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Popkultur

Freddie Mercury: 10 überraschende Wahrheiten über den Queen-Mastermind

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Freddie Mercury
Foto: Peter Röshler © Mercury Songs Ltd

Natürlich weiß jedes Kind, dass Freddie Mercury ein Ausnahmemusiker war. Ein grandioser Songwriter, ein umwerfender Performer, der schillernde Kopf von Queen, einer der größten Bands aller Zeiten. Dabei gibt es auch weniger bekannte Fakten über den Musiker, der am 05. September 1946 in Sansibar-Stadt als Farrokh Bulsara zur Welt kam. Hier sind zehn überraschende Fakten über Mr. Mercury – gewürzt mit Anekdoten und Kommentaren in seinem unverkennbaren Stil…

von Martin Chilton

Hier könnt ihr euch einige der besten Songs von Freddie Mercury anhören:

1: Freddie Mercury war ein begnadeter Boxer

Freddie Mercury glänzte, als er in Indien noch zur Schule ging, unter anderem an der Tischtennisplatte. Auch Tennis spielte er gelegentlich, meistens in den Ferien, und verfolgte zudem das Geschehen in Wimbledon. Auch Rugby-Spiele schaute er sich an, konnte mit Fußball und Cricket aber überhaupt gar nichts anfangen.

„Cricket und Langstreckenlauf habe ich gehasst; ich war auch eine absolute Null in beiden Bereichen. Aber sprinten konnte ich. Und dann war ich ganz gut im Hockey und einfach brillant im Boxring“, sagte er einst.

Zeitsprung: Der große Freddie Mercury stirbt am 24.11.1991 – Rest in peace!

2: Er rettete die Tennisspielerin Billie Jean King

Mercury „liebte“ erklärtermaßen die Nightclubs in New York City, und so landete er irgendwann auch zum ersten Mal in einer Disco in Brooklyn namens The Gilded Grape – obwohl es dort alles andere als ungefährlich sein sollte.

„Ich hatte gehört, wie aufregend der Laden sein sollte, und trotzdem rieten mir alle von einem Besuch ab… oder zumindest sollte ich dort besser mit einem kugelsicheren Auto aufkreuzen“, so Mercury. „Es kamen Warnungen von allen Seiten, was meinen Entschluss, den Laden zu besuchen, natürlich nur festigte. Kurz nach unserer Ankunft brach dann auch schon die erste große Schlägerei aus und schwappte bis zu unserem Tisch herüber: Stühle gingen in die Brüche, die Fäuste flogen, alles war voller Blut. Billie Jean King war wie gelähmt, aber ich fand’s super! Ich sagte ihr, sie müsse sich keine Sorgen machen, und während das Prügeln weiterging, nahm ich sie und ging mit ihr auf die Tanzfläche. Das Ganze war viel lustiger als ein ruhiges Dinner in meinem Hotel.“


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Freddie Mercury
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3: Sein Kleidungsstil kam bei den Eltern nicht so gut an

Während seines Studiums am Ealing Art College begann Freddie Mercury damit, mit unterschiedlichen Looks zu experimentieren – was zu Hause alles andere als gut ankam.

„Meine Eltern waren ganz außer sich, als ich ihnen von meinen Plänen erzählte“, erinnert er sich in Freddie Mercury: A Life, In His Own Words (Mercury Songs Ltd). „Ich kam regelmäßig nach Hause und stand dann in diesen ausgefallenen Klamotten vor ihnen, mit schwarz lackierten Fingernägeln… was meine Mutter echt zum Ausrasten brachte. Sie sagten dann immer: ‘Guter Gott, sorg bloß dafür, dass dich die Nachbarn so nicht zu sehen bekommen. Komm schnell zurück ins Haus und geh durch die Hintertür!’“

Foto: Simon Fowler © Mercury Songs Ltd.

4: Besonders viel Schlaf brauchte er nicht…

Auch wenn das Leben als Musiker und die vielen Partys gewiss recht anstrengend und aufreibend waren, sagte Mercury von sich selbst, dass er auch mit sehr wenig Schlaf überleben könnte. „Ich kann lange Phasen ohne Schlaf auskommen, das ist nun mal meine Veranlagung. Zwei oder drei Stunden pro Nacht, das genügt schon. Keine Ahnung, woran das liegt, aber es ist so. Die meisten Leute verstehen auch nicht, wie ich Entspannung finde – indem ich vielleicht 20 Minuten im Flugzeug schlafe. Das reicht. Die Batterien sind dann schon wieder voll.“

5: … aber schlimme Träume verfolgten ihn trotzdem

„Ich habe wirklich oft grausame Albträume, so zum Beispiel in der Nacht vor unserem Konzert im Rainbow Theatre (1974). Wir übernachteten im Holiday Inn, und in meinem Traum ging ich dann raus auf den Balkon und das gesamte Ding brach ab, so dass ich unten in einem Haufen auf dem Bürgersteig lag. Als ich aufwachte, war ich vor Schreck wie gelähmt“, sagte Mercury.

6: Er hat selbst Punkern die Stirn geboten

Als Queen im Jahr 1977 Teile ihres News Of The World-Albums aufnahmen, befanden sich zwei Mitglieder der Sex Pistols im Studio nebenan. „Muss man sich mal vorstellen: wir und diese ganze Punk- und Anti-Establishment-Bewegung unter einem Dach“, kommentierte der Sänger später. „Immerhin gelang es mir, Johnny Rotten und Sid Vicious einen unserer Songs vorzuspielen. Ich machte ihnen das Angebot, auf einem ihrer Songs zu singen, wenn sie bei einem von uns mitmachen würden – und da hättest du mal ihre Gesichter sehen sollen! ‘Wir können doch nicht mit Freddie Mercury singen!’ Dabei darf man nicht vergessen, dass ich damals in Ballerinas rumlief. War eine lustige Begegnung. Ich hab Sid dann ‘Simon Ferocious’ oder so genannt, was gar nicht gut bei ihm ankam. Er hatte so viele Narben, dass ich ihn fragte, ob er sich vor dem Spiegel gekratzt hätte, und er fand es grausam, dass ich so mit ihm redete…“

7: Ihm wurde eine Broadway-Hauptrolle angeboten

Mercury liebte das Theater, Ballett und die Oper – trotzdem hatte er keinerlei Ambitionen in diese Richtung. „So eine Theaterspielzeit könnte ich niemals aushalten“, sagte er einst. „Einmal wurde mir sogar eine Rolle am Broadway angeboten: La Bohème mit Linda Ronstadt! Ihr macht Scherze, dachte ich! Die glaubten wirklich, dass ich so opernhaft singen könnte. Ich dachte nur: So etwas wie eine Nachmittagsvorstellung geht schon mal gar nicht für mich. Und dann könnte ich niemals sechs oder sieben Tage die Woche auf derselben Bühne stehen – ich würde sterben vor Langeweile.“

8: Am liebsten sang er nackt

Freddie Mercury hatte immer wieder mit Stimmbandproblemen zu kämpfen. Ein Gegenmittel, auf das er schließlich stieß, war… das Singen ohne Kleider. „Ich muss meinen Rotweinkonsum einschränken, wegen der Knötchen in meinem Hals. Zum Aufwärmen mache ich immer meine ‘Pseudo-Opernnummer’: Ich bin dabei nackt, was der Sache etwas mehr Würze gibt. Angezogen funktioniert das nicht. Ich war bei vielen Halsspezialisten, wahrscheinlich sogar bei allen, die es gibt, und da bekommt man immer dieselbe Antwort: Pause machen, Tour absagen. Oder halt operieren lassen. Ich hätte das mit der OP auch fast gemacht, aber mir gefiel nicht, wie der Doktor aussah. Und ein bisschen beunruhigend fand ich auch die Idee, dass man mir seltsame Instrumente in den Hals stecken würde.“

Verschlafenes Familienporträt mit Katze – Fotos der letzten Jahre von Freddie Mercury und seinem Partner Jim Hutton

9: Er war ein „teuflisch-guter“ Scrabble-Spieler

Er sei „zufrieden“ mit den Gesangsaufnahmen des Innuendo-Albums (1991), kommentierte Mercury einmal, und fügte hinzu: „Das Wort ‘Innuendo’ benutze ich häufig beim Scrabble – da bin ich ein echtes Tier, teuflisch-gut! Ein perfekter Titel für Queen.“

10: Er hätte beinahe eine Supergroup mit Elton John und Rod Stewart gegründet

„Rod Stewart, Elton John und ich hatten eigentlich mal vor, eine Band namens Hair, Nose And Teeth zu gründen, nachdem wir… nun ja, wir hatten viel Wein getrunken, darüber gesprochen und gesagt, ‘Ja, das machen wir!’ Nur wenn man dann am Tag drauf wieder nüchtern ist und Elton plötzlich sagt, ‘Ich will nicht mit Rod singen’, und Rod sagt, ‘Ich kann nicht mit Freddie singen“, und ich sage, ‘Nun, ich hab keine Lust, mit Elton zu singen!’, dann weiß man auch, dass daraus wohl nie etwas werden wird.“

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„Bohemian Rhapsody“: Die Geschichte des Klassikers, für den Queen alle Regeln brachen

Popkultur

5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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Für alle Insider*innen, jahrzehntelangen Fans, Neugierigen und Einsteiger*innen: Hier nehmen wir uns mal ein paar Minuten Zeit und präsentieren euch fünf Geschichten, Anekdoten oder Fun Facts zu einem Genre, einer Band oder einem/r Künstler*in. Einfach, weil das Leben witzigere, unglaublichere und interessantere Geschichten schreibt, als jede*r Autor*in jemals könnte.

In dieser Woche dreht sich alles um den 3. Oktober 1990, jenen Tag, an dem aus West und Ost wieder ein gemeinsames Deutschland wurde. Knapp ein Jahr zuvor, am 9. November 1989, war die innerdeutsche Mauer gefallen. Ein Ereignis, das auch in der Musik stattfand. Wir liefern fünf Wahrheiten über den Sound der deutschen Einheit.

1. Pink Floyd und die wahrgewordene Utopie

Noch im Juli meinte Roger Waters von Pink Floyd, dass es nur einen einzigen Anlass geben würde, aus dem er das bandeigene Riesenspektakel The Wall noch einmal inszenieren würde – und zwar den Fall der Berliner Mauer. Waters sah dieses Ereignis in so weiter Ferne, dass er sogar in Erwägung zog, dafür seinen Ex-Bandkollegen David Gilmour mit auf die Bühne zu holen. Knapp vier Monate später fiel die Mauer tatsächlich und im Juli 1990 wurde Waters Gedankenspiel Realität: The Wall wurde am Potsdamer Platz noch einmal aufgeführt – zwar ohne David Gilmour, aber dafür mit vielen Auftritten anderer Stars.

2. Der Boss in Ostberlin

Auftritte von westlichen Künstler*innen in der DDR waren rar gesät. 1988 etwa trat Bruce Springsteen in Ostberlin auf. Weil der SED-Zentralrat das Konzert als gute Möglichkeit der massenpolitischen Arbeit der FDJ ansah, wurde Bruce Springsteen eine Auftrittsgenehmigung für die DDR erteilt. Rund 200.000 Bewunder*innen des Bosses kamen zur Radrennbahn Weißensee, wo Springsteen seinem Wunsch Ausdruck verlieh, dass eines Tages alle Barrieren abgerissen werden sollen. Der Satz wurde aus der Übertragung des Konzertes geschnitten – änderte aber nichts daran, dass sein Wunsch gut anderthalb Jahre später Wirklichkeit wurde.

3. Das David-Hasselhoff-Gate

Auch gut 30 Jahre nach dem Mauerfall hält sich das Gerücht wacker, David Haselhoff sei mitverantwortlich für dieses geschichtliche Großereignis, da er wenige Wochen nach der Maueröffnung dort seinen Hit Looking for Freedom sang und sich Menschen aus West- und Ostdeutschland dazu in den Armen lagen. Aber: weit gefehlt. „Ich hatte nie etwas damit zu tun und habe das auch nie gesagt. Niemals“, äußerte sich der Baywatch-Star unlängst gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

4. Das Eigenleben von Freiheit

Wer an Musik und Mauerfall denkt, hat sicherlich auch Freiheit von Marius Müller-Westernhagen im Sinn. Aber: Nicht nur, dass MMW den Song schon drei Jahre vor dem Mauerfall schrieb, nein, er hatte den Fall der Mauer nicht Mal im Sinn. Die Live-Version von Freiheit entwickelte vor dem Hintergrund des Mauerfalls allerdings ein Eigenleben und wurde zur Hymne des Herbstes. „Freiheit zeigt, dass künstlerische Produkte ein Eigenleben annehmen können. Wenn es in diesem Fall dazu gedient hat, dass der Song Menschen Kraft und Hoffnung gegeben hat, ist das ein glücklicher Umstand, der mich natürlich sehr freut“, sagte Marius Müller-Westernhagen gegenüber der TZ.

5. Wind Of Change ist ein rechtlich geschützter Begriff

Klar, Wind Of Change gilt unangefochten als die Hyme der Wende schlechthin. „Mein Gedanke war: Die ganze Welt in einem Boot und alle sprechen eine Sprache – Musik. Im September entstand Wind Of Change in Deutschland und im November fiel die Berliner Mauer. Der Song drückte ein Gefühl der Hoffnung aus, dass wir alle in der Zukunft in einer friedlicheren Welt leben können“, erklärte Klaus Meine mal gegenüber dem Fernsehsender VOX. Der Song machte die Scorpions binnen kürzester Zeit zu Weltstars. Nur logisch, dass Klaus Meine und Rudolf Schenker seitdem Inhaber der Wortmarke Wind Of Change sind.

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10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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Popkultur

10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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Foto: Sean Gallup/Getty Images

Am 3. Oktober 1990 war es offiziell: West- und Ost-Deutschland gehören wieder zusammen, die Berliner Mauer fiel schon ein Jahr vorher, der Eiserne Vorhang begann sich nach und nach zu lüften. Wir schauen zurück auf dieses historische Ereignis mit Songs, die damals und in der folgenden Zeit zum Soundtrack des wiedervereinigten Deutschlands wurden.

1. Scorpions – Wind Of Change

Los geht’s mit offensichtlichsten Song: Die sogenannte „Hymne der Wende“ ist auf jeden Fall der kitschigste, aber auch emotionalste und bekannteste Klassiker, den Mauerfall und Wiedervereinigung im Nachhinein hervorgebracht haben. Ein Jahr nach der Maueröffnung und kurz nach dem Zusammenschluss von BRD und DDR war Wind Of Change mit seinem Plädoyer für das Ende der Ost-West-Trennung die perfekte musikalische Untermalung für das, was gerade vor sich ging. So schreibt man Geschichte mit.

2. Westernhagen – Freiheit

Auch wenn dieser Song schon ein paar Jahre vorher veröffentlicht wurde, ist er ganz fest mit der deutschen Einheit verknüpft. Natürlich wegen des programmatischen Titels. Aber auch weil Westernhagen einer der vielen Künstler*innen war, die beim „Konzert für Berlin“ in der Deutschlandhalle auftraten, ein paar Tage nach dem Fall der Mauer. Dass Freiheit in diesem Setting eine extrem emotionale Rolle zukam, versteht sich von selbst.

3. Udo Lindenberg – Horizont

Allerallerspätestens mit dem Musical Hinterm Horizont ist Udo Lindenberg zu einer Galionsfigur für das geteilte Berlin und die Menschen geworden, die trotz aller gemauerten Widerstände zusammen sein wollten. Horizont ist die Liebesballade, die im Zentrum des Musicals steht. Und obwohl Sonderzug nach Pankow die politisch stärkere Hymne ist, berührt einen Horizont doch ein wenig mehr.

4. Die Prinzen – Millionär

Mauer weg, Invasion der Ossis. Für viele Westdeutsche (und natürlich auch ehemalige DDR-Bürger*innen) war die Wiedervereinigung eine mindestens zweischneidige Sache. Auch musikalisch war das Land jetzt vereint, und Die Prinzen wurden zu den ersten neuen gesamtdeutschen Popstars. Millionär war ihr erster putziger Hit.

5. WestBam / Dr. Motte – Sunshine

Techno und House gelten als inoffizieller Soundtrack der Wende – zumindest in Berlin. Mauerfall und Wiedervereinigung fielen eher zufällig mit dem Aufkommen der neuen Jugendkultur zusammen, aber es hätte nicht besser passen können: Auf großen Raves, in neuen Clubs und Events wie der Loveparade feierte Berlin seine neue Zusammengehörigkeit, mit einer Musik, die sich nicht um Ost oder West schert. Dr. Motte und Westbam waren zwei der damaligen Protagonisten, die regelmäßig neue Hymnen für die „ravende Gesellschaft“ produzierte.

6. Tocotronic – Aber hier leben, nein danke

Das neue Deutschland, genau so wie die zwei alten, war für viele nicht unbedingt etwas, mit dem man sich identifizieren konnte oder wollte. Egal, welche politische Meinung man hier hat – besonders die Deutschland-Kritiker*innen aus dem linken Spektrum haben ihre Vorbehalte immer in tolle Musik verpackt. So wie Tocotronic hier. Zwar ist der Titel ziemlich eindeutig, der Text allerdings sehr kryptisch und der Song unglaublich gut.

7. Slime – Deutschland

Andere waren da schon deutlicher: Dieser deutsche Punk-Klassiker stammt zwar aus den 80ern, ist aber bis heute ein Dauerbrenner. Vor allem wenn es darum geht, unserem Land auch mal die Meinung zu geigen. Das muss es schließlich aushalten.

8. Rocko Schamoni – Mauern

Und auch hier muss man ein bisschen ironische Skills mitbringen: Denn unser liebster Hamburger Lebenskünstler Rocko Schamoni empfiehlt bei zu viel sozialen Spannungen, einfach eine Mauer zu bauen. Kennt man ja. Aber ist natürlich auch nicht ganz so ernst gemeint. Die Satire-Partei Die Partei tut allerdings sehr überzeugend so, als würde sie ihre radikalen Forderungen ernst meinen – zum Beispiel, tatsächlich wieder eine Mauer in Deutschland zu errichten. Natürlich wurde Schamonis Song zur ihrer Wahlkampf-Hymne.

9. Pink Floyd – Another Brick In The Wall, Pt. 2

Auch dieser Rock-Klassiker handelt von einer Mauer, aber nur im übertragenen Sinne von der Berliner. Seit Pink Floyd 1988 aber ein Konzert direkt an der Mauer gespielt haben, ist der Song wie der gleich folgende untrennbar mit der Wiedervereinigung verknüpft.

10. David Hasselhoff – Looking For Freedom

Ein bisschen Spaß muss sein, ne? Denn in Expertenkreisen weiß man, dass es vor allem The Hoff war, die die Mauer zu Fall brachte. Looking For Freedom muss man heute schon mit sehr viel Augenzwinkern hören, doch damals war es ein Mega-Hit. Und wenn man sich die Begeisterung bei Hasselhoffs Mauer-Auftritt im Jahr 1989 ansieht, dann kann man schon verstehen, wieso The Hoff so von seiner historischen Leistung überzeugt ist.

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5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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Popkultur

10 Songs von Tom Petty, die man kennen sollte

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Tom Petty
Foto: Michael Putland/Getty Images

Während seiner jahrzehntelange Karriere hat Tom Petty mehr großartige Songs komponiert, als man in einem einzigen Text würdigen kann. Diese zehn gefallen uns besonders gut.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einige der besten Songs von Tom Petty anhören:

1. Tom Petty And The Heartbreakers – American Girl (1977)

Als Tom Petty und seine Heartbreakers den Song American Girl auf ihrem Debütalbum veröffentlichen, landen sie damit zunächst nicht den riesigen Erfolg. Doch über die Jahre entwickelt sich das Stück zu einem Klassiker — nicht nur in Pettys Diskografie, sondern auch in der Geschichte der Rockmusik. „She could hear the cars roll by / Out on 441 like waves crashin’ on the beach“, singt Petty in der Nummer. In Conversations With Tom Petty verrät er, wie er auf diesen Text gekommen ist: „Ich habe damals in einem Apartment direkt am Freeway gewohnt. Da sind Autos gefahren. Das war in Encino, in der Nähe von Leon Russells Haus. Ich erinnere mich daran, dass ich dachte, dass die Autos wie der Ozean klingen. Das war mein Ozean. Mein Malibu. Ich habe die Wellen brechen gehört, aber es waren nur die Autos, die vorbeifuhren. Ich denke, dass das die Inspiration für den Text war.“

2. Tom Petty And The Heartbreakers – Refugee (1980)

Bei Refugee handelt es sich um die zweite Single vom dritten Album von Tom Petty And The Heartbreakers. Damn The Torpedoes heißt die Platte und den Durchbruch hat Petty zu jener Zeit längst hinter sich. Mit der Auskopplung Refugee knüpft er nahtlos an seine Erfolge an. Komponiert hat Petty das Stück mit seinem langjährigen Heartbreakers-Weggefährten Mike Campbell, der die Aufnahmesessions in einem Interview von 2003 als ziemlich anstrengend beschreibt: „Das war eine 4-Spur-Aufnahme, die ich bei mir zuhause gemacht habe. Er [Tom Petty] hat den Text über die Musik geschrieben, so wie sie war, ohne Änderungen, aber es hat ewig gedauert, bis wir den Track tatsächlich aufgenommen hatten. Wir hatten einfach Schwierigkeiten, das richtige Feeling hinzubekommen. Wir haben das Ganze bestimmt 100 Mal aufgenommen. Eines Tages war ich so frustriert – ich glaube, das ist das einzige Mal, das sowas getan habe – dass ich einfach das Studio verlassen habe und für zwei Tage aus der Stadt gefahren bin. Ich konnte den Druck einfach nicht mehr aushalten. Aber dann bin ich zurückgekommen, und nachdem wir uns wieder zusammengerauft hatten, haben wir den Song fertiggestellt.“

3. Traveling Wilburys – End Of The Line (1988)

Im Oktober 1988 veröffentlicht Tom Petty sein erstes Album mit den Traveling Wilburys, zu denen außer ihm noch George Harrison, Jeff Lynne, Roy Orbison und Bob Dylan gehören. Auf der Platte befindet sich unter anderem der Song End Of The Line, dessen Strophen Tom Petty im Alleingang singt. Wodurch sich die Traveling Wilburys von vielen anderen Supergroups unterscheiden: Sie sind wirklich super. Das äußert sich auch in dieser Nummer, die zweifellos zu den besten Songs gehört, an denen Petty mitgearbeitet hat.

4. Tom Petty – Free Fallin’ (1989)

Für sein Debüt-Soloalbum Full Moon Fever (1989) verzichtete Tom Petty zum ersten Mal auf seine Heartbreakers. Zumindest fast. So erscheint das Album zwar offiziell nur unter seinem Namen — doch im Hintergrund spannt Petty dann doch wieder fast all seine Bandkollegen ein. Bei der Veröffentlichung kommt es zu einer Verzögerung, weil die Plattenfirma gerade erst das erste Album der Traveling Wilburys rausgebracht hat und noch warten möchte. „Also habe ich weitere Songs geschrieben und mir vorgenommen, alles fertigzustellen und zu veröffentlichen, wenn die Wilburys durch sind“, erinnert sich Petty später in einem Interview. „Ich glaube, dass mein Album durch die zusätzliche Zeit besser geworden ist.“ Besonders sticht der Hit Free Fallin’ hervor, eine Art Ode an Kalifornien und seine Bewohner*innen. „Ich habe jeden Tag diese Autofahrt gehabt“, erzählt Petty in einem Interview mit Billboard von den Aufnahmesessions. „Das Studio lag im Valley und bin jeden Tag von Beverly Hills ins Valley und wieder zurückgefahren. Dabei bin ich immer am Ventura Boulevard vorbeigefahren und habe das Leben dort beobachtet. Und dann habe ich versucht, ein paar dieser Charaktere einzufangen.“

5. Tom Petty And The Heartbreakers – I Won’t Back Down (1989)

Das Stück I Won’t Back Down (ebenfalls von Full Moon Fever) nimmt Petty mit Ex-Beatle und Co-Traveling-Wilbury George Harrison auf. „Ich hatte an dem Tag eine schreckliche Erkältung“, erinnert sich Petty in einem Gespräch mit Mojo. „George ging in einen Laden, kaufte eine Ingwerwurzel, kochte sie und ließ mich meinen Kopf in den Topf stecken, damit der Ingwerdampf meine Nebenhöhlen freimachte. Dann bin ich ins Studio gerannt und wir haben die Aufnahme gemacht.“ Inhaltlich ist das Stück recht unverblümt und handelt davon, sich fremden Kräften zu widersetzen und „keinen Schritt zurück zu machen“. Nicht zuletzt deshalb kam dem Song nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 eine besondere Bedeutung zu.

6. Tom Petty And The Heartbreakers – Runnin’ Down A Dream (1989)

Auch der Song Runnin’ Down A Dream ist auf Full Moon Fever zu finden und nimmt Bezug auf Tom Pettys musikalische Herkunft. So singt er gleich zu Beginn: „It was a beautiful day, the sun beat down / I had the radio on, I was drivin’ / Trees flew by, me and Del were singin’ little Runaway / I was flyin’“. Mit „Del“ meint Petty den US-amerikanischen Liedermacher Del Shannon und mit „Runaway“ dessen gleichnamigen Song. Wegen der Botschaft in Runnin’ Down A Dream hört man das Stück immer wieder bei Sportveranstaltungen und -übertragungen, zum Beispiel bei den NBA Finals 2006 und 2008. Im Februar 2008 dürfen Tom Petty und seine Heartbreakers den Song im Rahmen der Super Bowl Halftime Show zum Besten geben.

7. Tom Petty And The Heartbreakers – Learning To Fly (1991)

Mit Learning To Fly veröffentlichen Tom Petty And The Heartbreakers am 17. Juni 1991 einen Vorgeschmack auf ihr achtes Album Into The Great Wide Open, das am 2. Juli erscheint. Wir lehnen uns wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn wir behaupten, dass es sich bei dieser Nummer um einen von Pettys größten Erfolgen handelt. Kein Wunder: Nicht nur, dass der Song in musikalischer Hinsicht ein echter Radio-Hit ist. Nein, auch der Text bietet viele Anknüpfungspunkte und es lässt sich beinahe jede Lebenssituation in die Lyrics hineininterpretieren.

8. Tom Petty And The Heartbreakers – Mary Jane’s Last Dance (1993)

In dieser Nummer zeigt sich Tom Petty mindestens zweideutig. So handelt es sich bei Mary Jane zwar einerseits um einen gewöhnlichen Namen. Andererseits steht die Kombination auch für die Droge Marihuana. Heartbreakers-Gitarrist Mike Campbell erklärt dazu im Interview mit songfacts.com: „In den Strophen geht es um ein Mädchen aus Indiana in einer Indiana-Nacht, aber beim Refrain hatte er [Tom Petty] die Geistesgegenwart, dem Ganzen eine tiefere Bedeutung zu geben. Meiner Meinung nach kann man den Song so interpretieren, wie man möchte. Viele Leute denken, dass es sich um eine Anspielung auf Drogen handelt, und wenn man das so möchte, kann das sein, aber es könnte auch einfach ein Liebeslied zum Abschied sein.“ Petty selbst gab im Gespräch mit performingsongwriter.com Folgendes zu Protokoll: „Ich glaube nicht, dass ich den Song über Gras geschrieben habe. Ich glaube, das war einfach der Name von einem Mädchen.“

9. Tom Petty – Wildflowers (1994)

Mit Wildflowers eröffnete Tom Petty im Jahr 1994 sein zweites, gleichnamiges Album ohne die Heartbreakers. Das Songwriting gestaltete sich wohl recht einfach, wie er 2014 in einem Interview mit performingsongwriter.com verrät: „Ich habe einfach tief durchgeatmet und der Song kam heraus. Der ganze Song. Das war ein Bewusstseinsstrom: Worte, Musik, Akkorde. Ich habe es zu Ende gebracht. Ich meine, ich habe ihn einfach in meinen Kassettenrekorder gespielt. Ich habe den ganzen Song durchgespielt und ihn dann nicht mehr wiederholt. Ich habe dreieinhalb Minuten für dieses ganze Lied gebraucht. Danach habe ich das Band tagelang immer wieder abgespielt, weil ich dachte, dass damit etwas nicht stimmen muss, weil es mir einfach zu leicht gefallen ist. Und dann ist mir klar geworden, dass daran wahrscheinlich überhaupt nichts falsch ist.“

1o. Tom Petty – You Don’t Know How It Feels (1994)

Auch You Don’t Know How It Feels ist auf Tom Pettys zweitem Soloalbum Wildflowers zu finden. „You don’t know how it feels to be me“, singt Petty darin. Worum es in der Nummer genau geht, lässt er offen, doch im Allgemeinen scheint der Song davon zu handeln, ein negatives Erlebnis hinter sich zu lassen und zu neuen Ufern aufzubrechen. Auf Gegenwind stößt die Textzeile „So let’s get to the point, let’s roll another joint“, die große Sendestationen wie MTV dazu veranlasst, den Song nur in einer zensierten Version zu spielen.

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„Into The Great Wide Open“: Als Tom Petty zu den Heartbreakers zurückkehrte

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