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Popkultur

X-Mas Deluxe: 6 Edel Boxen der größten Künstler der Welt

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Hey, Weihnachten!

Der moderne Mensch sieht sich zur Weihnachtszeit mit der Situation konfrontiert, Dinge und Aufmerksamkeiten verschenken zu wollen, die andere Leute glücklich machen – eine Aufgabe, die Angesichts einer immer komplexeren Welt, in der jeder Wunsch auf 27 verschiedene Arten befriedigt werden kann, gar nicht so einfach ist.

Aber: Wir schaffen Abhilfe. Wir haben im Schweiße unseres Angesichts sechs musikalische Hochkaräter zusammen getragen, die jedem ehrlichen Musikliebhaber das Wasser im Munde zusammen laufen lassen. Nur um das klarzustellen: Wir reden hier nicht über ein Wichtelgeschenk, dass man auf der Weihnachtsfeier dem beschwipsten Kollegen aus dem Vertrieb überlässt. Wir reden hier von schweren, wertigen Deluxe Boxsets, die man für die wirklich wichtigen Menschen im Leben kauft: Sich selbst zum Beispiel. Vielleicht noch den Partner, die nähere Familie und wegen uns auch richtig, richtig gute Freunde. Jedenfalls die, die zu schätzen wissen, was da auf sie zukommt.

Für jene Menschen, denen ein Premium-Abonnement eines Musikstreamingdienstes noch nicht Deluxe genug sind. Für Menschen, für die der schönste Weihnachtsschmuck immer noch aus dem schwarzen Gold besteht. Für die Menschen die sich leidenschaftlich Musik hingeben und sich mit den Künstlern dahinter intensiv beschäftigen wollen. Für Menschen wie dich und Menschen wie uns, die Liebhaber, die Nerds, die Qualität zu schätzen wissen und diese auch anfassen wollen.

Wir gehen jede Box einmal durch – und weil es manchmal gar nicht so einfach ist, die richtige Box beim Händler zu finden haben wir für euch direkt das richtige Produkt verlinkt. Wir wünschen viel Vergnügen mit unserer Empfehlung für ein X-Mas Deluxe: 6 Edelboxen der größten Künstler der Welt.

 

THE BEATLES – IN MONO 

14-LP’s Vinyl Box, 180gr Vinyl-LP’s, 108-Seitiges Hardcover-Buch

 

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An alle Beatles Fans mit so einem aufgeblasenen 7.1 Soundsystem zu Hause: Sorry, George, Paul, Ringo & John haben sich für sowas leider nicht begeistern können. “Als sie Stereo erfanden, dachte ich mir nur ‘Warum?’. Wofür braucht man denn zwei Lautsprecher? Aus unserer Sicht ruinierte das nur den Sound”, so George Harrison und – Entschuldigung – aber zumindest was die Beatles Songs angeht hat er verdammt noch mal Recht. Die Beatles haben Songs für 1.1 geschrieben: Für Mono.

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Tatsächlich: Die Beatles und auch ihr Produzent George Martin fanden Stereo lange nicht so wichtig. So widmeten die Fab Four etwa dem Mix der Mono Version des Albums ‘Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band’ viel Zeit und ihre gesamte Aufmerksamkeit: Die Stereo Version ließen sie von Technikern anfertigen.

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Um einen möglichst Originalgetreuen Klang zu erhalten, wurden für die neue Auflage der Mono Vinyle, alle Songs von den Original Tonbändern überspielt. In Kleinstarbeiten wurden die alten Notizen aufgearbeitet und detailgetreu nachempfunden, ohne jegliche digitale Technik.

Hier wurde alles dem Original in den 1960er Jahren 1 zu 1 nachempfunden: Original Labels, gepfalzte Plattenhüllen und Beilagen. Das Buch besteht aus wunderbaren Infos, Geschichten von vertrauten der Beatles, so wie wichtigen, seltenen Aufnahmen der 4 Jungs. Zusätzlich liegen dem Boxset eine detaillierte Darstellung des Mastering-Prozesses, erklärt vom berühmten Radioproduzenten Kevin Howlett, seltene Studiobilder der Beatles, Archiv-Dokumente sowie Artikel und Werbeanzeigen aus den 1960er Jahren bei.

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Lohnt es sich also, diese Box? Hört man überhaupt einen Unterschied zu Stereo?

Ganz klar: Ja. “Die Beatles haben immer für Mono” konzipiert heißt, dass für die Stereo Versionen immer auch Aufnahmen verwendet wurden, die die Band und ihr Produzent George Martin niemals verwendet hätten. Es handelt sich hierbei weder um ein blumiges Verkaufsargument, noch um irgendeinen Effekt, der eh nur für totale Puristen und High-End-Jünger hörbar ist.

“Die Band klingt nur in Mono dreidimensional.”, so Sean Magee, einer der sechs Tonmeister, der sich dem aufwendigen Re-Mastering angenommen hat. Wenn die Musik nicht räumlich aufgeteilt wird, entfaltet sie sich um so stärker im Kopf des Hörers, entwickelt dort ihren eigenen Raum und wirkt kraftvoller, als man die Beatles jemals gehört hat. 

Es soll Leute geben, die, obwohl schon Jahrzehntelang Fan der Beatles, nach dem Hören der Monoaufnahmen von ganz neuen Gefühlen überkommen wurden und nun nie wieder stereo hören möchten. Wir können uns das gut vorstellen.

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FRANK SINATRA – LONDON

3 CDs + DVD, über 50 unveröffentlichte Aufnahmen, 60-Seitiges Booklet

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Frank Sinatra, Du Mensch gewordene Blaupause des charmanten Gentleman, des Sängers mit Stil! Wie oft haben wir dich schon verflucht, weil der verdammte Krawattenknoten und das Hemd und das süffisante Lächeln dazu bei uns einfach nicht mal halb so lässig aussieht wie bei dir. Aber wir wurden immer schnell wieder versöhnt, wenn wir deine Platten aufgelegt und uns an dem Sound erfreut haben.

Das vorliegende Werk hat Ol’ Blue Eyes in nur 3 aufeinanderfolgenden Nächten im Juni 1962 in den Londoner CTS-Studios aufgenommen und wir können uns ihn gut vorstellen, diesen Moment, als die Aufnahmesession zu Ende war:

Der Tonmeister applaudiert, anwesende Assistenten sind entzückt, während Frank sich ganz entspannt den Hut zurechtrückt, einen Schluck aus seinem Whiskey Glas nimmt und den Anwesenden zunickt. Mit einer gelassen entzündeten Zigarre haucht ein “I did it my way!” in die Runde um dann von der Morgensonne verschluckt zu werden. Die einzigen Aufnahmen, die Sinatra jemals außerhalb der USA aufgenommen hat sind im Kasten. So war’s, doch, ganz bestimmt.

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Das Deluxe Boxset fasst die Highlights aus Frank Sinatras London Aufenthalten nicht zusammen, es gibt ihnen angemessen Raum: Mehr als 50 unveröffentlichte Aufnahmen gehören zum Set, dabei das das BBC “Light Programme”-Radio-Special aus dem Jahr 1962 mit Erläuterungen zu jedem Song von Sinatra selbst, außerdem eine Live-Session für die BBC Radio Show “The Show Band Show” von 1953. Die DVD enthält Aufnahmen vom Royal-Albert-Hall-Konzert von 1984, bisher unveröffentlichte Konzertaufnahmen aus der Royal Festival Hall von 1962, sowie ein Konzertauftritt von 1970 ebenfalls aus der Royal Festival Hall mit einer bisher unveröffentlichten Performance des Klassikers “A Foggy Day”. In dem 60-Seitigen Booklet finden sich allerlei rare Photos und – besonders wertvoll – üppige Liner Notes. Weihnachtssoundtrack? Läuft, wie die Jugend heutzutage sagt.

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QUEEN – LIVE AT THE RAINBOW

Limited Super Deluxe Boxset, 4CDs inkl. DVD + Blu-Ray, 60-Seiten Hardcover Buch und Badges, Tickets, Photos, etc.

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Die Weihnachtszeit ist bekanntlich nicht nur dazu geeignet um Erzählungen eures angetrunkenen Onkels vom letzten Türkei Urlaub zuzuhören, sondern vor allem dafür verdammt nochmal dankbar zu sein. Dankbar zum Beispiel für gute Musik! Und so flach das klingen mag: Wer gute Musik mag, wird Queen lieben.

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Um diese Liebe gebührend zu zelebrieren und den angetrunkenen Onkel zu staunenden Schweigen zu bringen, eignet sich dieses jüngst erschienene Boxset von Queen am besten! Im Rahmen ihrer Sheer Heart Attack Tour wurde dieses legendäre Konzert im Londoner Rainbow Theater am 19 und 20 November 1974 aufgezeichnet und ist nun für die Nachwelt festgehalten. Und was wäre Weihnachten ohne ein paar Extras? Ebendrum. Hier bekommt ihr nicht nur das Liveset zum 40-jährigen Jubiläum des Abends auf Tonträger, sondern noch die Show auf DVD und SD Blu-Ray plus 4 Bonus-Tracks aus der vorangegangen März-Show der Tour. Als wäre das nicht genug, kann man unter dem Weihnachtsbaum noch im ebenfalls erhältlichen 60-seitigen Buch mit vielen ungesehen Fotos und damaligen Reviews blättern, als wäre es das Familienalbum. Diverse Repliken (Eintrittskarten, Flyer etc.) und Tourposter gibt’s noch obendrauf. Bäm! Weihnachten ist gerettet.

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THE ROLLING STONES – EXILE ON MAIN STREET

Limited Super Deluxe Boxset inkl. CD, DVD, 2LP, 64-seitiges Hardcover Buch, Postkarten etc.

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Sex, Drugs and Christbaumkugeln. Wer genug hat vom selbstgemachten Eierpunsch und Entenbraten, der möge doch die Stones aufdrehen. Nix mit Silent Night. Das komplette Exile on Mainstreet Boxset ist aber nicht nur als Anti-Weihnachtskitsch-Strategie geeignet, sondern auch das passende Geschenk die große Schwester, die aus ihrem schwedischen Auslandssemester zurück kommt und nun einen besseren Musikgeschmack hat, als die Familie zusammen. Was ihr fehlt? Die Klassiker natürlich.

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Hier also der Vorschlag: zusätzlich zur remastered CD, gibt es eine Bonus DVD, Doppel Vinyl (schwarzes Gold, wie eure Schwester bestätigen wird), Postkarten und ein Buch mit seltenen Dominique Tarle und Ethan Russell Fotografien. Auch euch oder Fans, die die Stones schon live gesehen haben, könnte diese Box gefallen – denn dies ist der Zuckerguss auf dem Lebkuchenhaus der Stones Anhänger.

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THE WHO – QUADROPHENIA – LIVE IN LONDON

Limited Super Deluxe Boxset inkl. 5 CD + DVD, Blu-Ray, 32-seitiges Booklet und Sticker

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Steht auf dem Wunschzettel eine Vespa? Vielleicht auch ein khakifarbener Parka? Dann braucht ihr zum perfekten „Mod“ sein auch die passende Musik. Und wer könnte besser den Soundtrack dieser britischen Subkultur liefern als The Who? Richtig, niemand! Daher hier für alle Mods und solche, die es noch werden wollen: Das bedeutendste Album von The Who gibt es jetzt im 5.1 Album-Mix auf Blu-ray. Zusätzlich kommt der Konzertfilm auf Blu-Ray-Disc und DVD dazu, den Audio-Mitschnitt gibt es zusätzlich auf einer Doppel CD. Dazu kommt erstmalig das Quadrophenia Album von 1973 im 5.1 Album-Mix auf Blu-ray. Für die Haptiker unter euch gibt’s noch das 32-seitige Booklet mit Fotos und Begleittexten dazu. Ein Button für den neuen Parka und Aufkleber runden das Boxset ab, das in einem runden Metallbehälter im Stil eines Motorroller-Scheinwerfers verpackt ist.

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Vielleicht versteckt der Osterhase dann auch Flugtickets nach Brighton, ins damalige Epizentrum der Mod Szene, so dass ihr selbst oder der beschenkte vor Ort mit dem neuen Wissen um The Who und deren Album Quadrophenia punkten kann.

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TOM PETTY & THE HEARTBREAKERS – THE LIVE ANTHOLOGY

Super Deluxe Boxset inkl. 5 CDs, 2 DVDs + Blu-Ray, 1 LP

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Mama ist die Beste, keine Frage. Da sie sich höchstwahrscheinlich auch dieses Jahr vollkommen für die ganze Familie verausgabt, hat sie auch ein großes Geschenk verdient! Mit der Tom Petty & The Heartbreakers Box könnt ihr euch ewige Liebe erkaufen und euer Weihnachtskarma aufpolieren – das gilt natürlich auch als Geschenk für alle anderen Familienmitgleider oder euch selbst.

 

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Dieses fein aufbereitete Boxset besticht nicht nur durch die liebevolle Optik, sondern auch durch den geballten Inhalt. Wie der Name bereits verrät, enthält dieses Multi-Disc-Set Aufnahmen aus fast 30 Jahren Live-Geschichte. Die Auswahl der Titel beleuchtet den Zeitraum von 1978-2007 und erfolgte von Tom Petty, Mike Campbell und Ryan Ulyate höchst selbst. Die Energie der Liveperformance geht auf den 5 CDs zum Glück nicht verloren, da bei der technischen Überarbeitung nichts hinzugefügt wurde. Besonderes Schmankerl ist das 76er Live Bootleg auf Vinyl sowie die Blu-Ray mit allen Songs im unkomprimierten 5.1 Sound. Obendrauf gibt’s auch noch was zum gucken: 2 DVDs mit dem 78er Silvester Konzert in Santa Monica als auch die Doku 400 Days über die Wildflowers Tour!

Statt selbstgemalten Bildern oder dilettantisch Gebasteltem, tut Mama oder den Liebsten im Weihnachtsstress mal einen Gefallen und verschenkt gute Musik, die auch noch hübsch verpackt ist.

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Popkultur

Interview mit In Flames: „Sobald man ein paar Alben veröffentlicht hat, ist plötzlich alles voller Regeln“

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In Flames

Mit Foregone liefern In Flames das Album, auf das alle seit Reroute To Remain gewartet haben: Ein großes Melodic-Death-Metal-Album, das mehr als nur ein bisschen auf die legendären Neunziger schielt. Warum das nichts mit Nostalgie zu tun hat, wie die Schweden Fortschritt dosieren und was er gern an seinem 50. Geburtstag machen würde, verrät uns Sänger und Kappenträger Anders Fridén im Interview.

von Björn Springorum

Ihr habt schon vor Veröffentlichung des neuen Albums eine lange Europatournee gespielt. Was man so gehört hat, kam die ja wahnsinnig gut an. Wie war es, wieder unterwegs zu sein?

Ich weiß nicht, was, aber wir scheinen gerade irgendwas richtig zu machen. (lacht) Der Band geht es sehr gut und wir alle haben es genossen, endlich mal wieder eine richtige Tour zu spielen. Es war viel zu lang her.

Die Stimmung in In Flames ist derzeit also bestens?

Unsere Band verteilt sich ja mittlerweile auf Schweden und die USA, also waren wir wegen der Pandemie ewig nicht zusammen im selben Raum. Das war nicht einfach, hat unserer Beziehung aber gut getan. Wir konnten alle mal einen Schritt zurücktreten und in aller Ruhe betrachten, was wir uns da eigentlich aufgebaut haben. Als Band machst du ja nie Pause, du machst einfach immer so weiter, bis du ein wenig aus den Augen verlierst, was für ein gewaltiges Privileg das alles ist. Alle sind jetzt wieder so dermaßen hungrig auf die Band, alle ziehen an einem Strang. Außerdem sind alle in absoluter Topform. So eine hohe Qualität hatten wir bei In Flames noch nie.

Wie hast du die Pandemie überstanden?

Habe ich das? (lacht) Ja, wahrscheinlich schon. Es ging. Ich fühlte mich merkwürdig ruhig, als alles losging. Erstmals in meinem Leben gab es da ein Ereignis, das alle auf der Welt im gleichen Maße betraf. Ich fühlte mich allen anderen Menschen verbunden, so etwas hatte ich noch nie erlebt. Das änderte sich dann auch bei mir irgendwann in Richtung Frustration, aber zumindest die erste Phase war durchaus inspirierend.

„Ich weiß, dass wir die Hoffnung nie verlieren sollten“

Deine Texte waren ja immer sehr introspektiv und persönlich. Hat die Pandemie sie universaler gemacht?

Die Texte sind persönlich wie immer, richtig. Aber wenn ich so darüber nachdenke, dann sind sie tatsächlich mehr nach außen gerichtet. Ich beobachte mein Umfeld mehr.

Foregone sprüht nicht gerade vor Optimismus und Zuversicht. Wo findest du noch Hoffnung?

In meinem ersten Kaffee am Morgen? (grinst) Ansonsten ist es schwierig, das gebe ich zu. Ich sollte wahrscheinlich einfach aufhören, die Nachrichten zu lesen. Sicher, Hoffnung gibt es irgendwie immer, aber manchmal scheint es alles immer nur noch schlimmer zu werden. Es ist nicht einfach und sagt sich so leicht, aber ich weiß, dass wir die Hoffnung nie verlieren sollten. Für unser eigenes Seelenheil.

Foregone wurde aus Frustration und Angst geboren“

Auf der letzten Tour habt ihr die Songs der neuen Platte direkt mit sehr alten Songs gepaart. Zufall?

Ich finde, dass die neuen Songs sehr gut zu den eher älteren Sachen aus unserem Kanon passen. Irgendwas an ihnen transportiert diese Stimmung der Neunziger.

Hat das mit Nostalgie zu tun?

Ich weiß schon, dass einige der neuen Songs nach unseren ganz frühen Alben klingen, aber wir sehen das anders. Ich bin kein nostalgischer Mensch, ich schaue eigentlich nie zurück. Diese Elemente waren immer da und kommen jetzt einfach wieder ein wenig mehr zum Vorschein, denke ich. Foregone wurde aus Frustration und Angst geboren, diese beiden abgefuckten letzten Jahre sind in dieses Album geflossen.

„Man hört einem Song an, dass es ein In-Flames-Song ist“

Dann war es also keine bewusste Wurzelkunde?

Nein. Mit In Flames haben wir im Grunde nur ein Ziel: Wir wollen besser werden. Bessere Songwriter, bessere Musiker, bessere Menschen. Es ist ja nun mal so: Wir schreiben Songs, mit denen wir für immer leben müssen. Also haben wir keine andere Wahl als alles zu geben. Wer uns nicht mehr mag, kann einfach aufhören, uns zu hören, aber ich muss hinter diesen Songs stehen und sie Nacht für Nacht spielen.

Es kommt also nicht vor, dass ihr im Proberaum mal sagt: „Cooles Riff, klingt aber zu sehr nach Cloud Connected“?

Wir haben unseren Sound, von dem können und wollen wir uns auch gar nicht lösen. Manchmal klingt ein Riff also nach The Jester Race, manchmal nach Reroute To Remain. Man könnte natürlich auch sagen: Manchmal klingen In Flames nach In Flames (lacht). Wir versuchen, uns nicht zu wiederholen, aber auch unsere Gitarren haben nur diese Anzahl an Noten…

Und wie dosiert ihr dann Fortschritt?

Gute Frage. Es ist uns wichtig, uns immer weiterzuentwickeln. Aber wir wollen nie so weit gehen, dass man uns nicht mehr erkennt. Ich denke, das haben wir geschafft. Sicher gab es Änderungen und eine Menge Evolution, aber man darf nicht vergessen, dass wir mittlerweile sehr viele Jahre, sehr viele Tourneen und sehr viele Biere hinter uns haben. Doch unser Sound ist sofort erkennbar. Man hört einem Song an, dass es ein In-Flames-Song ist. Das liegt sicherlich an meiner Stimme, aber auch an der Art und Weise, wie wir Songs schreiben. Das können nur wir so.

„Jede neue Band ist voller Naivität und Aufbruchstimmung“

Wie ist Foregone entstanden?

Wir schreiben weder, wenn wir auf Tour sind, noch alleine für uns. Björn [Gelotte] und ich müssen im selben Raum sein, sonst gibt es keine Magie. Wir zehren voneinander, beflügeln uns gegenseitig. Was sich nie ändern wird: Wir schreiben Alben, keine Singles. Da werden wir für immer alte Schule bleiben.

Du wirst im März 50. Was macht das Älterwerden mit dir?

Es bringt mehr Ruhe. Privat wie musikalisch. Jede neue Band ist voller Naivität und Aufbruchstimmung. Und das ist ja auch das Schöne daran. Deswegen fand ich mein Zuhause in der Heavy-Metal-Szene: Es gab keine Regeln. Doch sobald man dann ein paar Alben veröffentlicht hat, ist plötzlich alles voller Regeln. Fremde sagen dir, was du tun darfst und was nicht und du wirst plötzlich unsicher und weißt nicht mehr, wo du stehst. Das ändert sich mit dem Älterwerden zum Glück wieder. Du wirst dein eigener Kompass und hörst auf deine innere Stimme. Ich mache das seit 1989, da bleibt schon bisschen was hängen.

Was darf man als Band nie verlieren?

Die Leidenschaft. Ich will auf die Bühne geben und das Gefühl haben, dass es auf der ganzen Welt nichts Besseres gibt. Wenn das mal nicht mehr da ist, höre ich auf. Warum sollte ich das sonst auf mich nehmen? Ich war 2022 fast pausenlos auf der ganzen Welt unterwegs…

Was wünschst du dir zum 50. Geburtstag?

Ein Urlaub auf einer einsamen Insel mit meiner Familie, weit weg von euch allen. (lacht)

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Zeitsprung: Am 3.9.2002 wagen In Flames etwas mit „Reroute To Remain“.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 8.2.2013 verliert Axl Rose den Prozess gegen „Guitar Hero III“.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 8.2.2013.

von Christof Leim

2010 verklagte W. Axl Rose die Firma Activision, die das Computerspiel Guitar Hero III auf den Markt gebracht hatte, in dem auch Guns N’ Roses vorkommen. Der Sänger störte sich vor allem daran, dass beim Song Welcome To The Jungle Gitarrist Slash als spielbare Figur auftaucht. Nicht nur das: Sein alter Kollege ziert sogar die Verpackung. Mit seiner Beschwerde kommt Axl allerdings nicht durch…

Hört euch hier die Klassiker von Guns N’ Roses an und lest weiter:

Den Deal damals hatte Axl als Herrscher über das Guns-N’-Roses-Imperium abgesegnet. Dabei vereinbarte er mit der Firma, dass auf keinen Fall sein (damals) ungeliebter Ex-Kollege Slash zu sehen sein darf. Dass zudem einige Songs von dessen neuer Combo Velvet Revolver in der Bonussektion gespielt werden können, störte den Rotschopf ebenso. Nach Meinung von Axl habe die Firma ihn trotz entsprechender Versprechen damit schlicht hintergangen und sei vertragsbrüchig. Als Schadenersatzsumme warf seine anwaltliche Vertretung eine praktische runde Summe in den Ring: 20 Millionen Dollar.

Tauchen beide in Guitar Hero III auf: W. Axl Rose und Slash. Das geht gegen die Abmachung, fand Axl. Credit Foto rechts: Stefan Brending / via Wikimedia Commons.

Die Klage wird abgewiesen

Doch daraus wird nichts: Am 8. Februar 2013, wird die Klage mit Schwung abgewiesen. Hauptgrund: Das Spiel war schon 2007 erschienen, aber Team Axl hat sich drei Jahre Zeit mit der Klageerhebung gelassen – zu lange. Und das, obwohl der Agent des Künstlers schon viel früher eine Beschwerdemail an Activision geschrieben hatte. Rose hatte aber einen guten Grund zu warten, denn die Firma hatte ihm ein eigenes Spiel angeboten. Da wartet man doch gerne. Über die juristischen Details streiten sich in der Folge diverse Anwaltskanzleien.

Ganz schön viel Theater um Daddelei und Rockbands, könnte man meinen. Allerdings geht es um viel Geld und, vielleicht wichtiger, Außenwirkung. Immerhin ist Axl Rose damals mit einer ganz neuen Gunners-Besetzung unterwegs. Glücklicherweise hat sich das aber erledigt: Heute sind er und Slash wieder Freunde und touren höchst erfolgreich um die Welt. Ist auch besser so.

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Zeitsprung: Am 21.7.1985 spielen Guns N’ Roses auf einer Universitätsparty.

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Popkultur

Prince, Madonna und die Rolling Stones: Die besten Super-Bowl-Halbzeitshows aller Zeiten

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Prince
Foto: Jonathan Daniel/Getty Images

Ein Auftritt im Rahmen der Super-Bowl-Halbzeitshow gleicht einem popkulturellen Ritterschlag, nirgendwo ist das TV-Publikum größer. Vielen Sternchen wurde diese Ehre in den vergangenen Jahrzehnten bereits zuteil. Von U2 bis hin zu den Rolling Stones: Diese zehn Halbzeitshows finden wir besonders gelungen.

von Timon Menge

10. The Blues Brothers, ZZ Top, James Brown (1997)

Wenn der Super Bowl in einer Blues-Metropole wie New Orleans stattfindet, muss natürlich auch eine Blues-orientierte Halbzeitshow her. Mit Everybody Needs Somebody To Love und Soul Man gaben die Blues Brothers am 26. Januar 1997 zwar vor allem Soul-Klassiker zum Besten, genau wie James Brown im Anschluss; doch spätestens ZZ Top versorgten das Publikum mit reichlich Bluesrock. Eine coole Sonnenbrillen-Party zwischen zwei Halbzeiten!

9. U2 (2002)

Den Iren U2 wurde am 3. Februar 2002 eine ganz besondere Verantwortung zuteil. Die Terroranschläge von 11. September 2001 lagen noch kein halbes Jahr zurück, da sollten Bono und Co. bei der größten Unterhaltungsveranstaltung der Welt auftreten – übrigens erneut in New Orleans. Doch U2 wurden ihrem Auftrag gerecht, lieferten ein hervorragendes Set ab und gedachten auf einer riesigen Leinwand all jenen, die am 11. September ums Leben gekommen waren.

8. The Rolling Stones (2006)

Auf eine große Bombast-Show verzichteten die Rolling Stones bei ihrem Auftritt am 5. Februar 2006 in Detroit. Doch ganz ehrlich: Wenn Mick Jagger und seine jahrzehntelangen Weggefährten eine Bühne betreten, braucht es keine Schnörkel und kein Chichi. In wenigen Minuten rockten sich die Stones durch große Hits wie Start Me Up und (I Cant Get No) Satisfaction. Einen Luxus gönnten sich die Briten dann allerdings doch: eine Bühne in Form einer riesigen roten Zunge.

7. Katy Perry (2015)

Zugegeben, für hartgesottene Rocker*innen klingt der Sound von Katy Perry etwas ungewohnt. Doch mindestens zwei Dinge kann ihr keiner nehmen: hervorragende Popsongs und einen mehr als nur gelungenen Auftritt am 1. Februar 2015. In Sachen Show macht den größten Pop-Sternchen einfach niemand etwas vor, wie wir auch im weiteren Verlauf unserer Liste feststellen werden. Als Gäste durfte Perry Hip-Hop-Legende Missy Elliott und Gitarrengott Lenny Kravitz begrüßen.

6. Dr. Dre, Snoop Dogg, Eminem, Mary J. Blige, Kendrick Lamar & 50 Cent (2022)

Diese Halbzeitshow ist noch nicht lange her, setzte am 13. Februar 2022 aber völlig neue Standards. Zum ersten Mal in der Geschichte des Super Bowl durfte sich die Hip-Hop-Welt nach Herzenslust präsentieren. Das Line-up des Abends liest sich wie ein Who‘s who: Dr. Dre, Snoop Dogg, Eminem, Mary J. Blige, Kendrick Lamar … Sie alle waren dabei und setzten dem Sprechgesang ein etwa 15-minütiges Popkultur-Denkmal. Als Gaststars tauchten 50 Cent und Anderson .Paak auf.

5. Madonna (2012)

Wenn die „Queen Of Pop“ eine Halbzeitshow gestaltet, darf man einiges erwarten. Und wie so oft wurde Madonna den Erwartungen am 5. Februar 2012 vollständig gerecht. Als griechische Göttin verkleidet, ließ sie sich von ihren Spartaner-Tänzern über die Bühne tragen und manifestierte ihren Status als größte Popkünstlerin aller Zeiten. Unterstützung erhielt sie unter anderem von Cee Lo Green, Nicki Minaj, M.I.A. und LMFAO. Den Abschluss der Show markierte ein Gospelchor, mit dem Madonna Like A Prayer zum Beten … äh … zum Besten gab.

4. Lady Gaga (2017)

Als die Verantwortlichen der NFL den Vertrag mit Lady Gaga unterzeichneten, dürften ihnen durchaus ein paar Schweißperlen auf der Stirn gestanden haben. Schließlich kann man bei der exzentrischen Künstlerin nie so genau wissen, mit welchen Show-Einlagen sie ihr Publikum überrascht. (Wir erinnern uns an das Rindfleischkleid von 2010.) Bei der Super-Bowl-Halbzeitshow am 5. Februar 2017 ging die Musikerin allerdings auf Nummer sicher und legte einen unfassbaren Auftritt hin. Die Performance ihrer LGBTQ-Hymne Born This Way ließ sich Gaga trotzdem nicht nehmen.

3. Michael Jackson (1993)

Zu den Eigenheiten der Super-Bowl-Halbzeitshow zählt unter anderem der enge Zeitplan. Selten stehen für die Performance mehr als 15 Minuten zur Verfügung; meist wird jede Sekunde davon genutzt. Michael Jackson ging das Ganze im Januar 1993 ein wenig anders an. Länger als eine Minute blieb er vor seiner fulminanten Show still auf der Bühne stehen, als sei er eine Statue – und wurde dafür auch noch bejubelt. Das sagt einiges über seinen damaligen Stand des „King Of Pop“ aus.

2. Beyoncé & Destiny’s Child (2013)

Die Super-Bowl-Halbzeitshow 2013 war in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Nicht nur, dass mit Beyoncé eine der hochkarätigsten Künstlerinnen des 21. Jahrhunderts das Programm gestaltete. Nein, es kam auch zur lange erwarteten Reunion von Destiny’s Child, denn Kelly Rowland und Michelle Williams waren ebenfalls mit von der Partie. An jenem Abend dürften Beyoncé und ihre Kolleginnen viele Frauen und Mädchen sehr glücklich gemacht haben. Im Anschluss an ihren Auftritt fiel allerdings für mehr als eine halbe Stunde der Strom aus.

1. Prince (2007)

Der Auftritt von Prince im Rahmen der 41. Super-Bowl-Halbzeitshow ist nichts anderes als eine Lehrstunde in Sachen Rockstar-Perfektion. Scheinbar mühelos fegte der gerade einmal 1,57 Meter große Musiker am 4. Februar 2007 über die Bühne in Form seines Logos. Keine Sekunde verging, ohne dass er das Publikum fest im Griff hatte. Prince und eine Blaskapelle? Oh ja. Prince spielt Purple Rain im Regen? Absolut. Ein Abend für die Geschichtsbücher!

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„California Love“: Die musikalischen Höhepunkte der Super-Bowl-Halbzeitshow

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