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Popkultur

Zeitsprung: Am 3.8.1963 spielen die Beatles zum letzten Mal im Cavern Club.

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Michael Ochs Archives/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 3.8.1963.

von Timon Menge und Christof Leim

Kaum ein Club ist so eng mit der Erfolgsgeschichte einer Band verbunden, wie der Liverpooler Cavern Club mit der beispiellosen Karriere der Beatles. Ganze 292 Mal spielen die „Fab Four“ in dem Laden, bevor es in die große weite Welt hinaus geht. Die letzte Show findet am 3. August 1963 statt.

Hier könnt ihr euch das „rote Album“ der Beatles anhören: 

Eröffnet am 16. Januar 1957, kann der Cavern Club in Liverpool als so etwas wie der Geburtsort der britischen Rockmusik bezeichnet werden. „Der Cavern Club war damals ein Treffpunkt von vielen Bands“, gibt Graham Nash von den Hollies laut hier zu Protokoll. „Uns verband, dass wir alle nicht so leben wollten, wie es unsere Eltern getan hatten. Die Musik wurde das Medium, um unsere Gefühle und Gedanken auszudrücken. Es war eine magische Zeit. Das spürten damals alle im Cavern Club, der völlig überfüllt war. Die Beatles waren begnadet. Sie spielten Rock‘n’Roll auf eine verwaschene, verlotterte Art. Und sie waren Poser. Sie fluchten und rauchten auf der Bühne und beschimpften das Publikum.”

Vertonte Horizonterweiterung: Ein Blick auf Linda McCartneys „Wide Prairie“

Am 9. Februar 1961 gehts los. Die Beatles treten zum ersten Mal im Cavern Club auf; als Gage erhalten sie fünf britische Pfund für ein Mittagessen. Neun Monate später besucht der lokale Plattenladeninhaber Brian Epstein ein Konzert der Band. John, Paul, George und Ringo beeindrucken ihn so sehr, dass er den vier Jungs anbietet, ihr Manager zu werden.

Haben den Liverpooler Cavern Club jahrelang fest im Griff: George Harrison, Paul McCartney, Ringo Starr und John Lennon

Mitte 1963 arbeiten die Beatles an ihrem zweiten Album With The Beatles. Der Cavern Club reicht längst nicht mehr aus, damit alle Interessierten die Gruppe sehen können. Obwohl nur 200 Gäste erlaubt sind, quetschen sich ganze 500 Zuschauer in den Laden. Inzwischen bekommen die Beatles für ihr Set 300 Pfund. 

Der Konzertschuppen ächzt unter der Last. Im Cavern Club wird es so warm, dass der Schweiß buchstäblich die Wände hinunterläuft — dummerweise genau in die elektrische Verkabelung des Hauses, sodass nach der Hälfte des letzten Cavern-Konzerts der Beatles der Strom ausfällt. Kein Problem: John Lennon und Paul McCartney schnappen sich ihre Akustikgitarren und spielen When I’m Sixty Four. Der Song erscheint erst vier Jahre später auf Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band.

Auch der heutige Nachbau des Cavern Club ist eine Besichtigung wert

Im Mai 1973 wird der Cavern Club abgerissen, weil er einem neuen U-Bahnsystem im Weg steht. Elf Jahre entsteht eine Replik, ganz in der Nähe des originalen Standortes. Bis heute bleibt der legendäre Schuppen ein beliebtes Reiseziel für Beatles-Pilger aus der ganzen Welt. Die ganze Band tritt zwar nie wieder dort auf, doch immerhin: Am 14. Dezember 1999 beendet Paul McCartney seine Run Devil Run-Tour im Cavern. Auch Jahre später spielt er dort noch einmal einen Überraschungsauftritt.

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