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Popkultur

Die 10 besten Debütalben von 2010 bis 2019

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Die ganz großen Klassiker des letzten Jahrtausends gehören in jedes gut sortierte Plattenregal, klar. Wer allerdings glaubt, dass heutzutage keine tollen Alben mehr erscheinen, befindet sich mächtig auf dem Holzweg. Wir haben die zehn besten Debüts von 2010 bis 2019 zusammengestellt.

von Timon Menge 

Tame Impala – Innerspeaker

Was sich später zu einem der bekanntesten Neo-Psychedelia-Projekte der Welt entwickeln soll, beginnt als reine Spaßveranstaltung. Aus Lust an der Freude spielt Kevin Parker unter dem Namen Tame Impala einige seiner Songs ein und veröffentlicht sie in unregelmäßigen Abständen. Mit Innerspeaker komponiert er zum ersten Mal ein Album, das nachher auch als solches veröffentlicht werden soll — und landet damit auch gleich auf Platz vier der Charts in der australischen Heimat.

Kvelertak – Kvelertak

„Würgegriff“ bedeutet der Name dieser Gruppe, wenn man ihn aus dem norwegischen übersetzt. Und ja, der Titel ist Programm: Kvelertak überzeugen auf ihrem gleichnamigen Debüt mit schmutzigen Rocknummern wie Blodtørst und Sjøhyenar (Havets Herrer). Dabei lässt das Sextett auch Einflüsse aus Hardcore-Punk und Black Metal zu, ohne dabei zu krachig zu werden. Ein starker Einstand und für die Band der Beginn einer jahrelangen Karriere.

Alt-J – An Awesome Wave

Als Alt-J im Mai 2012 ihr Debüt An Awesome Wave veröffentlichen, hat die Musikwelt einiges zu verdauen. Mit ihrer Mischung aus anspruchsvollem Pop, Indie und Streichinstrumenten liefern die Briten nicht gerade leichte Kost ab. Sie treffen damit aber auch den Nerv derer, die sich nach Fortschritt sehnen. Schon mit ihrem ersten Album steigen Alt-J auf Platz 19 der UK-Charts ein. Zwei weitere Alben folgen 2014 mit This Is All Yours und 2017 mit Relaxer.

Kadavar – Kadavar

Mit ihrem gleichnamigen Debüt kündigen Kadavar im Jahr 2012 ihre große Zukunft an. Schon die Künstlernamen der drei Bandmitglieder klingen so gediegen wie ihre Musik. Leichtfüßig bewegen sich Lupus, Mammut und Tiger durch ihre ganz eigene doomige Melange aus Psychedelic Rock, Krautrock, Stoner Rock und Proto-Metal, ohne dabei zu einer Kopie zu verkommen. Und nicht nur die erste Platte der Band konnte überzeugen: Das dritte Kadavar-Werk Berlin findet ihr in unserer Aufstellung der besten Alben von 2010 bis 2019.

HAIM – Days Are Gone

„Gone“ sind die Tage von HAIM auf gar keinen Fall. Im Gegenteil: Este Haim, Danielle Haim und Alana Haim dürften ihren Zenit noch vor sich haben. Den Grundstein dafür legen die drei Schwestern im Jahr 2013 mit ihrem Erstling Days Are Gone. Mit einer spannenden Mischung aus Pop-Rock, Indiepop, Classic Rock, R&B und bluesigen Einflüssen schafft das Trio einen spannenden Sound und meistert damit schon zu Beginn den Durchbruch: In den US-Charts schießt die Platte gleich auf Platz sechs, in Großbritannien sogar auf die Pole Position.

Temples – Sun Structures

Wer Ticket To Ride von den Beatles mag, wird Temples lieben. Mithilfe psychedelischer Gitarrenarbeit, kraftvoller Rhythmen und liebevoller Arrangements holt das Trio um Sänger und Lead-Gitarrist James Bagshaw die Sechziger ohne Umschweife in die Gegenwart, und garniert das Ganze mit einer kräftigen Prise Pop. Dank neuer Aufnahmetechnik kommt die Musik nicht schlechter zur Geltung.

Blues Pills – Blues Pills

Was war das für ein Rummel, als die Blues Pills ihr gleichnamiges Debütalbum auf die Öffentlichkeit losließen. Völlig zurecht: Was Sängerin Elin Larsson, Gitarrist Dorian Sorriaux, Bassist Zack Anderson und Schlagzeuger Cory Berry 2014 mit ihrer ersten Platte vorlegen, lässt jeden Fan der Sechziger und Siebziger vor Freude strahlen. Getragen von einem soliden Blues- und Classic-Rock-Fundament, spielt sich die Band mit großer Freude durch Genres wie Soul oder Psychedelic. Das Ergebnis: Blues Pills. Man wird keine Band finden, die genauso klingt.

Chris Stapleton – The Traveller

Als er seine Country-Karriere starten möchte, siedelt Chris Stapleton von Kentucky in die Metropole des Genres um: Nashville. Anfänglich arbeitet er dort als Songwriter und zwar sehr erfolgreich. So nehmen zahlreiche Größen seine Stücke auf, sogar Popsternchen Adele schlägt zu. Sein Solodebüt The Traveller erscheint 2015 und genießt zunächst nicht allzu viel Beachtung. Erst als das Album und Stapleton bei den Country Music Awards mit Preisen überhäuft werden, schießt die Platte durch die Decke. Innerhalb kürzester Zeit belegt das Album Platz eins der US-Charts und kassiert Doppelplatin.

Colter Wall – Colter Wall

Wer den Outlaw-Country-Nachwuchskünstler Colter Wall zum ersten Mal singen hört, wird kaum glauben können, dass er zum Zeitpunkt der Veröffentlichung seines gleichnamigen Debüts gerade einmal 21 Jahre jung ist. Nicht nur seine Stimme klingt dafür viel zu tief, sondern auch seine Texte. Wer noch den richtigen Soundtrack für den nächsten Abend am Lagerfeuer bei Bier und Bohnen sucht, sollte hier aufhorchen. Mehr Cowboy-Feeling auf einer Platte geht heutzutage kaum!

Greta Van Fleet – Anthem Of The Peaceful Army

Genau wie Kadavar und die Blues Pills zitieren auch Greta Van Fleet die Vergangenheit, manchmal vielleicht ein wenig zu sehr. Die Ähnlichkeiten zu Led Zeppelin sind nun wirklich nicht von der Hand zu weisen. Das tut aber gar nichts zur Sache: Die drei Brüder Joshua, Jacob und Samuel Kiszka sowie Schlagzeuger Daniel Wagner spielen auf ihrem Debüt Anthem Of The Peaceful Army unterhaltsamen Classic Rock. Die Regeln für diese Musikrichtung wurden vor Jahrzehnten geschrieben. Neuauflagen kann man gut finden oder eben nicht. Hätte sich das Quartett dem experimentellen Hip-Hop verschrieben, würden ja auch wieder alle meckern, oder?

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