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Popkultur

Zeitsprung: Am 11.2.1970 läuft der Film „The Magic Christian“ mit Ringo Starr an.

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Foto: Kinoposter

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 11.2.1970.

von Timon Menge und Christof Leim

Gegen Ende der Sechziger kriselt es bei den Beatles ganz gehörig. Die vier Musiker gehen ihrer Wege und setzen zunehmend eigene Projekte um. Für Schlagzeuger Ringo Starr bedeutet das unter anderem Ausflüge in die Schauspielerei. Am 11. Februar 1970 flimmert er mit The Magic Christian über die US-Leinwände. Auch andere bekannte Gesichter sind dabei.

Hier könnt ihr euch die Songs zu The Magic Christian anhören: 

Ringo Starr kennen wir vor allem als Schlagzeuger der Beatles, klar. Der Mann kann aber auch Kino: So spielt er im Lauf seiner Karriere nicht nur in den Streifen der „Fab Four“ mit, sondern auch in einigen anderen Produktionen, wie zum Beispiel Candy (1968), Blindman (1971) oder Son Of Dracula (1974). Als es bei den Beatles gegen Ende der Sechziger dann intern so gar nicht mehr rund läuft, stellt er sich für The Magic Christian vor die Kamera. 

Schwarzer Humor mit Starbesetzung

Als Vorlage für das Drehbuch dient der gleichnamige Comic des US-amerikanischen Autors Terry Southern. Das Skript für den Film arbeiten er und Regisseur Joseph McGrath gemeinsam aus, orientieren sich dabei aber nur lose an der ursprünglichen Geschichte. Stattdessen verlegen die beiden die Handlung für den Film von New York City ins London der Sechziger. Im Mittelpunkt steht ein Waisenjunge (Ringo Starr), der von Hauptcharakter Sir Guy Grand (Peter Sellers) adoptiert wird. Für die Rolle des Waisenjungen orientiert sich das Autorengespann übrigens an der Biografie von John Lennon.

Neben Starr und Sellers übernehmen auch John Cleese und Graham Chapman Rollen in der schwarzhumorigen Satire, die unter anderem kräftig gegen den Kapitalismus austeilt. Später kennt man die zwei vor allem für ihre Beteiligung an der britischen Komikergruppe Monty Python. Weitere große Namen in The Magic Christian: Richard Attenborough (Doctor Dolittle, Das Wunder von Manhattan,) und Christopher Lee (Dracula, Der Herr der Ringe). Den Soundtrack steuert die walisische Band Badfinger bei.

Nachhall

Bei den Kritiker*innen kommt der Streifen nicht allzu gut an, vor allem wegen des hohen Gehalts an schwarzem Humor. In einer aktuelleren Filmkritik auf filmcritic.com schreibt Christopher Null, der Film sei „viel zu übertrieben, um eine fundierte Aussage treffen zu können“. Dennoch: Im Jahr 2000 wird der Comicverfilmung eine hohe Ehre zuteil, als eine Folge der Simpsons die Geschichte nacherzählt.

Das Kinposter

Ringos Filmkarriere nimmt nach The Magic Christian Fahrt auf. 1971 erscheint Blindman, im selben Jahr wirkt er an Frank Zappas 200 Motels mit. 1974 flimmert Son Of Dracula zum ersten Mal über die Leinwand. Im Laufe der Jahre erntet Starr durchaus durchaus Lob für seine schauspielerischen Fähigkeiten, auch musikalisch geht es für den Ex-Beatle weiter: Etwa anderthalb Monate nach der US-Premiere von The Magic Christian erscheint sein erstes Soloalbum Sentimental Journey. Doch das ist wieder mal eine andere Geschichte.

Zeitsprung: Am 19.4.1974 läuft der Film „Son Of Dracula“ mit Ringo Starr an.

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