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„Goddess In The Doorway“: Wie seine Muse Mick Jagger dazu verführte, sein bestes Soloalbum aufzunehmen

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In höheren Tönen hätte der US-Rolling Stone den Rolling-Stones-Kopf damals kaum loben können: „In Sachen Kohärenz, handwerklichem Können und musikalischer Experimentierfreude“, hieß es im Text über Mick Jaggers viertes Soloalbum, „übertrifft Goddess In The Doorway all seine früheren Soloaufnahmen – sowie sämtliche Alben der Rolling Stones seit Some Girls.“

von Paul Sexton

Hört euch hier The Very Best Of Mick Jagger an

Obgleich der US-Rezensent dem Album im selben Atemzug ein gewaltiges kommerzielles Potenzial zusprach, das sich in diesem Ausmaß nie bewahrheiten sollte, waren sich Fans und Kritiker*innen doch weitestgehend einig: Jagger war mit der am 19. November 2001 veröffentlichten Goddess In The Doorway-LP sein bislang größter Wurf gelungen. Gerade die vielen Meilensteine und Highlights, die Jagger in seiner damals schon knapp vier Jahrzehnte umspannenden Karriere abgeliefert hatte, ließen so manchen geradezu überrascht aufhorchen. So auch beim Uncut Magazine, wo es hieß, dass „Goddess In The Doorway einfach echt mal ziemlich gut“ sei.

„Das alles bin ich: Es ist ein Soloalbum.“

Erste Form nahm das Album nach den Anstrengungen der Bridges To Babylon-Tour an, in deren Rahmen die Stones 1997 und 1998 ein weiteres Mal den Globus umrundet hatten. „Als wir dann endlich diese Tournee beendet hatten“, kommentierte Jagger gegenüber dem Billboard Magazine, „wollte ich einfach ein paar Songs schreiben – und sie dann im Alleingang aufnehmen. Ich begann die Aufnahmen bei mir daheim in Frankreich und nahm danach alles auf einer Festplatte mit in die Karibik, um dort weiterzumachen. Zwischendurch ging ich ins Studio und machte Demoaufnahmen. Es war mein Projekt, echtes Home-Recording. Und ich dachte, das alles bin ich: Es ist ein Soloalbum.“


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Unterstützung bekam Jagger von seinem angestammten Kollegen Matt Clifford. Er war nicht nur als Co-Songwriter und Musiker beteiligt, sondern produzierte das Album auch gemeinsam mit dem Pop-, Rock- und Country-Producer Marti Frederiksen. Als die eigentlichen Aufnahmesessions für Goddess In The Doorway dann beendet waren, hatten doch noch ein paar Leute daran mitgearbeitet, und zwar alles Hochkaräter: Sein langjähriger Freund Pete Townshend zum Beispiel. Townshend hatte Mick überhaupt erst darin bestärkt, diesen Soloabstecher wirklich zu unternehmen – obwohl der Terminkalender auch so schon randvoll war, schließlich stand das 40. Jubiläum der Stones vor der Tür, die Feierlichkeiten, die Licks-Tour und das Forty Licks-Compilation-Album…

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Dazu spielte Townsend die Gitarrenparts für die Songs Gun und Joy ein, wobei letzterer gleich noch einen Weltstar als Gast hatte: Bono, hier am Mikrofon zu hören. (Überhaupt wirkte Joy mit seinen Gospel-Anleihen und seiner panoramahaften Weite fast schon wie ein experimenteller Song von U2). Für die druckvolle Single God Gave Me Everything, ein veritabler Rock-Airplay-Hit in den Staaten, holte Jagger daraufhin Lenny Kravitz als Co-Autoren und Co-Produzenten an seine Seite… und ließ ihn bei der Gelegenheit auch gleich noch E-Gitarre, Bass und weitere Instrumente einspielen.

„So gut wie die Stones in Bestform“

Es gab noch mehr Gäste: US-Kollege Joe Perry half bei Everybody Getting High und Too Far Gone aus, während Rob Thomas von Matchbox Twenty das Kreativteam Jagger/Clifford für die zweite Single Visions Of Paradise als Co-Songwriter unterstützte. Erst kurz davor hatte Thomas den Rekordsong Smooth mit Carlos Santana für dessen Album-Meilenstein Supernatural geschrieben und aufgenommen.

Und dann war da ja noch der aus den USA importierte R&B-Einschlag. Ein Element, das in Jaggers Songwriting schon immer eine Rolle gespielt hatte und gerade in seinen Soloaufnahmen besonders deutlich zum Vorschein kam. Für den beatlastigen Titel Hide Away holte er sich als Co-Produzenten Wyclef Jean und dessen Cousin Jerry „Wonda“ Duplessis an die Seite, der ebenfalls aus Haiti stammt und bei den frühesten Fugees-Aufnahmen wie ein zusätzliches Mitglied mitgewirkt hatte. Der Track wurde von etlichen Kritiker*innen als klares Album-Highlight eingestuft. Der NME fand sogar, dass Hide Away und Lucky Day „genauso gut wie die Stones auf ihrem Bestform-Album Black And Blue“ seien, „was schon mal was heißen soll“. Letzterer Song klingt auch deshalb so umwerfend, weil Mick über dem atmosphärischen Arrangement erneut sein Können als Mundharmonikaspieler unter Beweis stellt.

„Ich konnte machen, was ich wollte“

Komplettiert wurde die lange Gästeliste durch die in England aufgewachsene Soul-Diva Ruby Turner (Background-Gesang), den Folkmusiker Steve Knightley (Show Of Hands) am Cello sowie den Tenorsaxofonisten Chris White, zuvor Tour-Mitglied der Dire Straits. Seine Töchter Elizabeth und Georgia May, damals gerade mal 16 bzw. acht Jahre alt, durften zu Brand New Set Of Rules ebenfalls Background-Vocals beisteuern. Produziert wurde die besinnliche Familienangelegenheit, wie auch Lucky Day, von dem Briten Chris Potter, der zuvor mit The Verve gearbeitet hatte. Der Kontakt zu den Stones kam schon 1997 durch Bitter Sweet Symphony zustande – schließlich basiert die Hitsingle auf der von Andrew Loog Oldham aufgenommenen Orchester-Version von The Last Time.

Während das Album in Deutschland und Spanien mit Gold ausgezeichnet wurde, verkaufte sich Goddess In The Doorway allein in den USA in den ersten zwei Jahren mehr als 300.000 Mal. Zwar sollte Jagger kurze Zeit später schon wieder mit den Stones auf der Bühne stehen und das große Jubiläum feiern – aber er hatte zwischendurch mal eben das wichtigste Solo-Statement seiner Karriere vorgelegt.

„Das Tolle daran, in einer Band zu sein, ist doch, dass man dadurch immer ein Komitee um sich herum hat“, kommentierte er weiter gegenüber Billboard. „Andererseits ist genau das der große Nachteil, den so eine Band hat. Man muss es den anderen immer rechtmachen… aber bei diesem Album konnte ich machen, was ich wollte.“

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Lana del Rey kündigt neues Album an und veröffentlicht erste Single

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Lana Del Rey

Did You Know That There’s A Tunnel Under Ocean Blvd ist der Titel des kommenden, neunten Studioalbums von Lana del Rey. Erscheinen soll es im März 2023, den wunderbaren Titelsong gibt es hier bei uns zu hören!

von Björn Springorum

Seit Tagen warten die Fans auf diese Ankündigung: Gestern Abend hat Lana del Rey dann endlich ihr neues Studioalbum angekündigt und reichlich Informationen zur Verfügung gestellt: Ihr neuntes Album wird den poetischen Titel Did You Know That There’s A Tunnel Under Ocean Blvd tragen und am 10. März 2023 erscheinen. Den getragen, wunderbar melancholischen Titelsong gibt es schon jetzt hier zu hören:

 Clapton und Hotel California

Die schleppende, elegische Stimmung, die wallenden Streicher, die Melancholie…  Did You Know That There’s A Tunnel Under Ocean Blvd hat das Zeug zu einem echten LDR-Klassiker. Und steckt natürlich wie immer voller popkultureller Referenzen. Mit Ocean Boulevard könnte Lana del Rey beispielsweise auf 461 Ocean Boulevard hinweisen, das Comeback-Album von Eric Clapton nach dessen Heroin-Entzug. Im Text referenziert sie außerdem Hotel California und Don’t Forget Me von Country-Sänger Harry Nilsson (interessanterweise produziert von John Lennon).


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Alles typisch Lana del Rey also. Auch die Liste ihrer Kollaborateure: Erneut hat sie das Album gemeinsam mit Jack Antonoff produziert, dem Darling des eleganten Pop. Auf dem Album erwarten uns zudem Zusammenarbeiten mit Father John Misty, Antonoffs eigener Band Bleachers, Jon Batiste, und Tommy Genesis. Den bereits veröffentlichten Titelsong hat sie gemeinsam mit Mike Hermosa geschrieben, mit dem sie gerüchteweise mal liiert war.

Lana Del Reys letztes Album Blue Banisters erschien 2021, im selben Jahr veröffentlichte sie auch Chemtrails Over The Country Club. Zuletzt war sie an der Seite von Taylor Swift in deren Song Snow On The Beach zu hören.

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The Rolling Stones veröffentlichen das ultimative Live-Best-Of „GRRR Live!“

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Rolling Stones
Foto: Kevin Mazur/WireImage/Getty Images

Die vielleicht legendärste Liveband aller Zeiten braucht natürlich auch ein würdiges Live-Best-Of-Album — aus diesem Grund veröffentlichen die Rolling Stones am 10. Februar 2023 einen spektakulären Konzertabend mit grandiosen Gästen aus dem Jahr 2012. Der Name des Albums: GRRR Live!

2012 und 2013 feierten die Stones mit einer ausgiebigen Tour ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum. 50 & Counting hieß die Tournee damals (mittlerweile sind sie ja schon über ihr 60-jähriges Jubiläum hinaus!) — und führte Jagger, Richards, Watts, Wood & Co. für 30 Shows durch Nordamerika und Europa.

Ein spektakulärer Abend in New Jersey mit Gästen

Eines der Highlights dieser Tour war die Show in Newark, New Jersey — die vierte von vier Shows im New Yorker Raum. Natürlich durften Hits wie It’s Only Rock ‘n’ Roll (But I Like It), Honky Tonk Women, Start Me Up, Gimme Shelter, Sympathy For The Devil und (I Can’t Get No) Satisfaction nicht fehlen.


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Aber nicht nur die Setlist, auch die Gästeliste war mehr als bemerkenswert: Die Band begrüßte Gaststars wie The Black Keys, Gary Clark Jr & John Mayer, Lady Gaga, ihren Ex-Bandkollegen Mick Taylor sowie — klar, wir sind schließlich in New Jersey — Bruce Springsteen auf der Bühne.

2012 konnten Fans diese Show bereits als Pay-per-View ansehen. Nun wird sie in neu abgemischter und editierter Form auf mehreren Formaten erscheinen — darunter als 3-LP-Set in Schwarz oder in den limitierten Editionen Weiß oder Rot, als 2CD, DVD + 2CD, Blu-ray und sowie als 2CD.

Natürlich wird das Album auch digital erhältlich sein. Die Blu-ray und DVD enthalten außerdem drei Stücke vom Konzert am 13. Dezember in Newark: Respectable (mit John Mayer), Around And Around und Gimme Shelter.

Die gesamte Setlist findet ihr hier:

 CD1

  1. Get Off Of My Cloud
  2. The Last Time
  3. It’s Only Rock ‘n’ Roll (But I Like It)
  4. Paint It Black
  5. Gimme Shelter (with Lady Gaga)
  6. Wild Horses
  7. Going Down (with John Mayer and Gary Clark Jr)
  8. Dead Flowers
  9. Who Do You Love? (with The Black Keys)
  10. Doom And Gloom
  11. One More Shot
  12. Miss You
  13. Honky Tonk Women
  14. Band Introductions

CD2

  1. Before They Make Me Run
  2. Happy
  3. Midnight Rambler (with Mick Taylor)
  4. Start Me Up
  5. Tumbling Dice (with Bruce Springsteen)
  6. Brown Sugar
  7. Sympathy For the Devil
  8. You Can’t Always Get What You Want
  9. Jumpin’ Jack Flash
  10. (I Can’t Get No) Satisfaction

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„Neon Noir“: Ville Valos erste Soloplatte jetzt vorbestellbar

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Ville Valo

Das Jahr beginnt düster: Am 13. Januar 2023 erscheint die erste Soloplatte des HIM-Sängers Ville Valo. Bei uns im Shop kann man sich Neon Noir schon sichern – auch in der limitierten Fassung auf weißem Vinyl.

von Björn Springorum

Es gibt wenige Figuren in der Geschichte des Rock’n’Roll, die Charisma, Talent und Sex-Appeal so sinnbildlich in sich vereinen wie Ville Valo. Mit HIM stieg der Finne innerhalb weniger Jahre in den Olymp der düsteren Musik auf, ihre Alben verkauften sich millionenfach, sein Gesicht zierte alle Magazin-Cover.

Nach dem Ende von HIM rührt sich der Dandy des Goth Rock wieder und bereitet sich nach einigen Singles auf die Veröffentlichung seines Solo-Debüts Neon Noir vor. Darauf klingt der Erfinder des Love Metal – wenig überraschend – nach sich selbst: Melancholische, sinnliche, poetische Rocksongs über die Liebe und den Tod, vorgetragen von dieser Stimme, die vor 20 Jahren so ziemlich jeden und jede um den Verstand gebracht hat.

Sabbath, Sisters, Beatles

Neon Noir ist aber nicht nur eine Fortführung des HIM-Vermächtnisses. Es ist vielmehr Ville Valos eigene Nabelschau, ein Exkurs in seine musikalische Sozialisation. In den Songs finden sich Echos von Black Sabbath, The Sisters Of Mercy oder den Beatles, textlich bedient er sich bei Leidensgenossen wie Edgar Allan Poe oder Charles Bukowski. Immer dramatisch, immer mit der großen Geste, immer mit gebrochenem Herzen und versehrter Seele. Anders wäre es ja auch nicht Ville Valo.


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Neon Noir
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Bei uns im Shop gibt es das Goth-Rock-Ereignis des Jahres auf limitierter weißer Doppel-Vinyl, normaler schwarzer Doppel-Vinyl, Hardcover-CD und CD. Das neue Jahr kann dann so langsam kommen, wenn es nach uns geht…

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25 Jahre „Greatest Lovesongs Vol. 666“: HIM zwischen Sex und Tod

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