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Popkultur

Zeitsprung: Am 9.9.2007 hauen sich Tommy Lee und Kid Rock bei den MTV VMAs

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Tommy Lee & Kid Rock
Foto: Paul Hawthorne/Getty Images & Warner/Promo

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 9.9.2007.

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

Tommy Lee und Kid Rock, da klingelt doch etwas… Richtig, beide ehelichten nacheinander Pamela Anderson. Ob es mit ihr zu tun hat, dass sich die beiden Rockmusiker am 9. September 2007 bei den MTV Video Music Awards in die Haare kriegen? Nehmen wir die Story zum Jahrestag der Keilerei unter die Lupe.

Hört hier in den Soundtrack zum Mötley Crüe-Biopic The Dirt rein:

Als typische Hollywood-Preisverleihung kann man die MTV Video Music Awards wohl nicht bezeichnen, denn Künstler nutzen sie gern, um die ein oder andere Meinungsverschiedenheit öffentlich auszutragen und mit spitzen Kommentaren um sich zu hauen. Noch physischer halten es 2007 Schlagzeuger Tommy Lee von Mötley Crüe und Country-Rocker Kid Rock.

Als Robert James Ritchie aka Kid Rock während der Veranstaltung von einer kurzen Pinkelpause zurückkehrt, sieht er, wie Lee sich auf seinem Platz fläzt. Ritchie, dessen Nervenkostüm seit der kürzlich vollzogenen Scheidung von Pam Anderson bröckelt, sieht rot und haut drauf. Lee versucht, sich zu wehren, doch im Nu eilen Sicherheitsleute herbei und verweisen die pöbelnden Herren der Halle. Die Aktion fällt so sehr aus dem Rahmen, dass der Rolling Stone sie unter die zehn verrücktesten Auseinandersetzungen bei den VMAs wählt.

Ritchie teilt seine Version der Ereignisse wenig später einem kalifornischen Radiosender mit: „Das geht im Grunde seit fünf Jahren so. Ich habe getan, was jeder Mann tun würde.“ Lee provoziert ihn kurz nach der Trennung von Anderson, indem der Drummer ihm von Andersons Telefon aus obszöne Nachrichten zukommen lässt. Einzig logische Schlussfolgerung für den All-Summer-Long-Sänger: Da läuft was. Der Platzklau bei den VMAs schließt bei ihm dann sämtliche Synapsen durch; dass beide Rockstars auch dem entsprechenden Lebensstil huldigen, dürfte die Gemüter zusätzlich erhitzt haben.

Knock ’em Dead, Kid

Glaubt man jedoch Lees Variante, entwickelt sich die Rangelei etwas anders. Dieser entschuldigt sich zunächst bei Alicia Keys, deren Auftritt der Zwischenfall stört. Das Unschuldslamm Lee macht lediglich seine Runde, begrüßt Kollegen wie Travis Barker von Blink 182 oder Magier Criss Angel. Rapper und Kumpel P. Diddy bedeutet ihm gar, sich zu setzen. Ob nun (un-)glücklicher Zufall oder gezielte Provokation, im Sitzplan muss auf dem Platz, den Lee daraufhin einnimmt, der Name Kid Rock gestanden haben. Als dieser Lee auf die tätowierte Schulter tippt, geht’s los: „Ich stehe auf und umarme ihn halb, er schlägt mir dafür ins Gesicht. Na ja, wenn man das denn so nennen möchte. War mehr eine lasche Ohrfeige, Weichei!“

Girls, Girls, Girls

Anderson, um die es bei der Auseinandersetzung unterschwellig geht, hält sich raus. Auch wenn sie und Lee, den sie 1995 nach gerade einmal vier Tagen Beziehung heiratet, es nach der Scheidung von Kid Rock immer mal wieder versuchen: Zum Zeitpunkt der VMAs will sie anderweitig verbandelt sein. Sieht man sie zu Beginn der Veranstaltung jedoch noch auf dem Schoß des Mötley-Mitglieds, verlässt sie angeblich das Event, bevor es zum Handgemenge kommt: „Sobald ich weg war, sind sie aufeinander los.“

Und die Moral von der Geschicht: Die eine Wahrheit gibt es nicht. Immerhin nutzt Moderator Jamie Foxx die Gunst der Stunde, um ein gefährliches amerikanisches Klischee durch den Kakao zu ziehen: Spricht die dortige Presse normalerweise von „black-on-black crime“, also von Straftaten unter Afro-Amerikanern, so bittet er das Publikum an diesem Abend, die „Gewalt unter den Weißen“ einzudämmen.

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