Join us

Popkultur

Freddie Mercury in Bildern: Eine Evolutionsgeschichte mit den wichtigsten Looks des Queen-Frontmanns

Published on

Foto: Queen Productions Ltd

Bekannt für seine extravaganten Looks und seine eindrucksvolle Bühnenpräsenz, gilt Freddie Mercury längst als einer der größten Entertainer des 20. Jahrhunderts. Die folgende Bildergalerie zeichnet chronologisch nach, wie aus dem eher schüchternen Teenager die ultimative Rock-Ikone werden konnte: Ein Superstar, in dessen Garderobe man ein paar der legendärsten Bühnenoutfits aller Zeiten finden konnte…

von Martin Chilton

Hier könnt ihr euch einige der besten Songs von Freddie Mercury anhören:

Der schüchterne Youngster

Auch wenn sich der eher introvertierte Junge namens Farrokh Bulsara schließlich in den globalen Superstar Freddie Mercury verwandeln sollte, vergaß der Sänger nie sein früheres, eher zurückhaltendes Ich, das sich während des Heranwachsens mit den üblichen Unsicherheiten herumgeschlagen hatte. „Unter alldem bin ich ja immer noch ziemlich schüchtern“, gestand er einmal. „Kaum jemand weiß, wie ich in Wirklichkeit bin. Ich mag auch nicht, wie meine Zähne vorstehen.“

Photo courtesy of Kashmira Bulsara

Der Klavierschüler

Während der Internatszeit wurde die Musik zu einem wichtigen Ventil für Mercury – was schließlich sein ganzes Leben verändern sollte. „Ich hatte Klavierstunden in der Schule, und mir machte das richtig Spaß. Dabei war’s ehrlich gesagt die Idee meiner Mutter gewesen“, so Mercury. „Sie sorgte dafür, dass ich weitermachte und es bis zum vierten Prüfungsgrad in Praxis und Theorie schaffte. Anfangs machte ich tatsächlich nur weiter, weil es ihr so wichtig war, aber dann fing ich selbst Feuer, mir gefiel das Spielen immer besser. Eigentlich spiele ich immer nach Gehör, weil ich gar nicht vom Blatt spielen kann. Singen mochte ich schon immer. Früher habe ich viele Sachen mitgesungen, und so entwickelte sich das alles…“

Photo courtesy of Kashmira Bulsara

Die Kunsthochschule

Auch wenn Freddie Mercury schon kurz nach seinem Abschluss am Ealing Art College wusste, dass eine Karriere als Grafikdesigner nicht der richtige Weg für ihn war, sollte sich der künstlerische Background später als vorteilhaft für seine Musikerlaufbahn entpuppen. „Auf der Kunsthochschule lernt man unter anderem, wie wichtig es ist, modebewusst zu sein. Immer einen Schritt voraus zu sein“, so Mercury, der immer wieder betont hat, wie wichtig das Erscheinungsbild und ihr Look waren, als er zusammen mit Brian May, Roger Taylor und John Deacon in den frühen Siebzigern Queen gründete. „Das Kernkonzept der Band bestand darin, majestätisch und imposant aufzutreten. Glamour war ein Teil von uns, und wir wollten uns wie Dandys geben. Wir wollten die Leute schockieren, etwas Haarsträubendes machen.“

Photo courtesy of Kashmira Bulsara

Der weiße „Hochzeitskleid-Umhang“

Mercury sagte klipp und klar, dass „Queen nie andere imitiert haben“, was ihre Looks anging, und auch ihr Hang zum Glam-Rock war von Anfang an kaum zu übersehen. Der Sänger hatte zuvor mit seiner Freundin Mary Austin einen kleinen Mode-Shop im Kensington Market betrieben, und so war sein Modegeschmack nicht nur sehr ausgeprägt, sondern auch klar definiert. 1974 traf er sich dann mit der Designerin Zandra Rhodes, deren Entwürfe ihn zu der Zeit faszinierten: Allen voran ein Umhang aus schwerer elfenbeinfarbener Seide, der mit einem bestickten Leibchen und überdimensionalen Ärmeln ausgestattet war. „Eigentlich war’s das Oberteil von einem Hochzeitskleid, das ich entworfen hatte“, kommentierte Rhodes später. Darauf basierend schuf sie das weiße Satin-Bühnenoutfit, das Mercury in jenem Jahr tragen sollte. Fast ein halbes Jahrhundert später schuf Rhodes ein zweites Exemplar von diesem Outfit: Für den Kinofilm Bohemian Rhapsody, in dem Rami Malek das außergewöhnliche Stück tragen durfte.

Foto: Queen Productions Ltd

Fernöstliche Looks

„Ich habe es jedes Mal geliebt, in Japan auf Tour zu sein – besonders die ganzen Geisha-Mädels da… und die Geisha-Jungs. Ich liebe es dort einfach: Die Lebensweise, die Menschen, die Kunst“, sagte Mercury. Als Queen 1976 im Nippon Budokan in Tokio auftraten, präsentierte sich der Frontmann in einem traditionellen Kimono.

Foto: Queen Productions Ltd

Der Kurze-Hosen-Look

Freddie Mercury war nie der Typ, der sich selbst zu ernst genommen hätte. Erkennbar unter anderem in einem Look von 1976: rotweiß gestreifte, hautenge Shorts, die von passenden Hosenträgern gehalten wurden. „Wenn es eine Sache gibt, die mich immer weitermachen lässt, dann folgendes: Dass ich mich gerne über mich selbst lustig mache. Wären wir hingegen eine Band, die politische Ansagen macht, würde ich anders damit umgehen. Aber so kann ich lächerliche Shorts auf der Bühne tragen und das alles ruhig ein bisschen übertreiben“, so Mercury.

Foto: Queen Productions Ltd

Der Pailletten-Jumpsuit

Der Ganzkörper-Bodysuit wurde in den Siebzigern gewissermaßen zum Markenzeichen des Sängers – inklusive einem Modell im schwarzweißen Harlekin-Look, das dermaßen weit ausgeschnitten war, dass man seine gesamte Brust sehen konnte. Noch bekannter ist nur der ärmellose Bodysuit aus silbernen Pailletten. Der langärmlige Turnanzug tauchte erstmals während der Europatournee im Mai 1977 auf, während die rote Kurzbein-Variante im April des Folgejahres auf weiteren europäischen Bühnen zu sehen war. Doch gerade der silberne Paillettenanzug (in Kombination mit einer Maske) zeigte, wie ausgeprägt Mercurys Hang zur Theatralik war – was die Fans auch Abend für Abend live auf der Bühne erleben konnten. 1979 übernahm er daher auch die Hauptrolle in einer Zusammenarbeit mit dem Royal Ballet.

Lady Gaga, die bekanntermaßen auch selbst gerne in paillettenbesetzten Jumpsuits auftritt, zählt Queen ganz klar zu ihren größten Vorbildern: Sie habe diese Band „absolut verehrt“, sagte sie einst. Auch mit den ikonischen Looks von Mr. Mercury habe sie sich intensiv befasst. Einmal sagte Gaga sogar, sie hoffe, „dass Freddie Mercury mich toll gefunden hätte“.

Foto: Queen Productions Ltd

Der gestreifte Ballettanzug

Ein ähnlich großer Fan von Queen ist auch Justin Hawkins von The Darkness: Er ließ sich sogar die Gesichter der Bandmitglieder auf seine Hände tätowieren. Um sich vor den legendären Looks seines Vorbilds zu verneigen, ist auch Hawkins schon mal in einem Outfit aufgetreten, das man, wenn auch noch enger anliegend, ganz ähnlich von Mercury kennt: den gestreiften, hautengen Ballettanzug. „Was ihr hier zu sehen bekommt, ist auch eigentlich gar kein Konzert“, sagte Mercury einmal über die Shows von Queen. „Es ist eine Fashion-Show.“

Foto: Queen Productions Ltd

Die Lederphase

In den späten Siebzigern trug Mercury dann häufig Leder, beispielsweise rote Lederhosen. Sein wohl berühmtestes Lederoutfit stammt aus einem Video, mit dem seine Band die britische TV-Serie Coronation Street parodierte. Als Frau verkleidet – schwarzer Lederminirock, Netzstrümpfe, pinkfarbene Ohrringe, schwarze Kurzhaarperücke, dazu ein Strickoberteil (pink) und Heels –, konnte man dem schnauzbärtigen Mercury beim Staubsaugen zusehen. Im Jahr 1984 waren derartige Bilder, mit denen Queen ihre Single I Want To Break Free präsentierten, locker ausreichend, um eine kontroverse Diskussion auszulösen. „Das Image, das ich da rüberbringe, ist keineswegs geplant oder so; es ist einfach etwas, das sich mit den Jahren so entwickelt hat“, sagte Mercury. „So bin, so lebe ich nun mal. Es ist echt, also kein bisschen gewollt. Für mich fühlt es sich wie ein ganz natürlicher Teil meines Lebens an. Ich lege es nicht drauf an, etwas Kontroverses zu machen, überhaupt nicht! Aber was viele Menschen ungeheuerlich finden, ist für mich ehrlich gesagt ziemlich normal.“

Foto: Queen Productions Ltd

Fast schon casual beim Live Aid-Konzert

Als Mercury schließlich die ganze Welt mit seiner Performance beim Live Aid-Konzert verblüffte, sah er wiederum ganz anders aus: Die langen Haare, die man aus den Siebzigern kannte, waren längst Geschichte. Jetzt war es das trägerlose weiße Shirt – dazu weiße Jeans, ein besetzter Gürtel, ein metallischer Armreif. Das war der neue Style, mit dem er das alte Wembley-Stadion binnen weniger Minuten zum Kochen brachte.

Foto: Queen Productions Ltd

Die gelbe Militärjacke

Das grelle Gelb seiner im Stil einer Militäruniform gehaltenen Jacke, ausgestattet mit reichlich goldenen Schnallen, Ösen und Zierstreifen, war erstmals während der Magic Tour im Jahr 1986 zu bewundern, in deren Rahmen Queen abermals im Wembley-Stadion vorbeischauten. Verantwortlich für das gute Stück war die befreundete Kostümdesignerin Diana Moseley, die sich wiederum von Opernkostümen aus Spanien hatte inspirieren lassen. Freddie Mercury trug dazu weiße Hosen mit zwei roten Streifen, zwischen denen noch ein goldenes Band verlief. „Ich donnere mich schon richtig auf, aber mit Stil“, so Freddie.

Foto: Queen Productions Ltd

Ohne Bart: The Great Pretender

In den späteren Achtzigern wurde Mercury auch als Solokünstler aktiv. Während er mit Mr. Bad Guy ein musikalisches Zeichen im Alleingang setzte, bewies der Sänger obendrein, dass er nach wie vor am liebsten über sich selbst lachte: Im Video zur Single The Great Pretender – zu Deutsch etwa: Der große Heuchler – parodierte er 1987 gleich eine ganze Reihe von Looks und Styles aus den unterschiedlichen Phasen mit Queen. Die Regie führte David Mallet, und auffällig war auch: Mercury war hier ausnahmsweise glattrasiert.

Foto: Mercury Songs Ltd

Freddie ganz formal

In den letzten Jahren vor seinem Tod floss seine ganze kreative Energie in musikalische Neuerungen – zu hören unter anderem im grandiosen Duett mit der erst 2018 verstorbenen Opernlegende Montserrat Caballé. Während der Arbeit mit der spanischen Sängerin zeigte Mercury sich in einem stylischen Smoking, inklusive schwarzer Fliege. Für ihn sei es überhaupt das erste Mal, dass er in derart formaler Kleidung auftrete, so Mercury. Tatsächlich hatte er sich damit ganz schön weit entfernt von den engen Shorts, den Lederhosen und Jumpsuits aus den Anfangstagen seiner Karriere.

Foto: Mercury Songs Ltd

Das neue Never Boring-Boxset vereint neben drei CDs, einer Blu-ray und einer DVD auch ein 120 Seiten starkes Hardcover-Buch, in dem neben vielen bislang unveröffentlichten Fotos des Sängers auch ausgewählte Zitate aus dem neuen Buch Freddie Mercury: A Life, In His Own Words abgedruckt sind.

„Ich fühlte mich Freddie wirklich verbunden“: Künstler Jack Coulter über die Arbeit an seinem „Mr. Bad Guy“-Gemälde

Latest Music News

Don't Miss