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Popkultur

15 Hip-Hop-Empfehlungen für den Einstieg

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Frühe Hip-Hop-Pioniere: N.W.A. Foto: Raymond Boyd/Michael Ochs Archives/Getty Images

Kanye West hat nicht Unrecht, wenn er über sich und seine Kolleg*innen sagt: „Wir sind die neuen Rockstars!“ Die Welt spricht Hip-Hop und das schon seit vielen Jahren. Doch was genau versteht man darunter eigentlich? In gängigen Definitionen werden vier Säulen genannt, wenn es um die Bestandteile der Hip-Hop-Kultur geht: MCing (i.e. Rappen), DJing, Breakdancing und Graffiti. Los geht das Ganze schon während der Siebziger in Form sogenannter „Block Parties“, später entwickelt sich daraus ein globaler Trend. Inzwischen gibt Hip-Hop kulturell den Ton an, ob wir Rocker*innen das hören wollen oder nicht. Schauen wir uns mal an, wer dazu beigetragen hat und beiträgt.

von Timon Menge und Sina Buchwitz

Hier könnt ihr euch einige unserer Hip-Hop-Empfehlungen anhören:

Üblicherweise grenzen wir unsere Empfehlungsartikel ein wenig stärker ein. 15 Tipps für den Hip-Hop-Einstieg auszuwählen, entspricht etwa einem Text mit dem Titel „15 Empfehlungen für den Rock-Einstieg“. Eigentlich viel zu allgemein, klar. Weil wir auf dieser Website aber vor allem Rockmusik-affin sind, möchten wir in erster Linie einen ganz groben Überblick geben. Die frühen Anfänge mit DJ Kool Herc, Afrika Bambaataa und Grandmaster Flash schenken wir uns, ebenso wie kommerzielle Superstars à la Kanye West und Jay-Z. Stattdessen haben wir ein paar lose Fäden zusammengetragen, die man aufgreifen kann, um die spannende Welt des Hip-Hop zu erforschen.

1.N.W.A. / Dr. Dre

N.W.A. (Abkürzung für: „Niggaz Wit Attitudes“) aus Compton bei Los Angeles gehören nicht nur zu den einflussreichsten Hip-Hop-Gruppen aller Zeiten, sondern auch zu den wichtigsten Brutstätten des Genres. So starten mit Dr. Dre und Ice Cube gleich zwei Mitglieder der Crew auch als Solokünstler durch. Dr. Dre verhilft außerdem einigen anderen großen Namen des Geschäfts zum Erfolg, wie zum Beispiel Snoop Dogg, Eminem und 50 Cent. Hier geht also einiges los. Ein guter Startpunkt für alle, die sich näher mit dem Thema Hip-Hop beschäftigen möchten.

Anspieltipps: N.W.A – Straight Outta Compton; Ice Cube – It Was A Good Day; Dr. Dre – Still D.R.E.; Snoop Dogg – Who Am I (What’s My Name)?; Eminem – ‘Till I Collapse

2.Ice-T / Body Count

Ice-T heißt eigentlich Tracy Lauren Marrow und legt in den Achtzigern los, genau wie N.W.A. und andere frühe Vertreter*innen des Hip-Hop. Der Titel seines ersten Albums Rhyme Pays (1987) soll sich für ihn bewahrheiten: Acht erfolgreiche Studioalben veröffentlicht er im Lauf seiner Karriere, sieben weitere mit seiner Metalband Body Count. Weitere Brötchen verdient er sich als Schauspieler in diversen Filmen und mit seiner langjährigen Rolle in der US-Fernsehserie Law & Order: Special Victims Unit.

Anspieltipps: Ice-T – 6 ‘N The Mornin’; Ice-T – Colors; Ice-T – New Jack Hustler (Nino’s Theme); Ice-T – O.G. (Original Gangster); Body Count – Cop Killer

3.Salt-N-Pepa

1985 gründen Cheryl „Salt“ James und Sandra „Pepa“ Denton in Queens quasi spontan Salt-N-Pepa – auf Bitten ihres Freundes (und späteren Managers und Produzenten) Hurby „Luv Bug“ Azor nimmt Cheryl mit ihrer damaligen Arbeitskollegin Sandy The Show Stopper auf, einen Antwortsong auf Doug E Freshs The Show. Später kommt Deidra „DJ Spinderella“ Roper zur Gruppe hinzu. Von den männlichen Vertretern ihres Genres häufig objektifiziert und herabgewürdigt, gibt das Trio selbstbewussten Frauen im Hip-Hop erstmals eine Stimme. Laut. Und unmissverständlich: Hits wie Let’s Talk About Sex, Shoop, Push It und Do You Really Want Me thematisieren die weibliche Sexualität ebenso unverblümt wie feministische Ideale und gegenseitigen Respekt.

Anspieltipps: I’ll Take Your Man; Let’s Talk About Sex; None Of Your Business; Tramp; Champagne

4.Beastie Boys

Ursprünglich legen die Beastie Boys unter dem Namen The Young Aborigines los. Damals spielt die Truppe noch experimentellen Hardcore-Punk, erst später folgt die Umorientierung zum Hip-Hop. Und damit durchbrechen die drei New Yorker eine Barriere. Unter Weißen ist der Hip-Hop nämlich eigentlich noch so gar nicht angekommen. Ad-Rock, MCA und Mike D interessiert das nicht und die Musiker veröffentlichen in den Jahren danach Erfolge wie Licensed To Ill (1986), Ill Communication (1994) und Hello Nasty (1998). Heute zählt das Trio zu den erfolgreichsten Hip-Hopper*innen aller Zeiten.

Anspieltipps: Sabotage; Intergalactic; Fight For Your Right; No Sleep Till Brooklyn; Brass Monkey

5.Missy Elliott

Schon lange bevor Missy Elliott als Solokünstlerin durchstartet, ist sie für zahlreiche Hits mitverantwortlich. Sie schreibt Songs für Größen wie Aaliyah, Christina Aguilera, Mariah Carey und Ginuwine, bevor sie 1997 mit ihrem alten Schulfreund Timbaland ihr Debütalbum Supa Dupa Fly aufnimmt und die Hip-Hop-Welt nachhaltig verändert: Mit innovativen Sounds, cleveren Texten und legendären Musikvideos manifestiert sie im Laufe der Jahre ihren ikonischen Status im Genre. Spätestens mit ihrem dritten Album Miss E…So Addictive steigt sie 2001 zum Rap-Superstar auf.

Auch mit ihrem Look macht sie von sich reden: Während viele ihrer Kolleginnen Anfang der 2000er von Medien und Plattenfirmen hypersexualisiert dargestellt werden, setzt Missy auf lässige Baggy-Styles, cartoonartige Silhouetten, grelle Farben und bereichert das sonst oft ernste Hip-Hop-Business um eine große Portion Selbstironie und Humor.

Anspieltipps: Sock It 2 Me; Pass That Dutch; Work It; Lose Control; Gossip Folks

6.2Pac

Um Tupac Amaru Shakur ranken sich die verrücktesten Mythen. Offiziell wird der einflussreiche Rapper am 13. September 1996 bei einem Drive-By-Shooting in Las Vegas erschossen. Inoffiziell soll er immer noch leben und sich bloß aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen haben, ähnlich wie es auch Elvis Presley öfter nachgesagt wird. So oder so zählt 2Pac zu den wichtigsten Figuren des West Coast Hip-Hop. Seine Kindheit und Jugend verbringt er in New York City, mit 17 geht es nach San Francisco, 1993 zieht er nach Los Angeles. Immer wieder beschäftigt er sich mit sozialkritischen Themen und setzt sich für die Gleichbehandlung von Schwarzen ein.

Anspieltipps: Ambitionz As A Ridah; All Eyez On Me (feat. Big Syke); Changes; Dear Mama; Keep Ya Head Up

7.The Notorious B.I.G.

The Notorious B.I.G. (oder auch Biggie Smalls) kennt man vor allem für seinen virtuosen, entspannten Rap-Stil sowie für seine äußerst gehaltvollen, teils autobiografischen Texte. Er gilt als einer der besten Rapper aller Zeiten, zu den erfolgreichsten zählt er auf jeden Fall. Hits wie Hypnotize und Juicy gehören zu jeder Hip-Hop-Party, seine Alben Ready To Die (1994) und Life After Death (1996) in jedes gut sortierte Plattenregal. Leider wird er nur 24 Jahre alt, weil er am 9. März 1997 ebenfalls bei einem Drive-By-Shooting niedergeschossen wird.

Anspieltipps: Hypnotize; Juicy; Big Poppa; Old Thing Back (feat. Ja Rule & Ralph Tresvant); Gimme The Loot

8.OutKast

Nicht nur an der Ost- und der Westküste findet der Hip-Hop statt, sondern auch im Süden der USA. Das erste berühmte Beispiel dafür gründen André 3000 und Big Boi 1992 unter dem Namen OutKast. Funk, Psychedelic, Jazz, Folk: Die beiden Rapper lassen allerlei Stilrichtungen in ihre Musik einfließen und erobern mit Hits wie Ms. Jackson und Hey Ya! die Charts. Ganze sechs Grammys erhalten die beiden im Lauf ihrer Karriere, mehr als 25 Millionen Alben gehen über die Ladentheke. An dieser Stelle wird es schon ein wenig experimentell, doch wir bewegen uns immer noch an der obersten Oberfläche des Hip-Hop.

Anspieltipps: Ms. Jackson; Hey Ya!; Roses; So Fresh, So Clean; ATLiens

9. Nas

Mit seinen tiefgründigen, wortgewandten Texten hat er das Genre auf ein neues Level gehoben. Mit Illmatic (1994) hat er ein Album für die Ewigkeit veröffentlicht. Immer wieder taucht die Platte in Auflistungen der „Besten Hip-Hop-Alben aller Zeiten“ ganz vorne auf. Aktiv ist Nasir bin Olu Dara Jones, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, immer noch. Gerade erst hat er sein zwölftes Album King’s Disease (2020) rausgebracht.

Anspieltipps: If I Ruled The World (Imagine That) (feat. Lauryn Hill); N.Y. State Of Mind; The Message; The World Is Yours; Halftime

10. Lauryn Hill

Im Song The Score spricht Fugees-Kollege Wyclef Jean 1996 das aus, was Fans und Musikinteressierte schon lange denken: „The magazine said the girl shoulda went solo“. Mit ihrem Album The Miseducation Of Lauryn Hill tut Lauryn Hill genau das – und landet damit einen Nummer-eins-Hit. Mühelos lässt die Künstlerin Grenzen zwischen Hip-Hop, Soul und R’n’B verschwimmen und wird zur Schlüsselfigur des Neo Soul. Auch lyrisch kann sich die Platte sehen (bzw. hören) lassen: Hill verarbeitet in ihren Songs nicht nur eine verflossene Liebe, sondern rappt auch über Themen wie Feminismus, das Musikbusiness und die damit verbundenen Herausforderungen, denen sich vor allem Frauen stellen müssen.

Anspieltipps: Fugees – Fu-Gee-La; Doo Wop (That Thing); To Zion; Ex-Factor; Ready Or Not

11. Pharrell Williams

Ob als Produzent mit den Neptunes, als Solokünstler oder als facettenreiches Multitalent mit seiner Band N.E.R.D.: Pharrell Williams’ Kreativität scheint kein Ende zu kennen. Immer wieder erfindet sich der Musiker aus Virginia neu, Platte für Platte entwickelt er sich selbst und den Hip-Hop weiter. Ganze 13 Grammy-Trophäen konnte er bislang sammeln, unter anderem dreimal als bester Produzent. Die meisten seiner Songs kommen euch vermutlich bekannt vor, ob aus dem Musikfernsehen (Wisst ihr noch, damals…), von YouTube oder aus dem Radio.

Anspieltipps: Marilyn Monroe; Water; Lemon; Freedom; N.E.R.D. – She Wants To Move

12. Drake

Seit 2006 mischt der kanadische Rapper Drake im Musikbusiness mit. Während seine Anfänge nur von geringem kommerziellem Erfolg geprägt waren, startet er 2010 mit seinem Debütalbum Thank Me Later richtig durch: Mittlerweile zählt Drizzy über 200 Songs in den Billboard Hot 100 Charts und zählt damit als Spitzenreiter unter den Solokünstlern. Diesen Triumph hat der Rapper vor allem seiner Vielseitigkeit zu verdanken. Durch seinen spielerischen Umgang mit Genres wie Hip-Hop und R’n’B und mal prahlerischen, mal nachdenklichen Texten gelingt es Drake, seine Zuhörer in jeder Stimmungslage abzuholen.

Anspieltipps: Passionfruit; Laugh Now Cry Later; In My Feelings; Best I Ever Had; Too Good

13. Nicki Minaj

Clevere Lines, unerschrockener Feminismus und ein Selbstbewusstsein, das selbst dem größten Macho Respekt einflößt: Rapperin Nicki Minaj hat von ihren Vorgängerinnen viel gelernt. Onika Tanya Maraj, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, begeistert ihre Fans mit unvergleichlichem Flow und einem Sinn für Humor, wie er zuletzt vielleicht Missy Elliott zugeschrieben wurde. Insbesondere der spielerische Umgang mit Dialekten, Metaphern und unerwarteten Punch Lines haben Minaj seit den 2000ern zu einer festen Größe im Hip-Hop werden lassen. Musikalisch lässt sie sich in keine Schublade stecken; viele ihrer Songs weisen Elemente aus Genres wie Eurodance und Electropop auf. Der Erfolg gibt ihr Recht: im März 2017 bricht sie den Rekord für die meisten Chartplatzierungen einer Frau in den US-amerikanischen Charts.

Anspieltipps: Monster; Barbie Dreams; Feeling Myself; Super Bass; Chun-Li

14. Kendrick Lamar

Neuer Künstler, alte Geschichten: Wie einige seiner musikalischen Vorbilder wächst auch Kendrick Lamar in Compton bei Los Angeles auf. Sein Vater arbeitet zwar bei einer Fast-Food-Kette, muss zusätzlich aber auch kleine Straftaten verüben, um seine Familie über Wasser halten zu können. Gangkriminalität gehört zur Tagesordnung, obwohl Lamar selbst sich nie einer Gang anschließt. Das übernehmen die Geschwister seiner Eltern für ihn. Seit einigen Jahren zählt er zu den erfolgreichsten Rappern der Welt, vor allem für seine Texte wird er von allen Seiten gelobt.

Anspieltipps: HUMBLE.; All The Stars (with SZA); LOVE. FEAT. ZACHARI.; Money Trees; DNA

15. Megan Thee Stallion

Egal, ob durch Samples, Lyrics oder Musikvideos: In den letzten zwei Jahren hat sich Megan Thee Stallion, die eigentlich Megan Pete heißt, einen Namen in der Musikbranche gemacht. Schon mit 16 schreibt sie ihre ersten Rap-Texte, mit ihrer Karriere startete sie jedoch erst zur Volljährigkeit fünf Jahre später, nachdem ihre Mutter, die ebenfalls als Rapperin tätig war, ihr dazu aufgrund der zweideutigen Texte geraten hatte. Bis heute hält sich diese sexpositive Haltung, die ihr auch ihren Künstlernamen (Stallion = Hengst) einbrachte.

In ihren Texten und Musikvideos zelebriert sie Body Positivity, setzt sich für schwarze Frauen ein und hält Fans dazu an, sich selbst zu lieben.

Anspieltipps: Girls In The Hood; Hot Girl Summer; Captain Hook; Savage; Freak Nasty

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