagt, dass es die echt nicht gebraucht hätte.

6. Hot Patootie – Bless My Soul (1975)

Natürlich darf die Rocky Horror Picture Show hier nicht fehlen. Meat Loaf gibt in diesem schrägen Stück Rock‘n‘Roll den dusseligen Biker Eddie, der den Laden gehörig aufmischt. Sicherlich nicht seine Sternstunde. Aber allein aus popkultureller Sicht erwähnenswert.

7. Read ’Em And Weep (1981)

Kurioserweise wird nicht alles, was Meat Loaf und Jim Steinman gemeinsam angingen, zu Gold. Dead Ringer, der schwierige Nachfolger zu Bat Out Of Hell, leidet unter dem enormen Erfolg des Vorgängers, hat aber einige Perlen zu bieten. Read ’Em And Weep zum Beispiel, eine stimmungsvolle Ballade, die aber erst zwei Jahre später durch Barry Manilow zu einem gewaltigen Erfolg wird. Muss man manchmal nicht verstehen.

8. Objects In The Rear View Mirror May Appear Closer Than They Are (1993)

Am besten waren Meat Loaf und Jim Steinman immer zusammen. Das zeigt auch Bat Out Of Hell II: Back Into Hell, das Album, das 1993 eine zwölfjährige Funkstille beendet. Da ist sie wieder, diese theatralische, dramatische Magie und diese unfassbare Energie. Wir wiederholen uns, aber: Niemand schreibt solche Refrains!

9. I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) (1993)

Sein wahrscheinlich größter Hit stammt ebenfalls vom zweiten Teil seiner definierenden Trilogie: I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) ist eine der größten Rock-Balladen aller Zeiten – obwohl bis heute eigentlich niemand so recht weiß, worum es in der Nummer eigentlich geht. Egal, die Musik ist so unfassbar spektakulär, dass Meat Loaf auch nur summen könnte und die Nummer wäre immer noch unsterblich.

10. Paradise By The Dashboard Light (1977)

Wenn wir uns festlegen müssten, würden wir diesen Song als absolutes Karrierehoch von Meat Loaf wählen. Unterteilt in drei Kapitel und über acht Minuten lang, dennoch als Single veröffentlicht: Für Meat Loaf und Jim Steinman gelten damals andere Regeln. Der Song ist ein Überbleibsel aus Steinmans Neverland-Musical und bringt Meat Loaf mit der Hauptrolle Ellen Foley zusammen. Ziemlich irre ist er auch: Inhaltlich dem Thema Sex im Auto verschrieben, gibt es im Video eine wilde Rummachszene, geschnitten in ein Baseballspiel.

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