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Popkultur

Zeitsprung: Am 24.1.1989 schlagen Skid Row mit ihrem Debüt mächtig ein.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 24.1.1989.

von Christof Leim

Zwei Kumpels wollen Rockstars werden und versprechen sich: Wenn einer es schafft, hilft er dem anderen. Als Dave „The Snake“ Sabo 1986 seine neue Band Skid Row aus der Taufe hebt, hat Jon Bon Jovi bereits die Welt erobert – und hält Wort. Er gibt seinem Freund wichtige Anschubhilfe und öffnet die richtigen Türen. Und die Band hat, was nötig ist, um diese Chance zu nutzen: Großartige Songs, die richtigen Leute und Energie bis zum Abwinken. Doch bis das Wirkung zeigt, dauert es eine ganze Weile. Dies ist die Geschichte des ersten Skid Row-Albums.


Hört hier in Skid Row rein:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Der junge Dave Sabo wird dank der Rolling Stones und Aerosmith früh vom Rock’n’Roll infiziert. In der gleichen Straße im Örtchen Sayreville bei New Jersey lebt noch ein anderer Rocker, ein ambitionierter Kerl namens John Bongiovi. Snake ist 20, als der Sandkastenkumpel mit seiner Band Bon Jovi das erste Album veröffentlicht und eine Gold-und-Platin-Karriere startet, wie sie im Buche steht. Dave, den alle nur “The Snake” nennen, spielt sogar mal kurz Gitarre in der Truppe, als das Demo zu Runaway überraschend ein kleiner Hit an der Ostküste wird. Musikalisch passt das aber nicht so richtig; nach dem Freundschaftsdienst muss eine eigene Gruppe her.

1986 trifft Snake im Musikladen, in dem er arbeitet, den Bassisten Rachel Bolan, der damals noch James Southworth heißt. Die beiden verstehen sich blendend und gründen, wie es sich gehört, eine Band. Schnell stellt sich raus, dass sie hervorragend zusammen Songs schreiben können. Snake erklärt im Classic Rock: „Wir haben unterschiedliche musikalische Wurzeln, ich bei Judas Priest und Iron Maiden, Rachel bei den Ramones. Aber unsere Stile ergänzen sich. Es hilft natürlich, dass wir uns immer auf Kiss und Van Halen einigen können.“ Der Bassist schleppt noch einen Gitarrenkumpel namens Scotti Hill an (in echt: Scott Mulvehill), Sabo kennt Drummer Rob Affuso aus einer Rush-Tribute-Band.



Es fehlt allerdings ein Sänger: Mit Matt Fallon hatte Snake schon bei seiner alten Combo Steel Fortune Krach gemacht, zwischenzeitlich sang der Mann mal für eine kurze Weile bei Anthrax, ist aber wieder frei. Mit ihm können Skid Row also loslegen, geprobt wird in der Garage von Bolans Eltern. Wir schreiben das Jahr 1986: Bei Jon Bon Jovi läuft es mittlerweile bestens, die Band steht vor der Veröffentlichung des Megakrachers Slippery When Wet. Und das Versprechen von einst zählt noch. „Es war klar, dass Jon es zuerst schaffen wird“, blickt Snake zurück. „Er kam zu unseren Shows, übte Kritik und gab seine Erfahrungen weiter, was uns sehr geholfen hat.“ Mit Fallon nehmen Skid Row in Bon Jovis Studio in Philadelphia Demos auf, darunter schon spätere Hitsongs wie Youth Gone Wild und 18 And Life. Daneben spielen sie Clubshows, bis die Leute „in New Jersey, New York und Connecticut die Schnauze voll von uns hatten“ (O-Ton Rachel Bolan). Ende 1986 eröffnet die Band sogar zwei Shows auf der monströsen Slippery When Wet-Tour.

Es dauert einige Jahre, bis Skid Row ihr klassisches Line-up zusammen haben

Bon Jovi-Manager Doc McGhee hat mittlerweile ein Auge auf Skid Row geworfen und nimmt den Haufen unter seine Fittiche. Angeblich empfiehlt er auch, Matt Fallon rauszuwerfen, weil dem der nötige Antrieb fehle. Ohnehin scheint es nicht so recht zu passen, also stehen Snake und Rachel 1987 wieder ohne Sänger da. Zwar haben sie zwischenzeitlich mal John Corabi (später bei Mötley Crüe & The Dead Daisies) auf der Liste, aber monatelang lässt sich der richtige Kandidat nicht finden. Bis ein Bekannter namens Dave Feld sie in Kontakt bringt mit einem blutjungen Vokalisten aus Kanada, der auf der Hochzeit des Fotografen Mark Weiss Led Zeppelin-Songs singt und Kinnladen runterklappen lässt. (Dave Feld ist übrigens auch der Typ, der für Zakk Wylde ein gutes Wort bei Ozzy eingelegt hat. Der Mann hat wohl ein goldenes Telefonbuch.)


Sebastian Bierk heißt der Schreihals, der mit den Bands Kid Wikked und Madam X sogar schon Alben aufgenommen hat. Schnell wird eine Audition in New Jersey vereinbart; für das Flugticket werfen die die Skid Row-Musiker ihre Kohle zusammen. Der Sage nach warten sie angespannt in der Küche von Snakes Mama, während Scotti den Kandidaten vom Flughafen abholt. Als der schließlich den Raum betritt, keine 20 Jahre alt, groß, langhaarig und voller Energie, lauten seine ersten Worte: „Hey Jungs, ich habe einen Dreißig-Zentimeter-Penis!“ Schon bei der ersten Kneipentour am Abend gibt es eine Schlägerei, aber Skid Row haben das fehlende Puzzlestück gefunden. Ihr neuer Sänger zieht nach New Jersey und nennt sich fortan Sebastian Bach.



Ein weiteres Jahr arbeitet das Quartett an der Band, zwischenzeitlich unterschreiben sie einen Vertrag beim Musikverlag von Jon Bon Jovi und seinem Gitarristen Richie Sambora. Das heißt: Die beiden Rockstars verdienen üppig an den Songs von Rachel und Snake mit. Anders formuliert: Sie bekommen einen großen Teil der GEMA-Kohle. Dafür helfen sie den Aufsteigern weiter, wo sie können. Wegen dieses Arrangements sollte es später noch mächtig Streit geben. Die Doc McGhee/Bon Jovi-Verbindung erweist sich generell jedoch als äußerst wertvoll, insbesondere bei der Suche nach einem Plattenvertra. Mehrere große Labels zeigen Interesse, das Rennen macht schließlich der Branchengigant Atlantic (Led Zeppelin, AC/DC) vor Geffen Records (Guns N’ Roses, später Nirvana) und A&M (Extreme, später Soundgarden). Das Songmaterial für das Debütalbum können Sebastian, Snake, Rachel, Scotti und Rob mittlerweile im Schlaf spielen. Deshalb laufen die Aufnahmen mit Dokken- und Alice Cooper-Produzent Michael Wagener im fernen Wisconsin problemlos; angeblich saufen die Musiker dabei nicht mal (so viel).



Das Debütalbum Skid Row erscheint am 24. Januar 1989 mit elf mitreißenden Hard Rock-Songs, hervorragend produziert und hervorragend gespielt. Vor allem der erstklassige Gesang von Bach fällt hier auf, musikalisch bietet die Scheibe eine gute Mischung aus ungestümem Rock’n’Roll, Punk-Dreck und radiotauglicher Eingängigkeit. Selbst wenn die Produktion Dekaden später ein kleines bisschen weniger zeitlos klingt als gewünscht, stehen Skid Row im Zeitalter des Hair Metal damit deutlich näher an Guns N’ Roses als an Poison. Bevor die Platte in den Regalen landen kann, gibt es aber noch ein Problem: Schon Ende der Sechziger hatte Gary Moore eine Blues Rock-Kapelle in Irland namens Skid Row. Deshalb müssen unsere Helden einen fünfstelligen Dollar-Betrag an Moore überweisen; die Rede ist von 35.000$.

Zwei der drei ersten Singles von Skid Row knacken die Top 10

Als erste Single wird Youth Gone Wild ausgekoppelt, ein Stadionrocker mit einem Refrain so groß wie die Brooklyn Bridge. Ein halbes Jahr später, im Juni, kommt 18 And Life, eine Ballade über einen jungen Wilden, der mit dem Gesetz in Konflikt gerät. MTV und Headbanger’s Ball stürzen sich auf das Video, Rockradios spielen das Ding in Dauerschleife. Die Single erreicht Platz vier in den USA und verkauft sich bis September eine halbe Million Mal. Mit I Remember You folgt im November ein Schmachtfetzen, den die Band zunächst gar nicht auf das Album packen wollte. Auch damit erreichen Skid Row die Top Ten. Solche so genannten „Power Ballads“ gehören damals zur Standardausstattung von Rockplatten und bringen verstärkt Mädels zu den Konzerten. Dass Sebastian mit seiner blonden Mähne doch ganz schmuck aussieht, schadet den Verkaufszahlen nicht.



Natürlich gehen Skid Row jetzt erstmal auf Tour: Ganze sechs Monate lang eröffnen sie in Nordamerika 1989 für ihre alten Freunde Bon Jovi auf der gigantischen Konzertreise zu New Jersey. Nicht nur spielen die Newcomer dabei die größten Arenen und Stadien des Landes, sie schieben an freien Tagen sogar eigene Clubshows ein. Im Oktober 1989 geht es noch für 164 Shows ein ganzes Jahr lang mit Aerosmith auf die Straße, die gerade Pump veröffentlich haben. Zwischendurch laden Mötley Crüe zur Dr. Feelgood-Tour durch Europa. Die fünf Debütanten spielen also mit der Königsriege des Hard Rock, schieben sogar eigene Headliner-Dates nach und treten im August 1989 beim legendären Moscow Music Peace Festival auf.

Touren wie die Wahnsinnigen: Scotti Hill und Dave „The Snake“ Sabo 1989 – Pic: Jamie/Wiki Commons

Insgesamt sind Skid Row sage und schreibe 17 Monate unterwegs. Sebastian Bach lacht darüber in seiner Autobiografie: „Wir haben viel üben können.“ Der wahnwitzige Einsatz zahlt sich aus: Nach einem Jahr steht das Debütalbum bei einer Million verkaufter Exemplare in den USA, hält sich drei Monate in den Top 10, und der Zähler läuft weiter. Skid Row gehören jetzt zu den heißen Bands der Stunde. Der Durchbruch ist geschafft.



Allerdings ziehen Wolken im Rock’n’Roll-Paradies auf: Mit Bon Jovi und Sambora gibt es Streit wegen des – je nach Sichtweise unvorteilhaften oder angemessenen – Verlagsvertrages, was erst Jahre später bereinigt wird. Richie zahlt seinen Anteil zurück, Jon nicht, was insbesondere Sebastian sauer aufstößt. Zum Ende der New Jersey-Tour sind die beiden Sänger sogar wegen irgendeines Unsinns fast in einen Faustkampf miteinander geraten, harte Worte wurden öffentlich gesprochen, erst lange danach vertragen sich sie wieder. Allerdings sprechen auch die Sandkastenkumpels Snake und Jon Bon Jovi eine ganze Weile nicht mehr miteinander. Und da gibt es noch die Fehltritte des impulsiven Sebastian Bach: Als ihm jemand ein Glas an den Kopf wirft, schmeißt er es zurück – und verletzt eine junge Frau vor laufenden Kameras. Später trägt er gedankenlos ein Shirt, das ihm ein Fan gegeben hat. Darauf steht: „AIDS kills fags dead“, also „AIDS tötet Schwule“. Das ist so saublöd, dass Bach selbst nur den Kopf schütteln kann und sich ausdrücklich entschuldigt. Unter seinen Kollegen hat er sich mit solchen Aktionen und generellem Hang zu Chaos und Wahnsinn keine Freunde gemacht, vor allem Rachel Bolan hat zusehends die Nase voll. Aber das ist eine andere Geschichte.

1989 verstehen sich die beiden noch gut: Rachel Bolan und Sebastian Bach auf Tour – Pic: Jamie/Wiki Commons

In die Neunziger starten Skid Row jedenfalls mit Macht und einem veritablen Multiplatin-Erfolg, womöglich der letzte eines Genres, das seinen Zenit überschritten hat – selbst wenn Skid Row nie wirklich zu den Glam-Bands der Dekade gehörten. Es gibt viele gute Platten im Hard Rock der Achtziger, aber beileibe nicht alle haben sich so gut gehalten wie Skid Row.

Zeitsprung: Am 11.6.1991 hauen Skid Row mit „Slave To The Grind“ einen Hammer raus.

Popkultur

Brennende Betten, brennender Tommy und ein verhedderter Fallschirm: 5 Anekdoten, die nur aus dem Leben von Tommy Lee stammen können

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Tommy Lee
Foto: Emma McIntyre/Getty Images for SiriusXM

Nur fünf Anekdoten aus dem Leben von Tommy Lee? Es gäbe wahrscheinlich mindestens 5.000 zu erzählen. Diese finden wir besonders unterhaltsam, tragisch oder schockierend.

Hier könnt ihr euch Andro von Tommy Lee anhören:

1. Als er auf der Girls, Girls, Girls-Tour einen Drogendealer hinter sich herfahren ließ.

Über die Drogeneskapaden von Mötley Crüe wurde schon so viel geschrieben, dass es nahezu unmöglich ist, noch eine neue Geschichte aufzustöbern. Wir haben uns deshalb für eine der unterhaltsamsten entschieden. „Die Girls, Girls, Girls-Tour von 1987 gehört zu den geilsten Erlebnissen meines Lebens“, erzählt Schlagzeuger Tommy Lee im Interview mit dem britischen Guardian. „Zumindest glaube ich das, denn ich erinnere mich an nichts, außer an jede Menge verschwommenen Wahnsinn. Wir hatten einen mächtig großen Jet, endlos viel Kohle und konnten machen, was immer wir wollten.“

Spätestens seit der Mötley-Crüe-Bandbiografie The Dirt wissen wir alle: Egal, welche Ausschweifungen man sich so ausmalt … Tommy Lee und Co. setzen immer noch einen drauf. „Eine Zeit lang hatten wir sogar unseren eigenen Drogendealer, der in einem Luxus-Oldtimer hinter unserem Tourbus hergefahren ist“, berichtet Lee weiter. „Auf seinem Kennzeichen stand: DEALER. Wann immer wir aus dem Bus ausgestiegen sind, ist er mit seiner diamantbesetzten Rolex, seinen Goldketten und ein paar Bitches in jedem Arm aufgetaucht und hat der Band und der Crew ganze Bündel voller Koks zugeworfen. Er war der pimphafteste Dealer aller Zeiten und hatte immer seinen Partyhut auf.“ Doch die Plattenfirma von Mötley Crüe bekommt kalte Füße. Schließlich könnte die Polizei bei einem auffällig gekleideten Drogendealer in einem Luxusauto mit dem Kennzeichen „DEALER“ stutzig werden. Die Band muss sich von ihrem hauseigenen Rauschmittelhändler verabschieden. In Versorgungsnot geraten die Musiker während der Tour aber wohl trotzdem nicht.

2. Als er mit einer Leuchtfackel in einem Hotelzimmer herumspielte und das Bett in Brand steckte.

In den Siebzigern und Achtzigern gehört das Zerstören von Hotelzimmern für viele Rockstars schlicht und ergreifend dazu. Das gilt (natürlich) auch für Mötley Crüe. Als die Band 1986 durch die Schweiz tourt, nimmt sie ihren Auftrag durchaus ernst. Nicht nur, dass Schlagzeuger Tommy Lee und Frontmann Vince Neil in ihrem Hotelzimmer ein paar Leuchtfackeln anzünden. Nein, das Duo Infernale steckt damit auch gleich das Bett in Brand. Als wäre das nicht genug, zerstört die Band im gleichen Hotel auch noch die Glasfenster der Aufzüge.

3. Als sich sein Fallschirm beinahe nicht geöffnet hätte.

Sein Leben hat Tommy Lee im Lauf der Jahrzehnte immer wieder aufs Spiel gesetzt. Doch mit einem Vorkommnis hat er wohl selbst nicht gerechnet. So verrät er im Interview mit dem britischen Classic Rock Magazine die gefährlichste Situation, in der er sich je befand: „Das ist etwas, was du nicht hören willst, wenn du gerade einen Fallschirmsprung machst“, steigt er in die Erzählung ein. „Ich mache gerade einen Tandemsprung, bin an einen Lehrer geschnallt, er ist mit dem Fallschirm auf meinem Rücken und höre: ‚Oh, fuck!‘ Ich schaue nach oben und der Fallschirm hat sich verheddert. Er zerrt daran und kämpft mit den Seilen und ich denke: ‚Das war’s, ich bin am Arsch, es ist vorbei.‘ Aber dann hatte ich eine spirituelle Erfahrung und dachte: ‚Ich kann nichts tun. Ich werde den freien Fall einfach genießen, bis ich auf dem Boden aufschlage.’ Als ich gerade losgelassen hatte, ging der Fallschirm auf einmal auf. Nicht cool.“

4. Als er sich in Wyoming an der Pyrotechnik verbrannte.

Am 12. Oktober 2005 spielen Mötley Crüe im Casper Events Center (heute: Ford Wyoming Center) — und dabei geht einiges schief. Laut Ultimate Classic Rock habe sich Tommy Lee an jenem Abend an einem Seil zwischen verschiedenen Drumsets hin und her geschwungen, wobei er in einen Funkenregen geraten sei. Dabei habe er „oberflächliche Verbrennungen and seinen Armen und im Gesicht erlitten“ und versucht, die Show noch zu Ende zu bringen. Doch man habe auf Nummer sicher gehen wollen, wie Mötley-Crüe-Frontmann Vince Neil im Interview mit People verrät: „Er sah nicht gut aus, als die Sanitäter ihn hinter der Bühne behandelt haben, also haben wir uns dazu entschieden, ihn ins Krankenhaus zu schicken.“ Zum Glück sehen die Verbrennungen schlimmer aus als sie sind: Schon zwei Tage später sitzt Lee in Bismarck (North Dakota) wieder am Schlagzeug.

5. Als er ein Dickpic in den sozialen Medien postete.

Als hätte nicht sowieso schon ein ungleich großer Teil der Weltbevölkerung Tommy Lees Penis gesehen, musste der Schlagzeuger am 11. August 2022 noch einen draufsetzen — und postete in den Social Media ein Foto von seinem Gemächt. „Vor einigen Wochen hatten wir eine etwa zweiwöchige Tourpause“, erklärt der Trommler das Dickpic später im Rahmen eines Konzerts. „Und ich habe mich abgeschossen, Alter. Mich volllaufen lassen. Ich war so voll, dass ich mich ausgezogen und Bilder von meinem Schwanz gepostet habe. Dabei bin ich eigentlich ein Mann der Brüste. Ich sehe gerne Brüste. Aber ich dachte: Das ist die Nacht der gleichen Möglichkeiten. Ich wollte in dieser Nacht jedermanns Ding sehen. Komm schon, hol deinen Schwengel raus!“ Ah ja … Bei Facebook und Instagram wurde das Foto schon längst wieder gelöscht. Bei Twitter kann man sich Lees gesamte Herrlichkeit noch immer anschauen. Haben wir gehört.

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Tommy Lee: Mötley-Crüe-Drummer zieht jetzt auf Only Fans blank

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5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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Für alle Insider*innen, jahrzehntelangen Fans, Neugierigen und Einsteiger*innen: Hier nehmen wir uns mal ein paar Minuten Zeit und präsentieren euch fünf Geschichten, Anekdoten oder Fun Facts zu einem Genre, einer Band oder einem/r Künstler*in. Einfach, weil das Leben witzigere, unglaublichere und interessantere Geschichten schreibt, als jede*r Autor*in jemals könnte.

In dieser Woche dreht sich alles um den 3. Oktober 1990, jenen Tag, an dem aus West und Ost wieder ein gemeinsames Deutschland wurde. Knapp ein Jahr zuvor, am 9. November 1989, war die innerdeutsche Mauer gefallen. Ein Ereignis, das auch in der Musik stattfand. Wir liefern fünf Wahrheiten über den Sound der deutschen Einheit.

1. Pink Floyd und die wahrgewordene Utopie

Noch im Juli meinte Roger Waters von Pink Floyd, dass es nur einen einzigen Anlass geben würde, aus dem er das bandeigene Riesenspektakel The Wall noch einmal inszenieren würde – und zwar den Fall der Berliner Mauer. Waters sah dieses Ereignis in so weiter Ferne, dass er sogar in Erwägung zog, dafür seinen Ex-Bandkollegen David Gilmour mit auf die Bühne zu holen. Knapp vier Monate später fiel die Mauer tatsächlich und im Juli 1990 wurde Waters Gedankenspiel Realität: The Wall wurde am Potsdamer Platz noch einmal aufgeführt – zwar ohne David Gilmour, aber dafür mit vielen Auftritten anderer Stars.

2. Der Boss in Ostberlin

Auftritte von westlichen Künstler*innen in der DDR waren rar gesät. 1988 etwa trat Bruce Springsteen in Ostberlin auf. Weil der SED-Zentralrat das Konzert als gute Möglichkeit der massenpolitischen Arbeit der FDJ ansah, wurde Bruce Springsteen eine Auftrittsgenehmigung für die DDR erteilt. Rund 200.000 Bewunder*innen des Bosses kamen zur Radrennbahn Weißensee, wo Springsteen seinem Wunsch Ausdruck verlieh, dass eines Tages alle Barrieren abgerissen werden sollen. Der Satz wurde aus der Übertragung des Konzertes geschnitten – änderte aber nichts daran, dass sein Wunsch gut anderthalb Jahre später Wirklichkeit wurde.

3. Das David-Hasselhoff-Gate

Auch gut 30 Jahre nach dem Mauerfall hält sich das Gerücht wacker, David Haselhoff sei mitverantwortlich für dieses geschichtliche Großereignis, da er wenige Wochen nach der Maueröffnung dort seinen Hit Looking for Freedom sang und sich Menschen aus West- und Ostdeutschland dazu in den Armen lagen. Aber: weit gefehlt. „Ich hatte nie etwas damit zu tun und habe das auch nie gesagt. Niemals“, äußerte sich der Baywatch-Star unlängst gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

4. Das Eigenleben von Freiheit

Wer an Musik und Mauerfall denkt, hat sicherlich auch Freiheit von Marius Müller-Westernhagen im Sinn. Aber: Nicht nur, dass MMW den Song schon drei Jahre vor dem Mauerfall schrieb, nein, er hatte den Fall der Mauer nicht Mal im Sinn. Die Live-Version von Freiheit entwickelte vor dem Hintergrund des Mauerfalls allerdings ein Eigenleben und wurde zur Hymne des Herbstes. „Freiheit zeigt, dass künstlerische Produkte ein Eigenleben annehmen können. Wenn es in diesem Fall dazu gedient hat, dass der Song Menschen Kraft und Hoffnung gegeben hat, ist das ein glücklicher Umstand, der mich natürlich sehr freut“, sagte Marius Müller-Westernhagen gegenüber der TZ.

5. Wind Of Change ist ein rechtlich geschützter Begriff

Klar, Wind Of Change gilt unangefochten als die Hyme der Wende schlechthin. „Mein Gedanke war: Die ganze Welt in einem Boot und alle sprechen eine Sprache – Musik. Im September entstand Wind Of Change in Deutschland und im November fiel die Berliner Mauer. Der Song drückte ein Gefühl der Hoffnung aus, dass wir alle in der Zukunft in einer friedlicheren Welt leben können“, erklärte Klaus Meine mal gegenüber dem Fernsehsender VOX. Der Song machte die Scorpions binnen kürzester Zeit zu Weltstars. Nur logisch, dass Klaus Meine und Rudolf Schenker seitdem Inhaber der Wortmarke Wind Of Change sind.

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10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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Foto: Sean Gallup/Getty Images

Am 3. Oktober 1990 war es offiziell: West- und Ost-Deutschland gehören wieder zusammen, die Berliner Mauer fiel schon ein Jahr vorher, der Eiserne Vorhang begann sich nach und nach zu lüften. Wir schauen zurück auf dieses historische Ereignis mit Songs, die damals und in der folgenden Zeit zum Soundtrack des wiedervereinigten Deutschlands wurden.

1. Scorpions – Wind Of Change

Los geht’s mit offensichtlichsten Song: Die sogenannte „Hymne der Wende“ ist auf jeden Fall der kitschigste, aber auch emotionalste und bekannteste Klassiker, den Mauerfall und Wiedervereinigung im Nachhinein hervorgebracht haben. Ein Jahr nach der Maueröffnung und kurz nach dem Zusammenschluss von BRD und DDR war Wind Of Change mit seinem Plädoyer für das Ende der Ost-West-Trennung die perfekte musikalische Untermalung für das, was gerade vor sich ging. So schreibt man Geschichte mit.

2. Westernhagen – Freiheit

Auch wenn dieser Song schon ein paar Jahre vorher veröffentlicht wurde, ist er ganz fest mit der deutschen Einheit verknüpft. Natürlich wegen des programmatischen Titels. Aber auch weil Westernhagen einer der vielen Künstler*innen war, die beim „Konzert für Berlin“ in der Deutschlandhalle auftraten, ein paar Tage nach dem Fall der Mauer. Dass Freiheit in diesem Setting eine extrem emotionale Rolle zukam, versteht sich von selbst.

3. Udo Lindenberg – Horizont

Allerallerspätestens mit dem Musical Hinterm Horizont ist Udo Lindenberg zu einer Galionsfigur für das geteilte Berlin und die Menschen geworden, die trotz aller gemauerten Widerstände zusammen sein wollten. Horizont ist die Liebesballade, die im Zentrum des Musicals steht. Und obwohl Sonderzug nach Pankow die politisch stärkere Hymne ist, berührt einen Horizont doch ein wenig mehr.

4. Die Prinzen – Millionär

Mauer weg, Invasion der Ossis. Für viele Westdeutsche (und natürlich auch ehemalige DDR-Bürger*innen) war die Wiedervereinigung eine mindestens zweischneidige Sache. Auch musikalisch war das Land jetzt vereint, und Die Prinzen wurden zu den ersten neuen gesamtdeutschen Popstars. Millionär war ihr erster putziger Hit.

5. WestBam / Dr. Motte – Sunshine

Techno und House gelten als inoffizieller Soundtrack der Wende – zumindest in Berlin. Mauerfall und Wiedervereinigung fielen eher zufällig mit dem Aufkommen der neuen Jugendkultur zusammen, aber es hätte nicht besser passen können: Auf großen Raves, in neuen Clubs und Events wie der Loveparade feierte Berlin seine neue Zusammengehörigkeit, mit einer Musik, die sich nicht um Ost oder West schert. Dr. Motte und Westbam waren zwei der damaligen Protagonisten, die regelmäßig neue Hymnen für die „ravende Gesellschaft“ produzierte.

6. Tocotronic – Aber hier leben, nein danke

Das neue Deutschland, genau so wie die zwei alten, war für viele nicht unbedingt etwas, mit dem man sich identifizieren konnte oder wollte. Egal, welche politische Meinung man hier hat – besonders die Deutschland-Kritiker*innen aus dem linken Spektrum haben ihre Vorbehalte immer in tolle Musik verpackt. So wie Tocotronic hier. Zwar ist der Titel ziemlich eindeutig, der Text allerdings sehr kryptisch und der Song unglaublich gut.

7. Slime – Deutschland

Andere waren da schon deutlicher: Dieser deutsche Punk-Klassiker stammt zwar aus den 80ern, ist aber bis heute ein Dauerbrenner. Vor allem wenn es darum geht, unserem Land auch mal die Meinung zu geigen. Das muss es schließlich aushalten.

8. Rocko Schamoni – Mauern

Und auch hier muss man ein bisschen ironische Skills mitbringen: Denn unser liebster Hamburger Lebenskünstler Rocko Schamoni empfiehlt bei zu viel sozialen Spannungen, einfach eine Mauer zu bauen. Kennt man ja. Aber ist natürlich auch nicht ganz so ernst gemeint. Die Satire-Partei Die Partei tut allerdings sehr überzeugend so, als würde sie ihre radikalen Forderungen ernst meinen – zum Beispiel, tatsächlich wieder eine Mauer in Deutschland zu errichten. Natürlich wurde Schamonis Song zur ihrer Wahlkampf-Hymne.

9. Pink Floyd – Another Brick In The Wall, Pt. 2

Auch dieser Rock-Klassiker handelt von einer Mauer, aber nur im übertragenen Sinne von der Berliner. Seit Pink Floyd 1988 aber ein Konzert direkt an der Mauer gespielt haben, ist der Song wie der gleich folgende untrennbar mit der Wiedervereinigung verknüpft.

10. David Hasselhoff – Looking For Freedom

Ein bisschen Spaß muss sein, ne? Denn in Expertenkreisen weiß man, dass es vor allem The Hoff war, die die Mauer zu Fall brachte. Looking For Freedom muss man heute schon mit sehr viel Augenzwinkern hören, doch damals war es ein Mega-Hit. Und wenn man sich die Begeisterung bei Hasselhoffs Mauer-Auftritt im Jahr 1989 ansieht, dann kann man schon verstehen, wieso The Hoff so von seiner historischen Leistung überzeugt ist.

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5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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