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Popkultur

Freddie Mercury in Bildern: Sein Leben und seine wichtigsten Looks

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Freddie Mercury
Foto: Queen Productions Ltd

Bekannt für seine extravaganten Looks und seine eindrucksvolle Bühnenpräsenz, gilt Freddie Mercury längst als einer der größten Entertainer des 20. Jahrhunderts. Die folgende Bildergalerie zeichnet chronologisch nach, wie aus dem eher schüchternen Teenager die ultimative Rock-Ikone werden konnte: Ein Superstar, in dessen Garderobe man ein paar der legendärsten Bühnenoutfits aller Zeiten finden konnte…

von Martin Chilton

Hier könnt ihr euch die besten Songs von Freddie Mercury anhören:

Der schüchterne Youngster

Auch wenn sich der eher introvertierte Junge namens Farrokh Bulsara schließlich in den globalen Superstar Freddie Mercury verwandeln sollte, vergaß der Sänger nie sein früheres, eher zurückhaltendes Ich, das sich während des Heranwachsens mit den üblichen Unsicherheiten herumgeschlagen hatte. „Unter alldem bin ich ja immer noch ziemlich schüchtern“, gestand er einmal. „Kaum jemand weiß, wie ich in Wirklichkeit bin. Ich mag auch nicht, wie meine Zähne vorstehen.“

Photo courtesy of Kashmira Bulsara

Der Klavierschüler

Während der Internatszeit wurde die Musik zu einem wichtigen Ventil für Mercury – was schließlich sein ganzes Leben verändern sollte. „Ich hatte Klavierstunden in der Schule, und mir machte das richtig Spaß. Dabei war’s ehrlich gesagt die Idee meiner Mutter gewesen“, so Mercury. „Sie sorgte dafür, dass ich weitermachte und es bis zum vierten Prüfungsgrad in Praxis und Theorie schaffte. Anfangs machte ich tatsächlich nur weiter, weil es ihr so wichtig war, aber dann fing ich selbst Feuer, mir gefiel das Spielen immer besser. Eigentlich spiele ich immer nach Gehör, weil ich gar nicht vom Blatt spielen kann. Singen mochte ich schon immer. Früher habe ich viele Sachen mitgesungen, und so entwickelte sich das alles…“

Photo courtesy of Kashmira Bulsara

Die Kunsthochschule

Auch wenn Freddie Mercury schon kurz nach seinem Abschluss am Ealing Art College wusste, dass eine Karriere als Grafikdesigner nicht der richtige Weg für ihn war, sollte sich der künstlerische Background später als vorteilhaft für seine Musikerlaufbahn entpuppen. „Auf der Kunsthochschule lernt man unter anderem, wie wichtig es ist, modebewusst zu sein. Immer einen Schritt voraus zu sein“, so Mercury, der immer wieder betont hat, wie wichtig das Erscheinungsbild und ihr Look waren, als er zusammen mit Brian May, Roger Taylor und John Deacon in den frühen Siebzigern Queen gründete. „Das Kernkonzept der Band bestand darin, majestätisch und imposant aufzutreten. Glamour war ein Teil von uns, und wir wollten uns wie Dandys geben. Wir wollten die Leute schockieren, etwas Haarsträubendes machen.“

Photo courtesy of Kashmira Bulsara

Der weiße „Hochzeitskleid-Umhang“

Mercury sagte klipp und klar, dass „Queen nie andere imitiert haben“, was ihre Looks anging, und auch ihr Hang zum Glam-Rock war von Anfang an kaum zu übersehen. Der Sänger hatte zuvor mit seiner Freundin Mary Austin einen kleinen Mode-Shop im Kensington Market betrieben, und so war sein Modegeschmack nicht nur sehr ausgeprägt, sondern auch klar definiert. 1974 traf er sich dann mit der Designerin Zandra Rhodes, deren Entwürfe ihn zu der Zeit faszinierten: Allen voran ein Umhang aus schwerer elfenbeinfarbener Seide, der mit einem bestickten Leibchen und überdimensionalen Ärmeln ausgestattet war. „Eigentlich war’s das Oberteil von einem Hochzeitskleid, das ich entworfen hatte“, kommentierte Rhodes später. Darauf basierend schuf sie das weiße Satin-Bühnenoutfit, das Mercury in jenem Jahr tragen sollte. Fast ein halbes Jahrhundert später schuf Rhodes ein zweites Exemplar von diesem Outfit: Für den Kinofilm Bohemian Rhapsody, in dem Rami Malek das außergewöhnliche Stück tragen durfte.

Foto: Queen Productions Ltd

Fernöstliche Looks

„Ich habe es jedes Mal geliebt, in Japan auf Tour zu sein – besonders die ganzen Geisha-Mädels da… und die Geisha-Jungs. Ich liebe es dort einfach: Die Lebensweise, die Menschen, die Kunst“, sagte Mercury. Als Queen 1976 im Nippon Budokan in Tokio auftraten, präsentierte sich der Frontmann in einem traditionellen Kimono.

Foto: Queen Productions Ltd

Der Kurze-Hosen-Look

Freddie Mercury war nie der Typ, der sich selbst zu ernst genommen hätte. Erkennbar unter anderem in einem Look von 1976: rotweiß gestreifte, hautenge Shorts, die von passenden Hosenträgern gehalten wurden. „Wenn es eine Sache gibt, die mich immer weitermachen lässt, dann folgendes: Dass ich mich gerne über mich selbst lustig mache. Wären wir hingegen eine Band, die politische Ansagen macht, würde ich anders damit umgehen. Aber so kann ich lächerliche Shorts auf der Bühne tragen und das alles ruhig ein bisschen übertreiben“, so Mercury.

Foto: Queen Productions Ltd

Der Pailletten-Jumpsuit

Der Ganzkörper-Bodysuit wurde in den Siebzigern gewissermaßen zum Markenzeichen des Sängers – inklusive einem Modell im schwarzweißen Harlekin-Look, das dermaßen weit ausgeschnitten war, dass man seine gesamte Brust sehen konnte. Noch bekannter ist nur der ärmellose Bodysuit aus silbernen Pailletten. Der langärmlige Turnanzug tauchte erstmals während der Europatournee im Mai 1977 auf, während die rote Kurzbein-Variante im April des Folgejahres auf weiteren europäischen Bühnen zu sehen war. Doch gerade der silberne Paillettenanzug (in Kombination mit einer Maske) zeigte, wie ausgeprägt Mercurys Hang zur Theatralik war – was die Fans auch Abend für Abend live auf der Bühne erleben konnten. 1979 übernahm er daher auch die Hauptrolle in einer Zusammenarbeit mit dem Royal Ballet.

Lady Gaga, die bekanntermaßen auch selbst gerne in paillettenbesetzten Jumpsuits auftritt, zählt Queen ganz klar zu ihren größten Vorbildern: Sie habe diese Band „absolut verehrt“, sagte sie einst. Auch mit den ikonischen Looks von Mr. Mercury habe sie sich intensiv befasst. Einmal sagte Gaga sogar, sie hoffe, „dass Freddie Mercury mich toll gefunden hätte“.

Foto: Queen Productions Ltd

Der gestreifte Ballettanzug

Ein ähnlich großer Fan von Queen ist auch Justin Hawkins von The Darkness: Er ließ sich sogar die Gesichter der Bandmitglieder auf seine Hände tätowieren. Um sich vor den legendären Looks seines Vorbilds zu verneigen, ist auch Hawkins schon mal in einem Outfit aufgetreten, das man, wenn auch noch enger anliegend, ganz ähnlich von Mercury kennt: den gestreiften, hautengen Ballettanzug. „Was ihr hier zu sehen bekommt, ist auch eigentlich gar kein Konzert“, sagte Mercury einmal über die Shows von Queen. „Es ist eine Fashion-Show.“

Foto: Queen Productions Ltd

Die Lederphase

In den späten Siebzigern trug Mercury dann häufig Leder, beispielsweise rote Lederhosen. Sein wohl berühmtestes Lederoutfit stammt aus einem Video, mit dem seine Band die britische TV-Serie Coronation Street parodierte. Als Frau verkleidet – schwarzer Lederminirock, Netzstrümpfe, pinkfarbene Ohrringe, schwarze Kurzhaarperücke, dazu ein Strickoberteil (pink) und Heels –, konnte man dem schnauzbärtigen Mercury beim Staubsaugen zusehen. Im Jahr 1984 waren derartige Bilder, mit denen Queen ihre Single I Want To Break Free präsentierten, locker ausreichend, um eine kontroverse Diskussion auszulösen. „Das Image, das ich da rüberbringe, ist keineswegs geplant oder so; es ist einfach etwas, das sich mit den Jahren so entwickelt hat“, sagte Mercury. „So bin, so lebe ich nun mal. Es ist echt, also kein bisschen gewollt. Für mich fühlt es sich wie ein ganz natürlicher Teil meines Lebens an. Ich lege es nicht drauf an, etwas Kontroverses zu machen, überhaupt nicht! Aber was viele Menschen ungeheuerlich finden, ist für mich ehrlich gesagt ziemlich normal.“

Foto: Queen Productions Ltd

Fast schon casual beim Live Aid-Konzert

Als Mercury schließlich die ganze Welt mit seiner Performance beim Live Aid-Konzert verblüffte, sah er wiederum ganz anders aus: Die langen Haare, die man aus den Siebzigern kannte, waren längst Geschichte. Jetzt war es das trägerlose weiße Shirt – dazu weiße Jeans, ein besetzter Gürtel, ein metallischer Armreif. Das war der neue Style, mit dem er das alte Wembley-Stadion binnen weniger Minuten zum Kochen brachte.

Foto: Queen Productions Ltd

Die gelbe Militärjacke

Das grelle Gelb seiner im Stil einer Militäruniform gehaltenen Jacke, ausgestattet mit reichlich goldenen Schnallen, Ösen und Zierstreifen, war erstmals während der Magic Tour im Jahr 1986 zu bewundern, in deren Rahmen Queen abermals im Wembley-Stadion vorbeischauten. Verantwortlich für das gute Stück war die befreundete Kostümdesignerin Diana Moseley, die sich wiederum von Opernkostümen aus Spanien hatte inspirieren lassen. Freddie Mercury trug dazu weiße Hosen mit zwei roten Streifen, zwischen denen noch ein goldenes Band verlief. „Ich donnere mich schon richtig auf, aber mit Stil“, so Freddie.

Foto: Queen Productions Ltd

Ohne Bart: The Great Pretender

In den späteren Achtzigern wurde Mercury auch als Solokünstler aktiv. Während er mit Mr. Bad Guy ein musikalisches Zeichen im Alleingang setzte, bewies der Sänger obendrein, dass er nach wie vor am liebsten über sich selbst lachte: Im Video zur Single The Great Pretender – zu Deutsch etwa: Der große Heuchler – parodierte er 1987 gleich eine ganze Reihe von Looks und Styles aus den unterschiedlichen Phasen mit Queen. Die Regie führte David Mallet, und auffällig war auch: Mercury war hier ausnahmsweise glattrasiert.

Foto: Mercury Songs Ltd

Freddie ganz formal

In den letzten Jahren vor seinem Tod floss seine ganze kreative Energie in musikalische Neuerungen – zu hören unter anderem im grandiosen Duett mit der erst 2018 verstorbenen Opernlegende Montserrat Caballé. Während der Arbeit mit der spanischen Sängerin zeigte Mercury sich in einem stylischen Smoking, inklusive schwarzer Fliege. Für ihn sei es überhaupt das erste Mal, dass er in derart formaler Kleidung auftrete, so Mercury. Tatsächlich hatte er sich damit ganz schön weit entfernt von den engen Shorts, den Lederhosen und Jumpsuits aus den Anfangstagen seiner Karriere.

Foto: Mercury Songs Ltd

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„Ich fühlte mich Freddie wirklich verbunden“: Künstler Jack Coulter über die Arbeit an seinem „Mr. Bad Guy“-Gemälde

Popkultur

Olivia Newton John: 10 ihrer wichtigsten Stücke

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Oliva Newton John
Foto: Radio Times/Getty Images

Zu Ehren der kürzlich verstorbenen Olivia Newton-John hören wir uns durch zehn ihrer besten Stücke.

 von Markus Brandstetter

Am 8. August 2022 verstarb Olivia Newton John. Die Britin wurde nicht nur mit der Verfilmung des Musicals Grease weltbekannt, sondern hatte auch eine extrem erfolgreiche und langlebige Solokarriere als Musikerin. Vier Grammys, etliche Top-5-Hits und 24 Studioalben — und eine Menge verschiedener Stile von Pop über Folk bis Disco: Wir hören uns an dieser Stelle mal quer durch ihr Schaffen und sprechen über zehn ihrer bemerkenswertesten und/oder bekanntesten Stücke.

1. Long Live Love (1974)

1974 trat Newton-John beim Eurovision Songcontest in London an. Long Live Love ist rückblickend definitiv nicht ihr bestes Stück (sondern eher ein harmloser Schunkelschlager), aber wir wollen es alleine aus historischen Gründen an dieser Stelle keinesfalls unerwähnt lassen. Für einen Spitzenplatz reichte der Song damals nicht: Newton-John schaffte es immerhin auf Platz 4. Die Konkurrenz war an diesem Abend historisch: Den Sieg mit nach Hause brachten ABBA mit ihrem legendären Stück Waterloo.

2. Xanadu (1980)

Anfang der 1980er-Jahre machte die Künstlerin mit Jeff Lynne und ELO gemeinsame Sache — und veröffentlichte das Stück Xanadu aus dem gleichnamigen Musicalfilm. Der Film entpuppte sich zwar als Flop, den Song ereilte ein besseres Schicksal. Er kletterte in den UK-Charts auf den ersten Platz.

3. Twist Of Fate (1983)

1983 kam es nochmal zur Film-Reunion von Travolta und Newton-John für den Film Two of a Kind. Das sorgte für nostalgische Gefühle, so ganz konnte es aber den globalen Erfolg von Grease nicht mehr anknüpfen. Das Stück Twist of Fate aus dem Film ist aber dennoch erinnerungswürdig.

4. Magic (1989)

Nochmal Xanadu: Aus dem Soundtrack zum Film stammt auch der Disco-Kracher Magic. Das war nicht nur in den Charts extrem beliebt — 1980 bezeichnete John Lennon das Stück als einen jener damals aktuellen Songs, die er mochte. Eine große Ehre — und ein erster Platz in den US-Charts.

5. A Little More Love (1978)

A Little More Love war die erste Single, die Newton-John nach ihrem Mega-Erfolg mit Grease veröffentlichte. Sie erschien auf ihrem 10. Album Totally Hot.

6. I Honestly Love You (1984)

Mit I Honestly Love You landete Olivia Newton-John 1974 einen weltweiten Pop-Hit. Bis sie 1981 Physical veröffentlichte, war I Honestly Love You jenes Stück, mit dem sie meist in Verbindung gebracht wurde, wenn man ihren Namen nannte.

7. You’re The One That I Want (1978)

Natürlich darf auch ein bestimmter Song aus Grease nicht fehlen. Das Duett mit John Travolta  You’re The One That I Want ist eines der bekanntesten Duette der Popgeschichte — und zählt zu Newton-Johns besten Stücken.

8. Hopelessly Devoted To You (1978)

Wer  You’re The One That I Want sagt, muss aber auch Hopelessly Devoted To You sagen — denn der Song aus Grease ist ebenfalls unvergesslich. Die Country-Ballade war für Songschreiber John Ferrer eine große Herausforderung: „Ich habe die längste Zeit damit verbracht, den Text eines Songs zu schreiben, den ich je geschrieben habe. Ich habe jeden Thesaurus und jedes Reimwörterbuch, das ich hatte, benutzt, um ihn richtig zum Laufen zu bringen“, erklärte er  einmal. Die Arbeit zahlte sich aus: Das Stück wurde für einen Oscar als Beste Filmmusik nominiert, verlor aber leider gegen den Beitrag Last Dance aus Thank God It’s Friday.

9. Have You Never Been Mellow (1975)

Auf der Country-Pop-Ballade Have You Never Been Mellow, drei Jahre vor ihrem Mega-Erfolg mit Grease erschienen, klingt Newton-Johns Stimme beinahe schon sirenenhaft. Der Song erschien als Single des gleichnamigen Albums und schaffte es in den USA auf die Spitze der Billboard Charts — völlig zurecht, Have You Never Been Mellow ist ein absolutes Highlight im Backkatalog der Sängerin.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 11.8.64 bekommt Roger Daltrey von seinem Schwiegervater auf die Mütze

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 11.8.64.

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

Die Fäuste und das Mundwerk sitzen bei Roger Daltrey von The Who Zeit seines Lebens eher locker. Kaum vorzustellen, dass er am 11. August 1964 vom Schwiegerpapa selbst eins hinter die Löffel bekommt. Hier kommt die Geschichte dieser Ausnahme-Ohrfeige.

Hört euch hier die größten The Who-Hits an: 

Blick zurück ins Jahr 1964: Roger Daltrey, selbst erst 20 Lenze jung, hat wenige Monate zuvor die sechzehn Jahre alte Jacqueline „Jackie“ Rickman geheiratet, da das Paar ein Kind erwartet. Der Frontmann merkt jedoch schnell, welches Leben ihn als Familienvater erwartet: Aus Angst vor einer bürgerlichen Existenz als Blechschlosser verlegt er seinen Schlafplatz noch vor der Geburt des Sohnes in den Van der Band. Das Ehegelübde nimmt Daltrey ohnehin nicht ganz ernst und geht offen damit um, dass die Karriere seiner Gruppe mit Pete Townshend, John Entwistle und Keith Moon für ihn oberste Priorität hat. Als Schwiegersohn des Jahres qualifiziert er sich damit nicht.

Ratespiel: Das Cover zur Doppelsingle „I’m The Face“/„Zoot Suit“.

In Rahmen der Gruppe übernimmt Daltrey aber durchaus Verantwortung und positioniert sich als Gründer und Frontmann. Bereits zu Schulzeiten pflegte er den Umgang mit Gangs und Kleinkriminellen, also verwundert es kaum, dass er innerhalb der Band gern mal die Fäuste sprechen lässt, wenn es um seine Meinung geht. Er fällt letztendlich auch die Entscheidung für den Namen The Who, nachdem die Band zunächst als The Detours beginnt. Im August 1964 spielt die Kombo auf Geheiß des damaligen Managers Peter Meaden kurzzeitig unter dem Namen The High Numbers. Im Juli erscheint als erste Single I’m The Face/Zoot Suit, deren Chartplatzierung lässt jedoch zu wünschen übrig lässt.

Am Abend des 11. August stehen The High Numbers dann zum wiederholten Male auf dem Programm des Railway Hotel in Nord-London. Während sich Daltrey und Co. bereithalten, um jeden Moment die Bühne zu betreten, schlägt laut Augenzeugen Jackie Rickmans Vater im Backstage-Bereich auf, zerrt Daltrey ohne viel Federlesens vor die Tür – und haut ihm schlicht eine rein. Zack.

Ein konkreter Anlass für den Zorn des Schwiegervaters ist nicht bekannt; ob der Sänger sich wehrt, lässt sich ebenfalls nicht ausmachen. So oder so stellt Daltrey das Wohl und die Professionalität der Band vor seine persönlichen Querelen, betritt wenige Augenblicke nach dem Zwischenfall die Bühne und legt eine Show hin, die es 2007 sogar in die Dokumentation Amazing Journey: The Story of The Who schafft.

Der Stoff von Dokumentationen: Das Cover zu „Amazing Journey: The Story of The Who“.

Auf dem Papier bleibt die Ehe Daltrey/Rickman noch einige Zeit bestehen, Sohn Simon kommt wenig später am 22. August auf die Welt. Als der Who-Gründer jedoch um 1968 ein Kind mit einer anderen Frau zeugt, zieht Jackie Rickman die Reißleine und reicht die Scheidung ein. Kurze Zeit später lernt der Rockstar dann auch schon das Model Heather Taylor kennen, die er 1971 heiratet und mit der er drei weitere Kinder bekommt. Diese Partnerschaft dauert bis heute an.

Zahm wird Daltrey jedoch keinesfalls, erzählt der britischen Presse vor einigen Jahren noch, die Ehe mit Taylor sei vielleicht keine offene, aber Vorschriften habe seine Frau ihm auch keine gemacht. Da kratzt man sich kaum am Kopf, weil sich über die Jahre diverse uneheliche Kinder beim Rockstar melden. Zu ihnen pflegt er jedoch ein gutes Verhältnis und integriert sie in seine Familie mit Taylor. Auch Jackie Rickman und der gemeinsame Sohn Simon nehmen an Gruppenurlauben teil.

Fliegende Hände hin oder her, Daltrey macht nie einen Hehl daraus, dass The Who bei ihm an erster Stelle stehen. So liest man auch auf der Website der Band, sie bliebe stets seine „erste Liebe“

Zeitsprung: Am 2.12.1973 landen The Who im Gefängnis.

 

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Popkultur

Zeitsprung: Am 10.8.1984 veröffentlichen die Red Hot Chili Peppers ihr Debüt.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 10.8.1984.

von Timon Menge und Christof Leim

Seit weit mehr als drei Dekaden stehen die Red Hot Chili Peppers für Funk Rock, wie kaum eine andere Band. Los geht die Karriere der Kalifornier am 10. August 1984 mit ihrem gleichnamigen Debüt — obwohl das erste Album anders ausfällt, als die Musiker möchten…

Hier könnt ihr euch die Platte anhören: 

Als die Red Hot Chili Peppers im Jahr 1983 zusammenfinden, haben die jungen Kerle eigentlich nichts anderes im Sinn als ein gemeinsames Spaßprojekt. Sänger Anthony Kiedis, Gitarrist Hillel Slovak, Bassist Flea und Schlagzeuger Jack Irons kennen sich aus der High School und nennen ihre Band zunächst Tony Flow And The Majestic Masters Of Mayhem.

Zunächst nur Spaß

Die Chemie stimmt, gemeinsam möchten sie durchstarten. Aus diesem Grund engagieren sie Manager Lindy Goetz. Für ihre ersten Shows in der Umgebung von Los Angeles untermalen Slovak, Flea und Irons den Sprechgesang ihres Frontmannes Kiedis mit spontanen Jams, später nehmen sie die Sache ernster und nehmen Stücke für ein Demo auf. Zu jener Zeit entscheiden sie sich auch für den Namen Red Hot Chili Peppers. Irons und Slovak spielen zeitgleich in einer Gruppe namens What Is This?.

Als die Gruppe Fahrt aufnimmt, entstehen Probleme. Nur zwei Wochen, bevor die Chili Peppers einen Plattenvertrag über sieben Alben unterschreiben sollen, besiegeln Irons und Slovak ebenfalls einen Deal — allerdings für What Is This?. Kiedis und Flea sehen ihren größten Traum in Gefahr, lassen sich aber nicht unterkriegen. Für Slovak übernimmt Jack Sherman die Gitarre, an Irons Stelle trommelt Fleas alter Kumpel Cliff Martinez. Das Line-Up für das Debüt steht.

Im Studio gibt es Ärger

In den Eldorado Studios in Hollywood wird es anschließend gleich noch einmal schwierig. Das Problem: Produzent Andy Gill hat ein paar Ideen für den Stil der Band, die den Musikern so gar nicht gefallen. „Während der ersten Tage schien alles in Ordnung zu sein“, erinnert sich Frontmann Kiedis. „Aber wir haben schnell gemerkt, dass Andy einen Sound im Sinn hatte, der nicht zu uns passte. Am Ende der Sessions sind Flea und ich in den Kontrollraum des Studios gerauscht, haben uns an der Konsole zu schaffen gemacht und gebrüllt: ‘Fick dich, wir hassen dich!’”

Die Wut der Gruppe artet so sehr aus, dass Flea laut Gill sogar einen Pizzakarton als Klo benutzt und ihn nachher auf dem Mischpult deponiert. „Der Toningenieur rannte schreiend aus dem Studio“, erinnert sich der Produzent. „Als wir ihn das letzte Mal sahen, lief er gerade den Sunset Boulevard herunter.“

Unzufrieden

Trotz aller Strapazen gelingt den Red Hot Chili Peppers mit ihrem gleichnamigen Debüt eine Platte, die ihren viele Türen öffnen soll — auch wenn sie selbst gar nicht zufrieden damit sind. „Ich habe mich gefühlt, als wären wir zwischen zwei Spitzen im Tal des Kompromisses gelandet“, gibt Kiedis später zu Protokoll. „Ich habe mich nicht dafür geschämt, aber das Album klingt überhaupt nicht so wie unser Demo. Wir haben trotzdem das Beste daraus gemacht und nach vorne geschaut.“

Nach der Veröffentlichung und ersten Touraktivitäten kehrt Gitarrist Hillel Slovak zurück, es entsteht Freaky Styley, das 1985 erscheint. Für Platte Nummer drei, The Uplift Mojo Party Plan (1987) heuert sogar Jack Irons wieder als Drummer an. Damit findet die Chaotentruppe zusehends ihren ureigenen Sound, aber das sind mal wieder andere Geschichten…

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Zeitsprung: Am 24.9.1991 zelebrieren die Red Hot Chili Peppers „Blood Sugar Sex Magik“.

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