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Popkultur

Zum Internationalen Tag der Freundschaft: Die überraschendsten Musiker*innenfreundschaften

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Elton John und Eminem
Foto: HECTOR MATA/AFP via Getty Images

In der Musikwelt gibt es nicht nur ungewöhnliche Kollaborationen, sondern auch Freundschaften, die man so nicht unbedingt erwarten würde. Wir haben uns zum Internationalen Tag der Freundschaft einige ungleiche Paarungen angeschaut.

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von Sina Buchwitz und Timon Menge

1. Elton John und Eminem

Rapper trifft auf Rocketman: Wenn man sich Elton John und Eminem so ansieht, scheinen die beiden auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam zu haben. Auf den zweiten Blick eröffnet sich jedoch eine jahrzehntelange Freundschaft, die schon so manche Hürde genommen hat.

Aber von vorn: Den ersten gemeinsamen Auftritt haben Eminem und Elton im Jahr 2001 bei den Grammy Awards. Hier performen sie Eminems Hit Stan in einer eigenwilligen Mash-Up-Version, die direkt ins Ohr geht. Als Eminem, der bis dahin vor allem für seine provokanten und homophoben Songtexte bekannt war, am Ende des Auftritts händchenhaltend mit Elton John auf der Bühne steht, halten viele das zunächst für einen Marketing-Gag.

Doch weit gefehlt: Als der Rapper 2006 nach langer Heroin- und Pillensucht endgültig im Drogensumpf unterzugehen droht, ist es John, der Eminem zur Seite steht. „Als ich nüchtern werden wollte, rief ich Elton an und sprach mit ihm darüber. Er ist jemand, der das Business kennt und der diesen Lebensstil nachvollziehen kann. Er versteht es … den Druck und alle anderen Gründe, die dich zu den Drogen treiben“, erklärt Eminem dem Guardian 2009.

Und so ist es. Ab da ruft der Sänger Eminem täglich an, um sich nach seinem Wohlergehen zu erkundigen. „Ich bin Eminems Sponsor bei den Anonymen Alkoholikern. Wenn ich anrufe, um nach ihm zu sehen, begrüßt er mich immer auf die gleiche Weise: ‚Hallo, du F**ze!‘, was wohl typisch Eminem ist.“ Das ist wahre Freundschaft.

2. Lady Gaga und Tony Bennett

„Er hat mir das Leben gerettet.“ Eine Aussage, die man wohl nicht über jede 08/15-Freundschaft trifft. 2014 begegnet Lady Gaga einem Mann, der schlappe 59 Jahre älter ist als sie und musikalisch aus einer völlig anderen Richtung kommt. Dennoch entsteht etwas Magisches zwischen den beiden: Mit ihrem gemeinsamen Jazz-Album Cheek To Cheek beweisen Gaga und Tony Bennett nicht nur, dass sie zusammen richtig gute Musik machen können, sondern gewähren auch einen Einblick in eine ungewöhnliche Freundschaft.

„Du kannst niemandem trauen“, sagt Lady Gaga zu der Zeit über das Musikbusiness. Nachdem ihr Pop-Album Artpop von Kritiker*innen zerrissen wurde, liegt sie mit ihrem damaligen Manager Troy Carter im Clinch. Sie fühlt sich verraten: „Ich war so traurig. Ich konnte nicht schlafen. Ich fühlte mich tot. Und dann verbrachte ich viel Zeit mit Tony. Er wollte nichts weiter als meine Freundschaft und meine Stimme.“

Cheek To Cheek schenkt der Öffentlichkeit eine neue Sicht auf Gaga. Weg vom schrillen, skandalösen Pop-Image, hin zur stimmgewaltigen Jazz-Musikerin. Es folgt eine gemeinsame Tour durch die USA und Europa. 2016 dann der Schock: Tony wird Alzheimer diagnostiziert. Doch das hält das Dreamteam nicht davon ab, weiterhin zusammen Musik zu machen: 2021 nehmen die beiden ein gemeinsames MTV Unplugged auf.

3. Harry Styles und Stevie Nicks

Sie ist 73, er ist 27: Was im ersten Moment nach Großmutter und Enkelkind klingt, birgt in Wahrheit die unvergleichliche Freundschaft zwischen Harry Styles und Stevie Nicks. 2015 trifft das ungleiche Paar erstmals bei einem Fleetwood-Mac-Konzert in London aufeinander. An diesem Tag wird Nicks 67 Jahre alt, Styles bringt einen Geburtstagskuchen mit Stevies Namen darauf vorbei: „Zum Glück mochte sie Karottenkuchen“, sagt Harry später in einem Interview.

Als der Jungspund noch weitere Konzerte der Band besucht, lernt er die Sängerin nach und nach besser kennen – und für Stevie ist es Liebe auf den ersten Blick: „Als Harry in unsere Leben kam, sagte ich: ‚Oh mein Gott, er ist der Sohn, den ich niemals hatte.‘ Also adoptierte ich ihn.“ Diese Zuneigung spürt man nicht nur in Lobhudeleien auf Twitter und in Interviews, sondern auch bei gemeinsamen Auftritten des ungewöhnlichen Duos. Mehrfach performen sie den Fleetwood-Mac-Song Landslide zusammen.

2019 wird Stevie Nicks als erste Frau die Ehre zuteil, zum zweiten Mal in die Rock & Roll Hall Of Fame aufgenommen zu werden. Die Laudatio an diesem Abend hält niemand geringeres als ihre Muse Harry. In seiner Rede lobt er ihre Weisheit und Gelassenheit. Über jeden, der sich jemals mit Nicks verbunden gefühlt hat, sagt er: „Du bist mehr als ein Fan. Du bist ein Freund. Und ihre Worte sagen auf so viele Weisen: Ich verstehe dich und du bist nicht allein. Das ist die wahre Stevie.“ Hach.

4. Willie Nelson & Snoop Dogg

Ein fast 90-jähriger Country-Musiker aus Texas und ein etwa 50-jähriger Hip-Hopper aus Kalifornien? Wie passt das denn zusammen? Nun, Willie Nelson und Snoop Dogg haben zum Beispiel mindestens ein gemeinsames Hobby: Kiffen. Nelson habe damit schon als Kind angefangen, wie er im Interview mit The Daily Beast erzählt: „Ich habe alles geraucht, was ich kriegen konnte. Ich habe Weinblätter geraucht, ich habe Baumwollblätter geraucht. Ich habe alles geraucht, was brennt. Ich habe Drehtabak geraucht. Als Erwachsener habe ich auch mit dem Trinken angefangen. Mit Marihuana habe ich lange nichts zu tun gehabt.“ Irgendwann sei ihm klar geworden, dass sein Lebensstil nicht der gesündeste sei. „Also habe ich mit dem Rauchen und dem Alkohol aufgehört und dafür meinen Graskonsum verdoppelt.“ Das klingt wild, aber man muss es ihm lassen: Der Mann wird bald 89 Jahre alt.

Dass auch Snoop Dogg eine Vorliebe für Grünzeug hat, ist bekannt. Und als Willie Nelson ihn dazu überreden möchte, mit ihm nach Amsterdam zu fliegen, lässt sich der Hip-Hop-Star natürlich nicht lange bitten. Nachdem die beiden dort so ziemlich jeden „Coffee Shop“ abgeklappert haben, schlagen die Munchies zu und das ungleiche Paar landet bei Kentucky Fried Chicken. „Nachdem wir das Leben genossen hatten, bekamen wir Hunger“, verrät Snoop in der Tonight Show. „Da wollten wir natürlich zu Kentucky Fried Chicken. Das ist einer unserer Lieblingsläden, sowohl seiner als auch meiner. Wir sind dann durch den Drive-In gefahren, bestellten das Hähnchen und sie gaben uns so einen großen Eimer. Wir haben den Deckel abgenommen und beide gleichzeitig die Hand reingesteckt. Und dann haben wir uns das gleiche Stück Hähnchen geschnappt. Ich habe gesagt: ‘Weißt du was, Willie? Nimm du es.‘“

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Simon & Garfunkel: Die Geschichte einer sehr komplizierten Freundschaft

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Popkultur

„Der Triumph des Jazz“: Die musikalischen Einflüsse des Martin Luther King, Jr.

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Martin Luther King Jr.
Foto: Donald Uhrbrock/Getty Images

Am 15. Januar 2022 hätte die US-amerikanische Bürgerrechtsikone Martin Luther King ihren 93. Geburtstag gefeiert. Zu Ehren Kings möchten wir an dieser Stelle seine Verbindung zur Musikkultur ein wenig näher beleuchten.

von Markus Brandstetter

Die Bilder und Worte sind fest im kollektiven Bewusstsein verankert, selbst wenn man zu jener Zeit noch nicht auf der Welt war: Im August 1963 fanden sich über 200.000 Menschen in Washington, DC zum „Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit“ (englischer Titel: March on Washington for Jobs and Freedom) zusammen.

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Vor dem Lincoln Memorial hielt Martin Luther King seine berühmte Rede, deren Worte „I have a dream“ in die Geschichte eingingen. Musik war (nicht nur) an diesem Tag ein wesentlicher Bestandteil der Proteste. Bob Dylan und Joan Baez traten auf, Peter, Paul & Mary, Odetta Holmes, Mahalia Jackson und der Eva Jessye Choir, auch Harry Belafonte war anwesend. Für King war Musik aber weit mehr als eine akustische Untermalung — er sah sie als Mittel zur Veränderung an — und, im Falle von Jazz, Triumph der Schwarzen — dazu später mehr.

Kings musikalischer Background

Für Martin Luther King, das schreibt der US-amerikanische Autor Alfonso Pollard in seinem Artikel The Extraordinary Influences of Dr. Martin Luther King, Jr., habe Musik seit seiner Kindheit eine bedeutende Rolle gespielt. Kings Mutter Alberta King spielte hier wohl die Schlüsselrolle: Sie war Chorleiterin und Organistin in der Ebenezer Baptist Church. Auch Kings spätere Ehefrau Coretta Scott, die er an der Universität kennenlernte, war Kirchenchorleiterin, außerdem Sopranistin und Multiinstrumentalistin.

Geht es nach Pollard, gab es in Kings musikalischer Sozialisation zwei große Säulen: die Gospelmusik zum einen, zeitgenössische Sängerinnen wie Mahalia Jackson, Sister Rosetta Tharpe, Nina Simone, Miriam Makeba zum anderen. Später wurde auch Jazz für ihn immer wichtiger — eine Musik, die er als „triumphal“ bezeichnete. Damit meinte er den Triumph der Afroamerikaner*innen über die Unterdrückung, über Ungerechtigkeit, Kummer, Tragödien.

Der Triumph des Jazz

1964 wurde King gebeten, die Eröffnungsrede auf dem JazzFest Berlin (damals „Berliner Jazztage“ genannt) zu halten. In seiner Rede sprach er über eben dieses Triumphale im Jazz: „Gott hat viele Dinge aus der Unterdrückung heraus geschaffen. Er hat seine Geschöpfe mit der Fähigkeit ausgestattet, zu erschaffen, und aus dieser Fähigkeit sind die süßen Lieder der Trauer und der Freude hervorgegangen, die es dem Menschen ermöglicht haben, mit seiner Umwelt und vielen verschiedenen Situationen zurechtzukommen. Der Jazz spricht für das Leben. Der Blues erzählt von den Schwierigkeiten des Lebens, und wenn man einen Moment nachdenkt, wird man feststellen, dass er die härtesten Realitäten des Lebens in Musik umsetzt, um dann mit neuer Hoffnung oder einem Gefühl des Triumphs wieder herauszukommen.“

„Die letzte Bastion des Elitismus“

Wie die Verbindung Kings zur klassischen Musik ist, ist indes nicht hinreichend beleuchtet. Der US-Dirigent Paul Freeman (1936-2015) berichtete einst in einem Interview von ein Zusammentreffen mit dem Bürgerrechtler. Als dieser ihn fragte, was er in Atlanta mache, erklärte ihm Freeman, er habe ein Engagement als Gastdirigent des Atlanta Symphony Orchestra. Die Antwort von King darauf kann als sozialkritisch bis sarkastisch gelesen werden: „Ah, die letzte Bastion des Elitismus! Glory, Halleluja!“ Freeman, dessen erklärte Mission es war, die Klassik (sowohl als Musiker*in als auch als Hörer*in) für alle zugänglich zu machen, sah dies aber nicht als Seitenhieb, sondern als Inspiration, sein Ziel zu verfolgen.

Nachzusehen ist dies in diesem Interview:

Wie wichtig King war, zeigen zahlreiche Tribute. Soul-Legende Stevie Wonder war ausschlaggebend dafür, dass Martin Luther Kings Geburtstag zum Feiertag erklärt wurde — und widmete ihm das Stück Happy Birthday. U2 schrieben Pride (In The Name Of Love) über ihn, James Taylor zollte ihm mit Shed A Little Light Tribut — und natürlich darf man Nina Simones Stück Why (The King Of Love Is Dead) nicht vergessen, dass sie drei Tage nach seinem Tod vorstellte.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 15.1.1969 kehrt George Harrison zu den Beatles zurück.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 15.1.1969.

von Timon Menge und Christof Leim

Getrennte Wege gehen die Beatles erst zu Beginn der Siebziger, doch dicke Luft herrscht schon vorher. Die Musiker fühlen sich ausgelaugt, gemeinsamer Tatendrang bleibt die Ausnahme. Am 10. Januar 1969 verlässt George Harrison sogar die Band. Fünf Tage später kehrt er zurück — allerdings mit Forderungen…

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Hört hier in Let It Be rein:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Im Januar 1969 befinden sich die Beatles im Twickenham Studio in London und arbeiten an ihrer Platte Let It Be. Das White Album (1968) hallt noch nach, das Erscheinen von Yellow Submarine (1969) steht kurz bevor. Als die Band am Morgen des 10. Januar mit wenig Erfolg an den Songs Get Back und Two Of Us arbeitet, hat George Harrison die Nase voll. Er verlässt das Studio und lässt die anderen drei Musiker im Regen stehen. Nachdem sich McCartney, Lennon und Starr die erste Wut von der Seele gespielt haben, sagt Lennon trocken: “Ist er am Dienstag nicht zurück, holen wir Clapton.” Am 12. Januar treffen sich die Beatles bei Harrison zuhause, doch die Zusammenkunft verläuft alles andere als gut und endet von Harrisons Seite mit einem: “Man sieht sich.”

Einer der Gründe für Harrisons Abgang: Immer wieder geraten er und Paul McCartney aneinander. Harrison emanzipiert sich zu jener Zeit als Songschreiber und empfindet McCartney als zu dominant. In einem Interview mit dem Rolling Stone erzählt er: „Es ist mir immer sehr schwergefallen, beim Songwriting mitzumischen, weil Paul diesbezüglich sehr aufdringlich war. Wenn er meine Songs gespielt hat, lief das immer gut. Ich musste allerdings 59 seiner Ideen ausprobieren, bevor er sich meine überhaupt anhören wollte.“



Auch John Lennon und Harrison sind sich zu jener Zeit nicht grün. So stellt der britische Musikjournalist David Stubbs in einem Artikel für das Magazin Uncut die These auf, Harrison sei sogar noch genervter von Lennon als von McCartney, weil Lennon Probleme mit Harrisons wachsendem Einfluss auf das Songwriting gehabt habe. Nicht nur das: Lennons Beziehung zu Yoko Ono treibt einen Keil zwischen die beiden Beatles, die sich gerade erst richtig angefreundet hatten — vermutlich auch über ihre gemeinsame Vorliebe für LSD.

Außerdem stört Harrison sich daran, dass im Studio ein Film gedreht werden soll, obwohl die Beatles nur streiten. „Es kam vor der Kamera nie zum Eklat“, räumt er später ein. „Aber ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was das eigentlich soll.“ Er beschließt, die Band zu verlassen — ein Prozess, den auch Schlagzeuger Ringo Starr durchläuft, und zwar nur wenige Monate zuvor während der Sessions zum White Album.



Einige Tage nach Harrisons Abgang merken McCartney, Lennon und Starr endgültig, dass die Band nicht ohne den Gitarristen funktioniert. Die Musiker setzen ein Treffen für den 15. Januar an, und der verlorene Sohn taucht wieder auf — allerdings mit Forderungen. Harrison möchte im Gegensatz zu McCartney nach unfassbar vielen Konzerten nicht mehr live auftreten. Außerdem bittet er darum, das Studio zu wechseln. Die übrigen Bandmitglieder schlagen ein, die Beatles ziehen in die Apple Studios um und setzen den Aufnahmeprozess fort.


Die Symptome lassen sich durch die Veränderungen kurzzeitig bekämpfen, doch die Ursachen liegen tiefer. Trotz vorübergehender Wiedervereinigung kommt es langfristig zur Auflösung der Band. Vorher schließen die Briten die Aufnahmen des Albums Abbey Road ab, das durch diverse Umstände sogar noch vor Let It Be erscheint. Zur endgültigen Trennung kommt es im Frühjahr 1970, etwa einen Monat vor der Veröffentlichung der letzten Platte.

Zeitsprung: Am 21.1.1966 heiratet George Harrison. Eric Clapton grätscht rein.

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Popkultur

The Ronettes: 6 wegweisende Songs der legendären Girlgroup

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The Ronettes
Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Am 12. Januar 2022 starb Ronnie Spector, die Leadsängerin der geschichtsträchtigen The Ronettes. Die Girlgroup aus New York war in den 1960er-Jahren eine wegweisende Popgruppe, die sich in Sachen Sound und Image deutlich vom Durchschnitt abhob.

von Markus Brandstetter

Ab 1963 arbeitete die Gruppe mit der Produzentenlegende (und dem späteren verurteilten Mörder) Phil Spector zusammen, den die Sängerin auch heiratete. Unseren Nachruf auf Ronnie Spector findet ihr hier. Zu Ehren der Sängerin wollen wir uns heute durch die größten Hits und wichtigsten und wegweisenden Songs von The Ronettes hören und ein wenig ihre Historie und den Hintergrund der Stücke beleuchten.

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1. Good Girls

Good Girls war die letzte Single von The Ronettes, die die Band über ihr altes Label Colpix Records veröffentlichte. Die Single schaffte keinen Platz in den Charts, die Band  war deswegen schwer enttäuscht und trennte sich von ihrem alten Label. Neue Geschäftsmöglichkeiten taten sich auf, die Gruppe unterschrieb bei Phil Spectors Label Philles Records. Der kommerzielle Erfolg konnte damit beginnen. Good Girls, die Single vor dem Erfolg, war vielleicht nicht so wegweisend, wie das, was unter Spectors Produktion folgen sollte — ist aber dennoch ein eingängiger, erinnerungswürdiger  Song.

2. Be My Baby

Be My Baby stammt aus der Feder von Phil Spector, Jeff Barry und Ellie Greenwich und ist der größte Hit der Band. Wobei: Spector hat im Grunde nur deswegen einen Songwriting-Credit, weil seine Produktion eben Kernstück des Songs ist. Be My Baby wurde am 15. August 1963 als Single veröffentlicht und schaffte es auf Platz zwei der US-Popcharts. Darauf zu hören ist die Creme de la Creme der damaligen Studiomusiker*innen-Szene — unter anderem spielt die großartige Carol Kaye (gemeinsam mit Ray Pohlmann) Bass, dazu sind mit Tommy Tedesco, Billy Strange, Barney Kessel und Bill Pitman gleich vier Gitarristen zu hören. Und weil ein Keyboard für eine Wall of Sound nicht reicht, sind auch vier Keyboarder mit dabei.

 3. Baby I Love You

Nachdem Be My Baby ein Erfolg wurde, war in Phil Spector der Ehrgeiz geweckt, nachzulegen. Allerdings gab es da ein Problem: The Ronettes sollten eigentlich touren. Ronnie blieb bei Phil im Studio, Estelle und Nedra gingen auf Tour, mit Verstärkung der Cousine Elaine. Weil man aber weitere Stimmen beim Aufnehmen brauchte, halfen Bekannte aus: So übernahmen Cher, Sonny Bono und Darlene Love die Backing Vocals auf dem Stück. Am Piano: der große Leon Russell.

 4. (The Best Part Of) Breakin’ Up

„Wenn Phil einen Song so sehr liebte wie (The Best Part of) Breakin’ Up, konnte er tagelang daran arbeiten, ohne jemals müde zu werden. Er verbrachte Stunden damit, die Harmonien mit Nedra und Estelle auszuarbeiten, und sprang jedes Mal auf und ab, wenn er etwas hörte, das ihm gefiel“, erinnerte sich Ronnie Spector in ihrer Autobiografie an die Aufnahmen zu  (The Best Part Of) Breakin’ Up.

 5. Do I Love You?

Junge Liebe – davon handelt Do I Love You?, das die Ronettes 1964 mit dem Song Bebe And Susu als B-Seite veröffentlichten. Geschrieben wurde der Song von Phil Spector, Pete Andreoli and Vini Poncia.

6. Walkin’ In The Rain (1964)

Walkin’ In The Rain — geschrieben von Barry Mann, Phil Spector und Cynthia Weil, wurde im Laufe der Jahre oft gecovert — unter anderem von The Walker Brothers und Jay & The Americans. The Ronettes, für die der Song geschrieben wurde, landeten 1964 damit auf Platz 23 der Billboard Top 100 Song, in den Billboard R&B Charts war sogar Platz 8 drin.

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Riot Girls: Die Musikerinnen, die die Welt veränderten

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