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Popkultur

15 Hip-Hop-Empfehlungen für den Einstieg

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Frühe Hip-Hop-Pioniere: N.W.A. Foto: Raymond Boyd/Michael Ochs Archives/Getty Images

Kanye West hat nicht Unrecht, wenn er über sich und seine Kolleg*innen sagt: „Wir sind die neuen Rockstars!“ Die Welt spricht Hip-Hop und das schon seit vielen Jahren. Doch was genau versteht man darunter eigentlich? In gängigen Definitionen werden vier Säulen genannt, wenn es um die Bestandteile der Hip-Hop-Kultur geht: MCing (i.e. Rappen), DJing, Breakdancing und Graffiti. Los geht das Ganze schon während der Siebziger in Form sogenannter „Block Parties“, später entwickelt sich daraus ein globaler Trend. Inzwischen gibt Hip-Hop kulturell den Ton an, ob wir Rocker*innen das hören wollen oder nicht. Schauen wir uns mal an, wer dazu beigetragen hat und beiträgt.

von Timon Menge und Sina Buchwitz

Hier könnt ihr euch einige unserer Hip-Hop-Empfehlungen anhören:

Üblicherweise grenzen wir unsere Empfehlungsartikel ein wenig stärker ein. 15 Tipps für den Hip-Hop-Einstieg auszuwählen, entspricht etwa einem Text mit dem Titel „15 Empfehlungen für den Rock-Einstieg“. Eigentlich viel zu allgemein, klar. Weil wir auf dieser Website aber vor allem Rockmusik-affin sind, möchten wir in erster Linie einen ganz groben Überblick geben. Die frühen Anfänge mit DJ Kool Herc, Afrika Bambaataa und Grandmaster Flash schenken wir uns, ebenso wie kommerzielle Superstars à la Kanye West und Jay-Z. Stattdessen haben wir ein paar lose Fäden zusammengetragen, die man aufgreifen kann, um die spannende Welt des Hip-Hop zu erforschen.

1.N.W.A. / Dr. Dre

N.W.A. (Abkürzung für: „Niggaz Wit Attitudes“) aus Compton bei Los Angeles gehören nicht nur zu den einflussreichsten Hip-Hop-Gruppen aller Zeiten, sondern auch zu den wichtigsten Brutstätten des Genres. So starten mit Dr. Dre und Ice Cube gleich zwei Mitglieder der Crew auch als Solokünstler durch. Dr. Dre verhilft außerdem einigen anderen großen Namen des Geschäfts zum Erfolg, wie zum Beispiel Snoop Dogg, Eminem und 50 Cent. Hier geht also einiges los. Ein guter Startpunkt für alle, die sich näher mit dem Thema Hip-Hop beschäftigen möchten.

Anspieltipps: N.W.A – Straight Outta Compton; Ice Cube – It Was A Good Day; Dr. Dre – Still D.R.E.; Snoop Dogg – Who Am I (What’s My Name)?; Eminem – ‘Till I Collapse

2.Ice-T / Body Count

Ice-T heißt eigentlich Tracy Lauren Marrow und legt in den Achtzigern los, genau wie N.W.A. und andere frühe Vertreter*innen des Hip-Hop. Der Titel seines ersten Albums Rhyme Pays (1987) soll sich für ihn bewahrheiten: Acht erfolgreiche Studioalben veröffentlicht er im Lauf seiner Karriere, sieben weitere mit seiner Metalband Body Count. Weitere Brötchen verdient er sich als Schauspieler in diversen Filmen und mit seiner langjährigen Rolle in der US-Fernsehserie Law & Order: Special Victims Unit.

Anspieltipps: Ice-T – 6 ‘N The Mornin’; Ice-T – Colors; Ice-T – New Jack Hustler (Nino’s Theme); Ice-T – O.G. (Original Gangster); Body Count – Cop Killer

3.Salt-N-Pepa

1985 gründen Cheryl „Salt“ James und Sandra „Pepa“ Denton in Queens quasi spontan Salt-N-Pepa – auf Bitten ihres Freundes (und späteren Managers und Produzenten) Hurby „Luv Bug“ Azor nimmt Cheryl mit ihrer damaligen Arbeitskollegin Sandy The Show Stopper auf, einen Antwortsong auf Doug E Freshs The Show. Später kommt Deidra „DJ Spinderella“ Roper zur Gruppe hinzu. Von den männlichen Vertretern ihres Genres häufig objektifiziert und herabgewürdigt, gibt das Trio selbstbewussten Frauen im Hip-Hop erstmals eine Stimme. Laut. Und unmissverständlich: Hits wie Let’s Talk About Sex, Shoop, Push It und Do You Really Want Me thematisieren die weibliche Sexualität ebenso unverblümt wie feministische Ideale und gegenseitigen Respekt.

Anspieltipps: I’ll Take Your Man; Let’s Talk About Sex; None Of Your Business; Tramp; Champagne

4.Beastie Boys

Ursprünglich legen die Beastie Boys unter dem Namen The Young Aborigines los. Damals spielt die Truppe noch experimentellen Hardcore-Punk, erst später folgt die Umorientierung zum Hip-Hop. Und damit durchbrechen die drei New Yorker eine Barriere. Unter Weißen ist der Hip-Hop nämlich eigentlich noch so gar nicht angekommen. Ad-Rock, MCA und Mike D interessiert das nicht und die Musiker veröffentlichen in den Jahren danach Erfolge wie Licensed To Ill (1986), Ill Communication (1994) und Hello Nasty (1998). Heute zählt das Trio zu den erfolgreichsten Hip-Hopper*innen aller Zeiten.

Anspieltipps: Sabotage; Intergalactic; Fight For Your Right; No Sleep Till Brooklyn; Brass Monkey

5.Missy Elliott

Schon lange bevor Missy Elliott als Solokünstlerin durchstartet, ist sie für zahlreiche Hits mitverantwortlich. Sie schreibt Songs für Größen wie Aaliyah, Christina Aguilera, Mariah Carey und Ginuwine, bevor sie 1997 mit ihrem alten Schulfreund Timbaland ihr Debütalbum Supa Dupa Fly aufnimmt und die Hip-Hop-Welt nachhaltig verändert: Mit innovativen Sounds, cleveren Texten und legendären Musikvideos manifestiert sie im Laufe der Jahre ihren ikonischen Status im Genre. Spätestens mit ihrem dritten Album Miss E…So Addictive steigt sie 2001 zum Rap-Superstar auf.

Auch mit ihrem Look macht sie von sich reden: Während viele ihrer Kolleginnen Anfang der 2000er von Medien und Plattenfirmen hypersexualisiert dargestellt werden, setzt Missy auf lässige Baggy-Styles, cartoonartige Silhouetten, grelle Farben und bereichert das sonst oft ernste Hip-Hop-Business um eine große Portion Selbstironie und Humor.

Anspieltipps: Sock It 2 Me; Pass That Dutch; Work It; Lose Control; Gossip Folks

6.2Pac

Um Tupac Amaru Shakur ranken sich die verrücktesten Mythen. Offiziell wird der einflussreiche Rapper am 13. September 1996 bei einem Drive-By-Shooting in Las Vegas erschossen. Inoffiziell soll er immer noch leben und sich bloß aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen haben, ähnlich wie es auch Elvis Presley öfter nachgesagt wird. So oder so zählt 2Pac zu den wichtigsten Figuren des West Coast Hip-Hop. Seine Kindheit und Jugend verbringt er in New York City, mit 17 geht es nach San Francisco, 1993 zieht er nach Los Angeles. Immer wieder beschäftigt er sich mit sozialkritischen Themen und setzt sich für die Gleichbehandlung von Schwarzen ein.

Anspieltipps: Ambitionz As A Ridah; All Eyez On Me (feat. Big Syke); Changes; Dear Mama; Keep Ya Head Up

7.The Notorious B.I.G.

The Notorious B.I.G. (oder auch Biggie Smalls) kennt man vor allem für seinen virtuosen, entspannten Rap-Stil sowie für seine äußerst gehaltvollen, teils autobiografischen Texte. Er gilt als einer der besten Rapper aller Zeiten, zu den erfolgreichsten zählt er auf jeden Fall. Hits wie Hypnotize und Juicy gehören zu jeder Hip-Hop-Party, seine Alben Ready To Die (1994) und Life After Death (1996) in jedes gut sortierte Plattenregal. Leider wird er nur 24 Jahre alt, weil er am 9. März 1997 ebenfalls bei einem Drive-By-Shooting niedergeschossen wird.

Anspieltipps: Hypnotize; Juicy; Big Poppa; Old Thing Back (feat. Ja Rule & Ralph Tresvant); Gimme The Loot

8.OutKast

Nicht nur an der Ost- und der Westküste findet der Hip-Hop statt, sondern auch im Süden der USA. Das erste berühmte Beispiel dafür gründen André 3000 und Big Boi 1992 unter dem Namen OutKast. Funk, Psychedelic, Jazz, Folk: Die beiden Rapper lassen allerlei Stilrichtungen in ihre Musik einfließen und erobern mit Hits wie Ms. Jackson und Hey Ya! die Charts. Ganze sechs Grammys erhalten die beiden im Lauf ihrer Karriere, mehr als 25 Millionen Alben gehen über die Ladentheke. An dieser Stelle wird es schon ein wenig experimentell, doch wir bewegen uns immer noch an der obersten Oberfläche des Hip-Hop.

Anspieltipps: Ms. Jackson; Hey Ya!; Roses; So Fresh, So Clean; ATLiens

9. Nas

Mit seinen tiefgründigen, wortgewandten Texten hat er das Genre auf ein neues Level gehoben. Mit Illmatic (1994) hat er ein Album für die Ewigkeit veröffentlicht. Immer wieder taucht die Platte in Auflistungen der „Besten Hip-Hop-Alben aller Zeiten“ ganz vorne auf. Aktiv ist Nasir bin Olu Dara Jones, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, immer noch. Gerade erst hat er sein zwölftes Album King’s Disease (2020) rausgebracht.

Anspieltipps: If I Ruled The World (Imagine That) (feat. Lauryn Hill); N.Y. State Of Mind; The Message; The World Is Yours; Halftime

10. Lauryn Hill

Im Song The Score spricht Fugees-Kollege Wyclef Jean 1996 das aus, was Fans und Musikinteressierte schon lange denken: „The magazine said the girl shoulda went solo“. Mit ihrem Album The Miseducation Of Lauryn Hill tut Lauryn Hill genau das – und landet damit einen Nummer-eins-Hit. Mühelos lässt die Künstlerin Grenzen zwischen Hip-Hop, Soul und R’n’B verschwimmen und wird zur Schlüsselfigur des Neo Soul. Auch lyrisch kann sich die Platte sehen (bzw. hören) lassen: Hill verarbeitet in ihren Songs nicht nur eine verflossene Liebe, sondern rappt auch über Themen wie Feminismus, das Musikbusiness und die damit verbundenen Herausforderungen, denen sich vor allem Frauen stellen müssen.

Anspieltipps: Fugees – Fu-Gee-La; Doo Wop (That Thing); To Zion; Ex-Factor; Ready Or Not

11. Pharrell Williams

Ob als Produzent mit den Neptunes, als Solokünstler oder als facettenreiches Multitalent mit seiner Band N.E.R.D.: Pharrell Williams’ Kreativität scheint kein Ende zu kennen. Immer wieder erfindet sich der Musiker aus Virginia neu, Platte für Platte entwickelt er sich selbst und den Hip-Hop weiter. Ganze 13 Grammy-Trophäen konnte er bislang sammeln, unter anderem dreimal als bester Produzent. Die meisten seiner Songs kommen euch vermutlich bekannt vor, ob aus dem Musikfernsehen (Wisst ihr noch, damals…), von YouTube oder aus dem Radio.

Anspieltipps: Marilyn Monroe; Water; Lemon; Freedom; N.E.R.D. – She Wants To Move

12. Drake

Seit 2006 mischt der kanadische Rapper Drake im Musikbusiness mit. Während seine Anfänge nur von geringem kommerziellem Erfolg geprägt waren, startet er 2010 mit seinem Debütalbum Thank Me Later richtig durch: Mittlerweile zählt Drizzy über 200 Songs in den Billboard Hot 100 Charts und zählt damit als Spitzenreiter unter den Solokünstlern. Diesen Triumph hat der Rapper vor allem seiner Vielseitigkeit zu verdanken. Durch seinen spielerischen Umgang mit Genres wie Hip-Hop und R’n’B und mal prahlerischen, mal nachdenklichen Texten gelingt es Drake, seine Zuhörer in jeder Stimmungslage abzuholen.

Anspieltipps: Passionfruit; Laugh Now Cry Later; In My Feelings; Best I Ever Had; Too Good

13. Nicki Minaj

Clevere Lines, unerschrockener Feminismus und ein Selbstbewusstsein, das selbst dem größten Macho Respekt einflößt: Rapperin Nicki Minaj hat von ihren Vorgängerinnen viel gelernt. Onika Tanya Maraj, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, begeistert ihre Fans mit unvergleichlichem Flow und einem Sinn für Humor, wie er zuletzt vielleicht Missy Elliott zugeschrieben wurde. Insbesondere der spielerische Umgang mit Dialekten, Metaphern und unerwarteten Punch Lines haben Minaj seit den 2000ern zu einer festen Größe im Hip-Hop werden lassen. Musikalisch lässt sie sich in keine Schublade stecken; viele ihrer Songs weisen Elemente aus Genres wie Eurodance und Electropop auf. Der Erfolg gibt ihr Recht: im März 2017 bricht sie den Rekord für die meisten Chartplatzierungen einer Frau in den US-amerikanischen Charts.

Anspieltipps: Monster; Barbie Dreams; Feeling Myself; Super Bass; Chun-Li

14. Kendrick Lamar

Neuer Künstler, alte Geschichten: Wie einige seiner musikalischen Vorbilder wächst auch Kendrick Lamar in Compton bei Los Angeles auf. Sein Vater arbeitet zwar bei einer Fast-Food-Kette, muss zusätzlich aber auch kleine Straftaten verüben, um seine Familie über Wasser halten zu können. Gangkriminalität gehört zur Tagesordnung, obwohl Lamar selbst sich nie einer Gang anschließt. Das übernehmen die Geschwister seiner Eltern für ihn. Seit einigen Jahren zählt er zu den erfolgreichsten Rappern der Welt, vor allem für seine Texte wird er von allen Seiten gelobt.

Anspieltipps: HUMBLE.; All The Stars (with SZA); LOVE. FEAT. ZACHARI.; Money Trees; DNA

15. Megan Thee Stallion

Egal, ob durch Samples, Lyrics oder Musikvideos: In den letzten zwei Jahren hat sich Megan Thee Stallion, die eigentlich Megan Pete heißt, einen Namen in der Musikbranche gemacht. Schon mit 16 schreibt sie ihre ersten Rap-Texte, mit ihrer Karriere startete sie jedoch erst zur Volljährigkeit fünf Jahre später, nachdem ihre Mutter, die ebenfalls als Rapperin tätig war, ihr dazu aufgrund der zweideutigen Texte geraten hatte. Bis heute hält sich diese sexpositive Haltung, die ihr auch ihren Künstlernamen (Stallion = Hengst) einbrachte.

In ihren Texten und Musikvideos zelebriert sie Body Positivity, setzt sich für schwarze Frauen ein und hält Fans dazu an, sich selbst zu lieben.

Anspieltipps: Girls In The Hood; Hot Girl Summer; Captain Hook; Savage; Freak Nasty

Stoner Rock: 10 Band-Empfehlungen für den Einstieg

Popkultur

Im Auftrag des Herrn: Als Bob Dylan vor Papst Johannes Paul II. auftrat

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Bob Dylan
Foto: POOL/AFP/Getty Images

Gläubig war Bob Dylan irgendwie schon immer — mal in der einen, mal in der anderen Religion. Doch darum geht es nicht, als er am 27. September 1997 vor Papst Johannes Paul II. auftritt

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch Echoes, Silence, Patience & Grace von den Foo Fighters anhören:

Mit seinem Gig vor Papst Johannes Paul II. löst Bob Dylan im September 1997 einen ganz schönen Trubel aus. „Darf der das?“, lautet die allgegenwärtige Frage. „Nein“, finden zahlreiche Mitglieder der katholischen Kirche. Kardinal Joseph Ratzinger (später: Papst Benedikt XVI.) möchte den Auftritt sogar verhindern. Doch Dylan bahnt sich seinen Weg zum Häuptling und gibt in Anwesenheit von mehr als 300.000 jungen Katholiken Songs wie Knockin’ On Heaven’s Door, A Hard Rain’s A-Gonna Fall und Forever Young zum Besten. Der Papst hält anschließend ein flammendes Plädoyer für die katholische Kirche — und zitiert darin auch Dylans Songtexte.

„Du sagst, dass ‚blowin‘ in the wind’ die Antwort ist, mein Freund“, proklamiert das Kirchenoberhaupt in Dylans Richtung. „So ist es. Es ist aber nicht der Wind, der Dinge davonträgt, sondern der Atem und das Leben des Heiligen Geistes. Die Stimme die ruft und sagt: ‚Komm!‘. Du fragst, wie viele Wege ein Mann gehen muss, bevor er zum Mann wird. Ich antworte: Es gibt für einen Mann nur einen Weg und das ist der Weg von Jesus Christus, der gesagt hat: ‚Ich bin der Weg und das Leben.‘“ Ob der Papst Dylans Fragen damit beantworten konnte, wissen wir auch nicht. Was wir allerdings wissen, ist, dass Dylans Auftritt beinahe nicht stattgefunden hätte.

Johannes’ Nachfolger Benedikt XVI. hat Einwände

„Es gab Gründe, skeptisch zu sein und das war ich“, schreibt Papst Benedikt XVI. in seinem Buch Johannes Paul II: Mein geliebter Vorgänger. 1997 heißt Benedikt noch Joseph Ratzinger und ist Kardinal. „In gewisser Weise bin ich auch heute [2007] noch skeptisch.“ So äußert der Rockmusikhasser in dem Buch seine Zweifel darüber, ob es richtig gewesen sei, den „sogenannten Propheten“ Dylan auf die Bühne zu lassen. 1997 möchte Kardinal Ratzinger das Konzert sogar aktiv verhindern und spricht sich gegen Dylans Auftritt aus. Zum Glück hat er damals noch nicht allzu viel zu sagen — und zum Glück sieht der amtierende Papst das Ganze ein wenig anders.

Dylan selbst erklärt in einem Newsweek-Interview, wie es um seine Religiosität bestellt ist: „Die Sache mit mir und der Religion ist die … Das ist die reine Wahrheit: Ich finde die Religiosität und Philosophie in der Musik. Ich finde sie nirgendwo anders.“ Immer wieder war es zu Verwirrung um Dylans Glauben gekommen, der zwar jüdisch aufwuchs, Ende der Siebziger aber unter großem Tamtam zum Christentum konvertierte. Später wendete er sich wieder davon ab. „Ich halte mich nicht an Rabbiner, Prediger, Evangelisten und all sowas“, versichert er. „Ich habe mehr durch die Lieder gelernt, als durch irgendeine Einrichtung. Die Lieder sind mein Lexikon und ich glaube ihnen.“

Dylan beim Papst: „Das war eine der besten Shows, die ich je gespielt habe.“

Warum Dylan 1997 dennoch seine Chance ergreift und vor dem Papst auftritt, können wir nur erahnen. Die mediale Aufmerksamkeit wird sicher dazu beigetragen haben, denn nur wenige Tage später erscheint sein 30. Album Time Out Of My Mind. Doch auch der Spaß kommt nicht zu kurz: „Das war eine der besten Shows, die ich je gespielt habe“, verrät er später in einem Interview mit dem Irish Sunday Mirror. Außerdem erklärt er: „Es gab Zeiten in meinem Leben, da konnte ich nur auf der Bühne glücklich sein.“ Touren falle ihm nicht schwer. „Viele Leute halten das Touren nicht aus, aber für mich ist das wie Atmen.“ Hoffentlich kommt er dabei nicht dem Atem des Heiligen Geistes in die Quere.

Aufnahmefehler und schlechte Verkaufszahlen: Die holprige Geschichte von Bob Dylans Debütalbum

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Popkultur

Pinke Stromgitarren für den Weltfrieden: Barbie And The Rockers

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Barbie And The Rockers

„"Blonde Haare, ein pinkes Traumhaus und ein noch pinkeres Cabrio: Seit mehr als sechs Jahrzehnten gehört Barbie zu den beliebtesten Spielzeugfiguren der Welt. Der erste Film mit der populären Puppe erschien am 27. September 1987 auf Videokassette. Der Name des Streifens: Barbie And The Rockers: Out Of This World. Ja, wirklich.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einen Ausschnitt aus Barbie And The Rockers anschauen:

Ihr habt richtig gelesen: Mitte der Achtziger gründet Barbie ihre eigene Band. Der Hintergrund: Spielzeughersteller Mattel möchte dem Konkurrenzprodukt Jem And The Holograms aus dem Hause Hasbro etwas entgegensetzen und schickt Barbie in die Welt der Krachmusik. „Barbie And The Rockers“ heißt die neue Reihe; in Europa erscheint sie unter dem Namen „Barbie And The Rock Stars“. E-Gitarren, ein Drumkit, sogar eine Bühne: Kinder, die mit der blonden Puppe Rock’n’Roll spielen möchten, haben ab 1985 die freie Wahl. Und nicht nur das: Die lautstarke Spielzeugreihe läutet auch Barbies Filmdebüt ein. Am 27. September 1987 erscheint die allererste Fernsehsendung der Puppe auf Videokassette.

Zugegeben, die Handlung von Barbie And The Rockers: Out Of This World klingt ein wenig albern. In dem Film wird Barbie aufgrund ihrer weltweiten Berühmtheit zur Botschafterin für den Weltfrieden ernannt. Als die Gruppe ihre Welttournee beendet hat, sagt Barbie, sie habe etwas ganz Besonderes geplant, das „nicht von dieser Welt“ sei. Selbst ihre Band weiß noch nicht, worum es geht. Eines Tages bekommt Barbie eine Einladung von der Weltfriedensorganisation. Zu ihren Ehren soll ein Ball veranstaltet werden. Sie bittet Ken darum, sie zu begleiten, und geht mit ihren Freundinnen shoppen. Auf dem Ball verkündet Barbie dann die große Neuigkeit: Sie möchte mit ihrer Band ein Konzert im Weltall geben.

Barbie And The Rockers: Soundtrack von den Beatles und Lovin’ Spoonful

Anfangs sind ihre Bandmitglieder wenig begeistert von der Idee, stimmen aber schließlich zu. Später fliegt die Rockgruppe mit einem pinken Space Shuttle zum „Interstar Amphitheater“, wo sie von einem Herrn namens Dr. Leonard begrüßt wird. Ein kleines Publikum wartet auch schon auf die Rockerinnen. Der anschließende Auftritt von Barbie und Co. wird weltweit im Fernsehen übertragen und die Band stellt sogar einen neuen Song vor, den sie extra für die Show geschrieben hat. Zum Schluss der Show erklärt Barbie, dass dies der erste Tag des Weltfriedens sei, und dass es nicht der letzte sein wird, wenn alle das genug wollen. Leichte Kost, also. Für den Soundtrack des Streifens covert Barbie unter anderem die Beatles und Lovin’ Spoonful.

Heute gibt es unzählige Barbie-Filme; ein weiterer soll nächstes Jahr anlaufen. Falls wir euch mit unserem Artikel angefixt haben, müssen wir euch allerdings enttäuschen: Barbie And The Rockers: Out Of This World ist ausschließlich auf gebrauchten Videokassetten und einigen wenigen DVDs erhältlich. Einer Neuauflage scheinen vor allem die Coversongs im Weg zu stehen, die für eine erneute Veröffentlichung noch einmal lizensiert werden müssten. Vielleicht klappt das ja eines Tages. Es wäre sogar ein Box-Set möglich. Mit Barbie And The Sensations: Rockin’ Back To Earth gibt es nämlich noch eine Fortsetzung von Barbies Rockstar-Abenteuern. Im Sequel kehrt die Puppe mit ihrer Band auf die Erde zurück — und steckt auf einmal im Jahr 1959 fest. Doch das ist eine andere Geschichte.

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Popkultur

Die 10 größten Meat-Loaf-Hymnen

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Meat Loaf
Foto: Sony Music Archive via Getty Images/Terry Lott

Er war ein gewaltiger Rockstar im Wortsinn: Die Musikwelt trauert um den großen Meat Loaf. Wir erinnern uns an den legendären Koloss des Hard Rock und blicken auf seine unvergesslichsten Songs zurück.

 von Björn Springorum

Auch wenn er natürlich viel mehr gemacht hat: Am ehesten bringt man Meat Loaf mit seiner Bat-Out-Of-Hell-Trilogie in Verbindung. Mehr als 65 Millionen Mal haben sich diese drei Alben verkauft, das erste und erfolgreichste geht bis heute rund 200.000 Mal jährlich über den Ladentisch. Kein Wunder: Das Meisterwerk von 1977 ist ein stellarer Moment des theatralischen Hard Rock, eine Art Broadway-Musical mit harten Gitarren.

Seine Stimme und das kompositorische Genie seines langjährigen Partners Jim Steinman nehmen eine Ausnahmestellung im Kanon des Rock‘n‘Roll ein. Hier kommen zehn seiner mächtigsten, emotionalsten, größten Songs.

1. I’d Lie For You (And That’s the Truth) (1995)

Meat Loaf hat sich nicht immer auf die Kompositionen von Jim Steinman verlassen. Schon zwei Jahre nach dem Erfolg von Bat Out of Hell II: Back Into Hell kommt Meat Loaf mit Welcome To The Neighborhood um die Ecke, einem Album, das auch ohne Steinman so klingt, als hätte er es geschrieben. Der erfolgreichste Song daraus wurde von Diane Warren komponiert, die zur damaligen Zeit eine unaufhaltsame Hitmaschine war. Die Power-Ballade wird dann auch zu seinem letzten großen Hit.

2. Rock And Roll Dreams Come Through (1993)

So ziemlich jeder Song auf der Fortsetzung von Bat Out Of Hell zeigt, dass weder Meat Loaf noch Jim Steinman die Pause von 16 Jahren geschadet hat. Ursprünglich für Steinmans 1981er Soloalbum aufgenommen, wird es durch Meat Loaf zu einem weiteren großen Epos aus Herzschmerz und einem Refrain, der so heute einfach nicht mehr gemacht wird. Ganz großes Kitschkino.

3. You Took The Words Right Out Of My Mouth (On A Hot Summer Night) (1977)

Als erster Beitrag seines legendären Gamechangers Bat Out Of Hell steht hier You Took The Words Right Out Of My Mouth, ein wahrgewordener Hard-Rock-Traum mit gotischem Video, grandioser Hook und allem, was den Rock‘n‘Roll der Siebziger so größenwahnsinnig machte. Besser wird‘s auch auf der größten Bühne nicht.

4. Two Out Of Three Ain’t Bad (1977)

Eigentlich könnte hier ja einfach das gesamte Bat Out Of Hell stehen, fertig. Es gibt einfach keinen Filler auf diesem Album. Auch Two Out Of Three Ain’t Bad ist ein echter Killer: Eine große, große Ballade, die Meat Loaf auf einem absoluten Höhepunkt zeigt und zugleich eins der besten Beispiele für Steinmans kompositorisches Genie ist. So was nennt man dann wohl perfekte Chemie.

5. Bat Out Of Hell (1977)

Allen Ernstes, wer sein Debüt mit einem Paukenschlag wie diesem eröffnen kann, der hat schon alles geschafft, ehe er überhaupt so richtig angefangen hat. Fast zehn Minuten nimmt sich der ausladende Opener Zeit und zieht auf dieser Langstrecke gleich mal alle Register: die Ouvertüre zu diesem unfassbaren Musiktheater, ein Start mit Feuerwerk, Kanonen und massiver Produktion. Übrigens: Als musikalische Gäste mischen hier Todd Rundgren sowie Roy Bittan und Max Weinberg von der E Street Band mit. Es heißt schon was, wenn man sagt, dass es die echt nicht gebraucht hätte.

6. Hot Patootie – Bless My Soul (1975)

Natürlich darf die Rocky Horror Picture Show hier nicht fehlen. Meat Loaf gibt in diesem schrägen Stück Rock‘n‘Roll den dusseligen Biker Eddie, der den Laden gehörig aufmischt. Sicherlich nicht seine Sternstunde. Aber allein aus popkultureller Sicht erwähnenswert.

7. Read ’Em And Weep (1981)

Kurioserweise wird nicht alles, was Meat Loaf und Jim Steinman gemeinsam angingen, zu Gold. Dead Ringer, der schwierige Nachfolger zu Bat Out Of Hell, leidet unter dem enormen Erfolg des Vorgängers, hat aber einige Perlen zu bieten. Read ’Em And Weep zum Beispiel, eine stimmungsvolle Ballade, die aber erst zwei Jahre später durch Barry Manilow zu einem gewaltigen Erfolg wird. Muss man manchmal nicht verstehen.

8. Objects In The Rear View Mirror May Appear Closer Than They Are (1993)

Am besten waren Meat Loaf und Jim Steinman immer zusammen. Das zeigt auch Bat Out Of Hell II: Back Into Hell, das Album, das 1993 eine zwölfjährige Funkstille beendet. Da ist sie wieder, diese theatralische, dramatische Magie und diese unfassbare Energie. Wir wiederholen uns, aber: Niemand schreibt solche Refrains!

9. I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) (1993)

Sein wahrscheinlich größter Hit stammt ebenfalls vom zweiten Teil seiner definierenden Trilogie: I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) ist eine der größten Rock-Balladen aller Zeiten – obwohl bis heute eigentlich niemand so recht weiß, worum es in der Nummer eigentlich geht. Egal, die Musik ist so unfassbar spektakulär, dass Meat Loaf auch nur summen könnte und die Nummer wäre immer noch unsterblich.

10. Paradise By The Dashboard Light (1977)

Wenn wir uns festlegen müssten, würden wir diesen Song als absolutes Karrierehoch von Meat Loaf wählen. Unterteilt in drei Kapitel und über acht Minuten lang, dennoch als Single veröffentlicht: Für Meat Loaf und Jim Steinman gelten damals andere Regeln. Der Song ist ein Überbleibsel aus Steinmans Neverland-Musical und bringt Meat Loaf mit der Hauptrolle Ellen Foley zusammen. Ziemlich irre ist er auch: Inhaltlich dem Thema Sex im Auto verschrieben, gibt es im Video eine wilde Rummachszene, geschnitten in ein Baseballspiel.

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