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Popkultur

Volbeat: Rock-Schlager oder Retro-Hymnen?

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Volbeat

Kaum eine Rockband spaltet so sehr die Gemüter wie Volbeat, kaum eine Rockband ist dabei aber auch noch so erfolgreich. Pünktlich zum neuen Album Rewind, Replay, Rebound legen wir den Finger auf den wunden Punkt zwischen Image und Sound, der bei den Dänen Fans von Kritikern unterscheidet.

von Victoria Schaffrath

Legen wir los mit der grundlegenden Frage, die Experten beschäftigt: Welchem Genre gehören Volbeat denn nun eigentlich an? Um das einkreisen zu können, muss man sich zunächst die Einflüsse von Volbeat ansehen. Allein darüber kann man ganze Artikel schreiben.

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Hört euch hier das neue Album Rewind, Replay, Rebound an:

Sänger Michael Poulsen singt vor Volbeat bis 2000 in der Kopenhagener Death-Metal-Kombo Dominus. Nicht nur deren Einfluss nimmt er mit ins neue Projekt, auch der Bandname basiert auf dem dritten Album der Vorgänger. Der Anspruch an die neue Truppe: Rock’n’Roll spielen!

Elvis meets Hetfield

Poulsens Verehrung für Elvis Presley hört man dabei sowohl stimmlich als auch musikalisch, daher geben viele der Band scherzhaft das Etikett „Elvis-Metal“. Metallica sollten wir natürlich ebenfalls nicht vergessen, James Hetfields Intonation ist neben der des „Kings“ deutlich bei Poulsen zu vernehmen. Spätestens als 2013 Rob Caggiano von Anthrax zu Volbeat wechselt, kommt der Thrash noch einmal stärker zur Geltung. Die Band selbst bezeichnet ihren Stil meist schlicht als Metal.

So viele verschiedene Genres können zur Verwirrung führen, aber bringen immerhin einen entscheidenden Vorteil mit sich: Es ist buchstäblich für jeden etwas dabei. Ob Fans des harten Thrash-Sounds oder Gemüter, die für gewöhnlich dem Rockabilly zugeneigt sind: Sie alle feiern gemeinsam auf Konzerten von Volbeat und kaufen jede Veröffentlichung, als ob es kein Morgen gäbe. So wird es wohl auch beim neuen Album Rewind, Replay, Rebound laufen, das am 2. August erschienen ist und, ähnlich seiner unmittelbaren Vorgänger, extrem Hit-orientiert anmutet.

Gefällig in den Mainstream

Die Themenwahl kommt bei Volbeat nicht eben provokant daher, auch wenn es in den Songs der Band nur so von Gangstern und Tunichtguten wimmelt. Sie erzählen gefällige Geschichten von einsamen Reitern (Lonesome Rider auf Outlaw Gentlemen & Shady Ladies) und schönen Frauen (River Queen auf Rock The Rebel/Metal The Devil). Selbst Handlungsstränge, die sich über mehrere Lieder und Alben ziehen, gibt es.

Doch die Herren können auch sentimental: In Fallen aus dem Album Beyond Hell/Above Heaven setzt Poulsen, seines Zeichens Verantwortlicher für die meisten Titel der Gruppe, seinem verstorbenen Vater ein Denkmal. Der Druck auf die Tränendrüse funktioniert, Volbeat gelingen mit Fallen erstmals internationale Chartplatzierungen und damit der Durchbruch in den Mainstream. Sentimental klingt auch die neue Scheibe Rewind, geht es doch um Kindheitserinnerungen (mehr Identifikationspotenzial geht nicht) und die letzten Tage im Leben.

Der Frontmann handelt dabei nach einem einfachen Prinzip: Was nicht im Ohr bleibt, kommt weg. Hörer sollen die Lieder nach kurzer Zeit mitsingen können. Mehr als 15 Minuten Zeit pro Songentwurf gibt er sich nicht, um ihn eingängig zu gestalten; dauert es länger, wird die Idee schlicht verworfen.

Thematisch geht die Rechnung der Dänen voll auf, und nicht wenige Fans bedanken sich in den Kommentarbereichen gängiger Online-Portale für Songs, die wichtige Momente ihres Lebens begleiten. Solange man bei Volbeat in puncto Satzbau und Sinnzusammenhang ein Auge zudrückt, ist im Grunde alles gut. Wenn wir ehrlich sind, muss das Rad nicht mit jeder Scheibe neu erfunden werden.

Volbeat live

Das große Kommen und Gehen

Neuerung findet man bei den Kopenhagenern ohnehin eher im Line-Up, das mittlerweile nur noch Poulsen und Schlagzeuger Jon Larsen als Gründungsmitglieder vorweisen kann. Nach Ausstieg von Gitarrist Teddy Vang Anfang der Nullerjahre suchen Volbeat lange nach einem Lead-Gitarristen, den sie dauerhaft erst nach mehreren Anläufen (Franz Gottschalk von 2002-2006, dann Thomas Bredahl von 2006-2011) in Form von Anthrax-Mitglied Rob Caggiano finden, der 2013 einsteigt. Auch am Bass herrscht Unruhe, seit Seal The Deal And Let’s Boogie 2016 zupft Kaspar Boye Larsen den Viersaiter.

Die häufigen Wechsel legen nahe, dass Volbeat im Kern das Baby von Michael Poulsen bleibt. Er schreibt beinahe alle Songs, die Kapelle gründet sich 2001 auf sein Geheiß. Seine markante Stimme gibt dem Sound von Volbeat ohnehin seinen Charakter, und schaut man sich andere Rockprojekte wie Uriah Heep, Guns N’ Roses oder Blue Öyster Cult an, sind Line-Up-Wechsel ja bei Weitem keine Seltenheit.

In der aktuellen Aufstellung scheint sich die Band allerdings besonders wohl zu fühlen, zumindest sieht der Terminkalender der Herren eine fast absurde Menge an Shows für 2019 vor, auf denen sie gemeinsam die neue Platte vorstellen können.

Ein feuchter Live-Traum

Und ja, reden wir überhaupt mal über Touren und Live-Shows. Häufig touren sie im Multipack mit anderen Rockgrößen wie Metallica, Motörhead oder eben Anthrax. Das ehrt und ist für viele Fans ein wahr gewordener feuchter Traum. Abliefern und unterhalten können sie, das machen sie jedenfalls aktuell auf der Knotfest Roadshow mit Slipknot, Gojira und Behemoth, im Herbst touren sie dann mit Danko Jones durch Europa.

Mit der Live-DVD Let’s Boogie! Live From Telia Parken setzen sie ihren Shows Ende 2018 ein mit Gästen wie Lars Ulrich gespicktes Denkmal. Hier wird deutlich, was das Publikum mitreißt, denn auf der Bühne stehen Musiker, die durchaus Laune machen. Die hymnenartigen Songs kommen besonders vor großer Kulisse und mit 50.000 Stimmen-starkem Chor zur Geltung. Lola Montez verursacht live eine brauchbare Gänsehaut.

All das passiert zu nicht geringen Anteilen dank Michael Poulsens Röhre. Die ist im Metal sicherlich ungewöhnlich und der Bandleader macht aus seiner stimmlichen Anlehnung an den „King“ und der zusätzlichen Inspiration durch Hetfield keinen Hehl. Besonders live sind Poulsens Modulationen kraftvoll und energiegeladen und tragen dadurch selbst unterschiedlichste Songstrukturen und -stile.

Grund zum Feiern

Auf der neuen Platte Rewind, Replay, Rebound gibt es in Bezug auf besagte Stilrichtungen die ein oder andere angenehme Überraschung: In Last Day Under The Sun singt Poulsen vor einer fetzigen Achtziger-Kulisse, während ihm Pelvis On Fire die passende Bühne für eine Achtung-einflößende Elvis-Party liefert. Interessante Kollaborationen mit Gary Holt von Exodus und Slayer sowie Neil Fallon von Clutch machen den Langspieler zusätzlich schmackhaft. Besonders viel Bock bringt aber der Vierzigsekünder Parasite, der wohl in Bierlaune zwischen zwei Takes im Studio entstand. Er ist praktisch dazu vorbestimmt, auf den Festivalgeländen dieser Welt geschmettert zu werden, wenn die Moskitos mal wieder besonders aggressiv schwirren.

Womöglich lässt sich die Frage, ob Volbeat nun Rock-Schlager oder Retro-Hymnen schreiben, nur mit einem Zucken der lederbejackten und tätowierten Schultern beantworten. Vielleicht reicht es, wenn wir mit ihnen eine ziemlich fette Rock-Party feiern.

Metallica bringen Orchester-Show „S&M²“ weltweit in die Kinos!

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Popkultur

Zeitsprung: Am 21.1.1984 erscheint das Debüt von Bon Jovi.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 21.1.1984.

von Timon Menge und Christof Leim

Als Jon Bon Jovi 1980 in einem Aufnahmestudio in Manhattan arbeitet, kennt ihn noch kein Mensch. Zwar verschickt der damals 17-jährige bereits fleißig Demobänder, doch Amerikas Plattenfirmen möchten nichts von ihm wissen. Erst als Runaway im Radio gespielt wird, erlangt der junge Rockmusiker lokale Berühmtheit und veröffentlicht wenig später sein erstes Album.

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Hört hier in Bon Jovi rein:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Einige von uns werden das kennen: Während seiner Jugend findet John Bongiovi deutlich mehr Gefallen an der Musik als an der Schule. So schwänzt er regelmäßig den Unterricht, um in lokalen Bands spielen zu können, zum Beispiel mit seinem Cousin Tony Bongiovi. Der betreibt zu jener Zeit das Aufnahmestudio The Power Station in Manhattan, wo er mit Künstlern wie Aerosmith, den Ramones, Gloria Gaynor, den Talking Heads und früher sogar mit Jimi Hendrix arbeitet.

Im Alter von 16 Jahren beginnt John in den Clubs seiner Heimatstadt New Jersey aufzutreten. Weil er keine zusätzlichen Finanzspritzen aufgrund herausragender schulischer Leistungen zu erwarten hat, heuert er ein Jahr später in der Power Station an. Zunächst wischt er dort die Böden, doch als Produzent Meco 1980 an seinem Star Wars Christmas Album arbeitet, schlägt Tony seinen kleinen Cousin als Sänger für den Song R2-D2 We Wish You A Merry Christmas vor — Bon Jovis erste Aufnahme unter eigenem Namen.



Zeitgleich verschickt der junge Rocker unermüdlich Demoaufnahmen an Plattenfirmen, stößt allerdings überall auf Ablehnung. Für Aufwind sorgt erst sein Stück Runaway, den er gemeinsam mit Songschreiber George Karak verfasst und mit professionellen Studiomusikern aufnimmt. Dazu gehören der heutige Bon Jovi-Bassist Hugh McDonald, Sessiongitarrist Tim Pierce (später unterwegs mit Rick Springfield), Keyboarder Roy Bittan aus Springsteens E Street Band und Drummer Frankie LaRocka. Diesen ersten Erfolge mit Runaway verdankt Jon nicht zuletzt seiner eigenen Initiative. So marschiert der junge Musiker 1982 ohne Ankündigung in die Zentrale des Radiosenders WAPP und überreicht DJ Chip Hobart ein Demo mit dem Stück. Der Titel landet in der Heavy Rotation und öffnet einige Türen.

Das erste Line-up von Bon Jovi: 1983, Baby!

1983 ergattert Bon Jovi so einen Plattenvertrag mit Mercury Records und stellt eine Band zusammen. Zu der gehört anfangs auch Gitarrist Dave „The Snake“ Sabo, der später als Gründer der Hardrocker Skid Row in Erscheinung tritt. Er bleibt nur kurz an Bord, an seine Stelle tritt Richie Sambora, der für die nächsten 30 Jahre ein geniales Songwriting-Duo mit dem Sänger bildet. Keyboarder David Bryan und Schlagzeuger Tico Torres komplettieren das Line-Up und gehören bis heute zur Mannschaft, Bassist Alec John Such bleibt bis 1994. Auf den Bandnamen kommt eine Mitarbeiterin von Manager Doc McGhee, womit der ursprüngliche Plan – Johnny Electric – zu den Akten gelegt wird. Ist vielleicht besser so. Aus John Bongiovi wird spätestens hier dann auch Jon Bon Jovi.



Am 21. Januar 1984 schließlich erscheint das langersehnte Debüt Bon Jovi. Aus der Veröffentlichung gehen mit Runaway, Burning For Love und She Don’t Know Me drei Singles hervor. Bei letzterem handelt es sich um den einzigen Bon Jovi-Studiotrack auf allen offiziellen Alben, der kein Coversong ist und den Jon nicht selbst geschrieben oder mitgeschrieben hat. Die Nummer stammt vom US-amerikanischen Songwriter Mark Avsec und wurde auf Betreiben des Labels aufgenommen.



Runaway schafft es jetzt bis in die Top 40 der Single-Charts, das Album selbst erreicht Rang 43 – kein schlechtes Ergebnis für einen Einstand. Es folgen weltweite Tourneen, zum Beispiel als Vorgruppe für die Scorpions in Nordamerika und für Kiss Europa. Die Verkaufszahlen können sich sehen lassen, doch der ganz große Durchbruch mit dem dritten Album Slippery When Wet lässt noch zwei Jahre auf sich warten. „Wir waren damals nicht gut“, räumt Frontmann Bon Jovi mehr als 20 Jahre später in einem Interview ein. „Das waren wir bis zu unserem dritten Album nicht, aber wir hatten einen Schlagzeuger, der den Takt halten kann. Das sollte man nie als selbstverständlich ansehen. Für einen 22-Jährigen habe ich mich ganz gut geschlagen.“

Die drei Singles: nur eine davon läuft noch im Radio

Den Takt halten Bon Jovi bis heute. Millionen verkaufter Platten, ausverkaufte Stadionkonzerte und Airplay bis zum Abwinken stehen für sich. Zwar hat das Debüt einer der größten Rockgruppen der Welt ein wenig an Reiz verloren, zumindest im Schatten der späteren Megaseller wie New Jersey. Doch mit Bon Jovi haben Bon Jovi den Weg Richtung Rockolymp angetreten.

Zeitsprung: Am 19.9.1988 erscheint „New Jersey“ von Bon Jovi

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Popkultur

Die 10 größten Meat-Loaf-Hymnen

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Meat Loaf
Foto: Sony Music Archive via Getty Images/Terry Lott

Er war ein gewaltiger Rockstar im Wortsinn: Die Musikwelt trauert um den großen Meat Loaf. Wir erinnern uns an den legendären Koloss des Hard Rock und blicken auf seine unvergesslichsten Songs zurück.

 von Björn Springorum

Auch wenn er natürlich viel mehr gemacht hat: Am ehesten bringt man Meat Loaf mit seiner Bat-Out-Of-Hell-Trilogie in Verbindung. Mehr als 65 Millionen Mal haben sich diese drei Alben verkauft, das erste und erfolgreichste geht bis heute rund 200.000 Mal jährlich über den Ladentisch. Kein Wunder: Das Meisterwerk von 1977 ist ein stellarer Moment des theatralischen Hard Rock, eine Art Broadway-Musical mit harten Gitarren.

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Seine Stimme und das kompositorische Genie seines langjährigen Partners Jim Steinman nehmen eine Ausnahmestellung im Kanon des Rock‘n‘Roll ein. Hier kommen zehn seiner mächtigsten, emotionalsten, größten Songs.

1. I’d Lie For You (And That’s the Truth) (1995)

Meat Loaf hat sich nicht immer auf die Kompositionen von Jim Steinman verlassen. Schon zwei Jahre nach dem Erfolg von Bat Out of Hell II: Back Into Hell kommt Meat Loaf mit Welcome To The Neighborhood um die Ecke, einem Album, das auch ohne Steinman so klingt, als hätte er es geschrieben. Der erfolgreichste Song daraus wurde von Diane Warren komponiert, die zur damaligen Zeit eine unaufhaltsame Hitmaschine war. Die Power-Ballade wird dann auch zu seinem letzten großen Hit.

2. Rock And Roll Dreams Come Through (1993)

So ziemlich jeder Song auf der Fortsetzung von Bat Out Of Hell zeigt, dass weder Meat Loaf noch Jim Steinman die Pause von 16 Jahren geschadet hat. Ursprünglich für Steinmans 1981er Soloalbum aufgenommen, wird es durch Meat Loaf zu einem weiteren großen Epos aus Herzschmerz und einem Refrain, der so heute einfach nicht mehr gemacht wird. Ganz großes Kitschkino.

3. You Took The Words Right Out Of My Mouth (On A Hot Summer Night) (1977)

Als erster Beitrag seines legendären Gamechangers Bat Out Of Hell steht hier You Took The Words Right Out Of My Mouth, ein wahrgewordener Hard-Rock-Traum mit gotischem Video, grandioser Hook und allem, was den Rock‘n‘Roll der Siebziger so größenwahnsinnig machte. Besser wird‘s auch auf der größten Bühne nicht.

4. Two Out Of Three Ain’t Bad (1977)

Eigentlich könnte hier ja einfach das gesamte Bat Out Of Hell stehen, fertig. Es gibt einfach keinen Filler auf diesem Album. Auch Two Out Of Three Ain’t Bad ist ein echter Killer: Eine große, große Ballade, die Meat Loaf auf einem absoluten Höhepunkt zeigt und zugleich eins der besten Beispiele für Steinmans kompositorisches Genie ist. So was nennt man dann wohl perfekte Chemie.

5. Bat Out Of Hell (1977)

Allen Ernstes, wer sein Debüt mit einem Paukenschlag wie diesem eröffnen kann, der hat schon alles geschafft, ehe er überhaupt so richtig angefangen hat. Fast zehn Minuten nimmt sich der ausladende Opener Zeit und zieht auf dieser Langstrecke gleich mal alle Register: die Ouvertüre zu diesem unfassbaren Musiktheater, ein Start mit Feuerwerk, Kanonen und massiver Produktion. Übrigens: Als musikalische Gäste mischen hier Todd Rundgren sowie Roy Bittan und Max Weinberg von der E Street Band mit. Es heißt schon was, wenn man sagt, dass es die echt nicht gebraucht hätte.

6. Hot Patootie – Bless My Soul (1975)

Natürlich darf die Rocky Horror Picture Show hier nicht fehlen. Meat Loaf gibt in diesem schrägen Stück Rock‘n‘Roll den dusseligen Biker Eddie, der den Laden gehörig aufmischt. Sicherlich nicht seine Sternstunde. Aber allein aus popkultureller Sicht erwähnenswert.

7. Read ’Em And Weep (1981)

Kurioserweise wird nicht alles, was Meat Loaf und Jim Steinman gemeinsam angingen, zu Gold. Dead Ringer, der schwierige Nachfolger zu Bat Out Of Hell, leidet unter dem enormen Erfolg des Vorgängers, hat aber einige Perlen zu bieten. Read ’Em And Weep zum Beispiel, eine stimmungsvolle Ballade, die aber erst zwei Jahre später durch Barry Manilow zu einem gewaltigen Erfolg wird. Muss man manchmal nicht verstehen.

8. Objects In The Rear View Mirror May Appear Closer Than They Are (1993)

Am besten waren Meat Loaf und Jim Steinman immer zusammen. Das zeigt auch Bat Out Of Hell II: Back Into Hell, das Album, das 1993 eine zwölfjährige Funkstille beendet. Da ist sie wieder, diese theatralische, dramatische Magie und diese unfassbare Energie. Wir wiederholen uns, aber: Niemand schreibt solche Refrains!

9. I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) (1993)

Sein wahrscheinlich größter Hit stammt ebenfalls vom zweiten Teil seiner definierenden Trilogie: I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) ist eine der größten Rock-Balladen aller Zeiten – obwohl bis heute eigentlich niemand so recht weiß, worum es in der Nummer eigentlich geht. Egal, die Musik ist so unfassbar spektakulär, dass Meat Loaf auch nur summen könnte und die Nummer wäre immer noch unsterblich.

10. Paradise By The Dashboard Light (1977)

Wenn wir uns festlegen müssten, würden wir diesen Song als absolutes Karrierehoch von Meat Loaf wählen. Unterteilt in drei Kapitel und über acht Minuten lang, dennoch als Single veröffentlicht: Für Meat Loaf und Jim Steinman gelten damals andere Regeln. Der Song ist ein Überbleibsel aus Steinmans Neverland-Musical und bringt Meat Loaf mit der Hauptrolle Ellen Foley zusammen. Ziemlich irre ist er auch: Inhaltlich dem Thema Sex im Auto verschrieben, gibt es im Video eine wilde Rummachszene, geschnitten in ein Baseballspiel.

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Popkultur

Stadionhymnen vom Strand: 20 Jahre „Auswärtsspiel“ von den Toten Hosen

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Die Toten Hosen
Foto: Danny Gohlke/Bongarts/Getty Images

Als Die Toten Hosen 2002 ihr neuntes Album Auswärtsspiel veröffentlichen, hat die Band bereits 20 Jahre auf dem Buckel. Diese Erfahrung hört man den Düsseldorfern an: Mindestens vier Songs von der Platte zählen heute zu den „Greatest Hits“.

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von Timon Menge

2001 haben sich Die Toten Hosen längst an der Spitze der deutschsprachigen Musikbundesliga etabliert. Stadionkonzerte in ganz Deutschland, Europa und sogar auf Kuba begeistern das Publikum; im Sommer steht die Band hierzulande als Vorgruppe von den mächtigen AC/DC auf den größten Bühnen. Vier Nummer-eins-Alben haben die Hosen zu der Zeit bereits im Rücken, 2002 soll das fünfte folgen: Auswärtsspiel.

Die Toten Hosen Auswärtsspiel Album Cover

Für das Cover lassen sich Die Toten Hosen während ihres Kuba-Aufenthalts in einem Meerwasserfreibad in Havanna ablichten. Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt die Musiker, wie sie in der südamerikanischen Abenddämmerung einen Steg auf dem Meer entlanglaufen. Nicht die schlechteste Kulisse. Im Booklet gibt es viele weitere Fotos aus der Zeit der Hosen in Kuba.

Songwriting im Sonnenschein

Anschließend mieten die Hosen ein Haus auf Ibiza, um sich ganz auf ihre neue Platte konzentrieren zu können. Die Sonne Spaniens scheint die Kreativität zu beflügeln, denn während der Auswärtsspiel-Entstehungsphase schreiben Campino und Co. mehr als 75 Songs. Das ist Stoff für gut fünf Alben, doch die Band wählt die 15 besten Stücke aus und begibt sich für die Aufnahmen nach Avinyonet de Puigventós in Katalonien.

20 Jahre Tote Hosen

Als das Album am 21. Januar 2002 erscheint, haben Die Toten Hosen gleich zwei Dinge zu feiern: Zum einen die Veröffentlichung der Platte, zum anderen ihr 20-jähriges Jubiläum, denn der Startschuss für die Gruppe fiel 1982. Auf die Frage, wie es ihm damit geht, antwortet Sänger Campino 2002 in der Viva-Sendung Interaktiv: „Ich hab kaum was gemerkt in der Zeit. Die Hälfte habe ich vergessen, weil ich früher sowieso immer benebelt war. Dann waren es nur noch zehn Jahre.“

Nicht schlimm, zehn Jahre kann man auch gut feiern, und die Fans feiern mit: Auswärtsspiel steigt auf Platz eins der deutschen Albumcharts ein, später kassieren die Hosen drei goldene Schallplatten und einmal Platin.

Auch die Hit-Dichte dürfte zum Erfolg des Albums beigetragen haben: Mit Was zählt, Kein Alkohol (ist auch keine Lösung)!, Nur zu Besuch und Steh auf, wenn du am Boden bist enthält Auswärtsspiel mindestens vier Songs, die es bei vielen Hosen-Konzerten zu hören gibt, auch wenn keine der Singles die Top Ten erreicht.

Generell überraschend: Den Hosen gelingen im Verlauf ihrer Karriere bloß zwei deutsche Nummer-eins-Hits: Zehn kleine Jägermeister (1996) und Tage wie diese (2012).

Fußball als Martyrium?

Im Titeltrack von Auswärtsspiel geht es um das nicht immer einfache Dasein als Fußball-Fan, wie Campino zu jener Zeit in einem Interview mit dem Münchner FHM Magazin berichtet: „Du entscheidest dich einmal in deinem Leben für ein Team, und das ist es dann in der Regel auch. Wenn du erst einmal Fan von einem Team geworden bist, dann kannst du, egal wie schlecht es spielt, nicht einfach mit einer Mannschaft Schluss machen, wie du es vielleicht mit deiner Freundin tun würdest, nur weil sie dir auf die Nerven geht.“ Soso.

Wieder auf Tour

Ihre eigenen Auswärtsspiele bewältigen die Hosen nach der Albumveröffentlichung: Mehr als siebzig Konzerte geben die Musiker, die meisten davon in ausverkauften Hallen. Auch bei Festivals in ganz Europa und in Buenos Aires legen die Düsseldorfer einen Halt ein. Mehr als eine halbe Millionen Zuschauer*innen sehen die Band im Laufe des Jahres. Genug haben die Hosen natürlich noch lange nicht: Mit ihrer anschließenden Platte Zurück zum Glück legen Punkrocker nochmal eine kräftige Schippe drauf.

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Die Toten Hosen verkünden Tourdaten für 2022!

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