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Popkultur

Zeitsprung: Am 17.1.2001 zeigt Jason Newsted Rückgrat aus Stahl und verlässt Metallica.

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Foto: Karina Metalfield

"Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 17.1.2001.

von Christof Leim

Sowas geht nur mit stählernem Rückgrat: Am 17. Januar 2001 verlässt Bassist Jason Newsted Metallica, die größte Metal-Band des Planeten. Die Gründe bleiben lange unklar, doch mittlerweile weiß man, was da los war…

Hört euch das grandiose Live Shit: Binge & Purge von Metallica mit Jason an:

Das neue Jahrtausend fing nicht gut an für Metallica: Damals läuft es schon eine Weile nicht rund im inneren Zirkel. Jeder der vier Musiker hat so seine Probleme mit sich, mit den anderen und dem Rest des Lebens. Das kommt in den besten Familien und Legendenbands vor. So richtig kracht es dann, als Jason Newsted am 17. Januar 2001 nach reiflicher Überlegung die Brocken hinwirft. Er verlässt die erfolgreichste Metal-Kapelle der Welt, in die er 1986 als Fan eingestiegen war. Das muss man erstmal bringen.

Was war da los?

Als Grund nennt er in einer Presseerklärung „private und persönliche Gründe sowie die körperlichen Schäden“, die er sich mit Dekaden härtester Metal-Shows selbst zugefügt habe. Das klingt plausibel: Wer sich Videos von damals anschaut, darf sich fragen, warum Jasons Kopf überhaupt noch auf den Schultern sitzt. Wie sich später rausstellt, steckt viel Diplomatie in seinem Statement. Der wichtigste Grund für den Ausstieg bleibt nämlich ungenannt: eine signifikante Meinungsverschiedenheit zwischen Newsted und James Hetfield, die viel mit Mangel an Respekt und Kommunikation zu hat. In einem Interview zwölf Jahre später geht der Bassist ins Detail.

Einfach hatte es Jason Newsted es bei Metallica von Anfang an nicht: 1986 stirbt Cliff Burton bei einem Busunglück in Schweden und hinterlässt eine fast nicht zu füllende Lücke. Doch die Band legt keine Pause ein und sucht umgehend einen Nachfolger. Das Rennen macht der 23-jährige Newsted, ein riesiger Metallica-Fan, der in Phoenix, Arizona die Band Flotsam & Jetsam anführt. Bei der Audition wird er von Lars Ulrich gefragt, welche Songs er spielen kann. Jasons Antwort: „Alle.“ Schon sechs Wochen nach dem Unfall stehen Metallica wieder auf der Bühne, und zwar in Reseda, Kalifornien, in einem kleinen Laden namens Country Club. Aufnahmen der Show wurden im Master Of Puppets-Boxset veröffentlicht. Kurz darauf spielt die Band zum ersten Mal in Japan und setzt anschließend die Europatour zu ihrem Meisterwerk Master Of Puppets fort. Keine Pause, keine Auszeit – und keine Gelegenheit, den Verlust zu verarbeiten und sich in der neuen Besetzung aneinander zu gewöhnen. Vielleicht zollen die anderen drei Jason deshalb nie den nötigen Respekt, er wird jahrelang geradezu schikaniert.

Ein Arbeitstier

Aber er zieht durch und kann insbesondere auf der Bühne glänzen. Er erweist sich als wahres Moshmonster mit 110% Prozent Einsatz, als fanatischer Musikliebhaber und unermüdlicher Arbeiter in der Metallica-Maschine. Die nächste Platte …And Justice For All (1988) beginnt sogar mit einem Song, der auf einem Jason-Riff basiert: Blackened. Allerdings drehen die beiden Chefs Hetfield und Ulrich beim Mix der Scheibe den Bass soweit runter, dass er kaum zu hören ist. Viele Ideen kann Jason im Laufe der Jahre nicht beisteuern, in 14 Jahren sind es gerade mal drei. Er spielt auf vier Studioalben, darunter der Millionenmegaseller Metallica (1991), außerdem auf einer Coverscheibe, einer EP und zwei fetten Liveplatten. Für über 1000 Shows steht er auf der Bühne und tourt mehrere Male um die Welt.

Metallica 1991 beim Monsters Of Rock-Festivals in Moskau:

Ende 2000 allerdings kommt es zum Bruch: Jason, der immer mit vielen Leuten gejammt und Projekte gestartet hatte, nimmt mit einer kleinen Zweitband names Echobrain ein Album auf. Das hat stilistisch nichts mit Metallica zu tun, doch Hetfield passt das nicht. Er sieht „sein Baby“ durch solche Nebenaktivitäten gefährdet und zieht die Daumenschrauben an. Jason kann das nicht akzeptieren und fasst am 27. September 2000 – Cliff Burtons Todestag – den Entschluss, die Band zu verlassen. Der Auftritt bei den VH1 Music Awards in Los Angeles am 30. November 2000 sollte sein letzter Gig mit Metallica sein. Der finale Song passenderweise: Fade To Black.

Am 10. Januar 2001 findet ein Bandmeeting statt, das nicht gut läuft und bei dem anscheinend auch das Management keine besonders gute Figur macht. Am 17. Januar 2001 schließlich erscheint die Pressemeldung und der Metal-Welt fällt kollektiv die Kinnlade runter. Die Details dieser Entwicklung schildert Newsted sehr ausführlich in einem sehenswerten Interview auf ScuzzTV. Bei Minute 30 geht es los.

Jason Newsted lässt erstmals Details zu seinem Ausstieg hören:

Vielfach wird angenommen, dass Jason explizit ausgestiegen sei, um Echobrain nach vorne bringen zu können. Doch seine Äußerungen über die Jahre machen klar, dass es hier um Respekt und das Verhältnis der Metallica-Musiker untereinander ging. Dass der Bassist im August 2002 Echobrain wieder verlässt, verdeutlicht das. Kurz gesagt: Er hatte wenig kreativen Einfluss bei Metallica, durfte aber nichts außerhalb auf die Beine stellen. Zudem liegt es ihm schwer auf der Seele, dass sein Engagement und seine Hingabe angezweifelt werden. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Nach eigenen Aussagen fällt er nach seinem Ausscheiden in eine monatelange Depression, stellt seinen Entschluss aber nie in Frage. In den folgenden Jahren spielt Jason unter anderem bei Ozzy und Voivod, wendet sich später wegen einer Schulterverletzung, die ihn am Spielen hindert, der bildenden Kunst  zu. 2009 tritt er mit seinen alten Kollegen bei der Aufnahme von Metallica in die Rock’n’Roll Hall of Fame auf, 2011 gastiert bei allen vier umjubelten Konzerten zum 30-jährigen Bandjubiläum.

2011 steht Jason Newsted nochmal mit Metallica auf der Bühne:

2012 gründet er die Band Newsted, in der er auch singt. Eine EP und ein Album erscheinen, weitere Aktivitäten sind nicht bekannt. Immer Sommer 2016 taucht er dann bei kleinen Konzerten auf, auf denen er als Jason Newsted & the Chophouse Band Countrysongs auf der Akustischen darbietet. Ansonsten hält sich der Musiker aus der Öffentlichkeit fern. Den Millionen Metallica-Fans bleibt er in Erinnerung als ein begeistertes und begeisterndes Metallica-Mitglied, als hervorragender Musiker und intensiver Bühnenarbeiter. Seine harte, aber offensichtlich unvermeidbare Entscheidung findet dabei durchaus Bewunderung.

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„…And Justice For All“ von Metallica: Die Sache mit dem Bass

Popkultur

Im Auftrag des Herrn: Als Bob Dylan vor Papst Johannes Paul II. auftrat

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Bob Dylan
Foto: POOL/AFP/Getty Images

Gläubig war Bob Dylan irgendwie schon immer — mal in der einen, mal in der anderen Religion. Doch darum geht es nicht, als er am 27. September 1997 vor Papst Johannes Paul II. auftritt

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch Echoes, Silence, Patience & Grace von den Foo Fighters anhören:

Mit seinem Gig vor Papst Johannes Paul II. löst Bob Dylan im September 1997 einen ganz schönen Trubel aus. „Darf der das?“, lautet die allgegenwärtige Frage. „Nein“, finden zahlreiche Mitglieder der katholischen Kirche. Kardinal Joseph Ratzinger (später: Papst Benedikt XVI.) möchte den Auftritt sogar verhindern. Doch Dylan bahnt sich seinen Weg zum Häuptling und gibt in Anwesenheit von mehr als 300.000 jungen Katholiken Songs wie Knockin’ On Heaven’s Door, A Hard Rain’s A-Gonna Fall und Forever Young zum Besten. Der Papst hält anschließend ein flammendes Plädoyer für die katholische Kirche — und zitiert darin auch Dylans Songtexte.

„Du sagst, dass ‚blowin‘ in the wind’ die Antwort ist, mein Freund“, proklamiert das Kirchenoberhaupt in Dylans Richtung. „So ist es. Es ist aber nicht der Wind, der Dinge davonträgt, sondern der Atem und das Leben des Heiligen Geistes. Die Stimme die ruft und sagt: ‚Komm!‘. Du fragst, wie viele Wege ein Mann gehen muss, bevor er zum Mann wird. Ich antworte: Es gibt für einen Mann nur einen Weg und das ist der Weg von Jesus Christus, der gesagt hat: ‚Ich bin der Weg und das Leben.‘“ Ob der Papst Dylans Fragen damit beantworten konnte, wissen wir auch nicht. Was wir allerdings wissen, ist, dass Dylans Auftritt beinahe nicht stattgefunden hätte.

Johannes’ Nachfolger Benedikt XVI. hat Einwände

„Es gab Gründe, skeptisch zu sein und das war ich“, schreibt Papst Benedikt XVI. in seinem Buch Johannes Paul II: Mein geliebter Vorgänger. 1997 heißt Benedikt noch Joseph Ratzinger und ist Kardinal. „In gewisser Weise bin ich auch heute [2007] noch skeptisch.“ So äußert der Rockmusikhasser in dem Buch seine Zweifel darüber, ob es richtig gewesen sei, den „sogenannten Propheten“ Dylan auf die Bühne zu lassen. 1997 möchte Kardinal Ratzinger das Konzert sogar aktiv verhindern und spricht sich gegen Dylans Auftritt aus. Zum Glück hat er damals noch nicht allzu viel zu sagen — und zum Glück sieht der amtierende Papst das Ganze ein wenig anders.

Dylan selbst erklärt in einem Newsweek-Interview, wie es um seine Religiosität bestellt ist: „Die Sache mit mir und der Religion ist die … Das ist die reine Wahrheit: Ich finde die Religiosität und Philosophie in der Musik. Ich finde sie nirgendwo anders.“ Immer wieder war es zu Verwirrung um Dylans Glauben gekommen, der zwar jüdisch aufwuchs, Ende der Siebziger aber unter großem Tamtam zum Christentum konvertierte. Später wendete er sich wieder davon ab. „Ich halte mich nicht an Rabbiner, Prediger, Evangelisten und all sowas“, versichert er. „Ich habe mehr durch die Lieder gelernt, als durch irgendeine Einrichtung. Die Lieder sind mein Lexikon und ich glaube ihnen.“

Dylan beim Papst: „Das war eine der besten Shows, die ich je gespielt habe.“

Warum Dylan 1997 dennoch seine Chance ergreift und vor dem Papst auftritt, können wir nur erahnen. Die mediale Aufmerksamkeit wird sicher dazu beigetragen haben, denn nur wenige Tage später erscheint sein 30. Album Time Out Of My Mind. Doch auch der Spaß kommt nicht zu kurz: „Das war eine der besten Shows, die ich je gespielt habe“, verrät er später in einem Interview mit dem Irish Sunday Mirror. Außerdem erklärt er: „Es gab Zeiten in meinem Leben, da konnte ich nur auf der Bühne glücklich sein.“ Touren falle ihm nicht schwer. „Viele Leute halten das Touren nicht aus, aber für mich ist das wie Atmen.“ Hoffentlich kommt er dabei nicht dem Atem des Heiligen Geistes in die Quere.

Aufnahmefehler und schlechte Verkaufszahlen: Die holprige Geschichte von Bob Dylans Debütalbum

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Popkultur

Pinke Stromgitarren für den Weltfrieden: Barbie And The Rockers

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Barbie And The Rockers

„"Blonde Haare, ein pinkes Traumhaus und ein noch pinkeres Cabrio: Seit mehr als sechs Jahrzehnten gehört Barbie zu den beliebtesten Spielzeugfiguren der Welt. Der erste Film mit der populären Puppe erschien am 27. September 1987 auf Videokassette. Der Name des Streifens: Barbie And The Rockers: Out Of This World. Ja, wirklich.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einen Ausschnitt aus Barbie And The Rockers anschauen:

Ihr habt richtig gelesen: Mitte der Achtziger gründet Barbie ihre eigene Band. Der Hintergrund: Spielzeughersteller Mattel möchte dem Konkurrenzprodukt Jem And The Holograms aus dem Hause Hasbro etwas entgegensetzen und schickt Barbie in die Welt der Krachmusik. „Barbie And The Rockers“ heißt die neue Reihe; in Europa erscheint sie unter dem Namen „Barbie And The Rock Stars“. E-Gitarren, ein Drumkit, sogar eine Bühne: Kinder, die mit der blonden Puppe Rock’n’Roll spielen möchten, haben ab 1985 die freie Wahl. Und nicht nur das: Die lautstarke Spielzeugreihe läutet auch Barbies Filmdebüt ein. Am 27. September 1987 erscheint die allererste Fernsehsendung der Puppe auf Videokassette.

Zugegeben, die Handlung von Barbie And The Rockers: Out Of This World klingt ein wenig albern. In dem Film wird Barbie aufgrund ihrer weltweiten Berühmtheit zur Botschafterin für den Weltfrieden ernannt. Als die Gruppe ihre Welttournee beendet hat, sagt Barbie, sie habe etwas ganz Besonderes geplant, das „nicht von dieser Welt“ sei. Selbst ihre Band weiß noch nicht, worum es geht. Eines Tages bekommt Barbie eine Einladung von der Weltfriedensorganisation. Zu ihren Ehren soll ein Ball veranstaltet werden. Sie bittet Ken darum, sie zu begleiten, und geht mit ihren Freundinnen shoppen. Auf dem Ball verkündet Barbie dann die große Neuigkeit: Sie möchte mit ihrer Band ein Konzert im Weltall geben.

Barbie And The Rockers: Soundtrack von den Beatles und Lovin’ Spoonful

Anfangs sind ihre Bandmitglieder wenig begeistert von der Idee, stimmen aber schließlich zu. Später fliegt die Rockgruppe mit einem pinken Space Shuttle zum „Interstar Amphitheater“, wo sie von einem Herrn namens Dr. Leonard begrüßt wird. Ein kleines Publikum wartet auch schon auf die Rockerinnen. Der anschließende Auftritt von Barbie und Co. wird weltweit im Fernsehen übertragen und die Band stellt sogar einen neuen Song vor, den sie extra für die Show geschrieben hat. Zum Schluss der Show erklärt Barbie, dass dies der erste Tag des Weltfriedens sei, und dass es nicht der letzte sein wird, wenn alle das genug wollen. Leichte Kost, also. Für den Soundtrack des Streifens covert Barbie unter anderem die Beatles und Lovin’ Spoonful.

Heute gibt es unzählige Barbie-Filme; ein weiterer soll nächstes Jahr anlaufen. Falls wir euch mit unserem Artikel angefixt haben, müssen wir euch allerdings enttäuschen: Barbie And The Rockers: Out Of This World ist ausschließlich auf gebrauchten Videokassetten und einigen wenigen DVDs erhältlich. Einer Neuauflage scheinen vor allem die Coversongs im Weg zu stehen, die für eine erneute Veröffentlichung noch einmal lizensiert werden müssten. Vielleicht klappt das ja eines Tages. Es wäre sogar ein Box-Set möglich. Mit Barbie And The Sensations: Rockin’ Back To Earth gibt es nämlich noch eine Fortsetzung von Barbies Rockstar-Abenteuern. Im Sequel kehrt die Puppe mit ihrer Band auf die Erde zurück — und steckt auf einmal im Jahr 1959 fest. Doch das ist eine andere Geschichte.

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Popkultur

Die 10 größten Meat-Loaf-Hymnen

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Meat Loaf
Foto: Sony Music Archive via Getty Images/Terry Lott

Er war ein gewaltiger Rockstar im Wortsinn: Die Musikwelt trauert um den großen Meat Loaf. Wir erinnern uns an den legendären Koloss des Hard Rock und blicken auf seine unvergesslichsten Songs zurück.

 von Björn Springorum

Auch wenn er natürlich viel mehr gemacht hat: Am ehesten bringt man Meat Loaf mit seiner Bat-Out-Of-Hell-Trilogie in Verbindung. Mehr als 65 Millionen Mal haben sich diese drei Alben verkauft, das erste und erfolgreichste geht bis heute rund 200.000 Mal jährlich über den Ladentisch. Kein Wunder: Das Meisterwerk von 1977 ist ein stellarer Moment des theatralischen Hard Rock, eine Art Broadway-Musical mit harten Gitarren.

Seine Stimme und das kompositorische Genie seines langjährigen Partners Jim Steinman nehmen eine Ausnahmestellung im Kanon des Rock‘n‘Roll ein. Hier kommen zehn seiner mächtigsten, emotionalsten, größten Songs.

1. I’d Lie For You (And That’s the Truth) (1995)

Meat Loaf hat sich nicht immer auf die Kompositionen von Jim Steinman verlassen. Schon zwei Jahre nach dem Erfolg von Bat Out of Hell II: Back Into Hell kommt Meat Loaf mit Welcome To The Neighborhood um die Ecke, einem Album, das auch ohne Steinman so klingt, als hätte er es geschrieben. Der erfolgreichste Song daraus wurde von Diane Warren komponiert, die zur damaligen Zeit eine unaufhaltsame Hitmaschine war. Die Power-Ballade wird dann auch zu seinem letzten großen Hit.

2. Rock And Roll Dreams Come Through (1993)

So ziemlich jeder Song auf der Fortsetzung von Bat Out Of Hell zeigt, dass weder Meat Loaf noch Jim Steinman die Pause von 16 Jahren geschadet hat. Ursprünglich für Steinmans 1981er Soloalbum aufgenommen, wird es durch Meat Loaf zu einem weiteren großen Epos aus Herzschmerz und einem Refrain, der so heute einfach nicht mehr gemacht wird. Ganz großes Kitschkino.

3. You Took The Words Right Out Of My Mouth (On A Hot Summer Night) (1977)

Als erster Beitrag seines legendären Gamechangers Bat Out Of Hell steht hier You Took The Words Right Out Of My Mouth, ein wahrgewordener Hard-Rock-Traum mit gotischem Video, grandioser Hook und allem, was den Rock‘n‘Roll der Siebziger so größenwahnsinnig machte. Besser wird‘s auch auf der größten Bühne nicht.

4. Two Out Of Three Ain’t Bad (1977)

Eigentlich könnte hier ja einfach das gesamte Bat Out Of Hell stehen, fertig. Es gibt einfach keinen Filler auf diesem Album. Auch Two Out Of Three Ain’t Bad ist ein echter Killer: Eine große, große Ballade, die Meat Loaf auf einem absoluten Höhepunkt zeigt und zugleich eins der besten Beispiele für Steinmans kompositorisches Genie ist. So was nennt man dann wohl perfekte Chemie.

5. Bat Out Of Hell (1977)

Allen Ernstes, wer sein Debüt mit einem Paukenschlag wie diesem eröffnen kann, der hat schon alles geschafft, ehe er überhaupt so richtig angefangen hat. Fast zehn Minuten nimmt sich der ausladende Opener Zeit und zieht auf dieser Langstrecke gleich mal alle Register: die Ouvertüre zu diesem unfassbaren Musiktheater, ein Start mit Feuerwerk, Kanonen und massiver Produktion. Übrigens: Als musikalische Gäste mischen hier Todd Rundgren sowie Roy Bittan und Max Weinberg von der E Street Band mit. Es heißt schon was, wenn man sagt, dass es die echt nicht gebraucht hätte.

6. Hot Patootie – Bless My Soul (1975)

Natürlich darf die Rocky Horror Picture Show hier nicht fehlen. Meat Loaf gibt in diesem schrägen Stück Rock‘n‘Roll den dusseligen Biker Eddie, der den Laden gehörig aufmischt. Sicherlich nicht seine Sternstunde. Aber allein aus popkultureller Sicht erwähnenswert.

7. Read ’Em And Weep (1981)

Kurioserweise wird nicht alles, was Meat Loaf und Jim Steinman gemeinsam angingen, zu Gold. Dead Ringer, der schwierige Nachfolger zu Bat Out Of Hell, leidet unter dem enormen Erfolg des Vorgängers, hat aber einige Perlen zu bieten. Read ’Em And Weep zum Beispiel, eine stimmungsvolle Ballade, die aber erst zwei Jahre später durch Barry Manilow zu einem gewaltigen Erfolg wird. Muss man manchmal nicht verstehen.

8. Objects In The Rear View Mirror May Appear Closer Than They Are (1993)

Am besten waren Meat Loaf und Jim Steinman immer zusammen. Das zeigt auch Bat Out Of Hell II: Back Into Hell, das Album, das 1993 eine zwölfjährige Funkstille beendet. Da ist sie wieder, diese theatralische, dramatische Magie und diese unfassbare Energie. Wir wiederholen uns, aber: Niemand schreibt solche Refrains!

9. I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) (1993)

Sein wahrscheinlich größter Hit stammt ebenfalls vom zweiten Teil seiner definierenden Trilogie: I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) ist eine der größten Rock-Balladen aller Zeiten – obwohl bis heute eigentlich niemand so recht weiß, worum es in der Nummer eigentlich geht. Egal, die Musik ist so unfassbar spektakulär, dass Meat Loaf auch nur summen könnte und die Nummer wäre immer noch unsterblich.

10. Paradise By The Dashboard Light (1977)

Wenn wir uns festlegen müssten, würden wir diesen Song als absolutes Karrierehoch von Meat Loaf wählen. Unterteilt in drei Kapitel und über acht Minuten lang, dennoch als Single veröffentlicht: Für Meat Loaf und Jim Steinman gelten damals andere Regeln. Der Song ist ein Überbleibsel aus Steinmans Neverland-Musical und bringt Meat Loaf mit der Hauptrolle Ellen Foley zusammen. Ziemlich irre ist er auch: Inhaltlich dem Thema Sex im Auto verschrieben, gibt es im Video eine wilde Rummachszene, geschnitten in ein Baseballspiel.

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