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Popkultur

Der Tod des Hippie-Traums: Die letzten Tage von Jimi Hendrix

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Jimi Hendrix
Fotos: Larry Hulst/Michael Ochs Archives/Getty Images

Keine zwei Tage vor seinem Tod steht er noch auf der Bühne. Am 18. September 1970 stirbt Jimi Hendrix. Und nimmt den Traum von „Love and Peace“ gleich mit ins Grab. Eine Chronik seiner letzten Tage auf diesem Planeten.

von Björn Springorum

Am 31. März 1967 steckt Jimi Hendrix seine Gitarre im Londoner Astoria in Flammen. Es ist ein definierender Moment der Popkultur, ein bewusstseinserweiterndes Ereignis für das gebannte Publikum. Für Hendrix ist es der Rubikon, den er an diesem Abend überschreitet. Danach geht alles ganz schnell. Im Mai lässt er sein Debütalbum Are You Experienced von den Ketten. Darauf befinden sich Hey Joe und Purple Haze, doch seine Show in Brian Epsteins Saville Theater am 4. Juni 1967 eröffnet der entfesselte Gitarrist mit seiner Version von Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band, dem Titelstück des erst drei Tage zuvor erschienenen Beatles-Albums. Im Publikum sitzen Paul McCartney und George Harrison. Beide wissen instinktiv, dass sie hier bei der Geburt von etwas Einzigartigem dabei sind.

Der bestbezahlte Musiker der Welt

Der Rest der Welt merkt das spätestens zwei Wochen später, als Jimi Hendrix das Monterey Festival im Sturm erobert. Er kam, spielte, siegte, könnte man sagen. Wieder zündet er seine Gitarre an. Doch diesmal sehen nicht ein paar hundert, sondern viele tausend Menschen zu. Als Hendrix die Bühne verlässt, schwebt er. Und das liegt nicht nur an Owsley Stanleys extrem wirkungsvollem LSD.

Zwei Jahre später. Hendrix ist der bestbezahlte Musiker der Welt. Klar, dass er auch in Woodstock auftreten soll. Mittlerweile solo unterwegs (ein bisschen Narzissmus muss dann ja doch sein), entscheidet er in einem Anflug von leichter Hybris, dass er es sein muss, der das Festival beschließt. Seine Show am Montagmorgen findet statt vor 400.000 nur noch vor 40.000 Menschen statt. Die kommen immerhin in den Genuss eines der wahrscheinlich wichtigsten Momente des Rock’n’Roll und einem Ankerpunkt der Sechziger: seine quälend verzerrte Variante des Star-Spangled Banner, die immer wieder als Protest gegen den Vietnamkrieg gewertet wurde, obwohl Hendrix selbst das nie bestätigt.

So ikonisch dieser Moment ist, so bezeichnend ist er für die ausgehenden Sechziger: Woodstock als ultimatives Fest für Frieden und Musik endet in Matsch, geplatzten Träumen und ungewisser Zukunft. Die Sechziger gehen. Und der Krieg in Vietnam ist noch weit davon entfernt, beendet zu sein – dem neuen Präsidenten Richard Nixon zum Trotz. Die Friedensmärsche, die Versammlungen, die Proteste und Lieder scheinen mit dem Wind zu verwehen, als das neue Jahrzehnt heraufzieht. Und mit ihm auch die letzten Tage des Jimi Hendrix.

1. August 1970: Hawaii

Jimi Hendrix beschließt seine US-Tournee mit einem Konzert in Honolulu, der Hauptstadt Hawaiis. Es ist der finale Akt eines Dramas, bei dem viele Shows von seinem ausufernden Drogenkonsum überschattet werden. Voodoo Child, das finale Stück des Abends, ist der letzte Song, den Hendrix jemals in den USA live spielen wird.

26. August 1970: Electric Lady Studios

Hendrix eröffnet offiziell seine Electric Lady Studios in Greenwich Village, New York City. Es gibt eine Eröffnungsparty, bei der unter anderem Yoko Ono, Patti Smith und Fleetwood Mac auftauchen. Lust auf die Party hat er nicht, er will lieber an seinen Songs arbeiten. Am nächsten Tag macht Hendrix hier seine letzte Aufnahme – ein Instrumental namens Slow Blues. Danach steigt er in eine Air-India-Maschine nach London. Er wird nie wieder in die Vereinigten Staaten zurückkehren.

30. August 1970: Isle Of Wight

Spät in der Nacht geht Hendrix beim Isle Of Wight Festival auf die Bühne, wo am Tag zuvor schon The Doors und The Who gespielt haben. Der Auftritt wird von technischen Problemen heimgesucht, die eigenen Aussagen zufolge von David Gilmour in den Griff bekommen werden.

2. September 1970: Aarhus

Nach nur drei Songs bricht Hendrix eine Show im dänischen Aarhus ab. „Ich bin schon lange tot“, sagt er, als er von der Bühne geht und ein enttäuschtes Publikum zurücklässt. Er hat schon länger Angstzustände, backstage bricht er zusammen, ist auch wegen reichlich Medikamenten am Ende seiner Kräfte.

6. September 1970: Fehmarn

Geplagt von Angstzuständen geht er einen Tag zu spät in Fehmarn beim desaströsen Love & Peace Festival auf die Bühne. Spätestens bei diesem Festival merkt man, dass der Hippie-Traum gestorben ist und durch einen Albtraum ersetzt wurde. Das deutsche Woodstock endet in Chaos, Gewalt und unbezahlten Bands. Die Musiker*innen auf der Bühne schweben ständig in Lebensgefahr, weil der Sturm Regen auf die Bühne bläst und für teils heftige Stromschläge sorgt. Hendrix wird ausgebuht, entschuldigt sich und kämpft sich vor desolater Kulisse mühsam durch sein Set. Es ist sein letzter offizieller Auftritt. Und ein mehr als unrühmlicher Schlussstrich unter seine unvergleichliche, berauschende Bühnenkarriere.

16. September 1970: Eric Burdon

Hendrix holt ein letztes Mal die Gitarre raus und jammt mit Eric Burdon und War im Londoner Ronnie Scott’s Club.

18. September 1970: Seine letzten Stunden

Die letzte Stunden vor seinem Tod sind nur sehr schwer zu durchschauen. Zu viele widersprüchliche Aussagen und Behauptungen, gar Verschwörungstheorien reihen sich aneinander. Als gesichert gilt, dass seine Freundin Monika Danneman Hendrix am Vormittag schlafend vorfindet und sich erst mal nichts dabei denkt. Sie geht Zigaretten holen, bekommt ihn aber auch danach nicht wach. Von ein wenig Erbrochenem im Mundwinkel ist ihren Aussagen nach die Rede, doch als die Sanitäter um 11:25 Uhr im Hotel eintreffen, geben sie an, dass Hendrix voller Erbrochenem ist. Lebenszeichen sind da schon keine mehr vorhanden. Um 12:45 wird Hendrix offiziell für tot erklärt, obwohl er da wahrscheinlich schon mehrere Stunden verstorben war. Die offizielle Todesursache lautet: „Inhalieren von Erbrochenem, ausgelöst durch eine Barbituratvergiftung“. Was genau in seinen letzten Stunden passierte, wird niemand je erfahren.

Hendrix, einer der größten Musiker unserer Zeit, stirbt mit 27 Jahren. Nur wenige Wochen später, am 4. Oktober 1970, folgt ihm Janis Joplin. Auch sie wird nur 27 Jahre alt. Als im Januar 1971 dann auch noch Charles Manson verurteilt wird, bekommt das Hippie-Image endgültig Risse, die nicht mehr zu kitten sind. Der Traum ist ausgeträumt.

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Interview mit Wanda: „Vergänglichkeit spielt für mich eine große Rolle“

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Wanda
Titelfoto: Frank Hoensch/Getty Images

Die Veröffentlichung des neuen Wanda-Albums wird vom Tod des Keyboarders Christian Hummer überschattet. Losgelöst davon versammeln die Wiener auf Wanda einige ihrer stärksten Beispiele für den ureigenen morbiden Bänkel-Rock.

von Björn Springorum

Hier könnt ihr euch das neue Wanda-Album anhören:

Es hätte alles so schön sein können. Mit ihrem fünften Album Wanda feiern die Wiener sich selbst auf ihre unerreicht morbide Art. Zugleich blicken sie auf zehn beispiellos erfolgreiche Jahre zwischen Rausch, Höhenflug und Amore zurück. Dann, wenige Tage vor Veröffentlichung des Albums, stirbt Keyboarder Christian Hummer nach schwerer Krankheit. Was bleibt, ist ein Vortex, in dem jetzt mit Wanda urplötzlich ein Abschiedsbrief für den engen Freund und Wegbegleiter herumgeistert. Das Interview mit Sänger Marco Wanda führten wir bereits im August 2022.

„Man hat uns damals versprochen, dass ein Hype auch irgendwann wieder aufhört“

Marco, ihr feiert 2022 zehn Jahre Wanda. Was macht diese Zahl mit dir, wenn du mal ein wenig Bilanz ziehst?

Es ist so schnell vergangen! Wir hatten ja kaum Zeit, das alles sacken zu lassen. Erst in der Pandemie konnten wir zurückschauen und mal reflektieren, was alles passiert ist. Man hat uns damals versprochen, dass ein Hype auch irgendwann wieder aufhört. Aber das ist nie passiert. (lacht)

Wie hast du euren Aufstieg erlebt? Es ging ja schon ab 2014 mit „Amore“ steil bergauf…

Eher rauschhaft, machtlos. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich diese Karriere jemals hätte selbst steuern können. Es ist einfach passiert. Wir wurden mitgenommen, lenken konnten wir dieses Schiff nie. So eine Karriere ist ja aber eh etwas Aberwitziges. Da kommen tausend Zufälle zusammen. Die richtigen Menschen zur richtigen Zeit kennengelernt, bestimmte Dinge bewusst gemacht oder nicht gemacht…

„Ich versuchte wie ein Alchemist, die Weltformel für einen Nummer-Eins-Hit zu finden“

Besonders richtig war ja wohl auch die Nummer Columbo, die in Österreich auf die Eins ging.

Im Gegenteil! Das war eigentlich das Schlimmste, das uns passieren konnte. Da habe ich richtig Druck verspürt und dachte, das jetzt sofort wiederholen zu müssen. Ich versuchte wie ein Alchemist, die Weltformel für einen Nummer-Eins-Hit zu finden, schrieb und schrieb wie im Fieberwahn. Es klappte nicht, und das fraß mich anfangs auf. Aber ich glaube, dann haben wir mit Ciao alles richtig gemacht: Eine Platte, die absichtlich floppt. (lacht)

Wie lernt man aus so etwas?

Indem man versucht, mehr Kontrolle zu erlangen. Erstmals in unserer Karriere fragen wir uns, was wir wollen. Welchen Stellenwert diese Band in unserem Leben haben soll. Wie viel Raum Wanda einnimmt oder weiterhin einnehmen soll. Das Ergebnis war eindeutig: Eine derartige Lust auf alles, was kommt, habe ich bei uns noch nie verspürt. Es fühlt sich nicht an wie zehn Jahre Wanda, es fühlt sich an wie das erste Jahr. Und wir freuen uns auf die nächsten 20 Jahre.

Trägt euer wunderbares neues Album deshalb auch ganz einfach den Namen der Band?

Auch. Da steckt viel drin. Musikalisch ist es ein Rundumschlag mit allem, was wir bislang gemacht haben.

„2012 war ich ein überforderter Mensch“

Als Sänger einer unbekannten, wenig erfolgreichen Band lebt und textet es sich gewiss anders als als Sänger einer sehr erfolgreichen Band. Welche Veränderungen hast du in dir und in deinen Texten entdeckt, seit Wanda erfolgreich ist?

Damals war ich ein Mystiker und ein Dichter. Heute interessiert mich viel mehr die Musik und das Geschehen auf der Bühne. 2012 war ich ein überforderter Mensch, der viele Altlasten aus seinem früheren Leben mit sich herumschleppte. Heute bin ich ein ruhigerer Mensch. Es ist mittlerweile sehr okay, ich zu sein. Ich fühle mich in meiner Gesellschaft zumindest nie gelangweilt. Textlich entdecke ich keine allzu großen Verschiebungen. Ich glaube, ich hatte schon auf Amore alles beisammen, was ich auch heute noch einsetze.

Zum Beispiel?

Vergänglichkeit. Die spielt für mich immer wieder eine große Rolle. Ich schreibe Songs für mich und für andere Menschen, und wir alle werden eines Tages sterben. Es ist nicht leicht für mich zu akzeptieren, dass wir sterblich sind.

Du hast mal gesagt, dass du dich an weite Strecken der letzten zehn Jahre nicht erinnern kannst, weil du immer betrunken warst. Wie steht es heute um deinen Hedonismus?

Hedonismus finde ich in Zeiten wie diesen sowieso seltsam. Ich trinke, ja, aber zum Beispiel nicht mehr unbedingt zügellos vor einer Show. Unsere Fans haben uns durch zwei Jahre Pandemie getragen, da haben sie es auch verdient, die bestmögliche Show von uns zu bekommen.

Klingt ja fast nach Läuterung…

Ich kann nur mit Dankbarkeit annehmen, dass ich das machen darf, was ich liebe. Vor diesem Umstand stehe ich baff und demütig da, und das eigentlich jeden Tag. Wir erschaffen etwas, das den Menschen etwas bedeutet. Bei Konzerten merke ich, dass mein Tun einen Wert hat und nicht nur meiner eigenen Befriedigung dient. Das ist das Schönste.

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Kippen, Schmäh und viel Amore: 10 Jahre Wanda

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Popkultur

Brennende Betten, brennender Tommy und ein verhedderter Fallschirm: 5 Anekdoten, die nur aus dem Leben von Tommy Lee stammen können

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Tommy Lee
Foto: Emma McIntyre/Getty Images for SiriusXM

Nur fünf Anekdoten aus dem Leben von Tommy Lee? Es gäbe wahrscheinlich mindestens 5.000 zu erzählen. Diese finden wir besonders unterhaltsam, tragisch oder schockierend.

Hier könnt ihr euch Andro von Tommy Lee anhören:

1. Als er auf der Girls, Girls, Girls-Tour einen Drogendealer hinter sich herfahren ließ.

Über die Drogeneskapaden von Mötley Crüe wurde schon so viel geschrieben, dass es nahezu unmöglich ist, noch eine neue Geschichte aufzustöbern. Wir haben uns deshalb für eine der unterhaltsamsten entschieden. „Die Girls, Girls, Girls-Tour von 1987 gehört zu den geilsten Erlebnissen meines Lebens“, erzählt Schlagzeuger Tommy Lee im Interview mit dem britischen Guardian. „Zumindest glaube ich das, denn ich erinnere mich an nichts, außer an jede Menge verschwommenen Wahnsinn. Wir hatten einen mächtig großen Jet, endlos viel Kohle und konnten machen, was immer wir wollten.“

Spätestens seit der Mötley-Crüe-Bandbiografie The Dirt wissen wir alle: Egal, welche Ausschweifungen man sich so ausmalt … Tommy Lee und Co. setzen immer noch einen drauf. „Eine Zeit lang hatten wir sogar unseren eigenen Drogendealer, der in einem Luxus-Oldtimer hinter unserem Tourbus hergefahren ist“, berichtet Lee weiter. „Auf seinem Kennzeichen stand: DEALER. Wann immer wir aus dem Bus ausgestiegen sind, ist er mit seiner diamantbesetzten Rolex, seinen Goldketten und ein paar Bitches in jedem Arm aufgetaucht und hat der Band und der Crew ganze Bündel voller Koks zugeworfen. Er war der pimphafteste Dealer aller Zeiten und hatte immer seinen Partyhut auf.“ Doch die Plattenfirma von Mötley Crüe bekommt kalte Füße. Schließlich könnte die Polizei bei einem auffällig gekleideten Drogendealer in einem Luxusauto mit dem Kennzeichen „DEALER“ stutzig werden. Die Band muss sich von ihrem hauseigenen Rauschmittelhändler verabschieden. In Versorgungsnot geraten die Musiker während der Tour aber wohl trotzdem nicht.

2. Als er mit einer Leuchtfackel in einem Hotelzimmer herumspielte und das Bett in Brand steckte.

In den Siebzigern und Achtzigern gehört das Zerstören von Hotelzimmern für viele Rockstars schlicht und ergreifend dazu. Das gilt (natürlich) auch für Mötley Crüe. Als die Band 1986 durch die Schweiz tourt, nimmt sie ihren Auftrag durchaus ernst. Nicht nur, dass Schlagzeuger Tommy Lee und Frontmann Vince Neil in ihrem Hotelzimmer ein paar Leuchtfackeln anzünden. Nein, das Duo Infernale steckt damit auch gleich das Bett in Brand. Als wäre das nicht genug, zerstört die Band im gleichen Hotel auch noch die Glasfenster der Aufzüge.

3. Als sich sein Fallschirm beinahe nicht geöffnet hätte.

Sein Leben hat Tommy Lee im Lauf der Jahrzehnte immer wieder aufs Spiel gesetzt. Doch mit einem Vorkommnis hat er wohl selbst nicht gerechnet. So verrät er im Interview mit dem britischen Classic Rock Magazine die gefährlichste Situation, in der er sich je befand: „Das ist etwas, was du nicht hören willst, wenn du gerade einen Fallschirmsprung machst“, steigt er in die Erzählung ein. „Ich mache gerade einen Tandemsprung, bin an einen Lehrer geschnallt, er ist mit dem Fallschirm auf meinem Rücken und höre: ‚Oh, fuck!‘ Ich schaue nach oben und der Fallschirm hat sich verheddert. Er zerrt daran und kämpft mit den Seilen und ich denke: ‚Das war’s, ich bin am Arsch, es ist vorbei.‘ Aber dann hatte ich eine spirituelle Erfahrung und dachte: ‚Ich kann nichts tun. Ich werde den freien Fall einfach genießen, bis ich auf dem Boden aufschlage.’ Als ich gerade losgelassen hatte, ging der Fallschirm auf einmal auf. Nicht cool.“

4. Als er sich in Wyoming an der Pyrotechnik verbrannte.

Am 12. Oktober 2005 spielen Mötley Crüe im Casper Events Center (heute: Ford Wyoming Center) — und dabei geht einiges schief. Laut Ultimate Classic Rock habe sich Tommy Lee an jenem Abend an einem Seil zwischen verschiedenen Drumsets hin und her geschwungen, wobei er in einen Funkenregen geraten sei. Dabei habe er „oberflächliche Verbrennungen and seinen Armen und im Gesicht erlitten“ und versucht, die Show noch zu Ende zu bringen. Doch man habe auf Nummer sicher gehen wollen, wie Mötley-Crüe-Frontmann Vince Neil im Interview mit People verrät: „Er sah nicht gut aus, als die Sanitäter ihn hinter der Bühne behandelt haben, also haben wir uns dazu entschieden, ihn ins Krankenhaus zu schicken.“ Zum Glück sehen die Verbrennungen schlimmer aus als sie sind: Schon zwei Tage später sitzt Lee in Bismarck (North Dakota) wieder am Schlagzeug.

5. Als er ein Dickpic in den sozialen Medien postete.

Als hätte nicht sowieso schon ein ungleich großer Teil der Weltbevölkerung Tommy Lees Penis gesehen, musste der Schlagzeuger am 11. August 2022 noch einen draufsetzen — und postete in den Social Media ein Foto von seinem Gemächt. „Vor einigen Wochen hatten wir eine etwa zweiwöchige Tourpause“, erklärt der Trommler das Dickpic später im Rahmen eines Konzerts. „Und ich habe mich abgeschossen, Alter. Mich volllaufen lassen. Ich war so voll, dass ich mich ausgezogen und Bilder von meinem Schwanz gepostet habe. Dabei bin ich eigentlich ein Mann der Brüste. Ich sehe gerne Brüste. Aber ich dachte: Das ist die Nacht der gleichen Möglichkeiten. Ich wollte in dieser Nacht jedermanns Ding sehen. Komm schon, hol deinen Schwengel raus!“ Ah ja … Bei Facebook und Instagram wurde das Foto schon längst wieder gelöscht. Bei Twitter kann man sich Lees gesamte Herrlichkeit noch immer anschauen. Haben wir gehört.

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Tommy Lee: Mötley-Crüe-Drummer zieht jetzt auf Only Fans blank

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5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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Für alle Insider*innen, jahrzehntelangen Fans, Neugierigen und Einsteiger*innen: Hier nehmen wir uns mal ein paar Minuten Zeit und präsentieren euch fünf Geschichten, Anekdoten oder Fun Facts zu einem Genre, einer Band oder einem/r Künstler*in. Einfach, weil das Leben witzigere, unglaublichere und interessantere Geschichten schreibt, als jede*r Autor*in jemals könnte.

In dieser Woche dreht sich alles um den 3. Oktober 1990, jenen Tag, an dem aus West und Ost wieder ein gemeinsames Deutschland wurde. Knapp ein Jahr zuvor, am 9. November 1989, war die innerdeutsche Mauer gefallen. Ein Ereignis, das auch in der Musik stattfand. Wir liefern fünf Wahrheiten über den Sound der deutschen Einheit.

1. Pink Floyd und die wahrgewordene Utopie

Noch im Juli meinte Roger Waters von Pink Floyd, dass es nur einen einzigen Anlass geben würde, aus dem er das bandeigene Riesenspektakel The Wall noch einmal inszenieren würde – und zwar den Fall der Berliner Mauer. Waters sah dieses Ereignis in so weiter Ferne, dass er sogar in Erwägung zog, dafür seinen Ex-Bandkollegen David Gilmour mit auf die Bühne zu holen. Knapp vier Monate später fiel die Mauer tatsächlich und im Juli 1990 wurde Waters Gedankenspiel Realität: The Wall wurde am Potsdamer Platz noch einmal aufgeführt – zwar ohne David Gilmour, aber dafür mit vielen Auftritten anderer Stars.

2. Der Boss in Ostberlin

Auftritte von westlichen Künstler*innen in der DDR waren rar gesät. 1988 etwa trat Bruce Springsteen in Ostberlin auf. Weil der SED-Zentralrat das Konzert als gute Möglichkeit der massenpolitischen Arbeit der FDJ ansah, wurde Bruce Springsteen eine Auftrittsgenehmigung für die DDR erteilt. Rund 200.000 Bewunder*innen des Bosses kamen zur Radrennbahn Weißensee, wo Springsteen seinem Wunsch Ausdruck verlieh, dass eines Tages alle Barrieren abgerissen werden sollen. Der Satz wurde aus der Übertragung des Konzertes geschnitten – änderte aber nichts daran, dass sein Wunsch gut anderthalb Jahre später Wirklichkeit wurde.

3. Das David-Hasselhoff-Gate

Auch gut 30 Jahre nach dem Mauerfall hält sich das Gerücht wacker, David Haselhoff sei mitverantwortlich für dieses geschichtliche Großereignis, da er wenige Wochen nach der Maueröffnung dort seinen Hit Looking for Freedom sang und sich Menschen aus West- und Ostdeutschland dazu in den Armen lagen. Aber: weit gefehlt. „Ich hatte nie etwas damit zu tun und habe das auch nie gesagt. Niemals“, äußerte sich der Baywatch-Star unlängst gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

4. Das Eigenleben von Freiheit

Wer an Musik und Mauerfall denkt, hat sicherlich auch Freiheit von Marius Müller-Westernhagen im Sinn. Aber: Nicht nur, dass MMW den Song schon drei Jahre vor dem Mauerfall schrieb, nein, er hatte den Fall der Mauer nicht Mal im Sinn. Die Live-Version von Freiheit entwickelte vor dem Hintergrund des Mauerfalls allerdings ein Eigenleben und wurde zur Hymne des Herbstes. „Freiheit zeigt, dass künstlerische Produkte ein Eigenleben annehmen können. Wenn es in diesem Fall dazu gedient hat, dass der Song Menschen Kraft und Hoffnung gegeben hat, ist das ein glücklicher Umstand, der mich natürlich sehr freut“, sagte Marius Müller-Westernhagen gegenüber der TZ.

5. Wind Of Change ist ein rechtlich geschützter Begriff

Klar, Wind Of Change gilt unangefochten als die Hyme der Wende schlechthin. „Mein Gedanke war: Die ganze Welt in einem Boot und alle sprechen eine Sprache – Musik. Im September entstand Wind Of Change in Deutschland und im November fiel die Berliner Mauer. Der Song drückte ein Gefühl der Hoffnung aus, dass wir alle in der Zukunft in einer friedlicheren Welt leben können“, erklärte Klaus Meine mal gegenüber dem Fernsehsender VOX. Der Song machte die Scorpions binnen kürzester Zeit zu Weltstars. Nur logisch, dass Klaus Meine und Rudolf Schenker seitdem Inhaber der Wortmarke Wind Of Change sind.

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10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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