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Popkultur

Music For The People: ABBA, ein Porträt

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TV-Tipp: Am 20. Dezember 2020 werden ABBA mit einem Themenabend bei RTL gefeiert. Los geht’s um 20:15 Uhr mit dem Spielfilm „Mamma Mia – Here We Go Again“, um 22:30 Uhr folgt die Doku „Mamma Mia! Darum liebe alle ABBA“. Direkt im Anschluss gibt’s eine Wiederholung beider Titel.


Die These ist gewagt, aber selbst ein Theodor W. Adorno hätte von Mamma Mia einen Ohrwurm davongetragen. Über eine Band, die Hoch- und Populärkultur versöhnte und bald ein großes Comeback feiern will.

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Hört hier die größten Hits von ABBA:

Ein „Wunder der Popmusik“ und „die wichtigsten Pop-News des 21. Jahrhunderts“: Die Presse sparte nicht mit Superlativen und Begeisterungsstürmen, als eine gewisse Band namens ABBA im April 2018 verkündete, sie werde zurück auf die Bühne kommen, neues Album inklusive.

Auf Instagram kommentierten innerhalb von Sekunden Tausende Fans mit offenkundiger Schnappatmung die News über die Wiedervereinigung, in der die Band verkündete, man habe das Gefühl gehabt, „dass das nach 35 Jahren Spaß machen könnte.“

❤️ #abbaofficial #abba

Ein von @ abbaofficial geteilter Beitrag am

Reunion? ABBA ja doch!

Eine Reunion der Supergroup nach so langer Zeit schien lange aussichtslos. Die Band hatte wiederholt betont, keine derartigen Pläne zu haben. Selbst einem angeblichen Angebot von einer Milliarde Dollar für eine Tour erteilten die vier Schweden eine Absage. Bjorn Ulvaeus hatte dem Billboard-Magazin 2014 noch mit unverhohlener Süffisanz mitgeteilt, man habe keine Geldprobleme, falls die Leute dies annähmen. Die Trennung sei besiegelt.


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Nun ist die Fallhöhe für Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad natürlich gewaltig und die Erwartungen an das neue Album groß.

Aber was macht ABBA eigentlich so außergewöhnlich und einflussreich für die Geschichte der Popmusik?

Alles begann mit einer echten Überraschung. Vier außerhalb Schwedens unbekannte Künstler*innen gewannen im Jahr 1974 den Eurovision Song Contest. Das erste Mal ging die Auszeichnung an das skandinavische Land, bis dato ein blinder Fleck auf der Landkarte der Popmusik. Der ESC fand damals in Großbritannien statt, ein Land mit ausgeprägter musikalischer Infrastruktur und die Produzent*innen rissen sich sofort um den vielversprechenden Nachwuchs.

Der Erfolg des Quartetts war in seiner Dimension zwar überraschend, kam aber nicht aus dem Nichts. Hier trafen vier Profis aufeinander und alle hatten bereits in Schweden Karriere als professionelle Musiker*innen gemacht. Andersson schrieb Hits für die „Schwedischen Beatles“, die Hep Stars, Ulvaeus feierte mit seiner Band Hootenanny Singers Erfolge, Fältskog trat bereits als Teenager mit Schnulznummern im TV auf und auch Lyngstad war kein unbekannter Name.

Disko-Kult und Aerobic-Kultur

Für die große Bühne wechselten die vier Musiker*innen von der schwedischen Sprache ins Englische, was den internationalen Erfolg überhaupt erst möglich machte. Weiter ließe sich darüber spekulieren, wie sich die aufkommende Aerobic-Kultur mit dem Disko-Kult und damit auch der Musik von ABBA zusammendenken lässt, schließlich schrieben die Schwed*innenen die perfekten Nummern für das Fitnessstudio: schnell, extrem rhythmisch, mit positiver Message.

Während die Fans ABBA für ihre Popsongs voller Leichtigkeit und Lebensfreude feierten, liebte die Klatschpresse die spezielle Verbandelung der Gruppe: Zwei verheiratete Paare, Fältskog und Ulvaeus sowie Lyngstad und Andersson. Die größeren Zeitungen dagegen reagierten verhalten auf die musikalische Sensation.

Perfektionist*innen auf der Bühne und im Studio

An der Musik kann es nicht gelegen haben, ABBA leisteten sowohl in ihren Performances als auch im Studio hervorragende Arbeit. Während Fältskog und Lyngstad sangen, schrieben und komponierten Andersson und Ulvaeus vor allem die Songs. Durch ihr gewissenhaftes Arbeiten im Studio erwarben die Künstler*innen sich schnell einen Ruf als Perfektionist*innen.

Möglicherweise rührte das Misstrauen in den Kultursparten der Zeitungen von dem außergewöhnlichen und globalen Erfolg der Band. Es waren die 70er und die Gräben zwischen Hoch- und Populär-Kultur noch tief.

ABBA scheuten sich nicht davor, Stil, Rhythmen und Melodien aus Volksmusik und Schlager zu importieren. Gleichzeitig mischten sie unendlich viele Einflüsse: Rock’n’Roll mit Disko, klassische Chor-Arrangements mit Anleihen aus Flamenco, lateinamerikanischen Rhythmen, Reggae, französischem Chanson, Motown und elektronischer Tanzmusik. Scheinbar mühelos entstanden aus dieser Melange die schönsten Pophymnen und Tanznummern, und sie waren stets als ABBA-Songs erkennbar. Trotz des Easy-breezy-Gefühls, das viele Stücke verbreiteten, durchstreifte sie ein Hauch Melancholie in Ton und Text.

Vielleicht ist es gerade diese Melancholie, die ABBA auch zu Ikonen der LGBTIQ*-Community machte. Wer von der Gesellschaft immer noch dazu genötigt wird, seine Identität zu verstecken, zu dem- oder derjenigen mag ein eher ästhetisiertes Leiden sprechen und ein Begehren, das sich nicht festlegen muss.

Ihr Biograf Carl Magnus Palm schreibt, das große Alleinstellungsmerkmal von ABBA sei es gewesen, den beliebten aber wenig hippen schwedischen Schlager – Soundtrack zahlloser Campingurlaube, Kabarett-Abende und Dorf-Tanzveranstaltungen – als Grundlage für neue Popmusik zu nutzen. „Sie wuchsen damit auf und liebten diese Musik“, so Palm. Aber sie wollten auch ein ganz neues Phänomen in der Popmusik sein und waren durch Bands wie die Beatles und Beach Boys geprägt.

Der Schlager diente ihnen als Grundlage, um dann mithilfe der neuesten Produktionstechnik – mit Double-Tracking der Instrumente und Stimmen – ein bombastisches Klangerlebnis zu erzeugen. ABBA schrieben nicht nur bessere Songs und traten selbstbewusster auf als andere. Sie arbeiteten detailverliebt und gewissenhaft im Studio, begleitet und unterstützt durch ihren amerikanischen Produzenten Phil Spector. All diese Faktoren sorgten für den kometenhaften Aufstieg der Band. „Sowas wie ABBA hatte man einfach noch nie gehört“, schreibt Palm.

ABBA-Songs waren unverkennbar

Die These ist gewagt, aber wäre Theodor W. Adorno in den 70ern noch am Leben gewesen, hätte selbst er sich spätestens bei Mamma Mia oder Lay All Your Love On Me einen heftigen Ohrwurm eingefangen. Bye bye Zwölftonmusik, hello Dancing Queen. (Gut, mit der Oberschnulze I Have A Dream hätten Agnetha und Co. ihn auch wieder über alle Berge gejagt!)

Ohrwurm ist am Ende das Stichwort, das alle anderen Gründe für ABBAs gigantischen Erfolg überflügelt: Die Dichte der catchy tunes auf den acht Alben, die zwischen 1973 und 1981 erschienen, liegt bei etwa 95 Prozent, mit leicht absteigender Tendenz auf den älteren Alben, auf denen ABBA das Auseinanderbrechen ihrer Liebesbeziehungen verarbeiteten und die Melodien getragener wurden.

Der Eingängigkeit ihrer Songs ist es wohl auch geschuldet, dass ABBA eine der meistgecoverten Bands überhaupt ist. Zahllose Künstler*innen zählen sie zu ihren Einflüssen, von Ariana Grande über Britney Spears zu Madonna, von den Backstreet Boys über Ace Of Base zu Pink, Kelly Clarkson und Katy Perry.

Wie geht es weiter?

Am 27. April 2018 platzte die Bombe: Es hieß, ABBA hätten die beiden brandneuen Songs I Still Have Faith In You und Don’t Shut Me Down aufgenommen. Erst sollten sie noch im selben Jahr in einem TV-Special ausgestrahlt werden, wurden dann aber immer wieder nach hinten geschoben, bis man diese potentielle Sensation fast schon wieder vergessen hatte. Zwischendrin meldete sich Björn Ulvaeus mal wieder zu Wort und verkündete, dass es inzwischen fünf neue Songs gebe und sie wahrscheinlich irgendwann 2020 erscheinen würden. Die geplanten Reunion-Aktivitäten schließlich aufgrund der Pandemie und technischer Schwierigkeiten auf 2021 verschoben. Es bleibt spannend!

10 ABBA-Songs, die jeder Fan kennen sollte

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Popkultur

Zeitsprung: Am 25.5.1982 spielen Metallica in einer Schule.

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Metallica High School

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 25.5.1982."

von Christof Leim

Am Anfang einer Weltkarriere muss man die Gigs nehmen, die man kriegen kann. Alle Dorfmetaller, Rockstar-Azubis und hoffnungsvollen Nachwuchs-Headbanger unter uns kennen das. Den Thrash-Giganten Metallica ging das 1982 nicht anders…

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Hört hier das Metallica-Debüt Kill ‘Em All:


Eigentlich läuft es bei Metallica ziemlich schnell: Im Oktober 1981 geht’s los, Lars Ulrich und James Hetfield treffen sich. Am 14. März 1982 spielen sie schon ihre erste Show in einem Laden namens Radio City in Anaheim; da sind bereits 200 Leute am Start. Knapp zwei Wochen später dürfen sie als komplett unbekannte Krachkapelle sogar zwei Konzerte für die NWoBHM-Legenden Saxon im legendären Whisky-A-Go-Go in Hollywood eröffnen.



Doch noch müssen die Stadien, Arenen und Enormodomes noch ein bisschen warten: Ihr fünftes Konzert passiert in der Cafeteria(!) der Back Bay High School im kalifornischen Costa Mesa, der Schule von Trommler Lars Ulrich. Man darf sich fragen, wie unsere Helden auf die Idee gekommen, denn gut läuft das nicht: Zum einen geschieht der Auftritt tagsüber, um 11:15 Uhr während der Mittagspause der Schüler. Zum anderen rocken Ulrich, Frontmann James Hetfield, Leadgitarrist Dave Mustaine und Bassist Ron McGovney in der Kulisse eines Schultheaterstücks, das im Inneren eines Hauses spielt: “Ich stand bei der Eingangstür”, twittert McGovney später, “James und Lars im Wohnzimmer, und Dave in der Küche!”



Lars notiert damals in seinem Metallica-Tagebuch, dass von anfänglich 200 Zuschauern nur 40 übrig bleiben. “Den Tag kann man komplett vergessen”, urteilt er weiter. “Scheiße gespielt, scheiße angekommen, scheiße geklungen. Wirklich fürchterlich.”




Das klingt alles nicht gut, zumal „Schulcafeteria“ mehr nach Diktat, Pausenbrot und Doppelstunde Mathe klingt als nach Sex, Drogen und Rock’n’Roll. Aber immerhin stehen schon fünf zukünftige Metalliklassiker auf der Setlist: Hit The Lights, Jump In The Fire, Metal Militia, The Mechanix (das zukünftige The Four Horsemen) und als Livepremiere Motorbreath. (Bei der ersten Show hatte es erst zwei eigene Stücke gegeben; die Jungs waren damals also echt schnell.)

Poster für das Schulkonzert, ausgestellt im Metalli-Museum während der Europatour 2017 – Pic: Christof Leim

Daneben spielen unsere junge Helden ausgesuchte NWoBHM-Cover, die 1982 in Kalifornien nur eingeweihte Headbanger kennen: Blitzkrieg von Blitzkrieg, Killing Time von Sweet Savage, Let It Loose von Savage und zwei Nummern von Lars’ Lieblingen Diamond Head: The Prince und Am I Evil?. (Nachlesen könnt ihr die Setlist hochoffiziell auf der Metallica-Homepage.)

Eine besondere Bedeutung kommt diesem Gig jedoch wegen eines anderen Details zu: Ihre ersten Gigs hatten Metallica mit nur einem Gitarristen (Mustaine) bestritten, während Hetfield lediglich gesungen hat. Bei vierten Gig am am 23. April in Costa Mesa übernimmt einmalig ein Herr namens Brad Parker die zweite Gitarre, doch das funktioniert so gar nicht. Auf der Back Bay High School an diesem 25. Mai 1982 spielt Hetfield dann zum ersten Mal auf der Bühne ebenfalls Gitarre – und einer der erfolgreichsten Metal-Frontmänner ist in seinem Element angekommen.

Danach geht es weiter Schlag auf Schlag: Ron McGovney wird durch Cliff Burton ersetzt, die Band zieht nach San Francisco, nimmt eine Reihe an Demos auf, die den weltweiten Tapetrading-Untergrund aufmischen, darunter das so genannte Megaforce Demo, das ihnen den Plattenvertrag beschert. Ein gutes Jahr nach dem Auftritt in der Schule erscheint schon Kill ‘Em All

Zeitsprung: Am 8.12.2013 spielen Metallica in der Antarktis.

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Popkultur

Zum Start der Open-Air-Saison: Die 10 ikonischsten Festivalauftritte aller Zeiten

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FREDDIE MERCURY
Titelfoto: Steve Rapport/Getty Images

David Bowie um fünf Uhr morgens, Kurt Cobain im Rollstuhl, Bob Dylan elektrisch: Diese zehn Festivalgigs haben Musikgeschichte geschrieben. Und stimmen ein auf die erste Freiluftsaison seit 2019.

von Björn Springorum

1. Bob Dylan – Newport Folk Festival, 1965

„Judas!“ Viel mehr muss man zu Dylans berüchtigtem Auftritt beim Newport Folk Festival 1965 nicht sagen. Er wagt es doch tatsächlich, eine elektrische Gitarre zu spielen. Skandal, Zeter und Mordio! Unnötig zu erwähnen, dass sein Auftritt brillant und seine Attitüde schon damals bewundernswert renitent ist.

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2. Jimi Hendrix – Monterey, 1967

Alles beginnt 1967 in Monterey. Es ist eines der ersten Rock-Festivals überhaupt (schlanke zwei Jahre vor Woodstock), es ist das erste große Konzert der Jimi Hendrix Experience in den USA und es ist das Epizentrum des Summer of Love. Am 18. Juni 1967 will das 24-jährige Wunderkind Hendrix, diese Mischung aus Feuerpriester, Sexgott und Jahrtausendkünstler, beweisen, ws in ihm steckt – und zündet während des Gigs einfach mal seine Gitarre an . Seine Anbetung der Flammen sieht nicht nur verdammt eindrucksvoll aus, sie hat auch einen PR-Zweck: Clever übertrumpft er damit The Who, die anschließend spielen und zum Finale natürlich wieder ihre Gitarre zerdeppern.

3. The Who – Woodstock, 1969

Müßig eigentlich, eine einzelne Performance aus diesem schlammigen, lysergischen, chaotischen Fieberwahn herauszulösen. Weil man aber so gut wie immer Hendrix und seinen verzerrten Abgesang auf die Nationalhymne heranzieht, entscheiden wir uns heute mal für The Who, die am Morgen des 17. August 1969 um halb sechs auf die Bühne gehen. Egal, Zeit und Raum waren da längst abgeschafft. Die wilde, sehr körperliche, laute und aggressive Show von The Who resultiert aus der schlechten Stimmung der Band. Die bekommt Aktivist Abbie Hoffman zu spüren, der sich erst Pete Townshends Mikro schnappt und dann von Townsheds Gitarre von der Bühne geprügelt wird. Randnotiz: Für ein Festival des Friedens gab es für die Nummer unpassend viel Applaus. Als The Who von der Bühne gehen, lassen sie eine zerstörte Gitarre und dröhnendes Bass-Feedback zurück. The Who – immer schon wilder und gefährlicher als alle anderen.

4. Led Zeppelin – Bath, 1970

Am Sonntag, den 28. Juni 1970, machen Led Zeppelin der Rock’n’Roll-Welt klar, dass es keine Grenzen für sie gibt. In nur zwölf Monaten wurden sie von einer moderat bekannten Rockband zu Göttern. 150.000 Menschen kamen in die englische Küstenstadt, überwiegend wegen Led Zep. Die nutzen ihre Headliner-Position für ein langes Set, mit dem sie ihrer Heimat ihren Superstar-Status mal gehörig unter die Nase reiben wollen. Und das mit Gusto, Bravado und Grandezza tun.

5. David Bowie – Glastonbury, 1971

Manchmal lohnt es sich, sehr lang wach zu bleiben. Oder sehr früh aufzustehen. Bei David Bowies Glastonbury-Stunt 1971 waren das gerade mal 12.000 Menschen. Die aber kommen am 23. Juni 1971 um fünf Uhr morgens in den Genuss eines einzigartigen Akustik-Sets, bei dem Bowie nach dem Erfolg von Space Oddity seine Wandlungsfähigkeit mal so richtig aufblitzen lässt und Songs wie Oh! You Pretty Things in Unplugged-Versionen spielt.

6. Queen – Live Aid, 1985

Man kann darüber streiten, ob U2s improvisierter Auftritt oder Queens straffes, ökonomisches Medley der eigentliche Höhepunkt des megalomanischen Benefiz-Spektakels Live Aid ist. Fakt ist: Queens 20 Minuten haben die größere Signalwirkung. Die Band hat sich wieder zusammengerauft, Mercurys Stimme überstrahlt alles und Bohemian Rhapsody ist einer dieser Musikmomente für die Ewigkeit.

7. Nirvana – Reading, 1992

1992 werden Nirvana von der Wirklichkeit eingeholt. Der Grunge-Traum wird zum Albtraum, eine aus Rebellion und Antithese gestartete Bewegung wird vom Mainstream ausgeschlachtet – Boulevardpresse inklusive, die Kurt Cobain 1992 als abgehalfterten Junkie darstellen. Cobain reagiert mit gewohnt zynischem Gespür für eine Situation und lässt sich in einem Rollstuhl auf die Bühne schieben. Die Show danach geht in die Annalen ein – anarchisch, kraftvoll, versengend.

8. Manic Street Preachers – Reading, 1994

1994 treten die Manic Street Preachers ohne ihren Gitarristen Richey Edwards auf. Der befindet sich nach einem Selbstmordversuch damals im Krankenhaus, die Band zieht eine der größten Shows ihrer Karriere als Trio durch und legt sich mächtig ins Zeug. Es ist nur der Anfang der Tragödie rund um Edwards: Am 1. Februar 1995, einen Tag vor ihrer USA-Tournee, verschwindet er spurlos. Mehrfach wollen ihn Menschen gesehen haben – auf Goa, Fuerteventura. Doch er taucht nie wieder auf und wird 2008 offiziell für tot erklärt. Wenige Monate zuvor stehen die Manic Street Preachers wieder in Reading auf der Bühne – und widmen ihm ihr Set.

9. Oasis – Glastonbury, 1994

Ihr Triumph von 1994 zeigt, wie schön es gewesen wäre, wenn Oasis ihre Egos im Griff gehabt hätten. Ihre bis dato größte Show ist das Ereignis, das sie zu überlebensgroßen Rockstars macht – mit allen Konsequenzen. Es ist aber auch die Show, die zeigt, wie es dazu kommen konnte: Die Band ist nicht gut, sondern genial, alles passt, hier wird spürbar Geschichte geschrieben.

10. Amy Winehouse – Glastonbury, 2004

Im verregneten Sommer 2004 ist Amy Winehouse noch einen Quantensprung von dem zerstörerischen Ruhm entfernt, der sich ab Back To Black aus der Spur bringen und letztendlich vernichten wird Ein halbes Jahr zuvor war ihr Debüt Frank erschienen, ein vielbeachtetes Werk zwischen Soul, Pop und Jazz, das bei ihrem Glastonbury-Debüt 2004 schon viele Freunde hatte. Die standen im Matsch und sahen eine junge, fröhliche, zufriedene Amy Winehouse, die sang als gäbe es nichts natürlicheres auf der Welt. Das tat sie drei Jahre später auch noch. Nur die Fröhlichkeit, die war dann schon verschwunden.

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Zeitsprung: Am 18.8.1969 beendet Jimi Hendrix das legendäre Woodstock Festival.

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Popkultur

Der Boss kommt: Bruce Springsteen spielt drei Deutschlandkonzerte!

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Bruce Springsteen
Foto: Jamie Squire/Getty Images

2023 wird ein guter Sommer: Bruce Springsteen & The E Street Band kommen nächstes Jahr im Juni und Juli für drei Open-Air-Shows nach Deutschland. Freuen können sich Düsseldorf, Hamburg und München.

von Björn Springorum

Es sind die ersten Live-Dates von Bruce Springsteen und seiner E Street Band seit Abschluss der „The River“-Tour von 2016, mit der er in München und Berlin Halt machte: Für den Sommer 2023 haben der Boss und seine Kollegen jetzt eine endlich mal wieder eine ordentliche Europatour angekündigt. Und zu feiern gibt es viel: Seit ihrer letzte Reise durch die Alte Welt sind mit Western Stars und Letter To You bereits zwei neue, ganz hervorragende Springsteen-Platten erschienen.

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„Ich kann es kaum erwarten, die Bühne mit der legendären E Street Band zu teilen“

Hier die genauen Daten für Deutschland:

21.06.2023 Düsseldorf, Merkur Spiel Arena

15.07.2023 Hamburg, Volksparkstadion

23.07.2023 München, Olympiastadion

Im deutschsprachigen Ausland kommen zudem Zürich (13. Juni) und wien (18. Juli) in den Genuss einer Audienz beim Boss. Der Vorverkauf für alle Shows startet am 3. Juni 2022, um zehn Uhr morgens. Springsteen selbst kommentiert diese frohe Kunde wie folgt: „Nach sechs Jahren freue ich mich, endlich wieder unseren großartigen und loyalen Fans zu begegnen. Ich kann es kaum erwarten, die Bühne mit der legendären E Street Band zu teilen. Wir sehen euch da draußen im nächsten Sommer und darüber hinaus!“

Die aktuell E-Street-Band-Besetzung liest sich derzeit wie folgt: Roy Bittan (Piano, Synthesizer) Nils Lofgren (Gitarre), Patti Scialfa (Gitarre, Gesang), Garry Tallent (Bass), Stevie Van Zandt (Gítarre, Gesang), Max Weinberg (Drums), Soozie Tyrell (Violine, Gitarre, Gesang), Jake Clemons (Saxophon) und Charlie Giordano (Keyboards).

Allgemeiner Vorverkaufsstart:

Fr., 03.06.2022, 10:00 Uhr

www.livenation.de/artist-bruce-springsteen-and-the-e-street-band-1975

www.ticketmaster.de

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Zeitsprung: Am 3.5.1984 erscheint „Dancing In The Dark“ von Bruce Springsteen.

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