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Popkultur

Zeitsprung: Am 31.7.1951 wird Nena-Gitarrist Carlo Karges geboren.

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Carlo Karges mit Nena 1983 - Foto: Michael Putland/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 31.7.1951.

von Peter Hesse und Christof Leim

Am 31. Juli 1951 wird Carlo Karges in Hamburg geboren. Kai Havaii von Extrabreit beschreibt den Nena-Gitarristen so: „Die Aura eines mittellosen Künstlers umweht ihn. Denn alles, was er besitzt, passt in einen kleinen Reisekoffer. Er spielt recht ordentlich Gitarre, aber seine Stärke liegt noch mehr in seinem Willen zum Pop.“ Als Komponist von Stücken wie 99 Luftballons sorgt Karges für den Erfolg der Gruppe Nena, der sogar bis in die USA und nach Japan reicht. Wenn er nicht am 30. Januar 2002 verstorben wäre, hätte er heute Geburtstag gefeiert.

Hier könnt ihr euch das Erstlingswerk der Nena-Band anhören:

Die Musik war für Carlo Karges schon in jungen Jahren eine wichtige Triebfeder. Er wächst bei seiner alleinerziehenden Mutter in Hamburg auf, als Kind beginnt er Gitarre zu spielen und Lieder zu komponieren – und imaginiert sich mit seiner Fantasie so in eine andere Welt. Erste Live-Erfahrungen macht er in verschiedenen Hamburger Lokalbands wie der Progrock-Truppe Tomorrows’s Gift oder dem Release Music Orchestra. 1971, da ist Carlo 20 Jahre alt, landet er als Gitarrist und Keyboarder bei der Hippieband Novalis, für die er unter anderem den unfreiwillig komischen Text des Stücks Wer Schmetterlinge lachen hört schreibt.

Nächste Station: Extrabreit an

1975 verlässt er die Band Novalis wieder und beginnt in der Folgezeit seine Wanderjahre als Musiker: Er spielt bei den Bands Ramblers, Else Nabu und Desperado, doch der große musikalische Durchbruch bleibt aus. Im Jahr 1980 ersetzt er bei Extrabreit den ausgeschiedenen Piet Worthmann an der Gitarre, bleibt aber nur ein paar Monate bei den NDW-Rockern, weil er sich zwischen dem eingespielten Songwriter-Duo Kai Havaii und Stefan Kleinkrieg nicht recht behaupten kann. Im Jahr 1981 heuert Carlo bei der Berliner Band Bleibtreu Revue an, mit denen er das von Edo Zanki produzierte Album Ungeheuer Paranoia einspielt. Er bringt sich als Songwriter und Texter ein, eine ausgedehnte Tournee folgt. Die Gruppe gibt sich ambitioniert, doch auch hier fehlt es an kommerzieller Durchschlagskraft.  

Spliff produzieren erstes NENA-Album

Durch einen Zufall trifft Karges auf Sängerin Gabriele Susanne Kerner, genannt Nena, und Schlagzeuger Rolf Brendel. Die beiden sind ein Paar und haben gerade in Hagen ihre Band The Stripes hinter sich gelassen. Mit Keyboarder Uwe Fahrenkrog-Petersen und Bassmann Jürgen Dehmel wird daraus die Band Nena. Alle ziehen nach Berlin, und ihr neuer Manager Jim Rakete spielt ihr erstes Demo Musikern von Spliff vor. Manne Praeker und Reinhold Heil sind so begeistert von dem Quintett mit Sängerin, dass sie das erste Nena-Album produzieren. Ein Auftritt im Musikladen im August 1982 bringt schließlich den Durchbruch. Am nächsten Tag ist in den Plattenläden der Teufel los: von jung bis alt wollen alle die Platten des süßen Mädchens im roten Leder-Minirock kaufen. Dabei lag die Single Nur geträumt seit Juni verstaubend in den Regalen. Auch live sind die Fünf sehr gefragt, sie touren bald zusammen mit Chris de Burgh und Men At Work.

Die Band wird quasi über Nacht zum Erfolgsprodukt, alles überschlägt sich. Alleine auf dem Titelbild der Bravo wird Nena ganze 54 Mal zu sehen sein. Schlagzeuger Rolf Brendel erinnert sich: „Niemand hatte mit so einem irren Erfolg gerechnet, und niemand wusste so richtig, was auf einen zukam. Ich weiß noch, dass ich nach einer Fernsehsendung in Berlin mit blondgefärbten, toupierten Haaren auf dem Ku’damm stand – und gleichzeitig Liebeskummer und  Zahnschmerzen hatte. Zudem war mir klar, dass wir jeden Tag 40.000 Schallplatten verkauften. In meiner Fantasie sah ich mich schon als reicher Rockstar auf den Bahamas, hübsche Mädchen im Arm und Etagenkellner, die uns eisgekühlte Cocktails servieren. Aber in Wirklichkeit lief ich an der Gedächtniskirche vorbei und fühlte mich erbärmlich.“ 

Rolling-Stones-Konzert mit Luftballons

Für Carlo Karges wird der 8. Juni 1982 zu einem Schlüsselmoment. Die Rolling Stones spielen auf der Berliner Waldbühne ein Open-Air, am Ende der Show steigen Tausende von Luftballons in den Himmel. Diese Bilder gehen Carlo nicht aus dem Kopf. Er überlegt sich, was wohl die DDR-Grenzschutzsoldaten davon halten werden, wenn die ganzen bunten Luftballons in den grauen Ostblock rüber fliegen? Kann das als überirdischer und kapitalistischer Affront („Ufos aus dem All“) gedeutet werden, dem ein militärischer Gegenschlag folgt? Gitarrist Karges macht aus dieser Idee den Liedtext 99 Luftballons. Nena liest als erste die handschriftlichen Zeilen und überschüttet ihren Gitarristen mit Komplimenten: „Carlo, das ist das Beste, was du je geschrieben hast.“ Die Plattenfirma sieht das anders: „Kein Refrain, keine richtige Hookline, man kann nicht mitsingen.“ Aber Nena setzt sich durch – und das Lied wird ein großer Hit! Nummer eins – nicht nur in Deutschland, sondern auch in Mexiko, Neuseeland, Schweden, Norwegen und Polen. Die Nummer logiert sogar drei Wochen in den britischen Charts auf Platz eins und klettert in die US-Billboard-Charts auf einen stolzen zweiten Platz.

„Carlo war ein Rockpoet, der es verstand Texte zu schreiben und Musik zu komponieren, die einen sofort mit auf eine Reise nehmen.“ So erinnert sich Nena-Drummer Rolf Brendel an seinen Bandkumpel Carlo Karges und ergänzt: „Für mich ist 99 Luftballons einer der besten deutschen Songtexte, die ich kenne. Da stimmt jeder Satz, das ist hohe Dichtkunst, und im Vergleich zu vielen anderen NDW-Trivialtexten schon fast Weltliteratur. Carlo war der Älteste von uns, hatte schon viel erlebt und konnte seine privaten Geschichten gut ausdrücken.“ 

Weiter, egal wie

Die Hitmaschine ist angeworfen, Plattenfirma und Management wollen das Quintett immer wieder zu neuen Höchstleistungen antreiben. Die Band gibt zig Interviews, gastiert ständig bei TV-Shows, es folgen Tourneen in Japan und im europäischen Ausland folgen. Jeder innerhalb der Mannschaft macht den Druck für sich anders aus: Rolf Brendel flüchtet in den Buddhismus, Nena verwandelt sich hinter der Bühne in eine zickige und launische Diva, die im Minutentakt neue Extrawürstchen fordert, und Carlo spült seinen Stress mit viel Alkohol runter. Denn die Maschine muss weiterlaufen.

Aus Carlo fließen noch weiterhin tolle Songs: Irgendwie, irgendwo, irgendwann etwa, Rette mich sowie Vollmond werden von ihm getextet und komponiert. Aber das Tempo hat Konsequenzen: Schlaflosigkeit und Konzentrationsschwäche machen sich breit. Bei einem Konzert in Kaiserslautern begrüßt Karges 1984 die anwesenden 4.000 Fans mit „Hallo Karlsruhe!“ Auch die Plattenverkäufe sinken. Nachdem das Debütalbum Nena (1983) 800.000 Mal verkauft wird, geht der Nachfolger Fragezeichen (1984) noch 550.000 Mal über die Ladentheke. Als ein Jahr später das Album Feuer und Flamme „nur“ noch 250.000 Platten umsetzt, bekommt das Bandgefüge immer tiefere Risse.

Eifersucht & dubiose Immobiliengeschäfte

„Die Luft war einfach raus“, sagt Rolf Brendel, „denn wir hatten zu viel in wenigen Jahren gemacht. Alle waren satt und gestopft: vom Welterfolg, von Tourneen und TV-Shows. Wir waren müde von der gegenseitigen Nähe. Wir hätten ein paar Jahre lang Pause machen sollen, um danach einen neuen Anfang zu wagen.“ Intern gab es zudem einen Streit, da jedes Bandmitglied mit einem dubiosen Immobiliengeschäft im Berliner Grunewald mehr als eine Million D-Mark verloren hatte. Nena geht in einem Interview sogar noch einen Schritt weiter: „Es wurde alles an meiner Person aufgehängt. Einerseits gab es Eifersucht, weil ich im Mittelpunkt stand. Andererseits wurde ich für alles verantwortlich gemacht. Das war die einfachste Lösung. Irgendwann habe ich den Schlussstrich gezogen.“ 

Die Nena-Band in guten Zeiten. Ganz rechts: Carlo Karges Foto: Promo

Beginn einer Talfahrt

Karges probiert sich ein neues Standbein neben der Musik aufzubauen und eröffnet am 31. August 1985 in Berlin ein Musikercafé namens Café Carlo, was aber bereits im September 1986 wieder seine Türen schließt. Die Kundschaft bleibt aus, und der Gitarrist wird immer mehr sein bester Kunde. Mitte 1987 gründet Karges die Band Café Carlo und spielt danach in Gruppen wie Füll Service oder La Vida, die aber wegen Erfolglosigkeit schnell wieder verschwinden. Kai Havaii von Extrabreit erinnert sich nur an seinen alten Freund Carlo: „In rasendem Tempo war er zum lebenden Klischee eines Popstars geworden. Unsere Unterhaltungen hatten im Gegensatz zu früher manchmal etwas Steifes und Gewolltes. Mit der Trennung der Nena-Band begann die Talfahrt von Carlo. Als die Plattenfirma Sony seine neuen Projekte ablehnte, schickte er dem Chef der Company ein riesiges Paket mit seinen zahlreichen Gold- und Platinplatten, die er zuvor mit einem Beil zu Kleinholz gehauen hatte.“ Im Jahr 1989 kommt es zum vorläufigen Bruch zwischen Carlo und Nena, da Karges nach dem Tod ihres ersten Sohnes in der Zeitschrift Quick einen offenen Brief an Nena veröffentlicht. Es dauert ein paar Jahre bis sich beide wieder leiden können. 

1994 steuert er dann nach seiner Versöhnung mit Nena als Songschreiber wieder zwei Titel (Vor deiner Tür und Ich bin die Liebe) zu deren Soloalbum Und alles dreht sich bei, an zwei weiteren Liedern ist er als Co-Autor beteiligt. Ebenso wirkt Karges als Texter am ZDF-Soundtrack-Album Nena und die Bambus-Bären-Bande (1996) mit. In den letzten Jahren gelingt Carlo jedoch nicht mehr viel. Er spielt bei der Coverband Timebandits und zeitgleich bei einer Combo namens Taxi. Sein Alkoholismus hat mittlerweile sein musikalisches Talent in Gefangenschaft genommen: Er stirbt in Hamburg am 30. Januar 2002 mit nur 51 Jahren an Leberversagen.

Jedes Leben ist endlich

Am 15. Februar 2002 wird er in Hamburg auf einer Wiese des Olsdorfer Friedhofs mit anonymen Gräbern beigesetzt, seine Mutter besucht täglich seine Grabstelle. Auch Nena setzt der Tod von Karges zu: „Es gibt keine Sicherheit, und das Leben ist endlich. Das Thema Tod ist für mich nicht easy, denn das Leben ist ja eine Vorbereitung auf den Tod. Aber wir reden leider wenig darüber“, sagt sie prophetisch. 

Doch die Erinnerung an die vielen Songs von Carlo Karges bleibt. 99 Luftballons und Irgendwie, irgendwo, irgendwann werden noch eine ganze Weile gesungen, gespielt und gehört werden. Ruhe in Frieden.

Zeitsprung: Am 14.1.1983 kommt “Nena” in die Läden – und die Luftballons fliegen bis nach Amerika

 

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Brennende Betten, brennender Tommy und ein verhedderter Fallschirm: 5 Anekdoten, die nur aus dem Leben von Tommy Lee stammen können

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Tommy Lee
Foto: Emma McIntyre/Getty Images for SiriusXM

Nur fünf Anekdoten aus dem Leben von Tommy Lee? Es gäbe wahrscheinlich mindestens 5.000 zu erzählen. Diese finden wir besonders unterhaltsam, tragisch oder schockierend.

Hier könnt ihr euch Andro von Tommy Lee anhören:

1. Als er auf der Girls, Girls, Girls-Tour einen Drogendealer hinter sich herfahren ließ.

Über die Drogeneskapaden von Mötley Crüe wurde schon so viel geschrieben, dass es nahezu unmöglich ist, noch eine neue Geschichte aufzustöbern. Wir haben uns deshalb für eine der unterhaltsamsten entschieden. „Die Girls, Girls, Girls-Tour von 1987 gehört zu den geilsten Erlebnissen meines Lebens“, erzählt Schlagzeuger Tommy Lee im Interview mit dem britischen Guardian. „Zumindest glaube ich das, denn ich erinnere mich an nichts, außer an jede Menge verschwommenen Wahnsinn. Wir hatten einen mächtig großen Jet, endlos viel Kohle und konnten machen, was immer wir wollten.“

Spätestens seit der Mötley-Crüe-Bandbiografie The Dirt wissen wir alle: Egal, welche Ausschweifungen man sich so ausmalt … Tommy Lee und Co. setzen immer noch einen drauf. „Eine Zeit lang hatten wir sogar unseren eigenen Drogendealer, der in einem Luxus-Oldtimer hinter unserem Tourbus hergefahren ist“, berichtet Lee weiter. „Auf seinem Kennzeichen stand: DEALER. Wann immer wir aus dem Bus ausgestiegen sind, ist er mit seiner diamantbesetzten Rolex, seinen Goldketten und ein paar Bitches in jedem Arm aufgetaucht und hat der Band und der Crew ganze Bündel voller Koks zugeworfen. Er war der pimphafteste Dealer aller Zeiten und hatte immer seinen Partyhut auf.“ Doch die Plattenfirma von Mötley Crüe bekommt kalte Füße. Schließlich könnte die Polizei bei einem auffällig gekleideten Drogendealer in einem Luxusauto mit dem Kennzeichen „DEALER“ stutzig werden. Die Band muss sich von ihrem hauseigenen Rauschmittelhändler verabschieden. In Versorgungsnot geraten die Musiker während der Tour aber wohl trotzdem nicht.

2. Als er mit einer Leuchtfackel in einem Hotelzimmer herumspielte und das Bett in Brand steckte.

In den Siebzigern und Achtzigern gehört das Zerstören von Hotelzimmern für viele Rockstars schlicht und ergreifend dazu. Das gilt (natürlich) auch für Mötley Crüe. Als die Band 1986 durch die Schweiz tourt, nimmt sie ihren Auftrag durchaus ernst. Nicht nur, dass Schlagzeuger Tommy Lee und Frontmann Vince Neil in ihrem Hotelzimmer ein paar Leuchtfackeln anzünden. Nein, das Duo Infernale steckt damit auch gleich das Bett in Brand. Als wäre das nicht genug, zerstört die Band im gleichen Hotel auch noch die Glasfenster der Aufzüge.

3. Als sich sein Fallschirm beinahe nicht geöffnet hätte.

Sein Leben hat Tommy Lee im Lauf der Jahrzehnte immer wieder aufs Spiel gesetzt. Doch mit einem Vorkommnis hat er wohl selbst nicht gerechnet. So verrät er im Interview mit dem britischen Classic Rock Magazine die gefährlichste Situation, in der er sich je befand: „Das ist etwas, was du nicht hören willst, wenn du gerade einen Fallschirmsprung machst“, steigt er in die Erzählung ein. „Ich mache gerade einen Tandemsprung, bin an einen Lehrer geschnallt, er ist mit dem Fallschirm auf meinem Rücken und höre: ‚Oh, fuck!‘ Ich schaue nach oben und der Fallschirm hat sich verheddert. Er zerrt daran und kämpft mit den Seilen und ich denke: ‚Das war’s, ich bin am Arsch, es ist vorbei.‘ Aber dann hatte ich eine spirituelle Erfahrung und dachte: ‚Ich kann nichts tun. Ich werde den freien Fall einfach genießen, bis ich auf dem Boden aufschlage.’ Als ich gerade losgelassen hatte, ging der Fallschirm auf einmal auf. Nicht cool.“

4. Als er sich in Wyoming an der Pyrotechnik verbrannte.

Am 12. Oktober 2005 spielen Mötley Crüe im Casper Events Center (heute: Ford Wyoming Center) — und dabei geht einiges schief. Laut Ultimate Classic Rock habe sich Tommy Lee an jenem Abend an einem Seil zwischen verschiedenen Drumsets hin und her geschwungen, wobei er in einen Funkenregen geraten sei. Dabei habe er „oberflächliche Verbrennungen and seinen Armen und im Gesicht erlitten“ und versucht, die Show noch zu Ende zu bringen. Doch man habe auf Nummer sicher gehen wollen, wie Mötley-Crüe-Frontmann Vince Neil im Interview mit People verrät: „Er sah nicht gut aus, als die Sanitäter ihn hinter der Bühne behandelt haben, also haben wir uns dazu entschieden, ihn ins Krankenhaus zu schicken.“ Zum Glück sehen die Verbrennungen schlimmer aus als sie sind: Schon zwei Tage später sitzt Lee in Bismarck (North Dakota) wieder am Schlagzeug.

5. Als er ein Dickpic in den sozialen Medien postete.

Als hätte nicht sowieso schon ein ungleich großer Teil der Weltbevölkerung Tommy Lees Penis gesehen, musste der Schlagzeuger am 11. August 2022 noch einen draufsetzen — und postete in den Social Media ein Foto von seinem Gemächt. „Vor einigen Wochen hatten wir eine etwa zweiwöchige Tourpause“, erklärt der Trommler das Dickpic später im Rahmen eines Konzerts. „Und ich habe mich abgeschossen, Alter. Mich volllaufen lassen. Ich war so voll, dass ich mich ausgezogen und Bilder von meinem Schwanz gepostet habe. Dabei bin ich eigentlich ein Mann der Brüste. Ich sehe gerne Brüste. Aber ich dachte: Das ist die Nacht der gleichen Möglichkeiten. Ich wollte in dieser Nacht jedermanns Ding sehen. Komm schon, hol deinen Schwengel raus!“ Ah ja … Bei Facebook und Instagram wurde das Foto schon längst wieder gelöscht. Bei Twitter kann man sich Lees gesamte Herrlichkeit noch immer anschauen. Haben wir gehört.

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Tommy Lee: Mötley-Crüe-Drummer zieht jetzt auf Only Fans blank

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5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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Für alle Insider*innen, jahrzehntelangen Fans, Neugierigen und Einsteiger*innen: Hier nehmen wir uns mal ein paar Minuten Zeit und präsentieren euch fünf Geschichten, Anekdoten oder Fun Facts zu einem Genre, einer Band oder einem/r Künstler*in. Einfach, weil das Leben witzigere, unglaublichere und interessantere Geschichten schreibt, als jede*r Autor*in jemals könnte.

In dieser Woche dreht sich alles um den 3. Oktober 1990, jenen Tag, an dem aus West und Ost wieder ein gemeinsames Deutschland wurde. Knapp ein Jahr zuvor, am 9. November 1989, war die innerdeutsche Mauer gefallen. Ein Ereignis, das auch in der Musik stattfand. Wir liefern fünf Wahrheiten über den Sound der deutschen Einheit.

1. Pink Floyd und die wahrgewordene Utopie

Noch im Juli meinte Roger Waters von Pink Floyd, dass es nur einen einzigen Anlass geben würde, aus dem er das bandeigene Riesenspektakel The Wall noch einmal inszenieren würde – und zwar den Fall der Berliner Mauer. Waters sah dieses Ereignis in so weiter Ferne, dass er sogar in Erwägung zog, dafür seinen Ex-Bandkollegen David Gilmour mit auf die Bühne zu holen. Knapp vier Monate später fiel die Mauer tatsächlich und im Juli 1990 wurde Waters Gedankenspiel Realität: The Wall wurde am Potsdamer Platz noch einmal aufgeführt – zwar ohne David Gilmour, aber dafür mit vielen Auftritten anderer Stars.

2. Der Boss in Ostberlin

Auftritte von westlichen Künstler*innen in der DDR waren rar gesät. 1988 etwa trat Bruce Springsteen in Ostberlin auf. Weil der SED-Zentralrat das Konzert als gute Möglichkeit der massenpolitischen Arbeit der FDJ ansah, wurde Bruce Springsteen eine Auftrittsgenehmigung für die DDR erteilt. Rund 200.000 Bewunder*innen des Bosses kamen zur Radrennbahn Weißensee, wo Springsteen seinem Wunsch Ausdruck verlieh, dass eines Tages alle Barrieren abgerissen werden sollen. Der Satz wurde aus der Übertragung des Konzertes geschnitten – änderte aber nichts daran, dass sein Wunsch gut anderthalb Jahre später Wirklichkeit wurde.

3. Das David-Hasselhoff-Gate

Auch gut 30 Jahre nach dem Mauerfall hält sich das Gerücht wacker, David Haselhoff sei mitverantwortlich für dieses geschichtliche Großereignis, da er wenige Wochen nach der Maueröffnung dort seinen Hit Looking for Freedom sang und sich Menschen aus West- und Ostdeutschland dazu in den Armen lagen. Aber: weit gefehlt. „Ich hatte nie etwas damit zu tun und habe das auch nie gesagt. Niemals“, äußerte sich der Baywatch-Star unlängst gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

4. Das Eigenleben von Freiheit

Wer an Musik und Mauerfall denkt, hat sicherlich auch Freiheit von Marius Müller-Westernhagen im Sinn. Aber: Nicht nur, dass MMW den Song schon drei Jahre vor dem Mauerfall schrieb, nein, er hatte den Fall der Mauer nicht Mal im Sinn. Die Live-Version von Freiheit entwickelte vor dem Hintergrund des Mauerfalls allerdings ein Eigenleben und wurde zur Hymne des Herbstes. „Freiheit zeigt, dass künstlerische Produkte ein Eigenleben annehmen können. Wenn es in diesem Fall dazu gedient hat, dass der Song Menschen Kraft und Hoffnung gegeben hat, ist das ein glücklicher Umstand, der mich natürlich sehr freut“, sagte Marius Müller-Westernhagen gegenüber der TZ.

5. Wind Of Change ist ein rechtlich geschützter Begriff

Klar, Wind Of Change gilt unangefochten als die Hyme der Wende schlechthin. „Mein Gedanke war: Die ganze Welt in einem Boot und alle sprechen eine Sprache – Musik. Im September entstand Wind Of Change in Deutschland und im November fiel die Berliner Mauer. Der Song drückte ein Gefühl der Hoffnung aus, dass wir alle in der Zukunft in einer friedlicheren Welt leben können“, erklärte Klaus Meine mal gegenüber dem Fernsehsender VOX. Der Song machte die Scorpions binnen kürzester Zeit zu Weltstars. Nur logisch, dass Klaus Meine und Rudolf Schenker seitdem Inhaber der Wortmarke Wind Of Change sind.

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10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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Foto: Sean Gallup/Getty Images

Am 3. Oktober 1990 war es offiziell: West- und Ost-Deutschland gehören wieder zusammen, die Berliner Mauer fiel schon ein Jahr vorher, der Eiserne Vorhang begann sich nach und nach zu lüften. Wir schauen zurück auf dieses historische Ereignis mit Songs, die damals und in der folgenden Zeit zum Soundtrack des wiedervereinigten Deutschlands wurden.

1. Scorpions – Wind Of Change

Los geht’s mit offensichtlichsten Song: Die sogenannte „Hymne der Wende“ ist auf jeden Fall der kitschigste, aber auch emotionalste und bekannteste Klassiker, den Mauerfall und Wiedervereinigung im Nachhinein hervorgebracht haben. Ein Jahr nach der Maueröffnung und kurz nach dem Zusammenschluss von BRD und DDR war Wind Of Change mit seinem Plädoyer für das Ende der Ost-West-Trennung die perfekte musikalische Untermalung für das, was gerade vor sich ging. So schreibt man Geschichte mit.

2. Westernhagen – Freiheit

Auch wenn dieser Song schon ein paar Jahre vorher veröffentlicht wurde, ist er ganz fest mit der deutschen Einheit verknüpft. Natürlich wegen des programmatischen Titels. Aber auch weil Westernhagen einer der vielen Künstler*innen war, die beim „Konzert für Berlin“ in der Deutschlandhalle auftraten, ein paar Tage nach dem Fall der Mauer. Dass Freiheit in diesem Setting eine extrem emotionale Rolle zukam, versteht sich von selbst.

3. Udo Lindenberg – Horizont

Allerallerspätestens mit dem Musical Hinterm Horizont ist Udo Lindenberg zu einer Galionsfigur für das geteilte Berlin und die Menschen geworden, die trotz aller gemauerten Widerstände zusammen sein wollten. Horizont ist die Liebesballade, die im Zentrum des Musicals steht. Und obwohl Sonderzug nach Pankow die politisch stärkere Hymne ist, berührt einen Horizont doch ein wenig mehr.

4. Die Prinzen – Millionär

Mauer weg, Invasion der Ossis. Für viele Westdeutsche (und natürlich auch ehemalige DDR-Bürger*innen) war die Wiedervereinigung eine mindestens zweischneidige Sache. Auch musikalisch war das Land jetzt vereint, und Die Prinzen wurden zu den ersten neuen gesamtdeutschen Popstars. Millionär war ihr erster putziger Hit.

5. WestBam / Dr. Motte – Sunshine

Techno und House gelten als inoffizieller Soundtrack der Wende – zumindest in Berlin. Mauerfall und Wiedervereinigung fielen eher zufällig mit dem Aufkommen der neuen Jugendkultur zusammen, aber es hätte nicht besser passen können: Auf großen Raves, in neuen Clubs und Events wie der Loveparade feierte Berlin seine neue Zusammengehörigkeit, mit einer Musik, die sich nicht um Ost oder West schert. Dr. Motte und Westbam waren zwei der damaligen Protagonisten, die regelmäßig neue Hymnen für die „ravende Gesellschaft“ produzierte.

6. Tocotronic – Aber hier leben, nein danke

Das neue Deutschland, genau so wie die zwei alten, war für viele nicht unbedingt etwas, mit dem man sich identifizieren konnte oder wollte. Egal, welche politische Meinung man hier hat – besonders die Deutschland-Kritiker*innen aus dem linken Spektrum haben ihre Vorbehalte immer in tolle Musik verpackt. So wie Tocotronic hier. Zwar ist der Titel ziemlich eindeutig, der Text allerdings sehr kryptisch und der Song unglaublich gut.

7. Slime – Deutschland

Andere waren da schon deutlicher: Dieser deutsche Punk-Klassiker stammt zwar aus den 80ern, ist aber bis heute ein Dauerbrenner. Vor allem wenn es darum geht, unserem Land auch mal die Meinung zu geigen. Das muss es schließlich aushalten.

8. Rocko Schamoni – Mauern

Und auch hier muss man ein bisschen ironische Skills mitbringen: Denn unser liebster Hamburger Lebenskünstler Rocko Schamoni empfiehlt bei zu viel sozialen Spannungen, einfach eine Mauer zu bauen. Kennt man ja. Aber ist natürlich auch nicht ganz so ernst gemeint. Die Satire-Partei Die Partei tut allerdings sehr überzeugend so, als würde sie ihre radikalen Forderungen ernst meinen – zum Beispiel, tatsächlich wieder eine Mauer in Deutschland zu errichten. Natürlich wurde Schamonis Song zur ihrer Wahlkampf-Hymne.

9. Pink Floyd – Another Brick In The Wall, Pt. 2

Auch dieser Rock-Klassiker handelt von einer Mauer, aber nur im übertragenen Sinne von der Berliner. Seit Pink Floyd 1988 aber ein Konzert direkt an der Mauer gespielt haben, ist der Song wie der gleich folgende untrennbar mit der Wiedervereinigung verknüpft.

10. David Hasselhoff – Looking For Freedom

Ein bisschen Spaß muss sein, ne? Denn in Expertenkreisen weiß man, dass es vor allem The Hoff war, die die Mauer zu Fall brachte. Looking For Freedom muss man heute schon mit sehr viel Augenzwinkern hören, doch damals war es ein Mega-Hit. Und wenn man sich die Begeisterung bei Hasselhoffs Mauer-Auftritt im Jahr 1989 ansieht, dann kann man schon verstehen, wieso The Hoff so von seiner historischen Leistung überzeugt ist.

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5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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