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Popkultur

Zeitsprung: Am 18.8.1964 starten die Beatles zu ihrer ersten US-Tour.

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Foto: Universal Music

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 18.8.1964.

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

Am 18.8.1964 starten John, Paul, George und Ringo ihre Reise nach Amerika, um dort ihre erste volle US-Tour zu spielen. Nebst skurrilen Anekdoten und einem Treffen mit Bob Dylan hält die Tour jedoch auch brenzlige Situationen bereit, die schon am Tag der Anreise beginnen. Wir erinnern uns, wie die Beatles die „British Invasion“ vollzogen.

Hört euch hier die das damals aktuelle Album A Hard Day’s Night an:

Bereits im Februar 1964 hatten die Beatles vier Shows in den Vereinigten Staaten gespielt und so den Grundstein für die Massenbegeisterung gelegt. Am 18. August 1964 reist die Band dann von London aus für weitere 26 Termine über den Teich und muss unterwegs zweimal anhalten, um das Flugzeug zu betanken. Mit jedem Boxenstopp werden die Umstände wahnsinniger: Erwarten sie beim ersten Halt in Winnipeg, Kanada noch 500 Fans und einige Radiojournalisten, zählt man wenige Stunden später in Los Angeles bereits 2.000 kreischende Anhänger und ein stattliches Presseaufgebot. Bei Halt Nummer drei in San Francisco zeigt die Uhr 18:24 und 9.000 Beatles-Fans machen ihrer ohrenbetäubenden Begeisterung Luft.

Einige Meilen vor dem Flughafengebäude errichten Organisatoren in weiser Voraussicht „Beatlesville“. Was sich nach Freizeitpark oder luxuriösem Rückzugsort anhört, ist lediglich ein abgezäunter Bereich, in dem die „Fab Four“ für Fotos posieren sollen. Die Zäune halten jedoch der schieren Kraft der „Beatlemania“ nicht stand. Als mehr und mehr Fans sich gegen die Absperrung drücken, gibt sie nach. Lennon, McCartney, Harrison und Starr entkommen im letzten Augenblick in die Sicherheit ihrer Limousine, die sie in ihr Hotel bringt.

Die „Fab Four“ auf dem Titel des „Life“-Magazins während ihrer US-Tour im Sommer 1964)

Während eine Hälfte des Quartetts, nämlich Paul und George, das Gesehene erst einmal verarbeiten muss, rappelt sich der Rest der Truppe auf: John, Ringo, Publizist Derek Taylor und weitere Mitglieder der Entourage sowie Little Richards Organist (und später beinahe fünfter Beatle) Billy Preston wollen das kalifornische Nachtleben unsicher machen und landen wenig später im Rickshaw, einem Laden in Chinatown, der auch andere prominente Gäste aufweist. 

Starr erinnert sich später wohlwollend an eine Begegnung mit dem Schauspieler Dale Robertson: „Wir gingen in eine Bar, und er war da. Wow, Dale Robertson! Wir nahmen einen Drink, aber in Kalifornien schließt alles um zwei Uhr morgens. Sie schlossen also die Bar, der Kellner und alle anderen gingen raus, aber dann gingen wir wieder rein und machten weiter. Ich habe es geliebt.“ Dass die Polizei die von Beatles-Fans konfiszierten Drogen ungefragt an die Band weiterreichte (!), hat sicher zu diesem positiven Gesamteindruck beigetragen.

Am nächsten Tag geht die Tour dann so richtig los: Die Beatles spielen im Cow Palace in San Francisco vor 17.130 Zuschauern. Auch hier müssen sie flüchten, nachdem die Bühne von Fans gestürmt zu werden droht. Sie lassen buchstäblich die Instrumente fallen und werden in einem Krankenwagen zum Hotel transportiert, da ihre Limousine belagert wird. Die „Beatlemania“ erreicht im Verlauf dieser Tour fiebrige Höhen, und die vier Jungs aus Großbritannien lernen die Schattenseiten des Erfolgs kennen. Besonders John Lennon tut sich schwer: „Die Leute denken, Berühmtheit und Geld bringen Freiheit, aber das tun sie nicht.“ 

Eine Welt ohne die Beatles? 10 Dinge, die heute anders wären

Während dieses Amerika-Aufenthaltes treffen sie jedoch auch auf Bob Dylan und äußern sich öffentlich gegen die dort noch übliche Segregation. Nicht zuletzt entsteht aus der klaustrophobischen Situation auch der Song Help!, den die Briten 1965 veröffentlichen sollen.

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