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Popkultur

Modtastic!

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Also, was genau waren Mods?
Es mag Euch überraschen zu hören, dass der Begriff seinen Ursprung im Modern Jazz der 1950er Jahre hat. Damals wurden Musikfans, die die Platten von Labels wie Blue Note Records hörten, ‘Modernists’ genannt – oder eben Mods. Die Mod-Bewegung entstand in London und schon Mitte der 60er konnte man die gut gekleideten jungen Leute in italienischen Anzügen und Scootern – Lambrettas oder Vespas – in Clubs in ganz Großbritannien tanzen sehen.

 

Digging deeper…

 

Die Liebe zur Mode war ein wichtiger Teil der Modszene, aber auch ohne Musik wäre sie nicht denkbar gewesen. Es war die schwarze Musik, zu der die Mods in Clubs wie dem Marquee, La Discothèque, The Flamingo und ihrer spirituellen Heimat, dem angesagtesten Club von allen, The Scene Club im Ham Yard in London, tanzten. Für viele Leute sind heute The Who gleichbedeutend mit der Modkultur. Sie waren eine der ersten vom Mod beeinflussten Bands und ihre Zugehörigkeit ist vor allem ihrem Album Quadrophenia (1973) ganz deutlich anzumerken. Als 1979 das Mod-Revival Fahrt aufnahm, von dem auch The Jam ein Teil waren, wurde das Album sogar in einem Film verarbeitet. Die Musik von The Who fand bei den Mods aus den ländlichen Gegenden sehr viel mehr Anklang als bei den Londonern, die sich wahrscheinlich für etwas Besseres als ihre Kameraden in der Provinz hielten.
Die Begeisterung der Mods für schwarze Musik galt den Künstlern auf Motown, Stax Records, und Aufnahmen unbekannter amerikanischer Labels, sowie Jamaican Ska. Die Tourneen von Motown-Künstlern in Großbritannien und ihr früher Ansturm auf die britischen Charts mit den Supremes, Martha and the Vandellas und Marvin Gaye – dem bestangezogenen der bestangezogenen Motown-Künstler – wurde von den Plattenkäufern aus der Modszene, nicht nur in London, sondern immer mehr auch in anderen großen und kleineren britischen Städten, angefeuert.

 

Mod LogoDie Fernsehshow ‘Ready Steady Go! – the Weekend starts here’, die im August 1963 auf Sendung ging, war absolutes Pflichtprogramm für jeden Mod, der was auf sich hielt; und auch all jene, die zwar vorgaben Mods zu sein, aber noch nicht mal alt genug waren, um einen Scooter zu besitzen (das Mindestalter für den Führerschein war 16). In der ersten Folge von RSG! traten Bill Fury, Brian Poole und die Tremeloes auf, aber es dauerte eine Weile, bis sich die Sendung etablierte. Von Anfang an durchstreiften die Produzenten die Clubs und Tanzbars in und um London – wie z. B. den Orchid Ballroom in Purley – auf der Suche nach den besten Tänzern, von denen alle zu den neuesten Sounds der amerikanischen Black R&B- und Soulkünstler tanzten.

 

The Who traten Ende Januar 1965 mit einer Playbackversion von ‘I Can’t Explain’ zum ersten Mal bei RSG! auf und wer sie dort gesehen hat, konnte sofort erkennen, was die Band so großartig machte. Es gibt keine Bilder von dem Auftritt, aber wenn man sich den Auftritt in der amerikanischen Fernsehsendung Shindig ansieht, der sechs Monate später in den Twickenham Studios aufgezeichnet wurde, dann versteht man die Aufregung. Daltrey sah in seinem Hemd fantastisch aus und er erhob hier definitiv Anspruch auf den Titel als bester Rocksänger aller Zeiten. Moon prügelte das Leben aus seinem Schlagzeug heraus und der dreckige Sound von Townshends Gitarre ist einfach perfekt.
Oh, und auf Keith Moons Sweatshirt prangt das kreisrunde rot-weiß-blaue Logo der Royal Air Force – welches mittlerweile untrennbar mit der Modszene verbunden ist.

 

ModIm April 1965 hatte Dusty Springfield die Idee, eine Special Edition von Ready Steady Go! dem Motown zu widmen. Die Show begann mit einem Duett des Klassikers ‘Wishin and Hopin’ zwischen Dusty und Martha and the Vandellas. Außerdem traten Smokey Robinson and the Miracles, Stevie Wonder, Marvin Gaye, The Temptations und The Supremes auf. Die Supremes, mit Frontsängerin Diana Ross, zeigten zum ersten Mal ihren ‘Stop In The Name of Love’-Tanz und die Temptations performten ‘My Girl’ mit seiner ebenfalls nicht zu verachtenden Choreographie. Und ab dem Moment tanzten die Mods genau so; es war einfach total cool.
The Who wurden stark von der Modkultur und der Musik beeinflusst, und als sie den Kleidungsstil annahmen und begannen, schwarze Musik zu covern, verbreiteten sie die Modkultur noch weiter. Auf ihrem Debütalbum My Generation (1965) coverten sie James Browns ‘I Don’t Mind’ und auf A Quick One (1966) Martha and the Vandellas‘ ‘Heatwave’.
Bei ihren frühen Liveshows sangen The Who Songs von Miracles, Bo Diddley, Booket T & the MG’s und Howlin’ Wolf. Mods liebten die Tanzmusik von Motown und Stax, und den Blues von Chess Records. Auch Ska, der Vorbote von Reggae, war für Mods Pflicht: Songs wie Jimmy Cliffs ‘King of Kings’ und ‘Train to Skaville’ von The Ethiopian.
Die Carnaby Street war ein Mekka für Mods. 1963 eröffnete John Stephen, der selbsternannte King der Carnaby Street, seinen ersten Shop, ‘His Clothes’. Bald folgten ‘I Was Lord Kitchener’s Valet’, ‘Lady Jane’, ‘Kleptomania’, ‘Mates’, ‘Ravel’ und noch einige mehr, die sich speziell an Mods richteten. Für die meisten männlichen Mods verkörperte kaum jemand den Stil besser als Marvin Gaye. Seine unverwechselbare Art, den schicksten Anzug von allen zu tragen, hätte schon ausgereicht, ihn zum Star zu machen. Aber sein musikalisches Talent war außergewöhnlich. Sein erster UK-Hit als Solokünstler, ‘How Sweet It Is (To Be Loved By You)’, entwickelte sich zu einer Art Mod-Hymne und für viele Mod-Pärchen waren seine Duette mit Kim Weston und Tammi Terrell ‘unser Lied’. Eine spätabendliche Knutscherei zu ‘Your Precious Love’ von Marvin und Tammi war für viele Teenager der Vorgeschmack auf Sex.
Im Rahmen ihrer Verbreitung über das Stadtgebiet Londons hinaus, entstanden regionale Variationen der Modkultur. Am bekanntesten ist wohl der Northern Soul. Er hatte seine Wurzeln in der Modszene der 1960er Jahre und konzentrierte sich im Norden Englands, und besonders in Clubs wie dem Wigan Casino, dem Twisted Wheel in Manchester und dem Torch in Stoke-on-Trent. Northern Soul ist viel weniger Mainstream als normale Soul Musik und es geht hauptsächlich ums Tanzen. Er führte zu Disco und später auch Breakdance. Anwesende im Wigan Casino konnte jeden Abend Spins, Flips, Karate Kicks und Backdrops sehen, die allesamt von amerikanischen Soulacts inspiriert waren, die zu der Zeit in Großbritannien auf Tour waren.

 

ModThe Jam waren eine Punkband, aber in ihren Marvin Gaye-Gedächtnisanzügen und musikalischen Einflüssen wie The Who und Small Faces waren sie der Inbegriff einer Mod-Revivalband. 1977 wurden sie von Polydor unter Vertrag genommen und die Songs auf ihrem ersten Album, das im Mai desselben Jahres erschien, darunter z. B. ‘Non Stop Dancing’ und ein Cover von dem zehn Jahre zuvor schon von The Who aufgenommenen ‘The Batman Theme’, erinnerten sehr an die Modkultur. Die B-Seite der zweiten Single war ein von Bassist Bruce Foxton geschriebener Song mit dem vielsagenden Titel ‘Carnaby Street’. Nach der Auflösung von The Jam gründete Paul Weller 1983 zusammen mit Mick Talbot die Band The Style Council. Talbots frühere Band hieß The Merton Parkas: Ein Parka gehörte zur Standardgarderobe jedes Mods, wenn er auf seiner Lambretta TV 175 oder Li125 unterwegs war. Komplettiert wurde das Outfit durch eine Sonnenbrille – bei jedem Wetter – Bügelfaltenhose, Ben Sherman Hemd, kein Helm, und einen Fuchsschwanz, den es bei Esso kostenlos zur Tankfüllung gab und der an der knapp 2 Meter langen Antenne am hinteren Ende des Scooters befestigt wurde.
Mehr brauchte man nicht, um zur ‘In Crowd’ dazu zu gehören. ‘The In Crowd’ war auch der Titel des Dobie Gray Songs, einer weiteren Mod-Hymne. Einen eindrucksvollen Beleg, dass der Song nicht unterzukriegen ist, liefert Gregory Porters Album Liquid Spirit (2013 auf Blue Note), auf dem sich eine Coverversion von ‘The In Crowd’ findet, deren Sound unweigerlich Bilder von Marvin Gaye vor dem inneren Auge hervorruft.

 

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Zeitsprung: Am 5.2.1935 kommt Alex Harvey zur Welt.

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Foto: Evening Standard/Hulton Archive/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 5.2.1935.

von Timon Menge und Christof Leim

Besonders geradlinig verläuft die Karriere von Alex Harvey und seiner Sensational Alex Harvey Band nicht. Dennoch gehört der schottische Musiker zu den bekannteren Gesichtern der britischen Rockmusik der Siebziger. Heute hätte er Geburtstag gefeiert. 

Hier könnt ihr euch die größten Hits von Alex Harvey anhören: 

Das Licht der Welt erblickt Alexander James Harvey am 5. Februar 1935 in einem Arbeiterstadtteil von Glasgow. Bevor er seinen Weg als professioneller Musiker einschlägt, jobbt er unter anderem als Kellner und als Dachdecker. Zeitweise graviert er sogar Grabsteine. Zu Beginn der Fünfziger begeistert er sich für Dixieland-Jazz und Skiffle, bevor er ab 1954 selbst die Bühnenbretter betritt.

Im Vorprogramm der Beatles

Ab 1958 reist Harvey mit seiner Big Soul Band durch England und Deutschland. Schnell entwickelt er sich zu einem der Aushängeschilder der britischen R&B-Szene, obwohl er auch Rocksongs zum Besten gibt. So spielt er am 20. Mai 1960 mit seiner Big Beat Band im Vorprogramm von Johnny Gentle And His Group. Hinter dem Kürzel „His Group“ verbirgt sich niemand Geringeres als die späteren Beatles, die zu jener Zeit noch aus John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Stuart Sutcliffe und Tommy Moore bestehen. Es handelt sich um den ersten Termin einer siebentägigen Schottland-Tour.

Hier tourt Alex Harvey mit. Eigentlich heißen die Beatles zu jener Zeit aber noch The Silver Beetles. Wer hat George sofort erkannt?, Foto: Buchcover

Gegen Ende der Sechziger versucht er es als Solokünstler, doch der Durchbruch bleibt aus. Der folgt dann zu Beginn der Siebziger, nach einem kleinen Umweg als Session-Musiker für die Londoner Inszenierung des Musicals Hair. Denn jetzt gründet er die Sensational Alex Harvey Band.

Die großen Erfolge

Mit der Gruppe bleibt Harvey während der gesamten Siebziger erfolgreich, steigt von 1976 bis 1978 allerdings kurzzeitig aus. Schon auf dem Debüt Framed (1972) liefert die Band Granaten wie Midnight Moses und den Titelsong Framed aus der Feder des Songschreiber-Duos Jerry Leiber und Mike Stoller ab. Zeitgleich erobert der Glam Rock das Vereinigte Königreich und später auch den Rest Europas. Harvey und seine Mitmusiker greifen den Stil auf. So entdeckt er zu jener Zeit sein legendäres, schwarz-weiß-gestreiftes Shirt. Gitarrist Zal Cleminson setzt noch einen drauf und tritt in Pantomime-Schminke und gelb-grünem Overall auf.

Mit einer Coverversion des Tom-Jones-Songs Delilah landet die Band 1975 einen Top-Ten-Hit, auch der Song The Boston Tea Party (1976) feiert große Erfolge. 1978, kurz nach Harveys Rückkehr, erscheint mit Rock Drill das letzte Album der Band. Im Anschluss veröffentlicht er zwei weitere Soloplatten und geht ab 1979 wieder auf Tour. Doch leider stirbt Alex Harvey am 4. Februar 1982 einen Tag vor seinem 47. Geburtstag an Herzversagen. Er hinterlässt zwei Söhne, einen aus jeder seiner beiden Ehen.

Zeitsprung: Am 9.1.1975 endet die Geschichte der Beatles offiziell

 

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Popkultur

10 Songs von Alice Cooper, die man kennen sollte

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Alice Cooper
Foto: Grant Lamos IV/Getty Images

Schock-Schminke, Schauer-Schlangen und schreckenerregende Songtexte: Alice Cooper hat den Schockrock zwar nicht erfunden, doch er hat ihn als erster auf die Spitze getrieben. Seit knapp 60 Jahren steht er nun auf der Bühne. Diese zehn Songs gruseln uns bis heute — auf die gute Art!

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einige der besten Songs von Alice Cooper anhören:

Ob Vincent Damon Furnier schon bei seiner Geburt am 4. Februar 1948 geschminkt war, ist nicht überliefert — doch wir gehen davon aus. Die Geschichte seiner ersten großen Band Alice Cooper reicht bis ins Jahr 1964 zurück. „In der Highschool haben uns alle gehasst“, erinnert er sich in einem Interview mit der Schweizer Illustrierten. „Sehr lange Zeit mochte uns wirklich niemand.“ Das ändert sich Anfang der Siebziger, denn mit ihrer Single I’m Eighteen gelingt Alice Cooper der Durchbruch. In Windeseile erobert die Gruppe die Musikwelt; ab Mitte der Siebziger spielt Furnier seine Rolle als Alice Cooper solo weiter. „Ich wollte einen Charakter spielen, der so ist, wie ich mir den besten Rockstar aller Zeiten vorstelle“, erzählt er. „Also habe ich Alice so kreiert, wie ich das wollte: ein bisschen böse, lustig, total gruselig, aber auch elegant. Alice ist mein allerliebster Rockstar.“ Unserer auch! Das sind seine zehn besten Songs.

1. I’m Eighteen (1970)

„I’m eighteen and I like it“ — Selten wurde die Volljährigkeit mit mehr Begeisterung besungen. Ursprünglich handelte es sich bei I’m Eighteen um eine achtminütige Jam-Session, doch Produzent Bob Ezrin überredete Alice Cooper dazu, den Song auf drei Minuten einzudampfen. Zum Glück — acht(zig)minütige Jam-Sessions gab es in den Sechzigern nun wirklich genug.

2. Under My Wheels (1971)

Bei Under My Wheels handelt es sich um die erste Single vom vierten Alice-Cooper-Album Killer (1971). Seitdem hat er das Stück auf wirklich jeder(!) Tour zum Besten gegeben, weshalb Under My Wheels Platz drei von Coopers meistgespielten Live-Songs belegt. 1988 nahm Cooper die Nummer übrigens noch einmal auf, und zwar mit Guns N’ Roses. Im Gegenzug ist Cooper auch in The Garden von Use Your Illusion I zu hören.

3. School’s Out (1972)

Keinen Song hat Alice Cooper häufiger live gespielt: Mehr als 2.900(!) Mal war School’s Out auf den Konzerten des Schockrockers zu hören, also quasi acht Jahre lang jeden Tag einmal. Dass Cooper und sein Publikum so viel Freude an dem Stück haben, überrascht nicht. Schließlich hat er selbst einmal gesagt: „Die beiden schönsten Zeiten des Jahres sind der Weihnachtsmorgen und der Beginn der Sommerferien.“

4. No More Mr. Nice Guy (1973)

Wer hinter diesem Titel Autobiografisches vermutet, ist auf dem richtigen Weg. In No More Mr. Nice Guy beschäftigt sich Cooper mit den Reaktionen der Kirchengruppe seiner Mutter auf seine mitunter okkult-gruseligen Bühnenauftritte. „Jetzt gibt es keinen Weg zurück“, meint er mit dem Titel. Gut so! Was hätten wir in den vergangenen Jahrzehnten bloß ohne unsere Tante Alice gemacht.

5. He’s Back (The Man Behind The Mask) (1986)

Ganze 13 Jahre liegen zwischen dem vierten und dem fünften Song unserer Liste. 13 Jahre, in denen Alice Cooper erfolgreich solo durchstartete, aber auch heftig abstürzte. An manche seiner Alben aus den Achtzigern kann er sich aufgrund seines Drogen- und Alkoholkonsums noch nicht einmal erinnern. Dieser Titel passt also zu seinem Mini-Comeback 1986 — und zum Soundtrack des Films Freitag der 13. Teil VI – Jason lebt.

6. Poison (1989)

Wann immer es um die größten Rockhymnen aller Zeiten geht, darf dieser Song nicht fehlen. In den Achtzigern hatte sich Alice Cooper durch seine Alkohol- und Drogeneskapaden beinahe selbst ins Aus geschossen, doch mit seinem 18. Studioalbum Trash gelang ihm der große Sprung zurück in den Mainstream. Bis heute handelt es sich um seine erfolgreichste Platte — und das nicht zuletzt aufgrund großer Hits wie Poison.

7. Bed Of Nails (1989)

Auch Bed Of Nails stammt von Coopers Über-Album Trash und geriet gleich hinter Poison zum zweiterfolgreichsten Song der Platte. Komponiert hat Cooper das Stück zusammen mit seinem Ex-Bassisten Kane Roberts, seinem Produzenten Desmond Child sowie mit Diane Warren, die nicht nur für Rockgrößen wie Elton John, Tina Turner und Aerosmith tätig war, sondern auch für Popstars wie Whitney Houston und Britney Spears.

8. Hey Stoopid (1991)

Hey Stoopid gehört nicht nur zu Alice Coopers berühmtesten Songs, sondern der Meister des Schockrock begrüßte für das Stück auch jede Menge Gaststars im Studio. Slash, Ozzy Osbourne, Steve Vai, Joe Satriani: Sie alle geben sich in der Nummer die Klinke in die Hand und unterstützen ihren Kumpel Alice bei seinem Rock’n’Roll-Auftrag. Die Botschaft des Songs: „Hey Dummerchen, lass das mit den Drogen doch einfach sein …“.

9. Snakebite (1991)

Wie oft Alice Cooper im Lauf seiner jahrzehntelangen Karriere von Schlangen gebissen wurde, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Doch wir wissen, dass es sich bei Snakebite um einen seiner allerbesten Songs handelt! Inhaltlich ist die Nummer quasi vertonter Machismo. „My face is tattooed in your shoulder / Your name is scratched into my bike“, singt Cooper darin. Na dann …

10. Feed My Frankenstein (1991)

Wer den Rockfilmklassiker Wayne’s World kennt, liebt bestimmt auch Feed My Frankenstein von Alice Cooper. Vor der legendären „Wir sind unwürdig!“-Szene besuchen die beiden Chaoten Wayne und Garth in dem Streifen nämlich ein Konzert des Schockrockers und kommen in den Genuss seiner damals brandneuen Single. Heute gehört die Nummer zu Coopers späten Klassikern — aus gutem Grund!

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Sechs Anekdoten, die nur aus dem Leben von Alice Cooper stammen können

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Zeitsprung: Am 4.2.1948 kommt Alice Cooper zur Welt. So viele Geschichten…

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 4.2.1948.

von Christof Leim

Der große Alice Cooper – Schocker Nr. 1 und wandlungsfähigster aller Rockstars – feiert am 4. Februar Geburtstag. Und der Mann macht keine Anstalten, sich zur Ruhe zu setzen. Seit sage und schreibe fünf Dekaden (!) erfreut er uns mit theatralischen Shows, Horrorgeschichten und vor allem mit hervorragender Krachmusik. Alice Cooper hat alles gesehen: Die abgedrehten Sechziger, exzessiven Siebziger und künstlichen Achtziger, die Verklemmtheit der Moralapostel und die Dekadenz des Rock’n’Roll. Himmel, der Mann hat Platten aufgenommen, an die er sich selbst nicht mehr erinnern kann. Er hat sich auf der Bühne köpfen lassen, mit Schlangen hantiert und eine ganze Latte an unsterblichen Hits produziert. Wir sagen: Happy Birthday, Alice, du Lieblingsfreak!

Dreht hier Alice Cooper auf und lest weiter:

Über Alice Cooper kann man Tausende Geschichten erzählen. Suchen wir uns die besten aus: Eigentlich heißt er ja Vincent Damon Furnier. Geboren wurde er am 4. Februar 1948 in Detroit geboren, und zwar als Sohn eines Pfarrers. Aus seiner ersten Krachkapelle, gegründet mit 16, wird über Umwege Alice Cooper. So heißt verwirrenderweise nicht nur die Band, sondern auch ihr Sänger. Im Song Be My Lover singt er Jahre später: „She asked me why the singer’s name was Alice/ I said listen, baby, you really wouldn’t understand.“

Zappa ist schuld

Den ersten Plattenvertrag bekommt Alice Cooper (die Band) von niemand Geringerem als Frank Zappa, weil der für sein Label Straight Records bizarre Musik sucht. Und „bizarr“, ja, das können die Jungs, denn ihre Songs klingen Ende der Sechziger abgedreht, theatralisch und ziemlich weit draußen. Angeblich hat Zappa die Musiker für „um sieben Uhr“ für ein Vorspiel zu sich bestellt. Als die fünf Zottel morgens (!) um sieben klingeln, zeigt sich der Altmeister beeindruckt: Wer so früh solchen Lärm machen will, besitzt Ehrgeiz. Die ersten Alben für Zappa heißen Pretties For You (1969) und Easy Action (1970) und schlagen beide keine großen Wellen.

Zeitsprung: Am 9.3.1971 erscheint „Love It To Death“ von Alice Cooper.

Dafür wird die Bühnenshow zusehends abgefahrener, so dass die Medien Notiz nehmen. Während alle von „Peace & Love“ singen, interessieren sich Alice Cooper für „Spaß, Sex, Tod und Geld“. Den ersten richtigen Hit kennt jeder: I’m Eighteen. Die Nummer stammt vom Album Love It To Death von 1971 und ist ein Evergreen der Rockwelt. Im gleichen Jahr erscheint Killer und sorgt für Skandale, auf der Bühne lässt sich Alice auf einem elektrischen Stuhl hinrichten.

Gratiswerbung durch Empörung

Mit School’s Out geht es 1972 dann ab: Die Platte verkauft sich dank des Titelsongs millionenfach. Die britische Moralaktivistin Mary Whitehouse will das Video dazu verbieten lassen, weswegen die Single prompt auf Platz eins in Großbritannien landet. Alice Cooper bedankt sich mit einem Blumenstrauß für die Extrawerbung. (Mary Whitehouse wird übrigens auch im Deep Purple-Song Mary Long besungen.) Zu Billion Dollar Babies (1973) gibt es geköpfte Babypuppen auf der Bühne, und wieder regen sich alle auf. Dafür kann der griffige Classic Rock kommerziell ordentlich punkten. Nach Muscle Of Love (ebenfalls 1973) bricht die Alice Cooper Band allerdings auseinander.

By Hunter Desportes [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Alice Cooper nutzt den Namen fortan als Solokünstler und veröffentlicht das Konzeptalbum Welcome To My Nightmare (1975), das auf den Alpträumen eines Kindes namens Steven basiert. Der Horrorfilm-Star Vincent Price fungiert als Erzähler, die Bühnenshow wird noch theatralischer. So gibt es zum Beispiel einen zweieinhalb Meter hohen Zyklopen, der den Sänger allabendlich köpft. Legendär ist natürlich der Auftritt in der Muppet Show.

Zeitsprung: Am 28.3.1978 besucht Alice Cooper die „Muppet Show“.

Zu viel Schnaps

Für Lace And Whiskey (1977) nimmt Cooper die Rolle des Privatdetektivs Maurice Escargot an. Der hat ein Alkoholproblem. Der echte Alice aber auch, und zwar so richtig. Angeblich konsumiert er pro Tag ein, zwei Kistchen Budweiser und eine Flasche Whiskey. Im berüchtigten Rainbow Bar & Grill auf dem Sunset Strip tagt er regelmäßig mit einem Säuferclub, den er Hollywood Vampires nennt. Mit dabei sind John Lennon, Ringo Starr und der legendäre Schluckspecht Keith Moon. Heute spielt Cooper mit Joe Perry (Aerosmith) und Johnny Depp (ja, der Schauspieler) in einer Coverband namens Hollywood Vampires.

Zeitsprung: Am 5.6.1977 gibt es einen Todesfall bei Alice Cooper – wegen einer Ratte.

Bei seinen Bühnenshows hantiert der Meister damals schon gerne mit Schlangen. Als eine im Sommer 1977 verstirbt, hält Cooper sogar Auditions für tierische Nachfolger. Für From The Inside (1978) wird Alice Cooper nochmal trocken, aber in den Achtzigern stürzt er ab: An gleich vier Platten von 1980 bis 1983 kann sich unser Mann nach eigenen Aussagen nicht erinnern. Und so klingen sie auch. Wer das mal nachschlagen will: Die Platten heißen Flush The Fashion, Special Forces, Zipper Catches Skin und DaDa. Aber Vorsicht, das ist kein leichter Stoff.

Zeitsprung: Am 25.8.1982 kann sich Alice Cooper nicht an sein neues Album erinnern.

Muskeln & Slasher-Filme

So langsam macht die Leber schlapp, also zieht Alice Cooper Mitte der Achtziger erfolgreich einen Entzug durch. Dekaden später scherzt er mit (ausgerechnet) Ozzy Osbourne darüber, dass er jetzt so langsam nüchtern wird. Musikalisch kehrt er 1986 fulminant mit Constrictor zurück, das sich sehr am toupierten Hard Rock der Zeit orientiert. An seiner Seite steht Kane Roberts, der aussieht wie Conan, der Barbar und eine Maschinengewehr-Gitarre spielt. Hach, die Achtziger, herrlich.

Zu dieser Zeit beginnt auch Coopers Affäre mit den damals populären Slasher-Filmen wie Friday The 13th und Nightmare On Elm Street. Mit He’s Back (The Man Behind The Mask) singt Alice sogar einen Song über den Killer Jason Voorhees aus Friday the 13th Part VI: Jason Lives. Die Horrorfilm-Ästhetik findet sich wieder in der Tourproduktion zu Raise Your Fist And Yell (1987), weswegen es in England und Deutschland Ärger und teilweise Zensur gibt. In London entgeht Cooper nur knapp dem Tod, als der Trick mit dem Galgen um ein Haar schief geht.

Zeitsprung: Am 7.4.1988 hängt sich Alice Cooper beinahe selber auf.

Platinregen

Mit Trash schießt Cooper 1989 dann durch die Stratosphäre. Die Platte verkauft sich dank der Megasingle Poison millionenfach. Musikalisch klingt das alles wie der Hard Rock der Zeit, also nach Bon Jovi, Aerosmith und Kiss. Was vielleicht daran liegt, das alle die gleichen Songwriter nutzen, vor allem Desmond Child. (Die Post, die der Mann von der GEMA bekommt, würden wir gerne mal sehen.) Damals ist natürlich auch Stammgast auf MTV. Auf Hey Stoopid (1991) trifft sich die A-Liga der Szene: Slash, Ozzy, Joe Satriani, Steve Vai und Nikki Sixx spielen, singen und schreiben alle mit. Coopers Kurzauftritt im Film Wayne’s World geht in die Rock-Folklore ein: „Wir sind unwürdig!“

Die Neunziger lässt Alice Cooper in Sachen Alben locker angehen, tourt aber weiter weltweit. Zwischen 1994 und 2017 veröffentlicht er acht weitere Platten, die sehr unterschiedlich ausfallen. Von einem comichaften Konzeptwerk (The Last Temptation, 1994) über düsteren Industrial-Metal (Brutal Planet, 2000) bis zu buntem Spaßrock (Dirty Diamonds, 2005 und Welcome 2 My Nightmare, 2011) ist alles dabei. Lobenswert, denn das hält die Sache interessant. 2017 erscheint das gelungene Paranormal, mit dem Cooper an seine Siebziger-Phase anknüpft und sogar teilweise von seiner ursprünglichen Band begleitet wird; 2021 folgt Detroit Stories.

Und sonst so? Alice Cooper ist ein leidenschaftlicher Golfer und gilt als Gentleman. Seit 1976 (!) führt der gläubige Christ eine Ehe mit der Tänzerin Sheryl Goddard, die beiden haben drei Kinder. Von seiner Bühnenfigur „Alice“ spricht er grundsätzlich in der dritten Person. Und die beiden haben anscheinend noch eine Menge vor…

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Zeitsprung: Am 22.11.1992 hilft Alice Cooper zwei Hausbesitzern.

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