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Popkultur

Zeitsprung: Am 17.10.1980 erscheint „The River“ von Bruce Springsteen.

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Der „Boss“ zu Beginn der Achtziger - Foto: Chris Walter/WireImage/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 17.10.1980.

von Timon Menge und Christof Leim

Sein ganz großer Treffer Born In The U.S.A. steht Bruce Springsteen im Jahr 1980 noch bevor, doch mit The River gelingt ihm immerhin schonmal sein erstes Nummer-eins-Album. Kein Wunder: Auf der Platte zeigen sich der „Boss“ und seine E-Street-Band von der besten Seite und fangen ihre Livequalitäten zum ersten Mal auch im Studio ein.

Hier könnt ihr euch The River anhören:

Gegen Ende der Siebziger läuft es bereits mächtig gut für Bruce Springsteen. Mit Born To Run (1975) und Darkness On The Edge Of Town (1978) kann er die Album-Top-10 stürmen, weltweit spielt er eine Show nach der anderen. Für seine nächste Veröffentlichung überlegt sich der Sänger und Gitarrist etwas Besonderes — und bringt das erste und einzige Doppelalbum seiner Karriere auf den Markt. Doch wie kommt es eigentlich dazu?

„Den Songs fehlte einfach die Einheitlichkeit und die konzeptionelle Intensität.“

Springsteen hat beim Songwriting ja vor allem ein Problem: Er hat einfach zu viele Ideen. Schon bei Darkness On The Edge Of Town bringt er deutlich mehr Material mit ins Studio  als letztlich benötigt wird. Manches davon greift er für The River wieder auf, hat aber auch wieder massig neue Songs im Gepäck. Sein erster Plan: ein einfaches Album mit dem Titel The Ties That Bind. Seine Plattenfirma freut sich schon: Die neue Springsteen-Scheibe könnte zu Weihnachten 1979 in den Regalen stehen. Doch der entscheidet sich um…

Das Cover

„Den Songs hat einfach die Einheitlichkeit und die konzeptionelle Intensität gefehlt, die ich mir für meine Musik wünsche“, erklärt Springsteen später. Sein Manager Jon Landau kommt deshalb mit dem Vorschlag um die Ecke, doch ein Doppelalbum daraus zu machen, damit der Boss seine Pläne verwirklichen kann. Sieben Monate später enden die Aufnahmesessions. Ganze 50 Stücke hat Springsteen aufgenommen, 20 davon sucht er aus. 

„Rock’n’Roll stand immer für Freude.“

Inhaltlich zeigt sich Springsteen abwechslungsreicher denn je. Immer wieder wird The River für seine Mischung aus lebensfroher Rockmusik und tiefsinnigen Balladen gelobt. „Rock’n’Roll stand immer für Freude, diese unbändige Freude, die auf ihre Art die schönste Sache der Welt ist“, erklärt Springsteen den Kontrastreichtum. „Aber im Rock geht es auch um Härte, um Kälte und um das Alleinsein… Ich kam endlich an den Punkt, an dem mir klar wurde, dass die Welt paradox ist und dass man damit leben muss.“

Mit seinen vorherigen Alben konnte Springstein bereits passable Erfolge einfahren, doch bisher blieb ihm sowohl der Sprung in die Single-Top-20 verwehrt als auch die Pole Position der Albumcharts. Das ändert sich mit The River beides: Die erste Auskopplung Hungry Heart klettert auf Platz fünf, in den Albumcharts gelingt in der Tat Platz eins. Beeindruckend, klar. Doch diese Erfolge liefern nur einen kleinen Vorgeschmack auf das, was Springsteen 1984 mit Born In The U.S.A. gelingt.

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