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Popkultur

Hooligans, ein Laserschwert-Kampf und jede Menge Beef: 6 Anekdoten, die nur aus dem Leben von Noel Gallagher stammen können

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Noel Gallagher
Foto: Rune Hellestad - Corbis/Corbis via Getty Images

Zugegeben, Noel Gallagher von Oasis gilt nicht unbedingt als der sympathischste aller Rockstars. Doch das Leben des Briten gibt mehr als genug unterhaltsame Geschichten her. Die folgenden sechs gehören zu unseren Favoriten.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch Who Built The Moon? von Noel Gallagher’s High Flying Birds anhören:

1. In den Achtzigern war er mit unterschiedlichen Hooligan-Gruppierungen verbandelt.

Wer sich ein wenig mit den fußballerischen Vorlieben der Rockwelt auskennt, weiß, dass Noel Gallagher ein glühender Anhänger des britischen Vereins Manchester City ist. Vor allem als Jugendlicher verbringt er eine Menge Zeit auf der Kippax-Tribüne in der Maine Road, also dem Stadion, in dem der Club von 1923 bis 2003 seine Heimspiele austrägt. Dort kommt Gallagher mit unterschiedlichen Hooligan-Gruppierungen in Berührung, oder auch „Firmen“, wie die Schlägerbanden im Fachjargon heißen. Er pflegt zu jener Zeit zum Beispiel Kontakte zur Maine Line Crew, zu den Young Guv’nors und den Under-5s — teilweise bis heute, wie er in einem Interview mit der britischen Tageszeitung The Sun verrät. „Ich kannte sie alle und einige von ihnen treffe ich heute noch“, so der Rockstar. „Das waren ziemlich verrückte Zeiten. Die Hälfte von uns war arbeitslos.“ Ein wenig Selbstreflexion lässt Gallagher ebenfalls durchblicken: „Die Orte, die wir vor 20 Jahren besucht haben, waren gefährlich. Vor allem die Nachtspiele in Leeds und so, wo wir uns nicht sicher waren, ob wir in einem Stück wieder nach Hause kommen.“

Auch seine Karriere als Songwriter beginnt im Fußballstadion, wie Gallagher erzählt: „Als ich etwas getrunken hatte, habe ich auf der Kippax mal einen Song angestimmt. Wahrscheinlich sowas wie Everywhere We Go oder so und jeder hat mitgemacht. Es ist also durchaus möglich, dass der Grundstein für meine Songwriter-Karriere auf der Kippax gelegt wurde.“ Übrigens: Erst kürzlich wurde Gallagher im Stadion beim Saison-Finale von Manchester City per Kopfnuss zu Boden geschlagen.

2. Im Lauf seiner Karriere beleidigte Noel Gallagher Blur-Frontmann Damon Albarn sowie James Blunt, Harry Styles, Phil Collins und natürlich immer wieder seinen Bruder Liam.

Dass Noel Gallagher gerne mal austeilt, wissen wir. Sein wohl größtes Feindbild: Bruder Liam. Kaum ein Jahr vergeht, ohne dass sich die Geschwister mehr oder weniger öffentlich miteinander anlegen. Doch auch mit Britpop-Konkurrent Damon Albarn von Blur verbindet Noel Mitte der Neunziger eine gepflegte Feindschaft. Als Gallagher 1995 ein Interview für den britischen Observer gibt, schießt er dabei allerdings deutlich über das Ziel hinaus und wünscht sich öffentlich, dass sich Damon Albarn und Alex James von Blur „AIDS einfangen und sterben“ sollen. Genauso schnell, wie ihm der Spruch über die Lippen kommt, entschuldigt er sich anschließend, und stellt zumindest im Anschluss fest: „AIDS ist nichts, worüber man lacht.“

Auch gegen Phil Collins unkt Gallagher gerne, zum Beispiel als es um die hervorragenden Verkaufszahlen des Oasis-Albums Be Here Now (1997) geht: „Dass man viele Alben verkauft, heißt nicht unbedingt, dass man wirklich gut ist. Schau dir Phil Collins an.“ Was James Blunt betrifft, geht Gallagher 2008 sogar so weit, dass er sein Haus auf Ibiza verkauft, weil Blunt in der Nähe residiert. So schreibt das britische Musikmagazin NME im Februar 2008, Gallagher biete seine Villa für 5,5 Millionen Britische Pfund zum Verkauf an, weil er den Gedanken nicht ertrage, dass James Blunt in der Nähe fürchterliche Musik schreibe. In jüngerer Vergangenheit ätzt Gallagher gerne gegen Pop-Ikone Harry Styles, zum Beispiel im Interview mit dem Daily Star, in dem er behauptet, es handele sich bei Styles nicht um einen echten Musiker: „Du willst mir doch nicht erzählen, dass Harry Styles gerade irgendwo in einem Zimmer sitzt und einen Song schreibt“, so Gallagher.

3. George Martin soll ihn einmal „den besten Songwriter seiner Generation“ genannt haben.

Es gibt Komplimente und es gibt Ritterschläge. Schenkt man der britischen Fotografin Jill Furmanovsky in ihrem Oasis-Buch Was There Then glauben, so hat Beatles-Produzent Sir George Martin im Rahmen eines Foto-Shootings gesagt: „Ich halte Noel für einen der besten Songwriter seiner Generation.“ Mehr Lob geht kaum, oder?

4. Als Gallaghers direkter Nachbar Ewan McGregor erfuhr, dass er für die Rolle des Obi-Wan Kenobi in Star Wars: Episode I — Die dunkle Bedrohung gecastet wurde, forderte Gallagher ihn am morgen nach einer Party zu einem Laserschwert-Kampf heraus.

Noel Gallagher und Ewan McGregor, die am Morgen nach der Party zu Gallaghers 30. Geburtstag durch Gallaghers Garten hüpfen und mit Laserschwertern gegeneinander kämpfen? „Ja, das ist wahr“, bestätigt McGregor in einem britischen Fernseh-Interview. „Ich hatte gerade erfahren, dass ich die Rolle als Obi-Wan Kenobi bekommen würde und bin danach zu einer Party bei Noel gegangen. Er hat damals ganz in meiner Nähe in Belsize Park in London gewohnt. Am nächsten Morgen haben wir um acht Uhr in seinem Garten mit Lichtschwertern gekämpft.“ Auf die Frage, womit genau die zwei Star-Wars-Fans gegeneinander angetreten seien, antwortet McGregor: „Noel hatte tatsächlich Laserschwerter. Ich selbst hatte zu der Zeit noch keine eigenen.“ In einem Interview mit dem Hollywood Reporter ergänzt McGregor: „Er hat mir keinen Unterricht gegeben, es war ein richtiger Kampf.“

5. Als Sir Peter Blake das Cover von Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band im Jahr 2012 noch einmal neu auflegte, bildete er darauf auch Noel Gallagher ab.

Das legendäre Cover des noch legendäreren Beatles-Albums Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band haben wir alle vor Augen, klar. Als die Rockwelt im Jahr 2012 das 45-jährige Jubiläum der Platte feiert, legt Künstler Sir Peter Blake sein weltberühmtes Artwork noch einmal neu auf und bildet darauf mehr als 70 zeitgenössische Künstler*innen und sonstige prägende Persönlichkeiten ab. Auf der neuen Version zu sehen: Amy Winehouse, Alfred Hitchcock, J. K. Rowling, Sir Ridley Scott, Dame Hellen Mirren, Eric Clapton, Elvis Costello und: Noel Gallagher.

6. Am 23. März 2017 kann man Gallagher als Gastsänger hören — auf einer Single von Damon Albarns virtueller Band Gorillaz.

Spätestens im Jahr 2017 scheinen Damon Albarn und Noel Gallagher ihren gegenseitigen Groll begraben zu haben. So tritt Gallagher auf der Single We Got The Power von Albarns virtueller Band Gorillaz in Erscheinung und steuert Backing Vocals für das Stück bei. Tatsächlich bestätigt Gallagher 2019 in einem Interview mit BBC Two, dass er und Albarn sich angefreundet hätten. „Er ist fantastisch im Studio“, lobt Albarn seinen ehemaligen Erzrivalen Gallagher. „Es ist schön, wenn man sieht, wie jemand seine Arbeit macht. Er ist großartig.“

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Zeitsprung: Am 11.4.1994 veröffentlichen Oasis ihre erste Single „Supersonic“.

Popkultur

Brennende Betten, brennender Tommy und ein verhedderter Fallschirm: 5 Anekdoten, die nur aus dem Leben von Tommy Lee stammen können

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Tommy Lee
Foto: Emma McIntyre/Getty Images for SiriusXM

Nur fünf Anekdoten aus dem Leben von Tommy Lee? Es gäbe wahrscheinlich mindestens 5.000 zu erzählen. Diese finden wir besonders unterhaltsam, tragisch oder schockierend.

Hier könnt ihr euch Andro von Tommy Lee anhören:

1. Als er auf der Girls, Girls, Girls-Tour einen Drogendealer hinter sich herfahren ließ.

Über die Drogeneskapaden von Mötley Crüe wurde schon so viel geschrieben, dass es nahezu unmöglich ist, noch eine neue Geschichte aufzustöbern. Wir haben uns deshalb für eine der unterhaltsamsten entschieden. „Die Girls, Girls, Girls-Tour von 1987 gehört zu den geilsten Erlebnissen meines Lebens“, erzählt Schlagzeuger Tommy Lee im Interview mit dem britischen Guardian. „Zumindest glaube ich das, denn ich erinnere mich an nichts, außer an jede Menge verschwommenen Wahnsinn. Wir hatten einen mächtig großen Jet, endlos viel Kohle und konnten machen, was immer wir wollten.“

Spätestens seit der Mötley-Crüe-Bandbiografie The Dirt wissen wir alle: Egal, welche Ausschweifungen man sich so ausmalt … Tommy Lee und Co. setzen immer noch einen drauf. „Eine Zeit lang hatten wir sogar unseren eigenen Drogendealer, der in einem Luxus-Oldtimer hinter unserem Tourbus hergefahren ist“, berichtet Lee weiter. „Auf seinem Kennzeichen stand: DEALER. Wann immer wir aus dem Bus ausgestiegen sind, ist er mit seiner diamantbesetzten Rolex, seinen Goldketten und ein paar Bitches in jedem Arm aufgetaucht und hat der Band und der Crew ganze Bündel voller Koks zugeworfen. Er war der pimphafteste Dealer aller Zeiten und hatte immer seinen Partyhut auf.“ Doch die Plattenfirma von Mötley Crüe bekommt kalte Füße. Schließlich könnte die Polizei bei einem auffällig gekleideten Drogendealer in einem Luxusauto mit dem Kennzeichen „DEALER“ stutzig werden. Die Band muss sich von ihrem hauseigenen Rauschmittelhändler verabschieden. In Versorgungsnot geraten die Musiker während der Tour aber wohl trotzdem nicht.

2. Als er mit einer Leuchtfackel in einem Hotelzimmer herumspielte und das Bett in Brand steckte.

In den Siebzigern und Achtzigern gehört das Zerstören von Hotelzimmern für viele Rockstars schlicht und ergreifend dazu. Das gilt (natürlich) auch für Mötley Crüe. Als die Band 1986 durch die Schweiz tourt, nimmt sie ihren Auftrag durchaus ernst. Nicht nur, dass Schlagzeuger Tommy Lee und Frontmann Vince Neil in ihrem Hotelzimmer ein paar Leuchtfackeln anzünden. Nein, das Duo Infernale steckt damit auch gleich das Bett in Brand. Als wäre das nicht genug, zerstört die Band im gleichen Hotel auch noch die Glasfenster der Aufzüge.

3. Als sich sein Fallschirm beinahe nicht geöffnet hätte.

Sein Leben hat Tommy Lee im Lauf der Jahrzehnte immer wieder aufs Spiel gesetzt. Doch mit einem Vorkommnis hat er wohl selbst nicht gerechnet. So verrät er im Interview mit dem britischen Classic Rock Magazine die gefährlichste Situation, in der er sich je befand: „Das ist etwas, was du nicht hören willst, wenn du gerade einen Fallschirmsprung machst“, steigt er in die Erzählung ein. „Ich mache gerade einen Tandemsprung, bin an einen Lehrer geschnallt, er ist mit dem Fallschirm auf meinem Rücken und höre: ‚Oh, fuck!‘ Ich schaue nach oben und der Fallschirm hat sich verheddert. Er zerrt daran und kämpft mit den Seilen und ich denke: ‚Das war’s, ich bin am Arsch, es ist vorbei.‘ Aber dann hatte ich eine spirituelle Erfahrung und dachte: ‚Ich kann nichts tun. Ich werde den freien Fall einfach genießen, bis ich auf dem Boden aufschlage.’ Als ich gerade losgelassen hatte, ging der Fallschirm auf einmal auf. Nicht cool.“

4. Als er sich in Wyoming an der Pyrotechnik verbrannte.

Am 12. Oktober 2005 spielen Mötley Crüe im Casper Events Center (heute: Ford Wyoming Center) — und dabei geht einiges schief. Laut Ultimate Classic Rock habe sich Tommy Lee an jenem Abend an einem Seil zwischen verschiedenen Drumsets hin und her geschwungen, wobei er in einen Funkenregen geraten sei. Dabei habe er „oberflächliche Verbrennungen and seinen Armen und im Gesicht erlitten“ und versucht, die Show noch zu Ende zu bringen. Doch man habe auf Nummer sicher gehen wollen, wie Mötley-Crüe-Frontmann Vince Neil im Interview mit People verrät: „Er sah nicht gut aus, als die Sanitäter ihn hinter der Bühne behandelt haben, also haben wir uns dazu entschieden, ihn ins Krankenhaus zu schicken.“ Zum Glück sehen die Verbrennungen schlimmer aus als sie sind: Schon zwei Tage später sitzt Lee in Bismarck (North Dakota) wieder am Schlagzeug.

5. Als er ein Dickpic in den sozialen Medien postete.

Als hätte nicht sowieso schon ein ungleich großer Teil der Weltbevölkerung Tommy Lees Penis gesehen, musste der Schlagzeuger am 11. August 2022 noch einen draufsetzen — und postete in den Social Media ein Foto von seinem Gemächt. „Vor einigen Wochen hatten wir eine etwa zweiwöchige Tourpause“, erklärt der Trommler das Dickpic später im Rahmen eines Konzerts. „Und ich habe mich abgeschossen, Alter. Mich volllaufen lassen. Ich war so voll, dass ich mich ausgezogen und Bilder von meinem Schwanz gepostet habe. Dabei bin ich eigentlich ein Mann der Brüste. Ich sehe gerne Brüste. Aber ich dachte: Das ist die Nacht der gleichen Möglichkeiten. Ich wollte in dieser Nacht jedermanns Ding sehen. Komm schon, hol deinen Schwengel raus!“ Ah ja … Bei Facebook und Instagram wurde das Foto schon längst wieder gelöscht. Bei Twitter kann man sich Lees gesamte Herrlichkeit noch immer anschauen. Haben wir gehört.

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Tommy Lee: Mötley-Crüe-Drummer zieht jetzt auf Only Fans blank

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Popkultur

5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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Für alle Insider*innen, jahrzehntelangen Fans, Neugierigen und Einsteiger*innen: Hier nehmen wir uns mal ein paar Minuten Zeit und präsentieren euch fünf Geschichten, Anekdoten oder Fun Facts zu einem Genre, einer Band oder einem/r Künstler*in. Einfach, weil das Leben witzigere, unglaublichere und interessantere Geschichten schreibt, als jede*r Autor*in jemals könnte.

In dieser Woche dreht sich alles um den 3. Oktober 1990, jenen Tag, an dem aus West und Ost wieder ein gemeinsames Deutschland wurde. Knapp ein Jahr zuvor, am 9. November 1989, war die innerdeutsche Mauer gefallen. Ein Ereignis, das auch in der Musik stattfand. Wir liefern fünf Wahrheiten über den Sound der deutschen Einheit.

1. Pink Floyd und die wahrgewordene Utopie

Noch im Juli meinte Roger Waters von Pink Floyd, dass es nur einen einzigen Anlass geben würde, aus dem er das bandeigene Riesenspektakel The Wall noch einmal inszenieren würde – und zwar den Fall der Berliner Mauer. Waters sah dieses Ereignis in so weiter Ferne, dass er sogar in Erwägung zog, dafür seinen Ex-Bandkollegen David Gilmour mit auf die Bühne zu holen. Knapp vier Monate später fiel die Mauer tatsächlich und im Juli 1990 wurde Waters Gedankenspiel Realität: The Wall wurde am Potsdamer Platz noch einmal aufgeführt – zwar ohne David Gilmour, aber dafür mit vielen Auftritten anderer Stars.

2. Der Boss in Ostberlin

Auftritte von westlichen Künstler*innen in der DDR waren rar gesät. 1988 etwa trat Bruce Springsteen in Ostberlin auf. Weil der SED-Zentralrat das Konzert als gute Möglichkeit der massenpolitischen Arbeit der FDJ ansah, wurde Bruce Springsteen eine Auftrittsgenehmigung für die DDR erteilt. Rund 200.000 Bewunder*innen des Bosses kamen zur Radrennbahn Weißensee, wo Springsteen seinem Wunsch Ausdruck verlieh, dass eines Tages alle Barrieren abgerissen werden sollen. Der Satz wurde aus der Übertragung des Konzertes geschnitten – änderte aber nichts daran, dass sein Wunsch gut anderthalb Jahre später Wirklichkeit wurde.

3. Das David-Hasselhoff-Gate

Auch gut 30 Jahre nach dem Mauerfall hält sich das Gerücht wacker, David Haselhoff sei mitverantwortlich für dieses geschichtliche Großereignis, da er wenige Wochen nach der Maueröffnung dort seinen Hit Looking for Freedom sang und sich Menschen aus West- und Ostdeutschland dazu in den Armen lagen. Aber: weit gefehlt. „Ich hatte nie etwas damit zu tun und habe das auch nie gesagt. Niemals“, äußerte sich der Baywatch-Star unlängst gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

4. Das Eigenleben von Freiheit

Wer an Musik und Mauerfall denkt, hat sicherlich auch Freiheit von Marius Müller-Westernhagen im Sinn. Aber: Nicht nur, dass MMW den Song schon drei Jahre vor dem Mauerfall schrieb, nein, er hatte den Fall der Mauer nicht Mal im Sinn. Die Live-Version von Freiheit entwickelte vor dem Hintergrund des Mauerfalls allerdings ein Eigenleben und wurde zur Hymne des Herbstes. „Freiheit zeigt, dass künstlerische Produkte ein Eigenleben annehmen können. Wenn es in diesem Fall dazu gedient hat, dass der Song Menschen Kraft und Hoffnung gegeben hat, ist das ein glücklicher Umstand, der mich natürlich sehr freut“, sagte Marius Müller-Westernhagen gegenüber der TZ.

5. Wind Of Change ist ein rechtlich geschützter Begriff

Klar, Wind Of Change gilt unangefochten als die Hyme der Wende schlechthin. „Mein Gedanke war: Die ganze Welt in einem Boot und alle sprechen eine Sprache – Musik. Im September entstand Wind Of Change in Deutschland und im November fiel die Berliner Mauer. Der Song drückte ein Gefühl der Hoffnung aus, dass wir alle in der Zukunft in einer friedlicheren Welt leben können“, erklärte Klaus Meine mal gegenüber dem Fernsehsender VOX. Der Song machte die Scorpions binnen kürzester Zeit zu Weltstars. Nur logisch, dass Klaus Meine und Rudolf Schenker seitdem Inhaber der Wortmarke Wind Of Change sind.

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10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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Popkultur

10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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Foto: Sean Gallup/Getty Images

Am 3. Oktober 1990 war es offiziell: West- und Ost-Deutschland gehören wieder zusammen, die Berliner Mauer fiel schon ein Jahr vorher, der Eiserne Vorhang begann sich nach und nach zu lüften. Wir schauen zurück auf dieses historische Ereignis mit Songs, die damals und in der folgenden Zeit zum Soundtrack des wiedervereinigten Deutschlands wurden.

1. Scorpions – Wind Of Change

Los geht’s mit offensichtlichsten Song: Die sogenannte „Hymne der Wende“ ist auf jeden Fall der kitschigste, aber auch emotionalste und bekannteste Klassiker, den Mauerfall und Wiedervereinigung im Nachhinein hervorgebracht haben. Ein Jahr nach der Maueröffnung und kurz nach dem Zusammenschluss von BRD und DDR war Wind Of Change mit seinem Plädoyer für das Ende der Ost-West-Trennung die perfekte musikalische Untermalung für das, was gerade vor sich ging. So schreibt man Geschichte mit.

2. Westernhagen – Freiheit

Auch wenn dieser Song schon ein paar Jahre vorher veröffentlicht wurde, ist er ganz fest mit der deutschen Einheit verknüpft. Natürlich wegen des programmatischen Titels. Aber auch weil Westernhagen einer der vielen Künstler*innen war, die beim „Konzert für Berlin“ in der Deutschlandhalle auftraten, ein paar Tage nach dem Fall der Mauer. Dass Freiheit in diesem Setting eine extrem emotionale Rolle zukam, versteht sich von selbst.

3. Udo Lindenberg – Horizont

Allerallerspätestens mit dem Musical Hinterm Horizont ist Udo Lindenberg zu einer Galionsfigur für das geteilte Berlin und die Menschen geworden, die trotz aller gemauerten Widerstände zusammen sein wollten. Horizont ist die Liebesballade, die im Zentrum des Musicals steht. Und obwohl Sonderzug nach Pankow die politisch stärkere Hymne ist, berührt einen Horizont doch ein wenig mehr.

4. Die Prinzen – Millionär

Mauer weg, Invasion der Ossis. Für viele Westdeutsche (und natürlich auch ehemalige DDR-Bürger*innen) war die Wiedervereinigung eine mindestens zweischneidige Sache. Auch musikalisch war das Land jetzt vereint, und Die Prinzen wurden zu den ersten neuen gesamtdeutschen Popstars. Millionär war ihr erster putziger Hit.

5. WestBam / Dr. Motte – Sunshine

Techno und House gelten als inoffizieller Soundtrack der Wende – zumindest in Berlin. Mauerfall und Wiedervereinigung fielen eher zufällig mit dem Aufkommen der neuen Jugendkultur zusammen, aber es hätte nicht besser passen können: Auf großen Raves, in neuen Clubs und Events wie der Loveparade feierte Berlin seine neue Zusammengehörigkeit, mit einer Musik, die sich nicht um Ost oder West schert. Dr. Motte und Westbam waren zwei der damaligen Protagonisten, die regelmäßig neue Hymnen für die „ravende Gesellschaft“ produzierte.

6. Tocotronic – Aber hier leben, nein danke

Das neue Deutschland, genau so wie die zwei alten, war für viele nicht unbedingt etwas, mit dem man sich identifizieren konnte oder wollte. Egal, welche politische Meinung man hier hat – besonders die Deutschland-Kritiker*innen aus dem linken Spektrum haben ihre Vorbehalte immer in tolle Musik verpackt. So wie Tocotronic hier. Zwar ist der Titel ziemlich eindeutig, der Text allerdings sehr kryptisch und der Song unglaublich gut.

7. Slime – Deutschland

Andere waren da schon deutlicher: Dieser deutsche Punk-Klassiker stammt zwar aus den 80ern, ist aber bis heute ein Dauerbrenner. Vor allem wenn es darum geht, unserem Land auch mal die Meinung zu geigen. Das muss es schließlich aushalten.

8. Rocko Schamoni – Mauern

Und auch hier muss man ein bisschen ironische Skills mitbringen: Denn unser liebster Hamburger Lebenskünstler Rocko Schamoni empfiehlt bei zu viel sozialen Spannungen, einfach eine Mauer zu bauen. Kennt man ja. Aber ist natürlich auch nicht ganz so ernst gemeint. Die Satire-Partei Die Partei tut allerdings sehr überzeugend so, als würde sie ihre radikalen Forderungen ernst meinen – zum Beispiel, tatsächlich wieder eine Mauer in Deutschland zu errichten. Natürlich wurde Schamonis Song zur ihrer Wahlkampf-Hymne.

9. Pink Floyd – Another Brick In The Wall, Pt. 2

Auch dieser Rock-Klassiker handelt von einer Mauer, aber nur im übertragenen Sinne von der Berliner. Seit Pink Floyd 1988 aber ein Konzert direkt an der Mauer gespielt haben, ist der Song wie der gleich folgende untrennbar mit der Wiedervereinigung verknüpft.

10. David Hasselhoff – Looking For Freedom

Ein bisschen Spaß muss sein, ne? Denn in Expertenkreisen weiß man, dass es vor allem The Hoff war, die die Mauer zu Fall brachte. Looking For Freedom muss man heute schon mit sehr viel Augenzwinkern hören, doch damals war es ein Mega-Hit. Und wenn man sich die Begeisterung bei Hasselhoffs Mauer-Auftritt im Jahr 1989 ansieht, dann kann man schon verstehen, wieso The Hoff so von seiner historischen Leistung überzeugt ist.

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5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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