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Popkultur

Zeitsprung: Am 27.10.1980 verstirbt Steve Peregrin Took (T. Rex) wegen einer Cocktailkirsche.

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Steve Peregrin Took
Foto: Michael Putland/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 27.10.1980.

von Christof Leim

Hier im Zeitsprung kamen wir nicht umhin, schon öfter von unglücklichen oder unklugen Todesfällen zu berichten. So hält Terry Kath von Chicago eine Waffe fälschlicherweise für ungeladen, Robbie McIntosh von der Average White Band verwechselt die weißen Pulver, und Leute wie Janis Joplin oder Nikki Sixx setzen sich versehentlich Überdosen. Alles nicht schön. Doch das Ableben von Steve Peregrin Took fällt noch etwas tragischer aus. Das ehemalige Mitglied von T. Rex erliegt einer Steinfrucht…

Hier könnt ihr das letzte Tyrannosaurus-Rex-Album mit Steve Peregrin Took hören:

Bekannt wird Stephen Ross Porter als Kreativpartner von Marc Bolan in den Anfangsjahren von Tyrannosaurus Rex. Da gibt er sich den Künstlernamen Steve Peregrin Took, inspiriert von einer Figur aus Der kleine Hobbit von Tolkien. Took spielt nicht nur Schlagzeug und Percussion, sondern steuert auch Gitarre, Bass und vor allem Chorgesänge bei. Ihr damaliger Produzent Tony Visconti schreibt ihm große Teile des frühen Sounds der späteren verehrten Glam-Größen (mit gekürztem Namen T. Rex) zu und wird zitiert mit: „Marc und Steve hatten eine echte 50/50-Partnerschaft.“

Ungesunder Lebenswandel

Doch die überdauert nicht: Bolan mag den Drogenkonsum seines Kollegen überhaupt nicht und lehnt auch dessen Songmaterial ab. Took, ein Kumpel von Syd Barrett, macht sich wiederum einen Spaß daraus, auf Partys die Getränke mit Halluzinogenen zu „verfeinern“. Als einmal Bolan versehentlich zum Opfer wird, sinkt die zwischenmenschliche Stimmung noch weiter. Eine US-Tour müssen sie trotzdem noch absolvieren, gleich danach fliegt Steven Peregrin Took aus der Band. Er macht weiter mit neuen Projekten wie The Deviants, Pink Fairies, Shagrat (nach einem Ork aus Der Herr der Ringe) und als Solokünstler. Große Erfolge fährt er nicht mehr ein. Immerhin erreichen ihn weiter Tantiemen für die drei Tyrannosaurus-Rex-Alben mit seiner Beteiligung.

Zum Zeitpunkt seines Todes im Herbst 1980 wohnt Took im Londoner Stadtteil Notting Hill mit seiner Lebensgefährtin Valerie „Sam“ Billiet und deren junger Tochter, für die er wie ein Stiefvater ist. Blöderweise besorgt sich der Musiker „Pilze mit Wirkung“ und Morphium, welches das Paar sich injiziert. Doch das sorgt nicht für das unglückliche Ableben des damals 31-Jährigen…

Schlicht: Pech

Eltern junger Kinder kennen die Sorge, dass sich der Nachwuchs irgendwas in den Mund steckt und das in die Luftröhre gerät. Damit kann man bei einem erwachsenen Mann nicht rechnen, doch tatsächlich wird Steve Peregrin Took eine kleine Steinfrucht zum Verhängnis.

Der Musiker genießt einen Drink mit Cocktailkirsche, verschluckt sich daran und erstickt. Interessanterweise sollen laut einer Untersuchung die Drogen dabei keine Rolle gespielt haben, obwohl die Annahme nahe liegt, dass der Rausch die Schluckreflexe verwirrt hat. Der Mann hatte also womöglich einfach Pech. Rest in peace.

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