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Popkultur

„Slippery When Wet“: Wie Bon Jovi den Metal in den Mainstream brachten

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Bon Jovi
Foto: Rob Verhorst/Redferns/Getty Images

Mitte der Achtziger stehen die Zeichen bei Bon Jovi auf Umbruch. Mit ihren ersten beiden Alben konnte die Band aus New Jersey bereits moderate Erfolge einfahren, doch „moderat“ reicht Frontmann Jon Bon Jovi nicht. Er möchte nach ganz oben. Deshalb holt er sich mit Desmond Child einen externen Songschreiber an Bord — und der katapultiert die Gruppe mit Slippery When Wet an die Spitze des Mainstream.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch Slippery When Wet von Bon Jovi anhören:

Nach der Veröffentlichung ihres Debüts und ihres zweiten Albums 7800° Fahrenheit (1985) kommen Bon Jovi ordentlich rum. In Europa und Japan spielen die Musiker bereits Headliner-Shows, in den USA gehen sie mit Ratt auf Tour. Auch die ganz großen Adressen stehen auf dem Plan, wie zum Beispiel das Monsters Of Rock in England. Doch die Band stößt auf ihrem Höhenflug noch gegen ein Glasdach. Slippery When Wet durchbricht es. Mit Anlauf.

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Für die Platte engagieren Bon Jovi den Songwriter Desmond Child. Mit seiner Hilfe komponieren Jon Bon Jovi und Richie Sambora legendäre Nummern wie You Give Love A Bad Name, Livin’ On A Prayer, Without Love und I’d Die For You. Wo diese vier Songs geschrieben wurden? Nun ja, unter anderem im Keller von Samboras Mutter, wo Child die Musiker während der Zusammenarbeit besucht.

Diskussionen in der Hitschmiede

Der Name Desmond Child kommt euch bekannt vor? Kein Wunder, hier ein kleiner Auszug aus der Liste der Künstler*innen, mit denen er zusammengearbeitet hat: Kiss, Cher, Alice Cooper, Bonnie Tyler, Aerosmith, Jennifer Rush, Billy Squier, Ratt, Steve Vai, Roxette, Robbie Williams, Scorpions und ja, auch Ricky Martin. Anders gesagt: Der Mann hat ein paar Hits geschrieben.

Livin’ On A Prayer möchte Frontmann Bon Jovi zunächst gar nicht mit auf’s Album nehmen, weil er den Song nicht für gut genug hält. Sambora interveniert glücklicherweise. Für das Stück Love Is A Social Disease gibt es indes noch andere Interessenten: Aerosmith. „Der Song wäre ideal für sie gewesen“, erzählt Jon Bon Jovi in einem Interview mit Classic Rock. „Aber sie haben ihn nicht, weil er noch besser zu uns passt.“

Ein hochkarätiges Team — vor und hinter den Kulissen

Doch Bon Jovi gönnen sich auf ihrem Weg an die Spitze nicht nur am Schreibtisch frisches Personal. Auch die Schieberegler werden in andere Hände gegeben. So verpflichtet die Band für ihren größten Wurf den Star-Produzenten Bruce Fairbairn, der im weiteren Verlauf seiner Karriere Alben wie Permanent Vacation von Aerosmith (1987), The Razor’s Edge von AC/DC (1990) und Get A Grip von Aerosmith (1993) verantwortet. Und Fairbairn bringt noch einen Mischer mit, der heute ebenfalls in jedem ernstzunehmenden Rock-Geschichtsbuch steht: Bob Rock. Wir erinnern uns: Dr. Feelgood von Mötley Crüe (1989), Subhuman Race von Skid Row (1995) und last but not least die „Schwarze“ von Metallica (1991). Vor allem bei Letzteren spielt der kanadische Produzent in den Jahrzehnten nach Slippery When Wet eine tragende Rolle.

Strip-Club-Schmiere statt Cowboy-Romantik

Der Titel des Albums soll eigentlich anders lauten, nämlich Wanted Dead Or Alive. Auf dem Cover wären Bon Jovi dann in Cowboy-Montur zu sehen gewesen, doch diesen Leckerbissen hat sich die Band für die Single zum gleichnamigen Song aufgespart. Auf den Namen Slippery When Wet kommen die Jungs anscheinend in einem … ähem … Strip-Club in Vancouver. Besonders eine Dame hat es den Musikern angetan, wie sich Sambora erinnert: „Als sie eine Dusche nahm und sich eingeseift hat, haben wir fast unsere Zungen verschluckt.“ Slippery When Wet, eben.

Welche Songs schlussendlich auf dem Album landen, entscheiden Bon Jovi nicht ohne ihren üblichen Marketing-Test in der Demo-Phase: In einer lokalen Pizzeria stellen sie einer Gruppe Fans ihr neues Material vor. Sambora beschreibt die Situation folgendermaßen: „Sie sind reingekommen und haben uns gesagt, welche Songs sie mögen, welche wir auf’s Album nehmen sollten und welche besser nicht.“ Wenn man sich den Erfolg der Platte anschaut, haben die Bon-Jovi-Fans wohl eine gute Wahl getroffen.

Der große Metal-Knall

Zwei Nummer-eins-Hits, drei Top-Ten-Hits, acht Wochen auf Platz eins der Album-Charts und 38 Wochen in der Top Five: Slippery When Wet kann sich vor Superlativen kaum retten. Mehr als zwölf Millionen Mal wurde das Album inzwischen unter die Leute gebracht und gehört damit zur Top 50 der bestverkauften Alben in den USA. Man kann also ohne Zweifel davon sprechen, dass Bon Jovi den Metal in den Mainstream katapultiert haben. Und dort sollte er noch ein paar Jahre bleiben.

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