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Popkultur

Designerin Zandra Rhodes über Queen: „Sie waren sehr authentische Menschen“

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Die knalligen Haare sind ihr Markenzeichen und Mercurys plissierte, cremefarbene Bluse wohl ihr bekanntestes Design: In mehr als 50 Jahren Karriere schuf die Modeschöpferin Zandra Rhodes wegweisende Designs. Im exklusiven Interview mit uDiscover erinnert sich die Britin nun an ihre Zusammenarbeit mit Queen und an Parallelen zu den Musikern.

von Victoria Schaffrath

Seht euch hier das Interview mit Zandra Rhodes an:

Ende der Sechzigerjahre gelten ihre Designs noch als empörend, doch schon bald soll sich das Blatt für die 1940 geborene Rhodes wenden. 1974 erreicht sie ein Anruf, entweder von Brian May oder Freddie Mercury, man interessiere sich für ihre Kleidung. Wer da aus dem Hörer zu ihr spricht, kann Rhodes nicht zuordnen; ihre Assistentinnen müssen ihr erst einmal die Musik der Gruppe näher bringen. Sie lädt das Duo Mercury/May zu sich ins Studio ein.

Luftige Bluse, weitreichendes Treffen

Der Sänger entscheidet sich für eine Bluse, die eigentlich Teil eines Hochzeitsensembles ist: „Er suchte sich etwas aus, das eigentlich ein Oberteil für eine Hochzeit war und aus Spitze war. Ich nähte ihm eine neue Bluse ohne die Spitze. Dann begann er, sich darin zu bewegen. Es war wie Liebe auf den ersten Blick.“ May staffiert sie unter anderem mit einem bedruckten Bolero aus.

Und für Rhodes passt die Partnerschaft: „Er hatte von meiner Kleidung gehört und er war sich auch seiner Bühnenpräsenz bewusst und darüber, wie er sich bewegen wollte.“ Als die rebellische Modemacherin kurz nach der Anprobe einem Queen-Konzert beiwohnt, fühlt sie sich bestätigt: „Freddie in diesem Bühnenoutfit zu sehen war einfach wunderbar.“

Zandra Rhodes bewegende Biografie

Lange dauert die Zusammenarbeit zunächst nicht. Beide Parteien gehen ihren eigenen Weg. In der britischen Vogue war Rhodes bereits 1970 erschienen, aber die Arbeit mit der Band verhilft ihr zu einem weiteren Popularitätsschub. Während der Hochphase des Punk entwirft sie verzierte Sicherheitsnadeln. Später kleidet sie unter anderem Prinzessin Diana ein und entwirft Kostüme für die Oper.

Erst nach Mercurys Tod 1991 kreuzt sich ihr Weg erneut mit Queen: „Es entwickelte sich eine Beziehung zwischen mir, Brian und den Fans. Sie wollten immer, dass ich das Bild von Freddie in seiner berühmten plissierten Bluse signiere. Das schmeichelt mir“, erinnert sich die exzentrische „Dame Commander of the Order Of The British Empire“ in unserem Interview.

Für den Film Bohemian Rhapsody und Freddie Mercury-Darsteller Rami Malek bildte sie jüngst ihr Design nach. „Queen waren sehr authentische Menschen. Sie haben ihren Sound ebenso wie ihr Image kontrolliert und ich bin glücklich, Teil davon gewesen zu sein.“

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