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Popkultur

Zeitsprung: Am 11.2.1985 debütieren The Firm mit Jimmy Page & Paul Rodgers.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 11.2.1985.

von Timon Menge und Christof Leim

Ein Ende kann immer auch ein Anfang sein: The Firm entstehen Mitte der Achtziger nach der Auflösung von Led Zeppelin und Bad Company durch eine Reihe glücklicher Zufälle. Mit der Veröffentlichung des gleichnamigen Debütalbums am 11. Februar 1985 schaffen Jimmy Page und Paul Rodgers den Sprung in eine neue Ära.


Hört hier in The Firm rein:

Klickt auf „Listen“ für das gesamte Album.

Nachdem sich Led Zeppelin wegen des Todes von John Bonham 1980 aufgelöst haben, steht Gitarrist Jimmy Page am Scheideweg. Weder möchte er direkt an vergangene Zeiten anknüpfen, noch will er sich zu sehr an den Sound des neuen Jahrzehnts anbiedern. Eigentlich weiß er nur eines: Er möchte weiterhin Musik machen. Paul Rodgers befindet sich nach der (ersten) Trennung von Bad Company 1982 in einer ähnlichen Situation. Dann führt das Schicksal die beiden Musiker 1983 im Rahmen einer Reihe von Benefizkonzerten zusammen, die Small Faces- und später Faces-Bassist Ronnie Lane angeleiert hat. Eine lose Verbindung gab es bereits vorher, weil die Bad Company-Platten auf Swan Song Records erschienen sind. Nun zeigt sich Page beeindruckt von Rodgers Stimmgewalt und Präzision, also verabreden sich die beiden nach dem Ende der ARMS-Tour, um sich ohne konkretes Ziel gemeinsam auszuprobieren. Kurzerhand werden die Musiker auch für die nächste ARMS-Tour gebucht, obwohl das Projekt weder vollständig besetzt ist noch genug Material aufweisen kann.

Mischen Mitte der Achtziger die Rockmusik auf: The Firm – Pic: Atlantic/Promo

Beinahe unfreiwillig entwickelt sich so eine langfristige Zusammenarbeit. Die Musiker buchen ein Studio und engagieren Stuart Epps als Produzenten. Den vakanten Job am Schlagzeug besetzt Chris Slade, der sich zuvor einen Namen bei Manfred Mann’s Earth Band und Uriah Heep erspielen konnte. Studiomusiker Tony Franklin komplettiert das Team an Bass und Keyboard. Die Supergroup steht. Als es um den Bandnamen geht und Schlagzeuger Slade seine Idee „The Firm“ in den Raum wirft, trifft der Vorschlag auf allgemeine Zustimmung. Schnell zeigt sich, dass sich Page und Rodgers sehr gut ergänzen. Rodgers Fähigkeiten als Songwriter brillieren vor Pages außergewöhnlichem Material, zu hören besonders bei Midnight Moonlight. Eigentlich sollte der Song schon auf Led Zeppelins Physical Graffiti (1975) erscheinen, jetzt schreibt Rodgers einen Text für die anfangs 19-minütige Nummer und hilft dabei, sie zu kürzen. Schnell entwickelt sich das Stück zur Glanznummer des neuen Projektes. Auch das Righteous Brothers-Cover You’ve Lost That Loving Feeling weiß zu begeistern.



Die Single Radioactive komponiert Rodgers innerhalb von fünf Minuten und spielt sogar das Solo selbst ein, eine alte Fingerübung. Für Page stellt das kein Problem dar. Er entspannt sich während des harmonischen Aufnahmeprozesses zusehends und spricht später – wie viele Beteiligte – von einem der besten Studioaufenthalte seiner Karriere. Das konnten die Musiker auch auf die fertige Platte übertragen. Obwohl es für die Achtziger eher unüblich ist, spielt die Gruppe die meisten Tracks live ein. Vor allem Rodgers besteht darauf und nagelt seine Takes nicht selten im ersten Anlauf auf das Band. Gemeinsam mit dem typisch atmosphärischen Sound der Ära sorgt die Entspannung hinter den Kulissen für eine LP, die sich bis heute von ihren Zeitgenossen abhebt.



Am 11. Februar 1985 erscheint das Debüt und findet sowohl bei den Kritikern als auch beim Publikum Anklang. In Großbritannien erreichen The Firm Platz 15 der Albumcharts, in den USA Platz 17. Der Song Radioactive schlägt ebenfalls ein, weitere Auskopplungen schaffen den Weg in diverse Rock-Hitparaden. Bei der folgenden kurzen Tour allerdings entsteht zum ersten Mal Streit, denn Page möchte mehr Konzerte spielen, Rodgers weniger. Als ein knappes Jahr später das zweite Album Mean Business nicht an den Erfolg seines Vorgängers anknüpfen kann, trennen sich die Wege der Musiker. Auch wenn es sich im Nachhinein eher um eine Eintagsfliege handelt als um ein ausladendes Projekt: Mit The Firm starten Page und Rodgers souverän in die Achtziger und lösen sich ein kleines Stück aus dem Schatten ihrer legendären Vergangenheit.



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