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Popkultur

Die besten Drummer aller Zeiten: 10 Schlagzeuglegenden, die man einfach kennen muss

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Neil Peart
Foto: Fin Costello/Redferns/Getty images

Was nun genau jemanden am Schlagzeug besser macht als andere, welches Element eine*n Drummer*in wirklich herausragenden macht – das ist eine Frage, die die Meinungen schon immer spaltet. Die Diskussion, ob nun technische Finesse oder mathematisch nicht greif- und definierbares Feeling ausschlaggebend sein sollten, dürfte wohl nicht abschließend zu klären sein. Ist man besser, wenn man zurückhaltend spielt – oder dürfen Exzentrik und Showeffekte doch eine Rolle spielen? Da selbst die Grundlage der Diskussion höchst schwammig ist, kann es streng genommen gar keine definitive Liste der weltbesten Schlagzeuger*innen geben… einen Versuch war es uns trotzdem wert.

10. Terry Bozzio

Für Terry Bozzio, der am 27. Dezember 1950 in San Francisco zur Welt kam, begann alles vor dem Fernseher: Er hatte Ringo Starr und die Beatles in der Ed Sullivan Show gesehen – und gleich danach seinen Vater gefragt, ob er Schlagzeugunterricht bekommen könnte. Viele der Techniken, die er schließlich jahrzehntelang nutzen und verfeinern sollte – die Art und Weise, wie er die Snare spielt etwa – gab ihm sein allererster Lehrer mit auf den Weg, ein Mann namens Chuck Brown. Seine eigentliche Karriere begann er in kleineren Garagenbands, woraufhin er mit der Band Missing Persons und schließlich als Schlagzeuger von Frank Zappa weltberühmt werden sollte: Mit Zappa nahm er ganze 26 Alben auf. Erst 2014 ging Bozzio auf Solotournee durch die USA und spielte in diesem Rahmen das laut eigener Aussage „größte gestimmte Schlagzeug- und Percussion-Set der Welt“.

9. Dave Grohl

Er gilt als der Mann, der dem Alternative-Rock den nötigen Nachdruck verpasst hat: Dave Grohl, am 14. Januar 1969 in Warren (Ohio) geboren, ging ohne Abschluss von der Schule, um in der Band Scream zu spielen – und danach bei Nirvana als Drummer vorstellig zu werden. Nach dem Tod von Kurt Cobain gründete er die Foo Fighters. Sein Ansatz als Schlagzeuger wurde dabei immer wieder gefeiert: für die Fills, die unerwarteten Akzente, seinen von Breaks und Synkopen geprägten Umgang mit der Snare. „Das Schlagzeug muss einfach alles vorantreiben“, kommentierte er einst. Grohl selbst bezeichnete wiederum Dale Crover von den Melvins als sein wichtigstes Schlagzeuger-Vorbild: „Ich finde bis heute, dass er der weltbeste Drummer ist. Es gibt keinen anderen, der macht, was er macht – und es gibt auch niemanden, der das könnte. Wenn ich ihn spielen höre, bekomme ich sofort eine Gänsehaut. Er hat das Schlagzeugspielen richtig umgekrempelt, und wenn ich früher nicht die Melvins gehört hätte, wäre ich wohl nie selbst Schlagzeuger geworden: Er war es nämlich, der mir gezeigt hat, dass Schlagzeugspielen sehr viel mehr sein kann als das, was die meisten Leute raushören.“

8.  Dave Lombardo

Dave Lombardo – geboren am 16. Februar 1965 in Havanna – ist weltbekannt als Gründungsmitglied der Thrash-Metal-Ikonen Slayer. In dieser Konstellation bearbeitete er sein Instrument dermaßen gnadenlos (und innovativ!), dass die Zeitschrift DRUMMERWORLD ihn schon mal zum „Godfather Of Double Bass“ ernennen sollte. „Die frühen Slayer-Alben, also Show No Mercy zum Beispiel, waren alle so geschrieben, dass das Schlagzeug richtig, richtig heavy sein musste. Ich musste die Drums absolut knallhart und wahnsinnig schnell spielen“, so Lombardo. Seit er Slayer im Jahr 2013 den Rücken gekehrt hat, spielte Lombardo in unterschiedlichen Bands – unter anderem in Grip Inc., Testament, Suicidal Tendencies und den Misfits.

7.  Stewart Copeland

Obwohl Stewart Copeland auch als Produzent und Soundtrack-Komponist riesige Erfolge verbuchen konnte, ist und bleibt die erste Assoziation, die man mit seinem Namen verbindet, seine Rolle als Schlagzeuger und Gründungsmitglied von The Police – jenem Trio, mit dem er in der Mitte der Achtziger die ganze Musikwelt auf den Kopf stellen und die internationalen Charts erobern sollte. Geboren am 16. Juli 1952 in Alexandria (Virgina), bekam Copeland mit 12 erstmals Schlagzeugunterricht. Ins Musikgeschäft startete er dann als Road Manager für Curved Air, bei denen er ab 1975 auch hinterm Schlagzeug sitzen durfte. Zwei Jahre später gründete er zusammen mit Sting, mit dem er davor in der kurzlebigen Formation Strontium 90 gespielt hatte, die Band The Police.

Nach der Auflösung sollte Copeland für seinen Score zu Francis Ford Coppolas Film Rumble Fish unter anderem einen Golden Globe Award gewinnen. Als Schlagzeuger von The Police hatte er davor immer wieder auf vom Reggae inspirierte Rhythmen gesetzt – und wurde weltberühmt für seinen so mühelos wirkenden Umgang mit den Becken. „Arabische Musik hab ich im Blut“, sagte Copeland einst. „Dazu Einflüsse wie Buddy Rich, Mitch Mitchell, Joe Morello… ich liebe den Sound von Joe Morello und Take Five. So ein satter, relaxter Schlagzeug-Sound: Wenn man einfach das Instrument singen lässt.“

6.  Danny Carey

Am 10. Mai 1961 in Lawrence (Kansas) geboren, wurde Danny Carey als Schlagzeuger der Grammy-gekrönten Progressive-Metal-Band Tool bekannt. Aufgewachsen war er zuvor laut eigener Aussage mit „viel Jazz und so verrückten Prog-Sachen“. Neben seiner Arbeit mit Tool, war Carey auch auf Alben von ZAUM, Green Jellÿ, Pigface, Skinny Puppy, Adrian Belew (King Crimson), Carole King, Collide, The Wild Blue Yonder, Lusk und den Melvins zu hören. Ein großer Fan des Jazz-Schlagzeugers Steve Gadd, ist Carey, was Strukturen und Harmonien angeht, ein echter Ausnahme-Musiker. „Die meisten Schlagzeuger sind offensichtlich ganz zufrieden in ihrer Rolle als Metronom, und viele Songs brauchen ja genau genommen auch nur das und nichts weiter. Ich jedoch habe das Glück, mich so ausdrücken zu können, wie es mir vorschwebt. Für mich ist das die ideale Position“, so Carey.

5. Buddy Rich

Buddy Rich, der im April 1987 im Alter von 69 Jahren starb, hatte sich das Schlagzeugspielen selbst beigebracht. Bekannt wurde er als Drummer von Artie Shaw und Tommy Dorsey, woraufhin er schließlich seine eigene Band gründete. Legendär ist dabei die Energie des Autodidakten: Wie eine kontrollierte Naturgewalt bearbeitete er das Instrument, dessen Beats jeder Konstellation, mit der er spielte, massiven Vortrieb gaben. „Die gesamte Musikwelt ist Buddy Rich etwas schuldig“, brachte Frank Sinatra die Sache auf den Punkt. Tatsächlich arbeitete Mr. Rich mit den wichtigsten Jazzgrößen des 20. Jahrhunderts, tourte in den 1940er und 1950ern ausgiebig mit Jazz At The Philharmonic, um im Jahrzehnt danach eine eigene Band um sich zu versammeln. „Als ich gerade loslegte in den Sechzigern, galt Buddy als größter lebender Schlagzeuger jener Ära“, sagte Steve Smith. „Er hat definitiv einen Stammplatz als größter Drumset-Virtuose, der je gelebt hat – daran hat sich bis heute nichts geändert. Buddy hatte einfach diese spontane, instinktive Energie. Eine ganz natürliche Technik, diesen Swing, dieses Feeling, dieses Können. Seine Leuchtkraft und seine Fähigkeit, eine Band anzutreiben – wie er spielte und damit die anderen Musiker aufs nächste Level befördern konnte…“

4. Ginger Baker

Der Londoner Ginger Baker, der in seiner langen, abwechslungsreichen Karriere unter anderem das Power-Trio im Rockbereich etablierte und ohne es drauf anzulegen zum ersten Star-Drummer in seinem Genre avancierte, kam am 19. August 1936 zur Welt. Anknüpfend an erste Studioarbeiten mit The Graham Bond Organisation, gründete er mit Jack Bruce und Eric Clapton die erste Supergroup der Rockgeschichte: Cream. Danach spielte der rothaarige Brite bei Blind Faith. Nach der Jahrtausendwende war er unter anderem mit Ginger Baker’s Jazz Confusion unterwegs, zu der auch der für seine Arbeiten mit James Brown und Van Morrison bekannte Saxofonist Pee Wee Ellis gehörte. Der Ende 2019 verstorbene Baker, der fest davon überzeugt war, dass man als Schlagzeuger geboren wird, erklärte das Geheimnis seiner legendären Aufnahmen mit Cream – dieses besondere Zusammenspiel von Hi-Hats, Tomtoms und Becken – mit dem Faktor Improvisation, jener vom Jazz inspirierten Offenheit, die er zum Sound des Trios beisteuerte.

3.  Neil Peart

Wie ein paar seiner Kollegen, die ebenfalls hier aufgelistet sind, landete auch der kanadische Schlagzeuger und Songwriter Neil Peart, geboren am 12. September 1952, bei seinem Instrument, nachdem er The Gene Krupa Story gesehen hatte. Während er anfangs noch in der Firma seines Vaters aushalf (Dalziel Equipment) und nur gelegentlich mit kleineren Bands aus Ontario auftrat, wurde er 1974 Mitglied von Rush – die schon zwei Wochen später ihre erste US-Tour antreten sollten. Tatsächlich war Pearts Schlagzeugspiel ganz klar mitverantwortlich für ihren Durchbruch und die massiven Erfolge in den Jahren danach: Über 40 Millionen Alben verkaufte die Band weltweit, und besonders seine Schlagzeugsolos, die er regelmäßig in die Live-Shows von Rush einbaute, sind legendär. „So ein Solo fühlt sich für mich so an, als würde man einen Marathon laufen und nebenbei noch Matheaufgaben lösen“, sagte der Musiker einst, der im Januar 2020 verstorben ist.

2.  Keith Moon

Der aus London stammende The Who-Drummer Keith Moon war erst 31, als er im September 1978 an einer Überdosis starb. Bekannt für sein ausschweifendes Verhalten und seine vielen Exzesse, galt der Brite, der auch mit Jimmy Page und John Lennon gearbeitet hat, an dem Punkt jedoch schon längst als einer der größten und einflussreichsten Schlagzeuger der Rockgeschichte. Roger Daltrey sagte, dass Moon „seine Fills einfach instinktiv an Stellen platzierte, an die andere Leute nie im Leben gedacht hätten.“ Während er einen Bogen ums Hi-Hat machte und stattdessen gerne mit Double-Bass-Nachdruck arbeitete, war auffällig, dass er zu den wenigen Vertreter*innen seiner Zunft gehörte, die auf Soloeinlagen bei Konzerten gerne verzichten. Auf die Frage, ob er denn nun einer der besten Schlagzeuger der Welt sei, antwortete er einmal: „Na ja, ich bin auf jeden Fall der größte Keith-Moon-artige Schlagzeuger der Welt.“

1.  John Bonham

Auch John Bonham wurde kaum älter: Im September 1980 starb er nach exzessivem Alkoholmissbrauch – im Alter von nur 32 Jahren. Schon früh von den wichtigsten Jazz-Größen inspiriert, war der Engländer ein weiterer Autodidakt, der sich die eine oder andere Spieltechnik bei Leuten wie Gene Krupa, Max Roach und Buddy Rich abgeguckt hatte. Für Led Zeppelin hätte es keinen besseren Mann als Bonham geben können: Sein Tempo, seine Kraft, auch sein Gespür und sein ganz eigener Sound – ganz zu schweigen vom unvergleichlich schnellen Bassdrum-Einsatz. „John Bonham hat so Schlagzeug gespielt wie jemand, der keine Ahnung hat, was im nächsten Augenblick passieren wird. Als würde er über den Rand einer Klippe wanken“, sagte Dave Grohl einmal über den Briten. „Seither ist niemand auch nur ansatzweise da rangekommen, und ich glaube auch nicht, dass es jemals ein Mensch schaffen wird. Ich denke, er wird wohl für immer der größte Schlagzeuger aller Zeiten sein.“

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Die besten Bassist*innen aller Zeiten: 15 Bass-Legenden, die man einfach kennen muss

Popkultur

Zeitsprung: Am 6.2.1998 kommt Falco bei einem Autounfall ums Leben.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 6.2.1998.

von Christof Leim

“Österreichs einzigen Popstar von Weltrang” hat ihn einmal jemand genannt: Hans Hölzel alias Falco. Am 6.2.1998 stirbt er bei einem Autounfall in Übersee.

Hier könnt ihr euch die Greatest Hits von Falco anhören:

Falco kommt als Johann „Hans“ Hölzel 1957 in Wien zur Welt. Schon früh wird eine hohe musikalische Begabung und sogar ein absolutes Gehör festgestellt. Anfangs spielt er Gitarre, später dann Bass in Jazz-Bands. Ein Musikstudium am Wiener Konservatorium lässt er nach einem Semester links liegen, um „richtiger Musiker“ zu werden. Anfang und Mitte der Achtziger fährt Falco dann fette Erfolge ein mit Songs wie Der Kommissar und Jeanny. Rock Me Amadeus schaffte es sogar als einziges deutschsprachiges Lied an die Spitze der US-Charts. In den Neunzigern wird es jedoch sehr still um den Musiker.

Kurz vor der musikalischen Rückkehr

Doch 1998 nimmt er ein neues Album namens Out Of The Dark (Into the Light) auf. Angeblich hört er es vor seinem Tod über eine Stunde in seinem Auto, um die Reihenfolge der Songs zu bestimmen. Damals hält er sich gerade in Dominikanischen Republik auf. Gegen 16:40 Uhr an jenem 6. Februar verlässt der Sänger ein Restaurant namens Turist Disco, das an einer Straße zwischen den Städten Villa Montellano und Puerto Plata liegt. Als er vom Parkplatz fährt, kracht ein Reisebus ungebremst mit 100 km/h in seinen schwarzen Mitsubishi Pajero-Geländewagen. Der Musiker stirbt sofort, zwei Wochen vor seinem 41. Geburtstag. 

Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass Falco nicht nur mit einem Blutalkohol von 1,5 Promille unterwegs war, sondern auch Kokain und Cannabis konsumiert hatte. Ein tragisches Ende für „Österreichs einzigen Popstar von Weltrang“, wie einmal genannt wurde. Out Of The Dark (Into the Light) erscheint am 27. Februar 1998, drei Wochen nach seinem Tod, und erreicht in Deutschland, Österreich und der Schweiz die obersten Plätze der Charts.

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Zeitsprung: Am 29.3.1986 landet Falco auf Platz eins der US-Charts

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Popkultur

Zeitsprung: Am 5.2.1935 kommt Alex Harvey zur Welt.

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Foto: Evening Standard/Hulton Archive/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 5.2.1935.

von Timon Menge und Christof Leim

Besonders geradlinig verläuft die Karriere von Alex Harvey und seiner Sensational Alex Harvey Band nicht. Dennoch gehört der schottische Musiker zu den bekannteren Gesichtern der britischen Rockmusik der Siebziger. Heute hätte er Geburtstag gefeiert. 

Hier könnt ihr euch die größten Hits von Alex Harvey anhören: 

Das Licht der Welt erblickt Alexander James Harvey am 5. Februar 1935 in einem Arbeiterstadtteil von Glasgow. Bevor er seinen Weg als professioneller Musiker einschlägt, jobbt er unter anderem als Kellner und als Dachdecker. Zeitweise graviert er sogar Grabsteine. Zu Beginn der Fünfziger begeistert er sich für Dixieland-Jazz und Skiffle, bevor er ab 1954 selbst die Bühnenbretter betritt.

Im Vorprogramm der Beatles

Ab 1958 reist Harvey mit seiner Big Soul Band durch England und Deutschland. Schnell entwickelt er sich zu einem der Aushängeschilder der britischen R&B-Szene, obwohl er auch Rocksongs zum Besten gibt. So spielt er am 20. Mai 1960 mit seiner Big Beat Band im Vorprogramm von Johnny Gentle And His Group. Hinter dem Kürzel „His Group“ verbirgt sich niemand Geringeres als die späteren Beatles, die zu jener Zeit noch aus John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Stuart Sutcliffe und Tommy Moore bestehen. Es handelt sich um den ersten Termin einer siebentägigen Schottland-Tour.

Hier tourt Alex Harvey mit. Eigentlich heißen die Beatles zu jener Zeit aber noch The Silver Beetles. Wer hat George sofort erkannt?, Foto: Buchcover

Gegen Ende der Sechziger versucht er es als Solokünstler, doch der Durchbruch bleibt aus. Der folgt dann zu Beginn der Siebziger, nach einem kleinen Umweg als Session-Musiker für die Londoner Inszenierung des Musicals Hair. Denn jetzt gründet er die Sensational Alex Harvey Band.

Die großen Erfolge

Mit der Gruppe bleibt Harvey während der gesamten Siebziger erfolgreich, steigt von 1976 bis 1978 allerdings kurzzeitig aus. Schon auf dem Debüt Framed (1972) liefert die Band Granaten wie Midnight Moses und den Titelsong Framed aus der Feder des Songschreiber-Duos Jerry Leiber und Mike Stoller ab. Zeitgleich erobert der Glam Rock das Vereinigte Königreich und später auch den Rest Europas. Harvey und seine Mitmusiker greifen den Stil auf. So entdeckt er zu jener Zeit sein legendäres, schwarz-weiß-gestreiftes Shirt. Gitarrist Zal Cleminson setzt noch einen drauf und tritt in Pantomime-Schminke und gelb-grünem Overall auf.

Mit einer Coverversion des Tom-Jones-Songs Delilah landet die Band 1975 einen Top-Ten-Hit, auch der Song The Boston Tea Party (1976) feiert große Erfolge. 1978, kurz nach Harveys Rückkehr, erscheint mit Rock Drill das letzte Album der Band. Im Anschluss veröffentlicht er zwei weitere Soloplatten und geht ab 1979 wieder auf Tour. Doch leider stirbt Alex Harvey am 4. Februar 1982 einen Tag vor seinem 47. Geburtstag an Herzversagen. Er hinterlässt zwei Söhne, einen aus jeder seiner beiden Ehen.

Zeitsprung: Am 9.1.1975 endet die Geschichte der Beatles offiziell

 

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Popkultur

10 Songs von Alice Cooper, die man kennen sollte

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Alice Cooper
Foto: Grant Lamos IV/Getty Images

Schock-Schminke, Schauer-Schlangen und schreckenerregende Songtexte: Alice Cooper hat den Schockrock zwar nicht erfunden, doch er hat ihn als erster auf die Spitze getrieben. Seit knapp 60 Jahren steht er nun auf der Bühne. Diese zehn Songs gruseln uns bis heute — auf die gute Art!

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einige der besten Songs von Alice Cooper anhören:

Ob Vincent Damon Furnier schon bei seiner Geburt am 4. Februar 1948 geschminkt war, ist nicht überliefert — doch wir gehen davon aus. Die Geschichte seiner ersten großen Band Alice Cooper reicht bis ins Jahr 1964 zurück. „In der Highschool haben uns alle gehasst“, erinnert er sich in einem Interview mit der Schweizer Illustrierten. „Sehr lange Zeit mochte uns wirklich niemand.“ Das ändert sich Anfang der Siebziger, denn mit ihrer Single I’m Eighteen gelingt Alice Cooper der Durchbruch. In Windeseile erobert die Gruppe die Musikwelt; ab Mitte der Siebziger spielt Furnier seine Rolle als Alice Cooper solo weiter. „Ich wollte einen Charakter spielen, der so ist, wie ich mir den besten Rockstar aller Zeiten vorstelle“, erzählt er. „Also habe ich Alice so kreiert, wie ich das wollte: ein bisschen böse, lustig, total gruselig, aber auch elegant. Alice ist mein allerliebster Rockstar.“ Unserer auch! Das sind seine zehn besten Songs.

1. I’m Eighteen (1970)

„I’m eighteen and I like it“ — Selten wurde die Volljährigkeit mit mehr Begeisterung besungen. Ursprünglich handelte es sich bei I’m Eighteen um eine achtminütige Jam-Session, doch Produzent Bob Ezrin überredete Alice Cooper dazu, den Song auf drei Minuten einzudampfen. Zum Glück — acht(zig)minütige Jam-Sessions gab es in den Sechzigern nun wirklich genug.

2. Under My Wheels (1971)

Bei Under My Wheels handelt es sich um die erste Single vom vierten Alice-Cooper-Album Killer (1971). Seitdem hat er das Stück auf wirklich jeder(!) Tour zum Besten gegeben, weshalb Under My Wheels Platz drei von Coopers meistgespielten Live-Songs belegt. 1988 nahm Cooper die Nummer übrigens noch einmal auf, und zwar mit Guns N’ Roses. Im Gegenzug ist Cooper auch in The Garden von Use Your Illusion I zu hören.

3. School’s Out (1972)

Keinen Song hat Alice Cooper häufiger live gespielt: Mehr als 2.900(!) Mal war School’s Out auf den Konzerten des Schockrockers zu hören, also quasi acht Jahre lang jeden Tag einmal. Dass Cooper und sein Publikum so viel Freude an dem Stück haben, überrascht nicht. Schließlich hat er selbst einmal gesagt: „Die beiden schönsten Zeiten des Jahres sind der Weihnachtsmorgen und der Beginn der Sommerferien.“

4. No More Mr. Nice Guy (1973)

Wer hinter diesem Titel Autobiografisches vermutet, ist auf dem richtigen Weg. In No More Mr. Nice Guy beschäftigt sich Cooper mit den Reaktionen der Kirchengruppe seiner Mutter auf seine mitunter okkult-gruseligen Bühnenauftritte. „Jetzt gibt es keinen Weg zurück“, meint er mit dem Titel. Gut so! Was hätten wir in den vergangenen Jahrzehnten bloß ohne unsere Tante Alice gemacht.

5. He’s Back (The Man Behind The Mask) (1986)

Ganze 13 Jahre liegen zwischen dem vierten und dem fünften Song unserer Liste. 13 Jahre, in denen Alice Cooper erfolgreich solo durchstartete, aber auch heftig abstürzte. An manche seiner Alben aus den Achtzigern kann er sich aufgrund seines Drogen- und Alkoholkonsums noch nicht einmal erinnern. Dieser Titel passt also zu seinem Mini-Comeback 1986 — und zum Soundtrack des Films Freitag der 13. Teil VI – Jason lebt.

6. Poison (1989)

Wann immer es um die größten Rockhymnen aller Zeiten geht, darf dieser Song nicht fehlen. In den Achtzigern hatte sich Alice Cooper durch seine Alkohol- und Drogeneskapaden beinahe selbst ins Aus geschossen, doch mit seinem 18. Studioalbum Trash gelang ihm der große Sprung zurück in den Mainstream. Bis heute handelt es sich um seine erfolgreichste Platte — und das nicht zuletzt aufgrund großer Hits wie Poison.

7. Bed Of Nails (1989)

Auch Bed Of Nails stammt von Coopers Über-Album Trash und geriet gleich hinter Poison zum zweiterfolgreichsten Song der Platte. Komponiert hat Cooper das Stück zusammen mit seinem Ex-Bassisten Kane Roberts, seinem Produzenten Desmond Child sowie mit Diane Warren, die nicht nur für Rockgrößen wie Elton John, Tina Turner und Aerosmith tätig war, sondern auch für Popstars wie Whitney Houston und Britney Spears.

8. Hey Stoopid (1991)

Hey Stoopid gehört nicht nur zu Alice Coopers berühmtesten Songs, sondern der Meister des Schockrock begrüßte für das Stück auch jede Menge Gaststars im Studio. Slash, Ozzy Osbourne, Steve Vai, Joe Satriani: Sie alle geben sich in der Nummer die Klinke in die Hand und unterstützen ihren Kumpel Alice bei seinem Rock’n’Roll-Auftrag. Die Botschaft des Songs: „Hey Dummerchen, lass das mit den Drogen doch einfach sein …“.

9. Snakebite (1991)

Wie oft Alice Cooper im Lauf seiner jahrzehntelangen Karriere von Schlangen gebissen wurde, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Doch wir wissen, dass es sich bei Snakebite um einen seiner allerbesten Songs handelt! Inhaltlich ist die Nummer quasi vertonter Machismo. „My face is tattooed in your shoulder / Your name is scratched into my bike“, singt Cooper darin. Na dann …

10. Feed My Frankenstein (1991)

Wer den Rockfilmklassiker Wayne’s World kennt, liebt bestimmt auch Feed My Frankenstein von Alice Cooper. Vor der legendären „Wir sind unwürdig!“-Szene besuchen die beiden Chaoten Wayne und Garth in dem Streifen nämlich ein Konzert des Schockrockers und kommen in den Genuss seiner damals brandneuen Single. Heute gehört die Nummer zu Coopers späten Klassikern — aus gutem Grund!

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Sechs Anekdoten, die nur aus dem Leben von Alice Cooper stammen können

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