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Popkultur

Vergessene Supergroups der Rockgeschichte

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Supergroup Rockstar Supernova

Von einer Supergroup spricht man immer dann, wenn sich mehrere bekannte Musiker*innen zu einem gemeinsamen Projekt zusammenfinden. Dabei kann es schon vorkommen, dass das Line-up spannender ist als die Musik an sich. In manchen Fällen aber führt das Kräftebündeln auch zu großartiger Musik. Das beste Beispiel hierfür sind The Travelling Wilburys: Bestehend aus Bob Dylan, Tom Petty, George Harrison, Roy Orbison und Jeff Lynne waren sie die vielleicht größte Supergroup aller Zeiten, deren Musik noch heute unvergessen ist.

von Markus Brandstetter

In der Geschichte der Rockmusik gab es aber auch immer wieder Projekte, die man heute bereits vergessen hat – und die sich rückblickend fast zu eigenartig anhören, um wahr zu sein. Hier sind acht vergessene Supergroups der Rock’n’Roll-Historie.

The Gak

Treffen sich Axl Rose, Slash und Duff McKagan von Guns N’ Roses mit James Hetfield, Lars Ulrich und Kirk Hammett von Metallica und gründen eine Band… Was sich wie der Beginn eines schlechten Witzes anhört, wurde 1990 für einen Abend tatsächlich Realität. Die kalifornische Rock-Elite tat sich für eine Party des RIP Magazins zusammen. Ein Sleaze-Rock-Fronter war aber nicht genug: Auch Skid-Row-Sänger und Axl-Rose-Intimus Sebastian Bach war mit von der Partie. Den Beteiligten hat es sichtlich Spaß gemacht – eine Wiederholung scheint aber unrealistisch. Der Name ist übrigens ein Slang-Ausdruck für Kokain.


Bruce-Baker-Moore

1993 sorgten die ehemaligen Cream-Mitglieder Jack Bruce und Ginger Baker für eine Sensation: Sie taten sich nach jahrelanger Missstimmung für ein neues Musikprojekt zusammen. Als Gitarristen holten sie Blues-Legende Gary Moore an Bord. Für Blues-Fans war das ein wahr gewordener Traum – allerdings einer, der nicht besonders lange hielt: Nach wenigen Shows war wieder Schluss.


Rockstar Supernova

Los Angeles suchte den Superstar: In Staffel 1 der Castingshow Rock Star suchte die Band INXS einen Nachfolger für ihren verstorbenen Frontman Michael Hutchence. Die zweite Staffel hingegen drehte sich um eine (im Endeffekt recht kurzlebige) LA-Rock-Supergroup: Tommy Lee (Mötley Crüe), Jason Newsted (Ex-Metallica) und Gilby Clarke (Ex-Guns N’ Roses) suchten in der Show einen Sänger. Schlussendlich fanden sie den mit Lukas Rossi auch und gingen auf Tournee, Debütalbum inklusive.


Planet Us

Planet Us ist eine Art Vorgänger der heutigen Supergroup Chickenfoot. Mit dabei: Sammy Hagar und Michael Anthony, ehemals Van Halen, Neal Schon von Journey und Deen Castronovo. Ursprünglich wollte die Band Slash verpflichten, der aber hatte keine Lust. Die Band fand einen anderen Saiten-Magier: Gitarrenvirtuose Joe Satriani. Bereits ein Jahr nach der Gründung 2002 war jedoch wieder Schluss.


Neurotic Outsiders

1995 war dank Green Day, The Offspring und Rancid der Punkrock wieder omnipräsent. Grund genug für einen der Gründerväter des Punk, wieder an die Öffentlichkeit zu gehen: Steve Jones von den Sex Pistols tat sich mit Duff McKagan und Matt Sorum zusammen, die gerade bei Guns N’ Roses ausgestiegen waren. John Taylor von Duran Duran komplettierte das Line-up. Nach einem Album und zwei EPs war wieder Schluss.


WhoCares

2011 beschlossen Ian Gillan von Deep Purple und Black-Sabbath-Gitarrist Tony Iommi, für eine Benefizveranstaltung unter dem Namen WhoCares gemeinsame Sache zu machen. Dafür holten sie sich weitere prominente Unterstützung ins Studio: Gemeinsam mit Jon Lord, Nicko McBrain (Iron Maiden), Jason Newsted (ehemals Metallica) und Mikko Lindstrom (Him) nahmen sie zwei Stücke auf. Leider gab es danach nichts Neues von WhoCares.


Squackett

Prog-Rock-Fans hatten 2012 allen Grund zu jubeln. Genesis-Gitarrist Steve Hackett ging gemeinsam mit Yes-Bassist Chris Squire ins Studio und nahm das Album A Life Within A Day auf. Der Bandname ist ein Mix der Nachnamen der Musiker: Squackett. Es blieb für die Supergroup bei dem einen Longplayer.


Superheavy

Mick Jagger ist kein Mann der Langeweile. Wenn die Rock-Ikone mal nicht mit den Stones auf Tour ist oder etwas Geschäftliches für seine Band zu tun hat, trifft er sich schon mal mit Musikerkollegen und nimmt ein Album auf. So geschehen im Jahr 2011, als Jagger sich mit Eurythmics-Mastermind Dave Stewart, Soul-Sängerin Joss Stone, Reggae-Sänger und Bob-Marley-Spross Damian Marley und dem Bollywood-Komponisten A.R. Rahman zusammentat. Das Ergebnis davon konnte man auf dem selbstbetitelten Debütalbum hören. Danach konzentrierte sich Jagger wieder auf seine Hauptband.


Titelfoto: v.L.n.R.: Gillby Clarke, Lukas Rossi (Gewinner der Casting-Show), Tommy Lee und Jason Newsted. Foto: Frederick M. Brown/Getty Images


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