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„…And Justice For All“ von Metallica: Die Sache mit dem Bass

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…And Justice For All gehört unbestritten zu den großen Metal-Werken der Achtziger und hat Metallica an die Spitze des Genres befördert. Doch eine Eigenart hängt dem Album seit seiner Veröffentlichung nach: Es klingt sehr „speziell“, insbesondere hört man den Bass von Jason Newsted fast nicht."

von Christof Leim

Das verwundert, denn beim ersten Studio-Testlauf mit dem damals neuen Bandmitglied, der Garage Days-EP von 1987, drückt der Bass deutlich. Das folgende Album Metallica a.k.a. The Black Album tönt 1991 sogar in allen Belangen nahezu perfekt. Was ist also passiert? Drei Gründe lassen sich für den fehlenden Bass ausmachen: die Mitten, die Dopplung und der Lars. Schauen wir uns die mal näher an. (Lest die ganze Geschichte des Albums hier, Details zu den einzelnen Tracks hier.)

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Hört hier in das Remaster von …And Justice For All rein:

Jason im Studio

An Newsteds Leistung bei den Aufnahmen liegt das Dilemma jedenfalls nicht. Flemming Rasmussen, der zusammen mit Lars Ulrich und James Hetfield als Produzent fungierte, erinnert sich im Rolling Stone: „Jason ist ein großartiger Musiker. Von ihm selbst und Toningenieur Toby Wright abgesehen bin ich vermutlich einer der wenigen Menschen auf der Welt, der die Bassspuren von Justice gehört hat. Und sie waren verdammt noch mal brillant.“ Damals lässt Rasmussen den Neuen seine Parts während Lars’ Schlagzeugaufnahmen proben und arrangiert einige Details, während Toby Wright an den Sounds arbeitet. Anschließend ballert der 24-Jährige Newsted in nur zwei oder drei Tagen beziehungsweise Nächten seine Spuren ein. Mehr „Produktion“ findet für dieses Instrument nicht statt – aber es ist noch “da”.

Im Mix allerdings geht der Bass dann verloren: Während der laufenden US-Tour mit Van Halen und den Scorpions im Sommer 1988 (alles dazu hier) fliegen Ulrich und Hetfield ständig nach New York. Dort steht das Bearsville Studio, in dem Steve Thompson und Michael Barbiero (bekannt von Appetite For Destruction) das Album abmischen. Deren erklärtes Ziel lautet, den Vorgänger Master Of Puppets als Messlatte zu begreifen und klanglich noch zu übertreffen. Doch wie sich rausstellt, hegen die Musiker andere Pläne.

Metallica 1988: James Hetfield, Kirk Hammett, Lars Ulrich, Jason Newsted (v.l.)

Die Sache mit den Mitten

Wie und wann genau die Vision der beiden Chefs entsteht und aus dem Ruder läuft, wissen wir nicht, aber Lars und James entscheiden sich für einen extrem trockenen Klang mit weniger Mitten, den so genannten „scooped sound“. So verleihen Metallica ihren Songs einen brettharten, vor allem aber eigenen Klang. Knüppelhart und ordentlich auf die Zwölf passt bestens zum Material, allerdings geht fett, lebendig und „rund“ doch anders.

Hetfields Gitarrenwand besitzt deswegen insbesondere Höhen und Bässe – und endet mit letzteren in dem Klangbereich, in denen sich eigentlich der eigentliche Bass durchsetzen sollte, nämlich „unten rum“. Oder anders formuliert: Hetfields Axt klingt alleine schon sehr “bassig”. Die Folge: Es gibt zwar „Gewummer“ auf der Platte, aber das stammt zu großen Teilen von Gitarren und Schlagzeug, nicht nur vom Bass. Was Jason spielt, hört man alleine wegen dieses Konfliktes weniger.

Die Sache mit der Dopplung

Hinzu kommt, dass Newsted es von seiner vorherigen Band Flotsam & Jetsam kennt, die Riffs der Gitarre einfach mitzuspielen, was im Thrash Metal generell nicht ungewöhnlich ist. Wenn Bass und Gitarre also das Gleiche spielen und sich zudem in den gleichen Frequenzbereichen tummeln, wird es schwer, das im Mix noch auseinanderzuhalten. Im tonalen Zweikampf mit den mächtigen Riffgebirgen und den dominanten Drums geht Jason Newsteds Instrument jedenfalls unter.

James Hetfield formuliert das 2008 in einem Interview mit Guitar World so: „Weil Jason meine Parts gedoppelt hat, konnte man kaum sagen, wo die Gitarre anfängt und der Bass aufhört. Außerdem hatte ich auf Justice diesen ‚scooped sound’ mit vielen Tiefen und Höhen, aber wenigen Mitten. Meine Gitarre hat so die ganzen tiefen Frequenzen quasi aufgefressen.“ Newsted selbst bestätigt dieses Problem ebenfalls , etwa gegenüber der Website Metal Exiles, und verweist auf seine mangelnde Erfahrung: „Hätte ich damals schon gewusst, was ich jetzt weiß, wäre das anders gelaufen.“

Lars’ Entscheidung

Vor allem aber, und hier liegt wohl der Hauptgrund für Jason Newsteds klangliche Abwesenheit auf der Platte, wird das Instrument Bass im Mix runtergedreht. Steve Thompson hat das vor einigen Jahren explizit bestätigt und erzählt im Interview mit Loudwire die ganze Geschichte: „Am ersten Tag kam Lars an mit einem Stapel Notizen zum EQ-Setup für die Drums. Das haben wir umgesetzt, und es klang beschissen.“ Also fertigen Thompson und Barbiero eine Alternative an, die Hetfield absegnet. Lars’ beharrt jedoch auf seiner Vision und geht noch weiter: Er bittet den Mischer, den Bass so sehr leiser zu machen, dass er kaum noch wahrzunehmen ist – und dann noch ein Stück weiter. Thompson fragt den Dänen, ob er Witze macht, und schaut fragend zu Hetfield. Der wirft daraufhin nur die Arme in die Luft. (Im Videointerview sieht man die Geste nicht, aber Thompson wird hier damit zitiert.) Flemming Rasmussen bestätigt das: „Lars und James haben entschieden, den Bass runterzuregeln. Ich weiß das, weil ich sie gefragt habe.“ Hinter dem Gesamtsound steckt also eine vielleicht nicht kluge, aber bewusste künstlerische Entscheidung, eine Vision für einen eigenen Klang. Aber das ist womöglich nicht alles, wie wir gleich sehen werden.

Jasons Reaktion

Jason Newsted trifft das natürlich hart. Der Metallica-Biograf Joel McIver zitiert den Bassisten in seinem (empfehlenswerten) Buch Justice For All: The Truth About Metallica: „Ich war so dermaßen enttäuscht, als ich den finalen Mix gehört habe. Das hat mich echt am Boden zerstört, deshalb habe ich das einfach ausgeblendet.“

Der Musikjournalist Steffan Chirazi, langjähriger Metallica-Kollaborateur und federführend beim Fanclub-Magazin So What!, erinnert sich im Buch aus dem neuen Justice-Boxset an eine frühe Reaktion Newsteds. Kurz vor der Veröffentlichung spielt ihm der Musiker das fertige Album vor und schaut in die Runde: „Fällt euch was auf?“ Keiner versteht, was Jason meint, bis der merklich frustriert die Frage stellt: „Wo ist der verdammte Bass?“ Chirazi gibt zu Protokoll, dass der Bassist ihm gegenüber fortan kein weiteres Mal über dieses diffizile Thema gesprochen habe.

In der Tat hält Newsted den Rücken gerade (nicht zum letzten Mal) und sorgt eben umso mehr dafür, dass man ihn insbesondere live nicht überhören kann. Drei Dekaden später hat er seinen Frieden gemacht: „Justice ist, was es ist“, sagt er öfter, eine spezielle Momentaufnahme eben, die trotzdem große Erfolge einfahren konnte. In einem Interview mit Eddie Trunk 2016 formuliert er es so: „Das Album klingt perfekt für diese Zeit und das, was wir damals repräsentiert haben.“ (Nachhören könnt ihr das hier.)

Hat seinen Frieden mit dem Album gemacht: Jason Newsted

Was die Band heute sagt

Natürlich kritisieren viele Fans seit Erscheinen der Platte den Sound – selbst wenn wir der Vollständigkeit halber an dieser Stelle konstatieren wollen, dass manche Hörer genau diesen speziellen brettharten, furztrockenen Klang lieben. In einem Videointervie mit Rolling Stone-Journalist David Fricke kurz nach Erscheinen der Remastered-Version bezeichnet Lars den Prozess als „Ergebnis instinktiver Entscheidungen, die wir damals getroffen haben“. Er bestätigt das Problem mit den Frequenzen und weist daraufhin, dass niemand sich vorher fest vorgenommen hat, das Album auf eine bestimmte Art abzumischen. Vielmehr habe es sich aus den Begebenheiten entwickelt. „Es ist wichtig festzuhalten, dass das nicht so geplant war.“

Umstrittenes Meisterwerk: „…And Justice For All“

Schon zum 20. Jubiläum der Scheibe hatte Ulrich im Decibel-Magazin klargestellt, dass der Bass nicht als Trotzreaktion gegenüber Jason entfernt wurde: „Justice war die James-und-Lars-Show, von Anfang bis zum Ende. Aber es ging uns nicht darum, ihm eine reinzuwürgen. Wir haben das Teil abgemischt und uns selbst zu sehr auf die Schulter geklopft dabei. Wir haben die Rhythmusgitarren und die Drums so lange hochgedreht, bis der Bass verschwunden ist.“ Leadgitarrist Kirk Hammett schlägt in Decibel eine ähnliche Kerbe: „Es war ein Experiment, und ich bin nicht sicher, ob das hundertprozentig geglückt ist.“

Oder doch Schikane?

Nun könnte hinter diesen Entscheidungen noch mehr gesteckt haben als klangliche Überlegungen: Die Fans wissen, dass Jason Newsted von den Metallica-Jungs lange Zeit sehr hart angepackt, ja geradezu schikaniert wurde. Anders wussten die zotteligen Headbanger nicht mit dem Tod seines Vorgängers Cliff Burton umzugehen. Denn schon wenige Wochen nach dessen Unfall am 27. September 1986 (mehr hier) rollt die Metal-Maschine weiter, und Metallica stehen wieder auf der Bühne, ohne den Verlust zu verarbeiten. Man darf nicht vergessen: Die Burschen waren damals nicht mal Mitte Zwanzig und befanden sich in einem Wirbelsturm aus Metal-Wahnsinn, Bier und Weltreisen. Als Rechtfertigung reicht das nicht, aber als Erklärung. Und wir wagen die Behauptung, dass James, Lars und Kirk als erwachsene Männer rückblickend da auch den Kopf schütteln. Jason sieht das genauso: „Würde man sie heute fragen, jetzt, wo alle Kinder haben und reifer geworden sind, käme die Antwort: ‚Oh, Mist. Oops.‘ Das würden sie einem so direkt sagen.“ Wir haben gesehen, dass definitiv nicht nur diese Attitüde gegenüber dem Neuen eine Rolle gespielt hat. Aber es wäre ärgerlich und mehr als ein bisschen doof, wenn Jason vor allem runtergedreht wurde, um ihm eine reinzuwürgen.

And Justice For Jason

Einige technisch beschlagene Fans wollen sich mit dem Sound jedoch nicht abfinden: Über die Jahre tauchen immer neue Versionen des Albums mit Titeln wie …And Justice For Jason oder …And Jason For All auf, bei denen versucht wurde, den vermissten Bass stärker in den Vordergrund zu rücken. Mal hat jemand am EQ gedreht, mal den Bass selber neu eingespielt, vor allem aber hat die offizielle Veröffentlichung einer Handvoll der Songs als Einzelspuren für das Spiel Guitar Hero: Metallica im Jahr 2009 neue Möglichkeiten eröffnet. Die Qualität der Ergebnisse unterscheidet sich deutlich.

5 Wahrheiten über Metallica

Metallica selbst haben sich jedoch dagegen entschieden, ihr Werk nach dreißig Jahren komplett neu zu mischen oder gar nochmal einzuspielen. „Diese Platten sind das Produkt einer bestimmten Zeit unseres Lebens, Schnappschüsse einer Ära“, sagt Hetfield in Guitar World. „OK, Justice könnte etwas mehr Bässe gebrauchen und St. Anger weniger Blechtrommel, aber solche Sachen machen die Alben zu einem Teil unserer Geschichte.“ Oder anders formuliert: Die Platten sollen grundsätzlich bleiben, was sie sind – einen Standpunkt, bei dem sich Hetfield, Ulrich, Hammett und auch Newsted einig zu sein scheinen. Steve Thompson äußerte sogar die Vermutung, dass der Zustand der Bänder gar keine neue Abmischung von Grund auf erlauben würde, aber das ist eine andere Geschichte.

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Motown: Die 15 wichtigsten Songs aus der legendären Hitfabrik

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Motown

Gespeist aus einem gewaltigen Backkatalog, der Jahrzehnte umspannt, haben die größten Hits aus dem Hause Motown nicht nur eine Ära definiert: Sie sind dermaßen zeitlos, dass sie längst als Inbegriff des „Classic Pop“ gelten müssen. Dass Berry Gordy es geschafft hat, sein unabhängiges Soul-Label aus Detroit zu einer der bekanntesten Musikadressen der Welt zu machen, ist an sich schon bemerkenswert. Dass die bei Motown veröffentlichten Titel auch nach so langer Zeit zu den bekanntesten und mitreißendsten Aufnahmen der Musikgeschichte zählen, unterstreicht, was für ein einzigartiges Gespür Mr. Gordy hatte. Die 15 Titel, die nun folgen, sind dabei nur die Spitze des Eisbergs.

von Ian McCann

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15. I Want You (Marvin Gaye)

Das Verlangen überwältigt Marvin Gaye im Verlauf des Titelsongs seines I Want You-Longplayers aus dem Jahr 1976. Produziert von Leon Ware, der außerdem Co-Autor ist, kann sich dieser Song mitunter sogar fast schon zu intim anfühlen, sollte man gerade nicht in Stimmung sein – doch wer bitte ist schon nicht in Stimmung, wenn Mr. Gaye loslegt?

14. Heaven Must Have Sent You (The Elgins)

Die vom Hitmaker-Trio Holland-Dozier-Holland komponierte und produzierte Single sollte für The Elgins der einzige wirklich große Hit bleiben – dabei hätten ihre Ausnahmestimmen deutlich mehr Erfolge verdient. Doch 1966 ein Top-50-Titel in den Staaten, mussten sie auch noch fünf Jahre warten, bis ihr Hit in England die Top-3 knackte. Trotzdem: Auch musikalisch ganz klar ein Geschenk des Himmels!

13. Just My Imagination (Running Away With Me) (The Temptations)

Eine verträumte – genauer: tagträumerische – Ballade, die zugleich als Abschiedsgeschenk von Eddie Kendricks an The Temptations fungierte. Was als Geschichte von einem verblendeten Schwärmer beginnt, verwandelt Kendricks in einen Traum aller Fans. Außerdem war’s ein Abschiedsgruß an den Kollegen Paul Williams, der 1971 aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste.

12. Reach Out I’ll Be There (Four Tops)

Der Monsterhit der Four Tops aus dem Jahr 1966. Levi Stubbs aktiviert jeden Muskel, spannt jede Sehne, belastet seine Stimmbänder aufs Äußerste, um allen Zuhörenden klarzumachen, dass er bereit wäre, sie zu fangen, sollten sie denn einmal fallen. Was für ein Typ. Was für ein Track.

11. My Guy (Mary Wells)

Die etwas wehklagend wirkende Sirene zu Beginn markiert den Auftakt zu jenem Song aus dem Jahr 1964, der damals wie eine Bombe einschlug. Von Smokey Robinson komponiert, war der Song für Mary Wells hinterher auch der größte Motown-Hit – denn wenig später verabschiedete sie sich nach vielen Jahren vom Label. Auch heute klingt der Song immer noch so klar und lebendig wie vor gut 50 Jahren.

10. My Girl (The Temptations)

Die Antwort auf My Guy (Mary Wells) schrieb Smokey mit My Girl: Der nächste große Wurf, der gerade durch das reduzierte Gitarrenspiel von Robert White so unwiderstehlich wird, weil das Motiv so grandios mit David Ruffins Gesang harmoniert. Zärtlich und dabei doch lebhaft, darf dieser Titel als inoffizielle Hymne und Erkennungsmelodie der Temptations gelten.

9. Sir Duke (Stevie Wonder)

Mit seiner Verneigung vor jenen Swing-Jazz-Ikonen, die ihn als Kind inspiriert hatten, lieferte Stevie Wonder im Jahr 1976 einen dermaßen ausgelassenen Titel ab, dass man fast meinen könnte, „Sir“ Duke Ellington persönlich habe ihn eingespielt – nur klang die Single dafür dann doch einen Tick zu funky! Ein großer, fröhlicher, überschwänglicher Platz-1-Kandidat im Jahr 1977.

8. Stop! In The Name Of Love (The Supremes)

Schluss mit den Spielchen, Junge! Denn The Supremes wissen ganz genau, was du da treibst – und der dazugehörige Song funktioniert als Bitte um Besserung und als unüberhörbarer Warnschuss zugleich. Allein wie die charmanten Damen das Wörtchen „charms“ benutzen! Also wenn diese Message nicht bei ihm ankommt, dann kann er nur ein seelenloses Wesen sein. Oder taub.

7. The Tracks Of My Tears (The Miracles)

Noch so ein miracle von Smokey: Dieses vertonte Geständnis war 1965 ein Top-10-Hit in den USA – hätte aber noch deutlich höher in den Charts klettern müssen. Das Problem: Die Dinge sind nicht immer so, wie es scheint. Ein Thema, das er auch mit Tears Of A Clown umkreisen sollte. Sein Leid ist der Stoff für ein Lied, das man nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

6. I Want You Back (Jackson 5)

Die Jungs aus Gary, Indiana drehten mal so richtig auf für ihre erste Tamla-Veröffentlichung: Wie eine Kreuzung aus ganz, ganz jungen Sly And The Family Stone mit den Temptations im Teenager-Alter wirkte das. Veröffentlicht 1969, ganz oben in den Charts im Jahr drauf: Es war die Geburtsstunde eine Legende.

5. What Becomes Of The Brokenhearted (Jimmy Ruffin)

Auch der Bruder des Temptations-Sängers ergriff seine Chance bzw. das Mikrofon: Hier präsentiert er eine eher düstere Geschichte aus dem Land der Verlassenen und Einsamen. Von Anfang an beliebter bei den Briten und Britinnen als in den USA, schaffte es die Single doch immerhin auf Platz 7 der US-Charts. Kein Wunder bei so viel Soul.

4. I Heard It Through The Grapevine (Marvin Gaye)

Marvin Gaye war nicht der erste, der I Heard It Through The Grapevine aufgenommen hat. Auch nicht der erste, der damit die Charts eroberte, denn das hatten vor ihm schon Gladys Knight And The Pips übernommen. Trotzdem ist seine Version, gedrosselt und eindringlich, diejenige, die zum Klassiker werden sollte. Die Single war riesengroß im Jahr 1968. Und sie ist es heute noch.

3. Papa Was A Rollin’ Stone (The Temptations)

Auch diesen Song hatten Undisputed Truth schon im Jahr zuvor eingespielt, aber erst The Temptations machten ihn 1973 zum Mega-Hit. Man sagt, die Bandmitglieder hätten sich zunächst nicht wirklich wohl damit gefühlt, dermaßen abfällig über ihre Papas zu reden – schließlich waren die Väter allesamt ganz anständige Leute. Pure Fiktion also, und fantastisch eingängig verpackt.

2. Someday We’ll Be Together (Diana Ross And The Supremes)

Mit dieser Version des Johnny And Jackey-Duetts aus dem Jahr 1961 verabschiedete sich Diana Ross von den Supremes: Passend dazu klingt der Song denn auch nach Resignation und Hoffnungsschimmer zugleich. Das Arrangement ist dem Original überraschend ähnlich; verantwortlich dafür war Johnny Bristol persönlich, der Johnny also von Johnny And Jackey. Ironisch daran ist vor allem, dass die Supremes genau genommen gar nicht mitsingen. Denn man hört nur Diana Ross, deren Stimme von Mr. Bristol immer höher und höher getrieben wird.

1. Ain’t No Mountain High Enough (Marvin Gaye & Tammi Terrell)

Die Bergspitze des Sixties-Pop, einer der größten Soul-Tracks aller Zeiten, und für viele Menschen auch ganz klar: der Höhepunkt der Motown-Ära. Der von Ashford & Simpson komponierte Song vereint Gospel-Wurzeln mit himmlischem Soul – in einem Arrangement, das sich aus seichten Tälern bis in luftige Höhen erhebt. Marvin und Tammi klangen nie besser als hier, weder zusammen noch als Solokünstler. So leidenschaftlich. So ambitioniert.

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Motown Records: Vom Party- zum Protest-Sound einer ganzen Generation

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18 Vinyl-Singles: Box der frühen Rolling-Stones-Singles kommt!

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Rolling Stones

Die Stones wärmen sich für ihren 60. Geburtstag auf. Als Teil der Feierlichkeiten erscheint am 10. Juni 2022 eine schon jetzt legendäre Box mit insgesamt 18 Vinyl-Singles als 7-Inch – die Singles Box Volume One: 1963 – 1966. Vorbestellungen sind ab sofort möglich. Und sollten zügig getätigt werden.

von Björn Springorum

Wenn das mal kein Schmuckstück ist: Am 10. Juni 2022 erscheint die Singles Box Volume One: 1963 – 1966 von den Rolling Stones. Das ist allein aufgrund des Umfangs ein Grund zum Jubeln für alle Fans der Band: Insgesamt 18 Singles und EPs, jede für sich auf 7-Inch-Vinyl gepresst und gemeinsam in einer maßgeschneiderten Box verpackt, rollen die turbulente und feurige Frühphase der Stones auf. Die Limitierung dürfte dafür sorgen, dass das Ding zackig vergriffen ist, wer vorbestellen möchte, sollte das also besser rasch und hier tun:

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Die Singles Box Volume One: 1963 – 1966 bietet liebevolle, vor allem aber authentische Reproduktionen von den originalen Erstauflagen, wie sie die Labels London und Decca in der ersten Hälfte der Sechziger veröffentlicht haben – authentisch bis zur Verpackung und den Sleeves. Und das alles in dieser Form zum ersten Mal auf Vinyl!

Rare B-Seiten

Die Box macht aber nicht nur optisch jede Menge her, sie bietet auch viel: Mit The Rolling Stones E.P, Five By Five und Got Live If You Want It! finden sich gleich drei EPs in der Kollektion, die man jetzt auch nicht unbedingt auf Vinyl hinterhergeworfen bekommt. Dazu gibt es natürlich jede Menge Non-Album-Tracks, die auch nicht viele in ihrer Plattensammlung haben dürften: Come On, I Want To Be Loved von 1963 oder I Wanna Be Your Man und Stoned von 1964 beispielsweise.

Das ist nicht alles: Sad Day ist eine seltene B-Seite, die mit 19th Nervous Breakdown kam, die Hits (I Can’t Get No) Satisfaction und Get Off Of My Cloud begeistern mit alternativen B-Sides. Kurz gesagt: Die frühen Jahre der Stones wurden noch nie zu kohärent und voller Entdeckungen in einer edlen Box zusammengebracht. Dafür sorgt auch ein 32-seitiges Buch voller Liner-Notes von Rolling-Stones-Autorität Nigel Williamson. Seltene Fotos inklusive.

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Zeitsprung: Am 10.9.1963 überlassen die Beatles den Rolling Stones einen Song.

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„Money For Nothing“: Erste Best-Of der Dire Straits kommt als Doppel-Vinyl!

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Dire Straits
Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Gut zehn Jahre nach ihrer Bandgründung veröffentlichen Dire Straits ihre erste Werkschau Money For Nothing. Am 17. Juni 2022 erscheint die Klassikerparade neu gemastert auf schmucker Doppel-Vinyl. Die Vorbestellungen laufen bereits.

Hier könnt ihr die größten Hits der Dire Straits hören:

Im Oktober 1988 ziehen Dire Straits erstmals Bilanz. Und da gibt es einiges zu tun: Ihre erste Best-Of-Veröffentlichung Money For Nothing vereint Songs ihrer ersten fünf Studioplatten Dire Straits (1978), Communiqué (1979), Making Movies (1980), Love Over Gold (1982) und natürlich Brothers In Arms (1985). Ironie des Schicksals: Viel soll danach nicht mehr kommen: Nach On Every Street 1991 ist dann sehr bald Schluss.

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Keine 15 Jahre gab es die Dire Straits. Und dennoch: Ihr leidenschaftlicher, bluesiger Roots Rock eroberte von Großbritannien aus schnell die Welt, ihre evokativen Texte schufen ein ähnliches Narrativ wie Heartland-Boss Bruce Springsteen, Frontmann, Komponist und Produzent Mark Knopfler war genau der Richtige für den Job als elegante Galionsfigur.

Der Sound der Achtziger

Knopfler, einer der erfolgreichsten Musiker, die das Vereinigte Königreich je produzieren sollte, definierte den Sound der späten Siebziger und frühen Achtziger und legte mit zeitlosen Songs wie Sultans Of Swing, Romeo And Juliet, Money For Nothing oder Walk Of Life das Fundament für zahllose weitere Künstler*innen. Ehrensache, dass sich alle erwähnten Songs auch auf dieser Neuauflage finden. Die kommt auf 180 Gramm schwerem Vinyl, mit einem nagelneuen Master von Bob Ludwig und enthält mit Telegraph Road (Live Remix) einen Song, den es bisher nur auf CD gab, sowie eine bislang unveröffentlichte Live-Version von Portobello Belle.

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Zeitsprung: Am 12.8.1949 kommt Mark Knopfler (Dire Straits) zur Welt.

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