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Popkultur

Wie ein Gedicht: Diese Rock-Songs basieren auf Literaturklassikern.

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Foto: Fin Costello/Redferns/Getty images

Rockstars lesen nicht und hängen lieber trinkend, sündigend und kettenrauchend an den Tresen der Welt rum? Na ja, zumindest nicht nur: Wie diese sieben prominenten Beispiele unter Beweis stellen, sind große Klassiker der Literaturgeschichte erstaunlich oft ein Quell der Inspiration für große Klassiker der Musikgeschichte.

von Björn Springorum

Jefferson Airplane – White Rabbit

Das vielleicht prominenteste Beispiel der rockigen Literaturvertonung haben wir Jefferson Airplane zu verdanken. Ihr White Rabbit greift die versponnen-surreale Aura des Lewis-Carroll-Klassikers Alice im Wunderland ganz ausgezeichnet auf. Überhaupt ist das wegweisende Kinderbuch ein Füllhorn der Inspiration für die LSD-Jünger*innen und Erleuchtungsgurus der Siebziger. Auch Grace Slick, die unübertroffene Ikone der psychedelischen Musik, hat die Idee zu diesem Song, als sie, sagen wir, lysergisch unterwegs ist. Schon klar, nehmt keine Drogen und all das. In diesem Fall können wir aber sehr dankbar darüber sein.

 The Rolling Stones – Sympathy For The Devil

Mikhail Bulgakovs absurder Geniestreich Der Meister und Margarita ist ohne Frage eines der besten Bücher der Welt. Und der davon inspirierte Stones-Song nicht minder ein Klassiker seiner Zunft. Doch die Glimmer Twins in allen Ehren: Es ist Jaggers damalige Freundin Marianne Faithful, die ihm das Buch gibt, und Richards Partnerin Anita Pallenberg, die das charakteristische „woo-woo“ im Song beisteuert. Well done, girls!

 

Metallica – For Whom The Bell Tolls

Romane über die Gräuel des Krieges haben es Metallica anscheinend angetan. Erst widmen sie sich im For Whom The Bell Tolls dem gleichnamigen Buch von Ernest Hemingway über einen US-amerikanischen Soldaten, der eine besetzte Brücke einnehmen soll. Und wenige Jahre später lassen sie sich für One vom Roman Johnny zieht in den Krieg und dessen gleichnamiger Verfilmung zu verstörenden Bildern und Worten inspirieren.

The Cure – Charlotte Sometimes

Das Kinderbuch Charlotte Sometimes von Penelope Farmer über eine aufgeweckte Zeitreisende gilt als Lieblingsbuch von Robert Smith. 1981 verewigt er diese Vorliebe im gleichnamigen Song – nicht der letzte Kunstschaffende, der aus seiner Vorliebe für Kinder- und Jugendliteratur keinen Hehl macht.

U2 – Shadows And Tall Trees

Et voila, hier haben wir gleich den nächsten großen Künstler mit einem stark ausgeprägten Nostalgiebefinden. Shadows And Tall Trees, einer der ersten U2-Songs überhaupt, ist zugleich das siebte Kapitel in William Goldings düsterer Dystopie Der Herr der Fliegen.

Led Zeppelin – Ramble On

Die Liste an Bands, die von Tolkiens Mittelerde kreativ befeuert wurden, könnte eine ganze Enzyklopädie füllen. Eine der ersten ist jedenfalls Led Zeppelin. Die besingen den fantastischen Kosmos des Literaturprofessors aus Oxford schon 1969 in Ramble On und zitieren auch später fleißig aus seinen Werken. Direkt davon beeinflusst zeigen sich Rush, die ihrem Klassiker Fly By Night (1975) den Song Rivendell über die verborgene Heimat der Elben hinzufügen. Rund zehn Jahre später treten dann Blind Guardian auf den Plan, die den Welten Tolkiens bis heute immer wieder verfallen.

Iron Maiden – Rime Of The Ancient Mariner

Besonders historisch belesen zeigen sich mal wieder Iron Maiden. Fast 14 epische Minuten lang ist ihre Verbeugung vor The Rime Of The Ancient Mariner, einer unvergleichlichen Ballade des Schriftstellers Samuel Taylor Coleridge von 1798. Na ja, wir wussten es ja schon immer: Maiden bildet!

Entgegen aller Erwartungen: Diese Musiker*innen ließen sich durch nichts aufhalten

 

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