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Popkultur

Zeitsprung: Am 31.7.1992 singt Don Henley „Don Henley Must Die“ von Mojo Nixon.

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Luciano Viti/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 31.7.1992.

von Timon Menge und Christof Leim

Ein Fan von Don Henley und den Eagles ist der Psychobilly-Musiker Mojo Nixon nicht. Deshalb schreibt er den bösen Satire-Song „Don Henley Must Die“. Als er das Stück 31. Juli 1992 in Austin live spielt, steigt jemand auf die Bühne, mit dem Nixon nicht gerechnet hat…

Hier könnt ihr euch Otis von Mojo Nixon anhören: 

Zu Beginn der Neunziger liegen die Eagles auf Eis, und zwar richtig. Erst „wenn die Hölle zufriert“ möchten sich Frontmann Glenn Frey und Schlagzeuger Don Henley wieder gemeinsam auf eine Bühne stellen beziehungsweise setzen. Nicht zuletzt davon inspiriert schreibt Cowpunk- und Psychobilly-Musiker Mojo Nixon einen Song, der seine Sichtweise der Dinge widerspiegelt. Der Titel der charmanten Nummer: Don Henley Must Die. Ein Auszug aus dem Text: „Poet of despair / Pumped up with hot air / He’s serious, pretentious, and I just don’t care“.

Ein Mann, eine Band – Die Eagles-Legende Glenn Frey

Am 31. Juli 1992 spielen Nixon und seine Band The Toadliquors eine Show im Club The Hole im texanischen Austin. „Ich weiß gar nicht, wie viele Zuschauer da reingehen“, berichtet der Sänger und Gitarrist 22 Jahre später in einem Interview mit dem Austin Chronicle. „Höchstens 100. Trotzdem haben mir nachher etwa 5.000 Leute erzählt, dass sie da waren.“ Das kann man den Abwesenden nicht übel nehmen, denn der Abend hält eine Überraschung bereit.

Schon im Vorfeld erfährt Mojo Nixon von einem Freund Henleys, dass der ehemalige Eagles-Schlagzeuger eventuell zum Konzert aufkreuzen wird. Noch während der Show bestätigt Nixons Tourmanager seinem Schützling: „Alter, er ist tatsächlich da!“ Nixon macht sich beinahe in die Hose. „Da war ich nun, der König des Bullshit, total verblüfft“, erzählt er. „Ich habe meine Gitarre abgenommen und sie wieder umgehängt, etwa dreimal. Dann ging ich zum Mikro und sagte: ‚Don, willst du das ausdiskutieren? Wollen wir vor die Tür gehen?‘ Er war hackevoll und rief: ‚Ich will diesen Song mit dir singen! Besonders den Teil, dass ich mich nicht mit Glenn Frey vertragen soll!‘“

Gesagt, getan. Die Toadliquors legen los, Henley steigt auf die Bühnenbretter. „Er hat den Scheiß rausgebrüllt, als wäre er der verdammte Johnny Rotten“, erinnert sich Nixon. Nach dem Auftritt schüttelt Henley der gesamten Band die Hand, und die attestiert ihm „Eier, so groß wie Kirchenglocken“. Anschließend verlässt der Eagles-Trommler den Club, bekommt aber sein Auto nicht auf, weil er vor dem falschen Mercedes steht.

Die Eagles mit Don Henley in der Mitte

Immer noch zeigt sich Nixon beeindruckt von der Aktion: „Ich war sehr überrascht von der Tatsache, dass er so großherzig war und mich nicht verprügelt hat. Auf dieser kleinen Bühne hätte er mich jederzeit umhauen können.“ Am 28. Juni 2014 spielen er und die Toadliquors erneut im The Hole in Austin. Don Henley laden sie auch ein, doch der taucht nicht auf. Nixon nimmt das gelassen: „Er ist nach der Eagles-Reunion wahrscheinlich damit beschäftigt, jede Menge Kohle zu scheffeln.“

Zeitsprung: Am 31.7.1980 prügeln sich die Eagles beinahe von der Bühne.

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