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Popkultur

Zeitsprung: Am 27.7.1986 sticht ein Mann bei einem The Cure-Konzert auf sich ein.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 27.7.1986.

von Christof Leim und Tom Küppers

Zugegeben:„Fröhlichkeit“ ist nicht unbedingt das erste Wort, das man mit dem Begriff „Gothic“ assoziiert. Gerade deshalb besitzt düstere, melancholische, ja sogar todtraurige Musik die gleiche Daseinsberechtigung wie alle anderen Genres, schließlich herrscht im Leben auch nicht täglich eitel Sonnenschein. Doch bei dem, was sich bei dem Konzert von The Cure am 27. Juli 1986 in Los Angeles abspielt, hört der Spaß auf.


Hier könnt ihr in die Klassiker von The Cure reinhören:

Klickt auf „Listen“ für die ganze Playlist.

The Cure gehören zweifelsohne zu den einflussreichsten Künstlern der düsteren Musik, ob man das Genre nun als Gothic Rock, Dark Wave oder Post Punk bezeichnen will. Mitte der Achtziger feiern die Briten dank ihres sechsten Albums The Head On The Door (1985) gerade ihren internationalen Durchbruch, befeuert von den Hitsingles In Between Days und Close To Me. Besonders in den USA läuft es für die Band um Robert Smith richtig gut: In der Entertainment-Metropole Los Angeles dürfen sie im legendären Forum auftreten, einer der größten Arenen der Stadt.



Doch bei diesem Konzert kommt es zu einem verstörenden Vorfall: Gerade als die Musiker die Bühne betreten wollen und die Spannung ihren Höhepunkt erreicht hat, erhebt sich ein Mann von seinem Platz. Oberbekleidung trägt er nicht, dafür einen Cowboyhut. Einige Quellen berichten später, er sei durch die Reihen nach vorne gelaufen, andere sagen, er habe sich auf seinen Stuhl gestellt. Fest steht aber, dass der Mann ein großes Jagdmesser zückt und beginnt, auf sich selbst einzustechen.

Die Leute um ihn herum reagieren geschockt, andere scheinen die Szene für einen Teil der Show zu halten und feuern den Unbekannten noch an. Polizei sowie Sicherheitskräfte überwältigen den offensichtlich Durchgedrehten, der zwar keine Unbeteiligten verletzt, aber jede Menge Blut verliert. Wie die Los Angeles Times berichtet, gab der 38-Jährige Jonathan M. später zu Protokoll, er habe seine Verflossene beeindrucken wollen. In dem vor der Halle geparkten Wagen findet sich ein Abschiedsbrief.

Das Ticket zum Konzert, das wegen eines verstörenden Vorfalls in die Cure-Geschichte einging. Quelle: www.cure-concerts.de

In der inoffiziellen Band-Biografie Never Enough: The Story Of The Cure von Jeff Apter berichtet der Polizist Norman Brewer von einer Aussage des Täters, er habe wegen der Reaktion der Masse noch härter auf sich eingestochen. Das Buch berichtet vom Tod des Mannes, in der Los Angeles Times steht zu lesen, er habe überlebt. Was aus ihm wurde oder ob die Tat juristische Konsequenzen hatte, lässt sich nicht genau eruieren. In einem Forumsbeitrag fasst ein User die Meinung vieler in Worte: „Er hat sich für seinen Abgang das größte Ereignis ausgesucht, das es an dem Tag in der Stadt gab. Ein Cure-Fan war er nicht.“ Für die Band selbst endet damit eine ansonsten erfolgreiche US-Tour auf einer äußerst verstörenden Note.

##thecure #thecure1986

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2011 landet dieses Ereignis dann auf maximal obskure Art wieder kurz in der Öffentlichkeit: Christina Applegate, die Darstellerin der Kelly Bundy aus Eine schrecklich nette Familie, erzählt in der Jimmy Kimmel Show von einem kürzlich besuchten Konzert von The Cure. Dabei erweist sie sich als Augenzeugin des Vorfalls von 1986: „Das letzte Mal habe ich die Band gesehen, als sich ein Typ vor dem Konzert abgestochen hat. Wir dachten, das wäre eine Art Shakespeare-Performance…“


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