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Popkultur

X-Mas Deluxe: 6 Edel Boxen der größten Künstler der Welt

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Hey, Weihnachten!

Der moderne Mensch sieht sich zur Weihnachtszeit mit der Situation konfrontiert, Dinge und Aufmerksamkeiten verschenken zu wollen, die andere Leute glücklich machen – eine Aufgabe, die Angesichts einer immer komplexeren Welt, in der jeder Wunsch auf 27 verschiedene Arten befriedigt werden kann, gar nicht so einfach ist.

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Aber: Wir schaffen Abhilfe. Wir haben im Schweiße unseres Angesichts sechs musikalische Hochkaräter zusammen getragen, die jedem ehrlichen Musikliebhaber das Wasser im Munde zusammen laufen lassen. Nur um das klarzustellen: Wir reden hier nicht über ein Wichtelgeschenk, dass man auf der Weihnachtsfeier dem beschwipsten Kollegen aus dem Vertrieb überlässt. Wir reden hier von schweren, wertigen Deluxe Boxsets, die man für die wirklich wichtigen Menschen im Leben kauft: Sich selbst zum Beispiel. Vielleicht noch den Partner, die nähere Familie und wegen uns auch richtig, richtig gute Freunde. Jedenfalls die, die zu schätzen wissen, was da auf sie zukommt.

Für jene Menschen, denen ein Premium-Abonnement eines Musikstreamingdienstes noch nicht Deluxe genug sind. Für Menschen, für die der schönste Weihnachtsschmuck immer noch aus dem schwarzen Gold besteht. Für die Menschen die sich leidenschaftlich Musik hingeben und sich mit den Künstlern dahinter intensiv beschäftigen wollen. Für Menschen wie dich und Menschen wie uns, die Liebhaber, die Nerds, die Qualität zu schätzen wissen und diese auch anfassen wollen.

Wir gehen jede Box einmal durch – und weil es manchmal gar nicht so einfach ist, die richtige Box beim Händler zu finden haben wir für euch direkt das richtige Produkt verlinkt. Wir wünschen viel Vergnügen mit unserer Empfehlung für ein X-Mas Deluxe: 6 Edelboxen der größten Künstler der Welt.

 

THE BEATLES – IN MONO 

14-LP’s Vinyl Box, 180gr Vinyl-LP’s, 108-Seitiges Hardcover-Buch

 

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An alle Beatles Fans mit so einem aufgeblasenen 7.1 Soundsystem zu Hause: Sorry, George, Paul, Ringo & John haben sich für sowas leider nicht begeistern können. “Als sie Stereo erfanden, dachte ich mir nur ‘Warum?’. Wofür braucht man denn zwei Lautsprecher? Aus unserer Sicht ruinierte das nur den Sound”, so George Harrison und – Entschuldigung – aber zumindest was die Beatles Songs angeht hat er verdammt noch mal Recht. Die Beatles haben Songs für 1.1 geschrieben: Für Mono.

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Tatsächlich: Die Beatles und auch ihr Produzent George Martin fanden Stereo lange nicht so wichtig. So widmeten die Fab Four etwa dem Mix der Mono Version des Albums ‘Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band’ viel Zeit und ihre gesamte Aufmerksamkeit: Die Stereo Version ließen sie von Technikern anfertigen.

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Um einen möglichst Originalgetreuen Klang zu erhalten, wurden für die neue Auflage der Mono Vinyle, alle Songs von den Original Tonbändern überspielt. In Kleinstarbeiten wurden die alten Notizen aufgearbeitet und detailgetreu nachempfunden, ohne jegliche digitale Technik.

Hier wurde alles dem Original in den 1960er Jahren 1 zu 1 nachempfunden: Original Labels, gepfalzte Plattenhüllen und Beilagen. Das Buch besteht aus wunderbaren Infos, Geschichten von vertrauten der Beatles, so wie wichtigen, seltenen Aufnahmen der 4 Jungs. Zusätzlich liegen dem Boxset eine detaillierte Darstellung des Mastering-Prozesses, erklärt vom berühmten Radioproduzenten Kevin Howlett, seltene Studiobilder der Beatles, Archiv-Dokumente sowie Artikel und Werbeanzeigen aus den 1960er Jahren bei.

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Lohnt es sich also, diese Box? Hört man überhaupt einen Unterschied zu Stereo?

Ganz klar: Ja. “Die Beatles haben immer für Mono” konzipiert heißt, dass für die Stereo Versionen immer auch Aufnahmen verwendet wurden, die die Band und ihr Produzent George Martin niemals verwendet hätten. Es handelt sich hierbei weder um ein blumiges Verkaufsargument, noch um irgendeinen Effekt, der eh nur für totale Puristen und High-End-Jünger hörbar ist.

“Die Band klingt nur in Mono dreidimensional.”, so Sean Magee, einer der sechs Tonmeister, der sich dem aufwendigen Re-Mastering angenommen hat. Wenn die Musik nicht räumlich aufgeteilt wird, entfaltet sie sich um so stärker im Kopf des Hörers, entwickelt dort ihren eigenen Raum und wirkt kraftvoller, als man die Beatles jemals gehört hat. 

Es soll Leute geben, die, obwohl schon Jahrzehntelang Fan der Beatles, nach dem Hören der Monoaufnahmen von ganz neuen Gefühlen überkommen wurden und nun nie wieder stereo hören möchten. Wir können uns das gut vorstellen.

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FRANK SINATRA – LONDON

3 CDs + DVD, über 50 unveröffentlichte Aufnahmen, 60-Seitiges Booklet

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Frank Sinatra, Du Mensch gewordene Blaupause des charmanten Gentleman, des Sängers mit Stil! Wie oft haben wir dich schon verflucht, weil der verdammte Krawattenknoten und das Hemd und das süffisante Lächeln dazu bei uns einfach nicht mal halb so lässig aussieht wie bei dir. Aber wir wurden immer schnell wieder versöhnt, wenn wir deine Platten aufgelegt und uns an dem Sound erfreut haben.

Das vorliegende Werk hat Ol’ Blue Eyes in nur 3 aufeinanderfolgenden Nächten im Juni 1962 in den Londoner CTS-Studios aufgenommen und wir können uns ihn gut vorstellen, diesen Moment, als die Aufnahmesession zu Ende war:

Der Tonmeister applaudiert, anwesende Assistenten sind entzückt, während Frank sich ganz entspannt den Hut zurechtrückt, einen Schluck aus seinem Whiskey Glas nimmt und den Anwesenden zunickt. Mit einer gelassen entzündeten Zigarre haucht ein “I did it my way!” in die Runde um dann von der Morgensonne verschluckt zu werden. Die einzigen Aufnahmen, die Sinatra jemals außerhalb der USA aufgenommen hat sind im Kasten. So war’s, doch, ganz bestimmt.

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Das Deluxe Boxset fasst die Highlights aus Frank Sinatras London Aufenthalten nicht zusammen, es gibt ihnen angemessen Raum: Mehr als 50 unveröffentlichte Aufnahmen gehören zum Set, dabei das das BBC “Light Programme”-Radio-Special aus dem Jahr 1962 mit Erläuterungen zu jedem Song von Sinatra selbst, außerdem eine Live-Session für die BBC Radio Show “The Show Band Show” von 1953. Die DVD enthält Aufnahmen vom Royal-Albert-Hall-Konzert von 1984, bisher unveröffentlichte Konzertaufnahmen aus der Royal Festival Hall von 1962, sowie ein Konzertauftritt von 1970 ebenfalls aus der Royal Festival Hall mit einer bisher unveröffentlichten Performance des Klassikers “A Foggy Day”. In dem 60-Seitigen Booklet finden sich allerlei rare Photos und – besonders wertvoll – üppige Liner Notes. Weihnachtssoundtrack? Läuft, wie die Jugend heutzutage sagt.

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QUEEN – LIVE AT THE RAINBOW

Limited Super Deluxe Boxset, 4CDs inkl. DVD + Blu-Ray, 60-Seiten Hardcover Buch und Badges, Tickets, Photos, etc.

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Die Weihnachtszeit ist bekanntlich nicht nur dazu geeignet um Erzählungen eures angetrunkenen Onkels vom letzten Türkei Urlaub zuzuhören, sondern vor allem dafür verdammt nochmal dankbar zu sein. Dankbar zum Beispiel für gute Musik! Und so flach das klingen mag: Wer gute Musik mag, wird Queen lieben.

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Um diese Liebe gebührend zu zelebrieren und den angetrunkenen Onkel zu staunenden Schweigen zu bringen, eignet sich dieses jüngst erschienene Boxset von Queen am besten! Im Rahmen ihrer Sheer Heart Attack Tour wurde dieses legendäre Konzert im Londoner Rainbow Theater am 19 und 20 November 1974 aufgezeichnet und ist nun für die Nachwelt festgehalten. Und was wäre Weihnachten ohne ein paar Extras? Ebendrum. Hier bekommt ihr nicht nur das Liveset zum 40-jährigen Jubiläum des Abends auf Tonträger, sondern noch die Show auf DVD und SD Blu-Ray plus 4 Bonus-Tracks aus der vorangegangen März-Show der Tour. Als wäre das nicht genug, kann man unter dem Weihnachtsbaum noch im ebenfalls erhältlichen 60-seitigen Buch mit vielen ungesehen Fotos und damaligen Reviews blättern, als wäre es das Familienalbum. Diverse Repliken (Eintrittskarten, Flyer etc.) und Tourposter gibt’s noch obendrauf. Bäm! Weihnachten ist gerettet.

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THE ROLLING STONES – EXILE ON MAIN STREET

Limited Super Deluxe Boxset inkl. CD, DVD, 2LP, 64-seitiges Hardcover Buch, Postkarten etc.

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Sex, Drugs and Christbaumkugeln. Wer genug hat vom selbstgemachten Eierpunsch und Entenbraten, der möge doch die Stones aufdrehen. Nix mit Silent Night. Das komplette Exile on Mainstreet Boxset ist aber nicht nur als Anti-Weihnachtskitsch-Strategie geeignet, sondern auch das passende Geschenk die große Schwester, die aus ihrem schwedischen Auslandssemester zurück kommt und nun einen besseren Musikgeschmack hat, als die Familie zusammen. Was ihr fehlt? Die Klassiker natürlich.

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Hier also der Vorschlag: zusätzlich zur remastered CD, gibt es eine Bonus DVD, Doppel Vinyl (schwarzes Gold, wie eure Schwester bestätigen wird), Postkarten und ein Buch mit seltenen Dominique Tarle und Ethan Russell Fotografien. Auch euch oder Fans, die die Stones schon live gesehen haben, könnte diese Box gefallen – denn dies ist der Zuckerguss auf dem Lebkuchenhaus der Stones Anhänger.

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THE WHO – QUADROPHENIA – LIVE IN LONDON

Limited Super Deluxe Boxset inkl. 5 CD + DVD, Blu-Ray, 32-seitiges Booklet und Sticker

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Steht auf dem Wunschzettel eine Vespa? Vielleicht auch ein khakifarbener Parka? Dann braucht ihr zum perfekten „Mod“ sein auch die passende Musik. Und wer könnte besser den Soundtrack dieser britischen Subkultur liefern als The Who? Richtig, niemand! Daher hier für alle Mods und solche, die es noch werden wollen: Das bedeutendste Album von The Who gibt es jetzt im 5.1 Album-Mix auf Blu-ray. Zusätzlich kommt der Konzertfilm auf Blu-Ray-Disc und DVD dazu, den Audio-Mitschnitt gibt es zusätzlich auf einer Doppel CD. Dazu kommt erstmalig das Quadrophenia Album von 1973 im 5.1 Album-Mix auf Blu-ray. Für die Haptiker unter euch gibt’s noch das 32-seitige Booklet mit Fotos und Begleittexten dazu. Ein Button für den neuen Parka und Aufkleber runden das Boxset ab, das in einem runden Metallbehälter im Stil eines Motorroller-Scheinwerfers verpackt ist.

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Vielleicht versteckt der Osterhase dann auch Flugtickets nach Brighton, ins damalige Epizentrum der Mod Szene, so dass ihr selbst oder der beschenkte vor Ort mit dem neuen Wissen um The Who und deren Album Quadrophenia punkten kann.

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TOM PETTY & THE HEARTBREAKERS – THE LIVE ANTHOLOGY

Super Deluxe Boxset inkl. 5 CDs, 2 DVDs + Blu-Ray, 1 LP

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Mama ist die Beste, keine Frage. Da sie sich höchstwahrscheinlich auch dieses Jahr vollkommen für die ganze Familie verausgabt, hat sie auch ein großes Geschenk verdient! Mit der Tom Petty & The Heartbreakers Box könnt ihr euch ewige Liebe erkaufen und euer Weihnachtskarma aufpolieren – das gilt natürlich auch als Geschenk für alle anderen Familienmitgleider oder euch selbst.

 

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Dieses fein aufbereitete Boxset besticht nicht nur durch die liebevolle Optik, sondern auch durch den geballten Inhalt. Wie der Name bereits verrät, enthält dieses Multi-Disc-Set Aufnahmen aus fast 30 Jahren Live-Geschichte. Die Auswahl der Titel beleuchtet den Zeitraum von 1978-2007 und erfolgte von Tom Petty, Mike Campbell und Ryan Ulyate höchst selbst. Die Energie der Liveperformance geht auf den 5 CDs zum Glück nicht verloren, da bei der technischen Überarbeitung nichts hinzugefügt wurde. Besonderes Schmankerl ist das 76er Live Bootleg auf Vinyl sowie die Blu-Ray mit allen Songs im unkomprimierten 5.1 Sound. Obendrauf gibt’s auch noch was zum gucken: 2 DVDs mit dem 78er Silvester Konzert in Santa Monica als auch die Doku 400 Days über die Wildflowers Tour!

Statt selbstgemalten Bildern oder dilettantisch Gebasteltem, tut Mama oder den Liebsten im Weihnachtsstress mal einen Gefallen und verschenkt gute Musik, die auch noch hübsch verpackt ist.

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Popkultur

Ohrfeigen, Improvisation & die Hells Angels: 6 Anekdoten, die nur aus dem Leben von Janis Joplin stammen können

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Janis Joplin

Janis Joplin stach schon von Anfang an heraus: Ihre verklemmte texanische Heimatstadt ließ sie mit 17 hinter sich, um in Los Angeles in Kneipen und Bars aufzutreten. Ihre monströse Reibeisenstimme machte aus jedem simpel gestrickten Blues-Stück einen ikonischen Soundtrack der Flower-Power-Zeit und ihr ungebremst hemmungsloses Leben erzählt legendäre Geschichten – bis zum tragischen, viel zu frühen Ende.

von Timo Diers

Nicht alle dieser Geschichten sind groß oder besonders lang. Aber so verrückt, dass sie nur von ihr stammen können. Sechs solcher typischen Janis-Joplin-Momente haben wir hier für euch aufgeschrieben.

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Hört hier in die Greatest Hits von Janis Joplin rein:

1. Sie schlug Jim Morrison eine Whiskeyflasche über den Kopf.

Joplins Vorliebe für Southern Comfort sollte hinlänglich bekannt sein – davon könnte wahrscheinlich auch Jim Morrison berichten, der die junge Sängerin bei einer Party in Hidden Hills, Kalifornien kennenlernte. Wie für Morrison üblich, betrank er sich und verwandelte sich von einem charmanten jungen Mann in einen ungehobelten Raufbold. Die beiden verstanden sich zunächst gut. Doch irgendwann war Joplin von Morrisons Art so dermaßen genervt, dass sie die Party frühzeitig verlassen wollte. Aber der Doors-Sänger war hartnäckig und wollte sie am Wegfahren hindern – da zog sie ihm kurzerhand eine Whiskeyflasche über den Kopf.

2. Sie sprang bei Tina Turner auf die Bühne und gab ein Impromptu-Duett.

Als Janis Joplin in der Dick Cavett Show nach ihren Lieblingskünstlern gefragt wurde, war die Antwort eindeutig: „Tina Turner – die beste Braut aller Zeiten!“ Und das war noch bevor Tina Turner auch nur in die Nähe des Popstar-Daseins kam. Als Ike & Tina Turner 1969 für die Rolling Stones im Madison Square Garden eröffneten, stand Joplin zunächst am Bühnenrand und beobachtete die Show. Sie war flammender Fan von Tina. Als dann Land Of 1000 Dances angestimmt wurde, sprang sie für ein spontanes Duett auf die Bühne. Leider gibt es von dem Auftritt nur einige wenige Fotos.

3. Sie gab Jerry Lee Lewis eine saftige Ohrfeige.

Das letzte Mal, dass Laura Joplin ihre große Schwester sah, war 1970. Damals kam Janis zurück nach Texas, um bei ihrem 10-jährigen High-School-Jubiläum dabei zu sein. In derselben Nacht nahm sie ihre Schwester mit zu einem Jerry-Lee-Lewis-Konzert. Als sie ihn später Backstage trafen, sagte er zu Laura: „Du würdest gar nicht mal so schlecht aussehen, wenn du nicht versuchen würdest, wie deine Schwester zu sein.“ Janis konterte nicht, sondern scheuerte ihm direkt eine.

4. Sie improvisierte einen ihrer größten Hits.

„Oh Lord won’t you buy me a Mercedes Benz?“ Ihre Stimme ist rau, ganz nah am Mikrofon, kein anderes Instrument begleitet sie. Mercedes Benz geht keine zwei Minuten – ist eigentlich das genaue Gegenteil eines Rock-Hits. Und doch ist es einer ihrer bekanntesten Songs. Co-Writer Bob Neuwirth erinnert sich:

„Früher haben wir auf diesen fetten 16-Zoll-Bandmaschinen aufgenommen. Aber Paul Rothchild, der Produzent, ließ immer eine kleine Zwei-Spur-Bandmaschine mitlaufen, falls jemand eine gute Idee hatte und etwas improvisiert. An einem Tag sind die großen Bandmaschinen kaputtgegangen und wir mussten warten, bis wir mit den Aufnahmen weitermachen konnten. Um die Stimmung etwas zu entspannen, sagte Janis ‚Habt ihr schon meinen neuen Hit gehört?’ und improvisierte einfach Mercedes Benz.“

So wurde einer ihrer größten Songs auf einer kleinen Zwei-Spur-Bandmaschine aufgenommen. An dem Tag bekam Neuwirth einen Einblick in Janis’ einzigartige Persönlichkeit: „Diese pure Kraft und das Charisma machen den Song so besonders – dieses Kichern am Ende. Das ist so Janis!“

5. Sie brachte die Hells Angels dazu, für sie einkaufen zu gehen.

Es klingt nach einer ungewöhnlichen Kombination, aber Janis Joplin war gut mit den Hells Angels befreundet. Sie stand zeitweise sogar unter persönlichem Schutz der Rockergang. Eines Nachts wurden Joplin und ihr Freund David Niehaus von Geräuschen im Wohnzimmer ihres Hauses in Marine County wach. Einbrecher? So ungefähr. Fünf Hells Angels waren grade dabei, Joplins Kühlschrank nach etwas Essbaren zu durchwühlen. Und als der schmächtige Niehaus nicht so recht wusste, wie er den bewaffneten Rockern beibringen sollte, doch bitte wieder zu gehen, nahm Joplin die Sache selbst in die Hand. Sie machte die Fünf so dermaßen zur Schnecke, dass sie ein paar Nächte später wiederkamen – dieses Mal beladen mit Einkäufen, um den Kühlschrank wieder aufzufüllen.

6. Sie schmiss selbst postum noch eine Party für ihre Freunde.

Als Janis Joplin am 4. Oktober 1970 von ihrem Road Manager John Cooke tot aufgefunden wurde, stand die Musikwelt unter Schock. Sie war erst 27 Jahre alt, doch einen letzten Willen hatte sie schon verfasst. Darin war auch vermerkt, dass 2500 Dollar aus ihrem Vermögen für eine Party mit ihren Freunden eingesetzt werden sollen – als „ein letztes Zeichen der Wertschätzung und des Abschieds“. Also organisierte John Cooke eben diese Party als Totenwache im The Lion’s Share, einem Musikclub in San Anselmo, Kalifornien. Auf der Einladung hieß es, die Getränke gingen auf Pearl. So wurde Joplin von ihren Freunden genannt.

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Zeitsprung: Am 4.10.1970 stirbt Hippie-Ikone Janis Joplin.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 19.1.1949 kommt Robert Palmer zur Welt.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 19.1.1949.

von Timon Menge und Christof Leim

Robert Palmer gehört zu den unterschätzten Personen der Rockgeschichte. Von 1974 bis 2003 veröffentlicht er (mehr oder weniger) starke Alben, beweist ein besonderes Gespür für Coversongs und gewinnt zahlreiche Preise, unter anderem einen Grammy. Hits wie Bad Case Of Loving You und Addicted To Love kennt jeder. Am 19. Januar hätte der 2003 verstorbene Musiker seinen Geburtstag gefeiert.

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Hört hier in die besten Songs von Robert Palmer rein:

Klickt auf „Listen“ für die vollständigen Stücke.

Kindheit und Jugend

Robert Palmer kommt 19. Januar 1949 in Batley zur Welt. Noch im selben Jahr zieht die Familie nach Scarborough, sein Vater arbeitet als britischer Offizier in Malta. Die Musik entdeckt Palmer bereits in jungen Jahren, er hört unter anderem Blues, Jazz und Soul im American Forces Radio — Einflüsse, die ihn sein Leben lang begleiten. Schnell greift er selbst zur Gitarre, außerdem trommelt er die ersten Takte auf dem Schlagzeug. Mit 15 tritt der junge Musiker The Mandrakes bei, im Alter von 20 Jahren kündigt er seinen Job als Grafikdesigner und zieht mit Sack und Pack nach London, um die dortige Künstlerszene zu erobern.




Die Siebziger

Nach kurzen Mitgliedschaften in den Jazzgruppen The Alan Bown Set und Dada gründet Palmer im Jahr 1971 die Band Vinegar Joe, mit der er drei Alben einspielt. 1974 gehen die Musiker getrennte Wege, Palmer orientiert sich in Richtung Solokarriere. Sein Debüt Sneakin’ Sally Thru The Alley erscheint noch im selben Jahr, doch der Brite trifft nicht den richtigen Nerv: Das Blues-/Funk-Album erregt keine große Aufmerksamkeit und bleibt in den meisten Plattenregalen liegen.



Er beschließt, nach New York zu ziehen, doch sein zweites Soloalbum Pressure Drop (1975) floppt ebenfalls. Mit Album Nummer drei, Some People Can Do What They Like (1976), stellen sich erste kleine Erfolge ein. Erneut siedelt Palmer um, diesmal auf die Bahamas. Keine schlechte Wahl, offensichtlich auch in musikalischer Hinsicht: Nach einem Umweg über die Veröffentlichung der Soul- und Disco-beeinflussten Rockplatte Double Fun (1978) landet er 1979 seinen ersten Hit mit dem Moon Martin-Cover Bad Case Of Loving You. Zu finden ist der Song auf dem Album Secrets (1979), für das Palmer erstmals eine eigene Band zusammenstellt. Die Scheibe markiert seinen Durchbruch in den USA.



Die Achtziger

Das Jahr 1980 verschafft ihm auch den europäischen Durchbruch, zeitgleich entdeckt Palmer die New Wave. Das verstärkt mit Synthesizern arbeitende Clues stürmt die Top Ten in Frankreich und Deutschland; in Schweden reicht es sogar zu Platz eins. Der Song Looking For Clues erklimmt Platz drei der deutschen Charts, die spätere EP-Veröffentlichung seiner Coverversion von Some Guys Have All The Luck funktioniert ebenfalls. Seine nächste Platte Pride (1983) orientiert sich an ähnlichen Einflüssen, lässt qualitativ aber ein wenig nach.



1984 gründet er die Supergroup The Power Station gemeinsam mit John und Andy Taylor von Duran Duran sowie Tony Thompson von Chic. Seine Solokarriere hängt Palmer vorerst an den Nagel, aber schon eine erfolgreiche Veröffentlichung und eine gemeinsame TV-Performance später verlässt er die Band wieder und bringt mit Riptide (1985) sein erfolgreichstes Album auf den Markt, das zudem einen seiner größten Hits enthält. So belegt Addicted To Love drei Wochen lang Platz eins der US-Charts und verschafft ihm sogar eine Grammy-Nominierung. 1988 landet auch Rockröhre Tina Turner einen Treffer mit dem Song.



1987 verschlägt es den Briten nach Lugano (Schweiz), wo er sich ein eigenes Tonstudio aufbaut. Er schreibt die Filmmusik für Sweet Lies (1988), zusätzlich nimmt er die Arbeit an seinem etwas härteren Erfolgsalbum Heavy Nova (1988) auf. Der Hit Simply Irresistible verschafft ihm erneut eine Grammy-Nominierung, diesmal erhält er auch die Auszeichnung.


Die Neunziger

Zu Beginn des neuen Jahrzehnts singt Palmer seinen nächsten Langspieler Don’t Explain (1990) ein, das auch den Song I’ll Be Your Baby Tonight enthält, eine Kollaboration mit der Reggae-Gruppe UB 40. 1992 veröffentlicht er Ridin’ High und lässt eine Menge Jazz in seine Musik einfließen — leider nicht zur Freude seiner Anhänger. Generell gestaltet sich das Verhältnis zwischen Palmer und seinen Fans in den kommenden Jahren schwierig. Er weigert sich, im Rahmen seiner Konzerte ältere Songs zu spielen und stößt seine Anhänger damit vor den Kopf. Seine nächste Veröffentlichung Honey (1994) verkauft sich nicht unterirdisch, kann aber bei weitem nicht an vergangene Erfolge anknüpfen.



1996 reanimiert er die Gruppe The Power Station, mit Living In Fear veröffentlicht die Band ohne großen Erfolg ein Reunionalbum. Gegen Ende des Jahrzehnts wird es ruhig um den britischen Musiker. Sein vorletztes Werk Rhythm & Blues (1998) kommt schlechter an als beinahe alle seine Veröffentlichungen der vergangenen Jahrzehnte.



Sein letztes Album

Am 12. Mai 2003 erscheint mit Drive der letzte Eintrag in der Diskografie von Robert Palmer. Statt eigenes Material zu schreiben, covert er Songs von J. B. Lenoir, Keb’ Mo’, ZZ Top und Elvis Presley. Die Platte verschafft ihm gute Rezensionen und ein wenig Aufwind, verkauft sich allerdings erneut eher schlecht als recht. Am 26. September desselben Jahres stirbt Palmer in Paris überraschend an einem Herzinfarkt. Er wurde nur 54 Jahre alt. Von 1970 bis 1993 war er mit seiner Frau Sue verheiratet, das Paar hat zwei Kinder.


Zeitsprung: Am 24.10.2013 gibt Tina Turner ihren US-Pass ab.

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Zeitsprung: Am 18.1.1974 gehen falsche Fleetwood Mac auf Tour – ganz offiziell.

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"Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 18.1.1974.

von Christof Leim

Im Januar 1974 spielen Fleetwood Mac Konzerte in den USA. Das wäre eigentlich ein Grund zur Freude für Classic Rock-Fans, doch leider steht da niemand auf der Bühne, der auf den aktuellen Platten oder den letzten Touren gespielt hat. Anders formuliert: Nur der Name Fleetwood Mac geht auf Tour, die Band blöderweise nicht. Das finden Besucher und Veranstalter natürlich befremdlich, zumal sie das oft erst am Showtag erfahren. Was ist da passiert und wer steckt hinter den „Fakewood Mac“?

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Hört hier in die damals aktuelle Platte Mystery To Me rein:

Klickt auf „Listen“ für das volle Programm.

Wer sich Anfang 1974 ein Konzertticket für Fleetwood Mac kauft, der erwartet auf der Bühne die Musiker der gerade neuen Platte Mystery To Me: Schlagzeuger Mick Fleetwood und Bassist John McVie zum Beispiel, dazu Sängerin Christine McVie und die Gitarristen Bob Welch und Bob Weston. Doch schon bei der ersten Show der Tour am 18. Januar 1974 ist keine einzige Person dieses Line-ups anwesend. Niemand. Stattdessen spielen fünf Unbekannte Fleetwood Mac-Songs.

Da muss also etwas vorgefallen sein. In einem Artikel des Rolling Stone von damals erzählt der Manager Clifford Davis: „Ich habe mich entschieden, etwas an der Band zu ändern, insbesondere auf der Bühne. Und das habe ich getan. Ich war immer schon der Anführer, der entscheidet, wer mitspielt und wer nicht.“ Eine krasse Ansage, aber Davis geht noch weiter: „Ich möchte endlich den Eindruck zerstreuen, dass dies Mick Fleetwoods Band ist. Diese Band war immer schon meine Band.“

Die echte Band Ende 1973: Welch, Fleetwood, McVie, McVie (v.l.) – Pic: Promo

Doch wie kommt der Mann dazu? In jenen Jahren verlieren Fleetwood Mac ständig ihre Gitarristen: Danny Kirwan fliegt 1972 raus, was den Abbruch einer Tour bedeutet. Im Herbst 1973 wird dann Bob Weston gefeuert, weil Drummer Mick kann es nicht länger mit ansehen, dass sein Kollege ein Verhältnis mit seiner Frau Jenny hat und damit auch in der Öffentlichkeit nicht hinter dem Berg hält. Autsch. Damit endet auch die erste Tour zu Mystery To Me vorzeitig. Dem Manager passt das gar nicht, angeblich nennt er das „unprofessionell“. Als die Musiker dann sogar eine Pause einlegen wollen, in der Mick sich um seine unvermeidliche Scheidung kümmern muss, stellt er kurzerhand eine Ersatztruppe zusammen und schickt sie in den USA auf die Straße.

Das Ersatzaufgebot besteht aus Musikern der Band Legs, die eine Single unter der Ägide des Managers veröffentlicht hatte: Sänger Elmer Gantry, Gitarrist Kirby Gregory, Bassist Paul Martinez und  Pianist John Wilkinson. „Ich habe mich aber entschieden, Mick zu behalten“, erklärt Davis im Rolling Stone. Allerdings habe der kurzfristig wegen privater Probleme wieder zurück nach England fliegen müssen. Also setzt sich Craig Collinge hinter das Schlagzeug.

Der erste Auftritt findet statt in Pittsburgh am 18. Januar 1974. Wenig überraschend gibt es dort umgehend Streit mit dem Veranstalter, und auch die Fans sind nicht erbaut. Deshalb muss Davis von nun an jeden Abend auf der Bühne verkünden, dass ganz neue Musiker spielen werden und Mick Fleetwood selbst, so ein Ärger, es leider nicht geschafft habe. Gut kommt das nicht an, doch es wird noch schlimmer: Eine Woche später rollt der Tross nach New York, wo 30 Minuten vor der Show feststeht, dass Elmer Gantry nicht singen können wird. „Das ist mir noch nie passiert“, röchelt er gegenüber dem Rolling Stone. Dummerweise hat sich ausgerechnet für diesen Abend die versammelte Musikpresse angekündigt. Noch doofer allerdings: Niemand sagt den Veranstaltern rechtzeitig Bescheid. Die hätten mit ein wenig mehr Vorlauf die Sause noch absagen können, jetzt aber stehen nach den Vorgruppen Kiss und Silverhead 3.400 Fans in der Halle und warten. Also fällt die Entscheidung, die „Band“ ohne Frontmann auf die Bühne zu schicken. Nach einer halben Stunde Boogie-Jam machen 800 Fans von dem Angebot Gebrauch, ihr Geld zurückzubekommen…

Das kann alles nicht lange gut gehen. Es gibt sogar die Geschichte, dass der langjährige Tourmanager John Courage irgendwann das Equipment versteckt und so dafür sorgt, dass die Konzertreise unter falscher Flagge gestört und abgebrochen wird. Kein Wunder also, dass der Spuk der„Fakewood Mac“ ziemlich schnell wieder vorbei ist und Clifford Davis mit Anlauf gefeuert wird. Ein unvermeidbares gerichtliches Nachspiel klärt zwar die Namensrechte eindeutig zu Gunsten der echten Fleetwood Mac, doch es bremst die Band mehrere Monate aus.

Die Musiker der Zweitbesetzung kehren zurück nach England und gründen die Band Stretch, die im November 1975 einen Hit landet mit dem Song Why Did You Do It?. Dessen Text kann mal an als klassisches Beziehungsdrama lesen, aber die meisten Kommentatoren sehen hier eine direkte Attacke auf Mick Fleetwood – weil der sich schließlich von der unglücklichen Tour zurückgezogen habe (was der weiterhin dementiert). Fleetwood Mac verstärken sich indes mit dem Gitarristen Lindsey Buckingham und der Sängerin Stevie Nicks und gehen in den Folgejahren durch die Decke. Der Rest ist Geschichte…



Titelfoto: Michael Putland/Getty Images

Zeitsprung: Am 11.7.1975 starten Fleetwood Mac ihrem gleichnamigen Album durch.

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